Aldi Suisse

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ALDI SUISSE AG
Eigenschreibweise ALDI SUISSE
Rechtsform Aktiengesellschaft
Branche Lebensmitteldetailhandel
Markteintritt 27. Oktober 2005
Sitz Schwarzenbach SG
Gemeinde Jonschwil
Kanton St. Gallen
Konzernzugehörigkeit Unternehmensgruppe ALDI SÜD
Leitung Jérôme Meyer, Country Managing Director
Mitarbeitende rund 3'900
Filialen über 245
Distributionszentren Schwarzenbach SG, Perlen LU und Domdidier FR
UID CHE-110.576.236
Website aldi-suisse.ch

Die ALDI SUISSE AG, in der eigenen Schreibweise ALDI SUISSE, ist ein Schweizer Unternehmen des Lebensmitteldetailhandels mit Hauptsitz in Schwarzenbach SG in der Gemeinde Jonschwil. Sie gehört zur internationalen Unternehmensgruppe ALDI SÜD und betreibt in der Schweiz mehr als 245 Discountfilialen.[1]

Das Unternehmen trat am 27. Oktober 2005 mit vier gleichzeitig eröffneten Filialen in den Schweizer Markt ein. Innerhalb von zwei Jahrzehnten entwickelte sich ALDI SUISSE zu einer der grössten Discountketten des Landes. Das Unternehmen beschäftigt rund 3'900 Personen und unterhält drei Distributionszentren in der Deutsch- und Westschweiz.[2][3]

ALDI SUISSE ist als Aktiengesellschaft nach schweizerischem Recht organisiert. Die Gesellschaft ist Teil der ALDI-SÜD-Gruppe, tritt im Schweizer Markt jedoch mit einer eigenständigen Landesorganisation, einem auf die Schweiz ausgerichteten Sortiment und eigenen regionalen Lieferbeziehungen auf.

Geschichte

Markteintritt in die Schweiz

Die ersten vier ALDI-SUISSE-Filialen wurden am 27. Oktober 2005 in Weinfelden, Amriswil, Altenrhein und Gebenstorf eröffnet.[1] Der Markteintritt war eines der meistbeachteten Ereignisse im Schweizer Detailhandel der damaligen Zeit.

Vor der Eröffnung wurde intensiv darüber diskutiert, ob sich das aus Deutschland bekannte Discountkonzept im von Migros, Coop, Denner und regionalen Anbietern geprägten Schweizer Markt durchsetzen könne. Besondere Aufmerksamkeit erhielten die angekündigten Preise, die vergleichsweise kleinen Sortimente und die Arbeitsbedingungen des neuen Unternehmens.[4]

Das Konzept unterschied sich von traditionellen Schweizer Supermärkten durch eine begrenzte Zahl sorgfältig ausgewählter Artikel, einen hohen Anteil an Eigenmarken, standardisierte Filialen und vereinfachte Betriebsabläufe. Diese Struktur sollte niedrigere Kosten und damit dauerhaft günstige Verkaufspreise ermöglichen.

Bereits in der Anfangsphase passte ALDI SUISSE das aus Deutschland übernommene Modell an den Schweizer Markt an. Dazu gehörten ein grösseres Frischesortiment, schweizerische Lieferanten, mehrsprachige Produktinformationen und an die lokalen Konsumgewohnheiten angepasste Artikel.

Rascher Ausbau des Filialnetzes

Nach dem Markteintritt expandierte ALDI SUISSE schnell. Neue Filialen entstanden zunächst vor allem in der Ostschweiz, im Mittelland und in Agglomerationsgemeinden. Später wurde das Netz auf die Westschweiz, das Tessin und zunehmend auch auf innerstädtische Standorte ausgedehnt.

Im Jahr 2007 eröffnete das Unternehmen seine 50. Filiale. Bereits 2009 folgte die 100. Filiale.[2] Die Expansion machte zusätzliche regionale Logistikstrukturen erforderlich.

Das erste westschweizerische Distributionszentrum wurde 2008 in Domdidier im Kanton Freiburg eröffnet. Es dient der Belieferung der Filialen in der Romandie und in Teilen des Mittellands. Ein weiteres Verteilzentrum nahm 2016 in Perlen LU den Betrieb auf.[5]

Im Jahr 2012 verlegte ALDI SUISSE seinen Hauptsitz nach Schwarzenbach im Kanton St. Gallen. Am selben Standort befinden sich zentrale Verwaltungs- und Logistikfunktionen.[2]

Ausbau des Angebots

Neben dem Filialnetz erweiterte das Unternehmen schrittweise sein Angebot. Im Jahr 2006 wurde der Reisedienst ALDI SUISSE TOURS eingeführt. 2007 folgte ein Mobilfunkangebot, das heute unter der Marke ALDI MOBILE vermarktet wird.[5]

Seit 2013 verfügen die Filialen über die als «Panetteria» bezeichneten Bereiche für ofenfrisches Brot und weitere Backwaren. Damit reagierte das Unternehmen auf die im Schweizer Lebensmittelhandel hohe Bedeutung täglich frisch angebotener Backwaren.

