Bezirk Lausanne

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Bezirk Lausanne
Französische Bezeichnung District de Lausanne
Kanton Waadt
Hauptort Lausanne
Fläche rund 65,2 km²
Einwohner 176'017
Stand 31. Dezember 2025
Bevölkerungsdichte rund 2'700 Einwohner pro km²
Gemeinden 6
Präfektinnen Carine Carvalho und Clarisse Schumacher
Wahlkreise Lausanne-Ville und Romanel
Website www.vd.ch

Der Bezirk Lausanne, französisch District de Lausanne, ist einer der zehn Bezirke des Kantons Waadt. Er liegt am Nordufer des Genfersees und umfasst die Stadt Lausanne sowie fünf angrenzende Gemeinden im Norden, Nordwesten und Nordosten der kantonalen Hauptstadt. Hauptort und mit grossem Abstand bevölkerungsreichste Gemeinde ist Lausanne.

Der Bezirk umfasst die Gemeinden Cheseaux-sur-Lausanne, Epalinges, Jouxtens-Mézery, Lausanne, Le Mont-sur-Lausanne und Romanel-sur-Lausanne. Ende 2025 lebten im Bezirk 176'017 Menschen. Damit ist er der bevölkerungsreichste Bezirk des Kantons Waadt.[1]

Der Bezirk ist kein Gemeindeverband und besitzt keine eigene gewählte Bezirksregierung. Er dient als territoriale Einheit der kantonalen Verwaltung, der Präfektur, der Rechtspflege und des kantonalen Wahlrechts. Viele wirtschaftliche, verkehrliche und raumplanerische Aufgaben werden dagegen innerhalb der wesentlich grösseren Agglomeration Lausanne–Morges bearbeitet.

Geografie

Lage

Der Bezirk Lausanne liegt im südlichen Zentrum des Kantons Waadt. Im Süden reicht er bis an den Genfersee. Westlich grenzt er an den Bezirk Ouest lausannois, nördlich an den Bezirk Gros-de-Vaud und östlich an den Bezirk Lavaux-Oron.

Das Gebiet erstreckt sich vom Seeufer in Ouchy auf rund 372 Metern über Meer über die dicht bebauten Hänge von Lausanne bis zu den höher gelegenen Gebieten bei Epalinges, Vers-chez-les-Blanc, Chalet-à-Gobet und Le Mont-sur-Lausanne. Im Norden geht der städtische Raum allmählich in die Landschaft des Gros-de-Vaud und die westlichen Ausläufer des Jorat über.

Die Fläche beträgt rund 65,2 Quadratkilometer. Trotz seiner geringen Ausdehnung besitzt der Bezirk aufgrund der Stadt Lausanne und ihrer inneren Vororte eine sehr hohe Bevölkerungsdichte.

Landschaft

Das Gelände steigt vom Genfersee in mehreren Terrassen nach Norden an. Diese Topografie prägt die Siedlungsstruktur, die Verkehrswege und das Stadtbild. Zwischen dem Seeufer und den nördlichen Quartieren Lausannes besteht ein Höhenunterschied von mehreren hundert Metern.

Die tiefer gelegenen Gebiete sind nahezu vollständig überbaut. Grössere Wald- und Grünflächen befinden sich vor allem im Norden und Nordosten. Dazu gehören der Bois de Sauvabelin, der Bois de la Vulliette und die Wälder bei Chalet-à-Gobet und Epalinges.

Ausserhalb der dicht bebauten Zonen bestehen in Cheseaux-sur-Lausanne, Jouxtens-Mézery, Le Mont-sur-Lausanne und Romanel-sur-Lausanne noch landwirtschaftlich genutzte Flächen. Der anhaltende Siedlungsdruck führt jedoch zu einer schrittweisen Verdichtung und Umwandlung ehemaliger Landwirtschaftsgebiete.

Gewässer

Mehrere kleinere Flüsse und Bäche durchqueren den Bezirk in Richtung Genfersee. Zu den wichtigsten gehören der Flon, die Louve und die Vuachère.

