Privatbank Bellerive AG

Aus Helvetia Wiki – Die Enzyklopädie der Schweiz
Version vom 5. August 2026, 09:19 Uhr von Nick Frei (Diskussion | Beiträge) (Die Seite wurde neu angelegt: «{| class="wikitable float-right" style="float:right; width:315px; margin:0 0 1em 1em;" |- ! colspan="2" | Privatbank Bellerive AG |- ! Ehemaliger Name | Bank Lips AG |- ! Rechtsform | Aktiengesellschaft |- ! Gründung | 1988 |- ! Sitz | Zürich, Kanton Zürich |- ! Branche | Bank, Vermögensverwaltung |- ! Mehrheitsaktionärin | Graubündner Kantonalbank |- ! Beteiligung der GKB | rund 65 % (2026) |- ! Ak…»)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Privatbank Bellerive AG
Ehemaliger Name Bank Lips AG
Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1988
Sitz Zürich, Kanton Zürich
Branche Bank, Vermögensverwaltung
Mehrheitsaktionärin Graubündner Kantonalbank
Beteiligung der GKB rund 65 % (2026)
Aktienkapital 10 Millionen Franken
Mitarbeitende 15 Vollzeitstellen (2025)
Vorsitzender der Geschäftsleitung Daniel Wittmer
Präsident des Verwaltungsrates Alois Vinzens
Aufsichtsbehörde Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (FINMA)
FINMA-Kategorie 5
UID CHE-106.240.804
Website bellerivebanking.ch

Die Privatbank Bellerive AG ist eine auf die Vermögensverwaltung spezialisierte Schweizer Bank mit Sitz in Zürich. Sie betreut insbesondere vermögende Privatpersonen und Familien, unterstützt Family Offices und bietet Dienstleistungen für externe Vermögensverwalter an. Das 1988 gegründete Institut besitzt eine Bankenbewilligung der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht (FINMA) und gehört zur Aufsichtskategorie 5.[1]

Mehrheitsaktionärin ist die Graubündner Kantonalbank (GKB). Die übrigen Aktien befinden sich insbesondere im Besitz von Mitgliedern der Geschäftsleitung und weiteren privaten Aktionären. Durch die Beteiligung gehört die Privatbank Bellerive zur GKB-Finanzgruppe, tritt gegenüber ihren Kundinnen und Kunden jedoch unter einer eigenen Marke auf.

Die Bank unterhält ihren einzigen Geschäftssitz an der Mittelstrasse 6 im Zürcher Quartier Seefeld. Ihr Geschäftsmodell ist auf persönliche Betreuung, diskretionäre Vermögensverwaltung und eine vergleichsweise schlanke Organisation ausgerichtet.

Geschichte

Gründung als Bank Lips

Die Bank wurde 1988 als Bank Lips AG gegründet und am 25. Januar 1988 in das Handelsregister des Kantons Zürich eingetragen. Als Gründer gilt der Schweizer Bankier und Goldexperte Ferdinand Lips, der zuvor unter anderem für die Bank Julius Bär und die Rothschild Bank in Zürich gearbeitet hatte.

Die ursprüngliche Bank war stark durch die Persönlichkeit ihres Gründers und dessen Interesse an Gold, Währungen und internationaler Vermögensverwaltung geprägt. Neben der Bezeichnung Bank Lips AG wurden zeitweise auch die Firmennamen Bank Lips, Burkhardt AG und entsprechende Übersetzungen in anderen Sprachen verwendet.[2]

Später wurde das Institut in Privatbank Bellerive AG umbenannt. Die Bezeichnung Bellerive verweist auf das Zürcher Seefeld und das Gebiet am rechten Ufer des Zürichsees.

