Altstadt von Bern
| Altstadt von Bern | |
|---|---|
| Ort | Bern |
| Kanton | Bern |
| Lage | Auf einer von der Aare umflossenen Halbinsel |
| Gründung der Stadt | 1191 |
| UNESCO-Welterbe | seit 1983 |
| UNESCO-Kriterium | Kulturkriterium (iii) |
| UNESCO-Fläche | 91,86 ha |
| UNESCO-Dossier | 267 |
| Charakteristische Elemente | Mittelalterlicher Stadtgrundriss, Lauben, Sandsteinfassaden, Figurenbrunnen, Gewölbekeller und Ziegeldächer |
| Bedeutende Bauwerke | Berner Münster, Zytglogge, Käfigturm, Rathaus, Bundeshaus und Nydeggkirche |
| Stadtteil | Innere Stadt |
Die Altstadt von Bern bildet den historischen Kern der schweizerischen Bundesstadt Bern. Sie liegt auf einer schmalen, von der Aare auf drei Seiten umflossenen Halbinsel. Ihr weitgehend erhaltener mittelalterlicher Grundriss, die über Jahrhunderte erneuerte Bausubstanz, die Sandsteinfassaden, die charakteristischen Lauben und die Figurenbrunnen machen sie zu einem der bedeutendsten historischen Stadtbilder Europas.
Seit 1983 gehört die Berner Altstadt zum UNESCO-Welterbe. Die Welterbestätte umfasst eine Fläche von 91,86 Hektaren und wurde nach dem Kulturkriterium (iii) aufgenommen. Die UNESCO würdigt Bern als aussergewöhnliches Beispiel einer Stadt, die ihren mittelalterlichen Aufbau bewahren konnte und sich gleichzeitig an die wachsenden Funktionen einer modernen Hauptstadt angepasst hat.[1]
Die Altstadt ist kein Freilichtmuseum, sondern ein bewohntes, politisches, wirtschaftliches und kulturelles Zentrum. In ihren Gebäuden befinden sich Wohnungen, Geschäfte, Restaurants, Werkstätten, Verwaltungen, Kirchen, Museen sowie die wichtigsten Institutionen von Stadt, Kanton und Bund. Diese Verbindung von historischer Bausubstanz und gegenwärtigem Stadtleben gehört zu ihren besonderen Merkmalen.
Begriff und Abgrenzung
Der Begriff Berner Altstadt wird in mehreren Bedeutungen verwendet. Im allgemeinen Sprachgebrauch bezeichnet er das historische Stadtgebiet auf der Aarehalbinsel und den westlich anschliessenden Bereich bis zum Bahnhof.
Die städtische Denkmalpflege unterscheidet zwischen der Unteren Altstadt und der Oberen Altstadt.
Die Untere Altstadt reicht von der Nydeggbrücke bis zum Zytglogge und schliesst das Wohngebiet Matte ein. Sie ist als zusammenhängendes Ensemble geschützt.
Die Obere Altstadt erstreckt sich vom Zytglogge bis zur Linie Bollwerk–Hirschengraben. Sie umfasst unter anderem Marktgasse, Spitalgasse, Bundesplatz, Bundeshaus, Bahnhofplatz und angrenzende Bereiche.[2]
Zum UNESCO-Perimeter gehören die historischen Entwicklungsstufen der Stadt vom 12. bis zum 14. Jahrhundert sowie bedeutende Erweiterungen und Monumentalbauten des 19. Jahrhunderts. Auch die Einbettung in das grüne Aaretal ist für die Wirkung der Welterbestätte von grosser Bedeutung.
Lage und Topografie
Die Altstadt befindet sich auf einem langgestreckten Geländerücken, der von einer engen Schleife der Aare umgeben ist. Die steilen Aarehänge boten der mittelalterlichen Stadt auf drei Seiten einen natürlichen Schutz.
Der Stadtkörper verläuft hauptsächlich von Osten nach Westen. Im Osten liegt die Nydegg mit dem Übergang zur Aare, im Westen öffnet sich die Altstadt zum Bahnhof und zu den später entstandenen Stadtquartieren.
Die Hauptgassen folgen dem flachen Rücken der Halbinsel. Neben ihnen fällt das Gelände steil zur Aare ab. Treppen, schmale Gässchen und gedeckte Durchgänge verbinden die oberen Gassen mit den tiefer gelegenen Uferbereichen.
Besonders ausgeprägt ist der Höhenunterschied zwischen der Kram- und Gerechtigkeitsgasse und dem Mattequartier. Die Matte liegt unmittelbar an der Aare und war historisch ein Wohn- und Gewerbegebiet von Fischern, Schiffern, Handwerkern und Arbeitern.
Die topografische Trennung zwischen dem dicht bebauten Stadtkörper und den bewaldeten beziehungsweise begrünten Aarehängen ist ein zentrales Merkmal des Berner Stadtbilds. Von Aussichtspunkten wie der Münsterplattform, dem Rosengarten und der Kleinen Schanze lässt sich diese besondere Lage deutlich erkennen.
Stadtgrundriss
Der mittelalterliche Grundriss ist bis heute gut ablesbar. Breite, leicht geschwungene Hauptgassen ziehen sich in Ost-West-Richtung durch die Altstadt. Dazwischen liegen schmalere Gassen, Querverbindungen, Höfe und Hinterhäuser.
