Waadtländer Alpen

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Waadtländer Alpen
Blick von Les Chaux bei Villars-sur-Ollon in die Waadtländer Alpen
Französische Bezeichnung Alpes vaudoises
Lage Südöstlicher Kanton Waadt, teilweise Grenzgebiet zu den Kantonen Bern und Wallis
Teil der Westliche Berner Alpen und angrenzende Voralpen
Höchster Gipfel Sommet des Diablerets
Maximale Höhe 3210 m ü. M.
Bedeutende Massive Diablerets, Muveran, Dents de Morcles
Bedeutende Täler Vallée des Ormonts, Vallée de la Gryonne, Vallon de Nant, Pays-d’Enhaut
Bedeutende Orte Leysin, Les Diablerets, Villars-sur-Ollon, Gryon, Château-d’Oex
Bedeutende Pässe Col du Pillon, Col des Mosses, Col de la Croix
Gewässer Grande Eau, Gryonne, Avançon, Hongrin, Saane
Tourismusregion Alpes Vaudoises

Die Waadtländer Alpen (französisch Alpes vaudoises) sind der im Südosten des Kantons Waadt gelegene Teil der Schweizer Alpen. Im engeren geografischen Sinn umfassen sie vor allem die hohen Kalkmassive der Berner Alpen zwischen dem Rhonetal, dem Col du Pillon, dem Sanetschgebiet und der Grenze zum Kanton Wallis. Im regionalen und touristischen Sprachgebrauch werden auch die nördlich anschliessenden Waadtländer Voralpen, das Pays-d’Enhaut und die Berggebiete um Leysin, Les Mosses und Château-d’Oex zu den Waadtländer Alpen gezählt.

Der höchste Punkt ist der 3210 Meter hohe Sommet des Diablerets. Der Berg ist zugleich der höchste Gipfel des Kantons Waadt und der höchste Punkt des weitläufigen Diablerets-Massivs.[1] Weitere bedeutende Berge sind der Oldenhorn beziehungsweise Becca d’Audon, der Grand Muveran, die Grande Dent de Morcles, der Tarent, der Pic Chaussy, die Tour d’Aï und die Rochers de Naye.

Die Region ist durch einen starken Gegensatz zwischen hochalpinen Kalkmassiven, Gletschern, schroffen Felswänden, bewaldeten Tälern und jahrhundertealten Alpweiden geprägt. Zu den bekanntesten Ferienorten gehören Villars-sur-Ollon, Gryon, Les Diablerets, Leysin, Château-d’Oex und Les Mosses. Neben dem Tourismus besitzen die Alpwirtschaft, Forstwirtschaft, Käseproduktion, Energiegewinnung und der regionale Dienstleistungssektor grosse Bedeutung.

Begriff und Abgrenzung

Die Bezeichnung Waadtländer Alpen wird nicht in allen geografischen, geologischen und touristischen Darstellungen gleich verwendet. Eine allgemein verbindliche Grenze existiert nicht.

Im engeren orografischen Sinn bezeichnet der Begriff die Gebirgsgruppen der hohen Kalkalpen im südöstlichen Waadtland. Dazu gehören insbesondere:

  • das Diablerets-Massiv;
  • die Muveran-Gruppe;
  • die Dents-de-Morcles-Gruppe;
  • die zwischen dem Rhonetal, dem Ormonts-Tal und der Walliser Grenze gelegenen Kalkketten.

Diese Gebirgsgruppen bilden keinen vollständig selbstständigen Grossraum innerhalb der Alpen. Sie gehören geologisch und orografisch zu den westlichen Berner Alpen. Der Schweizer Alpen-Club bezeichnet die Waadtländer Alpen entsprechend als westlichen Teil beziehungsweise als Fortsetzung der Berner Alpen.[2]

In einer weiteren landschaftlichen Bedeutung werden auch die nördlich vorgelagerten Berge zwischen dem Genfersee, dem Pays-d’Enhaut und den Freiburger Voralpen einbezogen. Diese Gebiete werden genauer als Waadtländer Voralpen bezeichnet. Ihr höchster Gipfel ist der 2548 Meter hohe Tarent.[3]

Die touristische Marke «Alpes Vaudoises» umfasst einen noch breiteren Raum. Zu ihr gehören unter anderem:

  • Aigle und das Waadtländer Chablais;
  • Bex;
  • Villars-sur-Ollon und Gryon;
  • Les Diablerets;
  • Leysin;
  • der Col des Mosses und La Lécherette;
  • Château-d’Oex, Rossinière und Rougemont im Pays-d’Enhaut.

Diese touristische Abgrenzung verbindet Hochalpen, Voralpen, Rhonetal, Weinbaugebiete und mehrere Ferienregionen miteinander.[4]

Lage

Die Waadtländer Alpen liegen im südöstlichen Teil des Kantons Waadt. Im Süden fallen die Berge steil zum Rhonetal zwischen Bex, Lavey und Saint-Maurice ab. Im Osten und Südosten grenzen sie an den Kanton Wallis und an die westlichen Berner Alpen. Im Nordosten schliessen die Berner und Freiburger Voralpen an.

Nach Westen senken sich die Gebirgsketten über Leysin, Aigle und Villeneuve zum Genfersee und zum unteren Rhonetal ab. Im Norden gehen sie in die weicheren Landschaftsformen des Pays-d’Enhaut und der Waadtländer Voralpen über.

Die Gebirgsregion bildet einen Übergangsraum zwischen mehreren grossen Landschaftseinheiten:

  • dem Genferseebecken im Westen;
  • dem Rhonetal im Süden;
  • den Berner Alpen im Osten;
  • den Freiburger und Waadtländer Voralpen im Norden.

