Bistum Basel

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Bistum Basel
Lateinischer Name Dioecesis Basileensis
Konfession Römisch-katholische Kirche
Staat Schweiz
Sitz Solothurn
Kathedrale St. Urs und Viktor
Diözesanbischof Felix Gmür
Weihbischof Josef Stübi
Generalvikar Markus Thürig
Bistumsregionen 3
Kantone 10
Pfarreien rund 500
Pastoralräume rund 100
Gläubige rund 1 Million
Entstehung 4. Jahrhundert
Neuorganisation 1828
Website bistum-basel.ch

Das Bistum Basel ist eine römisch-katholische Diözese in der Schweiz. Trotz seines Namens befindet sich der heutige Bischofssitz nicht in Basel, sondern in Solothurn. Kathedralkirche ist die Kathedrale St. Urs und Viktor in Solothurn. Das Bischöfliche Ordinariat befindet sich ebenfalls in Solothurn.

Das Bistum umfasst heute die zehn Kantone Aargau, Basel-Landschaft, Basel-Stadt, Bern, Jura, Luzern, Schaffhausen, Solothurn, Thurgau und Zug. Damit ist es territorial eine der grössten römisch-katholischen Diözesen der Schweiz.

Nach Angaben des Bistums arbeiten mehr als 1200 Seelsorgerinnen und Seelsorger sowie Katechetinnen und Katecheten in rund 100 Pastoralräumen und ungefähr 500 Pfarreien. Das Bistum spricht von rund einer Million Gläubigen.[1]

Seit 2011 ist Felix Gmür Bischof von Basel. Weihbischof ist seit 2023 Josef Stübi.[2][3]

Name und heutiger Sitz

Der Name des Bistums geht auf seinen historischen Bischofssitz in Basel zurück. Die kirchliche Geschichte des Sprengels reicht bis in die Spätantike zurück, während Basel während des Mittelalters während Jahrhunderten Sitz der Bischöfe war.

Mit der Reformation änderten sich die Verhältnisse grundlegend. Basel wurde reformiert, und der katholische Bischof verlor seinen Sitz in der Stadt. Der Name Bistum Basel blieb dennoch erhalten.

Heute befindet sich der Bischofssitz in Solothurn. Die dortige ehemalige Stiftskirche St. Urs und Viktor wurde bei der Neuorganisation der Diözese 1828 zur Kathedrale erhoben.[4]

Das Basler Münster, die ehemalige mittelalterliche Kathedrale des Bistums, gehört seit der Reformation der evangelisch-reformierten Kirche.

Auch der Dom zu Arlesheim erinnert an die Geschichte des Bistums. Er diente dem Basler Domkapitel nach dessen Übersiedlung nach Arlesheim als Stifts- beziehungsweise Domkirche.

Verhältnis zum Fürstbistum Basel

Das Bistum Basel ist vom historischen Fürstbistum Basel zu unterscheiden.

Das Bistum war ein kirchlicher Verwaltungsbezirk, dessen Grenzen durch die kirchliche Organisation bestimmt wurden. Das Fürstbistum war dagegen ein weltliches Territorium des Heiligen Römischen Reiches, über das der Bischof von Basel als Fürstbischof politische Herrschaft ausübte.

Die beiden Gebiete deckten sich nie vollständig.

Zum mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Bistum gehörten zahlreiche Gebiete, die politisch nicht unter der Herrschaft des Fürstbischofs standen. Umgekehrt konnte der Fürstbischof weltliche Gebiete besitzen, deren kirchliche Zugehörigkeit anders geregelt war.[5]

Diese Unterscheidung ist besonders wichtig für das Verständnis der Basler Kirchengeschichte.

Ursprünge in der Spätantike

Die Wurzeln des Bistums reichen in die römische Spätantike zurück.

Für die Jahre 343 und 346 ist ein Bischof namens Iustinianus Rauricorum überliefert. Er wird mit der römischen Civitas Rauricorum beziehungsweise dem Gebiet von Augusta Raurica und dem spätantiken Castrum Rauracense beim heutigen Kaiseraugst in Verbindung gebracht.[6]

Ob zwischen diesem spätantiken Bischofssitz und dem späteren Bistum Basel eine lückenlose institutionelle Kontinuität bestand, lässt sich aufgrund der dünnen Quellenlage nicht eindeutig nachweisen.

