Wildnispark Zürich Langenberg
Wildnispark Zürich Langenberg, offiziell Tierpark Langenberg, ist ein wissenschaftlich geführter Tierpark in Langnau am Albis im Kanton Zürich. Er gehört zusammen mit dem Naturerlebnispark Sihlwald zur Stiftung Wildnispark Zürich. Der 1869 gegründete Langenberg gilt als ältester Zoo der Schweiz und nach Angaben des Betreibers zugleich als flächenmässig grösster Zoo des Landes.[1]
Der Tierpark konzentriert sich auf einheimische und ehemals in der Schweiz heimische Säugetiere. Im Unterschied zu vielen klassischen zoologischen Gärten werden vergleichsweise wenige Arten in grosszügigen, naturnah gestalteten Anlagen gehalten. Zu den bekanntesten Bewohnern gehören Braunbär, Wolf, Eurasischer Luchs, Wisent, Elch, Alpensteinbock, Wildschwein und Przewalski-Pferd. Insgesamt leben im Langenberg 19 einheimische und ehemals einheimische Säugetierarten.[2]
| Wildnispark Zürich Langenberg | |
|---|---|
| Offizieller Name | Tierpark Langenberg |
| Ort | Langnau am Albis, Kanton Zürich |
| Gründung | 1869 |
| Gründer | Carl Anton Ludwig von Orelli |
| Tierarten | 19 Säugetierarten |
| Schwerpunkt | einheimische und ehemals einheimische Wildtiere |
| Trägerschaft | Stiftung Wildnispark Zürich |
| Teil des Wildnisparks Zürich seit | 2009 |
| Eintritt | kostenlos |
| Adresse | Albisstrasse 4, 8135 Langnau am Albis |
| Website | wildnispark.ch |
Lage
Der Tierpark Langenberg liegt im unteren Sihltal südwestlich der Stadt Zürich auf dem Gebiet der Gemeinde Langnau am Albis. Das Gelände erstreckt sich über eine bewaldete Hügellandschaft am Rand der Albiskette.
Die Lage im Wald ist ein wesentliches Merkmal des Tierparks. Viele Anlagen nutzen bestehende Bäume, Geländeformen und natürliche Vegetation. Dadurch entsteht weniger der Eindruck eines dicht bebauten Zoos als vielmehr einer Wanderung durch einen Wald, in dem sich verschiedene Wildtierarten beobachten lassen.
Der Langenberg ist von Zürich aus mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar. Die nächstgelegenen Bahnstationen liegen im Sihltal. Der Betreiber empfiehlt grundsätzlich die Anreise mit dem öffentlichen Verkehr.[1]
Geschichte
Entstehung des Wildgartens
Die Geschichte des Langenbergs als Wildpark begann im Jahr 1869. Initiator war der damalige Zürcher Stadtforstmeister Carl Anton Ludwig von Orelli. Er wollte der Bevölkerung einen Erholungsort schaffen, an dem einheimische Wildtiere beobachtet werden konnten.[3]
Das Waldgebiet Langenberg selbst befand sich bereits seit dem 16. Jahrhundert im Besitz der Stadt Zürich. Die Stadt hatte die Flächen 1506, 1553 und 1557 etappenweise erworben. Über Jahrhunderte dienten die Wälder insbesondere der Gewinnung von Brennholz für die Stadt.[3]
Am 4. September 1869 stellte von Orelli 20'000 Franken für den Unterhalt eines «Wildgartens im Langenberg» zur Verfügung. Zwischen September und November desselben Jahres genehmigten der Zürcher Stadtrat, die kantonale Direktion des Innern und der Grosse Stadtrat das Projekt. Auch Langnau am Albis und Adliswil sagten ihre Unterstützung zu.[3]
Die Stiftungsurkunde von Carl Anton Ludwig von Orelli datiert vom 11. Dezember 1869. Der erste Tierbestand umfasste Rothirsche, Damhirsche, Rehe und Gämsen. Die Anlage war bereits damals begehbar.[3]
Der Langenberg gilt deshalb als ältester noch bestehender zoologischer Garten der Schweiz.[1]
Ausbau im 19. und frühen 20. Jahrhundert
1873 wurde das sogenannte Orelli-Haus errichtet. Zwei Jahre später trat von Orelli in den Ruhestand; sein Nachfolger wurde Hans Ulrich Meister. Von Orelli starb 1890.[3]
Der Tierbestand wurde im Laufe der Jahrzehnte erweitert. 1914 entstand ein Bärengraben, 1921 ein Wildschweingehege und 1924 eine Anlage für Murmeltiere.[3]
Zeitweise wurden im Langenberg auch exotische Arten gehalten. Ab 1929 verzichtete der Park jedoch zunehmend auf Tiere wie Lamas, Zebras und Antilopen und konzentrierte sich wieder auf einheimische beziehungsweise ehemals einheimische Tierarten. Dieser Schwerpunkt prägt das Konzept bis heute.[3]
Entwicklung nach 1945
1946 wurde eine neue Steinbockanlage eröffnet. Es folgten 1955 eine neue Wildschweinanlage und 1959 ein neuer Bärenfelsen.