Die Kantonsgrenzen folgen nur teilweise den Gebirgskämmen. Einige Massive erstrecken sich über mehrere Kantone. Das Diablerets-Massiv liegt im Grenzgebiet von Waadt, Bern und Wallis. Die Muveran- und Dents-de-Morcles-Gruppen werden durch die Grenze zwischen Waadt und Wallis geteilt.

Landschaftsräume

Diablerets-Massiv

Das Diablerets-Massiv ist die höchste und bekannteste Gebirgsgruppe der Waadtländer Alpen. Es erhebt sich zwischen dem Vallée des Ormonts im Norden, dem Rhonetal im Süden, dem Col du Pillon im Osten und dem Gebiet von Anzeinde im Westen.

Der Sommet des Diablerets erreicht 3210 Meter über Meer. Der Name «Les Diablerets» wird sowohl für den höchsten Gipfel als auch für das gesamte Massiv und das gleichnamige Dorf im Ormonts-Tal verwendet.[1]

Zu den weiteren Gipfeln und Erhebungen des Massivs gehören:

  • Oldenhorn beziehungsweise Becca d’Audon, 3123 m ü. M.;
  • Tête Ronde, 3037 m ü. M.;
  • Scex Rouge, rund 2950 m ü. M.;
  • Quille du Diable, 2908 m ü. M.;
  • Culan, 2789 m ü. M.;
  • Tête aux Chamois, 2525 m ü. M.

Auf dem Hochplateau liegen mehrere Gletscher und Firnfelder. Der Tsanfleurongletscher erstreckt sich hauptsächlich auf Walliser Gebiet, reicht aber an das Grenzgebiet der Waadtländer Alpen heran. An der Nordseite des Massivs befinden beziehungsweise befanden sich kleinere Gletscher wie der Glacier de Pierredar, Glacier de Prapioz und Glacier du Sex Rouge.

Vom Col du Pillon führt die Luftseilbahn von Glacier 3000 zur Tête aux Chamois und weiter zum Scex Rouge. Das Gebiet wird für Skisport, Gletscherwanderungen und touristische Aussichtserlebnisse genutzt.[5]

Muveran-Gruppe

Die Muveran-Gruppe liegt westlich und südwestlich des Diablerets-Massivs. Sie wird im Norden durch die Gebiete von Gryon, Solalex und Anzeinde, im Westen durch das Vallon de Nant und im Süden durch das Walliser Rhonetal begrenzt.

Der höchste Gipfel ist der 3051 Meter hohe Grand Muveran. Weitere markante Berge sind:

  • Petit Muveran, 2810 m ü. M.;
  • Dent Favre, 2917 m ü. M.;
  • Dent de Morcles, 2969 m ü. M.;
  • Haut de Cry, 2969 m ü. M.;
  • Tête à Pierre Grept, 2904 m ü. M.;
  • Pointe des Savolaires, 2294 m ü. M.;
  • Argentine, 2422 m ü. M.

Die Gruppe ist durch steile Kalkwände, ausgedehnte Schutthalden, Karstflächen und hoch gelegene Alpweiden gekennzeichnet. Das Plateau von Anzeinde südlich des Diablerets-Massivs gehört zu den grössten und landschaftlich bedeutendsten Alpgebieten der Region.[6]

Der Grand Muveran ist von mehreren Seiten zugänglich, erfordert auf den üblichen Routen jedoch alpine Erfahrung. Die Cabane Rambert auf Walliser Gebiet und weitere Schutzhütten dienen als Ausgangspunkte für Bergtouren.

Dents de Morcles

Die Dents de Morcles bilden den südwestlichen Abschluss der hohen Waadtländer Kalkalpen. Sie erheben sich unmittelbar über dem Rhonetal zwischen Bex, Lavey und Saint-Maurice.

Die Grande Dent de Morcles erreicht 2969 Meter über Meer. Die Bergflanken fallen stellenweise mehr als 2500 Höhenmeter zum Talboden ab. Dadurch wirken die Gipfel trotz ihrer geringeren absoluten Höhe besonders mächtig.

Die Gesteinsschichten sind stark gefaltet und überschoben. An den Felswänden sind die geologischen Strukturen deutlich sichtbar. Die Dents de Morcles gehören deshalb zu den bedeutenden geologischen Anschauungsgebieten der Westschweiz.[7]

Waadtländer Voralpen

Nördlich und westlich der hohen Kalkalpen liegen die Waadtländer Voralpen. Sie besitzen geringere Höhen, sind jedoch ebenfalls von schroffen Kalkgipfeln, tiefen Tälern und steilen Grasflanken geprägt.

Zu den wichtigsten Gipfeln gehören:

Gipfel Höhe Gebiet
Le Tarent 2548 m Zwischen Les Mosses und Pays-d’Enhaut
La Para 2540 m Oberhalb von L’Etivaz
Pic Chaussy 2351 m Les Mosses
Tour d’Aï 2331 m Leysin
Tour de Mayen 2326 m Leysin
Cape au Moine 1941 m Grenzgebiet Waadt–Freiburg
Rochers de Naye 2042 m Oberhalb von Montreux
Grand Chamossaire 2112 m Villars-sur-Ollon

Der Tarent ist der höchste Gipfel der eigentlichen Waadtländer Voralpen.[3] Die Landschaft ist stärker von Wäldern, Alpweiden und grasbewachsenen Rücken geprägt als das Gebiet der Diablerets- und Muveran-Gruppen.

