Nyon

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Nyon
Wappen von Nyon
Staat Schweiz
Kanton Waadt
Bezirk Nyon
BFS-Nummer 5724
Postleitzahl 1260
Koordinaten 46° 22′ 55″ N, 6° 14′ 24″ E
Höhe 372–478 m ü. M.
Fläche 6,80 km²
Einwohner 24'139
Einwohnerstand 31. Dezember 2025
Bevölkerungsdichte rund 3'550 Einwohner je km²
Sprache Französisch
Einwohnerbezeichnung Nyonnais und Nyonnaises
Stadtpräsident Olivier Riesen
Website www.nyon.ch

Nyon ist eine politische Gemeinde und Stadt im Kanton Waadt in der Schweiz. Sie liegt am Nordwestufer des Genfersees zwischen Genf und Lausanne und ist Hauptort des gleichnamigen Bezirks Nyon. Ende 2025 zählte die Gemeinde 24'139 Einwohnerinnen und Einwohner und war damit die viertgrösste Stadt des Kantons Waadt.[1]

Die Geschichte Nyons reicht bis in die Antike zurück. Zwischen 46 und 44 v. Chr. gründeten die Römer an dieser Stelle die Colonia Iulia Equestris, eine der frühesten römischen Kolonien auf dem Gebiet der heutigen Schweiz. Von der antiken Stadt sind unter anderem Teile des Forums, einer Basilika, eines Aquädukts, von Thermen und eines Amphitheaters erhalten oder archäologisch nachgewiesen.

Heute ist Nyon ein regionales Verwaltungs-, Wirtschafts- und Kulturzentrum im stark wachsenden Grossraum Genf–Lausanne. Die Stadt ist für ihre Altstadt, das Schloss Nyon, ihre römischen Baudenkmäler und ihre Lage am Genfersee bekannt. Internationale Bedeutung besitzt Nyon als Sitz der UEFA. Zu den bekanntesten kulturellen Veranstaltungen gehören das Paléo Festival Nyon und das Dokumentarfilmfestival Visions du Réel.

Geographie

Nyon liegt im Südwesten des Kantons Waadt am Nordwestufer des Genfersees. Das Stadtzentrum befindet sich auf einer Geländeterrasse oberhalb des Seeufers. Von der Altstadt und der Schlossterrasse bietet sich ein weiter Blick über den See auf die französische Küste, den Chablais und die Alpen.

Die Stadt liegt ungefähr 25 Kilometer nordöstlich von Genf und rund 40 Kilometer südwestlich von Lausanne. Sie gehört zur Region La Côte, die sich entlang des Genfersees zwischen Lausanne und der Genfer Kantonsgrenze erstreckt. Die Region ist durch Weinberge, landwirtschaftlich genutzte Flächen und stark wachsende Wohngebiete geprägt.

Das Gemeindegebiet umfasst 6,80 Quadratkilometer. Es erstreckt sich vom Seeufer auf 372 Metern bis zu höher gelegenen Gebieten auf maximal 478 Metern. Nyon grenzt an die Gemeinden Duillier, Prangins, Crans-près-Céligny, Eysins, Signy-Avenex, Grens und Trélex.[2]

Obwohl das Gemeindegebiet klein ist, besitzt die Stadt ausserhalb ihrer Grenzen umfangreiche Wald- und Alpflächen. Dazu gehören vier Bergweiden im Waadtländer Jura mit einer Gesamtfläche von 174 Hektaren: Les Fruitières de Nyon, Combe-Grasse, Le Rosset und Archette.[2]

Stadtgebiet

Das historische Zentrum liegt auf einer Terrasse über dem See. Es wird von engen Gassen, Plätzen, Arkaden und mehrgeschossigen Bürgerhäusern geprägt. Das Schloss bildet den weithin sichtbaren Abschluss der Altstadt zum See hin.

