Verkehrshaus der Schweiz

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Verkehrshaus der Schweiz
Französischer Name Musée Suisse des Transports
Italienischer Name Museo Svizzero dei Trasporti
Art Verkehrs-, Technik- und Wissenschaftsmuseum
Ort Luzern
Kanton Luzern
Eröffnung 1. Juli 1959
Trägerschaft Verein Verkehrshaus der Schweiz
Präsident Christoph Franz
Direktor Martin Ettlinger
Ausstellungsfläche rund 20'000 m²
Sammlung rund 12'000 dreidimensionale Objekte sowie umfangreiche Bild-, Film- und Dokumentbestände
Mitglieder rund 40'000
Eintritte über 1 Million pro Jahr
Adresse Haldenstrasse 44, 6006 Luzern
Website verkehrshaus.ch

Das Verkehrshaus der Schweiz ist ein Verkehrs-, Technik- und Wissenschaftsmuseum in Luzern. Es präsentiert die Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Mobilität auf Schiene und Strasse, zu Wasser, in der Luft und im Weltraum. Weitere Themenbereiche widmen sich der Energie, der Kommunikation, den Medien, dem Tourismus und den Seilbahnen.

Das am 1. Juli 1959 eröffnete Verkehrshaus gilt als meistbesuchtes Museum der Schweiz. Der gesamte Erlebnisort verzeichnet jährlich über eine Million Eintritte. Neben den eigentlichen Museumshallen gehören ein Planetarium, ein Filmtheater, das Swiss Chocolate Adventure, die Media World, das Hans Erni Museum, das House of Energy sowie Konferenz- und Veranstaltungsräume zum Angebot.[1]

Die Ausstellung verbindet historische Originalfahrzeuge und technische Objekte mit Modellen, Filmen, Simulatoren, Experimentierstationen und digitalen Anwendungen. Damit richtet sich das Verkehrshaus sowohl an ein breites Freizeitpublikum als auch an Schulklassen, Fachpersonen und an der Geschichte von Technik und Mobilität interessierte Besucherinnen und Besucher.

Träger ist der privatrechtlich organisierte Verein Verkehrshaus der Schweiz. Er zählt rund 40'000 Mitglieder und gehört damit zu den grössten Vereinen des Landes. Seit dem 1. März 2026 wird das Verkehrshaus von Martin Ettlinger geleitet.[2][3]

Lage

Das Verkehrshaus befindet sich im Luzerner Stadtteil Würzenbach am nördlichen Ufer des Vierwaldstättersees. Das Areal liegt rund zweieinhalb Kilometer östlich des Stadtzentrums und des Bahnhofs Luzern.

Die Lage verbindet mehrere für das Museum charakteristische Verkehrsmittel. Das Verkehrshaus ist mit Bahn, Bus, Schiff, Velo, zu Fuss und mit dem Auto erreichbar. Unmittelbar beim Museum befindet sich die Bahnstation Luzern Verkehrshaus an der Strecke Luzern–Immensee. Buslinien verbinden das Areal mit dem Bahnhof und weiteren Stadtteilen. Die Schifffahrtsgesellschaft des Vierwaldstättersees bedient die nahe gelegene Schiffstation Verkehrshaus-Lido.

Die Nähe zum See, zur Bahnstrecke und zu wichtigen städtischen Verkehrsachsen war bereits bei der Standortwahl von Bedeutung. Grosse Ausstellungsobjekte konnten zeitweise über Schiene oder Wasser angeliefert werden.

Das Museumsgelände umfasst Hallen, Innenhöfe, Gleisanlagen, Freiflächen, Werkstätten, Gastronomiebetriebe und Veranstaltungsräume. Die gesamte öffentlich genutzte Ausstellungsfläche beträgt rund 20'000 Quadratmeter.[1]

Geschichte

Erste Pläne für ein Verkehrsmuseum

Die ersten Bestrebungen zur Einrichtung eines schweizerischen Verkehrsmuseums reichen ins Jahr 1897 zurück. Damals wurde das 50-jährige Bestehen der Schweizer Eisenbahnen gefeiert. Die rasche technische Entwicklung des Eisenbahnwesens führte zu einem wachsenden Bewusstsein dafür, historische Fahrzeuge, Dokumente und Geräte für spätere Generationen zu erhalten.

An der Schweizerischen Landesausstellung von 1914 in Bern wurden erstmals bedeutende Originalobjekte der Eisenbahngeschichte gemeinsam öffentlich präsentiert. Die dabei entstandene Sammlung bildete eine Grundlage für das 1918 von den Schweizerischen Bundesbahnen eröffnete Schweizerische Eisenbahnmuseum in Zürich.[4]

Das Zürcher Museum konzentrierte sich hauptsächlich auf die Eisenbahn. Mit der zunehmenden Bedeutung des Automobils, der Luftfahrt, der Schifffahrt und der Telekommunikation entstand die Idee eines umfassenderen nationalen Verkehrsmuseums.

Gründung des Vereins

Am 26. Februar 1942 gründeten 76 Persönlichkeiten aus Verkehr, Wirtschaft und Politik im Bahnhofbuffet Zürich den Verein Verkehrshaus der Schweiz. Zu den Gründungsmitgliedern gehörten die SBB, die damalige Post-, Telefon- und Telegrafenverwaltung, Privatbahnen, Verkehrsverbände sowie Unternehmen aus Industrie, Handel und Tourismus.

Ziel war die Schaffung eines nationalen Forums und Schaufensters für Verkehr und Kommunikation. Der Verein sollte historische Objekte bewahren, technische Entwicklungen dokumentieren und der Bevölkerung die wirtschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung der Mobilität vermitteln.[2]

Die Verwirklichung verzögerte sich durch den Zweiten Weltkrieg, Finanzierungsfragen und die Suche nach einem geeigneten Standort. Mehrere Schweizer Städte interessierten sich für das Projekt. Luzern konnte schliesslich mit seiner zentralen Lage, seiner touristischen Bedeutung und einem geeigneten Grundstück am See überzeugen.