Typisch sind die langen und schmalen Grundstücke, die als Riemenparzellen bezeichnet werden. Die Häuser stehen mit ihrer schmalen Vorderseite zur Gasse und erstrecken sich tief in die Häuserblöcke hinein.
Der historische Aufbau umfasst:
- breite Hauptgassen, die ursprünglich auch als Marktplätze dienten;
- schmale und tiefe Grundstücke;
- geschlossene Häuserzeilen;
- rückwärtige Höfe und Hinterhäuser;
- Laubengänge vor den Erdgeschossen;
- Gewölbekeller unter den Häusern und Gassen;
- Ehgräben zwischen den rückwärtigen Grundstücksteilen;
- den Stadtbach als Teil der historischen Wasserversorgung.
Der Grundplan wurde bei späteren Umbauten weitgehend respektiert. Häuser wurden erhöht, vertieft, zusammengelegt und mit neuen Fassaden versehen, ohne dass die mittelalterliche Parzellen- und Gassenstruktur grundlegend verloren ging.
Geschichte
Stadtgründung
Nach späterer chronikalischer Überlieferung wurde Bern 1191 von Herzog Berchtold V. von Zähringen gegründet. Archäologische und schriftliche Quellen bestätigen eine Stadtgründung gegen Ende des 12. Jahrhunderts, auch wenn einzelne Umstände nicht vollständig geklärt sind.
Die Zähringer legten Bern als planmässige Stadt auf dem geschützten Geländerücken über der Aare an. Am östlichen Ende befand sich die Burg Nydegg, während eine Befestigung im Westen die neue Siedlung abschloss.
Die erste Stadt erstreckte sich ungefähr von der Nydegg bis zum heutigen Zytglogge. Ihre breite Hauptachse entsprach weitgehend der heutigen Gerechtigkeits- und Kramgasse.
Der Name Bern wurde 1208 erstmals urkundlich erwähnt. Die traditionelle Erklärung verbindet ihn mit dem Bären, der zum Wappentier der Stadt wurde. Die tatsächliche Herkunft des Namens ist nicht abschliessend geklärt.
Mittelalterliche Stadterweiterungen
Das Stadtgebiet wurde zwischen dem 13. und 14. Jahrhundert mehrfach nach Westen erweitert.
| Zeitraum | Stadtgebiet | Ungefähre westliche Begrenzung |
|---|---|---|
| Um 1200 | Gründungsstadt | Zytglogge |
| Nach 1255 | Innere Neuenstadt | Käfigturm |
| 1268–1273 | Nydeggstalden und Mattenenge | Erweiterung im Osten und an der Aare |
| Ab 1344 | Äussere Neuenstadt | ehemaliger Christoffelturm |
| Um 1360 | Matte | Bebauung des tiefer gelegenen Aareufers |
Die ehemaligen westlichen Stadttore blieben nach den Erweiterungen als Türme erhalten. Der Zytglogge und der Käfigturm verloren ihre ursprüngliche Funktion als äussere Stadttore und wurden zu Wach-, Gefängnis-, Uhr- und Repräsentationsbauten.
Bern trat 1353 dem Bündnissystem der Eidgenossenschaft bei. Durch Bündnisse, Käufe und Eroberungen entwickelte sich die Stadt im Spätmittelalter und in der frühen Neuzeit zum Mittelpunkt eines grossen Herrschaftsgebiets.
Stadtbrand von 1405
Am 14. Mai 1405 brach in Bern ein verheerender Brand aus. Starker Wind trieb die Flammen durch die überwiegend aus Holz gebaute Stadt.
Nach zeitgenössischen Chroniken wurden rund 600 Häuser zerstört. Mehr als hundert Menschen sollen ums Leben gekommen sein. Grosse Teile der Altstadt waren anschliessend unbewohnbar.[3]
Der Rat nutzte den Wiederaufbau, um strengere Bauvorschriften einzuführen. Gassen- und Platzfassaden mussten zunehmend aus Stein errichtet werden. Holzbauten wurden zurückgedrängt, Dächer mit Ziegeln gedeckt und Brandmauern vorgeschrieben.
Der Berner Sandstein entwickelte sich zum bestimmenden Baumaterial. Die einheitliche grau-grüne bis ockerfarbene Wirkung der Sandsteinfassaden prägt die Altstadt bis heute.
Nach dem Brand wurden die Häuser teilweise in den früheren Strassenraum erweitert. Vor den Erdgeschossen entstanden die für Bern typischen Lauben.
Spätmittelalterliche Blüte
Im 15. Jahrhundert entwickelte sich Bern zu einer politisch und wirtschaftlich bedeutenden Stadt.
1406 beschloss der Rat den Bau eines neuen Rathauses. Das heutige Rathaus entstand zwischen 1406 und 1415.
1421 begann der Bau des Berner Münsters. Die neue Kirche sollte den wachsenden politischen und religiösen Anspruch der Stadt sichtbar machen.
Im öffentlichen Raum entstanden neue Brunnenanlagen, Märkte und Repräsentationsbauten. Zünfte und Gesellschaften errichteten eigene Häuser.
Die Eroberung des Aargaus 1415, die Burgunderkriege und die wachsende territoriale Herrschaft stärkten Berns Stellung innerhalb der Eidgenossenschaft.
