Olten
| Olten | |
|---|---|
| Wappen von Olten | |
| Staat | Schweiz |
| Kanton | Solothurn |
| Bezirk | Olten |
| BFS-Nummer | 2581 |
| Postleitzahl | 4600 |
| Koordinaten | 47° 21′ N, 7° 54′ O |
| Höhe | 396 m ü. M. |
| Fläche | 11,49 km² |
| Einwohner | 19'990 (31. Dezember 2025, einschliesslich Wochenaufenthalter) |
| Einwohnerbezeichnung | Oltner, Oltnerin |
| Stadtpräsident | Thomas Marbet (SP) |
| Website | olten.ch |
Olten ist eine politische Gemeinde und Stadt im Kanton Solothurn. Sie ist Hauptort des gleichnamigen Bezirks Olten und die bevölkerungsreichste Gemeinde des Kantons. Die Stadt liegt beidseits der Aare am Jurasüdfuss und bildet ein regionales Zentrum zwischen Basel, Bern, Luzern und Zürich.
Besondere Bedeutung besitzt Olten als Eisenbahnknoten. Im Bahnhof Olten treffen einige der wichtigsten Bahnlinien der Schweiz zusammen. Die zentrale Lage machte die Stadt seit der Mitte des 19. Jahrhunderts zu einem bedeutenden Verkehrs-, Industrie-, Bildungs- und Dienstleistungsstandort. Olten wird deshalb häufig als Eisenbahnstadt bezeichnet.
Das Stadtbild wird durch den Gegensatz zwischen der kleinen historischen Altstadt am linken Aareufer und den seit dem Eisenbahnbau stark gewachsenen Quartieren auf beiden Seiten des Flusses geprägt. Zu den Wahrzeichen gehören die Alte Holzbrücke, der Stadtturm und die Häuserfront an der Aare.
Name
Der Ortsname ist erstmals 1201 in der Form Oltun belegt. In einer Urkunde des Konstanzer Bischofs Diethelm erscheint ein Oulricus de Oltun als Zeuge. Weitere mittelalterliche Schreibweisen sind unter anderem Olthvn und Olton.[1]
Die Herkunft des Namens ist nicht abschliessend geklärt. Ältere Deutungen stellten einen Zusammenhang mit einem keltischen Ortsnamen oder der Form Ollodunum her. Solche Erklärungen gelten jedoch nicht als sicher belegt.
Im lokalen schweizerdeutschen Dialekt wird der Stadtname gewöhnlich ähnlich wie im Standarddeutschen ausgesprochen. Die Einwohnerinnen und Einwohner werden als Oltnerinnen und Oltner bezeichnet.
Geografie
Lage
Olten liegt im Schweizer Mittelland am südlichen Rand des Juras. Die Aare durchfliesst das Stadtgebiet von Südwesten nach Nordosten. Im Zentrum mündet die Dünnern von Westen in die Aare.
Die historische Altstadt befindet sich auf einem leicht erhöhten Felskopf am linken Aareufer. Der Bahnhof und ein grosser Teil der neueren Stadt liegen auf der östlichen Flussseite. Mehrere Brücken verbinden die beiden Stadthälften.
Die amtliche Höhe beträgt 396 Meter über Meer. Das Gemeindegebiet umfasst 1'149 Hektaren beziehungsweise 11,49 Quadratkilometer.[2]
Olten liegt in einem natürlichen Verkehrskorridor zwischen dem Mittelland und den Juraübergängen. Nördlich der Stadt führt das Tal über Trimbach zum Unteren Hauenstein. Südlich und östlich öffnet sich das Aaretal in Richtung Aarau, Zofingen und Solothurn.
Landschaft
Der dicht bebaute Stadtkern ist von bewaldeten Höhen und Naherholungsgebieten umgeben. Im Südwesten erhebt sich der Born, im Osten und Südosten liegen die Ausläufer des Säli und weitere bewaldete Anhöhen.
Die Aare ist das wichtigste Landschaftselement der Stadt. Promenaden, Wege und Grünflächen begleiten den Fluss auf mehreren Abschnitten. Die Ufer dienen der Erholung, dem Fuss- und Veloverkehr sowie als Lebensraum für Pflanzen und Tiere.
