Bulle
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Bulle |
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Blick auf Bulle
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Gemeindedaten |
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Staat |
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Kanton |
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Bezirk |
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BFS-Nummer |
2125 |
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Postleitzahl |
1630 Bulle |
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Koordinaten |
46.6175° N, 7.0581° E |
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Höhe |
771 m ü. M. |
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Fläche |
23.86 km² |
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Einwohner |
27'353
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Website |
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Bulle (Freiburger Patois: Bulo, deutsch früher Boll) ist eine politische Gemeinde und Stadt im französischsprachigen Teil des Kantons Freiburg in der Schweiz. Sie ist der Hauptort des Greyerzbezirks und nach Freiburg im Üechtland die zweitgrösste Stadt des Kantons. Seit dem 1. Januar 2006 gehört die zuvor selbständige Gemeinde La Tour-de-Trême zu Bulle.
Die Stadt liegt im weiten Becken des Greyerzerlandes am Fuss der Freiburger Voralpen. Sie bildet das wirtschaftliche, administrative, schulische und kulturelle Zentrum des südlichen Kantonsteils. Bekannt ist Bulle insbesondere für seine historische Altstadt, das Schloss Bulle, das Musée gruérien, seine traditionellen Märkte und seine Bedeutung als regionaler Verkehrsknoten.
Ende 2025 zählte die Gemeinde 27'353 niedergelassene Einwohner. Unter Einschluss der Personen mit Aufenthaltsstatus lebten insgesamt 27'516 Menschen in Bulle.[1]
Name
Die erste bekannte schriftliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 855, als der Ort als Butulum bezeichnet wurde. Später erschienen unter anderem die Formen Bulo, Bullo, Boule und Bulle. Die Herkunft des Namens ist nicht abschliessend geklärt.
Im Freiburger Patois heisst die Stadt Bulo. Der frühere deutsche Name Boll wird heute kaum noch verwendet. In deutschsprachigen amtlichen Texten ist ausschliesslich die französische Form Bulle gebräuchlich.
Geographie
Bulle liegt auf 771 m ü. M., rund 22 Kilometer südsüdwestlich der Kantonshauptstadt Freiburg. Die Stadt erstreckt sich in einer leicht nach Osten geneigten Ebene am Nordfuss des Moléson-Massivs. Wenige Kilometer östlich liegt der von der Saane durchflossene Greyerzersee.
Das 23,86 Quadratkilometer grosse Gemeindegebiet umfasst einen Teil des Beckens von Bulle sowie bewaldete Höhen am Rand der Freiburger Voralpen. Der tiefste Punkt liegt auf ungefähr 675 m ü. M., während das Gelände im südwestlichen Gemeindegebiet bis auf rund 1390 m ü. M. ansteigt.[2]
Der wichtigste Wasserlauf ist die Trême, die aus den Voralpen kommt, durch La Tour-de-Trême fliesst und östlich des Siedlungsgebietes in die Saane mündet. Im Norden wird das Gemeindegebiet teilweise durch die Sionge entwässert.
Nachbargemeinden von Bulle sind Riaz, Morlon, Broc, Gruyères, Le Pâquier und Vuadens.
Stadtteile und Siedlungsentwicklung
Die Gemeinde besteht aus den beiden früher selbständigen Orten Bulle und La Tour-de-Trême. Beide Siedlungen sind heute nahezu vollständig zusammengewachsen.
Die historische Altstadt von Bulle liegt rund um das Schloss, die Grand-Rue, die Place du Marché und die Pfarrkirche Saint-Pierre-aux-Liens. An den alten Stadtkern schliessen sich jüngere Wohn- und Geschäftsquartiere an. Zu den wichtigen Stadtgebieten gehören unter anderem La Condémine, La Léchère, Les Granges, Dardens, La Pâla und das Bahnhofsquartier.
La Tour-de-Trême liegt südöstlich des Zentrums beidseits der Trême. Der Ort bewahrt mit seinem mittelalterlichen Turm, der Kirche und einzelnen älteren Gebäuden einen eigenen historischen Kern.
