Appenzeller Alpen

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Appenzeller Alpen
Lage Nordostschweiz
Kantone St. Gallen, Appenzell Innerrhoden und Appenzell Ausserrhoden; Randgebiete in Zürich und Thurgau
Gebirgssystem Alpen
Höchster Gipfel Säntis
Maximale Höhe 2'502 m ü. M.
Bedeutende Gebirgsgruppen Alpstein, Churfirsten, Alviergruppe, Speer–Mattstock-Gruppe
Bedeutende Täler Toggenburg, Alpenrheintal, Seeztal, Linthgebiet
Bedeutende Seen Walensee, Seealpsee, Fälensee, Sämtisersee, Voralpsee
Vorherrschende Gesteine Kalkstein, Mergel und Nagelfluh

Die Appenzeller Alpen sind eine Gebirgsgruppe am nordöstlichen Rand der Schweizer Alpen. Sie liegen hauptsächlich in den Kantonen St. Gallen, Appenzell Innerrhoden und Appenzell Ausserrhoden. Je nach geografischer Abgrenzung werden auch Teile des östlichen Kantons Zürich und des südwestlichen Thurgaus zur Gebirgsgruppe gezählt.

Im weiteren Sinn umfassen die Appenzeller Alpen den Alpstein mit dem Säntis, die Churfirsten, die Alviergruppe sowie die Berggebiete um Speer und Mattstock. Diese Einteilung ist nicht in allen geografischen und alpinistischen Werken einheitlich. Der Begriff Alpstein bezeichnet dagegen nur das engere Säntisgebirge zwischen dem Appenzellerland, dem oberen Toggenburg und dem St. Galler Rheintal.[1]

Der Säntis ist mit 2'502 Metern über Meer der höchste Gipfel der Appenzeller Alpen. Die Gebirgslandschaft ist durch schroffe Kalkwände, lang gezogene Faltenzüge, tief eingeschnittene Täler, steile Grasflanken und zahlreiche Alpweiden geprägt. Trotz der vergleichsweise geringen Höhe besitzt sie stellenweise einen ausgesprochen hochalpinen Charakter.

Begriff und Abgrenzung

Die Bezeichnung Appenzeller Alpen wird sowohl geografisch als auch touristisch verwendet. Ihr Umfang hängt von der gewählten Gebirgseinteilung ab. Im engeren Sprachgebrauch wird damit häufig der Alpstein bezeichnet, obwohl dieser nur einen Teil der gesamten Gebirgsgruppe bildet.

In einer weiter gefassten alpinistischen Gliederung reichen die Appenzeller Alpen vom Appenzellerland und dem Toggenburg bis zum Walensee, zum Linthgebiet und zum Alpenrheintal. Der Schweizer Alpen-Club behandelt Alpstein, Churfirsten, Alvier sowie die Gebiete um Mattstock und Speer als zusammenhängenden Tourenraum zwischen Appenzell und Walensee.[2]

Die östliche Grenze bildet im Wesentlichen das Alpenrheintal. Südlich schliessen der Walensee, das Seeztal und die angrenzenden Gebirgsgruppen der Glarner und Rätischen Alpen an. Im Westen gehen die Appenzeller Alpen in das Tössbergland und die Voralpen des Linthgebiets über. Im Norden senkt sich das Gebirge zum Appenzeller Hügelland und zum schweizerischen Mittelland ab.

In verbreiteten geografischen Einteilungen gelten die Appenzeller Alpen als nordöstlicher Eckpunkt der Westalpen. Das Alpenrheintal bildet dabei die Grenze zu den Ostalpen. Andere Systeme verwenden abweichende Grenzlinien oder fassen die Gebirge der Nordostschweiz unter anderen Oberbegriffen zusammen.

Geografie

Landschaftliche Gliederung

Die Appenzeller Alpen bestehen aus mehreren deutlich voneinander unterscheidbaren Berglandschaften. Tief eingeschnittene Täler und markante Geländestufen trennen die einzelnen Gebirgsgruppen.