Spätestens im frühen Mittelalter wurde Basel jedoch zum eigentlichen kirchlichen Zentrum der Region.

Um das frühe 7. Jahrhundert ist mit Ragnacharius ein Bischof bezeugt, der mit Augst und Basel verbunden war.

Frühmittelalter

Im 8. und 9. Jahrhundert wurde die Organisation des Bistums zunehmend gefestigt.

Zu den bedeutenden frühen Bischöfen gehörte Haito, der im frühen 9. Jahrhundert gleichzeitig Abt des Klosters Reichenau war. Er stand im Umfeld des karolingischen Hofes und war an kirchlichen und politischen Aufgaben des Frankenreichs beteiligt.

Während des Frühmittelalters entwickelte sich Basel zu einem regional bedeutenden kirchlichen Zentrum.

Das Bistum gehörte kirchenrechtlich während langer Zeit zur Kirchenprovinz des Erzbistums Besançon.

Kirchen, Klöster und Grundbesitz bildeten die wirtschaftliche Grundlage der bischöflichen Herrschaft.

Basel als Bischofsstadt

Mit dem Aufstieg Basels im Hochmittelalter wuchs auch die Bedeutung der Bischöfe.

Das Basler Münster wurde zum Zentrum des kirchlichen Lebens. Der Münsterhügel bildete zugleich einen politischen und administrativen Mittelpunkt der mittelalterlichen Stadt.

Die Bischöfe besassen umfangreiche Rechte in Basel und in anderen Gebieten der Region.

Eine wichtige Phase begann um das Jahr 999. König Rudolf III. von Burgund übertrug dem Basler Bischof bedeutende Rechte über die Abtei Moutier-Grandval und deren Besitzungen.

Diese Schenkungen und weitere Erwerbungen bildeten eine Grundlage für die Entwicklung der weltlichen Herrschaft der Basler Bischöfe und damit des späteren Fürstbistums Basel.[5]

Hochmittelalter

Während des Hochmittelalters gehörten die Basler Bischöfe zu den geistlichen Fürsten des Heiligen Römischen Reiches.

Ihre politische Stellung beruhte auf verschiedenen Herrschaftsrechten, Grundbesitz, Gerichtsrechten und königlichen beziehungsweise kaiserlichen Privilegien.

Die Stadt Basel entwickelte gleichzeitig immer stärker eigene politische Institutionen. Zwischen Bürgerschaft und Bischof entstanden deshalb wiederholt Konflikte um Rechte, Steuern und politische Einflussmöglichkeiten.

Die zunehmende Selbstständigkeit der Stadt reduzierte schrittweise die unmittelbare weltliche Macht der Bischöfe innerhalb Basels.

Basler Münster

Das Basler Münster war während Jahrhunderten die Kathedrale des Bistums.

Ein bedeutender Vorgängerbau wurde unter Bischof Adalbero II. errichtet und 1019 in Gegenwart Kaiser Heinrichs II. geweiht.

Nach dem schweren Basler Erdbeben von 1356 mussten grosse Teile der Kirche wiederaufgebaut werden.

Das Münster war nicht nur Gotteshaus, sondern auch Sitz des Domkapitels und ein wichtiges politisches und kulturelles Zentrum.

Die Gräber mehrerer Basler Bischöfe befinden sich im Münster.

Mit der Reformation verlor die römisch-katholische Kirche das Gebäude.

Konzil von Basel

Besondere internationale Bedeutung erhielt die Stadt durch das Konzil von Basel, das 1431 eröffnet wurde.

Das Konzil beschäftigte sich mit grundlegenden Fragen der Kirchenreform, dem Verhältnis zwischen Konzil und Papst sowie verschiedenen politischen und theologischen Konflikten.

Zeitweise kamen zahlreiche Geistliche, Gelehrte und Diplomaten aus ganz Europa nach Basel.

Obwohl sich das Konzil später mit Papst Eugen IV. überwarf und ein Teil der Versammlung nach Ferrara verlegt wurde, gehört das Basler Konzil zu den bedeutenden kirchenpolitischen Ereignissen des 15. Jahrhunderts.

Für Stadt und Bistum brachte es einen erheblichen kulturellen und politischen Bedeutungsgewinn.

Reformation

Die Reformation stellte einen der tiefsten Einschnitte in der Geschichte des Bistums dar.