Seit dem Ende des 20. Jahrhunderts entstanden ausgedehnte neue Wohngebiete. Das starke Bevölkerungswachstum führte zugleich zu einer Verdichtung des Zentrums und zur Umnutzung ehemaliger Industrie- und Bahnflächen.
Geschichte
Frühzeit und Mittelalter
Die Bedeutung der Umgebung als Siedlungs- und Durchgangsraum reicht wahrscheinlich weit vor die erste urkundliche Erwähnung zurück. Im Jahr 855 erscheint Bulle unter dem Namen Butulum. Die damalige Pfarrei umfasste ein ausgedehntes Gebiet zwischen Vuippens und dem Tal der Tine.[3]
Eine Urkunde aus dem Jahr 900 zeigt, dass Bulle damals gemeinschaftlich dem Bistum Lausanne und den Grafen des Ogo beziehungsweise von Greyerz unterstand. Im 12. Jahrhundert zogen sich die Grafen von Greyerz aus der Stadt zurück. Bulle blieb daraufhin bis 1536 unter der weltlichen Herrschaft der Bischöfe von Lausanne.[4]
Dank seiner Lage zwischen dem Schweizer Mittelland, dem Greyerzerland, dem Pays-d’Enhaut und den Alpenpässen entwickelte sich Bulle zu einem bedeutenden Marktort. Bereits im Hochmittelalter wurden Vieh, Käse, Getreide und handwerkliche Erzeugnisse gehandelt. Die Märkte bildeten über Jahrhunderte die wirtschaftliche Grundlage der Stadt.
Die Bischöfe von Lausanne liessen im 13. Jahrhundert das Schloss von Bulle errichten. Die Anlage diente als Verwaltungs- und Herrschaftssitz und schützte zugleich den Marktort. Um das Schloss und die Pfarrkirche bildete sich eine befestigte Kleinstadt mit regelmässigem Strassennetz.
Unter der Herrschaft Freiburgs
Als Bern 1536 das Waadtland eroberte, verweigerte Bulle die Unterwerfung unter die bernische Herrschaft und suchte den Schutz der Stadt Freiburg. Im folgenden Jahr leisteten die Einwohner Freiburg den Treueeid. Bulle wurde zum Hauptort einer freiburgischen Vogtei, die bis zum Zusammenbruch der alten Eidgenossenschaft 1798 bestand.
Das Schloss wurde zur Residenz der von Freiburg eingesetzten Vögte. Die Stadt behielt ihre Funktion als Marktzentrum des Greyerzerlandes. Neben der Landwirtschaft und dem Viehhandel waren Handwerksbetriebe, Gerbereien, Mühlen, Sägereien und der Holzhandel von Bedeutung.
Im 18. Jahrhundert war Bulle ein Zentrum der Unzufriedenheit mit der Herrschaft der Freiburger Patrizier. Im Umfeld des von Pierre-Nicolas Chenaux angeführten Aufstands von 1781 fanden in der Stadt Versammlungen statt. Nach der Niederschlagung der Bewegung wurden mehrere Beteiligte verfolgt oder bestraft.
Während der Helvetischen Republik gehörte Bulle zunächst zum gleichnamigen Distrikt. Mit der neuen Einteilung des Kantons Freiburg wurde die Stadt 1848 zum Hauptort des heutigen Greyerzbezirks.
Stadtbrand von 1805
Am 2. April 1805 zerstörte ein Grossbrand fast die gesamte Stadt. Zahlreiche Wohnhäuser, öffentliche Gebäude und die Pfarrkirche wurden ein Raub der Flammen. Zu den wenigen grösseren Anlagen, die vom Brand verschont blieben, gehörten das Schloss und das Kapuzinerkloster.[5]
Der Wiederaufbau begann unmittelbar nach der Katastrophe. Die Strassen wurden teilweise verbreitert und die neuen Häuser vermehrt aus Stein errichtet. Dadurch erhielt das Stadtzentrum sein heute noch erkennbares frühneuzeitliches und klassizistisches Erscheinungsbild.
