Universität Lausanne

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Universität Lausanne
Offizieller Name Université de Lausanne
Abkürzung UNIL
Hochschultyp kantonale öffentliche Universität
Gründung 1537 als Akademie; seit 1890 Universität
Träger Kanton Waadt
Hauptstandort Campus Dorigny
Gemeinden Lausanne, Chavannes-près-Renens und Ecublens
Weitere Standorte Lausanne, Epalinges und Prilly
Adresse Unicentre, 1015 Lausanne
Rektor Frédéric Herman bis 31. Juli 2026; Christophe Champod ab 1. August 2026
Fakultäten sieben
Studierende 17'663
Frauenanteil 59 %
Mitarbeitende 4'926
Professorinnen und Professoren 679
Bezugsjahr 2025
Unterrichtssprache vorwiegend Französisch, teilweise Englisch
Netzwerk CIVIS
Website unil.ch

Die Universität Lausanne (französisch Université de Lausanne, kurz UNIL) ist eine öffentliche Universität des Kantons Waadt. Ihr Hauptstandort ist der Campus Dorigny am westlichen Rand von Lausanne, in unmittelbarer Nachbarschaft zur École polytechnique fédérale de Lausanne (EPFL) und zum Genfersee.

Die Universität geht auf die 1537 gegründete Lausanner Akademie zurück. Diese diente ursprünglich vor allem der Ausbildung reformierter Geistlicher für die französischsprachigen Gebiete der bernischen Herrschaft. 1890 erhielt die Institution mit der Gründung einer medizinischen Fakultät den Status einer Universität.

Die UNIL umfasst sieben Fakultäten. Ihr wissenschaftliches Profil konzentriert sich auf Geistes- und Sozialwissenschaften, Rechts- und Wirtschaftswissenschaften, Medizin, Biologie, Kriminalwissenschaften sowie Geowissenschaften und Umweltforschung. Klassische Ingenieurwissenschaften werden hauptsächlich an der benachbarten EPFL gelehrt.

Im Herbstsemester 2025 waren 17'663 Studierende eingeschrieben. Die Universität beschäftigte Ende 2025 insgesamt 4'926 Personen, darunter 679 Professorinnen und Professoren sowie 1'724 Assistierende und wissenschaftliche Mitarbeitende.[1][2]

Neben dem Campus Dorigny betreibt die Universität Einrichtungen im Stadtgebiet von Lausanne, beim Centre hospitalier universitaire vaudois (CHUV), auf dem Biopôle-Campus in Epalinges sowie an weiteren medizinischen und wissenschaftlichen Standorten.

Name und Stellung

Der offizielle französische Name lautet Université de Lausanne. Die gebräuchliche Abkürzung ist UNIL.

Im deutschsprachigen Raum wird die Institution gewöhnlich als Universität Lausanne bezeichnet. Die ebenfalls vorkommende Bezeichnung Universität von Lausanne ist weniger gebräuchlich.

Die UNIL ist eine kantonale Hochschule mit eigener Rechtspersönlichkeit. Ihre grundlegenden Aufgaben sind:

  • wissenschaftliche Forschung;
  • universitäre Lehre;
  • Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses;
  • Weiterbildung;
  • Wissenstransfer;
  • wissenschaftliche Dienstleistungen;
  • Beitrag zur gesellschaftlichen, kulturellen und wirtschaftlichen Entwicklung.

Die Universität wird hauptsächlich durch den Kanton Waadt, Bundesbeiträge, interkantonale Hochschulbeiträge und Drittmittel finanziert.

Geschichte

Gründung der Akademie

Die Geschichte der Universität beginnt mit der Eroberung des Waadtlands durch die Stadt und Republik Bern im Jahr 1536.

Die bernischen Behörden führten in den eroberten Gebieten die Reformation ein. Für die Ausbildung französischsprachiger reformierter Geistlicher wurde 1537 in Lausanne eine höhere Schule gegründet.

Diese zunächst als Schola Lausannensis und später als Académie de Lausanne bezeichnete Einrichtung gehörte zu den frühesten protestantischen Hochschulen des französischsprachigen Europas.

An der Akademie wurden insbesondere folgende Fächer gelehrt:

  • Theologie;
  • Hebräisch;
  • Griechisch;
  • Latein;
  • Philosophie;
  • Rhetorik.

Zu den prägenden Persönlichkeiten der frühen Akademie gehörten der Reformator Pierre Viret und der Theologe Théodore de Bèze. Bèze leitete die Akademie während mehrerer Jahre, bevor er 1558 nach Genf wechselte.