In Basel verbreiteten sich reformatorische Ideen insbesondere durch Johannes Oekolampad.

1529 setzte sich die Reformation in der Stadt endgültig durch. Die katholische Messe wurde abgeschafft und zahlreiche Kirchen gingen an die reformierte Kirche über.

Auch das Basler Münster wurde reformiert.

Der Bischof konnte seine Residenz in Basel nicht mehr aufrechterhalten und verlegte den Mittelpunkt seiner weltlichen Herrschaft nach Pruntrut beziehungsweise Porrentruy.

Das Bistum selbst bestand kirchenrechtlich weiter. Sein Bischof führte weiterhin den Titel Bischof von Basel.

Domkapitel nach der Reformation

Auch das Basler Domkapitel verliess die reformierte Stadt.

Es hielt sich zunächst in Freiburg im Breisgau auf.

Im 17. Jahrhundert wurde Arlesheim zu seinem neuen Zentrum. 1678 erfolgte die Übersiedlung des Domkapitels nach Arlesheim.

Dort entstand der heutige Dom zu Arlesheim. Er wurde im späten 17. Jahrhundert als Stiftskirche des Basler Domkapitels errichtet.

Rund um den Dom entwickelte sich ein repräsentatives barockes Ensemble mit den Wohnhäusern der Domherren.

Arlesheim blieb bis zu den Umwälzungen der Französischen Revolution ein wichtiges geistliches Zentrum des Bistums.

Fürstbischöfliche Residenz in Pruntrut

Während das Domkapitel in Arlesheim residierte, befand sich die wichtigste fürstbischöfliche Residenz in Pruntrut.

Das dortige Schloss wurde zum politischen Zentrum des Fürstbistums Basel.

Von Pruntrut aus regierten die Fürstbischöfe ihre verbliebenen weltlichen Territorien, die sich vor allem über Gebiete des heutigen Kantons Jura, des Berner Juras und des nordwestschweizerischen Juras erstreckten.

Die politische Geschichte des Fürstbistums verlief damit seit der Reformation weitgehend unabhängig von der Stadt Basel.

Französische Revolution

Die Französische Revolution führte Ende des 18. Jahrhunderts zum Zusammenbruch der fürstbischöflichen Herrschaft.

1792 besetzten französische Truppen Teile des Fürstbistums.

Im nördlichen Gebiet entstand kurzzeitig die Raurakische Republik. Bereits 1793 wurde dieses Gebiet Frankreich einverleibt.

Fürstbischof Sigismund von Roggenbach musste fliehen.

Damit ging die weltliche Herrschaft der Basler Fürstbischöfe faktisch unter.

In den folgenden Jahren wurden auch weitere Gebiete des ehemaligen Fürstbistums von Frankreich kontrolliert.

Ende des Fürstbistums

Mit der politischen Neuordnung Europas endete das Fürstbistum Basel endgültig.

Die kirchliche Diözese bestand jedoch weiter, obwohl ihre Grenzen und ihre Verwaltung während der napoleonischen Epoche tiefgreifend verändert wurden.

Das Konkordat von 1801 zwischen Papst Pius VII. und Napoleon führte dazu, dass französisch gewordene Teile der alten Diözese anderen Bistümern, insbesondere dem Bistum Strassburg, zugeordnet wurden.[6]

Seit dem Beginn des 19. Jahrhunderts ist das Bistum Basel unmittelbar dem Heiligen Stuhl unterstellt und gehört keiner schweizerischen Kirchenprovinz mit einem Metropolitanerzbischof an.[6]

Wiener Kongress

Der Wiener Kongress von 1815 regelte die politische Zugehörigkeit der Gebiete des ehemaligen Fürstbistums neu.

Grosse Teile kamen zum Kanton Bern. Dazu gehörten Gebiete des heutigen Kantons Jura und des Berner Juras.

Das Birseck wurde dem Kanton Basel zugesprochen.

Eine Wiederherstellung der weltlichen Herrschaft des Fürstbischofs fand nicht statt.

Gleichzeitig musste die katholische Kirchenorganisation in der Schweiz nach der napoleonischen Zeit grundsätzlich neu geordnet werden.

Neuorganisation von 1828

Die heutige Form des Bistums geht wesentlich auf die Neuordnung von 1828 zurück.

