Bachenbülach
| Blick auf Bachenbülach | |
| Kanton | Zürich |
|---|---|
| Bezirk | Bülach |
| BFS-Nummer | 0051 |
| Postleitzahl | 8184 |
| Koordinaten | 47.504° N, 8.546° O |
| Höhe | 426 m ü. M. |
| Fläche | 4,29 km² |
| Einwohner | 4417 |
| Einwohnerstand | 31. Dezember 2025 |
| Website | www.bachenbuelach.ch |
Bachenbülach ist eine politische Gemeinde im Bezirk Bülach des Kantons Zürich. Sie liegt im Zürcher Unterland südlich der Stadt Bülach und gehört zur Flughafenregion Zürich. Das Gemeindegebiet erstreckt sich vom bewaldeten Höragen im Westen über den historischen Dorfkern bis an den Dättenberg im Osten.
Die Gemeinde war bis 1849 politisch mit Bülach verbunden. Seit ihrer Verselbständigung entwickelte sich Bachenbülach von einem kleinen, landwirtschaftlich geprägten Dorf zu einer dicht besiedelten Wohn- und Gewerbegemeinde. Besonders stark wuchs die Bevölkerung in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, als neue Wohnquartiere und grössere Überbauungen entstanden.
Der zürichdeutsche Ortsname lautet Bachebüüli.
Geographie
Bachenbülach liegt im unteren Glatttal auf einer mittleren Höhe von rund 426 Metern über Meer. Der alte Dorfkern befindet sich am Austritt des Dorfbachs aus dem Bachtobel. Das Gelände steigt gegen Osten zum Dättenberg an, während sich im Westen der bewaldete Höhenzug Höragen erhebt.
Das Gemeindegebiet umfasst 429 Hektaren beziehungsweise 4,29 Quadratkilometer. Rund 39 Prozent der Fläche sind bewaldet, etwa 34 Prozent werden landwirtschaftlich genutzt. Ungefähr 14 Prozent entfallen auf das eigentliche Siedlungsgebiet; die übrigen Flächen werden vor allem durch Verkehrswege und weitere Infrastrukturen beansprucht.[1]
Die Bauzone umfasst rund 99 Hektaren. Davon waren nach Angaben der Gemeinde bereits etwa 83 Hektaren überbaut.[1]
Der höchste Punkt liegt im Bereich Hüttenbüel auf dem Dättenberg. Der tiefste Punkt befindet sich am Dorfbach an der Grenze zur Stadt Bülach.
Bachenbülach grenzt im Norden und Nordosten an Bülach, im Süden an Winkel, im Westen an Höri und im Südwesten an Oberglatt. Die Siedlungsgebiete von Bachenbülach und Bülach sind heute teilweise zusammengewachsen.
Landschaft und Gewässer
Der Dorfbach entspringt in den bewaldeten Gebieten am Dättenberg und durchquert das Bachtobel, bevor er den historischen Ortskern erreicht. Der Bach beeinflusste die Entstehung und Benennung der Siedlung.
In früheren Jahrhunderten war das Gewässer für die Wasserversorgung, die Landwirtschaft und kleinere Gewerbebetriebe von Bedeutung. Bei starken Niederschlägen konnte der Dorfbach jedoch auch Überschwemmungen verursachen.
Der Höragenwald bildet das grösste zusammenhängende Waldgebiet der Gemeinde. Er dient der Holzproduktion, der Erholung und dem Schutz der biologischen Vielfalt. Im Wald befinden sich zudem archäologisch bedeutende Grabhügel aus der Eisenzeit.
Die offenen Landwirtschaftsflächen liegen hauptsächlich zwischen dem Siedlungsgebiet und den angrenzenden Wäldern. Durch die zunehmende Überbauung und den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur gingen im 20. Jahrhundert grössere Teile der früheren Kulturlandschaft verloren.
Name
Der Ortsname wurde 1149 erstmals in der Form Bahchenboulacho schriftlich erwähnt. Spätere Quellen nennen unter anderem die Formen Bachenbulach und Bachenbüli.