Der Unterricht fand zunächst in Gebäuden im Lausanner Stadtteil Cité nahe der Kathedrale statt. Das historische Gebäude der Alten Akademie wurde im späten 16. Jahrhundert errichtet und erinnert bis heute an die früheste Phase der Hochschule.

Akademie unter bernischer Herrschaft

Während des 17. und 18. Jahrhunderts blieb die Akademie stark auf die reformierte Theologie ausgerichtet.

Daneben entwickelten sich Lehrangebote in:

  • Naturrecht;
  • Philosophie;
  • Geschichte;
  • Mathematik;
  • klassischer Philologie;
  • Rechtswissenschaft.

Die bernischen Behörden kontrollierten Lehrpläne, Berufungen und religiöse Ausrichtung. Die Professoren mussten sich an die offizielle reformierte Lehre halten.

Trotz dieser Beschränkungen erlangten einzelne Gelehrte internationale Bedeutung. Zu ihnen gehörte der Naturrechtler Jean Barbeyrac, der zu Beginn des 18. Jahrhunderts in Lausanne lehrte.

Übergang an den Kanton Waadt

Mit der Waadtländer Revolution von 1798 endete die bernische Herrschaft.

Nach der Gründung des Kantons Waadt im Jahr 1803 ging die Verantwortung für die Akademie an die kantonalen Behörden über.

Die neue Kantonsregierung begann, das Bildungswesen schrittweise auszubauen. Die Akademie entwickelte sich von einer hauptsächlich theologischen Schule zu einer breiter ausgerichteten höheren Bildungsanstalt.

Eine grundlegende Reform erfolgte 1837. Die Institution wurde säkularisiert und in drei Fakultäten gegliedert:

  • Theologie;
  • Recht;
  • Literatur und Wissenschaften.

Französisch ersetzte Latein zunehmend als Unterrichtssprache. Die Hochschule öffnete sich stärker für weltliche Wissenschaften und für Studierende, die keine kirchliche Laufbahn anstrebten.

Zu den bekannten Lehrenden des 19. Jahrhunderts gehörten Alexandre Vinet, Juste Olivier und Charles Secrétan.[3]

Technische Schule

1853 wurde in Lausanne die private École spéciale gegründet. Sie bildete Ingenieure aus und wurde 1869 in die Akademie eingegliedert.

Aus dieser technischen Abteilung entwickelte sich später die École d'ingénieurs de l'Université de Lausanne und danach die École polytechnique de l'Université de Lausanne, kurz EPUL.

Die Ingenieurschule blieb bis 1969 organisatorisch mit der Universität verbunden. Danach wurde sie vom Bund übernommen und als École polytechnique fédérale de Lausanne zur zweiten Eidgenössischen Technischen Hochschule der Schweiz.

Umwandlung zur Universität

1869 erhielt die Akademie das Recht, Doktorgrade zu verleihen.

Ein entscheidender Schritt erfolgte 1890 mit der Gründung einer medizinischen Fakultät. Die nunmehr aus mehreren vollständigen Fakultäten bestehende Hochschule wurde offiziell zur Université de Lausanne erhoben.

Im selben Jahr wurden Frauen regulär zum Studium zugelassen.

Die Universität verfügte nun über Fakultäten für:

  • Theologie;
  • Recht;
  • Literatur;
  • Naturwissenschaften;
  • Medizin.

Palais de Rumine

Das starke Wachstum der Hochschule führte im späten 19. Jahrhundert zu Platzmangel.

Der russischstämmige Lausanner Gabriel de Rumine vermachte der Stadt Lausanne ein grosses Vermögen für den Bau eines öffentlichen Gebäudes.

Zwischen 1898 und 1906 entstand am Place de la Riponne der monumentale Palais de Rumine. Der Bau beherbergte:

  • Hörsäle der Universität;
  • wissenschaftliche Institute;
  • die Kantons- und Universitätsbibliothek;
  • naturwissenschaftliche Sammlungen;
  • kantonale Museen.

Der Palais de Rumine war während eines grossen Teils des 20. Jahrhunderts das wichtigste Gebäude der Universität.

Institut für wissenschaftliche Polizei

1909 gründete der Kriminalist Rodolphe Archibald Reiss an der Universität ein Institut für wissenschaftliche Polizei.

Die Einrichtung gehörte weltweit zu den ersten akademischen Instituten für kriminaltechnische und forensische Wissenschaften.