Am 26. März 1828 schlossen der Heilige Stuhl und zunächst die Kantone Solothurn, Luzern, Zug und Bern eine Übereinkunft über die Wiederherstellung und Reorganisation des Bistums Basel.[7]

Papst Leo XII. setzte die Regelung mit der Bulle Inter praecipua vom 7. Mai 1828 kirchenrechtlich um.[8]

Als Sitz der neu organisierten Diözese wurde Solothurn bestimmt.

Die dortige Stiftskirche St. Urs und Viktor wurde zur Kathedrale erhoben.

Erweiterung im 19. Jahrhundert

Das 1828 neu organisierte Bistum umfasste zunächst nicht sämtliche Gebiete, die heute dazugehören.

1829 wurden unter anderem die Kantone Aargau und Thurgau angeschlossen.[9]

Weitere Gebiete wurden im Verlauf des 19. Jahrhunderts kirchenrechtlich beziehungsweise staatskirchenrechtlich integriert.

Auch der Kanton Schaffhausen wurde schrittweise der Basler Diözesanverwaltung zugeordnet.

Die heutige territoriale Gestalt entstand damit nicht in einem einzigen Schritt, sondern durch eine längere Reihe von Vereinbarungen zwischen dem Heiligen Stuhl und den Kantonen.

Kulturkampf

Im 19. Jahrhundert wurde das Bistum stark von den Konflikten zwischen katholischer Kirche und liberalen Staaten geprägt.

Besonders heftig waren die Auseinandersetzungen während des schweizerischen Kulturkampfs nach dem Ersten Vatikanischen Konzil.

Bischof Eugène Lachat, der das Bistum ab 1863 leitete, geriet wegen der Umsetzung der Konzilsbeschlüsse in Konflikt mit mehreren Diözesankantonen.

1873 erklärten mehrere Kantonsregierungen Lachat für abgesetzt.

Luzern und Zug beteiligten sich nicht an diesem Vorgehen und hielten zum Bischof.

Der Konflikt war Teil einer umfassenderen Auseinandersetzung, aus der in der Schweiz auch die Christkatholische Kirche der Schweiz hervorging.

Nach längeren Verhandlungen normalisierte sich das Verhältnis zwischen dem Bistum und den Kantonen wieder.

20. Jahrhundert

Im 20. Jahrhundert wandelte sich das Bistum tiefgreifend.

Die Industrialisierung und die starke Binnenmigration führten dazu, dass in ursprünglich mehrheitlich reformierten Regionen zahlreiche neue katholische Gemeinden entstanden.

Dies war besonders in den städtischen und industriellen Zentren der Kantone Basel, Bern, Aargau, Schaffhausen und Thurgau der Fall.

Neue Pfarreien und Kirchen wurden gegründet, um die wachsende katholische Bevölkerung zu betreuen.

Gleichzeitig veränderte sich die kirchliche Arbeit durch gesellschaftlichen Wandel, Urbanisierung und später durch die zunehmende religiöse Pluralisierung.

Zweites Vatikanisches Konzil

Das Zweites Vatikanisches Konzil von 1962 bis 1965 beeinflusste auch das Bistum Basel nachhaltig.

Liturgie, Gemeindeleben, ökumenische Zusammenarbeit und die Rolle von Laien erhielten neue Akzente.

Eine wichtige schweizerische Folge war die Synode 72, die in den 1970er-Jahren auf diözesaner und gesamtschweizerischer Ebene stattfand.

Im Bistum Basel wurden zahlreiche Fragen zur zukünftigen Pastoral, zur Mitverantwortung der Gläubigen und zur Stellung der Kirche in der modernen Gesellschaft beraten.

Bischof Anton Hänggi

Von 1968 bis 1982 stand Anton Hänggi an der Spitze des Bistums.

Seine Amtszeit fiel in die Jahre nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil und war von umfassenden kirchlichen Reformprozessen geprägt.

Hänggi spielte eine wichtige Rolle bei der Umsetzung der Konzilsbeschlüsse und bei der Synode 72.

Bischof Otto Wüst

Otto Wüst leitete das Bistum von 1982 bis 1993.

Während seiner Amtszeit standen unter anderem strukturelle Veränderungen, die Entwicklung der Pfarreiseelsorge und die wachsende Mitarbeit von Laientheologinnen und Laientheologen im Zentrum.

