Yverdon-les-Bains

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Yverdon-les-Bains

Gemeindedaten

Staat

Schweiz

BFS-Nummer

5938

Postleitzahl

1400, 1401, 1432

Yverdon-les-Bains ist eine politische Gemeinde und Stadt im Kanton Waadt. Sie ist Hauptort des Bezirks Jura-Nord vaudois und nach Lausanne die zweitgrösste Stadt des Kantons. Yverdon-les-Bains liegt am südwestlichen Ende des Neuenburgersees in der Ebene der Orbe und der Thielle. Die Stadt ist ein regionales Verwaltungs-, Wirtschafts-, Bildungs- und Verkehrszentrum der Nordwaadt.

Bekannt ist Yverdon-les-Bains als traditionsreicher Kurort mit schwefelhaltigen Thermalquellen, als Wirkungsort des Pädagogen Johann Heinrich Pestalozzi und wegen seines historischen Stadtzentrums mit dem Schloss Yverdon. Zur Gemeinde gehören seit 2011 auch das Dorf Gressy und der Weiler Sermuz. Am 31. Dezember 2024 zählte die Gemeinde 30'332 Einwohnerinnen und Einwohner.[1]

Name

Der Name der Stadt geht auf das keltische Eburodunum zurück. Der zweite Bestandteil -dunum bezeichnete im Gallischen eine befestigte Siedlung. In römischer Zeit wurde der Ort ebenfalls als Eburodunum bezeichnet. Im Mittelalter entwickelten sich daraus unterschiedliche Namensformen, aus denen schliesslich der französische Name Yverdon hervorging.

Die Bezeichnung Yverdon-les-Bains wurde bereits zeitweise im Zusammenhang mit dem Kurbetrieb verwendet. Nachdem die Thermalbäder im 20. Jahrhundert wieder an Bedeutung gewonnen hatten, wurde der Name 1981 amtlich von Yverdon in Yverdon-les-Bains geändert.[2]

Die Einwohnerinnen und Einwohner werden auf Französisch als Yverdonnoises und Yverdonnois bezeichnet.

Geographie

Yverdon-les-Bains liegt auf rund 435 Metern über Meer am südwestlichen Ufer des Neuenburgersees. Die Stadt befindet sich am Rand einer weiten, weitgehend ebenen Landschaft, die durch Ablagerungen der Orbe, der Thielle und weiterer Gewässer entstanden ist. Das historische Zentrum liegt etwas vom heutigen Seeufer entfernt, da sich die Uferlinie im Lauf der Jahrhunderte durch natürliche Ablagerungen und künstliche Gewässerkorrektionen verschoben hat.

Das Gemeindegebiet umfasst 13,54 Quadratkilometer. Es besteht aus dem dicht bebauten Stadtgebiet, Gewerbe- und Industriearealen, Verkehrsanlagen, Landwirtschaftsflächen sowie den Seeufer- und Naturräumen bei Clendy. Neben dem eigentlichen Stadtgebiet gehören das nordöstlich gelegene Dorf Gressy und der Weiler Sermuz zur Gemeinde.

Durch das Stadtgebiet oder an dessen Rand fliessen mehrere Gewässer, darunter die Thielle, der Buron und der Mujon. Die Stadt liegt zwischen ökologisch bedeutenden Landschaftsräumen am Neuenburgersee. Die Ufergebiete bilden einen Übergang zur Grande Cariçaie, dem grössten zusammenhängenden Seeuferfeuchtgebiet der Schweiz.

Nachbargemeinden sind Grandson, Montagny-près-Yverdon, Treycovagnes, Chamblon, Cheseaux-Noréaz, Pomy, Belmont-sur-Yverdon und Ependes.

Stadtgliederung

Das historische Zentrum erstreckt sich um die Place Pestalozzi, das Schloss und die Rue du Lac. Es besitzt einen regelmässigen mittelalterlichen Grundriss mit mehreren parallel verlaufenden Strassen. An das Zentrum schliessen dicht bebaute Wohn- und Geschäftsquartiere an.

