Fotomuseum Winterthur
| Art | Museum für zeitgenössische Fotografie und visuelle Kultur |
|---|---|
| Ort | Winterthur, Kanton Zürich |
| Adresse | Grüzenstrasse 44 und 45 8400 Winterthur |
| Gründung | 1992 |
| Eröffnung | 29. Januar 1993 |
| Gründungsdirektor | Urs Stahel |
| Trägerschaft | Stiftung Fotomuseum Winterthur |
| Direktion | Nadine Wietlisbach |
| Sammlung | rund 9'000 fotografische Objekte |
| Sammlungsschwerpunkt | Fotografie seit den 1960er-Jahren |
| Wiedereröffnung nach Gesamterneuerung | 17. Mai 2025 |
| Website | www.fotomuseum.ch |
Das Fotomuseum Winterthur ist ein Museum für zeitgenössische Fotografie und visuelle Kultur in Winterthur im Kanton Zürich. Es wurde 1992 gegründet und am 29. Januar 1993 eröffnet. Das Museum widmet sich der Präsentation, Sammlung, Erforschung und Vermittlung fotografischer Bilder und untersucht dabei auch die Auswirkungen digitaler Medien, vernetzter Bildkulturen und neuer Technologien.
Das Fotomuseum Winterthur zeigt jährlich mehrere wechselnde Ausstellungen mit Werken internationaler Fotografen, Künstler und Medienschaffender. Neben klassischer Fotografie beschäftigt sich das Haus mit Bewegtbild, Installationen, Screenshots, sozialen Medien, algorithmisch erzeugten Bildern und Anwendungen der künstlichen Intelligenz. Seine Sammlung umfasst rund 9'000 Objekte aus den 1960er-Jahren bis zur unmittelbaren Gegenwart.[1]
Gemeinsam mit der Fotostiftung Schweiz bildet das Museum seit 2002 das Fotozentrum Winterthur. Die beiden eigenständigen Institutionen befinden sich in benachbarten Gebäuden an der Grüzenstrasse und betreiben gemeinsam eine öffentliche Fachbibliothek zur Fotografie.
Geschichte
Entstehung der Museumsidee
Die Idee für ein ausschliesslich der Fotografie gewidmetes Museum entstand gegen Ende der 1980er-Jahre. Walter Keller und George Reinhart stellten fest, dass es in der Deutschschweiz damals keine Institution gab, die sich dauerhaft und ausschliesslich mit Fotografie beschäftigte.
Als wichtiger Impuls gilt eine Ausstellung des Schweizer Fotografen Robert Frank im Musée de l’Elysée in Lausanne. Persönliche Kontakte zur internationalen Fotoszene sowie das wachsende öffentliche Interesse an Fotografie bestärkten die Initianten in ihrem Vorhaben.
Walter Keller und George Reinhart arbeiteten für die Umsetzung der Idee mit dem Kurator und Publizisten Urs Stahel zusammen. Stahel wurde später erster Direktor des Museums und prägte dessen Programm während mehr als zwei Jahrzehnten.[2]
Gründung und Eröffnung
1992 wurden die Stiftung Fotomuseum Winterthur und der unterstützende Verein gegründet. Damit entstanden die institutionellen und finanziellen Grundlagen für den Museumsbetrieb.
Als Standort wurde ein ehemaliges Fabrikgebäude an der Grüzenstrasse gewählt. Das Gebäude war 1877 als Gummibandweberei errichtet worden und hatte später unter anderem als Papierwarenfabrik und Genossenschaftsschreinerei gedient. Seit 1989 wurde es als kulturell genutzter Freiraum unter der Bezeichnung «Kultursagi» erhalten.
Bereits 1991 war dort eine Ausstellung des amerikanischen Fotografen Richard Avedon gezeigt worden. Sie verdeutlichte das Potenzial des Gebäudes als Ausstellungsort.