Planung und Bau in Luzern

Das vorgesehene Gelände lag im sogenannten Brühlmoos am östlichen Rand des damaligen Siedlungsgebiets. Die Stadt Luzern stellte das Grundstück zur Verfügung und unterstützte die verkehrliche Erschliessung.

1957 begannen die Bauarbeiten. Die ersten Hallen wurden nach Verkehrsträgern gegliedert und für die Aufnahme besonders grosser Exponate ausgelegt. Bereits während des Baus mussten Transport und Aufstellung schwerer Lokomotiven, Schiffe und Flugzeuge genau geplant werden.

Als erster Direktor prägte Alfred Waldis den Aufbau des Museums. Er sammelte Objekte, gewann öffentliche Institutionen und Unternehmen als Partner und entwickelte ein Ausstellungskonzept, das historische Technik mit populärer Wissensvermittlung verband.

Eröffnung 1959

Das Verkehrshaus der Schweiz wurde am 1. Juli 1959 in Anwesenheit von mehr als 500 Ehrengästen eröffnet. Die offizielle Eröffnungsansprache hielt Bundesrat Giuseppe Lepori, Vorsteher des Eidgenössischen Post- und Eisenbahndepartements.[5]

Der erste Gebäudekomplex umfasste Ausstellungen zum Schienen-, Strassen-, Luft- und Wasserverkehr. Zu den von Beginn an gezeigten Objekten gehörten historische Lokomotiven, Automobile, Flugzeuge, Modelle, Motoren und das Dampfschiff Rigi.

Auch das Gotthardbahnmodell wurde zur Eröffnung in Betrieb genommen. Es zeigte die kurvenreiche Nordrampe der Gotthardbahn mit den Kehrtunneln bei Wassen und entwickelte sich zu einer der bekanntesten Attraktionen des Museums.

Das neue Museum stiess von Anfang an auf grosses öffentliches Interesse. Bereits in den ersten Betriebsjahren wurden die Sammlungen und Ausstellungen erweitert.

Ausbau der Luft- und Raumfahrt

Mit der Entwicklung der zivilen Luftfahrt und dem Beginn des Raumfahrtzeitalters gewann die Halle Luftfahrt zunehmend an Bedeutung. Historische Flugzeuge wurden durch Triebwerke, Cockpits, Modelle und Objekte aus der Schweizer Luftfahrtindustrie ergänzt.

Die Raumfahrt erhielt besonders während der amerikanisch-sowjetischen Konkurrenz um Satelliten, bemannte Raumflüge und die Mondlandung grosse Aufmerksamkeit. Das Verkehrshaus nutzte seine neutrale schweizerische Position, um sowohl westliche als auch sowjetische Raumfahrtgeschichte zu präsentieren.

Zu den internationalen Gästen gehörten Astronauten und Kosmonauten. Am 7. Oktober 1970 besuchte die Besatzung der Apollo-13-Mission mit James Lovell, John Swigert und Fred Haise das Verkehrshaus.

Eröffnung des Planetariums

Am 1. Juli 1969, wenige Wochen vor der ersten bemannten Mondlandung, nahm im Verkehrshaus das erste Grossplanetarium der Schweiz seinen Betrieb auf.

Der amerikanische Astronaut John Glenn beteiligte sich über den Nachrichtensatelliten Early Bird aus New York an der Eröffnung. Gemeinsam mit Alfred Waldis eröffnete er das damalige Longines-Planetarium.[6]

Im ursprünglichen System projizierte ein optisch-mechanischer Zeiss-Projektor Sterne, Planeten und Himmelsbewegungen auf die Kuppel. Später kamen digitale Bild- und Tonsysteme hinzu. Nach mehreren Modernisierungen ist das Planetarium heute in der Lage, vollständig digitale 360-Grad-Darstellungen zu zeigen.

Neben astronomischen Programmen werden Livevorführungen, Musikveranstaltungen, Vorträge und kulturelle Produktionen angeboten.

Neue Ausstellungen und Gebäude

Zwischen den 1970er- und 1980er-Jahren entstanden zusätzliche Ausstellungen zu Raumfahrt, Tourismus, Post und Telekommunikation. Interaktive Medien und audiovisuelle Präsentationen gewannen an Bedeutung.

1984 wurde das Swissorama eröffnet. In einem kreisförmigen Kinoraum wurde ein Film gleichzeitig auf eine rundum verlaufende Leinwand projiziert. Die Besucherinnen und Besucher standen in der Mitte des Raums und erhielten den Eindruck, sich unmittelbar in den gezeigten Landschaften zu befinden.

Das Swissorama zeigte während vieler Jahre den Film Impressionen der Schweiz. Bis zur Schliessung im Jahr 2002 sahen rund 1,8 Millionen Personen die Präsentation.

Filmtheater

Am 1. Juli 1996 eröffnete das damalige IMAX-Filmtheater. Es führte ein grossformatiges Filmverfahren ein, das besonders hochauflösende Bilder auf einer sehr grossen Leinwand ermöglichte.

Das heutige Verkehrshaus Filmtheater besitzt die grösste fest installierte Kinoleinwand der Schweiz. Im Tagesprogramm werden vor allem Dokumentarfilme über Natur, Wissenschaft, Technik, Abenteuer und Raumfahrt gezeigt. Das Abendprogramm umfasst Spielfilme, Premieren und Liveübertragungen von Opern, Balletten und Konzerten.[7]

Die technische Ausstattung wurde mehrfach modernisiert. Neben zweidimensionalen Filmen können dreidimensionale Produktionen gezeigt werden.

