Lupfig
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Lupfig |
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Gemeindedaten |
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Staat |
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Kanton |
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Bezirk |
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BFS-Nummer |
4104 |
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Postleitzahl |
5242 Lupfig |
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Koordinaten |
47.44149° N, 8.20263° E |
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Höhe |
399 m ü. M. |
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Fläche |
8.45 km² |
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Einwohner |
3'493 |
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Website |
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Lupfig ist eine Einwohnergemeinde im Kanton Aargau in der Schweiz. Sie gehört zum Bezirk Brugg und liegt im Birrfeld, südlich der Stadt Brugg. Seit dem 1. Januar 2018 besteht die Gemeinde aus den beiden Dorfteilen Lupfig und Scherz.[1]
Lupfig entwickelte sich in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts von einem überwiegend landwirtschaftlich geprägten Dorf zu einem bedeutenden Wohn-, Gewerbe- und Industriestandort. Gleichzeitig prägen Felder, Wälder und die Hänge des Chestenbergs weiterhin das Landschaftsbild.
Geographie
Lupfig liegt am westlichen Rand des Birrfelds, einer weitgehend ebenen Landschaft zwischen Aare und Reuss. Zusammen mit der unmittelbar angrenzenden Gemeinde Birr bildet Lupfig eine zusammenhängende Siedlungs- und Wirtschaftszone. Die historische Landschaft, zu der Lupfig gehört, wird als Eigenamt bezeichnet.
Der östliche Teil des Gemeindegebiets erstreckt sich über die landwirtschaftlich genutzte Ebene des Birrfelds. Hier befindet sich auch der Flugplatz Birrfeld. Gegen Westen steigt das Gelände zu den bewaldeten Hängen des Chestenbergs an. Der höchste Punkt der Gemeinde liegt auf dessen Grat auf 647 Metern über Meer, während der tiefste Punkt in der Ebene 386 Meter erreicht.[2]
Das Gemeindegebiet umfasst 845 Hektaren. Davon entfallen gemäss den Angaben der Gemeinde 443 Hektaren auf Landwirtschaftsflächen, 233 Hektaren auf Wald und 169 Hektaren auf Siedlungsflächen.[2]
Nachbargemeinden sind Birr, Birrhard, Habsburg, Hausen, Holderbank, Möriken-Wildegg, Mülligen und Brugg.[2]
Gemeindegliederung
Die heutige Gemeinde besteht aus den beiden räumlich voneinander unterscheidbaren Dorfteilen Lupfig und Scherz. Lupfig liegt überwiegend in der Ebene des Birrfelds und ist mit Birr weitgehend zusammengewachsen. Scherz befindet sich westlich davon in einer Mulde am Übergang vom Birrfeld zum Aaretal.
Die beiden früher selbständigen Einwohnergemeinden schlossen sich am 1. Januar 2018 zusammen. Die neue Gemeinde übernahm den Namen Lupfig und die bereits zuvor für Lupfig verwendete BFS-Gemeindenummer 4104.[3] Scherz behielt seinen Charakter als eigener Dorfteil und die Postleitzahl 5246.
Geschichte
Frühgeschichte und Mittelalter
Archäologische Funde weisen auf eine Besiedlung des heutigen Gemeindegebiets seit der Antike hin. In der Umgebung wurden Teile einer römischen Wasserleitung entdeckt, die Wasser zum Legionslager Vindonissa führte. Zudem kamen frühmittelalterliche alemannische Gräber zum Vorschein.[4]
Die ältesten überlieferten Namensformen stammen aus den 1270er-Jahren. In Zusammenhang mit Besitzungen des Klosters Wettingen erscheint 1270 die Form «Lupphanck». Eine Urkunde des späteren Königs Rudolf von Habsburg nennt den Ort 1273 «Luphang» beziehungsweise «Lupfanch».[5] Der Ortsname wird auf einen Ausdruck für einen ansteigenden Hang oder Abhang zurückgeführt.
Lupfig gehörte zum Eigenamt, einem frühen Herrschaftsgebiet der Habsburger. Deren Stammburg, die Habsburg, liegt nur wenige Kilometer nördlich des Dorfes. Im Verlauf des 14. Jahrhunderts gelangten zahlreiche Güter und Herrschaftsrechte an das 1311 gegründete Kloster Königsfelden.