2014 führte ALDI SUISSE mit «Nature Suisse Bio» eine eigene Schweizer Biolinie ein. 2015 bündelte das Unternehmen seine Nachhaltigkeitsaktivitäten unter der Bezeichnung «Heute für morgen».

Im März 2019 wurde die 200. Schweizer Filiale eröffnet. Damit hatte das Unternehmen innerhalb von weniger als 14 Jahren ein nahezu flächendeckendes Netz in allen grösseren Landesteilen aufgebaut.[2]

Digitalisierung und neue Verkaufskanäle

Im Dezember 2021 startete ALDI SUISSE den Online-Lieferdienst ALDI-now. Über den Dienst können Lebensmittel, Drogerieartikel und Produkte für den Haushalt bestellt und nach Hause geliefert werden. Das Liefergebiet wurde nach einer Testphase auf mehrere Schweizer Städte und Agglomerationen ausgeweitet.[6]

Weitere digitale Angebote umfassen die ALDI-SUISSE-App, den elektronischen Prospekt, Newsletter, eine Verfügbarkeitsabfrage für Aktionsartikel und digitale Informationen zu Produktrückrufen.

Im Jahr 2025 führte das Unternehmen Self-Checkout-Kassen in einem grossen Teil seines Filialnetzes ein. Rund 150 Filialen wurden im Verlauf des Sommers mit zusätzlichen Selbstbedienungskassen ausgestattet. Die bedienten Kassen blieben parallel dazu bestehen.[7]

Modernisierung des Filialnetzes

Zwischen 2021 und 2023 wurden mehr als 200 Filialen nach einem neuen Ladenkonzept umgebaut. Die Modernisierung umfasste eine übersichtlichere Warenpräsentation, grössere Bereiche für Früchte, Gemüse und gekühlte Produkte sowie eine stärkere Gewichtung von Frische- und Convenience-Artikeln.

Die Eingangsbereiche wurden in zahlreichen Filialen so umgestaltet, dass Kundinnen und Kunden zunächst durch die Abteilungen für Früchte und Gemüse geführt werden. Die Panetteria und die Kühlregale wurden ebenfalls vergrössert.

2023 erklärte ALDI SUISSE die Modernisierung seines damaligen Filialnetzes für abgeschlossen.[2]

Entwicklung seit dem 20-Jahr-Jubiläum

Am 27. Oktober 2025 beging das Unternehmen sein 20-jähriges Bestehen in der Schweiz. Zu diesem Zeitpunkt betrieb es nach eigenen Angaben 247 Filialen und beschäftigte rund 4'000 Personen.[2]

Im Jahr 2026 richtete ALDI SUISSE seine Kommunikation erneut stärker auf das klassische Discountmodell aus. Das Unternehmen kündigte an, unnötige Kosten und wenig nachgefragte Nischenartikel zu reduzieren und Einsparungen in Form tieferer Preise weiterzugeben. Nach Unternehmensangaben bestehen rund 90 Prozent des Sortiments aus Eigenmarken.[8]

Gleichzeitig wurde das Filialnetz punktuell angepasst. Neben Neueröffnungen schloss das Unternehmen Anfang 2026 mehrere Standorte, darunter Filialen in Baden, Bern und im Glattzentrum in Wallisellen. Die Filiale in Wabern wurde Ende Mai 2026 geschlossen.[9]

Mit der Eröffnung einer Filiale in Stans am 23. Juli 2026 wurde ALDI SUISSE erstmals auch im Kanton Nidwalden vertreten.[10]

Unternehmensstruktur

Die ALDI SUISSE AG ist eine schweizerische Aktiengesellschaft mit der Unternehmens-Identifikationsnummer CHE-110.576.236. Der statutarische und operative Hauptsitz befindet sich an der Niederstettenstrasse 3 in Schwarzenbach SG.[11]

Das Unternehmen gehört zur Unternehmensgruppe ALDI SÜD. Diese ist gemeinsam mit ALDI Nord aus dem von Karl und Theo Albrecht aufgebauten deutschen Aldi-Konzern hervorgegangen. ALDI SÜD ist in mehreren europäischen Ländern, den Vereinigten Staaten, Australien und China tätig.