Hansjörg Vogel

1994 wurde Hansjörg Vogel zum Bischof von Basel gewählt.

Er trat 1995 nach vergleichsweise kurzer Amtszeit zurück.

Kurt Koch

Von 1996 bis 2010 war Kurt Koch Bischof von Basel.

Er engagierte sich besonders in theologischen und ökumenischen Fragen.

2010 berief Papst Benedikt XVI. Koch nach Rom und ernannte ihn zum Präsidenten des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen.

Im selben Jahr wurde er zum Kardinal erhoben.

Felix Gmür

Am 8. September 2010 wählte das Domkapitel Felix Gmür zum neuen Bischof von Basel.

Papst Benedikt XVI. bestätigte die Wahl am 23. November 2010.

Am 16. Januar 2011 wurde Gmür in der Kirche St. Martin in Olten durch Kardinal Kurt Koch zum Bischof geweiht.[2]

Felix Gmür wurde 1966 in Luzern geboren. Er studierte Philosophie, Theologie und Kunstgeschichte in Freiburg im Üechtland, München, Paris und Rom.

Vor seiner Bischofswahl war er unter anderem Seelsorger, Subregens des Priesterseminars St. Beat und Generalsekretär der Schweizer Bischofskonferenz.

Er steht dem Bistum auch 2026 vor.[2]

Weihbischof Josef Stübi

Seit 2023 besitzt das Bistum mit Josef Stübi wieder einen Weihbischof.

Stübi wurde am 20. August 1961 geboren und war vor seiner Ernennung unter anderem langjähriger Stadtpfarrer von Baden.

Papst Franziskus ernannte ihn zum Weihbischof des Bistums Basel und zum Titularbischof.

Am 26. Februar 2023 empfing er in der St.-Ursen-Kathedrale in Solothurn durch Felix Gmür die Bischofsweihe.[3]

Bischöfe seit der Neuorganisation

Seit der Neuorganisation des Bistums im 19. Jahrhundert standen folgende Diözesanbischöfe an seiner Spitze:

Amtszeit Bischof
1829–1854 Josef Anton Salzmann
1854–1862 Karl Arnold-Obrist
1863–1884 Eugène Lachat
1885–1888 Friedrich Fiala
1888–1906 Leonard Haas
1906–1925 Jakob Stammler
1925–1936 Josef Ambühl
1937–1967 Franziskus von Streng
1968–1982 Anton Hänggi
1982–1993 Otto Wüst
1994–1995 Hansjörg Vogel
1996–2010 Kurt Koch
seit 2011 Felix Gmür

Die Angaben entsprechen der offiziellen Übersicht des Bistums Basel.[2]

Bistumsgebiet

Das heutige Bistumsgebiet umfasst zehn Kantone:

Das Gebiet reicht damit vom Bodensee im Nordosten bis zum Berner Oberland im Südwesten und vom Basler Dreiländereck bis in die Zentralschweiz.

Es umfasst sowohl traditionell katholisch geprägte Regionen als auch Gebiete, in denen die katholische Bevölkerung historisch eine Minderheit darstellte.

Kanton Jura

Der heutige Kanton Jura entstand 1979 durch die Abtrennung mehrerer Bezirke vom Kanton Bern.

Kirchlich gehörte das Gebiet bereits zuvor zum Bistum Basel.

Die Gründung des neuen Kantons änderte deshalb die diözesane Grundzugehörigkeit nicht.

Aufgrund der französischen Sprache und der besonderen historischen Entwicklung besitzt der Jura innerhalb des Bistums eine eigene pastorale Prägung.

Für die französischsprachigen Gebiete bestehen eigene Strukturen unter der Bezeichnung Jura pastoral.

Drei Bistumsregionen

Das Bistum ist heute in drei grosse Bistumsregionen gegliedert.

St. Urs

Die Bistumsregion St. Urs umfasst:

  • Aargau,
  • Basel-Landschaft,
  • Basel-Stadt.

Sie trägt den Namen des heiligen Urs, eines der Patrone der Solothurner Kathedrale.[10]

St. Verena

Die Bistumsregion St. Verena umfasst:

  • Bern,
  • Jura,
  • Solothurn.

Sie ist nach der heiligen Verena benannt, deren Verehrung besonders in der Region Solothurn eine lange Tradition besitzt.[11]

St. Viktor

Die Bistumsregion St. Viktor umfasst:

  • Luzern,
  • Schaffhausen,
  • Thurgau,
  • Zug.