Zu den bekannten Quartieren und Gebieten gehören unter anderem Les Bains, Clendy, Les Isles, Les Cygnes, Pierre-de-Savoie, Villette, Les Moulins, Les Quatre-Marronniers, Les Champs-Lovats und die Grande Prairie. Im Süden und Südosten befinden sich ausgedehnte Gewerbe-, Bildungs- und Technologieareale. Zwischen dem Bahnhof und dem See liegt das Entwicklungsgebiet Gare-Lac, das langfristig zu einem gemischten Stadtquartier umgestaltet werden soll.

Gressy besitzt weiterhin den Charakter eines eigenständigen Dorfes. Der kleine Weiler Sermuz liegt südlich davon an erhöhter Lage über der Orbe-Ebene.

Geschichte

Ur- und Frühgeschichte

Das Gebiet von Yverdon-les-Bains gehört zu den seit besonders langer Zeit besiedelten Räumen der Schweiz. Die ältesten bekannten Spuren menschlicher Anwesenheit reichen bis in die Jungsteinzeit zurück. Am damaligen Ufer des Neuenburgersees entstanden mehrere Pfahlbausiedlungen.

Die Fundstelle Yverdon–Baie de Clendy umfasst Überreste mehrerer Dörfer, die während des Jungneolithikums und der Bronzezeit in verschiedenen Phasen bewohnt waren. Sie wurde 2011 als Bestandteil der seriellen Welterbestätte Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen.[3]

In Clendy befindet sich ausserdem eine Gruppe von Menhiren. Die aufgerichteten Steinblöcke stammen aus der Jungsteinzeit und gehören zu den bedeutendsten megalithischen Anlagen der Schweiz.

Keltische und römische Zeit

In keltischer Zeit bestand im Gebiet von Yverdon eine befestigte Siedlung mit dem Namen Eburodunum. Ihre Lage an den Verkehrswegen zwischen dem Genferseegebiet, dem Schweizer Mittelland, dem Jura und dem Rhein verlieh ihr regionale Bedeutung.

Nach der Eingliederung des Gebiets in das Römische Reich entwickelte sich Eburodunum zu einem Vicus. Der Ort lag an wichtigen Land- und Wasserwegen und verfügte über Hafenanlagen, Handwerksbetriebe und öffentliche Gebäude. Die Römer kannten und nutzten wahrscheinlich auch die warmen Mineralquellen.

In der Spätantike wurde das Siedlungszentrum näher an das Seeufer verlegt. Um 325 entstand ein befestigtes Kastell, dessen Mauerreste beim heutigen Friedhof und im Gebiet des Castrum erhalten sind. Die Anlage diente der Sicherung der Verkehrsverbindungen und des Hafens.

Mittelalterliche Stadtgründung

Im Frühmittelalter bestand die Besiedlung im Umfeld des römischen Kastells weiter. Während des Hochmittelalters gehörte das Gebiet verschiedenen regionalen Herrschaftsträgern. Im 13. Jahrhundert gelangte Yverdon unter die Kontrolle des Hauses Savoyen.

Peter II. von Savoyen liess ab der Mitte des 13. Jahrhunderts westlich der älteren Siedlung eine planmässig angelegte neue Stadt errichten. Gleichzeitig entstand das Schloss mit seinem annähernd quadratischen Grundriss und vier Ecktürmen. Die Stadt wurde mit Mauern, Toren und Gräben befestigt. Dank Märkten, Handwerk und ihrer verkehrsgünstigen Lage entwickelte sie sich zu einem bedeutenden regionalen Zentrum.

Das Schloss war militärischer Stützpunkt, Verwaltungssitz und Residenz der savoyischen Herrschaft. Sein Bautyp beeinflusste weitere Burganlagen im savoyischen Raum.

Berner Herrschaft

Im Jahr 1536 eroberte Bern das Waadtland. Yverdon wurde Hauptort einer bernischen Landvogtei, die zu den grössten der Waadt gehörte. Der Landvogt residierte im Schloss. Die Reformation wurde eingeführt, und die mittelalterliche Stadtkirche ging an die reformierte Kirchgemeinde über.

Während der Berner Herrschaft erlebte Yverdon eine wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung. Die Stadt profitierte von ihrer Lage an den Handelswegen zwischen Bern, Lausanne, Neuenburg und Frankreich. Im 18. Jahrhundert wurden zahlreiche öffentliche und private Gebäude erneuert.