Der erste Bestandteil des Namens bezieht sich auf den Dorfbach. Der zweite Bestandteil verweist auf die nahe gelegene Stadt Bülach. Der Name bezeichnete somit ursprünglich eine beim Bach gelegene Siedlung im Gebiet von Bülach.
Die volkstümliche Kurzform Bachebüüli ist im regionalen Dialekt bis heute gebräuchlich.
Geschichte
Vorgeschichte
Die ältesten bekannten Spuren menschlicher Tätigkeit auf dem heutigen Gemeindegebiet sind Grabhügel im Höragenwald. Sie werden in die Zeit zwischen etwa 800 und 450 vor Christus datiert und gehören damit zur Hallstattzeit.
Die Grabhügel zeigen, dass das Gebiet bereits in der älteren Eisenzeit genutzt oder besiedelt wurde. Solche Anlagen dienten als Bestattungsorte für einzelne Personen oder Familiengruppen.
Weitere archäologische Funde aus der Region belegen eine kontinuierliche Besiedlung des Zürcher Unterlands während der römischen und frühmittelalterlichen Zeit. Eine grössere römische Siedlung auf dem Gebiet von Bachenbülach ist jedoch nicht nachgewiesen.
Mittelalter
Bachenbülach wurde 1149 als Bahchenboulacho erstmals urkundlich erwähnt. Im Mittelalter gehörten Grundbesitz und Herrschaftsrechte unterschiedlichen geistlichen und weltlichen Institutionen.
Die Siedlung war eng mit Bülach verbunden. Kirchlich gehörten die Einwohner zur Pfarrei Bülach, deren Kirche dem heiligen Laurentius geweiht war. Auch wirtschaftlich und verwaltungsmässig war Bachenbülach auf den benachbarten Marktort ausgerichtet.
Im Jahr 1384 gelangte Bülach mit den umliegenden Gebieten an die Stadt Zürich. Nach verschiedenen Veränderungen der Herrschaftsverhältnisse wurde Bachenbülach 1412 endgültig Teil des zürcherischen Staatsgebiets.
Von 1412 bis zum Ende der Alten Eidgenossenschaft im Jahr 1798 gehörte das Dorf zur Obervogtei beziehungsweise Vogtei Bülach. Die Zürcher Obrigkeit übte die hohe Gerichtsbarkeit aus und bestimmte wesentliche Teile der Verwaltung.
Landwirtschaftliches Dorf
Die Bevölkerung lebte während Jahrhunderten hauptsächlich von Landwirtschaft, Viehzucht und Waldwirtschaft. Angebaut wurden Getreide, Hülsenfrüchte, Flachs, Hanf und später Kartoffeln.
Auch der Weinbau spielte zeitweise eine Rolle. An geeigneten Hängen am Dättenberg und in der Umgebung bestanden kleinere Rebflächen. Krankheiten, Schädlinge und veränderte wirtschaftliche Bedingungen führten im 19. Jahrhundert zu einem starken Rückgang des Rebbaus.
Neben der Landwirtschaft bestanden handwerkliche Berufe wie Schmiede, Wagner, Schreiner, Schneider und Schuhmacher. Die meisten Betriebe dienten unmittelbar den Bedürfnissen der Dorfbevölkerung.
Die Wälder lieferten Brenn- und Bauholz sowie Einstreu für die Ställe. Gemeinsame Nutzungsrechte an Wald, Weiden und Wegen waren ein wichtiger Bestandteil der bäuerlichen Wirtschaftsordnung.
Helvetische Republik
Mit dem Einmarsch französischer Truppen und der Gründung der Helvetischen Republik im Jahr 1798 endete die alte Zürcher Vogteiverwaltung.
Bachenbülach wurde zunächst den neuen Verwaltungsstrukturen zugeteilt, blieb jedoch weiterhin eng mit Bülach verbunden. Die politischen Veränderungen brachten die rechtliche Gleichstellung der Landbevölkerung mit den Einwohnern der Stadt Zürich.