Gebirgsgruppe Lage und Charakter Höchster oder besonders bedeutender Gipfel
Alpstein Zwischen Appenzellerland, oberem Toggenburg und Alpenrheintal; stark gefaltetes Kalkgebirge mit drei Hauptketten Säntis, 2'502 m ü. M.
Churfirsten Zwischen oberem Toggenburg und Walensee; nach Süden steil zum Walensee abfallende Kalkkette Hinterrugg, 2'306 m ü. M.
Alviergruppe Zwischen Churfirsten, Seeztal und St. Galler Rheintal; schroffe Kalkgipfel und ausgedehnte Alpgebiete Gamsberg, 2'385 m ü. M.
Speer–Mattstock-Gruppe Westlicher Teil zwischen Toggenburg, Linthgebiet und Zürcher Oberland; Übergang von Kalkgebirgen zu Nagelfluhketten Speer, 1'950 m ü. M.

Alpstein

Hauptartikel: Alpstein

Der Alpstein bildet den bekanntesten und höchsten Teil der Appenzeller Alpen. Das auch als Säntisgebirge bezeichnete Massiv wird vom Appenzeller Vorland, dem oberen Toggenburg und dem St. Galler Rheintal begrenzt. Seine Faltenstruktur ist in drei annähernd parallel verlaufenden Bergketten gegliedert.[3]

Die nördliche Kette wird vom Säntis dominiert und reicht über Girenspitz, Öhrli und Schäfler in Richtung Ebenalp. Zur mittleren Kette gehören unter anderem Altmann, Rotsteinpass, Hundstein und Marwees. Die südliche Kette verläuft vom Hohen Kasten über Staubern und die Kreuzberge zur Saxerlücke.

Zwischen den Ketten liegen tief eingeschnittene Täler und Geländekammern. Besonders bekannt sind das Seealptal mit dem Seealpsee sowie das Gebiet um Sämtisersee und Fälensee. Der Lisengrat verbindet den Säntis mit dem Rotsteinpass und bildet einen der bekanntesten Höhenwege des Alpsteins.

Churfirsten

Hauptartikel: Churfirsten

Die Churfirsten bilden eine markante Kalksteinkette zwischen dem oberen Toggenburg und dem Walensee. Auf der Nordseite gehen die Berge in vergleichsweise sanfte Alpweiden über. Nach Süden fallen sie in hohen Felswänden steil zum Walensee ab.

Als die sieben klassischen Churfirsten gelten Chäserrugg, Hinterrugg, Schibenstoll, Zuestoll, Brisi, Frümsel und Selun. Je nach Zählweise werden weitere Gipfel und Nebenerhebungen der Kette zugerechnet. Der 2'306 Meter hohe Hinterrugg ist der höchste Gipfel der klassischen Churfirsten.

Die starke landschaftliche Gegensätzlichkeit zwischen der grünen Toggenburger Seite und den steilen Südwänden gehört zu den auffälligsten Merkmalen der Appenzeller Alpen. Die Südflanken wurden während der Eiszeiten wesentlich durch den Rheingletscher und den Walenseegletscher geformt.

Alviergruppe

Die Alviergruppe liegt östlich der Churfirsten zwischen dem Seeztal, dem Walenseegebiet und dem St. Galler Rheintal. Sie besteht aus mehreren Kalkstöcken und Faltenzügen. Zu den höchsten Gipfeln gehören der Gamsberg, der Gross Fulfirst, der Chli Fulfirst und der Alvier.

Der Gamsberg erreicht eine Höhe von 2'385 Metern und ist damit nach dem Säntis und dem Altmann einer der höchsten Gipfel der gesamten Appenzeller Alpen. Die Gruppe besitzt nach Süden und Osten teilweise hohe Felswände, während sich auf den weniger steilen Seiten Alpweiden und ausgedehnte Karstflächen befinden.

Der Voralpsee liegt in einem Seitental der Alviergruppe oberhalb des St. Galler Rheintals. Das Gebiet wird vor allem für Bergwanderungen, Klettertouren und die Alpwirtschaft genutzt.