Einstieg der Graubündner Kantonalbank

1998 beteiligte sich die Graubündner Kantonalbank an der damaligen Bank Lips und übernahm eine Mehrheitsposition. Die Beteiligung ermöglichte der GKB, ihr Vermögensverwaltungsgeschäft über den angestammten Heimmarkt im Kanton Graubünden hinaus auszubauen und im Finanzplatz Zürich stärker präsent zu sein.[3]

Die Privatbank Bellerive wurde in der Folge in die technische und organisatorische Infrastruktur der GKB-Gruppe eingebunden. Verschiedene Verarbeitungs-, Backoffice- und Corporate-Center-Funktionen wurden an die Kantonalbank ausgelagert. Die Kundenbetreuung, Anlagepolitik und Marktpositionierung blieben dagegen bei der Privatbank Bellerive angesiedelt.

Die GKB bezeichnet die Beteiligung als Bestandteil ihrer Strategie, ausserhalb Graubündens im Vermögensverwaltungsgeschäft zu wachsen. Zur GKB-Finanzgruppe gehören neben der Privatbank Bellerive auch die Vermögensverwaltungsgesellschaft Albin Kistler AG und die BZ Bank Aktiengesellschaft.[4]

Entwicklung der Beteiligungsverhältnisse

Die GKB hielt bereits seit 1998 mindestens die Hälfte des Aktienkapitals. Neben der Kantonalbank waren und sind Mitglieder der Geschäftsleitung und weitere Privatpersonen am Unternehmen beteiligt. Dieses Beteiligungsmodell soll nach Darstellung der Bank die unternehmerische Verantwortung der Kundenbetreuer stärken.

Im Verlauf des Jahres 2025 erhöhte die GKB ihren Anteil von 61,63 auf 63,36 Prozent. Die Transaktionen erfolgten am 22. Januar und am 21. Juli 2025. Im konsolidierten Geschäftsbericht wurde die Privatbank Bellerive mit einem Gesellschaftskapital von zehn Millionen Franken und einer Beteiligungsquote von rund 63,4 Prozent ausgewiesen.[5]

Auf ihrer Beteiligungsübersicht mit Stand vom 30. April 2026 bezifferte die Graubündner Kantonalbank ihren Anteil an der Privatbank Bellerive auf rund 65 Prozent.[6]

US-Steuerprogramm

Im Juli 2015 schloss die Privatbank Bellerive im Rahmen des Swiss Bank Program eine Nichtverfolgungsvereinbarung mit dem Justizministerium der Vereinigten Staaten ab. Das Programm ermöglichte Schweizer Banken, mögliche strafrechtliche Verantwortlichkeiten im Zusammenhang mit nicht deklarierten Konten von US-Steuerpflichtigen zu bereinigen.

Nach Angaben des US-Justizministeriums hatte die Bank seit dem 1. August 2008 insgesamt 20 Konten mit Bezug zu den Vereinigten Staaten geführt. Die darauf verwalteten Vermögen beliefen sich zusammen auf 68,9 Millionen US-Dollar. Die Bank verpflichtete sich zur Zusammenarbeit mit den amerikanischen Behörden, zur Offenlegung bestimmter Informationen und zur Verbesserung ihrer Kontrollmechanismen. Sie bezahlte eine Busse von 57'000 US-Dollar.[7]

Die vergleichsweise geringe Höhe der Busse wurde damit begründet, dass die Bank betroffene Kundinnen und Kunden zur steuerlichen Regularisierung ihrer Vermögen angehalten hatte. Mit dem Abschluss der Vereinbarung verzichtete das US-Justizministerium auf eine strafrechtliche Verfolgung der Bank wegen der im Programm untersuchten Sachverhalte.

Geschäftstätigkeit

Vermögensverwaltung

Das Kerngeschäft der Privatbank Bellerive ist die individuelle Vermögensverwaltung. Kundinnen und Kunden übertragen der Bank innerhalb einer vereinbarten Anlagestrategie die Verantwortung für die Auswahl und Verwaltung ihrer Finanzinstrumente.