Hans Erni Museum

1979 wurde auf dem Verkehrshausareal das Hans Erni Museum eröffnet. Es widmet sich dem Werk des Luzerner Künstlers Hans Erni, der von 1909 bis 2015 lebte.

Die Dauerausstellung zeigt einen Querschnitt durch sein umfangreiches Schaffen. Dazu gehören Gemälde, Zeichnungen, Druckgrafiken, Plakate, Buchillustrationen, Entwürfe für Briefmarken und Arbeiten für öffentliche Gebäude.

Ein grossformatiges Wandbild im Auditorium beschäftigt sich mit der Entwicklung des menschlichen Denkens und Wissens. Das Museum zeigt ausserdem wechselnde Sonderausstellungen, in denen Ernis Werk mit historischen und zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstlern in Beziehung gesetzt wird.[8]

Erneuerung zum 50-jährigen Bestehen

Zum 50-jährigen Jubiläum wurde das Verkehrshaus 2009 umfassend erneuert. Ein neuer Eingangsbereich und die neue Halle Strassenverkehr veränderten das Erscheinungsbild des Areals.

Die von den Architektinnen Annette Gigon und Mike Guyer entworfene Halle besitzt eine auffällige Fassade aus tausenden Verkehrsschildern. Im Innern können Automobile, Motorräder, Fahrräder und andere Strassenfahrzeuge in einem grossen automatisierten Schaulager präsentiert werden.

Die Fahrzeuge stehen auf hohen Regalen. Eine Hebebühne kann ausgewählte Objekte herausnehmen und vor dem Publikum auf einer Präsentationsfläche abstellen. Das Konzept verbindet Ausstellung und sichtbares Depot.

Im Jubiläumsjahr wurden auch Teile des Aussenbereichs, des Eingangs und der Besucherführung neu gestaltet.[9]

Swiss Chocolate Adventure und Media World

2014 eröffnete das Swiss Chocolate Adventure. Während einer rund 20-minütigen Fahrt durch eine multimediale Kulisse erfahren die Gäste mehr über Herkunft, Anbau, Transport, Verarbeitung und Vermarktung von Kakao und Schokolade.

Die Attraktion verbindet Film, Ton, bewegliche Fahrzeuge, Gerüche und weitere Sinneseindrücke. Sie gehört organisatorisch zum Verkehrshaus, erfordert jedoch ein separates Eintrittsbillett.[10]

Die Media World beschäftigt sich mit Produktion, Verbreitung und Wirkung audiovisueller Medien. Besucherinnen und Besucher können unter anderem Film- und Tonaufnahmen erstellen, virtuelle Anwendungen ausprobieren und Einblicke in moderne Medienproduktion erhalten.

House of Energy

2023 nahm das Verkehrshaus das House of Energy in Betrieb. Das Mehrzweckgebäude umfasst Ausstellungs-, Büro-, Bildungs- und Veranstaltungsflächen.

Die interaktive Erlebniswelt Experience Energy! behandelt Energieerzeugung, Speicherung, Verteilung, Verbrauch und die Transformation des schweizerischen Energiesystems. Die Ausstellung soll unterschiedliche Technologien und politische beziehungsweise gesellschaftliche Entscheidungen verständlich machen.

Das Gebäude wird über eine See-Energie-Zentrale beheizt und gekühlt. Wärmepumpen versorgen auch weitere Gebäude des Verkehrshausareals. Dach und Fassade verfügen über Photovoltaikanlagen, die jährlich ungefähr 120'000 Kilowattstunden Strom erzeugen.[11]

Bahnerlebnis Schweiz

Am 18. Juni 2025 eröffnete das Verkehrshaus die neu gestaltete Ausstellung Bahnerlebnis Schweiz. Acht Themenbereiche zeigen die wirtschaftliche, gesellschaftliche, kulturelle und ökologische Bedeutung der Eisenbahn.

Zu den Elementen gehören historische Fahrzeuge, digitale Stationen, eine überdimensionierte Bahnhofsuhr, eine virtuelle Uniformengarderobe, Filme und Darstellungen moderner Bahntechnik.[12]

Im Rahmen der Erneuerung kehrte das Gotthardbahnmodell in erweiterter Form zurück. Die Anlage ist 31,5 Meter lang und 3,5 Meter breit. Neben der historischen Gotthard-Bergstrecke zeigt sie den Gotthard-Basistunnel und Zukunftsvorstellungen für den Bahnverkehr.

Direktorenwechsel 2026

Martin Bütikofer leitete das Verkehrshaus von 2011 bis Ende Februar 2026. In seine Amtszeit fielen unter anderem die Entwicklung der Media World, des Swiss Chocolate Adventure, des House of Energy und die Erneuerung der Schienenhalle.

Am 1. März 2026 übernahm Martin Ettlinger die Direktion. Der Jurist war seit 2021 Mitglied der Geschäftsleitung und hatte zuvor den Bereich Markt und Entwicklung geführt.[3]

Ausstellungsbereiche

Schienenverkehr

Die Schienenhallen dokumentieren die Entwicklung der schweizerischen Eisenbahnen von den ersten Dampflokomotiven bis zu modernen Hochleistungs- und Gebirgsbahnen.

Die Schweiz besitzt aufgrund ihrer Topografie, ihrer frühen Industrialisierung und ihres dichten öffentlichen Verkehrsnetzes eine besonders vielfältige Bahngeschichte. Die Ausstellung behandelt unter anderem:

  • die Anfänge der Eisenbahn;
  • Dampfbetrieb und Elektrifizierung;
  • den Bau von Alpenbahnen;
  • Lokomotiv- und Wagenbau;
  • Bahnhöfe und Stellwerke;
  • Fahrpläne und Eisenbahnpersonal;
  • Güterverkehr;
  • Zahnrad-, Schmalspur- und Bergbahnen;
  • moderne Bahninfrastruktur;
  • zukünftige Formen des Schienenverkehrs.