Zu den frühen Forschungs- und Lehrgebieten gehörten:

  • Tatortfotografie;
  • Fingerabdruckanalyse;
  • Untersuchung von Handschriften;
  • Ballistik;
  • Spurenkunde;
  • Identifizierung von Personen;
  • kriminalistische Dokumentation.

Aus dem Institut entwickelte sich die heutige École des sciences criminelles. Sie besitzt international einen bedeutenden Ruf in Kriminalistik, Forensik und Kriminologie.

Gründung von HEC Lausanne

1911 wurde die École des hautes études commerciales gegründet.

Die spätere Fakultät HEC Lausanne entwickelte sich zu einem wichtigen schweizerischen Zentrum für Betriebswirtschaft, Volkswirtschaft, Finanzwissenschaft und Management.

Besondere wissenschaftliche Traditionen entstanden in Lausanne durch die Ökonomen Léon Walras und Vilfredo Pareto.

Walras war von 1870 bis 1892 Professor für politische Ökonomie. Er entwickelte in Lausanne wesentliche Grundlagen der allgemeinen Gleichgewichtstheorie.

Sein Nachfolger Pareto lehrte von 1893 bis 1907. Die von beiden geprägte Richtung der mathematischen Wirtschaftswissenschaften wird als Lausanner Schule bezeichnet.

Entwicklung im frühen 20. Jahrhundert

Die Universität wuchs während der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts nur langsam.

Neue Institute entstanden unter anderem in den Bereichen:

  • Medizin;
  • Psychologie;
  • Sozialwissenschaften;
  • Wirtschaft;
  • Kriminalwissenschaften;
  • Naturwissenschaften;
  • Geographie.

Die beiden Weltkriege und wirtschaftliche Krisen begrenzten die finanziellen Möglichkeiten der Universität.

Gleichzeitig zog die neutrale Schweiz Studierende, Intellektuelle und politische Emigranten aus verschiedenen europäischen Ländern an.

Ehrendoktorat für Benito Mussolini

1937 verlieh die Universität dem italienischen faschistischen Diktator Benito Mussolini anlässlich ihres 400-jährigen Bestehens die Ehrendoktorwürde.

Die Entscheidung war bereits damals umstritten. Zu diesem Zeitpunkt waren die Unterdrückung politischer Gegner, der italienische Angriff auf Äthiopien und weitere Verbrechen des faschistischen Regimes bekannt.

Die Verleihung entwickelte sich später zu einem der kritischsten Kapitel der Universitätsgeschichte.

Seit dem späten 20. Jahrhundert wurde wiederholt verlangt, die Ehrendoktorwürde formell zu widerrufen. Die Universität setzte sich mit der Entscheidung durch historische Forschungsprojekte, öffentliche Veranstaltungen, eine Ausstellung und einen dauerhaften Erinnerungsprozess auseinander.

Die Universitätsleitung erklärte, die Verleihung habe den wissenschaftlichen und demokratischen Werten der Institution widersprochen. Das Ereignis soll nicht aus der Geschichte entfernt, sondern als Warnung vor der politischen Instrumentalisierung akademischer Ehrungen sichtbar bleiben.[4]

Hochschulreformen nach 1945

Nach dem Zweiten Weltkrieg stieg die Zahl der Studierenden stark.

Die bestehenden Gebäude im Zentrum Lausannes konnten den wachsenden Bedarf an Hörsälen, Laboratorien, Bibliotheken und Verwaltungsräumen nicht mehr decken.

1968 erhielt die Universität ein eigenes Rektorat und grössere Verantwortung für die Verwaltung ihres Budgets.

1969 wurde die technische Hochschule EPUL vom Bund übernommen und in die EPFL umgewandelt. Damit wurden Universität und technische Hochschule institutionell getrennt.

Die räumliche und wissenschaftliche Zusammenarbeit blieb jedoch eng.

Entstehung des Campus Dorigny

1963 erwarb der Kanton Waadt westlich von Lausanne das Landgut Dorigny.

Das rund 270'000 Quadratmeter grosse Gelände lag auf dem Gebiet der Gemeinden Chavannes-près-Renens und Ecublens. Es umfasste Landwirtschaftsflächen, Wald, historische Bauernhäuser und das Château de Dorigny.

Die neuen Universitätsgebäude wurden nicht als dichter Stadtblock geplant. Stattdessen sollten einzelne Bauten in eine grosszügige Parklandschaft eingefügt werden.