Speer und Mattstock

Der westliche Teil der Appenzeller Alpen wird von den Gebieten um Speer und Mattstock geprägt. Anders als die überwiegend aus Kalkstein aufgebauten Hochketten bestehen bedeutende Teile dieses Abschnitts aus Nagelfluh und anderen Gesteinen der subalpinen Molasse.

Der 1'950 Meter hohe Speer ist ein auffälliger Voralpengipfel über dem Toggenburg und dem Linthgebiet. Seine lang gezogenen Nagelfluhrippen unterscheiden sich deutlich von den schroffen Kalkwänden des Alpsteins und der Churfirsten.

Der Mattstock erhebt sich oberhalb von Amden und bildet den Übergang zur Walenseeregion. Weitere Voralpenzüge reichen nach Westen in Richtung Ricken, Tössbergland und Zürcher Oberland.

Bedeutende Gipfel

Gipfel Höhe Gebirgsgruppe Bemerkung
Säntis 2'502 m ü. M. Alpstein Höchster Gipfel der Appenzeller Alpen und Dreikantonseck
Altmann 2'435 m ü. M. Alpstein Zweithöchster Gipfel des Alpsteins und bedeutender Kletterberg
Gamsberg 2'385 m ü. M. Alviergruppe Höchster Gipfel der Alviergruppe
Gross Fulfirst 2'384 m ü. M. Alviergruppe Doppelgipfel mit dem Chli Fulfirst
Wildhauser Schafberg 2'373 m ü. M. Alpstein Markanter Kalkberg über Wildhaus
Chli Fulfirst 2'368 m ü. M. Alviergruppe Westlicher Gipfel des Fulfirst-Doppelbergs
Alvier 2'343 m ü. M. Alviergruppe Namengebender Aussichtsgipfel
Hinterrugg 2'306 m ü. M. Churfirsten Höchster Gipfel der klassischen Churfirsten
Hoher Kasten 1'794 m ü. M. Alpstein Östlicher Aussichtsgipfel mit Luftseilbahn
Speer 1'950 m ü. M. Speer–Mattstock-Gruppe Bedeutender Nagelfluhberg

Der Säntis liegt am Schnittpunkt der Kantone Appenzell Innerrhoden, Appenzell Ausserrhoden und St. Gallen. Wegen seiner isolierten Lage am Alpennordrand besitzt er eine aussergewöhnlich grosse Fernsicht. Auf dem Gipfel befinden sich eine Wetterstation, Sendeanlagen, touristische Gebäude und die Bergstation der Säntis-Schwebebahn.[4]

Geologie

Die Landschaft der Appenzeller Alpen ist das Ergebnis der Ablagerung von Meeressedimenten, der Entstehung der Alpen und der anschliessenden Abtragung durch Gletscher, Wasser, Frost und Verwitterung.

Alpstein, Churfirsten und Alvier gehören überwiegend zum Helvetischen Deckensystem. Ihre Gesteine wurden während der Kreidezeit in einem flachen Meer am europäischen Kontinentalrand abgelagert. Zu den häufigsten Gesteinen gehören Kalkstein, Mergel und Sandstein.

Während der Alpenbildung wurden die Gesteinsschichten nach Norden geschoben, gefaltet und übereinandergestapelt. Die Falten sind im Alpstein besonders gut sichtbar. Widerstandsfähige Kalkbänke bilden lange Grate, Türme und Felswände, während weichere Mergelschichten stärker erodiert wurden und Geländemulden oder Grasbänder formten.[5]

Eine besondere Rolle spielt der Schrattenkalk. Dieses harte, helle Kalkgestein bildet zahlreiche schroffe Gipfel und ausgedehnte Karrenfelder. Durch die Lösung des Kalksteins entstanden Karstformen wie Rinnen, Dolinen, Schächte und Höhlen.

Die Speer–Mattstock-Gruppe weist neben Kalkgesteinen grössere Bereiche aus Nagelfluh auf. Dieses aus verfestigten Geröllen bestehende Gestein gehört zur subalpinen Molasse und bildet Rippen, Bänder und steile Flanken.