Das Fotomuseum Winterthur öffnete am 29. Januar 1993 erstmals seine Türen. Die Eröffnungsausstellung war dem britischen Fotografen Paul Graham und dessen Werkgruppe New Europe gewidmet.[2]
Entwicklung unter Urs Stahel
Urs Stahel leitete das Fotomuseum Winterthur von 1993 bis 2015. Unter seiner Führung entwickelte sich das Haus zu einer international bekannten Institution für Fotografie.
Das Programm umfasste monografische Ausstellungen bedeutender Fotografen sowie thematische Gruppenausstellungen. Gezeigt wurden unter anderem Arbeiten von Walker Evans, Nan Goldin, André Kertész, Robert Frank und zahlreichen Vertretern der zeitgenössischen Fotografie.
Neben etablierten Positionen förderte das Museum auch jüngere Fotografen und Künstler. Die Ausstellungen wurden häufig von umfangreichen Katalogen begleitet. Die Publikationstätigkeit trug wesentlich zur internationalen Wahrnehmung der Institution bei.
Thematische Ausstellungen untersuchten die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Funktionen fotografischer Bilder. Das Museum behandelte Fotografie nicht nur als Kunstform, sondern auch als Medium der Dokumentation, Kommunikation und gesellschaftlichen Konstruktion.
Ausbau der Sammlung
Der Aufbau einer eigenen Sammlung gehörte von Beginn an zu den zentralen Aufgaben des Museums. Die Sammlung sollte sich auf Werke seit den 1960er-Jahren konzentrieren. Diese zeitliche Grenze wurde gewählt, weil sich die künstlerische und gesellschaftliche Rolle der Fotografie in dieser Epoche grundlegend veränderte.
Zu den ersten erworbenen Arbeiten gehörten Fotografien von Robert Frank. Später kaufte das Museum regelmässig Werke aus den eigenen Ausstellungen an. Dadurch entstand eine enge Verbindung zwischen Ausstellungs- und Sammlungsgeschichte.
Seit 2003 wurde die Sammlungspolitik unter dem Kurator Thomas Seelig weiterentwickelt. Das Museum gehörte zu den frühen europäischen Institutionen, die ihre fotografischen Bestände über das Internet öffentlich zugänglich machten.[3]
Fotozentrum Winterthur
Seit 2002 bildet das Fotomuseum Winterthur gemeinsam mit der Fotostiftung Schweiz das Fotozentrum. Die Fotostiftung bezog Räume im Gebäude an der Grüzenstrasse 45, unmittelbar neben dem Museum.
Beide Einrichtungen bleiben organisatorisch und inhaltlich selbstständig. Ihre Aufgaben ergänzen sich jedoch: Das Fotomuseum konzentriert sich vor allem auf zeitgenössische Fotografie und aktuelle visuelle Kultur, während die Fotostiftung Schweiz historische und gegenwärtige fotografische Werke mit besonderem Bezug zur Schweiz sammelt, erhält und erforscht.
Gemeinsam betreiben die Institutionen die Fotobibliothek. Auch Eintrittsangebote, Vermittlungsprogramme und einzelne Veranstaltungen werden koordiniert. Durch die räumliche Nähe entstand in Winterthur ein schweizweit bedeutendes Kompetenzzentrum für Fotografie.[4]
Digitale Erweiterung
Nach dem Ausscheiden von Urs Stahel wurde das Museum von 2015 bis 2017 durch Duncan Forbes und Thomas Seelig in einer Co-Direktion geleitet. In dieser Phase wurde die Auseinandersetzung mit digitaler Fotografie und vernetzten Bildkulturen verstärkt.
Ein bedeutendes Projekt war das Ausstellungs- und Forschungsformat SITUATIONS. Es befasste sich mit der Frage, wie sich fotografische Bilder im digitalen Zeitalter verändern und wie ein Museum auf ständig wechselnde Online-Bildwelten reagieren kann.
An der Entwicklung waren neben der Co-Direktion unter anderem Marco De Mutiis, Daniela Janser und Doris Gassert beteiligt. Ausstellungen wurden dabei nicht mehr ausschliesslich als abgeschlossene Präsentationen in physischen Räumen verstanden, sondern als veränderbare Formate mit digitalen und online zugänglichen Bestandteilen.