Vor Beginn eines Vermögensverwaltungsmandats werden unter anderem folgende Faktoren erfasst:

  • die finanziellen Verhältnisse der Kundin oder des Kunden;
  • Höhe und Art des regelmässigen Einkommens;
  • bestehende und erwartete finanzielle Verpflichtungen;
  • Anlagezweck und Anlagehorizont;
  • Risikofähigkeit und Risikobereitschaft;
  • Kenntnisse und Erfahrungen mit Finanzinstrumenten;
  • persönliche Anlagebeschränkungen.

Auf dieser Grundlage vereinbaren Bank und Kundschaft eine Anlagestrategie. Die anschliessenden Anlageentscheide werden von der Bank im Rahmen des Mandats getroffen, ohne dass für jede einzelne Transaktion eine vorgängige Zustimmung erforderlich ist.[8]

Neben der Vermögensverwaltung führt die Bank auf Kundenauftrag Wertschriftengeschäfte ohne vorgängige Beratung aus. Diese als Execution-only bezeichneten Geschäfte beruhen auf einer selbständigen Anlageentscheidung der Kundin oder des Kunden. Eine klassische Anlageberatung mit persönlichen Empfehlungen zu einzelnen Finanzinstrumenten bietet die Bank nach ihren FIDLEG-Informationen nicht als eigenständige Dienstleistung an.[8]

Privatkundschaft

Die Privatbank richtet sich vor allem an vermögende Privatpersonen, Unternehmerinnen und Unternehmer sowie Familien mit langfristigem Anlagehorizont. Ein wesentlicher Bestandteil des Geschäftsmodells ist die direkte Betreuung durch erfahrene Kundenberater und Mitglieder der Geschäftsleitung.

Die Bank betont eine generationenübergreifende Zusammenarbeit. Dabei können neben der eigentlichen Verwaltung des Wertschriftenvermögens auch Fragen der Vermögensstrukturierung, des Zahlungsverkehrs und der Weitergabe von Vermögen an die nächste Generation berücksichtigt werden.

Nach eigener Darstellung sind mehrere Mitglieder der Geschäftsleitung zugleich Aktionäre der Bank. Dadurch sollen Kundenbetreuung und unternehmerische Verantwortung eng miteinander verbunden werden.[9]

Family Offices

Für Family Offices übernimmt die Bank insbesondere administrative und banktechnische Aufgaben. Dazu zählen:

  • Zahlungsverkehr;
  • Treuhandanlagen;
  • Depotführung;
  • Wertschriftenbuchhaltung;
  • Ausführung von Wertschriftentransaktionen;
  • konsolidierte Vermögensinformationen;
  • Unterstützung bei der Zusammenarbeit mit weiteren Finanzdienstleistern.

Die Privatbank Bellerive kann dabei entweder als zentrale Depotbank oder als eine von mehreren Banken innerhalb einer umfassenderen Familienvermögensstruktur eingesetzt werden.[10]

Externe Vermögensverwalter

Ein weiterer Geschäftsbereich ist die Zusammenarbeit mit unabhängigen externen Vermögensverwaltern. Die Bank stellt ihnen Depot-, Konto-, Handels- und Abwicklungsdienstleistungen zur Verfügung. Der externe Vermögensverwalter bleibt für die Beratung oder Verwaltung der jeweiligen Kundenvermögen verantwortlich, während die Bank die Vermögenswerte verwahrt und Transaktionen ausführt.

Zu den angebotenen Leistungen gehören unter anderem:

  • Konto- und Depotführung;
  • Wertschriftenhandel;
  • Zahlungsverkehr;
  • Devisengeschäfte;
  • Treuhandanlagen;
  • Reporting und Wertschriftenbuchhaltung;
  • Unterstützung bei administrativen und regulatorischen Prozessen.

Die Betreuung dieses Geschäftsbereichs erfolgt durch ein eigenes Team für externe Vermögensverwalter.

Anlagepolitik

Die Anlagephilosophie der Privatbank Bellerive ist langfristig ausgerichtet. Nach eigener Darstellung konzentriert sich die Bank in vielen Mandaten auf Aktien finanzstarker Schweizer Unternehmen, deren Geschäftsmodelle, Marktstellung und Ertragsentwicklung sie als widerstandsfähig beurteilt.