Zum hundertjährigen Bestehen des Tierparks entstanden 1969 Anlagen für Elche und Wisente. 1975 folgte eine Luchsanlage.
1983 wurde eine Anlage für Wildkatzen eröffnet. Im selben Jahr wurde die bisherige Stiftung Wildpark Langenberg in den Wildparkfonds der Stadt Zürich überführt.[3]
1987 kamen Przewalski-Pferde in den Langenberg. 1993 wurde eine Anlage für Feldhasen eröffnet, 1994 folgte zum 125-jährigen Jubiläum eine Rentieranlage.
1995 entstand die erste moderne Wolfsanlage. Drei Jahre später, 1998, wurde eine grosszügige Waldanlage für Braunbären eröffnet.[3]
Modernisierung im 21. Jahrhundert
Zu Beginn des 21. Jahrhunderts wurden zahlreiche Anlagen erneuert. 2001 entstanden neue Anlagen für Luchse und Wildkatzen sowie ein Wildpark-Shop.
2003 wurde eine rund 1,6 Hektaren grosse, begehbare Waldanlage für Wildschweine eröffnet. Sie ermöglicht Besucherinnen und Besuchern eine besonders unmittelbare Begegnung mit den Tieren.[4]
2007 kam eine neue Fuchsanlage hinzu.
Ein entscheidender organisatorischer Schritt erfolgte 2009 mit der Gründung der Stiftung Wildnispark Zürich. Gleichzeitig wurde der neue Parkteil Langenberg West eröffnet und durch eine Fussgängerbrücke mit dem bestehenden Gebiet verbunden.[3]
Seitdem bildet der Tierpark Langenberg gemeinsam mit dem Naturerlebnispark Sihlwald den Wildnispark Zürich.
Stiftung Wildnispark Zürich
Die gemeinnützige Stiftung Wildnispark Zürich betreibt zwei unterschiedliche, sich ergänzende Einrichtungen:
- den Tierpark Langenberg in Langnau am Albis;
- den Naturerlebnispark Sihlwald.
Träger der Stiftung sind die Stadt Zürich, die Gemeinden des Bezirks Horgen, der Kanton Zürich und Pro Natura Zürich.[5]
Wald, Tierpark und die zugehörigen Immobilien befinden sich weiterhin im Eigentum der Stadt Zürich. Nach einer Volksabstimmung vom 1. Juni 2008 wurden der Stiftung für 100 Jahre Bau- und Nutzniessungsrechte eingeräumt.[5]
Der Wildnispark verfolgt das Ziel, Naturerlebnis, Erholung, Bildung, Forschung und Naturschutz miteinander zu verbinden.
Tierwelt
Der Langenberg konzentriert sich auf Säugetiere, die in der Schweiz heimisch sind oder in historischen Zeiten hier vorkamen. Nach Angaben des Wildnisparks leben 19 entsprechende Säugetierarten im Tierpark.[2]
| Art | Wissenschaftlicher Name |
|---|---|
| Alpenmurmeltier | Marmota marmota |
| Alpensteinbock | Capra ibex |
| Europäischer Braunbär | Ursus arctos |
| Damhirsch | Dama dama |
| Europäischer Elch | Alces alces |
| Europäischer Fischotter | Lutra lutra |
| Gartenschläfer | Eliomys quercinus |
| Hausmaus | Mus musculus |
| Eurasischer Luchs | Lynx lynx |
| Przewalski-Pferd | Equus przewalskii |
| Reh | Capreolus capreolus |
| Rotfuchs | Vulpes vulpes |
| Rothirsch | Cervus elaphus |
| Sikahirsch | Cervus nippon |
| Wanderratte | Rattus norvegicus |
| Europäische Wildkatze | Felis silvestris |
| Wildschwein | Sus scrofa |
| Wisent | Bison bonasus |
| Eurasischer Wolf | Canis lupus |
Quelle: Wildnispark Zürich, Tierbestand Langenberg.[2]
Braunbären
Braunbären gehören zu den bekanntesten Tieren des Langenbergs. Bereits 1914 wurde ein erster Bärengraben eröffnet. Die heutigen Haltungsbedingungen unterscheiden sich grundlegend von den früheren Anlagen.