Direktion seit 2018
2018 übernahm Nadine Wietlisbach die Gesamtleitung des Fotomuseum Winterthur. Remo Longhi wurde im Rahmen einer angepassten Organisationsstruktur kaufmännischer Direktor.
Unter Wietlisbach verstärkte das Museum seine Auseinandersetzung mit den gesellschaftlichen Folgen digitaler Bildproduktion. Zu den behandelten Themen gehören soziale Medien, automatisierte Bilderkennung, Deepfakes, Memes, Selfies, Überwachung, digitale Körperbilder und künstlich erzeugte Fotografien.
Die Institution versteht Fotografie dabei nicht nur als materiellen Abzug oder künstlerisches Einzelwerk. Gegenstand der Forschung und Vermittlung sind auch die technischen Systeme, Plattformen und wirtschaftlichen Strukturen, durch die Bilder erzeugt, verbreitet, bewertet und gespeichert werden.
Gesamterneuerung 2023 bis 2025
Ausgangslage
In den Jahren 2017 und 2018 wurden die Museumsgebäude hinsichtlich ihrer baulichen und betrieblichen Anforderungen untersucht. Dabei zeigten sich Mängel in den Bereichen Klima, Brandschutz, Sicherheit und Energieeffizienz.
Auch die vorhandenen Ausstellungs-, Arbeits- und Vermittlungsräume entsprachen nicht mehr vollständig den Anforderungen eines zeitgenössischen Museums. Das Fotomuseum plante deshalb eine umfassende Sanierung des Bestandsgebäudes und eine bauliche Erweiterung.[5]
Planung
2019 arbeitete das Museum mit dem Masterstudiengang Architektur der ETH Zürich zusammen. Im Rahmen eines Ideenwettbewerbs empfahl eine Jury das Projekt des Absolventen Adrian Pigat zur Weiterbearbeitung.
Pigat starb 2020 bei einem Unfall. Für die Ausführung des bereits entwickelten Projektvorschlags führte das Museum anschliessend ein Vergabeverfahren durch. Den Auftrag für die Generalplanung erhielt das Winterthurer Architekturbüro RWPA.
Die Baubewilligung wurde Ende 2021 erteilt. Trägerin und Bauherrin des Projekts war die Stiftung Fotomuseum Winterthur.
Bauphase
Das Museum schloss seine Ausstellungsräume an der Grüzenstrasse 44 im Juni 2023. Mitte Juli 2023 erfolgte der offizielle Spatenstich.
Das historische Backsteingebäude wurde weitgehend entkernt und technisch modernisiert. Heizungs-, Lüftungs-, Klima-, Sicherheits- und Brandschutzanlagen wurden erneuert. Ein Wohngebäude an der Töpferstrasse wurde abgebrochen, um Platz für den Erweiterungsbau zu schaffen.
Während der Bauzeit führte das Museum seine Tätigkeit mit digitalen Projekten, Veranstaltungen und Vermittlungsangeboten fort. 2024 wurde ausserdem eine Ausstellung in den Räumen der benachbarten Fotostiftung Schweiz gezeigt.
Architektur und Nachhaltigkeit
Der Erweiterungsbau wurde als Holzsystembau aus regionaler Fichte ausgeführt. Sein Sockel besteht aus Recyclingbeton. Für die Fassade wurden rund 350 Quadratmeter Trapezbleche wiederverwendet, die zuvor an der ehemaligen Schule Wallrüti eingesetzt worden waren.[5]
Die Wiederverwendung von Bauteilen sollte den Ressourcenverbrauch verringern und die Grundsätze der Kreislaufwirtschaft sichtbar machen. Das Gebäude erhielt ausserdem eine Photovoltaikanlage und eine energieeffizientere Haustechnik.
Ein neuer Ausstellungsraum mit Oberlichtern erweitert die Möglichkeiten für grossformatige und installative Arbeiten. Nach dem Umbau können erstmals zwei Ausstellungen parallel präsentiert werden.