Die Dünnern war für die frühe Gewerbeentwicklung von besonderer Bedeutung. Ihr Gefälle wurde seit dem Mittelalter zum Betrieb von Mühlen, Sägen, Stampfen, Schmieden und späteren Industriebetrieben genutzt.[3]
Stadtgliederung
Olten besitzt keine politisch selbstständigen Stadtteile. Im alltäglichen Gebrauch werden jedoch mehrere Quartiere und Gebiete unterschieden. Dazu gehören:
- Altstadt und Innenstadt;
- Bifang;
- Hammer;
- Hard;
- Kleinholz;
- Schöngrund;
- Säliquartier;
- Gheid;
- Bornfeld;
- Olten SüdWest.
Die Altstadt und die westlich der Aare gelegene Innenstadt bilden zusammen mit dem Bahnhofgebiet das urbane Zentrum. Das Bifangquartier auf der östlichen Aareseite entwickelte sich vor allem nach dem Bau der Eisenbahn.
Im Süden entstehen auf ehemaligen Industrie- und Gewerbeflächen neue Wohn- und Arbeitsgebiete. Das Entwicklungsgebiet Olten SüdWest befindet sich auf dem Areal eines früheren Zement- und Kieswerks.
Bevölkerung
Olten verzeichnete nach dem Eisenbahnbau ein ausserordentlich starkes Wachstum. Zwischen 1850 und 1910 versechsfachte sich die Einwohnerzahl annähernd. Aus dem kleinen Aarestädtchen wurde eine Industrie- und Eisenbahnstadt.[4]
Während der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts verlagerte sich ein Teil des Bevölkerungswachstums in die umliegenden Gemeinden. Die Einwohnerzahl Oltens stagnierte zeitweise oder ging zurück. Seit den 2010er-Jahren wächst die Stadt wieder deutlich.
Am 31. Dezember 2025 verzeichnete die städtische Einwohnerkontrolle insgesamt 19'990 Personen. Davon hatten 19'348 ihren gesetzlichen Wohnsitz in Olten; 642 waren als Wochenaufenthalterinnen und Wochenaufenthalter registriert.[5]
| Jahr | Einwohner insgesamt | Davon mit gesetzlichem Wohnsitz |
|---|---|---|
| 2015 | 18'482 | 17'867 |
| 2020 | 19'238 | 18'552 |
| 2022 | 19'256 | 18'538 |
| 2023 | 19'612 | 18'854 |
| 2024 | 19'840 | 19'151 |
| 2025 | 19'990 | 19'348 |
Die zentrale Lage, das grosse Arbeitsplatzangebot und die guten Bahnverbindungen führen zu einer hohen Zahl von Zu- und Wegpendelnden. Tagsüber halten sich in der Stadt deutlich mehr Personen auf, als dort ihren Wohnsitz haben.
Olten besitzt eine kulturell und sprachlich vielfältige Bevölkerung. Neben Deutsch werden unter anderem Italienisch, Albanisch, Portugiesisch, Spanisch, Türkisch und Sprachen aus dem südslawischen Raum gesprochen.
Geschichte
Ur- und Frühgeschichte
Das Gebiet um Olten ist seit vorgeschichtlicher Zeit besiedelt. In der Region wurden Werkzeuge und andere Spuren aus der Alt- und Jungsteinzeit gefunden. Feuersteinvorkommen am Jurasüdfuss wurden bereits in vorgeschichtlicher Zeit genutzt.
Nach dem Rückzug der eiszeitlichen Gletscher boten das Aaretal, die Flussterrassen und die nahe gelegenen Höhlen günstige Bedingungen für frühe Siedlungen. Funde aus der Umgebung belegen eine lange Besiedlungsgeschichte.[6]
Römische Zeit
In römischer Zeit bestand am Aareübergang eine bedeutende Siedlung. Archäologische Ausgrabungen weisen auf einen befestigten Brückenkopf und ein Kastell hin. Der Standort kontrollierte einen wichtigen Verkehrsweg zwischen dem Schweizer Mittelland, Augusta Raurica und den Juraübergängen.
Teile der mittelalterlichen Altstadt wurden über römischen Fundamenten errichtet. Reste des Kastells befinden sich heute teilweise unter den Häusern und Kellern entlang der früheren Ringmauer.[7]
Der römische Name der Siedlung ist nicht sicher überliefert. Die gelegentlich verwendete Bezeichnung Ollodunum beruht auf einer späteren Rekonstruktion und ist nicht durch antike Schriftquellen gesichert.
Mittelalter
Der Name Olten wurde 1201 erstmals urkundlich erwähnt. Die Entwicklung zur befestigten Kleinstadt wird gewöhnlich mit den Grafen von Frohburg verbunden. Olten gehörte zu einer Reihe von Städten, mit denen die Frohburger ihre Herrschafts- und Verkehrswege sicherten.