Der Architekt Guido Cocchi prägte die städtebauliche Entwicklung des Campus während mehrerer Jahrzehnte. Sein Konzept beruhte auf:

  • niedrigen, horizontal ausgerichteten Gebäuden;
  • natürlicher Belichtung;
  • Fusswegverbindungen;
  • klarer Trennung der Funktionsbereiche;
  • Erhaltung der Landschaft;
  • Einbindung der Chamberonne und der bestehenden Wälder.

Der Umzug von der Innenstadt nach Dorigny begann in den frühen 1970er-Jahren und erfolgte schrittweise über mehrere Jahrzehnte.[5]

Wachstum seit 1970

1970 zählte die Universität ungefähr 3'000 Studierende.

In den folgenden Jahrzehnten stieg die Zahl kontinuierlich:

Entwicklung der Studierendenzahl
Jahr Ungefähre Zahl der Studierenden
1970 3'000
1990 rund 7'000
2002 mehr als 10'000
2010 mehr als 12'000
2017 knapp 15'000
2025 17'663

Das Wachstum führte zum Bau neuer Lehr-, Forschungs- und Wohngebäude sowie zur stärkeren Zusammenarbeit mit EPFL, CHUV und anderen Hochschulen.

Neuordnung der Wissenschaftsgebiete

Zu Beginn des 21. Jahrhunderts vereinbarten die Universität Lausanne und die EPFL eine umfassende Neuordnung ihrer wissenschaftlichen Bereiche.

Mathematik, Physik und Chemie wurden weitgehend an der EPFL konzentriert. Im Gegenzug wurden bestimmte geistes- und sozialwissenschaftliche Aktivitäten der EPFL in die Universität integriert.

2003 entstanden zwei neue Fakultäten:

  • Fakultät für Biologie und Medizin;
  • Fakultät für Geowissenschaften und Umwelt.

Mit dieser Reform erhielt die UNIL ihr heutiges Profil als Universität mit Schwerpunkten in Lebenswissenschaften, Medizin, Umweltwissenschaften sowie Geistes-, Sozial-, Rechts- und Wirtschaftswissenschaften.

Neues Universitätsgesetz

Ein neues waadtländisches Universitätsgesetz trat 2005 in Kraft.

Es gewährte der Universität grössere organisatorische und akademische Selbständigkeit. Die UNIL erhielt insbesondere mehr Verantwortung bei:

  • Berufung von Professorinnen und Professoren;
  • interner Organisation;
  • Finanzplanung;
  • Entwicklung von Studienprogrammen;
  • strategischer Forschungspolitik;
  • Verwaltung der personellen Ressourcen.

Die Universität blieb eine öffentlich finanzierte Institution unter Aufsicht des Kantons Waadt.

Entwicklung seit 2010

In den 2010er- und 2020er-Jahren wurde der Campus weiter verdichtet.

Neue oder grundlegend umgenutzte Gebäude waren unter anderem:

  • Géopolis;
  • Synathlon;
  • Vortex;
  • das Gebäude Agora für Krebsforschung;
  • neue Labor- und Unterrichtsgebäude;
  • die Erweiterung der Unithèque.

2025 wurde der neue Erweiterungsbau der Unithèque eröffnet. Damit vergrösserten sich die Bibliotheks-, Lern- und Arbeitsflächen der Kantons- und Universitätsbibliothek erheblich.

Leitung und Organisation

Rektorat

Das Rektorat ist das operative Leitungsorgan der Universität.

Es besteht aus dem Rektor oder der Rektorin, mehreren Vizerektorinnen und Vizerektoren sowie dem Generalsekretär.

Der Rektor vertritt die Universität gegenüber:

  • dem Kanton Waadt;
  • anderen Hochschulen;
  • nationalen Behörden;
  • internationalen Organisationen;
  • der Öffentlichkeit.

Frédéric Herman leitete die Universität während der Amtsperiode 2021 bis 2026.

Im Oktober 2025 ernannte der Waadtländer Staatsrat den Kriminalwissenschaftler Christophe Champod zum Rektor für die Amtsperiode 2026 bis 2031. Er tritt sein Amt am 1. August 2026 an.[6]

Direktion ab August 2026

Die ab 1. August 2026 amtierende Universitätsleitung setzt sich wie folgt zusammen:

Person Funktion
Christophe Champod Rektor; Finanzen und institutionelle Angelegenheiten
Pierre-Alexandre Bart Vizerektor für Lehre und studentische Angelegenheiten
Nicolas Salamin Vizerektor für Forschung und Innovation
Marianne Schmid Mast Vizerektorin für Dialog und Personal
Nils Panchaud Vizerektor für Campus und digitale Transformation
Catherine Monnin Vizerektorin für Dienstleistungen zugunsten der Gesellschaft
Marc de Perrot Generalsekretär

Die neue Leitung wurde im Februar 2026 vom Universitätsrat bestätigt.[7]

Universitätsrat

Der Conseil de l'Université ist das strategische Aufsichtsorgan der UNIL.