Nach der Mediationsakte von 1803 und den kantonalen Neuordnungen des frühen 19. Jahrhunderts entstanden die Grundlagen der modernen politischen Gemeinden.
Trennung von Bülach
Bachenbülach war zu Beginn des 19. Jahrhunderts politisch noch Teil der Gemeinde Bülach. Zwischen den Einwohnern der Stadt und der Aussengemeinde entstanden jedoch zunehmend Meinungsverschiedenheiten über Gemeindegüter, Steuern, Armenwesen und öffentliche Aufgaben.
Die Bewohner von Bachenbülach verlangten eine selbständige Verwaltung und eine klare Aufteilung des gemeinsamen Vermögens. Nach längeren Verhandlungen wurde 1849 ein Ausscheidungsvertrag abgeschlossen.
Mit diesem Vertrag wurde Bachenbülach zu einer eigenständigen politischen Gemeinde. Die Trennung trat am 1. Januar 1850 vollständig in Kraft.[2]
Kirchlich blieb Bachenbülach weiterhin mit Bülach verbunden. Auch in anderen Bereichen bestanden enge wirtschaftliche und gesellschaftliche Beziehungen fort.
Entwicklung im 19. Jahrhundert
Nach der politischen Verselbständigung blieb Bachenbülach zunächst ein kleines Bauerndorf. Die Einwohnerzahl veränderte sich nur langsam.
Die Industrialisierung wirkte sich weniger stark aus als in Bülach oder im nahe gelegenen Glatttal. Ein Teil der Bevölkerung arbeitete weiterhin in der Landwirtschaft, während andere Einwohner in Gewerbe- und Industriebetriebe der Umgebung pendelten.
Der Ausbau der Strassen und die Eröffnung der Bahnlinien im Raum Bülach verbesserten die Verkehrsverbindungen. Bachenbülach erhielt jedoch keinen eigenen Bahnhof.
Die Mechanisierung der Landwirtschaft führte langfristig zu einer Verringerung der Zahl landwirtschaftlicher Arbeitsplätze. Viele kleinere Betriebe wurden aufgegeben oder mit anderen Höfen zusammengelegt.
Wachstum im 20. Jahrhundert
Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts bewahrte Bachenbülach seinen ländlichen Charakter. Danach setzte ein starkes Bevölkerungs- und Siedlungswachstum ein.
Die Nähe zur Stadt Zürich, zum Flughafen Zürich und zu den regionalen Verkehrsachsen machte die Gemeinde als Wohnort attraktiv. Neue Strassen, Quartiere und öffentliche Einrichtungen wurden gebaut.
1961 lebten 985 Menschen in Bachenbülach. Nur zehn Jahre später waren es bereits 2421.[2] Einen wesentlichen Beitrag zu diesem Wachstum leistete die Grossüberbauung Bächliwis.
Zwischen 1968 und 1971 entstanden in der Bächliwis mehr als 25 Gebäude mit insgesamt rund 670 Wohnungen.[2] Die Überbauung veränderte die Bevölkerungsstruktur und das Erscheinungsbild der Gemeinde grundlegend.
Neben Einfamilienhäusern entstanden mehrgeschossige Wohnbauten, Schulen, Kindergärten, Einkaufsmöglichkeiten und Freizeitanlagen. Bachenbülach wandelte sich innerhalb weniger Jahrzehnte von einem Bauerndorf zu einer Agglomerationsgemeinde.
Bevölkerung
Am 31. Dezember 2025 zählte Bachenbülach 4417 Einwohner. Davon waren 3282 Schweizer Staatsangehörige und 1135 ausländische Staatsangehörige. Der Ausländeranteil betrug damit rund 25,6 Prozent.[1]
Die Bevölkerungsentwicklung war besonders in den 1960er und 1970er Jahren von einem starken Wachstum geprägt. Seit Beginn des 21. Jahrhunderts nimmt die Einwohnerzahl langsamer, aber weiterhin tendenziell zu.