Zu den gezeigten Fahrzeugen gehören Dampflokomotiven, Elektrolokomotiven, Triebwagen, Personenwagen und Fahrzeuge verschiedener Privatbahnen.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf den Schweizer Alpenbahnen. Originalfahrzeuge, Modelle und Filme erklären die technischen Herausforderungen beim Bau der Gotthard-, Lötschberg-, Albula- und weiterer Gebirgsstrecken.

Gotthardbahnmodell

Das Gotthardbahnmodell gehört seit 1959 zu den bekanntesten Attraktionen des Verkehrshauses. Es wurde von den Eisenbahn- und Modellbaufreunden Luzern geschaffen.

Die ursprüngliche Anlage zeigte die Gotthard-Nordrampe zwischen Erstfeld und Wassen. Besonders eindrucksvoll war die Darstellung der Kehrtunnel, durch welche die Bahn auf kurzer horizontaler Entfernung grosse Höhenunterschiede überwindet.

Für den Bau des House of Energy musste das Modell 2020 abgebaut und ausgelagert werden. Anschliessend wurde es restauriert, technisch erneuert und erweitert.

Seit 2025 umfasst die Anlage neben der historischen Bergstrecke auch den Gotthard-Basistunnel, den Bahnhof Erstfeld und Darstellungen zukünftiger Mobilität. Mehrere Züge verkehren gleichzeitig durch die Modelllandschaft.[13]

Strassenverkehr

Die Halle Strassenverkehr widmet sich der Mobilität auf Rädern. Gezeigt werden Fahrräder, Motorräder, Personenwagen, Nutzfahrzeuge, Rennfahrzeuge und technische Komponenten.

Die Ausstellung behandelt den Wandel vom Pferdewagen zum Automobil, die Entwicklung von Motoren, Sicherheitssystemen und Fahrzeugkarosserien sowie die gesellschaftlichen Auswirkungen des motorisierten Verkehrs.

Weitere Themen sind:

  • Strassenbau;
  • Verkehrssicherheit;
  • Logistik;
  • öffentlicher Strassenverkehr;
  • Motorsport;
  • alternative Antriebe;
  • Elektromobilität;
  • automatisiertes Fahren;
  • industrielle Fahrzeugproduktion.

Das automatische Schaulager ermöglicht es, einen grösseren Teil der Sammlung sichtbar aufzubewahren. Fahrzeuge können über eine Plattform aus dem Regal geholt und näher präsentiert werden.[14]

Im Aussenbereich befindet sich eine Strassenbauarena. Kinder können dort unter anderem kleine Baumaschinen bedienen und spielerisch Abläufe einer Baustelle kennenlernen.

Luft- und Raumfahrt

Die Halle Luft- und Raumfahrt dokumentiert die Geschichte des Fliegens von frühen Ballonen und Gleitapparaten bis zu modernen Verkehrsflugzeugen und Raumfahrzeugen.

Historische Flugzeuge hängen teilweise frei im Hallenraum oder stehen auf mehreren Ebenen. Triebwerke, Propeller, Cockpits, Uniformen, Flugzeugmodelle und Simulatoren ergänzen die Originalobjekte.

Die Ausstellung behandelt:

  • die Pionierzeit der Luftfahrt;
  • Schweizer Flugzeugkonstruktionen;
  • Linien- und Verkehrsflug;
  • Militärluftfahrt;
  • Luftrettung;
  • Ballon- und Luftschifffahrt;
  • Flughäfen und Flugsicherung;
  • Raumfahrt und Satellitentechnik;
  • Schweizer Beteiligungen an internationalen Raumfahrtprogrammen.

Zu den bekannten Exponaten gehört der Doppeldecker Dufaux 4. Armand und Henri Dufaux entwickelten das Flugzeug in der Pionierzeit der schweizerischen Luftfahrt. 1910 überquerte Armand Dufaux damit den Genfersee in seiner gesamten Länge.[15]

Simulatoren ermöglichen es, einzelne Flugzeuge oder Helikopter virtuell zu steuern. Der sogenannte Space Transformer vermittelt durch einen drehbaren Raum einen Eindruck von veränderter Orientierung und Gleichgewichtswahrnehmung.

Schifffahrt

Die Schifffahrtsausstellung zeigt die Bedeutung von Seen, Flüssen und Häfen für die Entwicklung der Schweiz.

Obwohl die Schweiz keinen eigenen Meerzugang besitzt, ist sie über den Rhein mit den Nordseehäfen verbunden. Die Rheinschifffahrt spielt eine wichtige Rolle für den Import von Rohstoffen, Energieträgern und Konsumgütern.

Die Ausstellung umfasst Schiffsmodelle, Motoren, Navigationsinstrumente, Hafentechnik und historische Originalobjekte. Interaktive Stationen erklären Schleusen, Schiffssteuerung und Transportketten.

Ein Schwerpunkt liegt auf der Binnenschifffahrt und den Dampfschiffen der Schweizer Seen. Auch Fährverbindungen, Rettungswesen und Freizeitschifffahrt werden thematisiert.

2026 eröffnete die Ausstellung Rheinhäfen – unser Tor zur Welt. Sie zeigt die Bedeutung der Schweizerischen Rheinhäfen für Versorgung, Logistik und internationalen Handel.

Seilbahnen und Tourismus

Die permanente Seilbahnausstellung dokumentiert die Erschliessung der Alpen durch Standseilbahnen, Luftseilbahnen, Gondelbahnen, Sesselbahnen und Skilifte.