Flon und Louve wurden im Zentrum von Lausanne bereits im 19. Jahrhundert auf längeren Abschnitten eingedolt. Das ehemalige Flontal wurde aufgefüllt und entwickelte sich zu einem bedeutenden Verkehrs-, Gewerbe- und später Kulturquartier.

Die Vuachère fliesst teilweise offen durch östliche Quartiere von Lausanne und mündet beim Genfersee. Kleinere Bäche entwässern die nördlichen Gemeinden in Richtung Talent, Mèbre oder Genfersee.

Gemeinden

Seit der Gebietsreform von 2008 besteht der Bezirk Lausanne aus sechs politischen Gemeinden.[2]

BFS-Nr. Gemeinde Einwohner Charakter
5582 Cheseaux-sur-Lausanne 4'870 Wohn-, Gewerbe- und Landwirtschaftsgemeinde am Übergang zum Gros-de-Vaud
5584 Epalinges 9'869 Vorortgemeinde nordöstlich von Lausanne mit Gesundheits- und Forschungsstandorten
5585 Jouxtens-Mézery 1'455 kleinste Gemeinde des Bezirks, überwiegend als Wohn- und Landwirtschaftsgemeinde geprägt
5586 Lausanne 145'707 Hauptort des Bezirks und Hauptstadt des Kantons Waadt
5587 Le Mont-sur-Lausanne 9'785 stark gewachsene Vorortgemeinde nördlich von Lausanne
5592 Romanel-sur-Lausanne 4'331 Wohn- und Gewerbegemeinde nordwestlich von Lausanne
Bezirk Lausanne 176'017 Stand: 31. Dezember 2025

Die Stadt Lausanne vereint mehr als vier Fünftel der Bezirksbevölkerung auf sich. Die übrigen Gemeinden bilden einen unterschiedlich dicht bebauten Vorortgürtel. Zwischen Lausanne, Epalinges und Le Mont-sur-Lausanne ist die Siedlungsgrenze teilweise kaum noch erkennbar.

Cheseaux-sur-Lausanne, Jouxtens-Mézery und Romanel-sur-Lausanne sind entlang der Bahnstrecke Lausanne–Echallens gewachsen. Sie besitzen neben Wohngebieten weiterhin grössere Freiflächen und landwirtschaftlich geprägte Randgebiete.

Geschichte

Mittelalterliche Vogtei

Der Raum Lausanne bildete bereits im Mittelalter ein wichtiges kirchliches und politisches Zentrum. Die Stadt war Sitz des Bistums Lausanne und wurde von einem Fürstbischof regiert.

Im Jahr 1313 entstand eine bischöfliche Vogtei Lausanne. Sie umfasste neben der Stadt verschiedene umliegende Herrschaften, Dörfer und Rechte. Die genaue Abgrenzung veränderte sich im Verlauf des Mittelalters mehrfach.

Die bischöfliche Herrschaft war nicht mit dem heutigen Bezirk identisch. Sie bildet jedoch einen historischen Vorläufer der späteren Verwaltungsgebiete, die von Lausanne aus regiert wurden.[3]

Berner Landvogtei

Im Jahr 1536 eroberte Bern das Waadtland. Die weltliche Herrschaft des Bischofs endete, und Lausanne wurde zum Hauptort einer bernischen Landvogtei.

Die Landvogtei Lausanne bestand bis zum Zusammenbruch der bernischen Herrschaft im Jahr 1798. Sie umfasste ein wesentlich grösseres und anders zusammengesetztes Gebiet als der heutige Bezirk. Zu ihr gehörten zeitweise zahlreiche Gemeinden in der Umgebung der Stadt.

Der bernische Landvogt vertrat die Obrigkeit, beaufsichtigte Verwaltung und Gerichtsbarkeit und war an der Einziehung von Abgaben beteiligt. Die Stadt Lausanne behielt daneben eigene kommunale Behörden und Rechte.