Täler

Vallée des Ormonts

Das Vallée des Ormonts ist eines der zentralen Täler der Waadtländer Alpen. Es wird von der Grande Eau durchflossen und erstreckt sich vom Col du Pillon über Les Diablerets und Le Sépey in Richtung Aigle.

Das Tal besteht aus den Gemeindegebieten von Ormont-Dessus und Ormont-Dessous. Les Diablerets ist der Hauptort von Ormont-Dessus, während Le Sépey das Zentrum von Ormont-Dessous bildet.[8]

Die Talflanken sind von Streusiedlungen, Einzelhöfen, Wäldern und Alpweiden geprägt. Grössere geschlossene Siedlungen entstanden vor allem im Zusammenhang mit Verkehr, Tourismus und öffentlichen Einrichtungen.

Vallée de la Gryonne

Die Gryonne entspringt im Gebiet zwischen dem Col de la Croix, dem Diablerets-Massiv und Anzeinde. Sie fliesst über Gryon und Bex in die Rhone.

Das Tal verbindet die Ferienorte Villars-sur-Ollon und Gryon mit den Alpgebieten von Solalex und Anzeinde. Zwischen Villars und Les Diablerets führt die Passstrasse über den 1778 Meter hohen Col de la Croix.[9]

Vallon de Nant

Das Vallon de Nant ist ein weitgehend unbesiedeltes Seitental oberhalb von Bex. Es wird im Westen von der Dent de Morcles und im Osten vom Grand Muveran begrenzt.

Das Tal besitzt eine aussergewöhnlich vielfältige Pflanzenwelt. Die Höhenstufen reichen von Laub- und Nadelwäldern bis zu alpinen Rasen, Schuttfluren und Felslebensräumen. Das Vallon de Nant wurde 1969 als Naturschutzgebiet ausgewiesen.[10]

Am Taleingang bei Pont-de-Nant befindet sich der kantonale Alpengarten La Thomasia. Er zeigt Pflanzenarten aus den Alpen und weiteren Hochgebirgen der Erde.

Pays-d’Enhaut

Das Pays-d’Enhaut liegt im oberen Tal der Saane nordöstlich der hohen Waadtländer Alpen. Die Region umfasst die Gemeinden Château-d’Oex, Rossinière und Rougemont.

Geografisch gehört das Tal eher zu den Voralpen als zu den hohen Waadtländer Alpen. Aufgrund seiner wirtschaftlichen, kulturellen und touristischen Beziehungen wird es dennoch häufig der Region Alpes Vaudoises zugerechnet.

Das Pays-d’Enhaut ist durch breite Talböden, bewaldete Hänge, Kalkgipfel und ausgedehnte Alpweiden gekennzeichnet. Die traditionelle Holzbebauung und die Alpkäseherstellung prägen das Landschaftsbild.

Gebirgspässe

Mehrere Pässe verbinden die Täler und Nachbarregionen miteinander.

Pass Höhe Verbindung Strassenzustand
Col du Pillon 1546 m Les Diablerets–Gsteig und Gstaad Ganzjährig befahrbar
Col des Mosses 1445 m Aigle–Le Sépey–Château-d’Oex Ganzjährig befahrbar
Col de la Croix 1778 m Villars-sur-Ollon–Les Diablerets Im Winter geschlossen
Col de Jaman 1512 m Genferseeregion–Pays-d’Enhaut Keine durchgehende öffentliche Strassenverbindung
Col de Bretaye 1805 m Villars–Hongrin-Gebiet Bergweg und Bahnzugang

Der Col du Pillon verbindet das Ormonts-Tal mit dem Berner Saanenland. Er bildet zugleich den wichtigsten Zugang zum Gebiet Glacier 3000.[11]

Der Col des Mosses ist die wichtigste Strassenverbindung zwischen dem Waadtländer Chablais und dem Pays-d’Enhaut. Er liegt auf der Wasserscheide zwischen Rhein und Rhone: Das Wasser der Nordseite fliesst über die Saane, Aare und den Rhein zur Nordsee, jenes der Südseite über die Grande Eau und Rhone zum Mittelmeer.[12]

Gewässer

Die Waadtländer Alpen liegen hauptsächlich im Einzugsgebiet der Rhone. Ein Teil der nördlichen Voralpen entwässert jedoch über die Saane und Aare zum Rhein.

Wichtige Flüsse und Bäche sind:

  • die Grande Eau im Vallée des Ormonts;
  • die Gryonne bei Gryon und Bex;
  • der Avançon de Nant und der Avançon d’Anzeinde;
  • der Hongrin;
  • die Torneresse;
  • die Saane im Pays-d’Enhaut;
  • zahlreiche Wildbäche an den Hängen zum Rhonetal.

Die Grande Eau mündet bei Aigle in die Rhone. Gryonne und Avançon erreichen den Hauptfluss bei Bex. Der Hongrin fliesst dagegen über den Lac de l’Hongrin und die Saane zum Rhein.

Zu den Bergseen gehören:

  • Lac d’Aï;
  • Lac de Mayen;
  • Lac Segray;
  • Lac des Chavonnes;
  • Lac de Bretaye;
  • Lac Lioson;
  • Lac de l’Hongrin;
  • kleinere Karst- und Tümpelseen.

Der Lac de l’Hongrin ist ein künstlicher Stausee. Seine beiden Bogenstaumauern gehören zu einem Pumpspeicher- und Wasserkraftsystem, das mit dem Genfersee verbunden ist.

Geologie

Die Waadtländer Alpen gehören zu den nördlichen Kalkalpen der Schweiz. Ihr Untergrund besteht überwiegend aus Sedimentgesteinen, die während des Erdmittelalters in einem früheren Meeresbecken abgelagert wurden.