Unterhalb des historischen Zentrums liegt das Quartier Rive mit dem Hafen, der Schiffsanlegestelle und der Seepromenade. Zwischen Altstadt und See befinden sich Parks und öffentliche Grünanlagen, darunter der Parc du Bourg-de-Rive.

Im 19. und vor allem im 20. Jahrhundert dehnte sich die Stadt nach Norden und Westen aus. Rund um den Bahnhof entstanden Wohn-, Geschäfts- und Verwaltungsbauten. Weitere Quartiere entwickelten sich entlang der Strassen nach Saint-Cergue, Genf und Lausanne.

Das Gebiet der Plaine de l’Asse nordwestlich der Innenstadt ist vor allem als Veranstaltungsort des Paléo Festivals bekannt. Am südwestlichen Stadtrand liegen der UEFA-Campus und die Sportanlagen von Colovray.

Klima

Nyon besitzt ein gemässigtes Klima, das durch den Genfersee beeinflusst wird. Die Winter sind im Vergleich zum nahe gelegenen Jura relativ mild, während die Sommer warm und teilweise niederschlagsreich sind. Der See vermindert starke Temperaturschwankungen und begünstigt zusammen mit der guten Sonneneinstrahlung den Weinbau in der Region La Côte.

Name

Der heutige Ortsname entwickelte sich aus antiken und mittelalterlichen Namensformen. Die römische Kolonie wurde als Colonia Iulia Equestris bezeichnet. Daneben ist der mit dem keltischen Wort für «neue Festung» verbundene Name Noviodunum überliefert.

Im Mittelalter erschienen Schreibweisen wie Neodunum, Nevidunum, Nividunum und Niviodunum. Durch sprachliche Verkürzungen entwickelte sich daraus der heutige französische Name Nyon.

Die Einwohnerinnen und Einwohner werden auf Französisch Nyonnais beziehungsweise Nyonnaises genannt. Der traditionelle waadtländische Übername lautet «Lè Medze-Fedzo», auf Deutsch ungefähr «die Leberesser». Die Devise der Stadt lautet «Aucune n’est plus avenante», sinngemäss «Keine ist einladender».[2]

Geschichte

Vorgeschichte und römische Kolonie

Einzelne archäologische Funde weisen darauf hin, dass das Gebiet um Nyon bereits in vorgeschichtlicher Zeit besiedelt war. Die eigentliche Stadtgeschichte begann jedoch mit der römischen Koloniegründung zwischen 46 und 44 v. Chr.

Die Colonia Iulia Equestris wurde wahrscheinlich auf Veranlassung von Gaius Iulius Caesar für Veteranen der römischen Armee gegründet. Das zugehörige Kolonialgebiet erstreckte sich zwischen Genfersee und Jura und umfasste grosse Teile der heutigen Region La Côte.[3]

Das Zentrum der römischen Stadt lag auf der Terrasse der heutigen Altstadt. Es besass ein Forum mit Tempelanlagen und einer Basilika, öffentliche Bäder, Wohnhäuser, Werkstätten, ein Aquädukt und ein Amphitheater. Die Stadt war über Strassen mit Genava, dem heutigen Genf, und Lousonna, dem heutigen Lausanne, verbunden.

Drei aufgerichtete Säulen beim heutigen Parc du Bourg-de-Rive erinnern an das römische Forum. Sie wurden im 20. Jahrhundert aus aufgefundenen antiken Bauteilen rekonstruiert und gehören zu den bekanntesten Wahrzeichen Nyons.

Im Verlauf der Spätantike verlor die Stadt an Bedeutung. Im 5. Jahrhundert bestand in Nyon eine christliche Gemeinde. Die antiken öffentlichen Gebäude wurden aufgegeben, und zahlreiche Steine der römischen Anlagen wurden später für mittelalterliche Bauten wiederverwendet.[3]

Mittelalter

Nach dem Ende der römischen Herrschaft entwickelte sich auf den Ruinen der antiken Stadt eine mittelalterliche Siedlung. Nyon gehörte zunächst zur Herrschaft Prangins innerhalb der Grafschaft Waadt.