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 1634 | 179 |
| 1771 | 263 |
| 1850 | 569 |
| 1900 | 614 |
| 1950 | 727 |
| 1961 | 985 |
| 1970 | 2200 |
| 1971 | 2421 |
| 1980 | 2990 |
| 1990 | 3217 |
| 2000 | 3268 |
| 2010 | 3827 |
| 2020 | 4164 |
| 2024 | 4302 |
| 2025 | 4417 |
Die Mehrheit der Bevölkerung spricht im Alltag Schweizerdeutsch. Als Amts-, Schul- und Schriftsprache wird Schweizer Hochdeutsch verwendet.
Durch die starke Zuwanderung seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entwickelte sich Bachenbülach zu einer sprachlich und kulturell vielfältigen Gemeinde.
Wappen
Die Blasonierung des Gemeindewappens lautet:
- In Rot ein silberner Kehrnagel.
Der Kehrnagel ist ein Bestandteil eines traditionellen Pfluges. Er dient dazu, anhaftende Erde von der Pflugschar zu entfernen oder den Pflug zu reinigen.
Das Wappenmotiv erschien erstmals 1853 auf einem Grenzstein. Eine Darstellung aus dem Jahr 1870 zeigte den Kehrnagel auf einer Wappenscheibe in einem schräg geteilten Schild.
Die heutige Form des Wappens wurde 1931 im Rahmen der Vereinheitlichung der Zürcher Gemeindewappen festgelegt.[2]
Der Kehrnagel erinnert an die landwirtschaftliche Vergangenheit Bachenbülachs und unterscheidet das Gemeindewappen deutlich vom Wappen der benachbarten Stadt Bülach.
Politik
Die politische Gemeinde wird durch den Gemeinderat als Exekutive geführt. Er besteht aus mehreren von den Stimmberechtigten gewählten Mitgliedern und wird vom Gemeindepräsidenten geleitet.
Die Stimmberechtigten entscheiden an der Gemeindeversammlung über Budget, Jahresrechnung, kommunale Erlasse, Bauprojekte, Kredite und weitere wichtige Geschäfte.
Die Gemeindeverwaltung befindet sich an der Schulhausstrasse 1. Sie ist unter anderem für Einwohnerdienste, Steuern, Finanzen, Bauwesen, Soziales, Sicherheit und die Unterstützung der politischen Behörden zuständig.
Neben der politischen Gemeinde besteht eine eigenständige Primarschulgemeinde. Verschiedene weitere Aufgaben werden gemeinsam mit Bülach oder anderen Gemeinden der Region wahrgenommen.
Bachenbülach gehört zur Planungsregion Zürcher Unterland und arbeitet in Verkehrs-, Raumplanungs-, Sicherheits- und Sozialfragen mit den umliegenden Gemeinden zusammen.
Wirtschaft
Bachenbülach entwickelte sich im 20. Jahrhundert zu einem bedeutenden lokalen Gewerbe- und Dienstleistungsstandort. Die Nähe zur Flughafenautobahn und zu Bülach begünstigte die Ansiedlung von Unternehmen.
Im Gemeindegebiet bestehen Betriebe aus den Bereichen Bau, Detailhandel, Autogewerbe, Logistik, Gastronomie, Informatik und persönliche Dienstleistungen.
Ein wichtiges Gewerbegebiet liegt entlang der Zürichstrasse und der Grenzstrasse. Dort befinden sich Einkaufszentren, Fachmärkte, Autohäuser, Werkstätten und weitere gewerbliche Einrichtungen.
Trotz der Zahl lokaler Arbeitsplätze ist Bachenbülach eine ausgeprägte Pendlergemeinde. Viele Einwohner arbeiten in Bülach, Kloten, am Flughafen Zürich, in Winterthur oder in der Stadt Zürich.
Die Landwirtschaft hat im Vergleich zur früheren Dorfwirtschaft stark an Bedeutung verloren. Einzelne Landwirtschaftsbetriebe bewirtschaften jedoch weiterhin Acker-, Wiesen- und Waldflächen.