Reformation
1528 führte Bern die Reformation ein. Die Messe wurde abgeschafft, Klöster wurden aufgehoben und kirchlicher Besitz ging teilweise an den Staat über.
Die Münsterkirche wurde zum Mittelpunkt der reformierten Kirche. Zahlreiche religiöse Kunstwerke verschwanden aus Kirchen und Kapellen.
Die Reformation veränderte auch die Nutzung vieler Gebäude. Ehemalige Klöster und kirchliche Einrichtungen dienten fortan als Schulen, Spitäler, Lager- oder Verwaltungsgebäude.
Figurenbrunnen des 16. Jahrhunderts
Im 16. Jahrhundert erhielt Bern einen grossen Teil seiner bekannten Figurenbrunnen.
Die Brunnen dienten ursprünglich der Wasserversorgung, dem Brandschutz und der Viehtränke. Zugleich wurden sie zu repräsentativen Kunstwerken im öffentlichen Raum.
Ihre farbig gefassten Figuren zeigen biblische Gestalten, Gerechtigkeitssymbole, historische Persönlichkeiten, Tiere und bewaffnete Stadtvertreter.
Zu den bekanntesten gehören:
- Gerechtigkeitsbrunnen;
- Zähringerbrunnen;
- Simsonbrunnen;
- Mosesbrunnen;
- Schützenbrunnen;
- Läuferbrunnen;
- Kindlifresserbrunnen;
- Vennerbrunnen;
- Pfeiferbrunnen;
- Anna-Seiler-Brunnen.
Mehrere Figuren werden dem Freiburger Bildhauer Hans Gieng zugeschrieben. Die erhaltenen Brunnen bilden eine der bedeutendsten Gruppen frühneuzeitlicher Figurenbrunnen in der Schweiz.
Patrizische Stadt des 17. und 18. Jahrhunderts
Im 17. Jahrhundert konzentrierte sich die politische Macht zunehmend auf einen begrenzten Kreis regierender Familien. Aus diesem Kreis entwickelte sich das bernische Patriziat.
Wohlhabende Familien bauten ältere Bürgerhäuser zu repräsentativen Stadtpalais um. Fassaden wurden vereinheitlicht, Fenster vergrössert und Innenräume mit Treppenhäusern, Stuck, Täfer und Wandmalereien ausgestattet.
Das 18. Jahrhundert prägt das heutige Erscheinungsbild der Altstadt besonders stark. Hinter vielen spätbarocken Fassaden blieben jedoch mittelalterliche Mauern, Keller, Dachwerke und Raumstrukturen erhalten.
Zu den bedeutenden patrizischen Bauten gehören der Erlacherhof, der Béatrice-von-Wattenwyl-Haus und mehrere Häuser an der Junkerngasse, Herrengasse und Münstergasse.
Französische Besetzung und Helvetik
1798 besetzten französische Truppen Bern. Die Herrschaft des alten Stadtstaats endete, und die unterworfenen Gebiete wurden politisch selbstständig oder anderen Kantonen zugeteilt.
Während der Helvetischen Republik war Bern zeitweise Hauptstadt des zentralistischen Staates. Die traditionelle Verbindung zwischen Stadt, Burgergemeinde und kantonaler Herrschaft wurde schrittweise neu geordnet.
Nach 1803 entstanden Stadt und Kanton Bern als getrennte Gemeinwesen.
Bern als Bundesstadt
1848 wählte die Bundesversammlung Bern zum Sitz der Bundesbehörden. Die Stadt erhielt damit die Funktion der Bundesstadt.
Der westliche Teil der Altstadt wurde im 19. Jahrhundert stark verändert. Neue Brücken, Verwaltungsgebäude, Museen, Hotels und Verkehrsanlagen entstanden.
Das Bundeshaus wurde in mehreren Etappen errichtet. Das zentrale Parlamentsgebäude mit der Kuppel wurde 1902 eröffnet. Zusammen mit den älteren West- und Ostflügeln bildet es die monumentale südliche Begrenzung des Bundesplatzes.
Weitere Bauwerke des 19. Jahrhunderts waren:
- das Kunstmuseum;
- das Casino;
- die Kirchenfeldbrücke;
- die Kornhausbrücke;
- die Nydeggbrücke;
- neue Verwaltungs- und Bankgebäude;
- Aussichtsterrassen und Parkanlagen.
Der ehemalige Christoffelturm am westlichen Stadtrand wurde 1865 abgebrochen. Auf seinem Gebiet entstanden Bahnhofplatz, Verkehrsflächen und moderne Geschäftsbauten.
20. und 21. Jahrhundert
Im frühen 20. Jahrhundert verstärkte sich der Schutz der Altstadt. Seit 1908 bestehen besondere gesetzliche Bestimmungen zur Erhaltung des historischen Stadtbilds.[1]
Sanierungen konzentrierten sich zunächst vor allem auf Fassaden und Dächer. Später gewannen auch historische Innenräume, Keller, Hofstrukturen und technische Anlagen an Bedeutung.
1983 nahm die UNESCO die Berner Altstadt in die Welterbeliste auf.
Im 21. Jahrhundert stehen die Erhaltung der historischen Bausubstanz, die Anpassung an heutige Wohn- und Arbeitsbedürfnisse, der Klimaschutz, die Verkehrsgestaltung und die Zugänglichkeit des öffentlichen Raums im Mittelpunkt.