Er behandelt unter anderem:

  • Wahlvorschläge für das Rektorat;
  • strategische Planung;
  • Budget und Jahresrechnung;
  • wissenschaftliche Integrität;
  • institutionelle Entwicklung;
  • Aufsicht über die Universitätsleitung.

Die Mitglieder vertreten unterschiedliche wissenschaftliche, gesellschaftliche und wirtschaftliche Erfahrungen.

Universitätsgemeinschaft

Zur Universitätsgemeinschaft gehören:

  • Professorinnen und Professoren;
  • Lehrbeauftragte;
  • Assistierende;
  • Doktorierende;
  • wissenschaftliche Mitarbeitende;
  • administratives und technisches Personal;
  • Studierende.

Die verschiedenen Gruppen sind in universitären Organen und Kommissionen vertreten.

Fakultäten

Die Universität besteht aus sieben Fakultäten.

Fakultäten und Studierendenzahlen im Herbstsemester 2025
Fakultät Französische Bezeichnung Abkürzung Studierende
Fakultät für Theologie und Religionswissenschaft Faculté de théologie et de sciences des religions FTSR 69
Fakultät für Recht, Kriminalwissenschaften und öffentliche Verwaltung Faculté de droit, des sciences criminelles et d'administration publique FDCA 2'452
Philosophische Fakultät Faculté des lettres Lettres 2'056
Fakultät für Sozial- und Politikwissenschaften Faculté des sciences sociales et politiques SSP 3'803
Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät Faculté des hautes études commerciales HEC Lausanne 3'598
Fakultät für Biologie und Medizin Faculté de biologie et de médecine FBM 4'351
Fakultät für Geowissenschaften und Umwelt Faculté des géosciences et de l'environnement FGSE 761

Zusätzlich waren 573 Personen in universitären Weiterbildungsprogrammen eingeschrieben.[1]

Fakultät für Theologie und Religionswissenschaft

Die Fakultät führt die Tradition der 1537 gegründeten reformierten Akademie fort.

Zu ihren Forschungs- und Lehrgebieten gehören:

  • Altes und Neues Testament;
  • Geschichte des Christentums;
  • systematische Theologie;
  • praktische Theologie;
  • Religionswissenschaft;
  • Religionssoziologie;
  • Ethik;
  • interreligiöse Beziehungen.

Die Fakultät arbeitet eng mit den theologischen Fakultäten der Universitäten Genf und Neuenburg zusammen.

Fakultät für Recht, Kriminalwissenschaften und öffentliche Verwaltung

Die Fakultät verbindet mehrere traditionsreiche Bereiche.

Sie umfasst:

  • Rechtswissenschaft;
  • Schweizerisches Institut für Rechtsvergleichung-nahe Kooperationen;
  • École des sciences criminelles;
  • Institut de hautes études en administration publique.

Die Jurisprudenz behandelt unter anderem:

  • Privatrecht;
  • Strafrecht;
  • öffentliches Recht;
  • internationales Recht;
  • Wirtschaftsrecht;
  • Steuerrecht;
  • Umweltrecht;
  • Rechtsgeschichte.

Die École des sciences criminelles ist auf Forensik, Kriminalistik und Kriminologie spezialisiert.

Zu ihren Arbeitsgebieten gehören:

  • Spurenauswertung;
  • Daktyloskopie;
  • digitale Forensik;
  • Dokumentenprüfung;
  • forensische Statistik;
  • Brand- und Explosionsuntersuchung;
  • Kriminalanalyse;
  • Kriminologie.

Das Institut de hautes études en administration publique, kurz IDHEAP, bildet Fach- und Führungskräfte für öffentliche Verwaltungen aus und betreibt Forschung zu Staat, Politik und Verwaltungsmanagement.

Philosophische Fakultät

Die Faculté des lettres umfasst geistes- und kulturwissenschaftliche Disziplinen.

Dazu gehören:

  • Geschichte;
  • Archäologie;
  • Kunstgeschichte;
  • Philosophie;
  • Sprachwissenschaft;
  • Literaturwissenschaft;
  • Filmwissenschaft;
  • Musikwissenschaft;
  • klassische Altertumswissenschaften;
  • moderne europäische Sprachen;
  • asiatische und orientalische Studien;
  • Digital Humanities.