Das neue doppelgeschossige Foyer verbindet den Altbau und die Erweiterung. Es umfasst den Empfang, die Kasse, den Museumsshop und Aufenthaltsbereiche. Ein Spiegeldach und eine LED-Leuchtschrift markieren den Eingang im Stadtraum.
Wiedereröffnung
Das gesamterneuerte Fotomuseum Winterthur wurde am 17. Mai 2025 wiedereröffnet. Die erste Ausstellung nach dem Umbau trug den Titel The Lure of the Image – Wie Bilder im Netz verlocken.[6]
Mit der Gesamterneuerung wurden die Ausstellungsflächen erweitert, die betrieblichen Abläufe verbessert und neue Räume für Workshops und Veranstaltungen geschaffen. Der gemeinsame Aussenraum stärkte zugleich die räumliche Verbindung zur Fotostiftung Schweiz.
Gebäude
Das Hauptgebäude an der Grüzenstrasse 44 entstand 1877 als Fabrikbau. Seine Backsteinarchitektur erinnert an die industrielle Geschichte Winterthurs.
Die Umwandlung einer ehemaligen Produktionsstätte in ein Museum steht beispielhaft für den Strukturwandel der Stadt. Seit dem späten 20. Jahrhundert wurden zahlreiche frühere Industriegebäude in Winterthur für Kultur, Bildung, Dienstleistungen und Wohnen umgenutzt.
Das Fotomuseum bewahrte wesentliche Teile des historischen Baukörpers, passte ihn jedoch schrittweise an museale Anforderungen an. Die Gesamterneuerung von 2023 bis 2025 verband das industrielle Bestandsgebäude mit einem modernen Erweiterungsbau.
Die Räume an der Grüzenstrasse 45 werden hauptsächlich von der Fotostiftung Schweiz genutzt. Zusammen bilden die Gebäude einen kulturellen Schwerpunkt ausserhalb der Winterthurer Altstadt.
Aufgaben und Ausrichtung
Ausstellungen
Das Fotomuseum Winterthur veranstaltet jährlich drei bis fünf Ausstellungen. Dazu gehören monografische Präsentationen, thematische Gruppenausstellungen und experimentelle Projekte.
Gezeigt werden Werke aufstrebender und etablierter internationaler Fotografen und Kunstschaffender. Das Museum behandelt sowohl künstlerische Fotografie als auch Bilder aus Journalismus, Wissenschaft, Werbung, sozialen Medien und Alltagskultur.
Die Ausstellungen werden durch Führungen, Gespräche, Vorträge, Performances, Filmvorführungen und Workshops ergänzt. Viele Projekte entstehen in Zusammenarbeit mit Künstlern, Forschern, Bildungseinrichtungen und internationalen Museen.
Gegenwärtige Bildkulturen
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Gegenwart. Das Museum untersucht, wie Fotografie gesellschaftliche, politische, wirtschaftliche und kulturelle Prozesse beeinflusst.
Digitale Netzwerke haben die Herstellung und Verbreitung fotografischer Bilder grundlegend verändert. Bilder entstehen heute unter anderem durch Mobiltelefone, Überwachungskameras, Satelliten, Drohnen und automatisierte Systeme.
Das Museum beschäftigt sich deshalb auch mit Instagram-Filtern, Screenshots, Memes, Datenbanken, algorithmischer Bildauswahl und künstlich erzeugten Bildern. Dabei werden Fragen nach Wahrheit, Manipulation, Urheberschaft, Datenschutz, Macht und gesellschaftlicher Teilhabe behandelt.[7]
Forschung und Diskurs
Die Museumsarbeit ist recherchebasiert und interdisziplinär ausgerichtet. Fotografische Werke werden nicht nur formal oder kunsthistorisch betrachtet, sondern in ihre gesellschaftlichen und technischen Zusammenhänge eingeordnet.
Projekte verbinden unter anderem Ansätze aus Kunstgeschichte, Medienwissenschaft, Soziologie, Informatik und politischer Theorie. Das Museum veröffentlicht Texte und multimediale Beiträge und beteiligt sich an internationalen Diskussions- und Forschungsnetzwerken.