Zu den bedeutenden Bauwerken dieser Zeit gehören der reformierte Temple, das Hôtel de Ville und mehrere Bürgerhäuser an der heutigen Place Pestalozzi. Die klassizistisch und spätbarock geprägten Bauten bestimmen bis heute das Erscheinungsbild des Stadtzentrums.

Aufklärung und Pestalozzi

Im 18. Jahrhundert entwickelte sich Yverdon zu einem Zentrum der französischsprachigen Aufklärung. Der aus Italien stammende Gelehrte und Verleger Fortunato Bartolomeo De Felice liess sich in der Stadt nieder. Unter seiner Leitung erschien zwischen 1770 und 1780 die umfangreiche Encyclopédie d’Yverdon. Das Werk griff die französische Enzyklopädie auf, ergänzte und veränderte sie jedoch in zahlreichen Bereichen.

Auch Jean-Jacques Rousseau hielt sich 1762 für kurze Zeit in Yverdon auf. Die Bäder zogen seit dem frühen 18. Jahrhundert Gäste aus der Schweiz und dem Ausland an.[4]

Nach dem Ende der Berner Herrschaft wurde Yverdon 1798 Teil des neu gebildeten Kantons Léman und 1803 des Kantons Waadt. Von 1805 bis 1825 leitete Johann Heinrich Pestalozzi im Schloss ein international beachtetes Erziehungsinstitut. Pädagogen, Politiker und Gelehrte aus zahlreichen europäischen Ländern besuchten die Schule. Pestalozzis Tätigkeit machte den Namen Yverdon weit über die Schweiz hinaus bekannt.

Industrialisierung und Stadtwachstum

Im 19. Jahrhundert wurden die Befestigungsanlagen teilweise abgebrochen und die Stadt über ihre mittelalterlichen Grenzen hinaus erweitert. Der Anschluss an das Eisenbahnnetz im Jahr 1855 beschleunigte die wirtschaftliche Entwicklung. Yverdon wurde zu einem wichtigen Eisenbahnknotenpunkt zwischen Lausanne, Neuenburg, Payerne und dem Jura.

Neben dem traditionellen Handwerk entstanden Maschinen-, Metall-, Tabak-, Lebensmittel- und weitere Industriebetriebe. Die Bevölkerung wuchs, und rund um den Bahnhof sowie entlang der Ausfallstrassen entstanden neue Quartiere.

Im 20. Jahrhundert verlagerte sich die Wirtschaftsstruktur zunehmend zum Dienstleistungssektor. Neue Wohngebiete dehnten sich nach Süden, Osten und Westen aus. Gleichzeitig wurden Bildungsinstitutionen, Sportanlagen und Gewerbezonen ausgebaut.

Am 1. Juli 2011 fusionierte die bisher selbstständige Gemeinde Gressy mit Yverdon-les-Bains. Seither gehören auch Gressy und Sermuz zum Stadtgebiet.[5]

Bevölkerung

Yverdon-les-Bains verzeichnete besonders seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ein starkes Bevölkerungswachstum. Gründe dafür waren die Entwicklung neuer Wohnquartiere, der Ausbau des regionalen Arbeitsmarkts und die gute Verkehrsanbindung.

Am 31. Dezember 2024 lebten 30'332 Personen in der Gemeinde. Damit wurde ein neuer Höchststand erreicht. Rund 61 Prozent der Bevölkerung besassen die Schweizer Staatsangehörigkeit. Neben der schweizerischen waren 127 weitere Nationalitäten vertreten.[6]

Die Amtssprache ist Französisch. Aufgrund der vielfältigen Herkunft der Bevölkerung werden zahlreiche weitere Sprachen gesprochen. Die Stadt gehört zum französischsprachigen Teil des Kantons Waadt.