UNESCO-Welterbe
Die Altstadt wurde 1983 nach dem UNESCO-Kulturkriterium (iii) in die Welterbeliste aufgenommen.
Nach Einschätzung der UNESCO bewahrte Bern seinen mittelalterlichen Stadtgrundriss, obwohl sich die Stadt über Jahrhunderte erneuerte und immer komplexere politische und wirtschaftliche Aufgaben übernahm.
Der aussergewöhnliche universelle Wert beruht insbesondere auf:
- dem klaren mittelalterlichen Gründungsplan;
- den sichtbar gebliebenen Stadterweiterungen;
- der regelmässigen Parzellenstruktur;
- den breiten Marktgassen;
- der historischen Wasserversorgung;
- den Laubengängen;
- den Sandsteinfassaden;
- den spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Türmen;
- den barocken Bürger- und Patrizierhäusern;
- den Monumentalbauten der Bundesstadt;
- der Einbettung in die Aareschleife und das grüne Aaretal.
Die UNESCO betont, dass die Altstadt ihre historische Struktur bewahren konnte, ohne ihre Funktion als lebendiges Stadtzentrum zu verlieren.[1]
Denkmalpflege und Schutz
Die Untere Altstadt steht als Ganzes unter Schutz. In der Oberen Altstadt bestehen detaillierte Vorschriften für Gebäude, Dächer, Fassaden, Reklamen und Veränderungen des öffentlichen Raums.
Die Denkmalpflege der Stadt Bern führt mehrere Inventare. Dazu gehören:
- Bauinventar der Unteren und Oberen Altstadt;
- Dächerinventar;
- Kellerplan;
- Brunneninventar;
- Fassadendokumentation;
- Inventar historischer Gärten;
- Inventar bedeutender Innenausstattungen.
Bei Bau- und Sanierungsprojekten werden historische Substanz, heutige Nutzung, Brandschutz, Energieeffizienz, Barrierefreiheit und technische Anforderungen gegeneinander abgewogen.
Ein UNESCO-Managementplan bündelt die Grundlagen, Zuständigkeiten und Entwicklungsziele für die Welterbestätte. Er soll Schutz, Nutzung und Weiterentwicklung langfristig koordinieren.[4]
Lauben
Die Berner Lauben sind gedeckte Arkadengänge entlang zahlreicher Altstadtgassen. Zusammen besitzen sie eine Länge von annähernd sechs Kilometern und bilden eine der längsten gedeckten Einkaufs- und Fussgängeranlagen Europas.
Die Lauben entstanden in ihrer charakteristischen Form hauptsächlich nach dem Stadtbrand von 1405. Die Vorderseiten der Häuser wurden in den ehemaligen Gassenraum erweitert. Das Obergeschoss steht auf steinernen Bögen oder Pfeilern, während im Erdgeschoss ein gedeckter Durchgang erhalten bleibt.
Die Lauben schützen vor Regen, Schnee und starker Sonneneinstrahlung. Sie dienen zugleich als:
- Fussweg;
- Zugang zu Häusern und Geschäften;
- Verkaufs- und Aufenthaltsraum;
- Verbindung zwischen öffentlichen und privaten Gebäudeteilen;
- charakteristisches Gestaltungselement der Gassen.
Die Höhen und Breiten der Lauben unterscheiden sich von Haus zu Haus. Stufen, Rampen und wechselnde Bodenbeläge zeigen die historischen Grundstücksgrenzen.
Gewölbekeller
Unter zahlreichen Altstadthäusern befinden sich mittelalterliche und frühneuzeitliche Gewölbekeller.
Viele Keller reichen unter die Lauben oder teilweise unter den öffentlichen Gassenraum. Sie dienten der Lagerung von Wein, Lebensmitteln, Handelswaren und Brennstoffen.
Heute werden zahlreiche Keller als:
- Geschäfte;
- Restaurants;
- Bars;
- Theater;
- Galerien;
- Veranstaltungsräume;
- Lager
genutzt.
Die Kellereingänge sind häufig direkt von den Lauben oder Gassen aus zugänglich. Ihre halb unter dem Strassenniveau liegenden Türen und Treppen gehören zum charakteristischen Erscheinungsbild der Altstadt.
Wasserversorgung
Die mittelalterliche Wasserversorgung war für Berns Stadtplanung von besonderer Bedeutung.
Der Stadtbach führte Wasser durch die Hauptgassen. Er diente der Reinigung, der Brandbekämpfung und verschiedenen Gewerben. Heute verläuft er grösstenteils unterirdisch, ist jedoch an einzelnen Stellen sichtbar.
Öffentliche Brunnen versorgten die Bevölkerung mit Trink- und Brauchwasser. Vor der Einführung moderner Hausanschlüsse gehörten sie zu den wichtigsten Einrichtungen des täglichen Lebens.
Zwischen den rückwärtigen Häuserzeilen lagen sogenannte Ehgräben. Sie dienten der Ableitung von Abwasser und Abfällen. Später wurden sie überbaut oder in moderne Entwässerungssysteme integriert.
Die Verbindung von Stadtbach, Brunnen, Ehgräben und natürlichem Gefälle galt für eine mittelalterliche Stadt als fortschrittlich.