Das experimentelle Format [permanent beta] untersucht algorithmische und vernetzte Bildkulturen an der Schnittstelle von Forschung, künstlerischer Praxis und Vermittlung.
Sammlung
Die Sammlung des Fotomuseum Winterthur umfasst rund 9'000 fotografische Objekte. Dazu gehören Abzüge, Prints, Dokumente, Videos, Filme und installative Arbeiten.[8]
Der zeitliche Schwerpunkt reicht von den 1960er-Jahren bis zur unmittelbaren Gegenwart. Die Bestände spiegeln sowohl die Entwicklung der künstlerischen Fotografie als auch die Ausstellungsgeschichte des Museums wider.
Die Sammlung wird nicht als Dauerausstellung präsentiert. Einzelne Werke und Werkgruppen werden stattdessen in wechselnden Sammlungspräsentationen gezeigt und mit aktuellen Themen verbunden.
Zu den in der Sammlung vertretenen Positionen gehören international bekannte Fotografen und Künstler ebenso wie jüngere oder bislang weniger beachtete Stimmen. Ankäufe erfolgen häufig im Zusammenhang mit Ausstellungen und Projekten des Museums.
Die Sammlungspolitik wird regelmässig hinsichtlich Fragen der Repräsentation, Diversität und institutionellen Auswahlmacht überprüft. Das Museum untersucht, welche Personen und Perspektiven in fotografischen Sammlungen sichtbar werden und welche über lange Zeit ausgeschlossen blieben.
Vermittlung
Die Vermittlung von Bild- und Medienkompetenz gehört zu den zentralen Aufgaben des Fotomuseum Winterthur. Das Angebot richtet sich an Schulen, Familien, Erwachsene und Gruppen.
In Ausstellungsführungen und Workshops setzen sich die Teilnehmenden mit fotografischen Werken und aktuellen Bildphänomenen auseinander. Schulangebote behandeln beispielsweise Fake News, Selbstdarstellung im Internet, Bildmanipulation und den Umgang mit sozialen Medien.
Im analogen Fotolabor werden historische Techniken vermittelt. Dazu gehören Fotogramme, lichtempfindliche Materialien und die Funktionsweise einer Camera obscura.
Durch die 2025 eröffneten Vermittlungsräume können Workshops unmittelbar neben den Ausstellungsbereichen stattfinden. Die Räume sind flexibel nutzbar und barrierefrei zugänglich.[9]
Fotobibliothek
Das Fotomuseum Winterthur und die Fotostiftung Schweiz führen gemeinsam eine öffentliche Fachbibliothek. Die Fotobibliothek umfasst Publikationen zur Geschichte, Theorie und Praxis der Fotografie.
Zum Bestand gehören Monografien, Ausstellungskataloge, Fotobücher, Zeitschriften und Nachschlagewerke. Die Bibliothek dient Forschern, Studierenden, Fotografen, Kuratoren und interessierten Besuchern.
Die gemeinsame Bibliothek ergänzt die Sammlungs- und Forschungstätigkeit beider Institutionen und zählt zu den bedeutenden fotografischen Fachbibliotheken der Schweiz.
Organisation und Finanzierung
Das Museum wird von der gemeinnützigen Stiftung Fotomuseum Winterthur getragen. Die Stiftung verfolgt keinen Erwerbszweck und ist für die Präsentation, Sammlung und Vermittlung von Fotografie verantwortlich.
Ein Verein unterstützt die Institution durch Mitgliedschaften, Beiträge und die Förderung des Museumsprogramms. Weitere Mittel stammen von der Stadt Winterthur, dem Kanton Zürich, öffentlichen Kulturförderstellen, Stiftungen, Unternehmen, privaten Förderern und eigenen Einnahmen.
Die strategische Aufsicht liegt beim Stiftungsrat. Die operative Leitung wird durch die Direktion und ein interdisziplinäres Team wahrgenommen.