Im 12. Jahrhundert entstand auf dem Geländevorsprung über dem See eine befestigte Anlage, aus der sich das heutige Schloss entwickelte. Im 13. Jahrhundert erhielt Nyon städtische Rechte. Die Lage an der Strasse zwischen Genf und Lausanne sowie der Hafen am Genfersee förderten Handel und Handwerk.

1293 gelangte Nyon unter die Herrschaft des Hauses Savoyen. Die Stadt wurde zu einem Verwaltungszentrum und zeitweise zu einer savoyischen Münzstätte. Die Befestigungsanlagen, das Schloss und die Stadttore wurden ausgebaut.

Die mittelalterliche Stadt konzentrierte sich rund um die Grand-Rue, den Marktplatz und die Kirche Notre-Dame, den heutigen Temple de Nyon. Teile der damaligen Strassenführung sind in der Altstadt bis heute erhalten.

Bernische Herrschaft

1536 eroberte die Stadt Bern das Waadtland und führte die Reformation ein. Nyon wurde Hauptort einer bernischen Landvogtei. Das Schloss diente bis 1798 als Sitz des Landvogts und wurde im 16. Jahrhundert im Stil der bernischen Verwaltungsschlösser umgebaut.

Die ehemalige katholische Kirche Notre-Dame wurde zu einer reformierten Kirche. Klösterliche und kirchliche Einrichtungen wurden aufgehoben oder einer neuen Nutzung zugeführt. Die französische Sprache blieb jedoch im Alltag und in der Verwaltung der Region erhalten.

Während der bernischen Zeit blieb Nyon eine kleine, aber wirtschaftlich und administrativ bedeutende Stadt. Handel, Landwirtschaft, Fischerei und Schifffahrt bildeten wichtige Erwerbszweige.

Zwischen 1781 und 1813 bestand in Nyon eine Porzellanmanufaktur. Das dort hergestellte Nyon-Porzellan zeichnete sich durch feine Formen und farbige Dekorationen aus. Eine umfangreiche Sammlung wird heute im Schlossmuseum gezeigt.[4]

Revolution und Kanton Waadt

Im Januar 1798 endete die bernische Herrschaft über die Waadt. Nyon wurde Hauptort eines Distrikts im neu geschaffenen Kanton Léman der Helvetischen Republik.

Mit der Mediationsakte von 1803 entstand der selbstständige Kanton Waadt. Nyon blieb Hauptort des gleichnamigen Bezirks. Der Bezirk wurde bei der waadtländischen Gebietsreform von 2006 vergrössert; Nyon behielt seine Funktion als regionales Verwaltungszentrum.

Im September 1937 war die Stadt Schauplatz einer internationalen Konferenz über Angriffe von U-Booten auf Handelsschiffe im Mittelmeer während des Spanischen Bürgerkriegs. Die daraus hervorgegangenen Vereinbarungen sind als Abkommen von Nyon bekannt.

Entwicklung zur modernen Stadt

Die Eröffnung der Bahnstrecke Lausanne–Genf im Jahr 1858 verbesserte die Verkehrsverbindungen erheblich. Der Bahnhof entstand nördlich der Altstadt und wurde zu einem wichtigen Ausgangspunkt der städtischen Entwicklung.

1916 nahm die meterspurige Bahnstrecke von Nyon über Saint-Cergue nach La Cure den Betrieb auf. Sie erschloss die Gemeinden am Jurafuss und die touristischen Gebiete des Waadtländer Juras.

Im 20. Jahrhundert wandelte sich Nyon von einer kleinen Bezirksstadt zu einem Wohn-, Dienstleistungs- und Verwaltungszentrum. Besonders seit der zweiten Hälfte des Jahrhunderts wuchs die Bevölkerung stark. Die gute Verkehrsanbindung zog zahlreiche Pendlerinnen und Pendler an, die in Genf, Lausanne oder bei internationalen Organisationen arbeiten.