Gassen und Plätze
Kramgasse und Gerechtigkeitsgasse
Kramgasse und Gerechtigkeitsgasse bilden die Hauptachse der Gründungsstadt.
Die breiten Gassen dienten ursprünglich als Markt- und Verkehrsraum. Heute werden sie von Sandsteinhäusern, Lauben und Figurenbrunnen geprägt.
In der Kramgasse befindet sich das Einsteinhaus. Albert Einstein lebte dort von 1903 bis 1905 und arbeitete während dieser Zeit an mehreren grundlegenden physikalischen Veröffentlichungen.
Marktgasse und Spitalgasse
Marktgasse und Spitalgasse bilden die westliche Fortsetzung der historischen Hauptachse.
Die Marktgasse liegt zwischen Zytglogge und Käfigturm. Sie besitzt mehrere Figurenbrunnen und gehört zu den wichtigsten Einkaufsstrassen der Stadt.
Die Spitalgasse führt vom Käfigturm zum Bahnhofplatz. Ihre heutige Bebauung stammt überwiegend aus dem 18., 19. und 20. Jahrhundert.
Junkerngasse und Herrengasse
Junkerngasse und Herrengasse verlaufen auf der südlichen Seite der unteren Altstadt.
Sie werden von ehemaligen Patrizierhäusern, Terrassengärten und repräsentativen Fassaden geprägt. Mehrere Gebäude besitzen bedeutende historische Innenräume.
Von den rückwärtigen Gärten und Terrassen fällt das Gelände steil zur Aare ab.
Münstergasse
Die Münstergasse verläuft nördlich des Münsters und verbindet den Bereich des Zytglogge mit der unteren Altstadt.
Sie war ein wichtiger Markt- und Gewerberaum. Heute finden dort unter anderem Wochenmärkte statt.
Rathausplatz
Der Rathausplatz liegt vor dem spätmittelalterlichen Rathaus und der Kirche St. Peter und Paul.
Er ist politischer und historischer Mittelpunkt des Kantons Bern. Während der Sessionen des Grossen Rats herrscht auf dem Platz reger Betrieb.
Münsterplatz und Münsterplattform
Der Münsterplatz wird vom Berner Münster und den umliegenden historischen Gebäuden geprägt.
Südlich des Münsters liegt die Münsterplattform. Die Terrasse entstand auf einer mittelalterlichen Befestigungsanlage und bietet einen weiten Blick über die Aare, das Kirchenfeld und bei guter Sicht zu den Berner Alpen.
= Bundesplatz
Der Bundesplatz liegt vor dem Bundeshaus.
Er wurde zu Beginn des 21. Jahrhunderts neugestaltet. Ein Wasserspiel mit 26 Fontänen symbolisiert die Kantone der Schweiz.
Auf dem Platz finden Märkte, politische Kundgebungen, Empfänge und öffentliche Veranstaltungen statt.
= Kornhausplatz
Der Kornhausplatz liegt nördlich des Zytglogge.
Er wird vom Kornhaus, der Französischen Kirche, dem Stadttheater und dem Kindlifresserbrunnen geprägt. Der Platz ist ein wichtiger Treffpunkt und Verkehrsknoten.
Bedeutende Bauwerke
= Zytglogge
Der Zytglogge ist eines der bekanntesten Wahrzeichen Berns.
Der Turm entstand im frühen 13. Jahrhundert als westliches Stadttor. Nach Stadterweiterungen diente er als Gefängnis, Wach- und Uhrturm.
Die astronomische Uhr und das mechanische Figurenspiel stammen im Wesentlichen aus dem 16. Jahrhundert. Wenige Minuten vor jeder vollen Stunde bewegen sich Hahn, Bären, Narr und weitere Figuren.
Der Turm trennt die Untere von der Oberen Altstadt.
= Käfigturm
Der Käfigturm steht am westlichen Ende der Marktgasse.
Ein erster Turm entstand im 13. Jahrhundert als Stadttor. Der heutige Bau wurde im 17. Jahrhundert errichtet.
Er diente über längere Zeit als Gefängnis. Heute wird er für politische Ausstellungen, Veranstaltungen und öffentliche Diskussionen genutzt.
= Berner Münster
Das Berner Münster ist die grösste spätmittelalterliche Kirche der Schweiz.
Der Bau begann 1421. Mehrere Generationen von Baumeistern, Steinmetzen und Künstlern arbeiteten an der Kirche. Der Turm wurde erst 1893 vollendet und erreicht eine Höhe von rund 100 Metern.
Besonders bedeutend sind:
- das reich gestaltete Hauptportal mit der Darstellung des Jüngsten Gerichts;
- die spätgotischen Glasfenster des Chors;
- das Chorgewölbe;
- das geschnitzte Chorgestühl;
- die Münsterorgel;
- die Aussicht vom Turm.
Seit der Reformation dient das Münster der evangelisch-reformierten Kirchgemeinde.
= Rathaus
Das Berner Rathaus wurde zwischen 1406 und 1415 errichtet.
Es ist Sitz des Grossen Rats und des Regierungsrats des Kantons Bern. Auch das Stadtparlament tagte historisch in dem Gebäude.
Die offene Freitreppe, die Arkadenhalle und die spätgotische Fassade prägen den Rathausplatz.