Zu sehen sind Kabinen, Antriebe, Klemmen, Modelle und historische Dokumente. Die technische Entwicklung reicht von handbetriebenen Transportanlagen bis zu modernen Grossraum- und Dreiseilbahnen.

Ein bedeutendes Objekt ist ein Teil des 1934 am Bolgen in Davos eröffneten ersten Bügelskilifts der Welt. Die Erfindung veränderte den Wintersport, da Skifahrerinnen und Skifahrer fortan ohne Abfahrtspause wieder den Hang hinaufbefördert werden konnten.

Die Tourismusausstellung behandelt die Entwicklung der Schweiz als Reiseland. Eisenbahnen, Hotels, Reiseplakate, Bergbahnen und Wintersportgeräte zeigen, wie technische Mobilität die Alpen touristisch erschloss.[16]

Energie

Die Energieausstellung im House of Energy beschäftigt sich mit der Frage, wie eine zuverlässige, wirtschaftliche und möglichst klimaverträgliche Energieversorgung gestaltet werden kann.

Behandelt werden:

  • Wasserkraft;
  • Kernenergie;
  • Solar- und Windenergie;
  • fossile Energieträger;
  • Stromnetze;
  • Speichertechnologien;
  • Wärmeversorgung;
  • Energieeffizienz;
  • Mobilität und Energieverbrauch;
  • politische und persönliche Entscheidungen.

Interaktive Stationen ermöglichen es, unterschiedliche Energiesysteme zu vergleichen und deren Auswirkungen auf Versorgungssicherheit, Kosten, Landschaft und Umwelt zu untersuchen.

Media World und Kommunikation

Die Media World vermittelt, wie Bilder, Ton und digitale Inhalte entstehen und verbreitet werden. Sie knüpft an die frühere Sammlung zu Post, Telefon, Radio und Fernsehen an.

Besucherinnen und Besucher können eigene Medienbeiträge produzieren, Kameratechnik ausprobieren und digitale Anwendungen nutzen.

Die 2025 eröffnete Ausstellung Wirklich?! Fakt, Fake oder Meinung? Finde es raus. widmet sich der Medienkompetenz. Sie erklärt, wie Nachrichten entstehen, wie Quellen geprüft werden können und woran sich manipulierte oder irreführende Inhalte erkennen lassen.

Bedeutende Exponate

Dampfschiff Rigi

Das Dampfschiff Rigi wurde 1847 in London gebaut und auf dem Vierwaldstättersee eingesetzt. Es gehört zu den ältesten erhaltenen maschinengetriebenen Verkehrsmitteln der Schweiz.

Vor der Eröffnung des Verkehrshauses wurde das Schiff 1958 über Land auf das Museumsgelände gebracht. Der erhaltene Schiffsrumpf und rekonstruierte beziehungsweise restaurierte Bauteile zeigen die Entwicklung der frühen Dampfschifffahrt.

Das Schiff ist nicht mehr schwimmfähig. Es wird als begehbares oder aus nächster Nähe sichtbares technisches Denkmal präsentiert.[17]

Dampflokomotive Elefant

Die Dampflokomotive C 5/6 2965 der SBB trägt den Übernamen Elefant. Die Lokomotiven dieser Baureihe wurden für schwere Güterzüge auf der Gotthardbahn entwickelt.

Die ausgestellte Maschine wurde 1916 gebaut. Sie gehört zu den leistungsfähigsten schweizerischen Dampflokomotiven und steht stellvertretend für die letzte grosse Dampflokomotivgeneration vor der umfassenden Elektrifizierung des SBB-Netzes.

Eine Unterführung ermöglicht es, Fahrwerk, Räder, Stangen und weitere technische Bauteile aus ungewöhnlicher Perspektive zu betrachten.[18]

Mésoscaphe Auguste Piccard

Der Mésoscaphe PX-8 Auguste Piccard wurde von Jacques Piccard für die Schweizerische Landesausstellung 1964 in Lausanne entwickelt.

Das Tauchboot konnte ungefähr 40 Passagiere aufnehmen und führte während der Landesausstellung über tausend Tauchfahrten im Genfersee durch. Danach wurde es umgebaut und in verschiedenen Meeresgebieten eingesetzt.

2005 gelangte das stark veränderte Fahrzeug ins Verkehrshaus. Es wurde umfassend restauriert und wieder weitgehend in den Zustand der Expo 1964 versetzt.

Der Mésoscaphe gilt als grösstes jemals gebautes Touristen-U-Boot und als bedeutendes Zeugnis schweizerischer Ingenieur- und Forschungsgeschichte.[19]

Dufaux 4

Der Dufaux 4 wurde von den Genfer Brüdern Armand und Henri Dufaux konstruiert. Am 28. August 1910 flog Armand Dufaux mit dem Flugzeug von Noville bei Villeneuve nach Genf.

Der Flug über die gesamte Länge des Genfersees betrug ungefähr 66 Kilometer und stellte zur damaligen Zeit eine aussergewöhnliche Leistung dar.

Das Originalflugzeug gehört zu den wichtigsten Exponaten der schweizerischen Luftfahrtgeschichte.

Livemap Switzerland

Die Livemap Switzerland ist eine grosse begehbare Luftbildkarte der Schweiz. Besucherinnen und Besucher können auf der Karte einzelne Orte, Verkehrswege, Seen, Gebirge und Landschaften suchen.

Die Darstellung verbindet Geografie und Mobilitätsgeschichte. Sie zeigt besonders deutlich, wie stark Verkehrswege durch Topografie, Siedlungsstruktur und natürliche Hindernisse beeinflusst werden.