Die neue Pfarrkirche Saint-Pierre-aux-Liens wurde 1816 geweiht. Auch die Markthallen, Wohnhäuser und Verwaltungsgebäude wurden innerhalb weniger Jahre wieder aufgebaut.
Industrialisierung und Verkehrsentwicklung
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts nahm die Bevölkerung deutlich zu. Bulle entwickelte sich zu einem der wichtigsten Viehmärkte der Schweiz. Der Handel mit Käse, Vieh, Holz und landwirtschaftlichen Erzeugnissen prägte weiterhin die lokale Wirtschaft.
1868 wurde die normalspurige Eisenbahnstrecke zwischen Bulle und Romont eröffnet. Damit erhielt die Stadt Anschluss an das nationale Bahnnetz. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts kamen meterspurige Verbindungen nach Châtel-Saint-Denis, Palézieux, Montbovon und Broc hinzu.[6]
Da die nationale Hauptstrecke zwischen der Westschweiz und Bern nicht durch das Greyerzerland geführt wurde, blieb Bulle dennoch lange abseits der grossen schweizerischen Verkehrsachsen. Erst die Eröffnung der Autobahn A12 im Jahr 1981 verbesserte die überregionale Erreichbarkeit grundlegend. In den folgenden Jahrzehnten beschleunigte sich die wirtschaftliche und demografische Entwicklung erheblich.
Fusion mit La Tour-de-Trême
Am 1. Januar 2006 schlossen sich Bulle und La Tour-de-Trême zu einer neuen politischen Gemeinde zusammen. Vor der Fusion zählten beide Gemeinden zusammen rund 16'300 Einwohner. La Tour-de-Trême blieb als Ortsteil, Postort und historischer Siedlungskern erhalten.
Seit der Fusion hat die Bevölkerung um mehr als zwei Drittel zugenommen. Neue Wohngebiete, Schulhäuser, Verkehrsanlagen und Gewerbezonen entstanden. Gleichzeitig wurden die früher getrennten Siedlungsräume städtebaulich enger miteinander verbunden.
Bevölkerung
Bulle verzeichnet seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ein starkes Bevölkerungswachstum. Dieses verstärkte sich nach der Eröffnung der Autobahn A12 und erneut seit Beginn des 21. Jahrhunderts.
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 1983 | 10'286 |
| 1990 | 11'604 |
| 2000 | 14'562 |
| 2006 | 16'631 |
| 2010 | 19'280 |
| 2015 | 22'258 |
| 2020 | 24'693 |
| 2023 | 27'100 |
| 2025 | 27'516 |
Die Zahlen bis 2005 umfassen die damaligen Gemeinden Bulle und La Tour-de-Trême zusammen. Die Angaben ab 2006 beziehen sich auf die fusionierte Gemeinde und schliessen neben den Niedergelassenen auch Personen mit Aufenthaltsstatus ein.[1]
Ende 2025 lebten Angehörige von 127 Nationalitäten in Bulle. Insgesamt besassen 12'200 Einwohner beziehungsweise 44,34 Prozent der Gesamtbevölkerung keine schweizerische Staatsangehörigkeit. Die grössten ausländischen Bevölkerungsgruppen stammten aus Portugal, Frankreich, dem Kosovo, Italien und Spanien.[1]
Französisch ist die wichtigste Amts- und Alltagssprache. Daneben werden Portugiesisch, Albanisch, Deutsch, Italienisch, Spanisch und weitere Sprachen gesprochen. Das traditionelle Freiburger Patois spielt im Alltag nur noch eine geringe Rolle, wird jedoch von regionalen Kulturvereinen gepflegt.
Politik und Verwaltung
Die Exekutive der Stadt ist der neunköpfige Conseil communal. Den Vorsitz führt der Syndic, dessen Funktion dem Stadtpräsidium entspricht. Die kommunale Legislative bildet der 50 Mitglieder umfassende Conseil général.