Zur Fakultät gehört auch die École de français langue étrangère. Sie bietet französische Sprach- und Kulturprogramme für internationale Studierende an.

Die Universität leitet zudem die Schweizerische Archäologische Schule in Griechenland, die langfristige Ausgrabungs- und Forschungsprojekte in Eretria durchführt.

Fakultät für Sozial- und Politikwissenschaften

Die Fakultät gehört gemessen an der Studierendenzahl zu den grössten Einheiten der Universität.

Sie umfasst unter anderem:

  • Politikwissenschaft;
  • Soziologie;
  • Psychologie;
  • Sozialpolitik;
  • Bildungswissenschaft;
  • Sportwissenschaft;
  • Kommunikations- und Medienforschung;
  • Geschlechterforschung;
  • Sozialanthropologie.

Ein wichtiger Schwerpunkt liegt auf der Verbindung empirischer Forschung mit gesellschaftlichen und politischen Fragestellungen.

HEC Lausanne

HEC Lausanne ist die wirtschaftswissenschaftliche Fakultät der Universität.

Ihre Hauptgebiete sind:

  • Betriebswirtschaft;
  • Volkswirtschaft;
  • Finanzwissenschaft;
  • Rechnungswesen;
  • Marketing;
  • Management;
  • Wirtschaftsinformatik;
  • Statistik;
  • Versicherungsmathematik;
  • Unternehmensbesteuerung;
  • nachhaltige Wirtschaft.

HEC Lausanne gehört zu den traditionsreichsten wirtschaftswissenschaftlichen Hochschulen der Schweiz.

Die Fakultät steht in der Tradition der Lausanner Schule der Nationalökonomie, die im späten 19. Jahrhundert durch Léon Walras und Vilfredo Pareto geprägt wurde.

Fakultät für Biologie und Medizin

Die Fakultät entstand 2003 aus der Zusammenführung biologischer und medizinischer Disziplinen.

Sie arbeitet eng mit dem CHUV, Unisanté, dem Universitätsspital für Augenheilkunde Jules-Gonin und weiteren medizinischen Einrichtungen zusammen.

Zu ihren Bereichen gehören:

  • Humanmedizin;
  • Biologie;
  • Biochemie;
  • Molekularbiologie;
  • Mikrobiologie;
  • Immunologie;
  • Neurowissenschaften;
  • Krebsforschung;
  • Genetik;
  • öffentliche Gesundheit;
  • Pflegewissenschaft;
  • klinische Forschung.

Die medizinische Ausbildung findet sowohl auf dem Campus Dorigny als auch an Klinikstandorten in Lausanne statt.

Fakultät für Geowissenschaften und Umwelt

Die Fakultät für Geowissenschaften und Umwelt wurde 2003 gegründet.

Ihre Forschung behandelt die Beziehungen zwischen Erde, Umwelt und Gesellschaft.

Zu den Fachgebieten gehören:

  • Geologie;
  • physische Geographie;
  • Humangeographie;
  • Umweltwissenschaften;
  • Hydrologie;
  • Klimaforschung;
  • Geomorphologie;
  • Naturgefahren;
  • Stadt- und Regionalentwicklung;
  • politische Ökologie;
  • Nachhaltigkeitsforschung.

Die Fakultät ist überwiegend im Gebäude Géopolis untergebracht.

Studium

Studienstruktur

Die Studiengänge entsprechen dem Bologna-System.

Das Studium ist in drei Hauptstufen gegliedert:

Stufe Üblicher Umfang Abschluss
Bachelor 180 ECTS-Punkte Bachelor of Arts, Bachelor of Science oder Bachelor of Law
Master 90 oder 120 ECTS-Punkte Master of Arts, Master of Science oder Master of Law
Doktorat je nach Fach unterschiedlich Doktorgrad beziehungsweise PhD

Ein ECTS-Punkt entspricht einer durchschnittlichen Arbeitsleistung von ungefähr 25 bis 30 Stunden.

Studierende nach Ausbildungsstufe

Studierende im Herbstsemester 2025
Ausbildungsstufe Studierende
Bachelor 8'526
Master 5'819
Doktorat 2'542
Diplome der École de français langue étrangère 152
Master of Advanced Studies 573
Ergänzende Ausbildungen 33
Ohne angestrebten Abschluss 18
Gesamt 17'663

2025 wurden 4'276 akademische Abschlüsse verliehen. Nicht mitgerechnet waren dabei die Abschlüsse der Fremdsprachenschule und der gemeinsamen Weiterbildung von UNIL und EPFL.[1]

Unterrichtssprache

Die wichtigste Unterrichtssprache ist Französisch.