= Nydeggkirche
Die Nydeggkirche steht am östlichen Ende der Altstadt auf dem Gebiet der ehemaligen Burg Nydegg.
Sie entstand im 14. und 15. Jahrhundert. Nach der Reformation wurde sie zeitweise anders genutzt und später wieder als Kirche eingerichtet.
In ihrer Nähe befinden sich der Nydeggstalden, die Untertorbrücke und der Zugang zum Bärenpark.
= Bundeshaus
Das Bundeshaus ist Sitz der Schweizerischen Bundesversammlung und des Bundesrats.
Die Anlage besteht aus dem Bundeshaus West, dem Bundeshaus Ost und dem zentralen Parlamentsgebäude. Die Gebäude entstanden zwischen der Mitte des 19. und dem Beginn des 20. Jahrhunderts.
Das Parlamentsgebäude mit seiner Kuppel wurde 1902 eröffnet. Architektur und Ausstattung verbinden Motive aus den verschiedenen Landesteilen und sollten die Einheit des Bundesstaats darstellen.
= Kornhaus
Das Kornhaus wurde im frühen 18. Jahrhundert als Getreide- und Weinlager errichtet.
Der monumentale Sandsteinbau besitzt einen grossen gewölbten Keller. Heute beherbergt er unter anderem Gastronomie- und Kultureinrichtungen.
= Erlacherhof
Der Erlacherhof ist das bedeutendste spätbarocke Stadtpalais Berns.
Er wurde im 18. Jahrhundert für die Familie von Erlach errichtet. Heute dient er als Amtssitz des Stadtpräsidenten und als Sitz der Stadtkanzlei.
= Französische Kirche
Die Französische Kirche entstand ursprünglich als Klosterkirche des Dominikanerordens.
Nach der Reformation wurde sie von französischsprachigen reformierten Gemeinden genutzt. Sie gilt als eines der ältesten erhaltenen Kirchengebäude der Stadt.
= Heiliggeistkirche
Die Heiliggeistkirche steht am westlichen Zugang zur Altstadt nahe dem Bahnhof.
Der heutige barocke Bau wurde im frühen 18. Jahrhundert errichtet. Er bildet einen markanten Abschluss der Spitalgasse.
= Untertorbrücke
Die Untertorbrücke ist die älteste erhaltene Aarebrücke Berns.
Sie verbindet die Nydegg mit dem gegenüberliegenden Aareufer. Vor dem Bau der hohen Brücken im 19. Jahrhundert war sie der wichtigste östliche Zugang zur Stadt.
Historische Brunnen
Die Altstadt besitzt zahlreiche öffentliche Brunnen. Neben den berühmten Figurenbrunnen bestehen einfachere Laufbrunnen und neuere Anlagen.
| Brunnen | Standort | Darstellung |
|---|---|---|
| Gerechtigkeitsbrunnen | Gerechtigkeitsgasse | Justitia mit verbundenen Augen |
| Zähringerbrunnen | Kramgasse | Gepanzerter Bär mit Banner |
| Simsonbrunnen | Kramgasse | Simson bezwingt einen Löwen |
| Kindlifresserbrunnen | Kornhausplatz | Rätselhafte Gestalt mit Kindern |
| Schützenbrunnen | Marktgasse | Bewaffneter Schütze und Bär |
| Anna-Seiler-Brunnen | Marktgasse | Gründerin des Berner Inselspitals |
| Pfeiferbrunnen | Spitalgasse | Musiker mit Dudelsack |
| Mosesbrunnen | Münsterplatz | Moses mit den Gesetzestafeln |
| Vennerbrunnen | Rathausplatz | Bannerträger in Rüstung |
| Läuferbrunnen | Läuferplatz | Bote beziehungsweise Läufer |
Die Originalfiguren mehrerer Brunnen wurden aus konservatorischen Gründen durch Kopien ersetzt. Die Originale werden geschützt aufbewahrt oder museal präsentiert.
Das Wasser vieler öffentlicher Brunnen besitzt Trinkwasserqualität, sofern keine gegenteilige Kennzeichnung angebracht ist.
Mattequartier
Die Matte liegt am tiefsten Punkt der Altstadt unmittelbar an der Aare.
Das Quartier war historisch von Gewerben abhängig, die Wasser und Wasserkraft benötigten. Dazu gehörten Mühlen, Gerbereien, Färbereien, Schlachtereien und Badeanlagen.
Die Bevölkerung der Matte entwickelte eine eigene soziale und sprachliche Identität. Das sogenannte Matteänglisch war eine Geheimsprache, in der Wörter verändert oder durch besondere Ausdrücke ersetzt wurden.
Der Mattenlift verbindet das Quartier mit der Münsterplattform. Er wird im Volksmund als Senkeltram bezeichnet.
Die Aare blieb für das Quartier zugleich Lebensgrundlage und Gefahr. Hochwasser richteten wiederholt Schäden an Häusern und Gewerbeanlagen an.
Verkehr
Die Altstadt ist ein bedeutender Knoten des öffentlichen Verkehrs.
Tram- und Buslinien durchqueren die Obere Altstadt und verbinden den Bahnhof mit Zytglogge, Bundesplatz und den östlichen Stadtteilen.
Die Untere Altstadt ist stärker vom Fussverkehr geprägt. Der öffentliche Verkehr wird dort hauptsächlich durch Busse gewährleistet.
