Kunst Museum Winterthur
| Art | Kunstmuseum |
|---|---|
| Eröffnung | 1916 |
| Trägerschaft | Kunstverein Winterthur |
| Leitung | Konrad Bitterli |
| Standorte | Beim Stadthaus Reinhart am Stadtgarten Villa Flora |
| Ort | Winterthur, Kanton Zürich |
| Website | www.kmw.ch |
Das Kunst Museum Winterthur ist ein Kunstmuseum in Winterthur im Kanton Zürich. Es wird vom Kunstverein Winterthur getragen und umfasst die drei Standorte Beim Stadthaus, Reinhart am Stadtgarten und Villa Flora. Die gemeinsam verwalteten Bestände reichen von der europäischen Kunst des 17. Jahrhunderts über das 18. und 19. Jahrhundert, den Impressionismus und die klassische Moderne bis zur Nachkriegs- und Gegenwartskunst.[1]
Die Entwicklung des Museums ist eng mit der Geschichte Winterthurs als Industrie- und Handelsstadt sowie mit dem privaten Kunstmäzenatentum verbunden. Unternehmerfamilien, Sammlerinnen und Sammler, Stiftungen und Mitglieder des Kunstvereins trugen wesentlich zum Aufbau der Sammlungen bei. In ihrer heutigen Form vereinigt die Institution mehrere früher selbstständige Winterthurer Kunstmuseen und bedeutende private Sammlungen unter einem gemeinsamen organisatorischen Dach.
Geschichte
Gründung des Kunstvereins
Der Kunstverein Winterthur wurde 1848 gegründet. Zu seinen Zielen gehörten die Förderung des Kunstverständnisses, die Durchführung von Ausstellungen und der Aufbau einer öffentlichen Kunstsammlung. Anfangs verfügte der Verein über kein eigenes Museumsgebäude. Ausstellungen wurden deshalb in wechselnden Räumen der Stadt gezeigt.
Das kulturelle Leben Winterthurs wurde im 19. Jahrhundert stark vom wirtschaftlichen Aufstieg der Stadt geprägt. Wohlhabende Unternehmerfamilien engagierten sich für Kunst, Musik, Bildung und Wissenschaft. Dieses bürgerliche Mäzenatentum bildete eine wesentliche Grundlage für die spätere Entstehung des Kunstmuseums.
Der Kunstverein begann früh mit dem Erwerb von Gemälden, Zeichnungen und Druckgrafiken. Neben Schweizer Kunst wurden zunehmend Werke aus Frankreich, Deutschland und weiteren europäischen Ländern gesammelt.
Eröffnung des Museumsgebäudes
Das heutige Gebäude des Standorts Beim Stadthaus wurde nach Plänen des Winterthurer Architekten Robert Rittmeyer errichtet. Es wurde am 2. Januar 1916 als Museum für Kunst und Wissenschaft eröffnet.[2]
Das Gebäude entstand während des Ersten Weltkriegs und wurde zu einem grossen Teil durch private Mittel finanziert. Die Verbindung von Kunst- und naturwissenschaftlichen Sammlungen entsprach dem damaligen Verständnis eines städtischen Bildungs- und Kulturzentrums.
Der Kunstverein Winterthur war für die Kunstsammlung und das Ausstellungsprogramm verantwortlich. Das Museum entwickelte sich bald zu einer bedeutenden Institution für moderne Kunst in der Schweiz. Einen wichtigen Beitrag leisteten Persönlichkeiten aus dem Umfeld der Winterthurer Industrie, darunter Richard Bühler, Hedy Hahnloser-Bühler, Arthur Hahnloser und Oskar Reinhart.
Ausbau der Sammlung
Während des 20. Jahrhunderts erweiterte der Kunstverein seine Bestände kontinuierlich. Früh entstanden bedeutende Werkgruppen des französischen Impressionismus, des Postimpressionismus und der klassischen Moderne.
Nach dem Zweiten Weltkrieg richtete sich das Interesse verstärkt auf internationale Gegenwartskunst. Das Museum erwarb Werke der konkreten Kunst, des Informel, der amerikanischen Minimal und Postminimal Art sowie der italienischen Arte Povera. Diese gezielte Sammlungspolitik machte das Haus zu einem der wichtigen Schweizer Museen für moderne und zeitgenössische Kunst.
Im Jahr 1995 wurde das historische Museumsgebäude um einen modernen Ausstellungstrakt der Zürcher Architektinnen Annette Gigon und Mike Guyer erweitert. Der Neubau schuf grosszügige Räume für Wechselausstellungen und die Präsentation moderner und zeitgenössischer Kunst.