Die Brücke über die Aare bildete die wirtschaftliche Grundlage der Stadt. Eine Urkunde von 1295 zeigt ihre grosse Bedeutung. Reisende, Händler und Fuhrwerke mussten den Fluss an diesem strategisch günstigen Ort überqueren.
Olten wurde von zwei schweren Stadtbränden getroffen. 1411 brannte der nördliche Teil der Stadt nieder. 1422 zerstörte ein weiteres Feuer grosse Teile der Siedlung, darunter die Kirche und vermutlich das damalige Stadtarchiv.
Nach den Bränden war die Stadt wirtschaftlich geschwächt. 1426 gelangte Olten pfandweise unter die Herrschaft der Stadt Solothurn. 1532 erwarb Solothurn die Herrschaftsrechte endgültig vom Bischof von Basel.[8]
Unter solothurnischer Herrschaft verlor Olten einen Teil seiner früheren städtischen Selbstständigkeit. Das Recht zur Wahl des Schultheissen und weitere Hoheitsrechte gingen an die Obrigkeit über.
Frühe Neuzeit
Die Stadt blieb während der frühen Neuzeit klein. Ihre Wirtschaft beruhte auf der Aarebrücke, dem Durchgangsverkehr, Landwirtschaft, Handwerk und wasserabhängigen Gewerben an der Dünnern.
1332 wird eine untere Mühle erwähnt. Später entstanden Reiben, Sägen, Walken, Eisenhämmer und ein Drahtzug. Der Name des Hammerquartiers erinnert an die dort betriebenen Hammerschmieden.
Das heutige Stadtwappen mit drei Tannen setzte sich unter solothurnischer Herrschaft durch. Ein entsprechender Wappenstein wurde 1542 am Obertor angebracht. Frühere Darstellungen zeigten einen oder zwei Baslerstäbe und erinnerten damit an die früheren Beziehungen zum Fürstbistum Basel.
Während der Helvetischen Revolution von 1798 wurde die Alte Holzbrücke zerstört. Die heutige gedeckte Brücke entstand 1803. Nach der Mediationszeit entwickelte sich Olten zum Verwaltungs- und Marktzentrum der Region.
19. Jahrhundert
Das 19. Jahrhundert brachte grundlegende politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Veränderungen. Die liberalen Bewegungen, die Industrialisierung und der Ausbau der Verkehrswege stärkten das städtische Selbstbewusstsein.
Im solothurnischen Kulturkampf der 1870er-Jahre kam es zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen liberalen und konservativ-katholischen Kräften. Die bisherige Stadtkirche ging an die christkatholische Kirchgemeinde über. Für die römisch-katholische Bevölkerung wurde zunächst eine Notkirche und später die heutige St.-Martins-Kirche gebaut.
Der entscheidende Entwicklungsschub ging von der Eisenbahn aus. Bereits 1845 setzte sich der Oltner Rat für einen Anschluss an das entstehende Bahnnetz ein. Die zentrale Lage führte dazu, dass die Schweizerische Centralbahn Olten als Knotenpunkt wählte.
1856 wurden erste Bahnverbindungen nach Aarau und Aarburg eröffnet. 1858 folgte die Hauensteinstrecke nach Basel. Weitere Linien verbanden Olten mit Bern, Luzern, Solothurn und Biel.
Die Centralbahn errichtete beim Bahnhof grosse Werkstätten. Zahlreiche Eisenbahnerfamilien zogen nach Olten. Rund um den Bahnhof und im Bifang entstanden neue Wohn-, Gewerbe- und Industriegebiete.
Parallel zur Eisenbahn entwickelten sich bedeutende Industriebetriebe. Dazu gehörten die Schuhfabrik Strub & Glutz, die Giesserei von Roll, die Maschinenfabrik Giroud, die Firma Nussbaum, die Lastwagenherstellerin Berna sowie Betriebe der Textil-, Chemie- und Lebensmittelindustrie.[9]
20. Jahrhundert
Die verkehrsgünstige Lage machte Olten zu einem bevorzugten Versammlungsort nationaler Verbände und politischer Organisationen. Sitzungen konnten von Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus verschiedenen Landesteilen vergleichsweise leicht erreicht werden.
1918 wurde das nach der Stadt benannte Oltener Aktionskomitee zu einem zentralen Organ der schweizerischen Arbeiterbewegung. Unter der Leitung von Robert Grimm koordinierte es den Landesstreik vom November 1918.