Zu den wichtigsten Gesteinen gehören:

  • Kalkstein;
  • Mergel;
  • Dolomit;
  • Sandstein;
  • Gips und Anhydrit;
  • örtlich Flyschgesteine.

Während der Alpenbildung wurden die Gesteinsschichten gefaltet, übereinandergeschoben und weit nach Norden transportiert. Die heute sichtbaren Berge bestehen aus mehreren tektonischen Decken und Faltenstrukturen.

Besonders deutlich sind diese Strukturen an den Dents de Morcles, am Grand Muveran und im Diablerets-Massiv zu erkennen. Stark verbogene Kalkbänke, Überschiebungen und Erosionsformen machen die Region zu einem bedeutenden Gebiet für geologische Forschung und Lehre.[13]

Am Col de la Croix treten mächtige Gipsschichten an die Oberfläche. Wasser und Verwitterung formten dort charakteristische Gipspyramiden, Dolinen und Rinnen.[9]

Die Salzlagerstätten von Bex stehen ebenfalls mit den geologischen Vorgängen der Region in Verbindung. Das Salz wurde durch unterirdisches Wasser aus den Gesteinsschichten gelöst und wird seit Jahrhunderten bergmännisch gewonnen.

Karst und Höhlen

Die mächtigen Kalkgesteine begünstigen die Bildung von Karstlandschaften. Regen- und Schmelzwasser dringt in Klüfte ein, löst den Kalk und schafft unterirdische Wasserwege.

Typische Karstformen sind:

  • Karrenfelder;
  • Dolinen;
  • Schächte;
  • Höhlen;
  • unterirdische Bäche;
  • Karstquellen;
  • zeitweise wasserführende Mulden.

Ausgedehnte Karrenfelder befinden sich unter anderem im Gebiet der Tours d’Aï und de Mayen, auf den Hochflächen des Diablerets-Massivs und bei Anzeinde.

Die unterirdische Entwässerung erschwert teilweise die genaue Zuordnung der Wassereinzugsgebiete. Karstquellen können nach Niederschlägen rasch anschwellen und grosse Wassermengen führen.

Gletscher

Die höchsten Gebiete der Waadtländer Alpen sind vergletschert. Der grösste zusammenhängende Gletscherraum liegt im Diablerets-Massiv.

Historisch wurden mehrere Gletscher unterschieden:

  • Tsanfleurongletscher;
  • Glacier du Sex Rouge;
  • Glacier de Prapioz;
  • Glacier de Pierredar;
  • Glacier de Culant;
  • Glacier des Martinets;
  • kleinere Firnfelder am Grand Muveran und an den Dents de Morcles.

Seit dem Ende der Kleinen Eiszeit sind die Gletscher stark zurückgegangen. Einige der kleineren Eisflächen zerfielen in getrennte Reste oder verschwanden weitgehend.

Der Gletscherschwund verändert das Landschaftsbild, die Wasserführung, den Permafrost und die Bedingungen für Bergsport und Tourismus. Felsflächen, die während Jahrhunderten unter Eis lagen, werden freigelegt. Gleichzeitig können Steinschlag und instabile Felspartien zunehmen.

Das Schweizerische Gletschermessnetz GLAMOS dokumentiert die langfristige Entwicklung der Schweizer Gletscher mit Unterstützung von Swisstopo und weiteren wissenschaftlichen Institutionen.[14]

Klima

Das Klima der Waadtländer Alpen wird durch die Lage am westlichen Alpenrand und den grossen Höhenunterschied geprägt.

Feuchte Luftmassen aus westlichen und nordwestlichen Richtungen führen häufig zu Niederschlägen. Die Berge wirken als Barriere, an der die Luft aufsteigt und abkühlt. Besonders die nördlichen und westlichen Hänge erhalten grosse Regen- und Schneemengen.

Die tiefen Lagen im Rhonetal besitzen ein vergleichsweise trockenes und warmes Klima. An den Südhängen bei Aigle, Ollon und Bex gedeihen Reben, Obstbäume und wärmeliebende Pflanzen.

In den Höhenlagen sind die Winter lang und schneereich. Die Schneesicherheit unterscheidet sich jedoch stark nach Höhe und Exposition. Südseitige Hänge apern häufig früh aus, während schattige Nordhänge länger Schnee behalten.

Föhn kann im Rhonetal und in den Seitentälern zu starken Winden und raschen Temperaturanstiegen führen. Gewitter, Starkniederschläge, Lawinen, Hochwasser und Murgänge gehören zu den bedeutenden Naturgefahren.

Der Klimawandel führt zu höheren Temperaturen, einer steigenden Schneefallgrenze und kürzeren Perioden mit geschlossener Schneedecke. Der Kanton Waadt erwartet für die Alpen- und Voralpenregionen verstärkte Auswirkungen auf Wasserhaushalt, Wald, Landwirtschaft, Naturgefahren und Wintertourismus.[15]

Flora

Die grossen Höhenunterschiede und die vielfältige Geologie schaffen zahlreiche Lebensräume.

In den unteren Lagen wachsen Laub- und Mischwälder mit:

  • Buche;
  • Bergahorn;
  • Esche;
  • Eiche;
  • Linde;
  • Tanne.

Mit zunehmender Höhe treten Fichte, Lärche und Bergföhre stärker hervor. An einzelnen hoch gelegenen Standorten kommen Arvenbestände vor.