Historische Schienenfahrzeuge

Die Sammlung umfasst eine grosse Zahl bedeutender Lokomotiven und Eisenbahnwagen. Dazu gehören Fahrzeuge der SBB und verschiedener Privatbahnen.

Vertreten sind Dampflokomotiven, frühe Elektrolokomotiven, Zahnradbahnfahrzeuge, Triebwagen und Reisezugwagen. Mehrere Objekte stehen als Leihgaben von SBB Historic oder anderen Bahngesellschaften im Museum.

Durch den begrenzten Ausstellungsraum können nicht alle Fahrzeuge dauerhaft gezeigt werden. Objekte werden daher ausgetauscht, ausgelagert oder zeitweise an Museumsbahnen verliehen.

Sammlung

Das Verkehrshaus führt die nationale Verkehrsmittelsammlung der Schweiz. Sie umfasst Objekte aus den Bereichen Schienenverkehr, Strassenverkehr, Luftfahrt, Raumfahrt, Wasserverkehr, Seilbahnen, Tourismus, Kommunikation und Energie.

Nach eigenen Angaben besitzt das Verkehrshaus rund 12'000 dreidimensionale Sammlungsobjekte sowie umfangreiche Bestände an Fotografien, Filmen, Plänen, Büchern, Zeitschriften und Archivalien.[4]

Nicht alle Objekte können auf dem Museumsgelände aufbewahrt oder ausgestellt werden. Ein grosser Teil befindet sich in einem Aussenlager in Rain.

Zu den Aufgaben der Sammlung gehören:

  • Erwerb und Auswahl historisch bedeutender Objekte;
  • wissenschaftliche Dokumentation;
  • konservatorische Betreuung;
  • Restaurierung;
  • Lagerung;
  • Digitalisierung;
  • Bereitstellung für Forschung und Ausstellungen;
  • Ausleihe an andere Museen und Institutionen.

Die Auswahl neuer Objekte orientiert sich an ihrer Bedeutung für die schweizerische Mobilitäts-, Technik- und Wirtschaftsgeschichte. Berücksichtigt werden auch technische Innovationen, gesellschaftliche Veränderungen und Alltagsmobilität.

Dokumentationszentrum

Das Dokumentationszentrum bewahrt Bücher, Zeitschriften, Fotografien, Filme, Pläne, Unternehmensarchive und persönliche Nachlässe zur Geschichte der Mobilität auf.

Zu den Beständen gehören unter anderem:

  • historische Fahrpläne;
  • technische Zeichnungen;
  • Fahrzeugprospekte;
  • Firmenpublikationen;
  • Fotografien von Bahnen, Fahrzeugen und Verkehrsanlagen;
  • historische Filme;
  • Plakate;
  • Reise- und Tourismusliteratur;
  • Archive von Verkehrsunternehmen;
  • Dokumente von Ingenieuren und Verkehrspionieren.

Das Zentrum verfügt über eine Präsenzbibliothek und einen Leseraum. Wissenschaftlerinnen, Studierende, Medienschaffende und interessierte Privatpersonen können die Bestände nach den Benutzungsregeln einsehen.[20]

Ein bedeutender Bestand ist das historische Archiv der Swissair. Es dokumentiert die Geschichte der ehemaligen nationalen Fluggesellschaft und ihrer Vorgängerunternehmen.

Teile der Sammlung sind über eine öffentlich zugängliche Onlinedatenbank recherchierbar.

Bildung und Vermittlung

Das Verkehrshaus ist einer der bedeutendsten ausserschulischen Lernorte der Schweiz. Jährlich besuchen mehr als 3'000 Schulklassen mit rund 50'000 Schülerinnen und Schülern die Ausstellungen.[1]

Für Schulen bestehen Führungen, Workshops, Arbeitsblätter und thematische Unterrichtsmaterialien. Viele Angebote sind auf den Lehrplan 21 abgestimmt.

Behandelt werden unter anderem:

  • Verkehrsgeschichte;
  • Energie und Nachhaltigkeit;
  • Physik und Technik;
  • Geografie;
  • Medienkompetenz;
  • Astronomie;
  • Mobilitätsverhalten;
  • Berufsbildung;
  • Kunst und Kultur.

Die Vermittlung folgt dem Prinzip des spielerischen Lernens. Technische Zusammenhänge sollen nicht nur erklärt, sondern durch Experimente, Simulatoren und eigene Handlungen erfahrbar werden.

Führungen werden für Schulklassen, Unternehmen, Vereine und private Gruppen angeboten. Fachveranstaltungen ermöglichen den Austausch zwischen Wissenschaft, Verkehrspolitik, Industrie und Öffentlichkeit.

Veranstaltungen

Das Verkehrshaus ist neben seiner Museumsfunktion ein bedeutender Veranstaltungs- und Konferenzort.

Pro Jahr finden rund 900 interne und externe Veranstaltungen statt. Dazu gehören:

  • Kongresse;
  • Firmenanlässe;
  • Produktpräsentationen;
  • Vorträge;
  • Podiumsdiskussionen;
  • Filmvorführungen;
  • Konzerte;
  • Thementage;
  • Familienveranstaltungen;
  • Fachmessen;
  • Fahrzeugtreffen.

Regelmässige Thementage widmen sich unter anderem Eisenbahnen, Luft- und Raumfahrt, Strassenverkehr, Logistik, Landwirtschaft und Rettungsorganisationen.

Die Museumshallen können ausserhalb oder teilweise während der regulären Öffnungszeiten für Veranstaltungen genutzt werden. Das Conference Center ergänzt das Angebot mit Sitzungs- und Seminarräumen.

Organisation und Trägerschaft

Das Verkehrshaus wird vom gemeinnützigen Verein Verkehrshaus der Schweiz getragen.