1998 entstand eine grosszügige Waldanlage, in der die Tiere natürliche Bodenstrukturen, Vegetation und Rückzugsmöglichkeiten nutzen können.[3]
Der Braunbär gehört zu den Tierarten, die einst auch in der Schweiz weit verbreitet waren. Im 19. und 20. Jahrhundert verschwand er als dauerhaft vorkommende Art aus dem Land. Seit Beginn des 21. Jahrhunderts wandern einzelne Tiere aus der italienischen Alpenpopulation wieder regelmässig in die Schweiz ein.
Die Haltung im Langenberg soll Besucherinnen und Besuchern deshalb auch die historische und aktuelle Beziehung zwischen grossen Beutegreifern und der Kulturlandschaft vermitteln.
Wölfe
Die erste Wolfsanlage des Langenbergs wurde 1995 eröffnet.[3]
Der Wolf war in der Schweiz im 19. Jahrhundert ausgerottet worden. Seit den 1990er-Jahren wanderten wieder Tiere aus Italien und Frankreich ein. Inzwischen haben sich in verschiedenen Regionen der Schweiz Wolfsrudel etabliert.
Im Tierpark können Wölfe in einer weitläufigen Waldanlage beobachtet werden. Da die Tiere Rückzugsmöglichkeiten besitzen, sind sie nicht jederzeit sichtbar. Dies entspricht dem Grundkonzept des Parks, wonach das Wohlbefinden und das natürliche Verhalten der Tiere Vorrang vor einer permanenten Sichtbarkeit für das Publikum haben.
Luchse
Der Eurasische Luchs wird seit den 1970er-Jahren im Langenberg gehalten. Eine erste spezielle Luchsanlage wurde 1975 eröffnet, eine neue Anlage folgte 2001.[3]
Der Tierpark hält Karpatenluchse und beteiligt sich am Europäischen Erhaltungszuchtprogramm. Seit 2024 wirkt der Wildnispark zudem gemeinsam mit dem Netzwerk Linking Lynx an der Auswilderung von Luchsen in Deutschland mit.[3]
Damit verbindet die Haltung im Langenberg zoologische Erhaltungszucht unmittelbar mit konkreten Wiederansiedlungsprojekten.
Wisente
Wisente werden seit 1969 im Langenberg gehalten. Die Anlage wurde anlässlich des hundertjährigen Bestehens des Tierparks eröffnet.[3]
Der Wisent ist das grösste heute lebende Landsäugetier Europas. Nachdem die Art in freier Wildbahn zu Beginn des 20. Jahrhunderts ausgestorben war, konnte sie aus Tieren zoologischer Gärten und privater Haltungen wieder aufgebaut werden.
Heute existieren erneut freilebende Populationen in verschiedenen europäischen Ländern. Zoologische Einrichtungen spielen weiterhin eine wichtige Rolle für die genetische Sicherung der Art.
Elche
Auch Elche gehören seit 1969 zum Tierbestand. Im Langenberg werden sie einzeln oder in kleinen Gruppen gehalten, da insbesondere während der Brunft ein erhöhtes Verletzungsrisiko zwischen den Tieren besteht.[6]
Elche waren bis ungefähr ins 10. Jahrhundert auch in der Schweiz heimisch. Heute liegen ihre wichtigsten europäischen Verbreitungsgebiete weiter nördlich und östlich.
Damit gehört der Elch zu jenen Arten, mit denen der Tierpark auf die historische Veränderung der europäischen Tierwelt aufmerksam macht.