Die Schweizer Gesellschaft wird von einem Country Managing Director geleitet. Seit Oktober 2020 übt Jérôme Meyer diese Funktion aus. Er war bereits während des Schweizer Markteintritts für das Unternehmen tätig.

Die Landesorganisation umfasst insbesondere:

  • den Filialbetrieb,
  • Einkauf und Qualitätsmanagement,
  • Logistik und Warenversorgung,
  • Immobilienentwicklung,
  • Marketing und Kommunikation,
  • Personalwesen und Berufsbildung,
  • Finanzen, Recht und Compliance,
  • Informationstechnologie,
  • Nachhaltigkeits- und Lieferkettenmanagement.

ALDI SUISSE veröffentlicht als privat kontrolliertes Unternehmen keine mit börsenkotierten Detailhandelsunternehmen vergleichbare vollständige öffentliche Konzernrechnung. Detaillierte Angaben zu Umsatz, Gewinn und Marktanteil werden deshalb nicht regelmässig bekannt gegeben.

Geschäftsmodell

Das Geschäftsmodell beruht auf dem Discountprinzip. Ein fokussiertes Sortiment, ein hoher Eigenmarkenanteil, grosse Einkaufsvolumen und standardisierte Prozesse sollen die Betriebs- und Beschaffungskosten begrenzen.

Im Unterschied zu Vollsortimentern führt ALDI SUISSE in vielen Produktgruppen nur wenige Varianten. Dadurch werden die Bestellmengen je Artikel erhöht und Lagerung, Transport sowie Warenpräsentation vereinfacht.

Das Unternehmen nennt Einfachheit, Verantwortung und Verlässlichkeit als seine zentralen Unternehmenswerte.[12]

Typische Merkmale des Geschäftsmodells sind:

  • ein begrenztes, auf häufig nachgefragte Produkte ausgerichtetes Sortiment,
  • ein hoher Anteil an Eigenmarken,
  • standardisierte Filial- und Logistikprozesse,
  • wöchentlich wechselnde Aktionsartikel,
  • eine vergleichsweise einfache Ladengestaltung,
  • eine starke Positionierung über dauerhaft niedrige Preise,
  • ein begrenzter Einsatz klassischer Kundenbindungsprogramme.

ALDI SUISSE verzichtet nach eigener Darstellung auf ein Punktesammel- oder Bonusprogramm. Stattdessen sollen Preisvorteile unmittelbar über die Verkaufspreise weitergegeben werden.[8]

Sortiment

Lebensmittel und Produkte des täglichen Bedarfs

Das dauerhafte Sortiment umfasst Lebensmittel, Getränke, Drogerieartikel, Tiernahrung, Haushaltsprodukte und weitere Waren des täglichen Bedarfs. Bedeutende Bereiche sind:

  • Früchte und Gemüse,
  • Brot und Backwaren,
  • Fleisch und Fisch,
  • Milchprodukte und Eier,
  • Tiefkühlprodukte,
  • Getränke,
  • Grundnahrungsmittel,
  • Süsswaren und Snacks,
  • Körperpflege und Kosmetik,
  • Reinigungs- und Haushaltsartikel,
  • Babyprodukte,
  • Tiernahrung.

Zusätzlich bietet ALDI SUISSE wöchentlich wechselnde Aktionsprodukte an. Diese stammen unter anderem aus den Bereichen Haushalt, Garten, Freizeit, Werkzeuge, Elektronik, Bekleidung und saisonale Dekoration.

Aktionsartikel werden in begrenzten Mengen eingekauft und sind häufig nur für kurze Zeit erhältlich. Die Aktionen beginnen in der Regel an bestimmten Wochentagen und werden über den Prospekt «ALDI Woche», die Website, die App und den Newsletter beworben.[13]

Eigenmarken

Eigenmarken bilden den Kern des Sortiments. Nach Angaben des Unternehmens entfallen rund 90 Prozent der angebotenen Produkte auf eigene Marken.[8]

Zu den bekannten Eigenmarken gehören unter anderem:

  • Milsani für Milchprodukte,
  • Choceur für Schokolade und Süsswaren,
  • Cucina für italienisch geprägte Lebensmittel,
  • Grandessa für Konfitüren, Honig und weitere Frühstücksprodukte,
  • Happy Harvest für Getreide- und Backprodukte,
  • Lacura für Kosmetik und Körperpflege,
  • Mamia für Babyartikel,
  • Tandil für Wasch- und Reinigungsmittel,
  • Romeo und Cachet für Tiernahrung,
  • My Vay für vegetarische und vegane Produkte,
  • Country's Best für Fleisch- und Grillprodukte,
  • Saveurs Suisses für regionale Schweizer Spezialitäten.