Der Verein wurde 1942 gegründet und zählt rund 40'000 Einzel-, Familien-, Firmen- und Kollektivmitglieder. Die Mitgliederversammlung ist das oberste Organ.

Der Vorstand bestimmt die strategische Ausrichtung und beaufsichtigt die Direktion. Präsident ist Christoph Franz, ehemaliger Konzernchef der Lufthansa und Vorsitzender des Aufsichtsrats der Deutschen Bahn.[2]

Die operative Organisation gliedert sich in drei Hauptbereiche:

Hauptbereich Aufgaben
Ausstellung und Sammlung Kuration, Sammlungspflege, Dokumentation, Bildung, Vermittlung und technische Ausstellungsentwicklung
Entwicklung und Markt Marketing, Verkauf, Veranstaltungen, Partnerschaften, Mitgliederwesen und Fundraising
Finanzen und Zentrale Dienste Finanzen, Personal, Infrastruktur, Sicherheit, Administration und interne Dienstleistungen

Das Verkehrshaus arbeitet mit einer projektbasierten Matrixorganisation. Fachpersonen aus unterschiedlichen Bereichen entwickeln Ausstellungen und Veranstaltungen gemeinsam.[21]

Finanzierung

Der Betrieb wird überwiegend durch eigene Einnahmen finanziert. Der Eigenfinanzierungsgrad beträgt nach Angaben des Verkehrshauses ungefähr 85 Prozent.

Zu den Einnahmequellen gehören:

  • Museumseintritte;
  • Billette für Planetarium, Filmtheater und Swiss Chocolate Adventure;
  • Mitgliedsbeiträge;
  • Veranstaltungen und Raumvermietung;
  • Gastronomie und Shop;
  • Partnerschaften mit Unternehmen;
  • Sponsoring;
  • Spenden und Legate;
  • Beiträge der öffentlichen Hand;
  • projektbezogene Förderbeiträge.

Viele Ausstellungen entstehen in Zusammenarbeit mit Verkehrsunternehmen, Industrieverbänden, Hochschulen oder öffentlichen Institutionen. Die Partner stellen finanzielle Mittel, Objekte, Fachwissen oder technische Anlagen zur Verfügung.

Diese Form der Zusammenarbeit ermöglicht aufwendige interaktive Ausstellungen, wirft jedoch auch die Aufgabe auf, kommerzielle Interessen und museale Unabhängigkeit voneinander abzugrenzen.

Besucherzahlen

Das Verkehrshaus ist seit Jahrzehnten eines der meistbesuchten Kultur- und Freizeitangebote der Schweiz.

Die Eintrittsstatistik unterscheidet zwischen Besuchen des eigentlichen Museums und Eintritten in zusätzliche Angebote wie Planetarium, Filmtheater und Swiss Chocolate Adventure. Eine Person kann deshalb bei einem Aufenthalt mehr als einen Eintritt erzeugen.

Das gesamte Verkehrshaus verzeichnet jährlich rund beziehungsweise über eine Million Eintritte. Davon entfallen ungefähr 600'000 auf den eigentlichen Museumsbesuch.[4]

2025 wurde die Marke von einer Million Eintritten zum dritten Mal in Folge überschritten. Besonders die zweite Jahreshälfte mit der erneuerten Bahnausstellung und weiteren Sonderausstellungen trug zur Nachfrage bei.

Das Publikum setzt sich aus Schweizer Tagesgästen, Schulklassen, Familien, internationalen Touristinnen und Touristen, Vereinsmitgliedern und Fachbesuchern zusammen.

Nachhaltigkeit

Das Verkehrshaus behandelt Nachhaltigkeit sowohl in seinen Ausstellungen als auch im eigenen Betrieb.

Das House of Energy nutzt Wasser aus dem Vierwaldstättersee als Energiequelle für Wärmepumpen. Dadurch können die Gebäude des Areals weitgehend ohne direkte fossile Wärmeerzeugung beheizt und teilweise gekühlt werden.

Photovoltaikanlagen auf Dach und Fassade erzeugen erneuerbaren Strom. Die frühere Gasheizung dient nur noch als Reserve und zur Abdeckung besonderer Lastspitzen.[11]

Weitere Massnahmen betreffen:

  • Energieeffizienz;
  • Abfalltrennung;
  • nachhaltige Gastronomie;
  • Anreise mit öffentlichem Verkehr;
  • Wiederverwendung von Ausstellungsmaterial;
  • langlebige und reparierbare Ausstellungstechnik;
  • barrierefreie Angebote;
  • Sensibilisierung für klimaverträgliche Mobilität.

Das Verkehrshaus trägt das Nachhaltigkeitslabel Swisstainable der Stufe II und ist nach ISO 9001 zertifiziert.

Barrierefreiheit

Die meisten öffentlich zugänglichen Räume sind mit Rollstuhl oder Kinderwagen erreichbar. Aufzüge verbinden die verschiedenen Ausstellungsebenen.

Rollstühle können nach Verfügbarkeit ausgeliehen werden. Assistenzhunde sind zugelassen, während andere Haustiere das Museum grundsätzlich nicht betreten dürfen.

Die Ausstellung MovAbility – barrierefrei unterwegs macht seit 2025 typische Hindernisse im öffentlichen Raum erlebbar. Besucherinnen und Besucher absolvieren einen Parcours im Rollstuhl und erfahren, wie Bordsteine, Steigungen, unebene Oberflächen und schmale Durchgänge die Mobilität einschränken können.

Das Projekt entstand gemeinsam mit Organisationen aus den Bereichen Behindertenhilfe, Bau und Infrastruktur.