Przewalski-Pferde
Seit 1987 werden im Langenberg Przewalski-Pferde gehalten.[3]
Das Przewalski-Pferd war zeitweise in freier Wildbahn ausgestorben. Durch international koordinierte Zuchtprogramme in zoologischen Gärten konnten später Tiere wieder in geeigneten Gebieten Zentralasiens ausgewildert werden.
Die Art ist ein bekanntes Beispiel dafür, welchen Beitrag wissenschaftlich geführte Zoos zur Erhaltung stark gefährdeter Tierarten leisten können.
Tierhaltung
Der Tierpark versteht sich als wissenschaftlich geführter Zoo. Die Haltung orientiert sich nach Angaben des Betreibers an aktuellen Erkenntnissen aus Tiergartenbiologie, Feldforschung, Tiermedizin und Tierphysiologie.[7]
Die Anlagen sollen so gross und vielfältig strukturiert sein, dass die Tiere einen möglichst grossen Teil ihres natürlichen Verhaltensrepertoires zeigen können. Dazu gehören insbesondere:
- Partnersuche und Fortpflanzung;
- Aufzucht von Jungtieren;
- Bildung natürlicher Sozialgruppen;
- Nahrungssuche;
- Rückzug vor Artgenossen und Menschen;
- Bewegung in unterschiedlich strukturiertem Gelände.
Ein Tier muss deshalb für Besucherinnen und Besucher nicht jederzeit sichtbar sein. Die Möglichkeit, sich zurückzuziehen, gehört ausdrücklich zum Haltungskonzept.
Der Tierpark ist Mitglied von Zooschweiz und der European Association of Zoos and Aquaria (EAZA).[7]
Erhaltungszucht
Der Wildnispark Zürich beteiligt sich an Europäischen Erhaltungszuchtprogrammen, den sogenannten EAZA Ex situ Programmes (EEP).
Im Langenberg gehören unter anderem folgende Arten zu solchen Programmen:[7]
- Alpensteinbock;
- Braunbär;
- Fischotter;
- Karpatenluchs;
- Przewalski-Pferd;
- Vietnam-Sikahirsch;
- Wisent;
- Wolf.
Ziel der Programme ist der Erhalt genetisch gesunder Populationen in menschlicher Obhut. Bei geeigneten Arten können daraus auch Wiederansiedlungen in natürlichen Lebensräumen hervorgehen.
Der Tierpark beteiligt sich damit nicht nur an der Präsentation von Wildtieren, sondern unmittelbar an internationalen Schutzprogrammen.
Langenberg Ost
Der ältere und grössere Teil des Tierparks wird heute als Langenberg Ost bezeichnet.
Hier befinden sich zahlreiche traditionelle Anlagen des Parks. Der Grossteil dieses Parkteils ist ganzjährig und rund um die Uhr frei zugänglich.[1]
Zum Gebiet gehören unter anderem Anlagen für grosse Huftiere, Raubtiere und kleinere Säugetiere sowie Waldwege, Aussichtsmöglichkeiten und weitere Besuchereinrichtungen.
Im Langenberg Ost befinden sich ausserdem das Wildkatzenhaus und das Müsli-Hüsli, in dem kleine Säugetiere gezeigt werden.
Langenberg West
Der Parkteil Langenberg West wurde 2009 eröffnet und über eine Fussgängerbrücke mit dem älteren Park verbunden.[3]
Die Erweiterung ermöglichte zusätzliche grosszügige Tieranlagen und war ein wichtiger Bestandteil der Modernisierung des Langenbergs.
Langenberg West besitzt im Gegensatz zu grossen Teilen des Ostbereichs festgelegte tägliche Öffnungszeiten. Der Eintritt bleibt jedoch auch hier kostenlos.[1]
Müsli-Hüsli
2014 wurde das sogenannte Müsli-Hüsli eröffnet.[3]
Die Einrichtung widmet sich kleinen Säugetieren, die im Alltag häufig weit weniger Aufmerksamkeit erhalten als Bären, Wölfe oder Hirsche. Zu den dort gezeigten Arten gehören beziehungsweise gehörten unter anderem Gartenschläfer, Hausmäuse und Wanderratten.
Damit erweitert der Tierpark sein Bildungsangebot um Tierarten, die teilweise unmittelbar in menschlichen Siedlungen oder in deren Nähe leben.
Fledermaus-Notpflegestation
Im Umfeld des Tierparks besteht auch eine Notpflegestation für Fledermäuse. Verletzte, geschwächte oder verwaiste Tiere können dort fachgerecht versorgt werden.