Im Lauf des 20. Jahrhunderts wuchs Olten mit den Nachbargemeinden zu einem zusammenhängenden Siedlungsraum zusammen. Neue Wohnquartiere, Schulen, Sportanlagen und öffentliche Gebäude entstanden.
Die Stadtverwaltung bezog 1965 das neue Stadthaus. Gleichzeitig wurden Strassen, Aarebrücken und der Bahnhof an den wachsenden Verkehr angepasst.
Seit den 1970er-Jahren verloren mehrere traditionelle Industriebetriebe an Bedeutung oder verschwanden. Der wirtschaftliche Schwerpunkt verlagerte sich stärker auf Dienstleistungen, Bildung, Gesundheit, Verkehr, Verwaltung und spezialisierte Gewerbebetriebe.
Politik
Olten ist als Einwohnergemeinde organisiert. Die Stimmberechtigten entscheiden an der Urne über kommunale Vorlagen und wählen die politischen Behörden.
Stadtrat
Der Stadtrat bildet die Exekutive der Stadt. Er besteht aus fünf Mitgliedern und leitet die verschiedenen Direktionen der Stadtverwaltung.
Das Stadtpräsidium wird direkt durch die Stimmberechtigten gewählt. Für die Amtsperiode 2025–2029 wurde Thomas Marbet von der Sozialdemokratischen Partei als Stadtpräsident bestätigt. Marion Rauber, ebenfalls SP, wurde zur Vizepräsidentin gewählt.[10]
Gemeindeparlament
Die Legislative ist das Gemeindeparlament. Es besteht aus 40 Mitgliedern, die nach dem Proporzverfahren gewählt werden. Das Parlament beschliesst kommunale Erlasse, genehmigt Budgets und Rechnungen, entscheidet über grössere Ausgaben und beaufsichtigt den Stadtrat sowie die Verwaltung.[11]
Die kommunale Politik wird insbesondere von SP, FDP, Grünen, Mitte, Grünliberalen, SVP und weiteren lokalen Gruppierungen geprägt.
Bürgergemeinde
Neben der Einwohnergemeinde besteht die Bürgergemeinde Olten. Sie verwaltet das Bürgergut und besitzt insbesondere grosse Waldflächen, Liegenschaften und Landwirtschaftsbetriebe.
Die Bürgergemeinde übernimmt kulturelle, soziale und gemeinnützige Aufgaben. Ihr gehören Personen an, die das Oltner Bürgerrecht besitzen, unabhängig davon, ob sie in der Stadt wohnen.[12]
Wappen
Das Wappen zeigt drei grüne Tannen auf einem schwarz-weiss gespaltenen Hintergrund. Die Bäume stehen auf grünem Boden.
Die älteren Wappen Oltens zeigten Baselstäbe und verwiesen auf die frühere Herrschaft des Fürstbistums Basel. Nach dem Übergang an Solothurn setzte sich im 16. Jahrhundert das Wappen mit drei Bäumen durch.
Die Stadtfarben Schwarz und Weiss blieben erhalten. Die Bäume wurden in älteren Darstellungen teilweise als Buchsbäume bezeichnet, später jedoch gewöhnlich als Tannen ausgeführt.
Wirtschaft
Olten ist das wirtschaftliche Zentrum einer Region, die weit über die Gemeindegrenzen hinausreicht. Die Stadt besitzt mehr Arbeitsplätze, als ihre eigene Erwerbsbevölkerung besetzen kann, und ist deshalb ein bedeutender Pendlerort.
Die Wirtschaft wird heute vor allem durch den Dienstleistungssektor geprägt. Wichtige Bereiche sind:
- Eisenbahn und öffentlicher Verkehr;
- Bildung und Forschung;
- Gesundheitswesen;
- Handel und Logistik;
- Energie- und Unternehmensdienstleistungen;
- öffentliche Verwaltung;
- Finanz-, Versicherungs- und Beratungsdienstleistungen;
- Gastronomie und Veranstaltungswesen.
Die Eisenbahn bleibt ein wichtiger Arbeitgeber. In Olten befinden sich Anlagen der Schweizerischen Bundesbahnen, darunter Werkstätten, Betriebs- und Verwaltungsbereiche sowie die Betriebszentrale Mitte.
Historisch war die Stadt ein bedeutender Industriestandort. Metallverarbeitung, Maschinenbau, Schuh-, Textil-, Seifen- und Lebensmittelproduktion boten Tausenden Menschen Arbeit. Viele frühere Industrieareale werden heute für Dienstleistungen, Bildung, Gewerbe und Wohnen genutzt.