Der motorisierte Individualverkehr ist eingeschränkt. Zufahrten, Parkierung und Güterumschlag unterliegen besonderen Regeln.
Der Bahnhof Bern liegt unmittelbar westlich des UNESCO-Gebiets und ist einer der wichtigsten Eisenbahnknoten der Schweiz.
Für den Veloverkehr stellen Pflasterbeläge, Tramgleise, Steigungen und enge Gassen besondere Herausforderungen dar.
Wohnen, Gewerbe und Tourismus
Die Altstadt ist gleichzeitig Wohnquartier, Arbeitsplatzgebiet, Einkaufszentrum und Tourismusziel.
Unter den Lauben befinden sich:
- Fachgeschäfte;
- Warenhäuser;
- Buchhandlungen;
- Galerien;
- Cafés;
- Restaurants;
- Handwerksbetriebe;
- Dienstleistungsunternehmen.
In den oberen Stockwerken liegen Wohnungen, Büros, Praxen und Verwaltungsräume.
Die historische Bausubstanz begrenzt teilweise die Möglichkeiten für grosse Wohnungsgrundrisse, moderne Gebäudetechnik und barrierefreie Zugänge. Gleichzeitig machen zentrale Lage, besondere Architektur und kurze Wege die Altstadt zu einem gefragten Wohnort.
Der Tourismus konzentriert sich auf Zytglogge, Münster, Bundeshaus, Bärenpark, Figurenbrunnen und Lauben. Stadtführungen vermitteln Geschichte, Architektur und politische Bedeutung.
Kultur und Veranstaltungen
In der Altstadt befinden sich zahlreiche Kulturinstitutionen, Theater, Galerien, Bibliotheken und Veranstaltungsräume.
Zu den bekannten Veranstaltungen gehören:
- Zibelemärit;
- Berner Fasnacht;
- Wochenmärkte auf dem Bundesplatz und in der Münstergasse;
- Buskers Bern;
- Museumsnacht;
- Licht- und Tonvorführungen auf dem Bundesplatz;
- politische Kundgebungen und nationale Feiern.
Der Zibelemärit findet traditionell am vierten Montag im November statt. Produzentinnen und Produzenten verkaufen Zwiebelzöpfe, Gemüse, Keramik und weitere Waren. Das Fest zieht eine grosse Zahl von Besucherinnen und Besuchern an.
Brand- und Katastrophenschutz
Die geschlossene Bauweise und die historische Bausubstanz stellen besondere Anforderungen an den Brandschutz.
Viele Gebäude besitzen:
- alte Holzkonstruktionen;
- miteinander verbundene Dachräume;
- enge Treppenhäuser;
- schwer zugängliche Innenhöfe;
- wertvolle historische Innenausstattungen.
Brände können sich deshalb rasch auf benachbarte Häuser ausbreiten. Moderne Brandmeldeanlagen, Löschkonzepte, bauliche Trennungen und Notfallplanungen sollen das Risiko vermindern.
Ein schwerer Brand in der Junkerngasse im Jahr 1997 machte die Gefährdung historischer Häuser erneut deutlich.
Auch Hochwasser, Erdbeben, Starkregen, Hitze und Schäden am Sandstein gehören zu den langfristigen Risiken für die Altstadt.
Herausforderungen der Erhaltung
Lebendige Stadt und Denkmalschutz
Die Altstadt soll historisch erhalten bleiben und gleichzeitig zeitgemäss bewohnbar und wirtschaftlich nutzbar sein.
Konflikte entstehen unter anderem bei:
- energetischen Sanierungen;
- Solaranlagen;
- Dachfenstern;
- Liftanlagen;
- Brandschutz;
- Barrierefreiheit;
- Lüftungs- und Kühlanlagen;
- Reklamen und Schaufenstern;
- Umnutzungen historischer Innenräume.
Verkehr und öffentlicher Raum
Tram, Bus, Lieferverkehr, Velos und Fussgänger teilen sich begrenzte Flächen.
Diskutiert werden die Gestaltung von Haltestellen, Pflästerungen, Sitzgelegenheiten, Bäumen, Aussengastronomie und Lieferzonen.
= Klimawandel
Dicht bebaute Gassen können sich im Sommer stark erwärmen.
Historische Plätze und Strassen bieten nur begrenzten Raum für zusätzliche Bäume. Brunnen, schattige Lauben, Innenhöfe und begrünte Aarehänge besitzen deshalb besondere klimatische Bedeutung.
= Sandstein
Berner Sandstein ist vergleichsweise weich und empfindlich gegenüber Wasser, Frost, Salzen und Luftschadstoffen.
Fassaden, Figuren und Ornamente müssen regelmässig kontrolliert und restauriert werden. Dabei wird möglichst viel historische Originalsubstanz erhalten.
= Tourismus und Nutzung
Die grosse Zahl von Gästen stärkt Gastronomie und Detailhandel, kann aber zu Nutzungskonflikten, Lärm und einer Verdrängung alltäglicher Angebote führen.
Die Altstadt soll sowohl für Besuchende als auch für Bewohnerinnen und Bewohner attraktiv bleiben.
Bedeutung
Die Berner Altstadt besitzt eine aussergewöhnliche Verbindung von Kontinuität und Veränderung.