Oberhalb der Waldgrenze liegen alpine Rasen, Zwergstrauchheiden, Schuttfluren und Felsvegetation. Zu den typischen Pflanzenarten gehören:

  • Alpenrose;
  • Enzian;
  • Edelweiss;
  • Alpenaster;
  • Silberwurz;
  • Alpensoldanelle;
  • Steinbrecharten;
  • verschiedene Orchideen.

Das Vallon de Nant ist wegen seiner aussergewöhnlichen Pflanzenvielfalt bekannt. Dort kommen auf engem Raum Arten verschiedener Höhenstufen und geologischer Untergründe vor.

Auch die Tours d’Aï und de Famelon besitzen wertvolle Fels-, Karst-, Moor- und Waldlebensräume. Pro Natura und die Gemeinde Leysin schützen dort unter anderem Feuchtgebiete, Arvenwald und alpine Rasen.[16]

Fauna

In den Waadtländer Alpen leben zahlreiche alpine und voralpine Tierarten.

Zu den grösseren Säugetieren gehören:

  • Gämse;
  • Alpensteinbock;
  • Rothirsch;
  • Reh;
  • Wildschwein;
  • Fuchs;
  • Dachs;
  • Schneehase;
  • Murmeltier;
  • Luchs.

Der Wolf tritt seit seiner natürlichen Rückkehr in die Schweiz ebenfalls in der weiteren Region auf. Seine Anwesenheit führt zu Diskussionen über Herdenschutz, Alpwirtschaft und Wildtiermanagement.

Typische Vogelarten sind:

  • Steinadler;
  • Bartgeier;
  • Alpendohle;
  • Kolkrabe;
  • Birkhuhn;
  • Alpenschneehuhn;
  • Wanderfalke;
  • Mauerläufer;
  • Alpenbraunelle.

Die Felswände, Alpweiden, Wälder und Feuchtgebiete bilden unterschiedliche Lebensräume. Freizeitaktivitäten können insbesondere während des Winters und der Fortpflanzungszeit zu Störungen führen. Der Kanton Waadt richtet deshalb Wildschutz- und Wildruhezonen ein.[17]

Naturschutz

Mehrere Landschaften und Lebensräume der Waadtländer Alpen stehen unter kantonalem oder nationalem Schutz.

Zu den bedeutenden Schutzgebieten gehören:

  • Vallon de Nant;
  • Tours d’Aï und de Famelon;
  • Col de la Croix;
  • Pierreuse;
  • Moorgebiete bei Les Mosses;
  • Wald- und Felsgebiete am Grand Muveran;
  • alpine Auen, Trockenwiesen und Flachmoore.

Das Vallon de Nant umfasst eine rund 1400 Hektaren grosse Natur- und Waldschutzlandschaft. In Teilen des Gebiets wird auf eine forstwirtschaftliche Nutzung verzichtet oder diese stark eingeschränkt.[18]

Das Pays-d’Enhaut gehört teilweise zum Regionalen Naturpark Gruyère Pays-d’Enhaut. Der Park verbindet Natur- und Landschaftsschutz mit regionaler Wirtschaft, Landwirtschaft, Kultur und nachhaltigem Tourismus.

Besiedlung

Die dauerhafte Besiedlung konzentriert sich auf Talböden, Sonnenterrassen und günstig gelegene Hänge. Hoch gelegene Gebiete werden überwiegend saisonal genutzt.

Historische Siedlungsformen sind:

  • geschlossene Dörfer;
  • Weiler;
  • Streusiedlungen;
  • Einzelhöfe;
  • saisonal bewohnte Alphütten.

Im Ormonts-Tal und im Pays-d’Enhaut ist die Streusiedlung besonders ausgeprägt. Bauernhöfe und Chalets liegen weit auseinander auf Wiesen und Hangterrassen.

Viele Gebäude wurden traditionell aus Holz errichtet. Breite Dächer, grosse Vordächer und Wirtschaftsräume unter demselben Dach passten die Häuser an Klima und Landwirtschaft an.

Seit dem Aufstieg des Tourismus entstanden Hotels, Ferienwohnungen, Chaletsiedlungen und Bergbahnstationen. In einzelnen Ferienorten bilden Zweitwohnungen einen beträchtlichen Teil des Gebäudebestands.

Geschichte

Frühe Nutzung

Die Täler und unteren Berglagen wurden bereits in vorgeschichtlicher und römischer Zeit genutzt. Das Rhonetal bildete eine wichtige Verkehrsachse zwischen dem Genferseeraum und den Alpenpässen.

Die hohen Gebiete wurden vor allem als Sommerweiden erschlossen. Im Laufe des Mittelalters entstanden dauerhafte Wege, Alpen, Sennereien und Nutzungsrechte.

Kirchliche Einrichtungen wie die Abtei Saint-Maurice besassen im frühen Mittelalter Güter und Rechte im Gebiet des heutigen Waadtländer Chablais.[19]

Savoyische Herrschaft

Im Hoch- und Spätmittelalter gelangten grosse Teile des Waadtländer Alpenraums unter den Einfluss des Hauses Savoyen. Lokale Herren, Klöster und Talgemeinschaften behielten jedoch unterschiedliche Rechte.

Die Täler waren wirtschaftlich sowohl zum Rhonetal als auch zum Berner Oberland und zum Greyerzerland ausgerichtet. Vieh, Käse, Holz, Salz und weitere Güter wurden über die Bergpässe transportiert.

Berner Zeit

Während der Burgunderkriege besetzte Bern 1475 das Gebiet von Aigle und die angrenzenden Täler. Daraus entstand die bernische Regierung Aigle.

Die bernische Obrigkeit führte im 16. Jahrhundert die Reformation ein. Die Bevölkerung der Ormonts und weiterer Gebiete wurde evangelisch-reformiert, während das benachbarte Wallis und ein Teil der Freiburger Voralpen katholisch blieben.