1995 verlegte die UEFA ihre Verwaltung vorläufig von Bern nach Nyon. Das neue Hauptgebäude, das «Haus des europäischen Fussballs», wurde 1999 eröffnet. In den folgenden Jahren entstand am Seeufer ein aus mehreren Gebäuden bestehender Campus.[5]

Bevölkerung

Nyon zählte am 31. Dezember 2025 insgesamt 24'139 Einwohnerinnen und Einwohner. 16,8 Prozent der Bevölkerung waren jünger als 16 Jahre. Der Anteil der niedergelassenen ausländischen Bevölkerung betrug 40,3 Prozent.[1]

In der Stadt lebten Menschen aus 141 Staaten. Die grössten ausländischen Bevölkerungsgruppen stammten aus Frankreich, Portugal und Italien. Die hohe internationale Vielfalt ist unter anderem auf die Nähe zu Genf, den grenzüberschreitenden Arbeitsmarkt und die Ansiedlung international tätiger Unternehmen und Organisationen zurückzuführen.

Die Amtssprache und wichtigste Alltagssprache ist Französisch. Daneben werden insbesondere Englisch, Portugiesisch, Italienisch, Spanisch und Deutsch gesprochen.

Die Bevölkerungsentwicklung ist seit dem 19. Jahrhundert durch ein starkes Wachstum gekennzeichnet. Dieses beschleunigte sich nach dem Zweiten Weltkrieg mit der Ausdehnung der Agglomerationen von Genf und Lausanne. Wegen der kleinen Gemeindefläche weist Nyon heute eine hohe Bevölkerungsdichte auf.

Politik und Verwaltung

Die kommunale Legislative ist der Conseil communal. Das Stadtparlament besteht aus 100 Mitgliedern, die nach dem Verhältniswahlverfahren für eine Amtsdauer von fünf Jahren gewählt werden.[6]

Die Exekutive trägt im Kanton Waadt die Bezeichnung Municipalité. Sie besteht in Nyon aus sieben Mitgliedern und wird ebenfalls für fünf Jahre gewählt. Den Vorsitz führt der Stadtpräsident, der auf Französisch als Syndic bezeichnet wird. Für die Legislaturperiode 2026–2031 bekleidet Olivier Riesen dieses Amt.[7]

Als Bezirkshauptort beherbergt Nyon verschiedene kantonale und regionale Verwaltungsstellen. Die Stadt übernimmt zudem zentrale Aufgaben für die umliegenden Gemeinden in den Bereichen Bildung, Kultur, Verkehr, Gesundheit und regionale Planung.

Wirtschaft

Nyon ist ein bedeutendes Dienstleistungs- und Arbeitszentrum zwischen Genf und Lausanne. Zu den wichtigsten Beschäftigungsbereichen gehören Verwaltung, Finanz- und Unternehmensdienstleistungen, Gesundheitswesen, Bildung, Handel, Tourismus, Informatik und internationale Organisationen.

Die Nähe zu Genf und zum internationalen Flughafen begünstigt die Ansiedlung weltweit tätiger Unternehmen. Viele Einwohnerinnen und Einwohner pendeln in die Agglomerationen Genf und Lausanne. Gleichzeitig fahren zahlreiche Beschäftigte aus den umliegenden Waadtländer Gemeinden und aus dem benachbarten Frankreich nach Nyon.

UEFA

Die Union of European Football Associations hat ihren Verwaltungssitz seit 1995 in Nyon. Das 1999 eröffnete Haus des europäischen Fussballs bildet den Mittelpunkt des UEFA-Campus am Seeufer. Zum Areal gehören weitere Verwaltungsgebäude und das Sportzentrum Colovray.[5]

In Nyon finden Sitzungen, Auslosungen, Konferenzen und Veranstaltungen des europäischen Fussballverbands statt. Die UEFA gehört zu den bekanntesten internationalen Institutionen der Stadt und beschäftigt Mitarbeitende aus zahlreichen Ländern.