Olten war auch ein wichtiger Verlagsort. Der 1916 gegründete Walter Verlag entwickelte sich zu einem der bekanntesten Schweizer Buchverlage. Sein Programm umfasste Literatur, Sachbücher, Psychologie, Religion und wissenschaftliche Werke.
Verkehr
Eisenbahn
Der Bahnhof Olten gehört zu den wichtigsten Bahnknoten der Schweiz. Hier kreuzen beziehungsweise verzweigen sich die Hauptlinien:
- Basel–Olten;
- Zürich–Aarau–Olten;
- Bern–Olten;
- Luzern–Olten;
- Biel/Bienne–Solothurn–Olten.
Von Olten bestehen direkte Fernverkehrsverbindungen in fast alle grossen Schweizer Städte. Basel, Bern, Luzern und Zürich sind in ungefähr einer halben Stunde erreichbar.
Der Bahnhof wurde 1856 im Zusammenhang mit dem Aufbau der Schweizerischen Centralbahn eröffnet. Die rasche Erweiterung des Netzes machte ihn innerhalb weniger Jahre zu einem nationalen Knotenpunkt.
An die frühe Eisenbahngeschichte erinnert der sogenannte Kilometer-Null-Stein im Bahnhofsbereich. Von diesem Bezugspunkt aus wurden die Streckenentfernungen der Centralbahn berechnet.
Der Bahnhof liegt als Inselbahnhof zwischen mehreren Gleisfeldern. Unterführungen verbinden die Perrons mit dem Bahnhofquai, dem Stadtzentrum, dem Bifang und dem Fachhochschulcampus.
Neben dem Hauptbahnhof besteht der Bahnhof Olten Hammer an der Strecke in Richtung Solothurn und Biel. Er erschliesst die südwestlichen Stadtquartiere.
Die SBB planen einen langfristigen Ausbau des Bahnknotens. Dazu gehören Erneuerungen der Gleis- und Perronanlagen, Verbesserungen der Zugänge und eine Neugestaltung des Bahnhofplatzes.[13]
Busverkehr
Den städtischen und regionalen Busverkehr betreibt hauptsächlich der Busbetrieb Olten Gösgen Gäu. Die Linien verbinden den Bahnhof mit den Oltner Quartieren sowie mit Trimbach, Wangen bei Olten, Dulliken, Hägendorf, Kappel, Aarburg und weiteren Gemeinden.
Der Bahnhofplatz bildet den wichtigsten Umsteigepunkt zwischen Bahn und Bus.
Strassenverkehr
Olten liegt nahe dem Schnittpunkt der Autobahnen A1 und A2. Die nächsten Anschlüsse befinden sich unter anderem bei Rothrist, Oftringen, Egerkingen und Aarburg.
Die zentrale Lage führt zu einem hohen Verkehrsaufkommen. Da die Aare und die Bahnlinien den Siedlungsraum durchschneiden, konzentriert sich der motorisierte Verkehr auf wenige Brücken und Unterführungen.
Die Stadt fördert den Fuss- und Veloverkehr durch neue Verbindungen, Abstellanlagen und die Aufwertung der Flussufer. Die Aare- und Dünnernwege bilden wichtige lokale Freizeit- und Alltagsrouten.
Bildung
Olten ist ein bedeutender Bildungsstandort. Die Stadt führt Kindergärten, Primarschulen und Schulen der Sekundarstufe.
Die Kantonsschule Olten bietet gymnasiale Bildung, eine Fachmittelschule und weitere kantonale Bildungsangebote. Ihr heutiger Campus wurde in den 1970er-Jahren errichtet und später umfassend saniert.
Eine besondere Bedeutung besitzt der Campus Olten der Fachhochschule Nordwestschweiz. Er liegt wenige Gehminuten vom Bahnhof entfernt und wird von mehreren Hochschulen und Fachbereichen genutzt. Dazu gehören insbesondere:
- Hochschule für Angewandte Psychologie;
- Hochschule für Soziale Arbeit;
- Hochschule für Wirtschaft;
- Pädagogische Hochschule;
- einzelne Angebote der Hochschule für Technik und Umwelt.
Der Campus dient der Ausbildung, Weiterbildung, angewandten Forschung und Zusammenarbeit mit Unternehmen und öffentlichen Institutionen.[14]
Weitere Bildungsangebote bestehen in der Berufsbildung, Erwachsenenbildung, Musikschule und bei privaten Bildungseinrichtungen.