Während der Eiszeiten waren die Appenzeller Alpen von lokalen Gletschern und von grossen Eisströmen aus dem Rhein- und Linthgebiet umgeben. Die Gletscher vertieften Täler, schliffen Felswände ab und hinterliessen Moränen sowie übertiefte Seebecken.

Höhlen und Karst

Der Kalkuntergrund begünstigt die unterirdische Entwässerung. Niederschlags- und Schmelzwasser versickert in Spalten und Karstschächten und tritt an tiefer gelegenen Quellen wieder aus. Oberirdische Bäche können deshalb trotz der hohen Niederschlagsmengen abschnittsweise fehlen.

Zu den bekanntesten Höhlensystemen gehören die Wildkirchlihöhlen unterhalb der Ebenalp. Dort wurden prähistorische Tierknochen und Werkzeuge gefunden. Die Höhlen wurden später von Einsiedlern genutzt; eine der Felshöhlen enthält bis heute eine kleine Kapelle.[6]

Im Wildenmannlisloch am Selun in den Churfirsten kamen ebenfalls prähistorische Funde zum Vorschein. Sie weisen auf eine zeitlich begrenzte Anwesenheit von Menschen während einer wärmeren Phase der Würmeiszeit hin.

Gewässer

Die Appenzeller Alpen liegen auf mehreren bedeutenden Wasserscheiden. Der Alpstein ist Quellgebiet von Sitter und Thur. Die östlichen Bergflanken entwässern zum Alpenrhein, die südlichen und südwestlichen Gebiete über Seez, Walensee, Linth und Limmat zur Aare und zum Rhein.

Der Walensee bildet am Südrand der Churfirsten eine der eindrücklichsten See- und Berglandschaften der Schweiz. Seine tief liegende Wasserfläche steht in starkem Kontrast zu den unmittelbar darüber aufragenden Felswänden.

Im Alpstein liegen drei besonders bekannte Bergseen:

  • der Seealpsee zwischen der nördlichen und der mittleren Alpsteinkette;
  • der Sämtisersee zwischen der mittleren und der südlichen Kette;
  • der Fälensee in einem schmalen, von steilen Kalkwänden umgebenen Tal.

Weitere Seen sind der Voralpsee in der Alviergruppe und der Gräppelensee im Toggenburg. Der Wasserstand einzelner Karstseen kann aufgrund unterirdischer Zu- und Abflüsse stark schwanken.

Klima

Die Appenzeller Alpen liegen unmittelbar am nördlichen Alpenrand und sind feuchten Luftströmungen aus Westen und Nordwesten stark ausgesetzt. Beim Aufsteigen an den Gebirgsflanken kühlt die Luft ab, wodurch häufig Wolken, Regen und Schnee entstehen.

Der Säntis gehört zu den niederschlagsreichen Messstandorten der Schweiz. An seiner exponierten Gipfellage können starke Winde, Nebel, Vereisung und rasche Wetterwechsel auftreten. Im November 2023 registrierte die Messstation mit 725 Millimetern den nassesten Monat seit Beginn ihrer Messreihe im Jahr 1882, wobei Niederschlagsmessungen an windreichen Gipfellagen mit Unsicherheiten verbunden sind.[7]

Schnee kann in schattigen Rinnen und auf den Nordseiten bis weit in den Sommer liegen bleiben. Am Säntis befinden sich kleine dauerhafte oder früher als Gletscher bezeichnete Schneefelder. Ihre Ausdehnung nimmt infolge der Klimaerwärmung langfristig ab.

Die südlichen Hänge zum Walensee und zum St. Galler Rheintal sind deutlich wärmer. Dort gedeihen wärmeliebende Pflanzen, und die Vegetationsperiode ist länger als in den hoch gelegenen Gebieten des Alpsteins.

Pflanzen- und Tierwelt

Die grossen Höhenunterschiede und die unterschiedlichen Expositionen ermöglichen eine vielfältige Pflanzenwelt. In den tieferen Lagen wachsen Buchen- und Mischwälder. Mit zunehmender Höhe folgen Tannen- und Fichtenwälder, subalpine Gebüsche, Alpweiden und felsige Rasenflächen.