Die Einrichtung verdeutlicht den über die eigentliche Zootierhaltung hinausgehenden Anspruch des Wildnisparks, sich mit einheimischen Wildtieren und ihrem Schutz zu beschäftigen.
Forschung
Wissenschaftliche Forschung gehört zu den Aufgaben der Stiftung Wildnispark Zürich.
Der Wildnispark unterstützt Forschungs- und Monitoringprojekte in beiden Parkbereichen. Im Langenberg können unter anderem Verhalten, Fortpflanzung, Gesundheit und Haltung von Wildtieren untersucht werden.
Die gewonnenen Erkenntnisse können sowohl der Verbesserung der Tierhaltung als auch dem Schutz frei lebender Populationen dienen.
Besondere Möglichkeiten ergeben sich aus der Verbindung des wissenschaftlich geführten Tierparks mit dem grossen Naturwaldgebiet des Sihlwalds. Dadurch können Fragen zu Tierhaltung, Wildtierökologie und natürlichen Lebensräumen innerhalb derselben Institution bearbeitet werden.
Umweltbildung
Bildung gehört neben Tierhaltung und Naturschutz zu den zentralen Aufgaben des Wildnisparks.
Der Langenberg ermöglicht einen vergleichsweise einfachen Zugang zu Wildtieren, die in freier Natur häufig schwer zu beobachten sind. Besucherinnen und Besucher können beispielsweise Wölfe, Luchse, Wildkatzen oder Wisente kennenlernen und gleichzeitig Informationen über deren natürliche Lebensräume erhalten.
Für Schulen, Familien, Gruppen und Erwachsene bietet der Wildnispark Führungen, Kurse, Workshops und weitere Veranstaltungen an.
Ein wichtiges Ziel besteht darin, nicht nur Wissen über einzelne Tierarten zu vermitteln, sondern Zusammenhänge zwischen Mensch, Wald, Wildnis und Wildtieren sichtbar zu machen.
Verbindung mit dem Sihlwald
Hauptartikel: Wildnispark Zürich Sihlwald
Der Tierpark Langenberg bildet zusammen mit dem Naturerlebnispark Sihlwald eine gemeinsame Institution.
Die beiden Standorte verfolgen unterschiedliche, aber miteinander verbundene Konzepte. Im Langenberg werden einheimische und ehemals einheimische Wildtiere in menschlicher Obhut gezeigt. Im Sihlwald hingegen soll sich ein früher intensiv genutzter Wald seit dem Jahr 2000 weitgehend ohne forstwirtschaftliche Eingriffe zu einem Naturwald entwickeln.[8]
Der Sihlwald ist heute das grösste Naturwaldreservat des Schweizer Mittellandes. Der Naturerlebnispark besitzt das Bundeslabel Park von nationaler Bedeutung.
Durch diese Kombination kann der Wildnispark sowohl Wildtiere unter kontrollierten Bedingungen als auch natürliche ökologische Prozesse in einem weitgehend sich selbst überlassenen Wald vermitteln.
Erholung und Freizeit
Der Langenberg ist nicht nur zoologische Einrichtung, sondern zugleich ein wichtiges Naherholungsgebiet für die Region Zürich.
Mehrere Wege führen durch die bewaldete Landschaft und verbinden die verschiedenen Tieranlagen miteinander. Da die Anlagen teilweise sehr gross sind, kann die Beobachtung der Tiere Geduld erfordern.
Zum Besucherangebot gehören unter anderem Spielplätze, Picknickmöglichkeiten, Feuerstellen, ein Restaurant und ein Shop.
Der Eintritt in den Tierpark ist kostenlos.[1] Damit gehört der Langenberg zu den frei zugänglichen zoologischen Einrichtungen der Schweiz.
Parkregeln
Der naturnahe Charakter des Tierparks setzt ein rücksichtsvolles Verhalten voraus.
Das Füttern und Streicheln der Tiere ist grundsätzlich nicht erlaubt. Auch Radfahren und Reiten sind innerhalb des Tierparks verboten. Grilliert werden darf nur an den dafür vorgesehenen Feuerstellen.[9]
Für Hunde gelten besondere Bestimmungen. In bestimmten Bereichen müssen sie an der Leine geführt werden, und einzelne Wege oder Anlagen können für Hunde nicht zugänglich sein.