Die Bank verfolgt einen aktiven Ansatz der Aktienauswahl und verbindet diesen mit einem systematischen Risikomanagement. Das Ziel besteht darin, in positiven Marktphasen an Kurssteigerungen teilzunehmen und Verluste während schwacher Börsenphasen möglichst zu begrenzen. Diesen Ansatz beschreibt die Bank als asymmetrisches Renditeprofil.[11]

Die genaue Zusammensetzung eines Portfolios richtet sich nach dem vereinbarten Mandat. Neben Aktien können unter anderem folgende Anlageklassen eingesetzt werden:

  • Obligationen und Geldmarktanlagen;
  • Fremdwährungen;
  • Edelmetalle;
  • Anlagefonds und börsengehandelte Fonds;
  • strukturierte Produkte;
  • derivative Finanzinstrumente;
  • Treuhandanlagen;
  • alternative Anlagen;
  • Instrumente zur Absicherung von Kurs-, Zins- oder Währungsrisiken.

Die Bank verfügt über ein eigenes Anlageuniversum, das Direktanlagen und Produkte ausgewählter Drittanbieter umfasst. Sie legt nach eigenen Angaben keine eigenen Anlagefonds oder sonstigen Finanzprodukte auf. Individuelle strukturierte Produkte können jedoch bei externen Emittenten erstellt und innerhalb eines Kundenmandats eingesetzt werden. Vereinzelt kommen auch Produkte der Mehrheitsaktionärin Graubündner Kantonalbank zum Einsatz.[12]

Organisation

Verwaltungsrat

Der Verwaltungsrat ist für die Oberleitung, strategische Ausrichtung und Kontrolle des Unternehmens verantwortlich. Gemäss den Angaben der Bank gehörten ihm 2026 folgende Personen an:[13]

Person Funktion
Alois Vinzens Präsident des Verwaltungsrates
Martina Müller-Kamp Mitglied des Verwaltungsrates und Mitglied der Geschäftsleitung der Graubündner Kantonalbank
Bignia Vieli Mitglied des Verwaltungsrates

Die Vertretung der Graubündner Kantonalbank im Verwaltungsrat ist Teil der Steuerung und Überwachung der Beteiligung. Gleichzeitig verfügt die Privatbank Bellerive über eigene Organe und eine eigene Geschäftsleitung.

Geschäftsleitung

Die operative Führung lag 2026 bei einer dreiköpfigen Geschäftsleitung:[13]

Person Funktion
Daniel Wittmer Vorsitzender der Geschäftsleitung und Teilhaber
Andreas Liberato Mitglied der Geschäftsleitung, Leiter Private Banking und Teilhaber
Viktor Hanno Mitglied der Geschäftsleitung, Senior Private Banker und Leiter Entrepreneurs

Weitere Führungsfunktionen bestehen unter anderem in den Bereichen Portfoliomanagement, Operations, Client Services, externe Vermögensverwalter sowie Legal und Compliance.

Mitarbeitende

Ende 2025 beschäftigte die Privatbank Bellerive umgerechnet 15 Vollzeitmitarbeitende. Im Vorjahr waren es 14,4 Vollzeitstellen gewesen. Aufgrund der kleinen Organisation übernehmen einzelne Mitarbeitende mehrere Fach- und Führungsfunktionen.[14]

Die überschaubare Belegschaft ist Teil des Geschäftsmodells der Bank. Verschiedene technische und administrative Prozesse werden innerhalb der GKB-Finanzgruppe oder durch externe Dienstleister erbracht, während sich die eigenen Mitarbeitenden vor allem auf Kundenbetreuung, Vermögensverwaltung, Portfoliomanagement und Kontrollfunktionen konzentrieren.

Verbindung zur Graubündner Kantonalbank

Die Privatbank Bellerive wird im Konzernabschluss der Graubündner Kantonalbank vollständig konsolidiert. Dabei werden ihre Aktiven, Passiven, Erträge und Aufwendungen zu 100 Prozent in die Konzernrechnung einbezogen; die Anteile anderer Aktionäre werden gesondert ausgewiesen.