Auf kalkreichen Böden gedeihen zahlreiche Alpenpflanzen. Dazu gehören Enziane, Alpenrosen, Silberwurz, Aurikel und verschiedene Orchideenarten. Auf feuchten Alpweiden, Moorflächen und an Seeufern kommen spezialisierte Pflanzengesellschaften vor.

Zu den typischen Wildtieren gehören:

Steinböcke sind besonders im Alpstein anzutreffen. Beliebte Beobachtungsgebiete liegen unter anderem am Rotsteinpass, am Lisengrat und im Bereich der südlichen Alpsteinketten. Besucherinnen und Besucher sollen die Tiere nicht füttern und ausreichenden Abstand halten.

Besiedlung und Alpwirtschaft

Die Täler und Vorberge der Appenzeller Alpen werden seit Jahrhunderten land- und alpwirtschaftlich genutzt. Viehzucht, Milchwirtschaft und Käseproduktion prägen die Kulturlandschaft des Appenzellerlands, des Toggenburgs und des Sarganserlands.

Im Frühjahr und Frühsommer wird das Vieh auf höher gelegene Alpen getrieben. Im Herbst erfolgt die Rückkehr in die Dörfer. Alpaufzüge und Alpabfahrten sind mit regionalen Bräuchen, Trachten, Schellen und Musik verbunden.

Auf den Alpen wird die Milch teilweise direkt zu Käse, Butter und weiteren Produkten verarbeitet. Berggasthäuser und Alpwirtschaften verbinden die landwirtschaftliche Nutzung mit dem Tourismus. Das Historische Lexikon der Schweiz beschreibt die Nutzung der Alpen im Alpsteingebiet als wichtigen Bestandteil der traditionellen Vieh- und Milchwirtschaft Innerrhodens.[8]

Die intensive Nutzung schuf offene Weideflächen, die ohne regelmässige Bewirtschaftung teilweise wieder von Wald und Gebüsch eingenommen würden. Gleichzeitig können Übernutzung, Trittschäden und Nährstoffeinträge empfindliche Lebensräume beeinträchtigen.

Tourismus und Erschliessung

Die Appenzeller Alpen sind wegen ihrer Nähe zu den Bevölkerungszentren der Ostschweiz, zum Bodenseeraum, zu Zürich und zum süddeutschen Raum ein stark besuchtes Wander- und Ausflugsgebiet.

Wichtige Ausgangsorte sind Appenzell, Weissbad, Wasserauen, Brülisau, Urnäsch, Schwägalp, Wildhaus, Unterwasser, Alt St. Johann, Amden, Walenstadt und Buchs. Bahn- und Busverbindungen erschliessen viele Talorte.

Mehrere Luftseilbahnen und Bergbahnen führen in höhere Lagen:

  • die Säntis-Schwebebahn von der Schwägalp auf den Säntis;
  • die Luftseilbahn von Brülisau auf den Hohen Kasten;
  • die Luftseilbahn von Wasserauen auf die Ebenalp;
  • die Bergbahnen von Unterwasser und Alt St. Johann auf Iltios und Chäserrugg;
  • weitere Anlagen in Wildhaus, Amden und im Walenseegebiet.

Das Wanderwegnetz reicht von einfachen Tal- und Panoramawegen bis zu ausgesetzten Berg- und Alpinwanderwegen. Der Appenzeller Alpenweg, der Alpenpanorama-Weg und der geologische Wanderweg im Alpstein gehören zu den überregional bekannten Routen.[9]

Beliebte Ziele sind Seealpsee, Äscher und Wildkirchli, Hoher Kasten, Säntis, Rotsteinpass, Fälensee, Churfirsten und Speer. Altmann, Kreuzberge, Hundstein, Freiheit und die Südwände der Churfirsten sind bedeutende Klettergebiete.

Gefahren im Gebirge

Die geringe absolute Höhe darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass zahlreiche Routen alpinen Charakter besitzen. Steile Grasflanken, nasse Kalkfelsen, ausgesetzte Grate und Altschneefelder können erhebliche Gefahren darstellen.