Bedeutung
Das Fotomuseum Winterthur gehört zu den bedeutenden europäischen Institutionen für zeitgenössische Fotografie. Es erlangte internationale Bekanntheit durch seine Ausstellungen, Publikationen und die frühe Auseinandersetzung mit digitalen Bildwelten.
Das Museum trug dazu bei, Fotografie in der Schweiz als eigenständigen musealen und wissenschaftlichen Gegenstand zu etablieren. Seine Gründung ergänzte die bereits bestehende Winterthurer Museumslandschaft, die vor allem durch Kunstsammlungen, Technik-, Natur- und historische Museen geprägt war.
Gemeinsam mit der Fotostiftung Schweiz stärkt es die Rolle Winterthurs als Kultur- und Museumsstadt. Das Fotozentrum zieht Besucher, Künstler und Fachleute aus der Schweiz und dem Ausland an.
Verkehrsanbindung
Das Museum liegt an der Grüzenstrasse südöstlich der Winterthurer Altstadt. Vom Bahnhof Winterthur ist es mit der Buslinie 2 in Richtung Seen erreichbar. Die nächstgelegene Haltestelle trägt den Namen «Fotozentrum».
Zu Fuss liegt das Museum rund 15 bis 20 Minuten vom Bahnhof und von der Altstadt entfernt. In der Umgebung befinden sich weitere kulturelle Einrichtungen und ehemalige Industriegebäude.
Literatur
- Thomas Seelig und Urs Stahel (Hrsg.): The Ecstasy of Things. From the Functional Object to the Fetish in 20th Century Photographs. Steidl, Göttingen 2004, ISBN 3-88243-954-8.
- Urs Stahel (Hrsg.): Im Rausch der Dinge. Vom funktionalen Objekt zum Fetisch in Fotografien des 20. Jahrhunderts. Steidl, Göttingen 2004.
- Fotomuseum Winterthur: 25 Jahre! Gemeinsam Geschichte(n) schreiben. Fotomuseum Winterthur, Winterthur 2018.
- Fotomuseum Winterthur: Jahresberichte. Winterthur, seit 1993.
- Urs Stahel und Nadine Wietlisbach: Über die Anfänge des Fotomuseum Winterthur. Gespräch, Fotomuseum Winterthur, Winterthur 2021.
Siehe auch
- Fotostiftung Schweiz
- Liste der Museen in Winterthur
- Kultur in Winterthur
- Geschichte der Fotografie
- Fotografie in der Schweiz
- Musée de l’Elysée
Weblinks
- www.fotomuseum.ch – offizielle Website des Fotomuseum Winterthur
- Sammlung des Fotomuseum Winterthur
- Informationen zur Gesamterneuerung
- www.fotostiftung.ch – Fotostiftung Schweiz
- www.fotobibliothek.ch – gemeinsame Fotobibliothek des Fotozentrums
Einzelnachweise
- ↑ Über uns, Fotomuseum Winterthur, abgerufen am 26. Juli 2026.
- ↑ 2,0 2,1 Im Wandel der Zeit, Fotomuseum Winterthur, abgerufen am 26. Juli 2026.
- ↑ Sammlung, Fotomuseum Winterthur, abgerufen am 26. Juli 2026.
- ↑ Fotozentrum, Fotomuseum Winterthur, abgerufen am 26. Juli 2026.
- ↑ 5,0 5,1 Das neue Fotomuseum Winterthur, Fotomuseum Winterthur, abgerufen am 26. Juli 2026.
- ↑ Stand Mai 2025, Fotomuseum Winterthur, abgerufen am 26. Juli 2026.
- ↑ Fokus Gegenwart, Fotomuseum Winterthur, abgerufen am 26. Juli 2026.
- ↑ Sammlung, Fotomuseum Winterthur, abgerufen am 26. Juli 2026.
- ↑ Neue Räume – neue Möglichkeiten, Fotomuseum Winterthur, abgerufen am 26. Juli 2026.
Wikimedia Commons: Medien zu Fotomuseum Winterthur