Namensgeber ist der heilige Viktor, der gemeinsam mit Urs Patron der Kathedrale in Solothurn ist.[12]

Pastoralräume

Mehrere Pfarreien werden im Bistum zu Pastoralräumen zusammengefasst.

Diese Struktur reagiert unter anderem auf gesellschaftliche Veränderungen, sinkende Mitgliederzahlen in einzelnen Regionen und den Rückgang der Zahl verfügbarer Priester.

Nach Angaben des Bistums bestehen rund 100 Pastoralräume und ungefähr 500 Pfarreien.[1]

Innerhalb eines Pastoralraums arbeiten Priester, Diakone, Theologinnen und Theologen, Religionspädagoginnen und Religionspädagogen sowie weitere Mitarbeitende zusammen.

Die einzelnen Pfarreien behalten dabei vielfach ihre lokale Identität.

Bischöfliches Ordinariat

Die zentrale Verwaltung des Bistums befindet sich an der Baselstrasse 58 in Solothurn.

Zum Bischöflichen Ordinariat beziehungsweise zur Diözesankurie gehören verschiedene Bereiche, darunter:

  • Generalvikariat,
  • Bischofsvikariate,
  • Offizialat,
  • Personal,
  • Pastoral,
  • Bildung,
  • Bischöfliches Archiv.

Die Diözesankurie unterstützt den Bischof bei der Leitung und Verwaltung des weitläufigen Bistums.

Generalvikariat

Der Generalvikar gehört zu den wichtigsten Mitarbeitern des Diözesanbischofs.

2026 ist Markus Thürig Generalvikar des Bistums Basel.[1]

Das Generalvikariat übernimmt zentrale Leitungs- und Verwaltungsaufgaben.

Die drei Bistumsregionen verfügen zusätzlich über Bischofsvikariate.

Domkapitel

Eine Besonderheit des Bistums Basel ist das Domkapitel.

Es besteht aus insgesamt 18 Domherren.[4]

Die Sitze sind auf die Bistumskantone verteilt. Solothurn, Luzern, Bern und Aargau stellen jeweils drei Domherren. Basel-Stadt, Basel-Landschaft, Schaffhausen, Thurgau, Zug und Jura stellen jeweils einen.

Das Domkapitel hat seinen Sitz in Solothurn.

Es unterstützt den Bischof bei der Leitung des Bistums und erfüllt aufgrund der historischen Vereinbarungen zwischen Kirche und Kantonen auch staatskirchenrechtliche Funktionen.

Wahl des Bischofs

Eine besonders bemerkenswerte Eigenheit des Bistums Basel ist die Wahl des Diözesanbischofs durch das Domkapitel.

Das Wahlrecht beruht auf dem Konkordat von 1828 und der päpstlichen Bulle Inter praecipua.[4]

Damit unterscheidet sich das Verfahren vom üblichen Verfahren in vielen anderen katholischen Diözesen, wo der Papst den Bischof unmittelbar ernennt.

Das Basler Domkapitel wählt den Bischof; anschliessend erfolgt die kirchenrechtliche Bestätigung durch den Papst.

So wurde auch Felix Gmür 2010 vom Domkapitel gewählt und danach von Papst Benedikt XVI. bestätigt.[2]

Duales Kirchensystem

Für das kirchliche Leben im Bistum ist das schweizerische duale Kirchensystem von besonderer Bedeutung.

Neben den kirchenrechtlichen Strukturen der römisch-katholischen Kirche bestehen in den Kantonen staatskirchenrechtliche Körperschaften.

Zu diesen gehören insbesondere:

  • Kirchgemeinden,
  • kantonale Landeskirchen beziehungsweise kantonalkirchliche Organisationen.

Die kirchenrechtliche Leitung liegt beim Bischof, während die öffentlich-rechtlichen Körperschaften insbesondere für Finanzen, Kirchensteuern und zahlreiche administrative Aufgaben verantwortlich sind.

Nach Angaben des Bistums liegt die Steuerhoheit bei den Kirchgemeinden. Sie entscheiden innerhalb der jeweiligen rechtlichen Rahmenbedingungen über die Verwendung ihrer finanziellen Mittel.[1]

Das Zusammenwirken beider Strukturen ist ein charakteristisches Merkmal der katholischen Kirche in der Schweiz.