Zusammenschluss der Kunstmuseen
Bis 2017 trug das Stammhaus den Namen Kunstmuseum Winterthur. Im Rahmen einer Neuorganisation wurden das Kunstmuseum und das frühere Museum Oskar Reinhart am Stadtgarten unter der Bezeichnung Kunst Museum Winterthur zusammengeführt.[3]
Das bisherige Kunstmuseum erhielt den Namen Kunst Museum Winterthur | Beim Stadthaus. Das Museum Oskar Reinhart am Stadtgarten wurde zum Standort Kunst Museum Winterthur | Reinhart am Stadtgarten.
Mit der Wiedereröffnung der restaurierten Villa Flora im März 2024 kam ein dritter Standort hinzu. Damit wurde die sogenannte Drei-Häuser-Strategie umgesetzt. Die drei Häuser besitzen jeweils ein eigenes historisches und sammlerisches Profil, werden jedoch gemeinsam geleitet und präsentiert.
Standorte
Beim Stadthaus
Der Standort Beim Stadthaus befindet sich an der Museumstrasse 52 in unmittelbarer Nähe des von Gottfried Semper entworfenen Stadthauses. Das 1916 eröffnete Gebäude ist das älteste der drei Häuser des Kunst Museum Winterthur.
Hier liegen die historischen Wurzeln des Kunstvereins und seiner Sammlung. Der Standort konzentriert sich besonders auf die klassische Moderne, die Kunst nach 1945 und die Gegenwartskunst. Neben der Dauersammlung werden regelmässig Wechselausstellungen gezeigt.
Die Sammlung umfasst Gemälde, Skulpturen, Zeichnungen, Druckgrafiken und Installationen. Als einziges der drei Häuser erweitert Beim Stadthaus seine Bestände laufend durch Ankäufe und Schenkungen.[3]
Der historische Bau von Robert Rittmeyer besitzt eine repräsentative Fassade und eine klar gegliederte Raumfolge. Der Erweiterungsbau von Gigon und Guyer setzt sich mit seiner zurückhaltenden modernen Architektur bewusst vom älteren Gebäudeteil ab.
Reinhart am Stadtgarten
Der Standort Reinhart am Stadtgarten befindet sich an der Stadthausstrasse 6. Das Gebäude wurde 1842 als Knabenschulhaus errichtet und gehört zu den frühen öffentlichen Bauten im Zentrum Winterthurs.
Das Museum wurde 1951 als Stiftung Oskar Reinhart eröffnet. Grundlage war eine umfangreiche Schenkung des Winterthurer Sammlers Oskar Reinhart an die Stadt. Die Sammlung umfasst vor allem deutsche, österreichische und schweizerische Kunst vom späten 18. bis zum frühen 20. Jahrhundert.[4]
Vertreten sind Künstler wie Anton Graff, Caspar David Friedrich, Ferdinand Georg Waldmüller, Adolph Menzel, Wilhelm Leibl, Arnold Böcklin, Ferdinand Hodler und Giovanni Segantini. Die Sammlung zeichnet sich durch ihren geschlossen aufgebauten Charakter und durch den persönlichen Geschmack Oskar Reinharts aus.
Im Gebäude werden ausserdem niederländische Gemälde der Stiftung Jakob Briner sowie Porträtminiaturen aus den Sammlungen Briner und Kern präsentiert. Die Bestände der Bildnisminiaturen gehören zu den bedeutenden Sammlungen dieser Gattung in der Schweiz.
Das Museum Reinhart am Stadtgarten ist nicht mit der Sammlung Oskar Reinhart «Am Römerholz» zu verwechseln. Letztere befindet sich in Reinharts ehemaliger Villa und gehört der Schweizerischen Eidgenossenschaft.
Villa Flora
Die Villa Flora befindet sich an der Tösstalstrasse 44. Das Wohnhaus wurde 1846 erbaut und war der Lebensmittelpunkt des Augenarztes Arthur Hahnloser und seiner Ehefrau Hedy Hahnloser-Bühler.
Das Sammlerehepaar begann zu Beginn des 20. Jahrhunderts mit dem Erwerb zeitgenössischer Kunst. Zwischen 1906 und 1936 entstand eine international bedeutende Sammlung von Werken des Postimpressionismus, der Nabis, der Fauves und der modernen Schweizer Kunst.[5]
Hedy und Arthur Hahnloser standen in persönlichem Kontakt mit zahlreichen Künstlern. Zu ihrem Umfeld gehörten Pierre Bonnard, Édouard Vuillard, Félix Vallotton, Henri Matisse, Aristide Maillol, Odilon Redon, Ferdinand Hodler und Giovanni Giacometti.