Das Wetter kann sich am Alpennordrand sehr rasch verändern. Nebel erschwert die Orientierung, während Gewitter auf Graten und Gipfeln besonders gefährlich sind. Nach starken Regenfällen besteht lokal die Gefahr von Steinschlag, Rutschungen und Hochwasser.

Im Winter und Frühjahr sind Lawinen möglich. Schneeschuh- und Skitouren erfordern deshalb eine Beurteilung der Lawinenlage, geeignete Ausrüstung und alpine Erfahrung. Auch markierte Sommerwege können bis weit in den Frühsommer von harten Schneefeldern bedeckt sein.

Natur- und Landschaftsschutz

Grosse Teile der Appenzeller Alpen besitzen eine hohe landschaftliche und ökologische Bedeutung. Zwei umfangreiche Gebiete sind im Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung verzeichnet:

  • BLN 1612 Säntisgebiet;
  • BLN 1613 Speer–Churfirsten–Alvier.

Das Bundesinventar umfasst besonders wertvolle und charakteristische Landschaften der Schweiz. Bei Planungen und Eingriffen müssen die jeweiligen Schutzziele berücksichtigt werden.[10]

Daneben bestehen kantonale und kommunale Naturschutzgebiete, Jagdbanngebiete, Moorlandschaften sowie Schutzbestimmungen für einzelne Pflanzen- und Tierarten. Besonders empfindlich sind Moore, Trockenwiesen, Felsbrutplätze, Höhlen und die Ufer der Bergseen.

Der zunehmende Freizeitverkehr führt stellenweise zu Konflikten zwischen Erholung, Alpwirtschaft und Naturschutz. Zu den wichtigsten Massnahmen gehören Besucherlenkung, saisonale Wegsperrungen, Wildruhezonen und die Pflege traditioneller Alpweiden.

Kulturelle Bedeutung

Die Silhouette des Säntis und des Alpsteins ist ein wichtiges Wahrzeichen der Ostschweiz. Die Berge erscheinen in Malerei, Fotografie, Literatur, Tourismuswerbung und regionalen Sagen.

Auch die Churfirsten besitzen einen hohen Wiedererkennungswert. Vom Toggenburg erscheinen sie als grüne Bergkette, vom Walensee dagegen als fast geschlossene Felsmauer. Der Kontrast zwischen sanfter Kulturlandschaft und schroffem Gebirge prägt das Bild der gesamten Region.

Berggasthäuser wie der Äscher, Bollenwees, Meglisalp, Rotsteinpass und Staubern sind Teil der regionalen Tourismusgeschichte. Einige liegen an Orten, die nur zu Fuss oder mit einer Seilbahn erreichbar sind.

Die Appenzeller Alpen sind zudem eng mit regionalen Traditionen wie Naturjodel, Alpsegen, Viehschauen und Alpaufzügen verbunden. Sie bilden damit nicht nur einen Naturraum, sondern auch eine über Jahrhunderte geformte Kulturlandschaft.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Alpstein, Historisches Lexikon der Schweiz, abgerufen am 3. August 2026.
  2. Säntis–Churfirsten: Von Appenzell zum Walensee, Schweizer Alpen-Club, abgerufen am 3. August 2026.
  3. Streifzüge im Säntisgebiet, Schweizer Alpen-Club, abgerufen am 3. August 2026.
  4. Säntis, Historisches Lexikon der Schweiz, abgerufen am 3. August 2026.
  5. Geologischer Panoramaweg Hoher Kasten–Staubern–Saxerlücke, Hoher Kasten Drehrestaurant und Seilbahn AG, abgerufen am 3. August 2026.
  6. Wildkirchli, Appenzellerland Tourismus AI, abgerufen am 3. August 2026.
  7. Nasser November – regional wärmster Herbst, MeteoSchweiz, abgerufen am 3. August 2026.
  8. Appenzell, Historisches Lexikon der Schweiz, abgerufen am 3. August 2026.
  9. Appenzeller Alpenweg, SchweizMobil, abgerufen am 3. August 2026.
  10. Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung, Bundesamt für Umwelt, abgerufen am 3. August 2026.

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