Weinbau und Landwirtschaft

Nyon liegt in der Weinregion La Côte, einem der wichtigsten Weinbaugebiete des Kantons Waadt. In der Umgebung werden vor allem Chasselas sowie verschiedene rote Rebsorten angebaut.

Die landwirtschaftlichen Flächen innerhalb der Stadtgrenzen sind durch das starke Siedlungswachstum zurückgegangen. Weinbau, Landwirtschaft und Forstwirtschaft bleiben jedoch für das Landschaftsbild der Region von Bedeutung.

Bildung

Nyon verfügt über ein breites Angebot an öffentlichen und privaten Schulen. Neben Einrichtungen der obligatorischen Schule befindet sich in der Stadt das Gymnase de Nyon, das Jugendliche aus dem gesamten Bezirk auf eine gymnasiale Maturität oder andere Abschlüsse der Sekundarstufe II vorbereitet.

In der Region befinden sich ausserdem Berufsfachschulen und Ausbildungsstätten für kaufmännische, technische, soziale und landwirtschaftliche Berufe. Von besonderer Bedeutung ist der Standort Changins, der auf Weinbau, Önologie und verwandte Fachgebiete spezialisiert ist.

Die Nähe zu den Hochschulen in Genf, Lausanne und Ecublens ermöglicht vielen Einwohnerinnen und Einwohnern den täglichen Besuch einer Universität oder Fachhochschule.

Verkehr

Eisenbahn

Der Bahnhof Nyon liegt an der Hauptstrecke Lausanne–Genf. Er wird von InterRegio- und RegioExpress-Zügen sowie von der RER Vaud bedient. Direkte Verbindungen bestehen unter anderem nach Genf, zum Flughafen Genf, nach Lausanne, Vevey, Montreux, Sitten, Brig, Bern, Luzern und Neuenburg.[8]

Nyon ist zudem Ausgangspunkt der meterspurigen Bahnstrecke Nyon–Saint-Cergue–La Cure. Die Bahn verbindet die Stadt mit den Gemeinden am Jurafuss, Saint-Cergue und La Cure an der französischen Grenze.

Busverkehr

Den Stadt- und Regionalbusverkehr betreiben hauptsächlich die Transports publics de la région nyonnaise. Die Buslinien verbinden den Bahnhof mit den Wohnquartieren, dem Seeufer, den Sportanlagen und zahlreichen Gemeinden des Bezirks.

Der Bahnhof bildet den wichtigsten Umsteigepunkt zwischen den SBB-Zügen, der Schmalspurbahn und dem regionalen Busnetz.

Strassenverkehr

Nyon liegt an der Autobahn A1, die Genf mit Lausanne, Bern und Zürich verbindet. Der Autobahnanschluss Nyon erschliesst die Stadt und den südlichen Teil des Bezirks.

Die Hauptstrasse 1 verläuft parallel zum Genfersee und verbindet Nyon mit Genf, Gland, Rolle, Morges und Lausanne. Weitere Strassen führen nach Saint-Cergue und in den Waadtländer Jura.

Schifffahrt

Nyon besitzt einen Hafen und eine Anlegestelle der Compagnie Générale de Navigation sur le lac Léman. Eine regelmässige Schiffsverbindung führt über den Genfersee nach Yvoire in Frankreich. Sie wird sowohl von Pendlerinnen und Pendlern als auch im Ausflugsverkehr genutzt.[9]

Weitere Kursschiffe verbinden Nyon saisonal mit anderen Orten am Genfersee.

Kultur

Nyon besitzt trotz seiner vergleichsweise geringen Grösse ein vielfältiges Kulturleben. Die Stadt unterstützt Museen, Theater, Musikveranstaltungen, Filmvorführungen und mehrere international bekannte Festivals.