Ihre Bedeutung beruht insbesondere auf:
- dem erhaltenen mittelalterlichen Stadtgrundriss;
- der Einbettung in die Aareschleife;
- den Stadterweiterungen vom 12. bis zum 14. Jahrhundert;
- den Lauben und Gewölbekellern;
- der historischen Wasserversorgung;
- den Figurenbrunnen;
- den Sandsteinfassaden;
- den barocken Bürgerhäusern;
- den politischen Monumentalbauten;
- ihrer Funktion als lebendiges Zentrum der Bundesstadt.
Die Altstadt dokumentiert mehr als acht Jahrhunderte Stadtentwicklung. Mittelalterliche Grundstücke, spätgotische Kirchen, barocke Fassaden und Bauten des modernen Bundesstaats bilden ein zusammenhängendes Stadtbild.
Zeittafel
| Jahr oder Zeitraum | Ereignis |
|---|---|
| 1191 | Nach späterer Überlieferung gründet Berchtold V. von Zähringen die Stadt Bern |
| 1208 | Erste urkundliche Erwähnung des Namens Bern |
| Um 1200 | Gründungsstadt zwischen Nydegg und Zytglogge |
| Nach 1255 | Erweiterung der Stadt bis zum heutigen Käfigturm |
| 1268–1273 | Einbezug von Nydeggstalden und Mattenenge |
| Ab 1344 | Erweiterung der Stadt bis zum Christoffelturm |
| 1353 | Bern wird Teil des eidgenössischen Bündnissystems |
| 14. Mai 1405 | Grosser Stadtbrand mit weitreichenden Zerstörungen |
| Ab 1405 | Wiederaufbau mit Steinbauten, Brandmauern, Ziegeldächern und Lauben |
| 1406–1415 | Bau des Berner Rathauses |
| 1421 | Beginn des Baus des Berner Münsters |
| 1528 | Einführung der Reformation |
| 16. Jahrhundert | Aufstellung zahlreicher Figurenbrunnen |
| 17. und 18. Jahrhundert | Umbau vieler Bürgerhäuser zu barocken und spätbarocken Stadtpalais |
| 1798 | Französische Besetzung und Ende des alten bernischen Stadtstaats |
| 1848 | Bern wird Sitz der Bundesbehörden |
| 1850er-Jahre | Bau erster Teile des Bundeshauses |
| 1865 | Abbruch des Christoffelturms |
| 1893 | Vollendung des Münsterturms |
| 1902 | Eröffnung des zentralen Parlamentsgebäudes |
| 1908 | Einführung besonderer Schutzbestimmungen für die Altstadt |
| 1983 | Aufnahme der Berner Altstadt in die UNESCO-Welterbeliste |
| 1997 | Schwerer Altstadtbrand in der Junkerngasse |
| 2004 | Neugestaltung des Bundesplatzes |
| 21. Jahrhundert | Weiterentwicklung von Denkmalschutz, Managementplanung und klimagerechter Stadtgestaltung |
Siehe auch
- Bern
- Geschichte der Stadt Bern
- Berner Münster
- Zytglogge
- Käfigturm
- Rathaus Bern
- Bundeshaus (Bern)
- Nydeggkirche
- Mattequartier
- Aare
- Liste der Kulturgüter in Bern
- UNESCO-Welterbe in der Schweiz
- Zibelemärit
Literatur
- Paul Hofer: Die Stadt Bern. Zwei Bände, Birkhäuser, Basel.
- Paul Hofer und Luc Mojon: Die Kunstdenkmäler des Kantons Bern. Die Stadt Bern. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Basel.
- Fridolin Limbach: Die schöne Stadt Bern. Die bewegte Geschichte der alten Berner Stadtansicht. Benteli, Bern.
- Roland Gerber: Gott ist Burger zu Bern. Eine spätmittelalterliche Stadtgesellschaft zwischen Herrschaftsbildung und sozialem Ausgleich. Böhlau, Weimar.
- Bernhard Furrer: Stadt Bern. Schweizerische Kunstführer. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Bern.
- Stadt Bern: UNESCO-Weltkulturerbe Altstadt Bern. Bern.
- Denkmalpflege der Stadt Bern: Altstadt Bern. Schutz, Pflege und Weiterentwicklung. Bern.
- Burgerbibliothek Bern und Stadtarchiv Bern: Quellen zur Geschichte der Stadt Bern. Bern.
Weblinks
- UNESCO-Weltkulturerbe Altstadt auf der Website der Stadt Bern
- Was macht die Altstadt zum Weltkulturerbe?
- Eintrag der Berner Altstadt beim UNESCO World Heritage Centre
- Stadtgeschichte auf der Website der Stadt Bern
- Bauinventar und Denkmalpflege der Stadt Bern
- Informationen von Bern Welcome
- Artikel «Bern (Gemeinde)» im Historischen Lexikon der Schweiz
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 1,2 UNESCO World Heritage Centre: Old City of Berne, abgerufen am 23. Juli 2026.
- ↑ Stadt Bern: Baudenkmäler und Bauinventar, abgerufen am 23. Juli 2026.
- ↑ Stadt Bern: Grosser Stadtbrand von 1405, abgerufen am 23. Juli 2026.
- ↑ Stadt Bern: UNESCO-Weltkulturerbe Altstadt, abgerufen am 23. Juli 2026.