Von internationalen Studierenden werden je nach Studiengang ausreichende Französischkenntnisse verlangt.

Auf Master- und Doktoratsstufe werden zahlreiche Programme vollständig oder teilweise auf Englisch angeboten. Dies betrifft besonders:

  • Wirtschaftswissenschaften;
  • Biologie;
  • Medizin;
  • Umweltwissenschaften;
  • internationale Studiengänge;
  • Doktoratsprogramme.

Zulassung

Die Zulassung zu einem Bachelorstudium setzt gewöhnlich eine schweizerische gymnasiale Maturität oder einen als gleichwertig anerkannten ausländischen Abschluss voraus.

Für einzelne Studienrichtungen bestehen zusätzliche Anforderungen.

Das Medizinstudium unterliegt einer schweizweit koordinierten Zulassungsbeschränkung. Bei einer zu hohen Zahl von Bewerbungen entscheidet der Eignungstest für das Medizinstudium über die Vergabe der Studienplätze.

Weiterbildung

UNIL und EPFL betreiben ein gemeinsames Angebot für universitäre Weiterbildung.

Zu den Abschlüssen gehören:

  • Certificate of Advanced Studies;
  • Diploma of Advanced Studies;
  • Master of Advanced Studies;
  • Mikro-Zertifikate;
  • kurze berufsbegleitende Programme.

2025 nahmen 5'992 Personen an Weiterbildungsangeboten von UNIL oder EPFL teil. Das Gesamtangebot umfasste 334 Programme.[8]

Forschung

Die Universität besitzt mehr als 200 Forschungseinheiten.[9]

Die Forschung ist häufig interdisziplinär und wird gemeinsam mit schweizerischen und internationalen Partnern durchgeführt.

Wichtige Forschungsbereiche sind:

  • Lebenswissenschaften;
  • Medizin;
  • Krebsforschung;
  • Immunologie;
  • Neurowissenschaften;
  • Mikrobiologie;
  • Genomik;
  • Umwelt und Klima;
  • Geologie;
  • Nachhaltigkeit;
  • Recht und Verwaltung;
  • Kriminalwissenschaften;
  • Wirtschaft und Finanzmärkte;
  • Politik und Gesellschaft;
  • Geschichte, Sprache und Kultur.

Medizinische Forschung

Die medizinische Forschung findet vor allem in Zusammenarbeit mit dem CHUV statt.

Das Netzwerk umfasst Grundlagenforschung, klinische Forschung und Patientenversorgung.

Bedeutende Gebiete sind:

  • Onkologie;
  • Immuntherapie;
  • Neurologie;
  • Herz-Kreislauf-Medizin;
  • Infektionskrankheiten;
  • Stoffwechsel;
  • Psychiatrie;
  • Präzisionsmedizin;
  • öffentliche Gesundheit.

Das Agora-Krebsforschungszentrum vereint Forschende der UNIL, des CHUV, der EPFL, des Ludwig Institute for Cancer Research und weiterer Institutionen.

Kriminalwissenschaften

Die École des sciences criminelles besitzt eine international anerkannte Spezialisierung auf die wissenschaftliche Untersuchung von Straftaten.

Sie verbindet Naturwissenschaften, Statistik, Informatik, Recht und Sozialwissenschaften.

Forschungsschwerpunkte sind:

  • Bewertung forensischer Beweise;
  • Wahrscheinlichkeitsmodelle;
  • digitale Spuren;
  • Fingerabdrücke;
  • DNA- und biologische Spuren;
  • chemische Spurenanalyse;
  • kriminalistische Informationssysteme;
  • Kriminalitätsentwicklung.

Umwelt- und Nachhaltigkeitsforschung

Die Universität beschäftigt sich intensiv mit ökologischen und gesellschaftlichen Transformationsprozessen.

Untersucht werden unter anderem:

  • Klimawandel;
  • Biodiversitätsverlust;
  • Wasserressourcen;
  • Naturgefahren;
  • Ernährungssysteme;
  • Energiepolitik;
  • nachhaltige Städte;
  • soziale Ungleichheit;
  • Umweltrecht;
  • politische Steuerung der ökologischen Transformation.

Das Centre interdisciplinaire de durabilité verbindet Forschende verschiedener Fakultäten.