Politik

Die Legislative der Stadt ist der Conseil communal, der Gemeinderat. Er besteht aus 100 Mitgliedern, die für eine fünfjährige Amtszeit im Proporzverfahren gewählt werden. Der Conseil communal beschliesst unter anderem das Budget, die kommunalen Reglemente, grössere Investitionen und Grundstücksgeschäfte. Er übt ausserdem die Aufsicht über die Stadtregierung und die Verwaltung aus.[7]

Die Exekutive bildet die siebenköpfige Municipalité. Ihr steht der Syndic oder Stadtpräsident vor. Seit dem 1. Juli 2026 ist François Armada Stadtpräsident. Er wurde im April 2026 in stiller Wahl für die Legislaturperiode 2026–2031 gewählt.[8]

Der Municipalité für die Legislaturperiode 2026–2031 gehören François Armada, Christian Weiler, Brenda Tuosto, Benoist Guillard, Julien Wicki, Dominique Viquerat und Pierre-Henri Meystre an. Christian Weiler ist Vize-Syndic.[9]

Wappen

Das Stadtwappen zeigt in Grün zwei silberne Wellenbalken, überhöht von einem goldenen gotischen Buchstaben Y. Die Wellen stehen für die Gewässer und die Lage am Neuenburgersee, während das Y auf den Namen der Stadt verweist.

Das Wappen erscheint auch auf der Stadtfahne und wird in stilisierter Form für die visuelle Kommunikation der Gemeinde verwendet.

Wirtschaft

Yverdon-les-Bains ist das wichtigste Wirtschafts- und Dienstleistungszentrum der Nordwaadt. Die Stadt verfügt über mehr als 2'000 Unternehmen und annähernd 20'000 Arbeitsplätze. Neben Handel, Verwaltung, Gesundheitswesen, Bildung und Tourismus spielen Industrie, Präzisionstechnik, Informations- und Kommunikationstechnologie sowie Energietechnik eine wichtige Rolle.[1]

Ein bedeutender Standort ist der Wissenschafts- und Technologiepark Y-Parc im Süden der Stadt. Das rund 52 Hektaren grosse Areal beherbergt mehr als 200 Unternehmen mit ungefähr 2'000 Arbeitsplätzen. Schwerpunkte liegen unter anderem in den Bereichen Mikro- und Nanotechnologie, Informatik, Robotik, Medizintechnik und Cleantech.

Der Detailhandel und die Gastronomie konzentrieren sich auf das historische Zentrum, die Umgebung des Bahnhofs und mehrere Einkaufsgebiete am Stadtrand. Yverdon-les-Bains erfüllt zudem zentrale Versorgungsfunktionen für den gesamten Bezirk Jura-Nord vaudois.

Der Tourismus stützt sich vor allem auf die Thermalbäder, den Neuenburgersee, das historische Zentrum, die Museen und das Naturerlebnis in den Ufergebieten.

Bildung und Forschung

Yverdon-les-Bains ist ein bedeutender Bildungsstandort. In der Stadt und ihrer unmittelbaren Umgebung lernen mehr als 10'000 Schülerinnen, Schüler, Studierende und Lernende.[1]

Die Haute École d’ingénierie et de gestion du canton de Vaud (HEIG-VD) gehört zur Fachhochschule Westschweiz. Sie bietet Studiengänge in Ingenieurwissenschaften, Informatik, Wirtschaft und Management an und arbeitet eng mit den Unternehmen des Y-Parc zusammen.

Weitere Einrichtungen sind das Centre professionnel du Nord vaudois, das Gymnase d’Yverdon-les-Bains, die Berufsbildungsstätte YMECA sowie verschiedene soziale und spezialisierte Ausbildungsinstitutionen. Hinzu kommen mehrere Primar- und Sekundarschulen.

Verkehr

Eisenbahn

Der Bahnhof Yverdon-les-Bains ist ein wichtiger Eisenbahnknotenpunkt im westlichen Schweizer Mittelland. Er liegt an der Jurasüdfusslinie zwischen Lausanne, Neuenburg und Biel. Weitere Verbindungen führen über Payerne in Richtung Freiburg sowie in das regionale Bahnnetz des Kantons Waadt.

Von Yverdon-les-Bains führt die meterspurige Bahnstrecke der TRAVYS nach Sainte-Croix. Der Bahnhof wird von Fernverkehrszügen der Schweizerischen Bundesbahnen, von Zügen der RER Vaud und von Regionalzügen bedient.

Busverkehr

TRAVYS betreibt das städtische Busnetz sowie mehrere regionale Buslinien. Weitere Verbindungen werden von PostAuto angeboten. Das Netz ist weitgehend auf den Bahnhof als zentralen Umsteigepunkt ausgerichtet.