Die Marken können je nach Produktgruppe und internationaler Beschaffungsstruktur auch in anderen Ländern der ALDI-SÜD-Gruppe verwendet werden. Rezepturen, Verpackungen und Herkunft werden teilweise für den Schweizer Markt angepasst.

Schweizer Produkte

ALDI SUISSE betont in seiner Sortimentspolitik die Zusammenarbeit mit schweizerischen Produzenten. Insbesondere Frischmilch, ein grosser Teil des Fleischsortiments, Eier, Brot, Käse und saisonale Früchte und Gemüse stammen häufig aus der Schweiz.

Unter der 2022 eingeführten Eigenmarke SAVEURS SUISSES werden Produkte mit besonderem regionalem oder kulinarischem Bezug zur Schweiz angeboten. Dazu gehören Käse, Fleischwaren, Backwaren, Getränke und weitere Spezialitäten.

Im Mai 2024 umfasste das Angebot nach Angaben des Unternehmens mehr als 100 Saveurs-Suisses-Produkte.[14]

Bio-Sortiment

Das Bioangebot wurde seit dem Markteintritt schrittweise erweitert. 2014 lancierte das Unternehmen die Marke «Nature Suisse Bio».

Im Jahr 2022 folgte die Schweizer Bio-Eigenmarke retour aux sources. Die Produkte werden nach dem als «Prüf Nach!» bezeichneten Standard hergestellt. Dieser enthält nach Unternehmensangaben in verschiedenen Bereichen Anforderungen, die über gesetzliche Vorgaben hinausgehen.[15]

Der Standard betrifft unter anderem:

  • die Herkunft landwirtschaftlicher Rohstoffe,
  • den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln,
  • Tierhaltung und Fütterung,
  • die Rückverfolgbarkeit der Lieferketten,
  • Verarbeitung und Zusatzstoffe,
  • Biodiversität und Bodenschutz.

Das Unternehmen bietet darüber hinaus Produkte mit Bio-Suisse-, EU-Bio-, Fairtrade-, MSC-, ASC- und weiteren Nachhaltigkeitskennzeichnungen an.

Frischeangebot

Seit den 2010er-Jahren wurde das Frischesortiment deutlich ausgebaut. Dazu gehören grössere Abteilungen für Früchte und Gemüse, mehr gekühlte Convenience-Produkte und die Panetteria mit in der Filiale fertig gebackenen Backwaren.

Anfang 2024 vergrösserte ALDI SUISSE sein Angebot an Früchten und Gemüse nach eigenen Angaben um rund 25 Prozent.[16]

Seit 2023 verzichtet das Unternehmen nach eigenen Angaben auf Obst und Gemüse, das eigens für den Verkauf per Flugzeug in die Schweiz transportiert wird. Ausnahmen können Produkte betreffen, bei denen der Flugtransport aus regulatorischen oder besonderen logistischen Gründen nicht vermeidbar ist.

Filialnetz

ALDI SUISSE betreibt Filialen in allen Sprachregionen der Schweiz. Das Unternehmen nennt auf seiner Website mehr als 245 Standorte.[1]

Die Dichte des Netzes ist in der Deutschschweiz besonders hoch. Zahlreiche Filialen befinden sich in den Kantonen Zürich, St. Gallen, Thurgau, Aargau, Bern und Luzern. In der Romandie ist das Unternehmen unter anderem in den Kantonen Waadt, Freiburg, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura vertreten. Auch im Tessin bestehen mehrere Standorte.

Die ersten Filialen wurden überwiegend als freistehende Märkte in Agglomerationen oder Gewerbegebieten errichtet. Später kamen unterschiedliche Formate hinzu:

  • freistehende Standardfilialen mit eigenen Parkplätzen,
  • Filialen in Einkaufszentren,
  • Standorte in gemischt genutzten Überbauungen,
  • kleinere Quartierfilialen,
  • innerstädtische Filialen,
  • Filialen in umgenutzten Gewerbe- oder historischen Gebäuden.

Für neue Standorte nutzt ALDI SUISSE Kauf, Miete, Baurecht und Stockwerkeigentum. Die Verkaufsflächen liegen bei vielen neueren Filialen zwischen ungefähr 800 und 1'200 Quadratmetern, können an innerstädtischen Standorten jedoch kleiner ausfallen.[17]

Der Ausbau erfolgt nicht ausschliesslich durch Neueröffnungen. Standorte werden regelmässig umgebaut, verlegt oder geschlossen, wenn sie die wirtschaftlichen, logistischen oder räumlichen Anforderungen des Unternehmens nicht mehr erfüllen.