Paléo Festival

Das Paléo Festival Nyon findet jährlich während sechs Tagen auf der Plaine de l’Asse statt. Seine Geschichte begann 1976 mit einem kleinen Folkfestival. Daraus entwickelte sich die grösste Open-Air-Musikveranstaltung der Schweiz und eines der bedeutendsten Festivals Europas.

Das Programm umfasst Rock, Pop, Chanson, elektronische Musik, Weltmusik, Hip-Hop, Zirkus und weitere Bühnenkünste. Das Festivalgelände verfügt über mehrere Bühnen und wird während der Veranstaltung von einer temporären Infrastruktur mit Restaurants, Verkaufsständen und Campingplätzen ergänzt.[10]

Visions du Réel

Das internationale Dokumentarfilmfestival Visions du Réel wurde 1969 als Festival international de cinéma de Nyon gegründet und trägt seit 1995 seinen heutigen Namen. Es gehört zu den wichtigsten europäischen Veranstaltungen für Dokumentar- und Sachfilme.

Das Festival zeigt internationale Premieren, Retrospektiven und experimentelle Filmformen. Ergänzend finden Diskussionen, Workshops und Veranstaltungen für Filmschaffende statt.[11]

Weitere Veranstaltungen

Zu den weiteren Kulturveranstaltungen gehören das far° Festival des arts vivants, Konzerte, Theaterproduktionen, Kunstausstellungen und saisonale Feste. Die Usine à Gaz dient als Veranstaltungsort für Musik, Theater und zeitgenössische Bühnenkunst.

Museen

Nyon besitzt drei städtische Museen, die unterschiedliche Aspekte der Geschichte der Stadt und der Genferseeregion behandeln.[4]

Schlossmuseum

Das Schloss Nyon beherbergt ein historisches Museum. Seine Sammlungen dokumentieren die Stadtgeschichte vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Ein Schwerpunkt liegt auf dem Nyon-Porzellan, das zwischen 1781 und 1813 hergestellt wurde.

Das Museum wurde 1888 im Schloss eingerichtet. Neben den Dauerausstellungen zeigt es wechselnde Ausstellungen zu Geschichte, Kunst und regionaler Kultur.

Römisches Museum

Das Musée romain de Nyon befindet sich innerhalb der Fundamente der antiken Forumsbasilika. Diese wurden 1974 bei Bauarbeiten wiederentdeckt. Das Museum wurde 1978 eröffnet.

Die Ausstellung zeigt Skulpturen, Inschriften, Keramik, Münzen, Alltagsgegenstände und Architekturteile aus der Colonia Iulia Equestris. Sie vermittelt die Entwicklung der römischen Stadt und das Leben ihrer Bevölkerung.[12]

Musée du Léman

Das Musée du Léman ist dem Genfersee gewidmet. Es behandelt dessen Naturgeschichte, Ökologie, Schifffahrt, Fischerei, Forschung und kulturelle Bedeutung.

Zu den Sammlungen gehören historische Schiffsmodelle, nautische Gegenstände, wissenschaftliche Instrumente und Dokumente zur Geschichte der Seenotrettung. Ein weiterer Themenbereich befasst sich mit dem Werk des Genferseeforschers François-Alphonse Forel.

Sehenswürdigkeiten

Schloss Nyon

Das Schloss Nyon steht auf einem Geländevorsprung über dem See. Der Kern der Anlage entstand im 12. Jahrhundert. Unter savoyischer und später bernischer Herrschaft wurde das Gebäude mehrfach erweitert und umgestaltet.

Das weiss verputzte Schloss mit seinen fünf Türmen prägt das Stadtbild. Von der Schlossterrasse reicht der Blick über die Dächer der Altstadt, den Hafen, den Genfersee und die Alpen. Seit 1888 beherbergt es ein Museum.[13]

Römische Säulen

Die drei römischen Säulen auf der Esplanade des Marronniers stammen vom antiken Forum. Sie wurden aus erhaltenen Bauteilen wieder aufgerichtet und bilden zusammen mit dem Blick über den See eines der bekanntesten Motive der Stadt.