Mit der bernischen Eroberung wurde die Reformation eingeführt. Die Kathedrale und die übrigen kirchlichen Einrichtungen wurden reformiert, während zahlreiche Besitzungen des früheren Bistums an Bern oder lokale Institutionen übergingen.

Helvetische Republik

Die Waadtländer Revolution von 1798 beendete die bernische Herrschaft. Lausanne wurde Teil des neu geschaffenen Kantons Léman innerhalb der Helvetischen Republik.

Von 1798 bis 1803 bestand ein Distrikt Lausanne des Kantons Léman. Die französisch geprägte Distriktorganisation ersetzte vorübergehend die früheren Landvogteien.

Die politischen und administrativen Strukturen der Helvetischen Republik erwiesen sich als instabil. Nach der Mediationsakte von 1803 wurde der Kanton Waadt als eigenständiger Kanton der Eidgenossenschaft gegründet.

Bezirk von 1803

Das waadtländische Gesetz über die Bezirkseinteilung von 1803 schuf erneut einen Bezirk Lausanne mit der Stadt Lausanne als Hauptort. Diese Gliederung blieb in ihren Grundzügen mehr als zweihundert Jahre bestehen.

Der frühere Bezirk war in die Kreise Lausanne, Pully und Romanel unterteilt. Vor der Reform gehörten ihm zwölf Gemeinden an:

  • Belmont-sur-Lausanne
  • Cheseaux-sur-Lausanne
  • Crissier
  • Epalinges
  • Jouxtens-Mézery
  • Lausanne
  • Le Mont-sur-Lausanne
  • Paudex
  • Prilly
  • Pully
  • Renens
  • Romanel-sur-Lausanne

Im 19. Jahrhundert war das Gebiet ausserhalb Lausannes noch stark landwirtschaftlich geprägt. Der Weinbau spielte entlang der tiefer gelegenen Hänge eine bedeutende Rolle, während im Norden Ackerbau, Viehzucht und Forstwirtschaft vorherrschten.

Mit dem Eisenbahnbau, der Industrialisierung und dem Wachstum Lausannes wandelten sich die umliegenden Dörfer zu Vororten. Besonders Renens, Prilly, Pully, Crissier und Le Mont-sur-Lausanne verzeichneten im 20. Jahrhundert ein starkes Bevölkerungswachstum.

Gebietsreform von 2008

Die neue Verfassung des Kantons Waadt verlangte eine grundlegende Neuordnung der territorialen Verwaltung. Das Gesetz vom 30. Mai 2006 reduzierte die Zahl der Bezirke von 19 auf zehn.[4]

Die neue Bezirkseinteilung trat für die Präfekturen am 1. Januar 2008 in Kraft. Der Bezirk Lausanne wurde dabei erheblich verkleinert.[5]

Crissier, Prilly und Renens wurden dem neu geschaffenen Bezirk Ouest lausannois zugeteilt. Belmont-sur-Lausanne, Paudex und Pully kamen zum Bezirk Lavaux-Oron. Die sechs übrigen Gemeinden bildeten den heutigen Bezirk Lausanne.

Die Reform sollte grössere und leistungsfähigere Verwaltungseinheiten schaffen. Zugleich sollten die Wahlkreise, Präfekturen und weitere dezentrale kantonale Dienste besser aufeinander abgestimmt werden.

Bevölkerung

Der Bezirk Lausanne zählt zu den am dichtesten besiedelten Gebieten der Schweiz ausserhalb der grossen Deutschschweizer Agglomerationen. Ende 2025 lebten 176'017 Menschen im Bezirk. Gegenüber dem Vorjahr nahm die Bevölkerung um 870 Personen beziehungsweise 0,5 Prozent zu.[1]

Die Bevölkerungsentwicklung wird in erster Linie von Lausanne bestimmt. Auch Epalinges, Le Mont-sur-Lausanne und Cheseaux-sur-Lausanne verzeichneten seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ein starkes Wachstum.

Ursachen dafür sind die wirtschaftliche Bedeutung der Region, die Konzentration von Arbeitsplätzen und Bildungseinrichtungen, die gute Verkehrsanbindung sowie die internationale Ausrichtung Lausannes.