Logistik

Die Warenversorgung der Schweizer Filialen erfolgt über drei regionale Distributionszentren:

  • Schwarzenbach SG,
  • Perlen LU,
  • Domdidier FR.

Die Zentren übernehmen den Wareneingang, die Lagerung, die Zusammenstellung der Filialbestellungen und die Verteilung mit Lastwagen. Die regionale Aufteilung reduziert die Distanzen zwischen Lager und Filialen.

Das Distributionszentrum in Schwarzenbach versorgt vor allem die Ostschweiz, den Grossraum Zürich und Teile des Mittellands. Perlen dient insbesondere der Zentralschweiz und weiteren deutschsprachigen Regionen. Domdidier ist für die Westschweiz und angrenzende Gebiete von zentraler Bedeutung.

Die Logistik arbeitet mit standardisierten Ladeeinheiten und festen Lieferplänen. Frische, gekühlte und tiefgekühlte Produkte werden in getrennten Temperaturbereichen transportiert.

ALDI SUISSE setzt in der Logistik zunehmend alternative Antriebe ein. 2023 nahm das Unternehmen seinen ersten vollelektrischen Lastwagen in Betrieb.[18]

Im Jahr 2025 erhielt die Schweizer Landesgesellschaft einen ersten Stern des europäischen Programms «Lean & Green». Das Programm zeichnet Unternehmen aus, welche die Treibhausgasemissionen ihrer Logistik nach festgelegten Kriterien reduzieren.

Dienstleistungen

Neben dem stationären Lebensmitteldetailhandel bietet ALDI SUISSE mehrere ergänzende Dienstleistungen an.

ALDI SUISSE TOURS

ALDI SUISSE TOURS vermittelt Pauschalreisen, Hotels, Rundreisen, Kreuzfahrten und weitere Ferienangebote. Der Reisedienst wurde 2006 eingeführt und wird in Zusammenarbeit mit spezialisierten Reiseveranstaltern betrieben.

ALDI MOBILE

ALDI MOBILE ist ein Mobilfunkangebot für den Schweizer Markt. Es umfasst Prepaid- und Abonnementangebote. Die technische Mobilfunkleistung wird von einem schweizerischen Telekommunikationsunternehmen erbracht.

Das Angebot wurde 2007 eingeführt und zunächst unter einer anderen Markenbezeichnung vertrieben.

ALDI SUISSE FOTO

Über ALDI SUISSE FOTO können Fotobücher, Abzüge, Kalender, Wandbilder und weitere personalisierte Fotoprodukte bestellt werden.

ALDI-now

ALDI-now ist der Online-Lieferdienst für Lebensmittel, Drogerie- und Haushaltsprodukte. Das Angebot wurde 2021 eingeführt und ist in ausgewählten Schweizer Städten und Agglomerationen verfügbar.[6]

Weitere Angebote

Weitere Dienstleistungen umfassen:

  • Geschenkkarten,
  • Gutscheine für Geschäftskunden,
  • eine Smartphone-App,
  • einen WhatsApp-Informationsdienst,
  • eine Online-Verfügbarkeitsprüfung,
  • ein Garantieportal,
  • Informationen zu Produktrückrufen,
  • eine Herkunftsabfrage für Eier.

Mitarbeitende und Berufsbildung

ALDI SUISSE beschäftigt rund 3'900 Mitarbeitende in Verkauf, Logistik, Verwaltung und weiteren Unternehmensbereichen.[3]

Ein grosser Teil der Beschäftigten arbeitet in den Filialen. Typische Funktionen sind:

  • Verkaufsmitarbeiterin oder Verkaufsmitarbeiter,
  • stellvertretende Filialleitung,
  • Filialleitung,
  • Regionalverkaufsleitung,
  • Logistikmitarbeiterin oder Logistikmitarbeiter,
  • Fach- und Führungsfunktionen am Hauptsitz.

Das Unternehmen bildet Lernende insbesondere in den Bereichen Detailhandel, Logistik, Informatik und kaufmännische Berufe aus. Anfang 2026 befanden sich 206 Lernende in Ausbildung.[3]

Zum Ausbildungsprogramm gehören sogenannte Lernendenfilialen. Dabei übernehmen Lernende im letzten Ausbildungsjahr während eines begrenzten Zeitraums die Organisation einer Filiale. Sie erstellen Personaleinsatzpläne, bestellen Waren, organisieren die Warenpräsentation und tragen Verantwortung für den Kassenbetrieb.