Öffnungszeiten und Besuch

Das Verkehrshaus ist an 365 Tagen im Jahr geöffnet. Die täglichen Öffnungszeiten unterscheiden sich zwischen Sommer- und Winterhalbjahr.[22]

Für das Museum, das Planetarium, das Filmtheater und das Swiss Chocolate Adventure gelten teilweise unterschiedliche Billette. Kombinierte Tageskarten ermöglichen den Besuch mehrerer Angebote.

Die Grösse des Areals und die Zahl der interaktiven Stationen erlauben sowohl kurze Besuche als auch ganztägige Aufenthalte. Für einen umfassenden Rundgang durch alle Ausstellungsbereiche wird ein grosser Teil eines Tages benötigt.

Zum Angebot gehören Restaurants, ein Selbstbedienungsbereich, Picknickmöglichkeiten, ein Museumsshop und eine Boutique für Schokoladenprodukte.

Bedeutung

Das Verkehrshaus dokumentiert, wie stark Mobilität die wirtschaftliche, politische und gesellschaftliche Entwicklung der Schweiz geprägt hat.

Eisenbahnen überwanden topografische Hindernisse und verbanden Städte, Regionen und Sprachgebiete. Dampfschiffe und Bergbahnen förderten den Tourismus. Automobil und Luftverkehr veränderten das Reiseverhalten. Telekommunikation und digitale Medien ermöglichten neue Formen des Austauschs.

Die Sammlung zeigt zugleich den Wandel technischer Leitbilder. Viele Fahrzeuge, die einst Fortschritt und Modernität symbolisierten, werden heute auch unter den Gesichtspunkten Energieverbrauch, Flächenbedarf, Sicherheit und Klimawirkung betrachtet.

Das Museum versucht deshalb, historische Technik nicht nur als Abfolge erfolgreicher Erfindungen darzustellen. Ausstellungen thematisieren auch Konflikte, ökologische Folgen, politische Entscheidungen und zukünftige Herausforderungen.

Durch seine Originalobjekte, interaktiven Angebote und Veranstaltungen übernimmt das Verkehrshaus mehrere Funktionen:

  • nationales Technik- und Verkehrsmuseum;
  • Archiv der schweizerischen Mobilitätsgeschichte;
  • ausserschulischer Lernort;
  • touristische Sehenswürdigkeit;
  • Forum für Verkehrs- und Energiefragen;
  • Veranstaltungs- und Konferenzzentrum;
  • Ort der Bewahrung technischen Kulturguts.

Siehe auch

Literatur

  • Christoph Abt, Mareike Fischer, Stefan Wottreng: Das Verkehrsbuch der Schweiz. Faszinierendes und Ungewöhnliches rund um das Thema Mobilität. Verkehrshaus der Schweiz, Luzern 2008, ISBN 978-3-905446-18-0.
  • Alfred Waldis: Das Verkehrshaus der Schweiz. Idee, Entstehung und Entwicklung. Verkehrshaus der Schweiz, Luzern.
  • Verkehrshaus der Schweiz: Jahresberichte. Luzern, jährlich.
  • Verkehrshaus der Schweiz: Verkehrshaus Magazin. Luzern, fortlaufend.

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 Verkehrshaus der Schweiz: Überblick über Ausstellungen und Highlights, abgerufen am 2. August 2026.
  2. 2,0 2,1 2,2 Verkehrshaus der Schweiz: Verein Verkehrshaus der Schweiz, abgerufen am 2. August 2026.
  3. 3,0 3,1 Verkehrshaus der Schweiz: Martin Ettlinger übernimmt die Direktion des Verkehrshauses der Schweiz, 1. März 2026, abgerufen am 2. August 2026.
  4. 4,0 4,1 4,2 Verkehrshaus der Schweiz: Über uns und Geschichte des Verkehrshauses, abgerufen am 2. August 2026.
  5. Verkehrshaus der Schweiz: 65 Jahre Verkehrshaus der Schweiz, abgerufen am 2. August 2026.
  6. Verkehrshaus der Schweiz: Geschichte des Planetariums, abgerufen am 2. August 2026.
  7. Verkehrshaus der Schweiz: Filmtheater, abgerufen am 2. August 2026.
  8. Verkehrshaus der Schweiz: Hans Erni Museum, abgerufen am 2. August 2026.
  9. Verkehrshaus der Schweiz: Geschäftsbericht 2009, abgerufen am 2. August 2026.
  10. Verkehrshaus der Schweiz: Swiss Chocolate Adventure, abgerufen am 2. August 2026.
  11. 11,0 11,1 Verkehrshaus der Schweiz: Nachhaltigkeit und House of Energy, abgerufen am 2. August 2026.
  12. Verkehrshaus der Schweiz: Schienenverkehr und Bahnerlebnis Schweiz, abgerufen am 2. August 2026.
  13. Verkehrshaus der Schweiz: Gotthardbahnmodell, abgerufen am 2. August 2026.
  14. Verkehrshaus der Schweiz: Strassenverkehr, abgerufen am 2. August 2026.
  15. Verkehrshaus der Schweiz: Dufaux 4, abgerufen am 2. August 2026.
  16. Verkehrshaus der Schweiz: Schifffahrt, Seilbahnen und Tourismus, abgerufen am 2. August 2026.
  17. Verkehrshaus der Schweiz: Dampfschiff Rigi, abgerufen am 2. August 2026.
  18. Verkehrshaus der Schweiz: Dampflokomotive Elefant, abgerufen am 2. August 2026.
  19. Verkehrshaus der Schweiz: Mésoscaphe Auguste Piccard, abgerufen am 2. August 2026.
  20. Verkehrshaus der Schweiz: Dokumentationszentrum, abgerufen am 2. August 2026.
  21. Verkehrshaus der Schweiz: Personen und Organisation, abgerufen am 2. August 2026.
  22. Verkehrshaus der Schweiz: Öffnungszeiten, abgerufen am 2. August 2026.