Der Anteil ausländischer Staatsangehöriger ist insbesondere in Lausanne hoch. Die Bevölkerung ist sprachlich und kulturell vielfältig. Amtssprache ist Französisch; im Alltag werden daneben zahlreiche weitere Sprachen gesprochen.

Siedlungsentwicklung

Die Siedlungsentwicklung verlief zunächst entlang der historischen Strassen und Eisenbahnlinien. Später entstanden ausgedehnte Wohnquartiere, Gewerbezonen und öffentliche Einrichtungen zwischen den alten Dorfkernen.

In Epalinges und Le Mont-sur-Lausanne schlossen sich neue Wohngebiete weitgehend an das Stadtgebiet von Lausanne an. Cheseaux, Jouxtens-Mézery und Romanel bewahrten stärker erkennbare Dorfkerne, sind aber funktional ebenfalls Teil der Agglomeration.

Die hohe Nachfrage nach Wohnraum führte zu steigenden Bodenpreisen und einer zunehmenden baulichen Verdichtung. Neue Quartiere werden daher häufig auf bereits bebauten Flächen, ehemaligen Gewerbearealen oder in der Nähe von Bahnhöfen und Haltestellen geplant.

Verwaltung

Präfektur

Der Bezirk wird durch die Präfektur Lausanne betreut. Ihr Sitz befindet sich an der Place du Château 1 im historischen Regierungsviertel von Lausanne.

Seit 2026 sind Carine Carvalho und Clarisse Schumacher als Präfektinnen tätig.[2] Die Präfektinnen werden vom Staatsrat des Kantons Waadt ernannt und vertreten die Kantonsregierung gegenüber den Gemeinden und der Bevölkerung.

Die Präfektur ist keine Bezirksregierung. Sie bildet vielmehr eine dezentrale Dienststelle des Kantons. Die Präfektinnen verfügen sowohl über administrative als auch über rechtsprechende und vermittelnde Aufgaben.

Aufgaben der Präfektur

Zu den Aufgaben gehören unter anderem:

  • Vertretung des Staatsrats im Bezirk
  • Übermittlung und Vollzug kantonaler Entscheide
  • Vereidigung kommunaler Behörden
  • Erteilung bestimmter Bewilligungen, Patente und amtlicher Dokumente
  • Behandlung von Übertretungen
  • Mitwirkung bei der Aufsicht über Gemeinden
  • Leitung präfekturaler Schlichtungskommissionen
  • Koordination kantonaler Stellen bei besonderen Ereignissen
  • Übernahme einzelner Aufträge des Staatsrats

Die Präfektur Lausanne ist zudem die einzige waadtländische Präfektur, die Unterschriften auf Dokumenten für die Verwendung im Ausland beglaubigen darf.[6]

Kantonale Behörden

Lausanne ist nicht nur Hauptort des Bezirks, sondern auch Hauptstadt des Kantons Waadt. Im Stadtgebiet befinden sich der Staatsrat, der Grosse Rat, das Kantonsgericht und zahlreiche kantonale Direktionen und Dienststellen.

Dadurch besitzt der Bezirk eine weit über seine Grenzen hinausreichende Verwaltungsfunktion. Viele öffentliche Arbeitsplätze, Gerichte, Archive, Fachstellen und Bildungsinstitutionen des Kantons sind hier konzentriert.

Auch das Bundesgericht hat seinen Hauptsitz in Lausanne. Es gehört nicht zur Bezirks- oder Kantonsverwaltung, verstärkt jedoch die Bedeutung der Stadt als nationales Rechtszentrum.

Wahlkreis

Für die Wahl des Grossen Rats des Kantons Waadt bildet der Bezirk Lausanne einen Wahlkreis. Wegen seiner Bevölkerungsgrösse ist er in zwei Unterwahlkreise gegliedert.

Der Unterwahlkreis Lausanne-Ville besteht ausschliesslich aus der Gemeinde Lausanne. Sein Hauptort ist Lausanne.