1908 liessen die Architekten Robert Rittmeyer und Walter Furrer das Haus im Jugendstil umbauen. Die Kunstwerke wurden nicht wie in einem konventionellen Museum, sondern in den Wohnräumen der Familie gezeigt. Architektur, Mobiliar, Garten und Sammlung bildeten ein aufeinander abgestimmtes Ensemble.
Die Villa war von 1995 bis 2014 als Museum öffentlich zugänglich. Danach wurde sie wegen ungeklärter Finanzierung und notwendiger baulicher Massnahmen geschlossen. Nach einer umfassenden Restaurierung und Erweiterung wurde das Haus im März 2024 als dritter Standort des Kunst Museum Winterthur wiedereröffnet.[6]
Ein neuer Empfangspavillon auf der Gartenseite wurde vom Basler Architekturbüro Jessenvollenweider entworfen. Die historischen Räume wurden restauriert und an moderne Anforderungen für Klima, Sicherheit und Barrierefreiheit angepasst.
Sammlung
Die Sammlung des Kunst Museum Winterthur reicht vom 17. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Ihre Struktur beruht auf den Beständen des Kunstvereins sowie auf Schenkungen, Legaten, Stiftungen und Dauerleihgaben.
Niederländische Malerei
Die Stiftung Jakob Briner umfasst eine bedeutende Sammlung niederländischer Gemälde des 17. Jahrhunderts. Einen Schwerpunkt bilden Landschaften, Interieurs, Stillleben und Genreszenen.
Die Werke zeigen die Vielfalt der Malerei des niederländischen Goldenen Zeitalters. Ergänzt werden sie durch einzelne flämische und deutsche Gemälde. Die Sammlung wird am Standort Reinhart am Stadtgarten präsentiert.
Kunst des 18. und 19. Jahrhunderts
Die Stiftung Oskar Reinhart bildet den Kern der historischen Sammlung. Sie umfasst Werke deutscher, österreichischer und schweizerischer Künstler des 18. und 19. Jahrhunderts.
Vertreten sind die Porträtmalerei der Aufklärung, die Romantik, der Realismus und der Symbolismus. Zu den wichtigen Künstlern gehören Anton Graff, Caspar David Friedrich, Adolph Menzel, Wilhelm Leibl, Arnold Böcklin und Ferdinand Hodler.
Impressionismus und Postimpressionismus
Die französische Kunst des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts gehört zu den besonderen Stärken des Museums. Wichtige Werke stammen aus der Sammlung Hahnloser und weiteren privaten Schenkungen.
Zu den vertretenen Künstlern zählen Vincent van Gogh, Paul Cézanne, Pierre-Auguste Renoir, Pierre Bonnard, Édouard Vuillard, Félix Vallotton, Henri Matisse und Odilon Redon.
Die Sammlung der Villa Flora dokumentiert insbesondere den Übergang vom Postimpressionismus zu den künstlerischen Erneuerungsbewegungen des frühen 20. Jahrhunderts.
Klassische Moderne
Das Kunst Museum Winterthur besitzt eine der bedeutenden öffentlichen Sammlungen klassischer Moderne in der Schweiz. Der Bestand veranschaulicht zentrale Entwicklungen vom Kubismus bis zur geometrischen Abstraktion.[7]
Zu den vertretenen Künstlern gehören Pablo Picasso, Georges Braque, Fernand Léger, Juan Gris, Paul Klee, Hans Arp, Piet Mondrian, Theo van Doesburg, Sophie Taeuber-Arp und Constantin Brâncuși.
Ein Schwerpunkt liegt auf der abstrakten Kunst der Zwischenkriegszeit. Paul Klees Gemälde Blühendes gehört zu den bekannten Werken des Museums.
Kunst nach 1945
Die Nachkriegssammlung zeigt verschiedene europäische und amerikanische Kunstrichtungen. Dazu zählen die konkrete Kunst, das Informel, die CoBrA-Bewegung, Minimal Art, Postminimal Art und Arte Povera.
Das Museum besitzt Werke von Max Bill, Verena Loewensberg, Nicolas de Staël, Antoni Tàpies, Carl Andre, Robert Mangold, Richard Tuttle, Luciano Fabro, Mario Merz und Gilberto Zorio.[8]
Als Mitbegründerin der Alberto-Giacometti-Stiftung zeigt die Institution regelmässig eine Werkgruppe des Schweizer Bildhauers Alberto Giacometti.