Religion
Olten war während Jahrhunderten römisch-katholisch geprägt. Die Industrialisierung und Zuwanderung führten seit dem 19. Jahrhundert zu einer stärkeren konfessionellen Vielfalt.
Der Kulturkampf führte zur Entstehung einer bedeutenden christkatholischen Gemeinde. Die zwischen 1806 und 1813 errichtete Stadtkirche wird heute von der christkatholischen Kirchgemeinde genutzt.
Die römisch-katholische St.-Martins-Kirche wurde von 1908 bis 1910 erbaut. Die reformierte Friedenskirche entstand im 20. Jahrhundert für die durch Zuwanderung gewachsene evangelisch-reformierte Bevölkerung.
Heute bestehen in Olten ausserdem freikirchliche, orthodoxe, muslimische und weitere religiöse Gemeinschaften. Gleichzeitig gehört ein wachsender Teil der Bevölkerung keiner Landeskirche an.
Kultur
Olten verfügt gemessen an seiner Grösse über ein breites Kulturangebot. Die zentrale Lage begünstigt Aufführungen, Tagungen, Lesungen und Festivals mit überregionalem Publikum.
Museen
Das Haus der Museen an der Konradstrasse vereinigt drei Einrichtungen:
- Historisches Museum Olten;
- Naturmuseum Olten;
- Archäologisches Museum Kanton Solothurn.
Das Historische Museum behandelt die Geschichte der Stadt und Region von der Urzeit bis zur Gegenwart. Einen besonderen Schwerpunkt bilden die Eisenbahn, die Industrialisierung und die gesellschaftliche Entwicklung Oltens.
Das Naturmuseum präsentiert die Tier-, Pflanzen- und Erdgeschichte der Region. Das Archäologische Museum zeigt Funde aus dem gesamten Kanton Solothurn.[15]
Das Kunstmuseum Olten besitzt eine Sammlung schweizerischer Kunst des 19. bis 21. Jahrhunderts. Ein wichtiger Schwerpunkt ist das Werk des Oltner Zeichners und Karikaturisten Martin Disteli.
Theater und Veranstaltungsorte
Das Stadttheater Olten bietet Schauspiel, Musiktheater, Konzerte, Tanz, Kabarett und Gastspiele an.
Das Kulturzentrum Schützi befindet sich in einer ehemaligen Turnhalle in der Schützenmatt. Es wurde 1997 eröffnet und dient als Ort für Konzerte, Theater, Tanz, Ausstellungen, Versammlungen und gesellschaftliche Veranstaltungen.[16]
Weitere Kulturveranstaltungen finden in der Stadthalle, in Kirchen, im Bahnhofbuffet, in kleineren Bühnen und in Gaststätten statt.
Literatur
Olten gilt als literarisch besonders aktive Kleinstadt. Mehrere bekannte Autorinnen und Autoren lebten oder arbeiteten in der Stadt beziehungsweise sind eng mit ihr verbunden.
Zu ihnen gehören unter anderem Franz Hohler, Alex Capus und Pedro Lenz. Die Stadt und ihr Bahnhof erscheinen regelmässig als Schauplätze in literarischen Texten.
Der Walter Verlag prägte über Jahrzehnte das kulturelle Leben. Lesungen, Literaturführungen und weitere Veranstaltungen greifen die Oltner Literaturtradition auf.
Sehenswürdigkeiten
Altstadt
Die kleine Altstadt liegt zwischen der Aare, der früheren Stadtmauer und der heutigen Innenstadt. Ihr Grundriss geht weitgehend auf das Mittelalter zurück.
Die Hauptgasse und mehrere Seitengassen werden von Bürgerhäusern, Gaststätten und öffentlichen Gebäuden gesäumt. Teile der alten Befestigung sind noch im Stadtbild erkennbar.
Stadtturm
Der Stadtturm wurde 1521 als Glockenturm vor der damaligen Stadtkirche errichtet. Im späten 17. Jahrhundert erhielt er seine barocke Haube.
Als die mittelalterliche Kirche 1844 abgebrochen wurde, blieb der Turm erhalten. Er dient seither als Zeit- und Glockenturm und gehört zu den bekanntesten Wahrzeichen der Stadt.[17]
Alte Holzbrücke
Die gedeckte Alte Holzbrücke verbindet die Altstadt mit dem Bahnhofquartier. An dieser Stelle bestand bereits im Mittelalter ein wichtiger Aareübergang.