Der Unterwahlkreis Romanel umfasst Cheseaux-sur-Lausanne, Epalinges, Jouxtens-Mézery, Le Mont-sur-Lausanne und Romanel-sur-Lausanne. Hauptort dieses Unterwahlkreises ist Romanel-sur-Lausanne.

Die Aufteilung soll gewährleisten, dass sowohl die Kernstadt als auch die kleineren Gemeinden des Bezirks im Kantonsparlament angemessen vertreten werden.

Agglomeration Lausanne–Morges

Der administrative Bezirk darf nicht mit der Agglomeration Lausanne verwechselt werden. Das zusammenhängende Siedlungs- und Wirtschaftsgebiet reicht weit über die Bezirksgrenzen hinaus.

Es umfasst insbesondere Gemeinden der Bezirke Ouest lausannois, Lavaux-Oron und Morges. Renens, Prilly, Pully, Ecublens, Crissier und andere eng mit Lausanne verbundene Städte gehören deshalb nicht zum Bezirk Lausanne.

Die sechs Bezirksgemeinden sind Teil des Projet d’agglomération Lausanne–Morges, kurz PALM. Das Agglomerationsprogramm umfasst insgesamt 26 Gemeinden und koordiniert Projekte in den Bereichen Siedlungsentwicklung, Verkehr, Landschaft, Umwelt und Energie.[7]

Die funktionalen Beziehungen zwischen den Bezirksgemeinden und den umliegenden Städten sind eng. Viele Einwohner wohnen ausserhalb Lausannes, arbeiten aber in der Kernstadt oder nutzen dort Schulen, Hochschulen, Spitäler, Kultur- und Freizeiteinrichtungen.

Wirtschaft

Der Bezirk Lausanne ist eines der wichtigsten Wirtschaftszentren der Westschweiz. Der überwiegende Teil der Arbeitsplätze entfällt auf den Dienstleistungssektor.

Bedeutende Bereiche sind:

  • öffentliche Verwaltung
  • Gesundheitswesen
  • Bildung und Forschung
  • Banken und Versicherungen
  • Unternehmens- und Rechtsberatung
  • Informatik und digitale Dienstleistungen
  • Handel und Gastronomie
  • Tourismus und Kongresswesen
  • Medien und Kultur
  • internationale Sportorganisationen

Lausanne beherbergt die Hauptsitze zahlreicher öffentlicher Institutionen, Verbände und internationaler Organisationen. Die Stadt trägt den Beinamen «Olympische Hauptstadt», da das Internationale Olympische Komitee und zahlreiche internationale Sportverbände dort ihren Sitz haben.

In den nördlichen Gemeinden bestehen grössere Gewerbe- und Dienstleistungszonen. Cheseaux-sur-Lausanne und Romanel-sur-Lausanne verfügen über Handels-, Logistik- und Industriegebiete. Le Mont-sur-Lausanne beherbergt Unternehmen aus Bauwesen, Handel, Technologie und Dienstleistungen.

Die Landwirtschaft besitzt innerhalb des Bezirks nur noch eine geringe wirtschaftliche Bedeutung. Sie prägt jedoch weiterhin Teile von Cheseaux-sur-Lausanne, Jouxtens-Mézery, Le Mont-sur-Lausanne und Romanel-sur-Lausanne.

Bildung, Forschung und Gesundheit

Lausanne ist ein bedeutender Bildungsstandort. Im Bezirk befinden sich zahlreiche öffentliche und private Schulen, Berufsschulen, höhere Fachschulen und Teile der Universität Lausanne.

Der Hauptcampus der Universität Lausanne und die École polytechnique fédérale de Lausanne liegen allerdings grösstenteils ausserhalb des Bezirks in den Gemeinden Ecublens und Saint-Sulpice. Sie gehören zum Bezirk Ouest lausannois beziehungsweise zum Bezirk Morges, sind jedoch funktional eng mit Lausanne verbunden.

Eine zentrale Einrichtung innerhalb des Bezirks ist das Universitätsspital Lausanne, französisch Centre hospitalier universitaire vaudois oder CHUV. Es ist eines der fünf Universitätsspitäler der Schweiz und zugleich einer der grössten Arbeitgeber der Region.