Für die Legislaturperiode 2026–2031 gehören dem Gemeinderat drei Mitglieder der Sozialistischen Partei, je zwei Mitglieder der FDP und der Mitte sowie je ein Mitglied der Grünen und der SVP an. Am 28. April 2026 wählte der Gemeinderat Maxime Pasquier von der Mitte zum Stadtpräsidenten. Vizepräsidentin ist Chantal Pythoud von der Sozialistischen Partei.[7]
Als Hauptort des Greyerzbezirks beherbergt Bulle die Bezirksverwaltung und die Präfektur. Daneben befinden sich in der Stadt verschiedene kantonale und regionale Dienststellen.
Wirtschaft
Bulle ist das wichtigste Wirtschafts- und Dienstleistungszentrum des südlichen Kantons Freiburg. Die Stadt besitzt ein grosses Einzugsgebiet, das den gesamten Greyerzbezirk und Teile der benachbarten Bezirke umfasst.
Historisch beruhten Wohlstand und Bedeutung auf der Landwirtschaft, dem Viehhandel, der Milchwirtschaft und der Herstellung von Käse. Die traditionellen Vieh- und Warenmärkte gehören weiterhin zum Stadtbild. Viehausstellungen und Zuchtwettbewerbe werden heute vor allem im Veranstaltungszentrum Espace Gruyère durchgeführt.
Seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurden Industrie- und Gewerbezonen geschaffen. Zu den bedeutenden Unternehmen gehören Liebherr Machines Bulle, das Motoren und Komponenten für Baumaschinen entwickelt und produziert, sowie das Pharmaunternehmen UCB Farchim. Weitere Arbeitsplätze bestehen in der Lebensmittelverarbeitung, im Holz- und Metallgewerbe, im Bauwesen, in der Logistik und in der Energieversorgung.[8]
Eine grosse Bedeutung besitzen der Detailhandel, Banken, Versicherungen, das Gesundheitswesen, die öffentliche Verwaltung und das Bildungswesen. Das Stadtzentrum dient als Einkaufs- und Dienstleistungsstandort für die gesamte Region.
Die gute Verkehrsanbindung und die verfügbaren Entwicklungsflächen führten zu einem starken Wachstum der Arbeitsplätze und der Wohnbevölkerung. Gleichzeitig nahm der Druck auf den Wohnungsmarkt und die Verkehrsinfrastruktur zu.
Verkehr
Eisenbahn und Busverkehr
Der Bahnhof Bulle ist der bedeutendste Knoten des öffentlichen Verkehrs im Greyerzerland. Er wird von den Freiburgischen Verkehrsbetrieben betrieben und verbindet normalspurige sowie meterspurige Bahnlinien.
Normalspurige Züge verkehren über Romont nach Freiburg und Bern sowie über La Tour-de-Trême und Broc zur Station Broc-Chocolaterie. Die frühere Meterspurstrecke zwischen Bulle und Broc wurde auf Normalspur umgebaut. Dadurch wurden direkte RegioExpress-Verbindungen zwischen Broc, Bulle, Romont, Freiburg und Bern möglich.
Meterspurige Regionalzüge verbinden Bulle mit Châtel-Saint-Denis und Palézieux sowie mit Gruyères, Montbovon und dem Pays-d’Enhaut. In Palézieux, Romont und Montbovon bestehen Anschlüsse an weitere Bahnlinien.
Das Bahnhofsareal wurde im Rahmen des Programme Bulle vollständig neu gestaltet. Die 2023 eingeweihte Anlage umfasst neue Perrons, ein Bahnhofsgebäude, eine Busstation, eine Velostation und ein neues Stadtquartier. Die Busbahnhöfe für den Stadt- und Regionalverkehr liegen unmittelbar neben den Bahnperrons.[9]
Das städtische Busnetz Mobul verbindet Bulle mit La Tour-de-Trême, Riaz, Morlon, Vuadens und den wichtigsten Wohn-, Gewerbe- und Schulquartieren. Ergänzt wird es durch regionale Buslinien in zahlreiche Gemeinden des Greyerzbezirks.
Strassenverkehr
Bulle liegt an der Autobahn A12, die Bern und Freiburg mit Vevey und der Genferseeregion verbindet. Die Autobahnanschlüsse Bulle und La Tour-de-Trême erschliessen die Stadt und die umliegenden Industriegebiete.