Die Zusammenarbeit umfasst insbesondere:

  • Nutzung einer gemeinsamen oder eng verbundenen Bankeninfrastruktur;
  • Auslagerung von Backoffice-Dienstleistungen;
  • Einbindung in die IT-Landschaft der GKB;
  • gemeinsame regulatorische und risikobezogene Prozesse;
  • Liquiditätshaltung bei der GKB und weiteren Banken;
  • Vertretung der GKB im Verwaltungsrat;
  • Reporting an die Organe der GKB-Finanzgruppe.

Nach Angaben der GKB geht die Privatbank Bellerive nur gedeckte Kreditengagements ein. Eigene Handelsbestände sind zeitlich und betragsmässig beschränkt und grundsätzlich auf Geschäfte im Zusammenhang mit der Kundschaft begrenzt. Die Bank hält Liquiditätsreserven bei der GKB, bei Drittbanken und bei der Schweizerischen Nationalbank.[15]

Die Privatbank Bellerive ist organisatorisch von ihrer Mehrheitsaktionärin getrennt. Mögliche Interessenkonflikte, die aus der wirtschaftlichen Verbindung entstehen können, müssen gegenüber der Kundschaft offengelegt und durch interne Regeln begrenzt werden.

Aufsicht und Regulierung

Die Privatbank Bellerive besitzt eine Bankenbewilligung nach dem schweizerischen Bankengesetz und untersteht der laufenden Aufsicht der FINMA. In deren Kategorisierung wird das Institut der Kategorie 5 zugeordnet. Diese Kategorie umfasst kleinere Banken und Wertpapierhäuser mit vergleichsweise geringem Einfluss auf die Stabilität des schweizerischen Finanzsystems.[1]

Als Bank muss das Unternehmen unter anderem Vorschriften zu folgenden Bereichen erfüllen:

  • Eigenmittel und Liquidität;
  • Risikomanagement;
  • Geldwäschereibekämpfung;
  • interne Kontrollen;
  • Organisation und Unternehmensführung;
  • Rechnungslegung;
  • Kundenschutz;
  • Umgang mit Interessenkonflikten;
  • grenzüberschreitende Finanzdienstleistungen.

Als externe Revisionsstelle wurde 2026 die KPMG AG in das Handelsregister eingetragen. Sie löste die zuvor tätige Ernst & Young AG ab.[2]

Einlagensicherung

Die Privatbank Bellerive ist dem schweizerischen Einlagensicherungssystem Esisuisse angeschlossen. Im Fall eines Bankenkonkurses sind privilegierte Einlagen grundsätzlich bis zu 100'000 Franken pro Kundin oder Kunde und Bank geschützt.

Mehrere Konten derselben Person bei der Bank werden für die Berechnung zusammengerechnet. Gemeinschaftskonten werden seit der Reform der Einlagensicherung als eigene Kundenbeziehung behandelt. Finanzintermediäre wie Banken, Wertpapierhäuser und Versicherungsunternehmen fallen nicht unter den gleichen Schutz.[16]

Der Schutz der Einlagen ist von einer möglichen Staatsgarantie der Graubündner Kantonalbank zu unterscheiden. Die kantonale Garantie für Verpflichtungen der GKB erstreckt sich nicht automatisch auf die rechtlich selbständige Privatbank Bellerive.

Einordnung

Trotz ihrer Firma ist die Privatbank Bellerive kein Privatbankier im engeren gesellschaftsrechtlichen Sinn. Traditionelle Schweizer Privatbankiers sind als Einzelunternehmen, Kollektiv- oder Kommanditgesellschaften organisiert und haften grundsätzlich persönlich. Die Privatbank Bellerive ist dagegen eine Aktiengesellschaft, deren Haftung auf das Gesellschaftsvermögen beschränkt ist.