Gegenwartskunst
Die Gegenwartskunst wird durch gezielte Werkgruppen internationaler Künstlerinnen und Künstler vertreten. Zu den Schwerpunkten gehören Malerei, Skulptur, Installation und konzeptuelle Kunst.
Von besonderer Bedeutung sind die Werkgruppen von Gerhard Richter, Richard Deacon, Isa Genzken, Thomas Schütte, Rita McBride und Matt Mullican. Das Museum besitzt eine der bedeutendsten Schweizer Gruppen von Gemälden und Zeichnungen Gerhard Richters.[9]
Aufgrund der beschränkten Ausstellungsfläche werden die Gegenwartsbestände in wechselnden Präsentationen gezeigt.
Grafische Sammlung
Die grafische Sammlung umfasst rund 15'000 Werke vom 15. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Sie vereinigt die Bestände des Kunstvereins und der Stiftung Oskar Reinhart.[10]
Zu den ältesten Arbeiten gehören Druckgrafiken von Albrecht Dürer. Weitere Schwerpunkte bilden französische, deutsche und schweizerische Zeichnungen und Drucke des 19. und 20. Jahrhunderts.
Wegen ihrer Lichtempfindlichkeit werden die grafischen Werke nur zeitlich begrenzt in Sonderausstellungen oder wechselnden Kabinettpräsentationen gezeigt.
Bildnisminiaturen
Die Miniaturensammlungen Briner und Kern enthalten kleinformatige Porträts aus mehreren Jahrhunderten. Sie dokumentieren die Entwicklung der europäischen Bildnisminiatur und deren Funktion als persönliches Erinnerungsstück.
Die Werke wurden häufig auf Elfenbein, Pergament, Metall oder Papier ausgeführt. Neben ihrem kunsthistorischen Wert vermitteln sie Informationen über Mode, gesellschaftliche Stellung und private Erinnerungskultur.
Bedeutende Künstler
In den Sammlungen des Kunst Museum Winterthur sind unter anderem folgende Künstlerinnen und Künstler vertreten:
- Alberto Giacometti
- Albrecht Dürer
- Arnold Böcklin
- Caspar David Friedrich
- Félix Vallotton
- Ferdinand Hodler
- Gerhard Richter
- Giovanni Giacometti
- Henri Matisse
- Pablo Picasso
- Paul Cézanne
- Paul Klee
- Pierre Bonnard
- Piet Mondrian
- Sophie Taeuber-Arp
- Vincent van Gogh
Ausstellungen
Das Kunst Museum Winterthur veranstaltet regelmässig Sonderausstellungen zur historischen, modernen und zeitgenössischen Kunst. Die Projekte entstehen sowohl aus den eigenen Sammlungen als auch in Zusammenarbeit mit anderen Museen und privaten Leihgebern.
Ausstellungen können sich über mehrere Standorte erstrecken. Dadurch lassen sich Werke aus den unterschiedlichen Sammlungsbereichen miteinander in Beziehung setzen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der wissenschaftlichen Neubewertung einzelner Künstler, Sammlerpersönlichkeiten und kunsthistorischer Bewegungen.
Neben monografischen Ausstellungen werden thematische Präsentationen, zeitgenössische Interventionen und Dialoge zwischen älterer und neuer Kunst gezeigt.
Kunstverein Winterthur
Der Kunstverein Winterthur ist Träger des Museums. Er wurde 1848 gegründet und gehört zu den älteren Kunstvereinen der Schweiz.[11]
Der Verein verantwortet die künstlerische und institutionelle Entwicklung des Museums. Zu seinen Aufgaben gehören die Erweiterung und Pflege der Sammlung, die Organisation von Ausstellungen, die Vermittlung und die Herausgabe von Publikationen.
Die Stadt Winterthur stellt Gebäude, personelle und finanzielle Mittel zur Verfügung. Weitere Unterstützung erfolgt durch den Kanton Zürich, Stiftungen, Sponsoren, Mitglieder und private Förderer.
Das Zusammenspiel zwischen öffentlicher Hand, Kunstverein und privatem Mäzenatentum ist charakteristisch für die Geschichte des Museums.
Architektur
Die drei Standorte repräsentieren unterschiedliche Phasen der Winterthurer Bau- und Kulturgeschichte.
Beim Stadthaus verbindet einen repräsentativen Museumsbau des frühen 20. Jahrhunderts mit einem modernen Erweiterungstrakt. Reinhart am Stadtgarten befindet sich in einem ehemaligen Schulhaus des 19. Jahrhunderts. Die Villa Flora bewahrt den Charakter eines bürgerlichen Sammlerwohnhauses und Gesamtkunstwerks.