Die Regeln sollen sowohl die Sicherheit der Besucherinnen und Besucher als auch das Wohlbefinden der Tiere gewährleisten.
Bedeutung für den Kanton Zürich
Der Langenberg gehört zu den traditionsreichsten Freizeit- und Bildungsinstitutionen im Kanton Zürich. Seine Geschichte reicht weiter zurück als jene des 1929 eröffneten Zoos Zürich.
Der Park dokumentiert zugleich den Wandel zoologischer Einrichtungen seit dem 19. Jahrhundert. Aus einem einfachen Wildgarten mit wenigen Hirscharten entwickelte sich ein wissenschaftlich geführter Tierpark, in dem Tierwohl, Artenschutz, Forschung und Bildung eine zentrale Rolle spielen.
Charakteristisch ist bis heute die Beschränkung auf einen vergleichsweise kleinen Artenbestand. Statt möglichst viele Tierarten zu präsentieren, werden die vorhandenen Arten in grosszügigen Anlagen gehalten.
Die Nähe zur Stadt Zürich und der kostenlose Zugang machen den Tierpark zu einem häufig besuchten Ausflugsziel im Raum Zürich.
Historische Entwicklung im Überblick
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| 1869 | Carl Anton Ludwig von Orelli gründet den Wildgarten Langenberg |
| 1873 | Bau des Orelli-Hauses |
| 1914 | Eröffnung des Bärengrabens |
| 1921 | Eröffnung des Wildschweingeheges |
| 1929 | Beginn des Verzichts auf exotische Tierarten |
| 1946 | Eröffnung der Steinbockanlage |
| 1959 | Neubau des Bärenfelsens |
| 1969 | Elch- und Wisentanlage zum 100-jährigen Bestehen |
| 1975 | Eröffnung der Luchsanlage |
| 1983 | Eröffnung der Wildkatzenanlage |
| 1987 | Eröffnung der Przewalski-Pferdeanlage |
| 1995 | Eröffnung der Wolfsanlage |
| 1998 | Neue Waldanlage für Braunbären |
| 2001 | Neue Luchs- und Wildkatzenanlagen |
| 2003 | Begehbare Waldanlage für Wildschweine |
| 2007 | Eröffnung der Fuchsanlage |
| 2009 | Gründung der Stiftung Wildnispark Zürich und Eröffnung Langenberg West |
| 2014 | Eröffnung des Müsli-Hüsli |
| 2019 | 150-jähriges Bestehen |
| 2024 | Beginn der Beteiligung an Luchs-Auswilderungen in Deutschland |
Quelle: Wildnispark Zürich.[3]
Siehe auch
- Wildnispark Zürich
- Wildnispark Zürich Sihlwald
- Langnau am Albis
- Sihltal
- Albis
- Zoo Zürich
- Tierpark Goldau
- Tierpark Bern
- Zoo Basel
- Zoo in der Schweiz
- Naturschutz im Kanton Zürich
Weblinks
- Offizielle Website des Wildnisparks Zürich
- Tierpark Langenberg
- Tierarten im Langenberg
- Geschichte des Tierparks Langenberg
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 Tierpark Langenberg, Wildnispark Zürich, abgerufen am 9. August 2026.
- ↑ 2,0 2,1 2,2 Unsere Wildtiere, Wildnispark Zürich, abgerufen am 9. August 2026.
- ↑ 3,00 3,01 3,02 3,03 3,04 3,05 3,06 3,07 3,08 3,09 3,10 3,11 3,12 3,13 3,14 3,15 3,16 3,17 3,18 Geschichte Tierpark, Wildnispark Zürich, abgerufen am 9. August 2026.
- ↑ Wildschwein, Wildnispark Zürich, abgerufen am 9. August 2026.
- ↑ 5,0 5,1 Darlehen und höhere Betriebsbeiträge für den Wildnispark Zürich, Stadt Zürich, 27. Oktober 2021.
- ↑ Europäischer Elch, Wildnispark Zürich, abgerufen am 9. August 2026.
- ↑ 7,0 7,1 7,2 Tierhaltung, Wildnispark Zürich, abgerufen am 9. August 2026.
- ↑ Über uns, Wildnispark Zürich, abgerufen am 9. August 2026.
- ↑ Parkregeln, Wildnispark Zürich, abgerufen am 9. August 2026.