Die bernische Herrschaft dauerte bis 1798. Lokale Gemeinden und bäuerliche Nutzungsgemeinschaften verwalteten weiterhin Alpen, Wälder und gemeinschaftliche Güter.

Kanton Waadt

Nach der Waadtländer Revolution von 1798 wurde die Region Teil des Kantons Léman in der Helvetischen Republik. Mit der Mediationsakte von 1803 entstand der heutige Kanton Waadt.

Der Ausbau von Strassen und später Eisenbahnen verbesserte im 19. Jahrhundert die Verbindung der Bergtäler mit Aigle, Montreux, Lausanne und dem Berner Oberland.

Entwicklung des Tourismus

Der Tourismus begann sich im 19. Jahrhundert zu einem bedeutenden Wirtschaftszweig zu entwickeln. Zunächst kamen Naturforscher, Alpinisten, wohlhabende Reisende und Personen, die sich in Höhenkurorten erholen wollten.

Leysin wurde wegen seines sonnigen Klimas als Kurort für Tuberkulosekranke international bekannt. Zahlreiche Sanatorien und Hotels entstanden auf den Terrassen oberhalb des Rhonetals.

Villars-sur-Ollon und Gryon entwickelten sich zu Ferienorten mit Hotels, Chalets und Sportanlagen. Les Diablerets wurde zum Ausgangspunkt für Bergtouren und später zum Wintersportzentrum.

Der Bau von Bergbahnen beschleunigte die Entwicklung:

  • Zahnradbahn Aigle–Leysin;
  • Bahn Bex–Villars–Bretaye;
  • Bahn Aigle–Le Sépey–Les Diablerets;
  • Montreux–Berner Oberland-Bahn durch das Pays-d’Enhaut;
  • Luftseilbahnen und Skilifte in den Feriengebieten;
  • Glacier-3000-Seilbahnen am Col du Pillon.

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entstanden grosse Skigebiete. Seit dem frühen 21. Jahrhundert gewinnt der Ganzjahrestourismus an Bedeutung.

Wintersport

Die Waadtländer Alpen besitzen mehrere Wintersportgebiete.

Villars–Gryon–Les Diablerets

Die Skigebiete von Villars, Gryon und Les Diablerets sind über Pisten und Anlagen miteinander verbunden. Sie erstrecken sich unter anderem über Bretaye, Grand Chamossaire, Les Chaux, Meilleret und Isenau.

Die Region bietet:

  • alpine Skipisten;
  • Snowparks;
  • Langlaufloipen;
  • Winterwanderwege;
  • Schneeschuhrouten;
  • Schlittelwege;
  • Skitourenmöglichkeiten.

Das höher gelegene Gebiet Glacier 3000 ergänzt das Angebot durch Gletscher- und Hochgebirgspisten.

Leysin

Das Skigebiet von Leysin liegt an La Berneuse, Tour d’Aï und weiteren Bergen. Es ist besonders für Familien, Freestyle-Angebote und die Aussicht auf das Rhonetal und den Genfersee bekannt.

Les Mosses–La Lécherette

Les Mosses und La Lécherette bilden ein voralpines Wintersportgebiet. Die sanften Geländeformen eignen sich für Familien, Langlauf und Schneeschuhwandern.

Die Hochebene ist eines der bedeutendsten Langlaufgebiete im westlichen Waadtland.

Château-d’Oex und Rougemont

Das Pays-d’Enhaut bietet kleinere und mittlere Skigebiete, Langlaufloipen, Winterwanderwege und Skitouren. Rougemont ist über Bergbahnen mit dem Skigebiet von Gstaad verbunden.

Sommertourismus und Bergsport

Im Sommer werden die Waadtländer Alpen zum Wandern, Bergsteigen, Klettern, Mountainbiken und Gleitschirmfliegen genutzt.

Bedeutende Wanderziele sind:

  • Lac Lioson;
  • Tours d’Aï und de Mayen;
  • Solalex und Anzeinde;
  • Vallon de Nant;
  • Col de la Croix;
  • Col des Mosses;
  • Rochers de Naye;
  • Grand Chamossaire;
  • Diablerets-Massiv;
  • Pays-d’Enhaut.

Der Sommet des Diablerets, Grand Muveran und Dent de Morcles sind alpine Gipfelziele. Viele Routen führen durch wegloses, ausgesetztes oder vergletschertes Gelände und erfordern entsprechende Erfahrung.

Die Tour d’Aï besitzt mehrere Kletterrouten und einen Klettersteig. Auch die Kalkwände von Argentine, Sanetsch und den Dents de Morcles sind für den Klettersport bekannt.

Berghütten

Mehrere Hütten und Schutzunterkünfte dienen als Stützpunkte:

Hütte Höhe Gebiet
Cabane des Diablerets 2486 m Tête aux Chamois
Refuge de Pierredar 2293 m Nordseite des Diablerets-Massivs
Refuge Giacomini 1893 m Anzeinde
Cabane de Plan Névé 2264 m Grand-Muveran-Gebiet
Cabane de la Tourche 2198 m Dents de Morcles
Cabane de la Videmanette rund 2200 m Rougemont

Die Hütten werden von Sektionen des Schweizer Alpen-Clubs, Vereinen oder privaten Organisationen betrieben. Öffnungszeiten und Bewartung richten sich nach Saison und Wetter.

Landwirtschaft

Die Berglandwirtschaft prägt die Waadtländer Alpen seit Jahrhunderten. In den Tälern und unteren Hanglagen werden Wiesen und Weiden bewirtschaftet. Im Sommer ziehen Vieh und Personal auf höher gelegene Alpen.