Kathedrale St. Urs und Viktor

Die St. Ursen-Kathedrale in Solothurn ist seit 1828 Kathedrale des Bistums.

Der heutige spätbarocke beziehungsweise frühklassizistische Bau entstand im 18. Jahrhundert.

Die Kirche ist den Heiligen Urs und Viktor geweiht.

Der Standort besitzt eine wesentlich ältere kirchliche Tradition. In Solothurn werden Urs und Viktor seit der Spätantike beziehungsweise dem frühen Christentum verehrt.

Die Kathedrale dient als zentrale Kirche für Bischofsweihen, Priesterweihen, Institutio-Feiern, bedeutende diözesane Gottesdienste und die Einsetzung von Domherren.

Schutzpatrone

Zu den wichtigsten Heiligen des Bistums gehören:

  • Urs,
  • Viktor,
  • Verena.

Nach ihnen sind auch die drei Bistumsregionen St. Urs, St. Viktor und St. Verena benannt.

Ihre Verehrung ist eng mit den frühchristlichen Traditionen der Region Solothurn verbunden.

Seminar St. Beat

Für die Ausbildung zukünftiger Priester besitzt das Seminar St. Beat in Luzern zentrale Bedeutung.

Es begleitet Studierende während ihrer theologischen Ausbildung und ist für wesentliche Teile der Berufseinführung zuständig.[1]

Die theologische Ausbildung erfolgt in Zusammenarbeit mit universitären und kirchlichen Bildungsinstitutionen.

Neben zukünftigen Priestern bildet das Bistum auch Theologinnen, Theologen, Religionspädagoginnen und Religionspädagogen für pastorale Aufgaben aus beziehungsweise begleitet deren Berufseinführung.

Laien in der Seelsorge

Eine Besonderheit der katholischen Seelsorge in der Deutschschweiz ist die starke Beteiligung ausgebildeter Laientheologinnen und Laientheologen.

Im Bistum Basel arbeiten Frauen und Männer als Pfarreiseelsorgende, Pastoralraumleitende, Religionspädagoginnen und Religionspädagogen, Katechetinnen und Katecheten sowie in verschiedenen Fachstellen.

Das Bistum nennt insgesamt mehr als 1200 Seelsorgende und katechetisch tätige Personen in seinen pastoralen Einheiten.[1]

Diese Struktur entwickelte sich insbesondere seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts und gewann angesichts des Priestermangels weiter an Bedeutung.

Sprachliche Vielfalt

Das Bistum ist mehrsprachig.

Der grösste Teil des Gebiets ist deutschsprachig. Im Kanton Jura und in Teilen des Kantons Bern spielt jedoch Französisch eine bedeutende Rolle.

Hinzu kommen zahlreiche fremdsprachige katholische Gemeinschaften.

Missionen und spezialisierte Seelsorgestellen bieten Gottesdienste und pastorale Betreuung unter anderem für Gläubige italienischer, spanischer, portugiesischer, kroatischer, polnischer und anderer Herkunft an.

Die sprachliche und kulturelle Vielfalt gehört daher zu den prägenden Eigenschaften des heutigen Bistums.

Ökumene

Das Bistum umfasst grosse Gebiete, die seit der Reformation stark reformiert geprägt sind.

Entsprechend besitzt die Ökumene eine besondere Bedeutung.

Katholische Pfarreien arbeiten in zahlreichen Gemeinden mit evangelisch-reformierten Kirchgemeinden zusammen.

Formen der Zusammenarbeit umfassen unter anderem gemeinsame Gottesdienste zu besonderen Anlässen, soziale Projekte, Bildungsangebote, Seelsorge und ökumenische Veranstaltungen.

Auch Kontakte zu christkatholischen, orthodoxen und freikirchlichen Gemeinschaften gehören zum ökumenischen Umfeld.

Gesellschaftlicher Wandel

Seit dem späten 20. Jahrhundert ist das Bistum wie andere Kirchen in der Schweiz mit tiefgreifenden gesellschaftlichen Veränderungen konfrontiert.