Yverdon-les-Bains liegt in der Tarifzone 40 des waadtländischen Tarifverbunds Mobilis.[10]

Strassen und Schifffahrt

Die Stadt liegt am Autobahnkreuz der A1 und der A5. Die A1 verbindet Yverdon-les-Bains mit Lausanne, Bern und Genf, während die A5 dem Jurasüdfuss in Richtung Neuenburg und Biel folgt.

Während der Sommersaison verkehren Kursschiffe der Société de Navigation sur les Lacs de Neuchâtel et Morat ab der Anlegestelle von Yverdon-les-Bains. Sie verbinden die Stadt mit weiteren Orten am Neuenburger-, Murten- und Bielersee.

Thermalbäder

Die warmen schwefelhaltigen Quellen zählen zu den wichtigsten natürlichen Besonderheiten der Stadt. Das Thermalwasser tritt mit einer Temperatur von ungefähr 29 Grad Celsius aus dem Boden.[11]

Die Quellen waren wahrscheinlich bereits in römischer Zeit bekannt. Eine ausgeprägte Badekultur entwickelte sich jedoch vor allem seit dem 18. Jahrhundert. Ab etwa 1730 besuchten Gäste aus der Schweiz und dem Ausland die Bäder. Im 19. Jahrhundert entstanden neue Bade- und Hotelanlagen.

Nach wechselnden Phasen von Aufschwung und Niedergang wurde der Kurbetrieb im 20. Jahrhundert erneuert. Das heutige Centre Thermal verfügt über Innen- und Aussenbecken, Behandlungsräume, Wellnessanlagen und ein Hotel. Die Thermaltradition war ausschlaggebend dafür, dass die Stadt 1981 den amtlichen Namen Yverdon-les-Bains annahm.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Schloss Yverdon

Das Schloss Yverdon wurde im 13. Jahrhundert unter Peter II. von Savoyen errichtet. Es besitzt einen quadratischen Grundriss mit vier mächtigen Rundtürmen. Nach der bernischen Eroberung diente es als Sitz der Landvögte.

Von 1805 bis 1825 beherbergte das Schloss Pestalozzis Erziehungsinstitut. Heute befinden sich darin das Musée d’Yverdon et région, Teile des Schweizer Modemuseums, das Centre de documentation et de recherche Pestalozzi sowie Räume für kulturelle Veranstaltungen.[12]

Place Pestalozzi

Die Place Pestalozzi bildet das Zentrum der Altstadt. An ihr stehen das Schloss, der reformierte Temple, das Hôtel de Ville und mehrere historische Bürgerhäuser. Die heutige Gestalt des Platzes entstand vor allem im 18. und 19. Jahrhundert.

Der Temple wurde an der Stelle der mittelalterlichen Stadtkirche errichtet. Seine Fassade prägt zusammen mit dem Rathaus und dem Schloss das Stadtbild. Das Hôtel de Ville wurde im 18. Jahrhundert erbaut und dient weiterhin als Sitz der Stadtverwaltung.

Maison d’Ailleurs

Die Maison d’Ailleurs ist ein Museum für Science-Fiction, Utopie und aussergewöhnliche Reisen. Es wurde 1976 gegründet und besitzt umfangreiche Sammlungen von Büchern, Bildern, Filmen, Objekten und Dokumenten zur Geschichte der Science-Fiction und der Zukunftsvorstellungen.

Zum Museum gehört der Espace Jules Verne mit einer bedeutenden Sammlung zu Jules Verne. Die Maison d’Ailleurs zählt zu den international bekanntesten Kulturinstitutionen der Stadt.

Weitere Kulturinstitutionen

Das Théâtre Benno Besson ist die wichtigste Bühne für Theater-, Tanz- und Musikaufführungen. Im Schloss befindet sich zudem das Theater L’Echandole. Weitere kulturelle Einrichtungen sind die öffentliche Bibliothek, das Centre d’art contemporain und verschiedene Galerien und Veranstaltungsräume.

Die Stadt unterstützt zahlreiche Festivals, Ausstellungen, Konzerte und Veranstaltungen. Der historische Stadtkern dient regelmässig als Schauplatz von Märkten und kulturellen Anlässen.

Archäologische Stätten

Zu den bedeutendsten archäologischen Sehenswürdigkeiten gehören die Menhire von Clendy, die UNESCO-Pfahlbausiedlungen der Baie de Clendy und die Reste des spätrömischen Castrum. Sie dokumentieren eine Siedlungsgeschichte von mehreren Jahrtausenden.