Die wichtigsten landwirtschaftlichen Bereiche sind:

  • Milchwirtschaft;
  • Viehzucht;
  • Alpwirtschaft;
  • Käseherstellung;
  • Forstwirtschaft;
  • regionale Fleisch- und Milchprodukte.

Besondere Bedeutung besitzt der Alpkäse L’Etivaz. Er wird während des Sommers aus Rohmilch in Kupferkesseln über offenem Holzfeuer hergestellt. Die Milch stammt von Kühen, die auf Alpweiden zwischen ungefähr 1000 und 2000 Metern grasen.[20]

Die traditionelle Alpwirtschaft trägt zur Erhaltung offener Weideflächen und einer artenreichen Kulturlandschaft bei. Ohne Bewirtschaftung würden viele Alpweiden langfristig verbuschen oder verwalden.

Forstwirtschaft

Wälder bedecken grosse Teile der Talhänge. Sie liefern Holz und besitzen eine wichtige Schutzfunktion gegen:

  • Lawinen;
  • Steinschlag;
  • Rutschungen;
  • Erosion;
  • Hochwasser und Schwemmholz.

Die Waldwirtschaft muss Holznutzung, Schutzfunktion, Biodiversität und Erholung miteinander verbinden. In Naturwaldreservaten wird auf Holznutzung verzichtet, damit sich der Wald weitgehend ohne menschliche Eingriffe entwickeln kann.

Der Klimawandel stellt die Schutzwälder vor neue Herausforderungen. Trockenheit, Hitze, Stürme und Schädlinge können die Stabilität einzelner Bestände schwächen.[21]

Energiegewinnung

Wasser aus den Waadtländer Alpen wird seit dem frühen 20. Jahrhundert zur Stromproduktion genutzt.

Zu den wichtigen Anlagen gehören:

  • Speicherkraftwerke im Hongrin-Gebiet;
  • Wasserkraftanlagen an Grande Eau, Gryonne und Avançon;
  • Pumpspeicherverbindungen zwischen dem Lac de l’Hongrin und dem Genfersee;
  • kleinere kommunale und private Wasserkraftwerke.

Die Kraftwerksanlagen verändern den natürlichen Wasserhaushalt, ermöglichen aber die Produktion und Speicherung erneuerbarer Energie.

Photovoltaikanlagen auf Gebäuden und touristischen Infrastrukturen gewinnen ebenfalls an Bedeutung. Die hohen Schneelasten und das empfindliche Landschaftsbild stellen besondere Anforderungen an alpine Energieprojekte.

Verkehr

= Eisenbahn

Die Waadtländer Alpen werden durch mehrere meterspurige Bahnlinien erschlossen.

Die Transports Publics du Chablais betreiben:

  • die Strecke Aigle–Leysin;
  • die Strecke Aigle–Le Sépey–Les Diablerets;
  • die Strecke Bex–Villars–Bretaye.

Die Montreux-Berner Oberland-Bahn verbindet Montreux über Les Avants, Montbovon, Château-d’Oex und Rougemont mit Gstaad und Zweisimmen.

Diese Bahnlinien dienen sowohl dem Alltagsverkehr als auch dem Tourismus. Sie überwinden grosse Höhenunterschiede und verbinden die Ferienorte mit dem nationalen Eisenbahnnetz.[22]

Strassen

Die wichtigsten Zufahrten führen von Aigle und Bex aus den Rhonetalboden hinauf.

Die Hauptstrasse über Le Sépey und den Col des Mosses verbindet Aigle mit Château-d’Oex. Die Strasse durch das Ormonts-Tal führt über Les Diablerets und den Col du Pillon nach Gstaad.

Der Col de la Croix verbindet Villars-sur-Ollon und Les Diablerets während der schneefreien Jahreszeit. Im Winter bleibt die Passstrasse geschlossen.

Die Bergstrassen sind teilweise schmal und kurvenreich. Starkes touristisches Verkehrsaufkommen kann an Spitzentagen zu Belastungen für Dörfer und Umwelt führen.

Kultur

Die Kultur der Waadtländer Alpen verbindet französischsprachige Waadtländer Traditionen mit Einflüssen des Wallis, des Berner Oberlands und des Greyerzerlands.

Typische Elemente sind:

  • Chaletarchitektur;
  • Alpaufzüge und Alpabzüge;
  • Käseherstellung;
  • Viehschauen;
  • Bergführer- und Skikultur;
  • Blasmusik und Chorgesang;
  • Holzschnitzerei und Scherenschnitt;
  • regionale Sagen.

Das Pays-d’Enhaut ist für seine Scherenschnittkunst bekannt. In Château-d’Oex und Rossinière sind traditionelle Holzchalets mit bemalten oder geschnitzten Fassaden erhalten.

Das internationale Heissluftballonfestival von Château-d’Oex macht sich die besonderen Wind- und Landschaftsverhältnisse des Tals zunutze.

Sagen

Mit dem Namen Diablerets sind mehrere Sagen verbunden. Nach volkstümlichen Überlieferungen sollen auf den unwirtlichen Hochflächen Teufel gespielt, getanzt oder mit Felsblöcken geworfen haben.

Eine Erzählung berichtet, dass fruchtbare Alpweiden nach einem Fluch in eine Landschaft aus Felsen, Eis und Schutt verwandelt worden seien. Der Name wurde dadurch mit dem französischen Wort diable für Teufel verbunden.[23]

Auch die Quille du Diable, ein auffälliger Felsturm am Rand des Gletscherplateaus, trägt einen Namen aus dieser Sagenwelt.