Die vorherige Brücke wurde während der französischen Invasion von 1798 zerstört. Der heutige Bau entstand 1803 und wurde später mehrfach repariert und erneuert.
Die Brücke ist Fussgängerinnen und Fussgängern vorbehalten und bildet zusammen mit der Altstadt, dem Stadtturm und der Häuserfront am Aarequai das bekannteste Stadtpanorama.
Stadtkirche
Die Stadtkirche wurde zwischen 1806 und 1813 im klassizistischen Stil errichtet. Sie ist dem heiligen Martin geweiht und wird seit dem Kulturkampf von der christkatholischen Kirchgemeinde genutzt.
Das Innere besitzt Stuckaturen, Deckengemälde, Altäre und weitere Ausstattungsstücke aus dem frühen 19. Jahrhundert.
St.-Martins-Kirche
Die römisch-katholische St.-Martins-Kirche wurde von 1908 bis 1910 errichtet. Ihre Doppelturmfassade prägt das Stadtbild westlich der Altstadt.
Bahnhof und Bahnhofbuffet
Der Bahnhof ist nicht nur eine Verkehrsanlage, sondern ein bedeutender Ort der schweizerischen Eisenbahn- und Sozialgeschichte.
Das Bahnhofbuffet entwickelte sich wegen der zentralen Lage zu einem bekannten Treffpunkt für Vereine, Parteien, Verbände und Verhandlungskommissionen. Der Ausdruck Oltner Bahnhofbuffet wurde zu einem Sinnbild für Zusammenkünfte, deren Teilnehmende aus verschiedenen Regionen der Schweiz anreisen.
Weitere Bauwerke
Weitere bemerkenswerte Gebäude und Anlagen sind:
- das ehemalige Rathaus, heute Stadtbibliothek;
- der Rathskeller mit seiner bemalten Fassade;
- Teile der mittelalterlichen Ringmauer;
- das Stadthaus aus den 1960er-Jahren;
- historische Industrie- und Eisenbahnbauten;
- die Aarepromenaden und der Stadtpark;
- die Friedenskirche;
- das Haus der Museen.
Sport und Freizeit
Der bekannteste Sportverein der Stadt ist der EHC Olten. Der Eishockeyclub trägt seine Heimspiele im Stadion Kleinholz aus und spielt traditionell in der zweithöchsten Schweizer Spielklasse.
Die Sportanlagen Kleinholz umfassen neben der Eishalle mehrere Hallen und Aussenanlagen. Sie werden von Schulen, Vereinen und für grössere Veranstaltungen genutzt.
Das Strandbad Olten liegt an der Aare und verfügt über Schwimmbecken, Liegewiesen und Sportanlagen. Flussufer, Waldwege und die umliegenden Jurahöhen dienen dem Wandern, Velofahren, Joggen und Spazieren.
Die Aare wird im Sommer auch zum Schwimmen genutzt. Strömung, Wasserstand und Schiffsverkehr erfordern dabei besondere Vorsicht.
Stadtentwicklung
Die Entwicklung Oltens wird stark durch Eisenbahnanlagen, ehemalige Industrieflächen und die begrenzte Fläche zwischen Aare und Jurahöhen bestimmt.
Wichtige städtebauliche Aufgaben sind:
- die Erneuerung des Bahnhofs und seiner Zugänge;
- die Gestaltung des Bahnhofplatzes;
- die bessere Verbindung der Stadtquartiere;
- die Aufwertung des Aareraums;
- die Umnutzung früherer Industrieareale;
- die Schaffung zusätzlichen Wohnraums;
- der Schutz historischer Bauten;
- die Anpassung an Hitze und Starkniederschläge.
Auf dem Gebiet Olten SüdWest entsteht schrittweise ein neues Stadtquartier. Weitere Verdichtungsprojekte befinden sich im Bahnhofumfeld, entlang der Hauptverkehrsachsen und auf früheren Gewerbeflächen.
Die Stadt arbeitet in Verkehrs-, Raumplanungs- und Wirtschaftsfragen eng mit den umliegenden Gemeinden zusammen. Olten gehört zum funktionalen Raum AareLand, der die Gebiete um Aarau, Olten und Zofingen verbindet.
Bedeutung in der Schweiz
Obwohl Olten keine Grossstadt ist, besitzt es aufgrund seiner Lage eine überdurchschnittliche nationale Bekanntheit.
Der Bahnhof ist für viele Reisende ein regelmässiger Umsteigeort. Dadurch wird Olten häufig stärker mit dem Bahnverkehr als mit seinem historischen Stadtzentrum verbunden.