Natur und Freizeit

Das Seeufer besitzt Strände, Hafenanlagen, Sportplätze, Spazierwege und ausgedehnte Grünflächen. Die Stadt verfügt nach eigenen Angaben über rund 400'000 Quadratmeter Freizeitflächen.[1]

Die Uferzonen bei Clendy sind landschaftlich und ökologisch besonders wertvoll. Schilfflächen, Flachwasserbereiche und Feuchtwiesen bieten Lebensraum für zahlreiche Vogel-, Amphibien- und Pflanzenarten. Die Wege entlang des Neuenburgersees verbinden die Stadt mit den Naturschutzgebieten der Grande Cariçaie.

Neben Wassersport und Schifffahrt sind Velofahren, Wandern und Baden wichtige Freizeitaktivitäten. Durch die flache Landschaft verlaufen mehrere nationale und regionale Velo- und Wanderwege.

Sport

Yverdon-les-Bains besitzt zahlreiche Sportanlagen und mehr als hundert Sportvereine. Zu den Einrichtungen gehören das Stade municipal, Sporthallen, Fussballplätze, Tennisanlagen, eine Kunsteisbahn sowie Frei- und Hallenbäder.

Der bekannteste Sportverein ist der Fussballklub Yverdon Sport FC. Er trägt seine Heimspiele im Stade municipal aus und spielte wiederholt in der höchsten Schweizer Liga. Weitere Vereine betreiben unter anderem Eishockey, Basketball, Rugby, Leichtathletik, Schwimmen, Turnen und Wassersport.

Persönlichkeiten

Mit Yverdon-les-Bains verbunden sind unter anderem:

Städtepartnerschaften

Yverdon-les-Bains unterhält freundschaftliche und partnerschaftliche Beziehungen zu mehreren Städten. Der internationale Austausch umfasst insbesondere kulturelle, schulische, sportliche und kommunalpolitische Kontakte.

Siehe auch

Literatur

  • Daniel de Raemy: Le château d’Yverdon. Société d’histoire de l’art en Suisse, Bern 2001.
  • Danielle Anex-Cabanis, Bernard Andenmatten: Yverdon-les-Bains et son patrimoine. Yverdon-les-Bains 2009.
  • Christian Schülé: Les eaux thermales d’Yverdon-les-Bains. Une source d’histoire. Yverdon-les-Bains 2007.
  • Pierre Ducrey: Yverdon antique et médiéval. Yverdon-les-Bains 1982.

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 Bienvenue à Yverdon-les-Bains. In: Stadt Yverdon-les-Bains. Abgerufen am 2026-08-06.
  2. Bribes d'histoire. In: Stadt Yverdon-les-Bains. Abgerufen am 2026-08-06.
  3. Yverdon-les-Bains – Baie de Clendy. In: Historisches Lexikon der Schweiz. Abgerufen am 2026-08-06.
  4. Place Pestalozzi. In: Stadt Yverdon-les-Bains. Abgerufen am 2026-08-06.
  5. Dekret über die Fusion der Gemeinden Gressy und Yverdon-les-Bains. In: Kanton Waadt. Abgerufen am 2026-08-06.
  6. Nouvelle hausse de la population. In: Stadt Yverdon-les-Bains. 2025-03-14. Abgerufen am 2026-08-06.
  7. Composition du Conseil communal. In: Stadt Yverdon-les-Bains. Abgerufen am 2026-08-06.
  8. François Armada prochain syndic de la Ville d’Yverdon-les-Bains. In: Stadt Yverdon-les-Bains. 2026-04-07. Abgerufen am 2026-08-06.
  9. Répartition des dicastères pour la législature 2026–2031. In: Stadt Yverdon-les-Bains. Abgerufen am 2026-08-06.
  10. Se déplacer en ville. In: Stadt Yverdon-les-Bains. Abgerufen am 2026-08-06.
  11. Tourisme. In: Stadt Yverdon-les-Bains. Abgerufen am 2026-08-06.
  12. Histoire du Château d’Yverdon-les-Bains. In: Château d’Yverdon-les-Bains. Abgerufen am 2026-08-06.

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