Berner Herrschaft und Kanton Aargau
Nach der Eroberung des Aargaus durch die Eidgenossen im Jahr 1415 kam das Eigenamt unter die Herrschaft der Stadt Bern. Die bestehenden Rechte des Klosters Königsfelden blieben zunächst bestehen. Mit der Einführung der Reformation im Jahr 1528 wurde das Kloster aufgehoben. Seine Besitzungen und Herrschaftsrechte gingen an Bern über, das daraus das Oberamt Königsfelden bildete.[5]
Die bernische Herrschaft endete 1798 mit dem Einmarsch französischer Truppen und der Gründung der Helvetischen Republik. Seit der Schaffung des Kantons Aargau durch die Mediationsakte von 1803 gehört Lupfig zum Kanton Aargau.
Landwirtschaft und Industrialisierung
Über Jahrhunderte war Lupfig vorwiegend landwirtschaftlich geprägt. Die fruchtbaren Böden des Birrfelds eigneten sich besonders für den Ackerbau. Ab dem 18. Jahrhundert ergänzten Heimarbeit in der Baumwollverarbeitung und später Arbeiten für die Strohgeflechtindustrie das Einkommen der Bevölkerung. Zwischen dem späten 19. und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts bestand zudem eine Steinschleiferei, die als Zulieferbetrieb für die Uhrenindustrie tätig war.[4]
Am 1. Juni 1882 wurde die Eisenbahnstrecke zwischen Brugg und Hendschiken eröffnet. Sie verbesserte die Verkehrsanbindung des Birrfelds, führte jedoch zunächst nicht zu einer starken Industrialisierung Lupfigs. Bis weit ins 20. Jahrhundert blieb die Einwohnerzahl vergleichsweise stabil.
Der wirtschaftliche Wandel setzte vor allem in den 1960er-Jahren ein. In der Ebene entstanden Industrie-, Gewerbe- und Dienstleistungsbetriebe sowie neue Wohnquartiere. Die Nähe zu den Autobahnen A1 und A3 verstärkte diese Entwicklung. Lupfig wurde zu einem regional wichtigen Arbeitsstandort, ohne seinen ländlichen Charakter vollständig zu verlieren.
Zusammenschluss mit Scherz
Erste Gespräche über einen möglichen Zusammenschluss von Lupfig und Scherz fanden 2011 statt. Nach mehrjährigen Abklärungen und politischen Beratungen stimmten die Gemeinden der Fusion zu. Am 1. Januar 2018 entstand die vergrösserte Einwohnergemeinde Lupfig.[1]
Die Fusion verband den wirtschaftlich und verkehrstechnisch stark entwickelten Dorfteil Lupfig mit dem ländlich geprägten Scherz. Die gemeinsame Gemeindeverwaltung befindet sich an der Breitenstrasse in Lupfig.
Bevölkerung
Am 1. Januar 2026 zählte Lupfig 3'493 Einwohnerinnen und Einwohner. Davon waren 2'666 Schweizer Staatsangehörige und 827 ausländische Staatsangehörige.[2]
Die Bevölkerungsentwicklung verlief bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts langsam. Das starke Wachstum begann mit der Ansiedlung von Industrie- und Gewerbebetrieben sowie der Erschliessung neuer Wohngebiete. Einen weiteren statistischen Anstieg brachte 2018 die Eingliederung von Scherz.
Die Umgangs- und Alltagssprache ist überwiegend Schweizerdeutsch, während in Behörden und Schulen Schweizer Hochdeutsch verwendet wird. Durch die Zuwanderung im Zusammenhang mit den zahlreichen Arbeitsplätzen hat sich die Bevölkerung sprachlich und kulturell vielfältiger entwickelt.
Wirtschaft
Lupfig ist ein bedeutender Industrie- und Gewerbestandort im Kanton Aargau. Die Wirtschaftsflächen liegen vor allem zwischen dem Dorfzentrum, der Bahnlinie und den wichtigen Strassenverbindungen. In der Gemeinde sind Unternehmen aus dem Fahrzeughandel, der Logistik, der Metallverarbeitung, der Automatisierungstechnik, dem Baugewerbe und dem Detailhandel ansässig.[6]
Die gute Erreichbarkeit und die Nähe zu den Wirtschaftsräumen Brugg, Baden, Lenzburg und Zürich begünstigten die Ansiedlung von Betrieben. Lupfig weist deshalb im Verhältnis zur Einwohnerzahl eine hohe Zahl an Arbeitsplätzen auf.
Trotz der wirtschaftlichen Entwicklung spielt die Landwirtschaft weiterhin eine sichtbare Rolle. Mehr als die Hälfte der Gemeindefläche wird landwirtschaftlich genutzt. Insbesondere die Ebene des Birrfelds ist durch grosse Ackerflächen geprägt.