Die Stadt diente wiederholt als Gründungs-, Sitzungs- und Tagungsort schweizerischer Organisationen. Neben dem Oltener Aktionskomitee trafen sich hier Gewerkschaften, Parteien, Berufsverbände, kirchliche Organisationen und Vereine.
Olten steht damit beispielhaft für die Bedeutung zentral gelegener Mittelstädte im schweizerischen Verkehrs- und Siedlungssystem.
Persönlichkeiten
Mit Olten verbunden sind unter anderem:
- Ildefons von Arx (1755–1833), Benediktiner und Historiker;
- Martin Disteli (1802–1844), Maler, Zeichner und politischer Karikaturist;
- Johann Jakob Trog (1807–1867), Eisenbahnpionier und erster Direktor der Schweizerischen Centralbahn;
- Franz Hohler (* 1943), Schriftsteller und Kabarettist, in Olten aufgewachsen;
- Alex Capus (* 1961), Schriftsteller;
- Pedro Lenz (* 1965), Schriftsteller und Spoken-Word-Autor;
- Denise Wyss (* 1965), erste christkatholische Priesterin der Schweiz;
- Bruno Kissling (* 1953), Hausarzt und Medizinpublizist;
- Marco Wölfli (* 1982), ehemaliger Fussballtorhüter.
Literatur
- Martin Eduard Fischer: Olten. Stadtgeschichte in Bildern. Olten 2001.
- Eduard Fischer: Olten und sein Stadtrecht. Olten.
- Louis Jäggi: Olten. Werden und Wachsen einer Kleinstadt. Olten.
- Willi Gautschi: Das Oltener Aktionskomitee und der Landes-Generalstreik von 1918. Zürich 1955.
- Stadt Olten: Kunstguide Olten. Olten.
- Stadtarchiv Olten: Beiträge zur Oltner Stadtgeschichte. Olten.
Siehe auch
- Kanton Solothurn
- Bezirk Olten
- Aare
- Dünnern
- Bahnhof Olten
- Hauensteinlinie
- Schweizerische Centralbahn
- Oltener Aktionskomitee
- Landesstreik
- EHC Olten
- Fachhochschule Nordwestschweiz
- Liste der Städte in der Schweiz
Weblinks
- Offizielle Website der Stadt Olten
- Geschichte der Stadt Olten
- Olten Tourismus
- Museen der Stadt Olten
- FHNW Campus Olten
- Informationen der SBB zum Bahnknoten Olten
- Bilder und Mediendateien zu Olten
Einzelnachweise
- ↑ Stadt Olten: Ein Gang durch Oltens Geschichte, abgerufen am 23. Juli 2026.
- ↑ Stadt Olten: Geografie, abgerufen am 23. Juli 2026.
- ↑ Stadt Olten: Die ersten Gewerbebetriebe, abgerufen am 23. Juli 2026.
- ↑ Stadt Olten: Olten und die Eisenbahn, abgerufen am 23. Juli 2026.
- ↑ Stadt Olten: Statistik und Zahlen – Bevölkerung, abgerufen am 23. Juli 2026.
- ↑ Stadt Olten: Ein uralter Siedlungsraum, abgerufen am 23. Juli 2026.
- ↑ Stadt Olten: Olten zur Römerzeit, abgerufen am 23. Juli 2026.
- ↑ Stadt Olten: Das Hoheitszeichen am Obertor, abgerufen am 23. Juli 2026.
- ↑ Stadt Olten: Industrialisierung, abgerufen am 23. Juli 2026.
- ↑ Stadt Olten: Validierung der Wahlen für die Amtsperiode 2025–2029, abgerufen am 23. Juli 2026.
- ↑ Stadt Olten: Gemeindeparlament, abgerufen am 23. Juli 2026.
- ↑ Stadt Olten: Bürgergemeinde Olten, abgerufen am 23. Juli 2026.
- ↑ Schweizerische Bundesbahnen: Der Bahnausbau in der Region Olten, abgerufen am 23. Juli 2026.
- ↑ Fachhochschule Nordwestschweiz: Campus Olten, abgerufen am 23. Juli 2026.
- ↑ Stadt Olten: Museen, abgerufen am 23. Juli 2026.
- ↑ Stadt Olten: Kulturzentrum Schützi, abgerufen am 23. Juli 2026.
- ↑ Stadt Olten: Der Oltner Stadtturm, abgerufen am 23. Juli 2026.