Naturgefahren

Die steile Topografie und hohen Niederschlagsmengen führen zu verschiedenen Naturgefahren.

Dazu gehören:

  • Lawinen;
  • Steinschlag;
  • Felsstürze;
  • Rutschungen;
  • Murgänge;
  • Hochwasser;
  • Gletscher- und Permafrostgefahren.

Siedlungen, Strassen, Bahnlinien und touristische Anlagen werden durch Schutzwälder, Dämme, Galerien, Netze, Lawinenverbauungen und Überwachungssysteme geschützt.

Mit dem Rückgang des Permafrosts können hoch gelegene Felsbereiche instabiler werden. Starkniederschläge erhöhen das Risiko von Murgängen und Hochwasser.

Gefahrenkarten beeinflussen die Raumplanung und bestimmen, wo gebaut oder welche Schutzmassnahmen verlangt werden.

Bedeutung

Die Waadtländer Alpen bilden den einzigen hochalpinen Teil des Kantons Waadt. Sie ergänzen die anderen grossen Landschaftsräume des Kantons – Jura, Mittelland und Genferseeregion – um eine vielfältige Gebirgslandschaft.

Ihre Bedeutung liegt in mehreren Bereichen:

  • Lebens- und Wirtschaftsraum der Bergbevölkerung;
  • Tourismusregion von nationaler und internationaler Ausstrahlung;
  • Standort bedeutender Natur- und Landschaftsschutzgebiete;
  • Wasserspeicher und Energiequelle;
  • Gebiet traditioneller Alp- und Käsewirtschaft;
  • Verkehrsverbindung zwischen Rhonetal, Pays-d’Enhaut und Berner Oberland;
  • Forschungsgebiet für Geologie, Botanik, Glaziologie und Klimawandel.

Die langfristige Entwicklung steht im Spannungsfeld zwischen wirtschaftlicher Nutzung, touristischer Erschliessung, Zweitwohnungsbau, Energieproduktion und Schutz der alpinen Landschaft.

Literatur

  • Maurice Brandt: Guide des Alpes vaudoises. Du Léman au Sanetsch. Schweizer Alpen-Club, Bern.
  • Eugène Renevier: Géologie des Alpes vaudoises. Lausanne.
  • Charles Biermann: Les Alpes vaudoises. Lausanne.
  • Schweizer Alpen-Club: Clubführer Waadtländer Alpen und westliche Berner Alpen. SAC-Verlag, Bern.
  • Kanton Waadt: Conception Paysage Vaud – Typologie der Landschaften des Kantons Waadt. Lausanne 2025.
  • Landeskarte der Schweiz 1:25'000, Blätter Les Diablerets, Dent de Morcles, Château-d’Oex und Montreux, Bundesamt für Landestopografie swisstopo.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Schweizer Alpen-Club: Le Sommet des Diablerets, 3210 m, abgerufen am 3. August 2026.
  2. Schweizer Alpen-Club: Promenades hivernales dans les Alpes vaudoises, abgerufen am 3. August 2026.
  3. 3,0 3,1 Schweizer Alpen-Club: Le Tarent, 2548 m, abgerufen am 3. August 2026.
  4. Alpes Vaudoises: Willkommen in den Waadtländer Alpen, abgerufen am 3. August 2026.
  5. Alpes Vaudoises: Diablerets-Massiv, abgerufen am 3. August 2026.
  6. Alpes Vaudoises: Geotop Anzeinde, abgerufen am 3. August 2026.
  7. Bundesamt für Landestopografie swisstopo: Via GeoAlpina – Diablerets und Dent de Morcles, abgerufen am 3. August 2026.
  8. Historisches Lexikon der Schweiz: Les Ormonts, abgerufen am 3. August 2026.
  9. 9,0 9,1 Alpes Vaudoises: Der Col de la Croix, abgerufen am 3. August 2026.
  10. Kanton Waadt: Vallon de Nant – Naturforschung und Schutzgebiet, abgerufen am 3. August 2026.
  11. Alpes Vaudoises: Col du Pillon, abgerufen am 3. August 2026.
  12. Alpes Vaudoises: Col des Mosses, abgerufen am 3. August 2026.
  13. Kanton Waadt: La géologie vaudoise en bref, abgerufen am 3. August 2026.
  14. Bundesamt für Landestopografie swisstopo: Swisstopo-Geodaten für die Glaziologie, abgerufen am 3. August 2026.
  15. Kanton Waadt: Anpassung an den Klimawandel in den Alpen und Voralpen, abgerufen am 3. August 2026.
  16. Pro Natura Waadt: Réserves naturelles des Tours d’Aï et de Famelon, abgerufen am 3. August 2026.
  17. Kanton Waadt: Schutzgebiete und Ruhezonen für Wildtiere, abgerufen am 3. August 2026.
  18. Kanton Waadt: Bestehende und mögliche grosse Waldreservate, abgerufen am 3. August 2026.
  19. Historisches Lexikon der Schweiz: Aigle – Herrschaft und Bezirk, abgerufen am 3. August 2026.
  20. Genossenschaft L’Etivaz AOP: Die Herstellung von L’Etivaz AOP, abgerufen am 3. August 2026.
  21. Kanton Waadt: Natürliche Lebensräume und Ressourcen im Klimawandel, abgerufen am 3. August 2026.
  22. Kanton Waadt: Eisenbahnlinien im Kanton Waadt, abgerufen am 3. August 2026.
  23. Schweizer Alpen-Club: Les Alpes vaudoises, abgerufen am 3. August 2026.

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