Wichtige Hauptstrassen führen nach Freiburg, Romont, Châtel-Saint-Denis, Gruyères, Broc und Château-d’Œx. Der starke Pendler- und Einkaufsverkehr führt besonders zu den Hauptverkehrszeiten zu einer hohen Belastung der Zufahrtsstrassen.
Die Stadt fördert den Fuss- und Veloverkehr durch neue Wege, Tempo-30-Zonen und die Umgestaltung öffentlicher Plätze. Eine grüne Verbindung beim Bahnhof dient als wichtige Achse für den Langsamverkehr.
Bildung
Bulle besitzt zahlreiche Kindergärten und Primarschulen in Bulle und La Tour-de-Trême. Die Sekundarstufe I wird durch mehrere Orientierungsschulen des Greyerzbezirks abgedeckt.
Das Collège du Sud bietet gymnasiale Bildung sowie weitere Ausbildungsgänge der Sekundarstufe II an. Hinzu kommen Berufsschulen, Fachschulen und Einrichtungen der Erwachsenenbildung. Aufgrund des starken Bevölkerungswachstums wurden mehrere Schulanlagen erweitert oder neu gebaut.
Die Stadt ist ausserdem Standort regionaler Musik-, Sport- und Kulturangebote. Zusammen mit den öffentlichen Bibliotheken und dem Musée gruérien übernimmt sie eine zentrale Bildungsfunktion für das Greyerzerland.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Schloss Bulle
Das Schloss Bulle ist das wichtigste historische Bauwerk der Stadt. Die annähernd quadratische Anlage besitzt einen mächtigen runden Hauptturm, mehrere kleinere Ecktürme und einen ummauerten Innenhof. Sie wurde im 13. Jahrhundert von den Bischöfen von Lausanne errichtet.
Von 1537 bis 1798 diente das Schloss als Amtssitz der freiburgischen Vögte. Es überstand den Stadtbrand von 1805 und zählt heute zu den am besten erhaltenen mittelalterlichen Herrschaftssitzen des Kantons Freiburg. Im Schloss sind die Präfektur des Greyerzbezirks und weitere öffentliche Einrichtungen untergebracht.[10]
Altstadt
Die Altstadt wird durch die Grand-Rue, die Place du Marché, die Rue de la Promenade und mehrere kleinere Gassen geprägt. Ein grosser Teil der Bebauung entstand beim Wiederaufbau nach dem Brand von 1805.
Zu den charakteristischen Gebäuden gehören die ehemaligen Markthallen, Bürgerhäuser mit steinernen Fassaden und das Hôtel de Ville. Wochenmärkte finden weiterhin im historischen Zentrum statt.
Bulle ist im Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz als Ortsbild von nationaler Bedeutung verzeichnet.
Kirche Saint-Pierre-aux-Liens
Die katholische Pfarrkirche Saint-Pierre-aux-Liens wurde nach dem Stadtbrand neu errichtet und 1816 geweiht. Ihr heutiges Erscheinungsbild wird durch neobarocke Elemente und die Umgestaltungen des 19. und 20. Jahrhunderts bestimmt.
Zur Ausstattung gehören Kunstwerke aus mehreren Jahrhunderten, eine Orgel des Freiburger Orgelbauers Aloys Mooser sowie moderne liturgische Werke. Vor der Kirche steht eine nach dem Brand von 1805 gepflanzte Linde.
Musée gruérien
Das Musée gruérien dokumentiert die Geschichte, Kultur und Lebensweise des Greyerzerlandes. Seine Sammlungen umfassen historische Fotografien, Möbel, Trachten, religiöse Kunst, Alltagsgegenstände und Dokumente zur Käseherstellung, Landwirtschaft und regionalen Wirtschaft.
Zum Museum gehört die öffentliche Bibliothek von Bulle. Ein ausgeschilderter historischer Rundgang verbindet das Museum mit dem Schloss, der Altstadt und weiteren Sehenswürdigkeiten.[11]
La Tour-de-Trême
Das Wahrzeichen des gleichnamigen Ortsteils ist der mittelalterliche Turm von La Tour-de-Trême. Er ist der erhaltene Rest einer früheren Befestigungsanlage und erinnert an die strategische Bedeutung des Ortes am Zugang zum oberen Greyerzerland.