In Epalinges befinden sich weitere medizinische, biowissenschaftliche und klinische Einrichtungen. Die Nähe zum CHUV, zur Universität und zur Eidgenössischen Technischen Hochschule fördert die Entwicklung von Unternehmen und Forschungseinrichtungen in den Bereichen Biotechnologie und Medizintechnik.

Verkehr

Eisenbahn

Der Bahnhof Lausanne ist einer der wichtigsten Eisenbahnknoten der Westschweiz. Er liegt an den Verbindungen Genf–Lausanne–Bern, Lausanne–Neuenburg, Lausanne–Wallis–Brig und Lausanne–Vallorbe.

Von Lausanne bestehen direkte Fernverkehrsverbindungen nach Genf, Bern, Zürich, Basel, Luzern, St. Gallen, Brig und in weitere Schweizer Städte. Internationale Züge verbinden Lausanne mit Frankreich und Italien.

Die Lausanne–Echallens–Bercher-Bahn erschliesst den nordwestlichen Teil des Bezirks. Ihre Strecke führt vom Lausanner Quartier Flon über Jouxtens-Mézery, Romanel-sur-Lausanne und Cheseaux-sur-Lausanne nach Echallens und Bercher.

Metro und Busverkehr

Lausanne besitzt das einzige Metrosystem der Schweiz. Die Linie M2 verbindet Ouchy am Genfersee über den Bahnhof und das Stadtzentrum mit Croisettes in Epalinges.

Die Linie M1 führt vom Lausanner Flon über das westliche Stadtgebiet zum Hochschulcampus und nach Renens. Der grösste Teil ihres westlichen Verlaufs liegt ausserhalb des Bezirks.

Das Bus- und Trolleybusnetz wird hauptsächlich von den Transports publics de la région lausannoise betrieben. Es verbindet die Stadt mit Epalinges, Le Mont-sur-Lausanne, Romanel-sur-Lausanne und weiteren Gemeinden der Agglomeration.

Strassenverkehr

Die Autobahn A9 umgeht das Zentrum von Lausanne im Norden und Osten. Bedeutende Anschlüsse befinden sich bei Lausanne-Blécherette, Vennes und La Croix-sur-Lutry ausserhalb der Bezirksgrenze.

Über die Verzweigungen Ecublens und Villars-Sainte-Croix besteht eine Verbindung zur A1 in Richtung Genf, Bern und Zürich. Diese Knoten liegen im Bezirk Ouest lausannois beziehungsweise im Bezirk Morges.

Das Strassennetz wird durch den Pendlerverkehr stark belastet. Kanton und Gemeinden verfolgen daher den Ausbau des öffentlichen Verkehrs, neue Veloverbindungen, Verkehrsberuhigung und eine stärkere räumliche Konzentration des Wachstums entlang bestehender Verkehrsachsen.

Schifffahrt und Flughafen

Ouchy besitzt eine Landestelle der Compagnie Générale de Navigation sur le lac Léman. Kursschiffe verbinden Lausanne mit anderen Orten am Genfersee sowie mit französischen Städten wie Évian-les-Bains und Thonon-les-Bains.

Der Flughafen Lausanne-La Blécherette liegt im Norden der Stadt. Er dient hauptsächlich der allgemeinen Luftfahrt, Flugschulen, Rettungsflügen und Geschäftsreisen.

Kultur und Sport

Das kulturelle Angebot des Bezirks konzentriert sich vor allem auf Lausanne. Zu den bedeutenden Einrichtungen gehören das Olympische Museum, das Kunstquartier Plateforme 10, das Musée cantonal des Beaux-Arts, das Historische Museum Lausanne, die Collection de l’Art Brut und das Naturkundemuseum.

Zu den wichtigsten Veranstaltungsorten zählen das Théâtre de Vidy, das Théâtre de Beaulieu, die Opéra de Lausanne, die Salle Métropole und das Kulturzentrum Les Docks.