Dazu gehören:

  • sinkende Bindung an traditionelle Kirchen,
  • steigende Zahl von Kirchenaustritten,
  • religiöse Pluralisierung,
  • Rückgang der Zahl der Priester,
  • Veränderungen in der freiwilligen Mitarbeit,
  • zunehmende Bedeutung grösserer pastoraler Einheiten.

Die Bildung der Pastoralräume ist eine der strukturellen Antworten auf diese Entwicklung.

Gleichzeitig bleiben die Pfarreien, Kirchgemeinden, Klöster, Wallfahrtsorte und kirchlichen Hilfswerke wichtige Träger des religiösen und gesellschaftlichen Lebens.

Aufarbeitung sexueller Übergriffe

Wie andere katholische Diözesen in der Schweiz befasst sich auch das Bistum Basel mit der Aufarbeitung sexueller Übergriffe innerhalb kirchlicher Strukturen.

Das Bistum unterhält Bereiche für Prävention, Intervention, unabhängige Meldemöglichkeiten und die Aufarbeitung gemeldeter Fälle.

Seit der Veröffentlichung der schweizweiten Pilotstudie zur Geschichte sexuellen Missbrauchs im Umfeld der römisch-katholischen Kirche in der Schweiz im Jahr 2023 wurden Präventions- und Aufarbeitungsstrukturen weiterentwickelt.

Das Bistum veröffentlicht Informationen zum Stand seiner Aufarbeitung und Präventionsarbeit auf seiner Website.[13]

Bedeutung

Das Bistum Basel besitzt innerhalb der Schweizer Kirchengeschichte eine besondere Stellung.

Seine Geschichte verbindet mehrere sehr unterschiedliche Epochen:

  • die spätantiken christlichen Gemeinden am Oberrhein,
  • das mittelalterliche Bistum mit Zentrum in Basel,
  • das geistliche Fürstentum des Heiligen Römischen Reiches,
  • die Reformation,
  • die fürstbischöfliche Herrschaft von Pruntrut,
  • die Französische Revolution,
  • die Neuordnung der Schweizer Bistümer im 19. Jahrhundert,
  • das moderne duale Kirchensystem der Schweiz.

Die Tatsache, dass das Bistum weiterhin den Namen Basel trägt, obwohl Kathedrale und Bischofssitz seit 1828 in Solothurn liegen, macht diese historische Entwicklung besonders sichtbar.

Siehe auch

Literatur

  • Marco Jorio: Basel (Diözese). In: Historisches Lexikon der Schweiz.
  • Marco Jorio: Basel (Fürstbistum). In: Historisches Lexikon der Schweiz.
  • Jean-Claude Rebetez (Hrsg.): Pro Deo. Das Bistum Basel vom 4. bis ins 16. Jahrhundert. Stiftung Archiv des ehemaligen Fürstbistums Basel, Pruntrut 2006.
  • Albert Bruckner: Das Bistum Basel. In: Helvetia Sacra.
  • Bistum Basel: historische Dokumente und Materialien des Bischöflichen Archivs, Solothurn.

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 Bistum Basel: Über uns, abgerufen am 9. August 2026.
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 Bistum Basel: Bischöfe, abgerufen am 9. August 2026.
  3. 3,0 3,1 Bistum Basel: Weihbischöfe, abgerufen am 9. August 2026.
  4. 4,0 4,1 4,2 Bistum Basel: Domkapitel, abgerufen am 9. August 2026.
  5. 5,0 5,1 Basel (Fürstbistum) im Historischen Lexikon der Schweiz, abgerufen am 9. August 2026.
  6. 6,0 6,1 6,2 Basel (Diözese) im Historischen Lexikon der Schweiz, abgerufen am 9. August 2026.
  7. Bistum Basel: Geschichte des Bistums Basel, abgerufen am 9. August 2026.
  8. Bulle «Inter praecipua» betreffend Wiederherstellung und Reorganisation des Bistums Basel, abgerufen am 9. August 2026.
  9. Thurgau im Historischen Lexikon der Schweiz, abgerufen am 9. August 2026.
  10. Bistum Basel: Bistumsregion St. Urs, abgerufen am 9. August 2026.
  11. Bistum Basel: Bistumsregion St. Verena, abgerufen am 9. August 2026.
  12. Bistum Basel: Bistumsregion St. Viktor, abgerufen am 9. August 2026.
  13. Bistum Basel: Sexuelle Übergriffe, Nähe und Distanz, abgerufen am 9. August 2026.