Die unterschiedlichen Gebäude beeinflussen die Präsentation der Kunst. Während Beim Stadthaus über klassische Museums- und moderne Ausstellungssäle verfügt, vermittelt die Villa Flora einen stärker privaten und wohnlichen Eindruck.
Vermittlung und Forschung
Das Museum bietet Führungen, Gespräche, Workshops, Vorträge und Veranstaltungen für Erwachsene, Familien, Kinder und Schulklassen an. Die Kunstvermittlung soll den Zugang zu historischen und zeitgenössischen Werken erleichtern und zur eigenen Auseinandersetzung anregen.
Die wissenschaftliche Arbeit umfasst die Erforschung der Sammlungen, die Erstellung von Bestandskatalogen und die Vorbereitung von Ausstellungen und Publikationen.
Zu den Aufgaben gehört auch die Provenienzforschung. Dabei wird untersucht, unter welchen Umständen Kunstwerke erworben wurden und welche Eigentümerwechsel sie durchliefen. Besondere Aufmerksamkeit gilt Werken, die während der Zeit des Nationalsozialismus gehandelt oder übertragen wurden.
Teile der Sammlung und Informationen zu einzelnen Werken sind über digitale Angebote des Museums zugänglich.
Bedeutung
Das Kunst Museum Winterthur gehört zu den bedeutenden Kunstmuseen der Schweiz. Seine besondere Stellung beruht auf der Verbindung mehrerer hochrangiger Sammlungen, der langen Tätigkeit des Kunstvereins und dem ausgeprägten privaten Mäzenatentum in Winterthur.
Beim Stadthaus verfügt neben den Museen in Basel, Zürich und Bern über eine der vier grossen öffentlichen Sammlungen moderner Kunst in der Schweiz.[3]
Die drei Standorte ermöglichen einen kunsthistorischen Rundgang vom Barock bis in die Gegenwart. Zugleich dokumentieren sie die Entwicklung der Winterthurer Sammlungskultur vom bürgerlichen Kunstverein über private Sammlerhäuser bis zum heutigen Museumsverbund.
Abgrenzung zu anderen Winterthurer Kunstsammlungen
Das Kunst Museum Winterthur ist von mehreren weiteren Kunstinstitutionen der Stadt zu unterscheiden. Die Sammlung Oskar Reinhart «Am Römerholz» wird von der Schweizerischen Eidgenossenschaft geführt und gehört nicht zum Kunst Museum Winterthur.
Auch das Fotomuseum Winterthur, die Fotostiftung Schweiz, die Kunsthalle Winterthur und das Gewerbemuseum Winterthur sind eigenständige Institutionen.
Literatur
- Kunstverein Winterthur: Geschichte des Kunstvereins Winterthur 1848–2018. Winterthur 2018.
- Dieter Schwarz: Kunstmuseum Winterthur. Die Sammlung. Kunstmuseum Winterthur, Winterthur.
- Elisabeth Grossmann: Villa Flora Winterthur. Sammlung Hahnloser. Zürich.
- Peter Wegmann: Oskar Reinhart. Sammler und Mäzen. Winterthur.
Weblinks
- www.kmw.ch – offizielle Website des Kunst Museum Winterthur
- Übersicht über die Sammlung
- Digitales Kunst Museum Winterthur
- Kunst und Kultur in Winterthur
Einzelnachweise
- ↑ Kunst Museum Winterthur: Sammlung, abgerufen am 26. Juli 2026.
- ↑ Kunst Museum Winterthur: Moderne Reloaded, abgerufen am 26. Juli 2026.
- ↑ 3,0 3,1 3,2 Kunst Museum Winterthur: Beim Stadthaus, abgerufen am 26. Juli 2026.
- ↑ Kunst Museum Winterthur: Reinhart am Stadtgarten, abgerufen am 26. Juli 2026.
- ↑ Kunst Museum Winterthur: Villa Flora, abgerufen am 26. Juli 2026.
- ↑ Kunst Museum Winterthur: Die Villa Flora begeistert, 28. Mai 2024.
- ↑ Kunst Museum Winterthur: Klassische Moderne, abgerufen am 26. Juli 2026.
- ↑ Kunst Museum Winterthur: Nachkriegskunst, abgerufen am 26. Juli 2026.
- ↑ Kunst Museum Winterthur: Kunst der Gegenwart, abgerufen am 26. Juli 2026.
- ↑ Kunst Museum Winterthur: Die graphische Sammlung, abgerufen am 26. Juli 2026.
- ↑ Kunst Museum Winterthur: Das Museum, abgerufen am 26. Juli 2026.
Wikimedia Commons: Medien zu Kunst Museum Winterthur