Der Bestandteil Privatbank im Firmennamen bezeichnet somit vor allem die Ausrichtung auf Private Banking und Vermögensverwaltung. Vergleichbare Bezeichnungen werden auch von anderen als Aktiengesellschaft organisierten Schweizer Banken verwendet.

Innerhalb des schweizerischen Bankenmarktes gehört die Privatbank Bellerive zu den kleineren Instituten. Ihre Bedeutung liegt weniger im klassischen Massengeschäft als in der spezialisierten Betreuung vermögender Privatkundschaft und externer Vermögensverwalter sowie in ihrer Funktion als Zürcher Vermögensverwaltungsbank innerhalb der GKB-Finanzgruppe.

Geschäftssitz

Der Geschäftssitz befindet sich an der Mittelstrasse 6 im Zürcher Seefeld. Das Quartier am rechten Zürichseeufer gehört zu den bedeutenden Wohn- und Dienstleistungsgebieten der Stadt und liegt in der Nähe des Bahnhofs Zürich Stadelhofen und des Bellevueplatzes.

Die Bank besitzt keine schweizweite Filialorganisation. Die Konzentration auf einen einzigen Standort entspricht ihrer Ausrichtung auf persönliche Betreuung und spezialisierte Vermögensverwaltung. Digitale, telefonische und schriftliche Bankdienstleistungen ergänzen die persönliche Kundenbeziehung.

Kennzahlen

Kennzahl Wert Zeitpunkt
Aktienkapital 10 Millionen Franken Ende 2025
Anteil der Graubündner Kantonalbank 63,36 % Ende 2025
Anteil der Graubündner Kantonalbank rund 65 % 30. April 2026
Mitarbeitende 15 Vollzeitstellen Ende 2025
Geschäftsstellen eine 2026
FINMA-Aufsichtskategorie 5 5. August 2026

Siehe auch

  1. 1,0 1,1 FINMA: Bewilligte Banken und Wertpapierhäuser, Stand 5. August 2026, abgerufen am 5. August 2026.
  2. 2,0 2,1 Moneyhouse: Privatbank Bellerive AG, Handelsregisterangaben, abgerufen am 5. August 2026.
  3. Graubündner Kantonalbank: Geschichte der GKB – Meilensteine, abgerufen am 5. August 2026.
  4. Graubündner Kantonalbank: Geschäftsbericht 2025 – Anhang zur konsolidierten Jahresrechnung, abgerufen am 5. August 2026.
  5. Graubündner Kantonalbank: Unternehmen, an denen die Bank eine dauernde wesentliche Beteiligung hält, Stand 31. Dezember 2025, abgerufen am 5. August 2026.
  6. Graubündner Kantonalbank: Beteiligungen und Partnerschaften, Stand 30. April 2026, abgerufen am 5. August 2026.
  7. United States Department of Justice: Justice Department Announces Swiss Bank Program Resolutions with Two More Banks, 23. Juli 2015, abgerufen am 5. August 2026.
  8. 8,0 8,1 Privatbank Bellerive AG: Informationen zum Finanzdienstleistungsgesetz, abgerufen am 5. August 2026.
  9. Privatbank Bellerive AG: Wie wir denken, abgerufen am 5. August 2026.
  10. Privatbank Bellerive AG: Unsere Dienstleistungen, abgerufen am 5. August 2026.
  11. Privatbank Bellerive AG: Was wir tun, abgerufen am 5. August 2026.
  12. Privatbank Bellerive AG: Anlageuniversum der Privatbank Bellerive AG, abgerufen am 5. August 2026.
  13. 13,0 13,1 Privatbank Bellerive AG: Wer wir sind, abgerufen am 5. August 2026.
  14. Graubündner Kantonalbank: Geschäftsbericht 2025 – Mitarbeitende, abgerufen am 5. August 2026.
  15. Graubündner Kantonalbank: Umgang mit Risiken bei konsolidierungspflichtigen Unternehmungen, abgerufen am 5. August 2026.
  16. Privatbank Bellerive AG: Einlagensicherung, abgerufen am 5. August 2026.