Einkaufs- und Gewerbegebiet
Das Einkaufs- und Gewerbegebiet im Süden und Südwesten der Gemeinde besitzt eine überörtliche Bedeutung. Es liegt nahe der Hauptstrasse und den Anschlüssen an das regionale Strassennetz.
Das Gebiet umfasst verschiedene Fachmärkte, Detailhandelsgeschäfte, Restaurants und Dienstleistungsbetriebe. Es wird nicht nur von Einwohnern Bachenbülachs, sondern auch von Kunden aus Bülach und den umliegenden Gemeinden besucht.
Die grossen Verkaufsflächen und Parkplätze unterscheiden sich deutlich vom historischen Dorfkern. Das Gewerbegebiet veranschaulicht den Wandel von einer ländlichen zu einer suburbanen Gemeinde.
Der starke Einkaufsverkehr stellt zugleich Anforderungen an die Verkehrsplanung, die Sicherheit und die Gestaltung des öffentlichen Raums.
Verkehr
Bachenbülach liegt an der Hauptverkehrsachse zwischen Bülach und dem Flughafen Zürich. Die Zürichstrasse durchquert das Gemeindegebiet von Norden nach Süden.
Über die nahe gelegene Autobahn A51 bestehen direkte Verbindungen zum Flughafen Zürich, nach Kloten und zur Stadt Zürich. Weitere Strassen führen nach Winkel, Oberglatt und Höri.
Die gute Strassenerschliessung trug wesentlich zur Siedlungs- und Gewerbeentwicklung bei. Gleichzeitig ist die Gemeinde durch Durchgangsverkehr, Strassenlärm und den Flächenbedarf der Verkehrsinfrastruktur belastet.
Bachenbülach besitzt keinen eigenen Bahnhof. Die nächstgelegenen Bahnhöfe befinden sich in Bülach und am Flughafen Zürich.
Postautolinien verbinden die Gemeinde mit dem Bahnhof Bülach und dem Bahnhof Zürich Flughafen. Die Gemeinde wird tagsüber im Halbstundentakt bedient. Die Fahrzeit nach Bülach beträgt rund sieben Minuten, zum Flughafen etwa 19 Minuten.[3]
Von Bülach bestehen Bahnverbindungen nach Zürich, Winterthur, Schaffhausen, Eglisau und in weitere Teile des Zürcher Unterlands.
Flughafen Zürich
Der Flughafen Zürich liegt nur wenige Kilometer südlich von Bachenbülach. Er ist einer der wichtigsten Arbeitgeber der Region und prägt die wirtschaftliche Entwicklung der Gemeinde.
Viele Einwohner arbeiten direkt am Flughafen oder bei Unternehmen, die mit Luftverkehr, Logistik, Sicherheit, Hotellerie und Dienstleistungen verbunden sind.
Die Nähe zum Flughafen bringt schnelle nationale und internationale Verkehrsverbindungen. Gleichzeitig ist Bachenbülach von Fluglärm betroffen.
Die Flugrouten und die Verteilung der Starts und Landungen sind deshalb regelmässig Gegenstand politischer Diskussionen. Die Gemeinde beteiligt sich an regionalen Organisationen, die sich mit Fluglärm und Raumplanung befassen.
Ortsbild
Der historische Dorfkern liegt entlang der Dorfstrasse und im Bereich des Dorfbachs. Er besteht aus ehemaligen Bauernhäusern, Scheunen, Wohnhäusern und kleineren Gewerbebauten.
Mehrere ältere Gebäude besitzen Fachwerk- oder Riegelkonstruktionen. Grosse Satteldächer und angebaute Ökonomieteile erinnern an die frühere landwirtschaftliche Nutzung.
Der ursprüngliche Dorfkern ist heute von neueren Wohnquartieren und Verkehrsachsen umgeben. Dennoch sind einzelne historische Strassenzüge und Gebäudegruppen erhalten geblieben.