Weitere Sehenswürdigkeiten sind die Kirche Saint-Joseph, ältere Bauern- und Bürgerhäuser sowie die Uferbereiche der Trême.
Veranstaltungen
Bulle besitzt eine lange Tradition als Markt- und Veranstaltungsstadt. Im Sommer finden im historischen Zentrum die folkloristischen Märkte statt. Sie verbinden regionale Produkte, Musik, Handwerk und Trachtenkultur.
Zu den bedeutenden wiederkehrenden Veranstaltungen gehören:
- der Salon Suisse des Goûts et Terroirs;
- die Bénichon als traditionelles Freiburger Erntedank- und Kirchweihfest;
- die folkloristischen Sommermärkte;
- Viehschauen und Zuchtwettbewerbe;
- Konzerte, Theateraufführungen und Ausstellungen;
- regionale Sportveranstaltungen.
Das Espace Gruyère dient als Messe-, Kongress-, Sport- und Veranstaltungszentrum. Der Salon Suisse des Goûts et Terroirs gehört zu den grössten Schweizer Messen für regionale Lebensmittel und kulinarische Spezialitäten.
Sport
Der bekannteste Sportverein der Stadt ist der FC Bulle. Der Fussballclub trägt seine Heimspiele im Stade de Bouleyres aus und spielte zeitweise in den höheren Ligen des Schweizer Fussballs.
Zu den weiteren Sportanlagen gehören Fussballplätze, Leichtathletikanlagen, Tennisplätze, eine Eishalle sowie Frei- und Hallenbäder. Die umliegenden Voralpen bieten Möglichkeiten zum Wandern, Radfahren, Mountainbiken und Wintersport.
Persönlichkeiten
- Pierre-Nicolas Chenaux (1740–1781), Anführer des Chenaux-Aufstands, geboren in La Tour-de-Trême
- Pierre Sciobéret (1830–1876), Schriftsteller und Journalist, geboren in La Tour-de-Trême
- Joseph Reichlen (1846–1913), Maler und Zeichner, geboren in La Tour-de-Trême
- Jean Crotti (1878–1958), Maler, geboren in Bulle
- Paul Morard (1879–1930), Rechtsanwalt, Politiker und Nationalrat, geboren und gestorben in Bulle
Literatur
- Denis Buchs: Bulle (Gemeinde). In: Historisches Lexikon der Schweiz.
- Denis Buchs: Bulle (Vogtei). In: Historisches Lexikon der Schweiz.
- Musée gruérien: L’incendie de Bulle en 1805. Bulle.
Weblinks
- Offizielle Website der Stadt Bulle
- Bulle im Historischen Lexikon der Schweiz
- Touristische Informationen über Bulle
- Freiburgische Verkehrsbetriebe
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 1,2 Ville de Bulle: Population de la Ville de Bulle, abgerufen am 6. August 2026.
- ↑ Bundesamt für Statistik: Geographische Kennzahlen der Schweizer Gemeinden, Gemeindestand 2026.
- ↑ Ville de Bulle: Histoire de Bulle, abgerufen am 6. August 2026.
- ↑ Denis Buchs: Bulle (Gemeinde), in: Historisches Lexikon der Schweiz.
- ↑ La Gruyère Tourisme: Kirche Saint-Pierre-aux-Liens, abgerufen am 6. August 2026.
- ↑ Freiburgische Verkehrsbetriebe: Geschichte, abgerufen am 6. August 2026.
- ↑ Ville de Bulle: Maxime Pasquier nouveau syndic de Bulle, 28. April 2026.
- ↑ Ville de Bulle: L’économie bulloise, abgerufen am 6. August 2026.
- ↑ Freiburgische Verkehrsbetriebe: Programme Bulle, abgerufen am 6. August 2026.
- ↑ Staat Freiburg: Historique du Château de Bulle, abgerufen am 6. August 2026.
- ↑ Ville de Bulle: Tourisme, abgerufen am 6. August 2026.