Verkehr
Lupfig besitzt einen Bahnhof an der Bahnstrecke Brugg–Hendschiken. Regionalzüge verbinden die Gemeinde mit Brugg, Lenzburg und weiteren Orten des Aargauer Mittellands. Der heutige Bahnhof Lupfig wurde in den 1990er-Jahren eröffnet und ersetzte die frühere Station Birrfeld. Ergänzt wird das Bahnangebot durch Busverbindungen, insbesondere in Richtung Brugg.[7]
Über nahe gelegene Anschlüsse sind die Autobahnen A1 und A3 erreichbar. Dadurch bestehen direkte Strassenverbindungen in Richtung Zürich, Basel, Bern und Zentralschweiz. Die starke Verkehrserschliessung gehört zu den wichtigsten Standortvorteilen der Gemeinde.
Im östlichen Teil des Gemeindegebiets liegt der Flugplatz Birrfeld mit dem ICAO-Code LSZF. Er ist der konzessionierte Regionalflugplatz des Kantons Aargau und wird vom Aero-Club Aargau betrieben. Der Flugplatz dient vor allem der Pilotenausbildung, dem Motorflug und dem Segelflug.[8] Seine Anfänge reichen in die 1930er-Jahre zurück.
Politik und Verwaltung
Die Legislative der Einwohnergemeinde ist die Gemeindeversammlung, an der die stimmberechtigten Einwohnerinnen und Einwohner über kommunale Geschäfte entscheiden. Die Exekutive bildet der fünfköpfige Gemeinderat.[9]
Neben der Einwohnergemeinde besteht eine Ortsbürgergemeinde. Die Gemeindeverwaltung befindet sich an der Breitenstrasse 14 im Dorfteil Lupfig.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Das Erscheinungsbild der Gemeinde wird durch unterschiedliche Siedlungsformen geprägt. Im Dorfteil Lupfig treffen ältere Bauern- und Wohnhäuser auf moderne Wohnquartiere, Einkaufszentren und Industriebauten. Scherz bewahrte stärker den Charakter eines ländlichen Aargauer Dorfes.
Zu den auffälligen Sakralbauten gehört die römisch-katholische Kirche St. Paulus im Birrfeld. Der 1965 und 1966 errichtete Holzbau wurde von Josef Wernle entworfen. Er entstand als Prototyp einer demontierbaren Notkirche und enthält neben dem Kirchenraum auch Räume für die Pfarrei. Das steile, weit heruntergezogene Satteldach bestimmt das äussere Erscheinungsbild.[10]
Das reformierte Pfrundhaus dient der Kirchgemeinde Birr als Veranstaltungs-, Unterrichts- und Begegnungszentrum. Das kulturelle und gesellschaftliche Leben wird ausserdem durch lokale Vereine, Sportorganisationen und wiederkehrende Gemeindeanlässe getragen.
Die Wälder am Chestenberg und die Wege zwischen Lupfig, Scherz und den umliegenden Gemeinden werden als Naherholungsgebiet genutzt. Eine Besonderheit der Umgebung sind Spuren des früheren Bohnerzabbaus im Scherzer Wald. Dort erinnern Mulden, Abraumhügel und teilweise erhaltene Stollen an den Bergbau vom 17. bis ins 19. Jahrhundert.[5]
Wappen
Das traditionelle Wappen von Lupfig zeigt in Blau drei goldene Ähren. Die Ähren stehen für die fruchtbaren Ackerböden des Birrfelds und die historische Bedeutung der Landwirtschaft. Bereits auf einem Gemeindesiegel von 1811 erschienen Garben und Ähren. Das Wappen wurde später vereinfacht und erhielt 1964 seine bekannte Form mit drei einzelnen Ähren.
Literatur
- Max Baumann: Lupfig. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
- Hans Vogel: Lupfig und Scherz. Geschichte und Geschichten. Herausgegeben von der Gemeinde Lupfig, Lupfig 2023.
Weblinks
- Offizielle Website der Gemeinde Lupfig
- Lupfig im Historischen Lexikon der Schweiz
- Website des Flugplatzes Birrfeld
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 Geschichte, Gemeinde Lupfig, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ 2,0 2,1 2,2 2,3 Zahlen und Fakten, Gemeinde Lupfig, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Amtliches Gemeindeverzeichnis der Schweiz: Lupfig, Bundesamt für Statistik, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ 4,0 4,1 Lupfig, Historisches Lexikon der Schweiz, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ 5,0 5,1 5,2 Geschichte, Gemeinde Lupfig, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Unternehmen, Gemeinde Lupfig, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Station Lupfig, Schweizerische Bundesbahnen, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Regionaler Flugplatz Birrfeld, Aero-Club Aargau, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Gemeinderat, Gemeinde Lupfig, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Katholische Pfarrkirche St. Paulus, Lupfig, Kantonale Denkmalpflege Aargau, abgerufen am 3. August 2026.
Wikimedia Commons: Medien zu Lupfig