Die starke Bautätigkeit seit den 1960er Jahren führte zu einem vielfältigen Siedlungsbild. Neben alten Bauernhäusern stehen Einfamilienhäuser, Reihenhäuser, Wohnblöcke und gewerblich genutzte Grossbauten.
Landwirtschaft
Bachenbülach war bis weit ins 20. Jahrhundert eine überwiegend landwirtschaftliche Gemeinde. Die Bauern betrieben Ackerbau, Viehhaltung, Obstbau und teilweise Weinbau.
Die fruchtbaren Böden eigneten sich für Getreide, Kartoffeln, Mais, Zuckerrüben und Futterpflanzen. Obstgärten mit Hochstammbäumen umgaben früher grosse Teile des Dorfes.
Durch die Überbauung gingen viele landwirtschaftliche Flächen verloren. Die verbliebenen Betriebe arbeiten heute stärker mechanisiert und bewirtschaften grössere Flächen als frühere Kleinbauern.
Landwirtschaftsflächen erfüllen neben der Produktion von Nahrungsmitteln auch eine Funktion als Grünräume zwischen den Siedlungsgebieten.
Wald
Rund 39 Prozent des Gemeindegebiets sind bewaldet.[1] Die grössten Waldflächen befinden sich im Höragen und am Dättenberg.
Der Wald diente früher vor allem der Versorgung mit Brenn- und Bauholz. Zudem wurden Laub und Streu für die Landwirtschaft gesammelt.
Heute besitzt der Wald eine wichtige Bedeutung für Erholung, Natur- und Klimaschutz. Wege werden von Spaziergängern, Joggern und Velofahrern genutzt.
Die Wälder bieten Lebensraum für Rehe, Füchse, Dachse, Wildschweine und zahlreiche Vogelarten. Waldränder und Lichtungen sind besonders wertvoll für Insekten und Pflanzen.
Grabhügel im Höragenwald
Im Höragenwald befinden sich mehrere vorgeschichtliche Grabhügel. Sie werden in die ältere Eisenzeit zwischen etwa 800 und 450 vor Christus datiert.
Die Hügel bestanden ursprünglich aus Erde und Steinen, die über einer oder mehreren Bestattungen aufgeschichtet wurden. Im Lauf der Jahrhunderte wurden sie durch natürliche Prozesse und Waldnutzung teilweise abgeflacht.
Die Anlagen gehören zu den ältesten sichtbaren Kulturdenkmälern der Gemeinde. Sie dokumentieren die frühe Besiedlung des Zürcher Unterlands.
Die Grabhügel stehen unter archäologischem Schutz. Eingriffe und Grabungen dürfen nur durch die zuständigen kantonalen Fachstellen vorgenommen werden.
Kirchen und Religionsgemeinschaften
Bachenbülach besitzt keine historisch eigenständige reformierte Pfarrkirche. Die reformierte Bevölkerung gehört traditionell zur Kirchgemeinde Bülach.
Diese Verbindung besteht seit dem Mittelalter und blieb auch nach der politischen Trennung von 1849 erhalten. Gottesdienste und kirchliche Veranstaltungen finden hauptsächlich in Bülach sowie in regionalen kirchlichen Räumen statt.
Die katholische Bevölkerung wird ebenfalls durch kirchliche Einrichtungen in Bülach betreut. Durch die Zuwanderung bestehen heute weitere christliche und nichtchristliche Religionsgemeinschaften.
Bildung
Bachenbülach verfügt über Kindergärten und eine eigene Primarschule. Die Schulanlagen wurden infolge des starken Bevölkerungswachstums seit den 1960er Jahren mehrfach erweitert.
Die Primarschule wird durch eine eigenständige Schulgemeinde geführt. Neben dem Unterricht gehören Tagesstrukturen, schulergänzende Betreuung und verschiedene Unterstützungsangebote zum Bildungsangebot.
Die Sekundarschule wird gemeinsam mit Bülach und weiteren Gemeinden regional organisiert. Weiterführende Schulen und Berufsfachschulen befinden sich vor allem in Bülach, Kloten, Zürich und Winterthur.