Lausanne ist Sitz des Internationalen Olympischen Komitees und zahlreicher internationaler Sportverbände. Bedeutende Sportanlagen sind das Stade de la Tuilière, die Vaudoise Aréna und das Stade Pierre-de-Coubertin.

Die nördlichen Gemeinden verfügen über eigene Sportvereine, Kulturhäuser, Bibliotheken und lokale Veranstaltungen. Naherholungsgebiete wie Sauvabelin, Chalet-à-Gobet und die Wälder von Epalinges besitzen für den gesamten Ballungsraum Bedeutung.

Raumplanung und Umwelt

Der Bezirk steht vor der Herausforderung, ein starkes Bevölkerungs- und Arbeitsplatzwachstum mit dem Schutz von Landschaft, Klima und Lebensqualität zu verbinden.

Zu den raumplanerischen Zielen gehören:

  • Verdichtung bereits erschlossener Siedlungsgebiete
  • Schaffung von Wohnraum in der Nähe des öffentlichen Verkehrs
  • Schutz landwirtschaftlicher Flächen
  • Erhaltung von Wäldern und ökologischen Korridoren
  • Ausbau des Fuss- und Veloverkehrs
  • Verringerung von Lärm und Luftbelastung
  • Anpassung der Städte an zunehmende Hitze
  • Aufwertung von Bachläufen und Grünräumen

Besondere Bedeutung besitzen die Freiräume zwischen den nördlichen Gemeinden. Sie verhindern ein vollständiges Zusammenwachsen der Siedlungen und dienen zugleich der Landwirtschaft, Naherholung und ökologischen Vernetzung.

In Lausanne werden Strassen, Plätze und ehemalige Industrieareale zunehmend umgestaltet. Neue Bäume, entsiegelte Flächen und offene Wasserläufe sollen das Stadtklima verbessern.

Bedeutung

Der Bezirk Lausanne ist das politische und administrative Zentrum des Kantons Waadt. Gleichzeitig bildet er einen Kernraum der zweitgrössten französischsprachigen Agglomeration der Schweiz nach Genf.

Seine Bedeutung beruht auf der Konzentration von kantonalen und eidgenössischen Behörden, Gesundheits- und Bildungseinrichtungen, internationalen Organisationen, Kulturangeboten und Arbeitsplätzen.

Die heutigen Bezirksgrenzen bilden die tatsächlichen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Beziehungen jedoch nur teilweise ab. Das tägliche Leben der Bevölkerung ist stark mit den Nachbarbezirken Ouest lausannois, Lavaux-Oron, Morges und Gros-de-Vaud verflochten.

Siehe auch

Literatur

  • Statistique Vaud: Annuaire statistique Vaud 2026. Lausanne 2026.
  • Kanton Waadt: Loi du 30 mai 2006 sur le découpage territorial. Lausanne 2006.
  • Kanton Waadt: Projet d’agglomération Lausanne–Morges 2025. Lausanne 2025.
  • Historisches Lexikon der Schweiz: Lausanne (Vogtei, Bezirk).
  • Stadt Lausanne: Lausanne à travers les âges. Lausanne.

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Population résidante permanente au 31 décembre 2025, Statistique Vaud, Numerus Nr. 3, März 2026, abgerufen am 27. Juli 2026.
  2. 2,0 2,1 Préfecture de Lausanne, Kanton Waadt, abgerufen am 27. Juli 2026.
  3. Lausanne (Vogtei, Bezirk), in: Historisches Lexikon der Schweiz, abgerufen am 27. Juli 2026.
  4. Loi du 30 mai 2006 sur le découpage territorial, Kanton Waadt, abgerufen am 27. Juli 2026.
  5. Cartes des districts et liste des préfectures, Kanton Waadt, abgerufen am 27. Juli 2026.
  6. Prestations des Préfectures, Kanton Waadt, abgerufen am 27. Juli 2026.
  7. Le PALM 2025 remis à la Confédération, Kanton Waadt, abgerufen am 27. Juli 2026.