Weitere Überreste der römischen Stadt befinden sich im Römischen Museum, unter Gebäuden der Altstadt und im Bereich des Amphitheaters.

Temple de Nyon

Der reformierte Temple de Nyon geht auf die im 12. Jahrhundert errichtete Kirche Notre-Dame zurück. Er ist das einzige mittelalterliche Sakralgebäude der Stadt, das die Reformation überstand.

Im Gebäude sind romanische, gotische und neuzeitliche Bauteile erhalten. Der Kirchturm und das Kirchenschiff wurden im Verlauf der Jahrhunderte mehrfach verändert.[13]

Altstadt und Seeufer

Die Altstadt umfasst die Grand-Rue, die Rue du Collège, die Place du Château und mehrere kleine Gassen. Historische Bürgerhäuser, Arkaden und Brunnen erinnern an die Funktion Nyons als Markt- und Verwaltungsstadt.

Die Seepromenade, der Hafen, der Parc du Bourg-de-Rive und die öffentlichen Badeanlagen bilden ein wichtiges Naherholungsgebiet. Vom Ufer bestehen Ausblicke auf die französische Gemeinde Yvoire und die Savoyer Alpen.

Sport

Der bekannteste Fussballverein der Stadt ist der FC Stade Nyonnais. Seine Heimspiele trägt er im Centre sportif de Colovray aus. Die Anlage umfasst mehrere Fussballfelder, Leichtathletikanlagen und weitere Sporteinrichtungen.

In Nyon bestehen zudem Vereine für Basketball, Rugby, Eishockey, Schwimmen, Rudern, Segeln, Leichtathletik und zahlreiche weitere Sportarten. Der Genfersee bietet Möglichkeiten zum Segeln, Windsurfen, Paddeln und Schwimmen.

Die Anwesenheit der UEFA hat die internationale Wahrnehmung Nyons als Fussballstandort verstärkt. In Colovray finden regelmässig Trainings, Nachwuchsturniere und Veranstaltungen des europäischen Fussballverbands statt.

Persönlichkeiten

In Nyon geboren

Mit Nyon verbunden

  • Daniel Rossellat (* 1953), Kulturmanager, Mitbegründer des Paléo Festivals und langjähriger Stadtpräsident
  • Moritz de Hadeln (1940–2025), Filmfestivalleiter und Mitbegründer des Internationalen Filmfestivals Nyon

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Chiffres-clé, Stadt Nyon, Stand 31. Dezember 2025, abgerufen am 6. August 2026.
  2. 2,0 2,1 2,2 Nyon en bref, Stadt Nyon, abgerufen am 6. August 2026.
  3. 3,0 3,1 Jean-Pierre Bérard und Gilbert Kaenel: Nyon (Gemeinde), in: Historisches Lexikon der Schweiz, abgerufen am 6. August 2026.
  4. 4,0 4,1 Les musées de Nyon, Stadt Nyon, abgerufen am 6. August 2026.
  5. 5,0 5,1 UEFA Campus, UEFA, 30. Januar 2014, abgerufen am 6. August 2026.
  6. Conseil communal, Stadt Nyon, abgerufen am 6. August 2026.
  7. Composition de la Municipalité 2026–2031, Stadt Nyon, abgerufen am 6. August 2026.
  8. Direktverbindungen ab Nyon, Schweizerische Bundesbahnen, abgerufen am 6. August 2026.
  9. Fahrpläne und Billette, Compagnie Générale de Navigation sur le lac Léman, abgerufen am 6. August 2026.
  10. Paléo Festival Nyon, offizielle Website, abgerufen am 6. August 2026.
  11. Visions du Réel, offizielle Website, abgerufen am 6. August 2026.
  12. Musée romain de Nyon, offizielle Website, abgerufen am 6. August 2026.
  13. 13,0 13,1 Nyon, ville de patrimoine, Stadt Nyon, abgerufen am 6. August 2026.