Die Gemeinde- und Schulbibliothek stellt Bücher, Zeitschriften und digitale Medien für Kinder, Jugendliche und Erwachsene bereit.
Kammerspiele Seeb
Die Kammerspiele Seeb sind ein professionelles Kleintheater mit Sitz in Bachenbülach. Das Theater wurde ursprünglich im Weiler Seeb in der Nachbargemeinde Winkel gegründet.
Seit 2006 befindet sich die Spielstätte in Bachenbülach. Das Programm umfasst Komödien, Schauspiele, musikalische Produktionen und weitere Bühnenveranstaltungen.
Das Theater besitzt eine regionale Ausstrahlung und zieht Besucher aus dem gesamten Zürcher Unterland sowie aus der Stadt Zürich an.
Die Kammerspiele gehören zu den bekanntesten kulturellen Einrichtungen der Gemeinde.
Kultur und Vereinsleben
Das gesellschaftliche Leben wird durch zahlreiche Sport-, Musik-, Kultur- und Freizeitvereine geprägt. Viele Vereine organisieren Anlässe, Kurse und Aktivitäten für verschiedene Altersgruppen.
Die Gemeinde unterstützt kulturelle Veranstaltungen und stellt Räume und Anlagen zur Verfügung. Zu den regelmässigen Anlässen gehören Dorfveranstaltungen, Konzerte, Vereinsfeste und die Bundesfeier.
Die Dorfzeitung Mosaik informiert über politische Geschäfte, Veranstaltungen, Vereine und das lokale Leben.
Durch die Nähe zu Bülach kann die Bevölkerung zusätzlich ein breites regionales Angebot an Kultur, Sport und Freizeit nutzen.
Sport und Freizeit
Bachenbülach verfügt über Sporthallen, Aussenanlagen, Spielplätze und weitere Freizeiteinrichtungen. Lokale Vereine bieten unter anderem Turnen, Fussball, Schiessen und weitere Sportarten an.
Die Waldgebiete Höragen und Dättenberg sind beliebte Ziele für Spaziergänge, Lauftraining und Velotouren.
Regionale Wander- und Velowege verbinden Bachenbülach mit Bülach, Winkel, Höri, Oberglatt und dem Flughafenraum.
Grössere Sport- und Freizeitanlagen befinden sich in der nahe gelegenen Stadt Bülach.
Persönlichkeiten
- Albert Maag (1862–1929), Historiker, Militärschriftsteller und Pädagoge
Siehe auch
- Bezirk Bülach
- Zürcher Unterland
- Bülach
- Flughafen Zürich
- Liste der Gemeinden des Kantons Zürich
- Liste der Kulturgüter in Bachenbülach
Literatur
- Hans Kläui, Viktor Schobinger: Zürcher Ortsnamen. Entstehung und Bedeutung. 2. Auflage. Zürcher Kantonalbank, Zürich 1989.
- Gemeinde Bachenbülach: Bachenbülach 1999–2024. Dorfchronik. Bachenbülach 2024.
- Gemeinde Bachenbülach: Bachenbülach. Geschichte einer selbständigen Gemeinde. Bachenbülach.
- Statistisches Amt des Kantons Zürich: Zürcher Gemeinden in Zahlen: Bachenbülach. Zürich.
Weblinks
- Offizielle Website der Gemeinde Bachenbülach
- Geschichte der Gemeinde Bachenbülach
- Zahlen und Fakten
- Verkehrsanbindung
- Zürcher Gemeinden in Zahlen
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 1,2 1,3 Gemeinde Bachenbülach: Zahlen und Fakten, abgerufen am 25. Juli 2026.
- ↑ 2,0 2,1 2,2 2,3 Gemeinde Bachenbülach: Geschichte, abgerufen am 25. Juli 2026.
- ↑ Gemeinde Bachenbülach: Verkehrsanbindung, abgerufen am 25. Juli 2026.
Wikimedia Commons: Medien zu Bachenbülach