ALDI SUISSE kommuniziert regelmässig einen über dem branchenüblichen Niveau liegenden Mindestlohn. Für das Jahr 2025 wurde der Mindestlohn für volljährige Mitarbeitende nach abgeschlossener Einarbeitung auf 4'760 Franken bei 13 Monatslöhnen erhöht.[19]

Zu den vom Unternehmen genannten Sozialleistungen gehören fünf Ferienwochen für Mitarbeitende, verlängerte Ferien für Lernende, Beiträge an die Pensionskasse sowie über die gesetzlichen Mindestvorgaben hinausgehende Mutter- und Vaterschaftsleistungen.

2023 erhielt ALDI SUISSE nach einer extern begleiteten Lohngleichheitsanalyse das Label «We Pay Fair».[20]

Nachhaltigkeit

Klimaziele

Als Teil der Unternehmensgruppe ALDI SÜD verfolgt ALDI SUISSE wissenschaftlich ausgerichtete Klimaziele. Die betriebsbedingten Treibhausgasemissionen der eigenen Standorte sollen bis 2035 gegenüber 2021 um 90 Prozent reduziert werden.[21]

Zu den Massnahmen gehören:

  • Photovoltaikanlagen auf Filialen und Logistikzentren,
  • energieeffiziente Kühlanlagen,
  • natürliche oder klimaschonendere Kältemittel,
  • LED-Beleuchtung,
  • Wärmerückgewinnung,
  • verbesserte Gebäudeisolation,
  • elektrische Lieferfahrzeuge,
  • optimierte Transportwege.

Solarenergie

Photovoltaikanlagen befinden sich auf den Dächern der drei Distributionszentren und auf zahlreichen Filialen.

Ende März 2026 nahm ALDI SUISSE auf dem Dach des Distributionszentrums Domdidier eine Anlage mit 21'742 Solarmodulen und einer installierten Leistung von zehn Megawatt-Peak in Betrieb. Die erwartete Jahresproduktion beträgt rund acht Gigawattstunden.[22]

Die Dachfläche der Anlage umfasst rund 59'000 Quadratmeter. Ein Teil des Stroms wird direkt im Distributionszentrum verbraucht, Überschüsse werden in das regionale Netz eingespeist.

Weitere Photovoltaikanlagen bestehen auf den Logistikzentren in Perlen und Schwarzenbach sowie auf rund 80 Filialdächern.[22]

Ladeinfrastruktur

2023 kündigte ALDI SUISSE gemeinsam mit dem Schweizer Anbieter GOFAST den Aufbau eines landesweiten Netzes von Schnellladestationen für Elektroautos an.

An rund 150 Filialstandorten sollen öffentlich zugängliche Schnellladepunkte entstehen. Die ersten Anlagen wurden 2024 eröffnet.[23]

Lebensmittelverschwendung

Zur Verringerung von Lebensmittelverlusten werden Produkte kurz vor Ablauf des Haltbarkeitsdatums preislich reduziert. Filialen arbeiten teilweise mit gemeinnützigen Organisationen und digitalen Plattformen zur Weitergabe überschüssiger Lebensmittel zusammen.

Bestellmengen und Lieferintervalle werden anhand von Verkaufsdaten geplant. Das fokussierte Sortiment soll ebenfalls dazu beitragen, die Zahl langsam drehender Artikel und damit mögliche Abschriften zu begrenzen.

Verpackungen und Recycling

ALDI SUISSE beteiligt sich an branchenweiten Projekten zur Verringerung und Wiederverwertung von Verpackungen. Das Unternehmen ist Mitglied der Organisation RecyPac, die ein schweizweites Sammel- und Recyclingsystem für Kunststoffverpackungen und Getränkekartons aufbauen will.

Bei Eigenmarken können Material, Gewicht und Gestaltung der Verpackungen unmittelbar durch die Unternehmensgruppe beeinflusst werden. Massnahmen umfassen dünnere Kunststofffolien, den Einsatz von Recyclingmaterial und den Verzicht auf unnötige Umverpackungen.

Lieferketten und Menschenrechte

Die Beschaffungspolitik orientiert sich an den Nachhaltigkeitsstandards der ALDI-SÜD-Gruppe. Geschäftspartner müssen Vorgaben zu Arbeitsbedingungen, Menschenrechten, Umweltschutz und Korruptionsprävention einhalten.[24]

Besondere Programme bestehen für risikobehaftete Rohstoffe wie:

  • Kakao,
  • Kaffee,
  • Bananen,
  • Palmöl,
  • Soja,
  • Fisch und Meeresfrüchte,
  • Baumwolle,
  • Holz und Papier.

Seit 2016 gehört ALDI SUISSE zu den Gründungsmitgliedern des Soja Netzwerks Schweiz. Dieses setzt sich für verantwortungsvoll produziertes und gentechnikfreies Futtersoja ein.[25]

Gesellschaftliches Engagement

ALDI SUISSE unterstützt Sport-, Kultur- und Sozialprojekte in verschiedenen Regionen der Schweiz.

Seit 2018 ist das Unternehmen Titelsponsor von Ferien-Sportcamps für Kinder. In Zusammenarbeit mit MS Sports werden während der Schulferien polysportive Camps und Fussballangebote durchgeführt.[26]

Weitere Engagements betreffen oder betrafen unter anderem:

  • die Tour de Romandie Féminin,
  • das OpenAir St. Gallen,
  • regionale Sportveranstaltungen,
  • Lebensmittel- und Sachspenden,
  • Hilfsaktionen nach Naturereignissen,
  • Projekte zur Förderung bewusster Ernährung.

Das Unternehmen arbeitet zudem mit Organisationen wie Caritas und Fairtrade Max Havelaar zusammen.

Werbung und Markenauftritt

Der Markenauftritt verwendet das internationale ALDI-SÜD-Logo. Der Name wird üblicherweise vollständig in Grossbuchstaben als «ALDI SUISSE» geschrieben.

Die Werbung konzentriert sich auf niedrige Preise, Eigenmarken, Frische und Schweizer Herkunft. Ein wesentliches Kommunikationsmittel ist der wöchentlich erscheinende Prospekt «ALDI Woche».

Neben gedruckten Prospekten nutzt das Unternehmen:

  • Fernseh- und Radiowerbung,
  • Plakate,
  • Onlinewerbung,
  • soziale Netzwerke,
  • Newsletter,
  • die ALDI-SUISSE-App,
  • Markenbotschafterinnen und Markenbotschafter.

2026 lancierte das Unternehmen die Kampagne «ALDI KINDER». Sie sollte die Positionierung als klassischer Discounter und den Verzicht auf aus Unternehmenssicht unnötige Kosten hervorheben.[8]

Stellung im Schweizer Detailhandel

Der Eintritt von ALDI SUISSE veränderte den Wettbewerb im Schweizer Lebensmittelhandel. Der neue Anbieter erhöhte insbesondere im Discountsegment den Preisdruck und beschleunigte bei etablierten Unternehmen den Ausbau günstiger Eigenmarken.

2009 trat mit Lidl Schweiz ein zweiter internationaler Discounter mit eigenem Filialnetz in den Markt ein. Seither konkurrieren ALDI SUISSE und Lidl sowohl miteinander als auch mit Denner und den preisgünstigen Produktlinien der grossen Vollsortimenter.

Trotz des dichten Filialnetzes bleiben Migros und Coop die dominierenden Anbieter im Schweizer Lebensmittelhandel. ALDI SUISSE positioniert sich dagegen mit einem schmaleren Sortiment, niedrigeren Betriebskosten und einem hohen Eigenmarkenanteil.

Zum 20-jährigen Bestehen stellte Schweizer Radio und Fernsehen fest, dass sich der Schweizer Detailhandel seit dem Markteintritt deutlich verändert habe. Neben dem Preis seien für den Erfolg internationaler Discounter insbesondere Schweizer Produkte, Frische und die Anpassung an lokale Erwartungen wichtig geworden.[27]

Öffentliche Wahrnehmung

Der Markteintritt wurde von Erwartungen sinkender Lebensmittelpreise, aber auch von Kritik an Discountmodellen begleitet. Diskutiert wurden insbesondere die Arbeitsbedingungen, die Höhe der Löhne, die Beziehungen zu Lieferanten und mögliche Auswirkungen auf kleinere Lebensmittelgeschäfte.

ALDI SUISSE reagierte darauf unter anderem mit vergleichsweise hohen Mindestlöhnen, einer stärkeren Kommunikation über Schweizer Lieferanten und einem wachsenden Angebot regionaler und biologischer Produkte.

Preisaktionen des Unternehmens führen regelmässig zu Reaktionen anderer Detailhändler. Dies gilt besonders für Grundnahrungsmittel, Früchte, Gemüse und Fleisch. Kritiker befürchten teilweise, dass besonders niedrige Verkaufspreise den Druck auf landwirtschaftliche Produzenten und kleinere Anbieter verstärken könnten.

Das Unternehmen betont dagegen, niedrige Preise durch effiziente Abläufe, hohe Abnahmemengen und den Eigenmarkenanteil zu ermöglichen. Es erklärt, langfristige Beziehungen mit seinen Lieferanten anzustreben.[1]

Literatur

  • Schweizer Radio und Fernsehen: 20 Jahre Aldi in der Schweiz: Ziehen der Preis und die Swissness? Zürich 2025.
  • ALDI SUISSE AG: Nachhaltigkeitsbericht. Schwarzenbach 2025.
  • ALDI SUISSE AG: 20 Jahre ALDI SUISSE. Schwarzenbach 2025.
  • Thomas Rudolph: Modernes Handelsmanagement. Eine Einführung in die Handelslehre. Schäffer-Poeschel, Stuttgart.
  • Thomas Rudolph, Markus Schweizer: Strategien im Schweizer Detailhandel. Universität St. Gallen.

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 ALDI SUISSE: Über uns, abgerufen am 3. August 2026.
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 2,5 ALDI SUISSE: ALDI SUISSE gibt seit 20 Jahren beim Preis den Ton an, 27. Oktober 2025, abgerufen am 3. August 2026.
  3. 3,0 3,1 3,2 ALDI SUISSE: Bei ALDI SUISSE übernehmen die Lernenden das Ruder, 22. Januar 2026, abgerufen am 3. August 2026.
  4. SWI swissinfo.ch: Aldi touches down with promise of more, 27. Oktober 2005, abgerufen am 3. August 2026.
  5. 5,0 5,1 ALDI SUISSE: ALDI SUISSE: 18 Jahre Top-Qualität zum besten Preis, 24. Oktober 2023, abgerufen am 3. August 2026.
  6. 6,0 6,1 ALDI SUISSE: Services, abgerufen am 3. August 2026.
  7. ALDI SUISSE: ALDI SUISSE führt schweizweit Self-Checkout-Kassen ein, 2. September 2025, abgerufen am 3. August 2026.
  8. 8,0 8,1 8,2 8,3 ALDI SUISSE: ALDI KINDER – Die Rückbesinnung zum einzig wahren Discounter, 29. Mai 2026, abgerufen am 3. August 2026.
  9. ALDI SUISSE: Neueröffnungen und Schliessungen, abgerufen am 3. August 2026.
  10. ALDI SUISSE: ALDI SUISSE eröffnet in Stans seine erste Nidwaldner Filiale, Juli 2026, abgerufen am 3. August 2026.
  11. ALDI SUISSE: Nutzungsbedingungen, abgerufen am 3. August 2026.
  12. ALDI SUISSE: Unsere Unternehmensphilosophie, abgerufen am 3. August 2026.
  13. ALDI SUISSE: Aktionen und Angebote, abgerufen am 3. August 2026.
  14. ALDI SUISSE: ALDI SUISSE hält Versprechen: Über 100 Saveurs-Suisses-Produkte im Regal, 1. Mai 2024, abgerufen am 3. August 2026.
  15. ALDI SUISSE: Retour aux sources, abgerufen am 3. August 2026.
  16. ALDI SUISSE: Frischeoffensive bei ALDI SUISSE, 10. Januar 2024, abgerufen am 3. August 2026.
  17. ALDI SUISSE: Filialformate, abgerufen am 3. August 2026.
  18. ALDI SUISSE: ALDI SUISSE fährt grüner mit erstem vollelektrischem LKW, 27. Juli 2023, abgerufen am 3. August 2026.
  19. ALDI SUISSE: ALDI SUISSE erhöht den Mindestlohn erneut, 5. Dezember 2024, abgerufen am 3. August 2026.
  20. ALDI SUISSE: ALDI SUISSE erhält Label für Lohngleichheit, 16. Februar 2023, abgerufen am 3. August 2026.
  21. ALDI SUISSE: Klimaschutzmassnahmen, abgerufen am 3. August 2026.
  22. 22,0 22,1 ALDI SUISSE: ALDI SUISSE nimmt Mega-Solarkraftwerk in Domdidier in Betrieb, 16. April 2026, abgerufen am 3. August 2026.
  23. ALDI SUISSE: Landesweite Schnellladeinfrastruktur für Elektroautos, 9. November 2023, abgerufen am 3. August 2026.
  24. ALDI SUISSE: Menschenrechte, abgerufen am 3. August 2026.
  25. ALDI SUISSE: Soja, abgerufen am 3. August 2026.
  26. ALDI SUISSE: ALDI SUISSE und MS Sports verlängern Partnerschaft bis 2026, 4. Januar 2024, abgerufen am 3. August 2026.
  27. Schweizer Radio und Fernsehen: 20 Jahre Aldi in der Schweiz, 27. Oktober 2025, abgerufen am 3. August 2026.

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