Open Science

Die Universität unterstützt Open Access und offene Wissenschaft.

2025 waren 78 Prozent der im institutionellen Informationssystem IRIS erfassten Publikationen frei zugänglich, teilweise nach Ablauf einer Sperrfrist.

Im selben Jahr waren in IRIS unter anderem verzeichnet:

  • 4'806 wissenschaftliche Artikel;
  • 400 Beiträge in Sammelwerken;
  • 389 Dissertationen;
  • 119 Bücher.

Die Universität fördert zusätzlich:

  • offene Forschungsdaten;
  • transparente Forschungsmethoden;
  • langfristige Datenarchivierung;
  • frei zugängliche Lehrmaterialien;
  • verantwortungsvolle Forschungsbewertung.

Zusammenarbeit mit anderen Institutionen

EPFL

Die wichtigste akademische Partnerin der UNIL ist die benachbarte EPFL.

Beide Hochschulen teilen einen zusammenhängenden Campusraum und arbeiten in zahlreichen Bereichen zusammen.

Gemeinsame Aktivitäten bestehen unter anderem in:

  • Lebenswissenschaften;
  • Neurowissenschaften;
  • Umweltforschung;
  • Datenwissenschaft;
  • Medizintechnik;
  • Sport;
  • Bibliotheksdiensten;
  • Weiterbildung;
  • Innovation und Unternehmensgründung.

Studierende können je nach Programm Lehrveranstaltungen an der jeweils anderen Hochschule besuchen.

CHUV

Das Centre hospitalier universitaire vaudois ist der zentrale klinische Partner der Fakultät für Biologie und Medizin.

Professorinnen und Professoren können gleichzeitig akademische Funktionen an der UNIL und klinische Leitungsfunktionen am CHUV ausüben.

Die gemeinsame universitäre Medizin umfasst:

  • medizinische Ausbildung;
  • ärztliche Weiterbildung;
  • klinische Studien;
  • Grundlagenforschung;
  • hochspezialisierte Versorgung;
  • Innovation im Gesundheitswesen.

Weitere Partner

Weitere wichtige Partner sind:

  • Unisanté;
  • Institut universitaire de médecine sociale et préventive;
  • Schweizerisches Institut für Bioinformatik;
  • Ludwig Institute for Cancer Research;
  • École hôtelière de Lausanne;
  • Haute école pédagogique du canton de Vaud;
  • Fachhochschulen der Westschweiz;
  • Universitäten der französischsprachigen Schweiz.

Campus Dorigny

Lage

Der Campus Dorigny liegt westlich des Lausanner Stadtzentrums zwischen dem Genfersee, der Bahnlinie Lausanne–Genf und den Siedlungsgebieten von Chavannes-près-Renens und Ecublens.

Der Fluss Chamberonne durchquert das Campusgelände.

Die parkartige Anlage umfasst:

  • Unterrichtsgebäude;
  • Forschungsinstitute;
  • Bibliotheken;
  • Mensen;
  • Sportanlagen;
  • Wiesen;
  • Wälder;
  • historische Bauernhäuser;
  • studentische Wohngebäude.

Der Campus geht ohne klare bauliche Grenze in das Gelände der EPFL über.

Wichtige Gebäude

Bedeutende Gebäude des Campus
Gebäude Hauptnutzung
Unicentre Universitätsleitung, zentrale Verwaltung und Dienstleistungen
Unithèque Kantons- und Universitätsbibliothek, Lernplätze und Gastronomie
Anthropole Geisteswissenschaften und Sprachfächer
Internef Rechtswissenschaften und HEC Lausanne
Géopolis Sozial- und Politikwissenschaften sowie Geowissenschaften und Umwelt
Amphimax grosse Hörsäle und Unterrichtsräume
Amphipôle Unterricht, Labore und wissenschaftliche Einrichtungen
Biophore Biologie und Lebenswissenschaften
Génopode Genomik und molekulare Biowissenschaften
Synathlon Sportwissenschaft, Sportorganisationen und Verwaltung
Vortex studentisches Wohnen und Gemeinschaftseinrichtungen
Château de Dorigny Repräsentations- und Veranstaltungsräume
La Grange de Dorigny Theater und Kulturveranstaltungen

Unithèque

Die Unithèque wird wegen ihrer gebogenen Form häufig als «Banane» bezeichnet.

Sie ist ein Hauptstandort der Bibliothèque cantonale et universitaire de Lausanne, kurz BCUL.

Das Gebäude beherbergt:

  • Lesesäle;
  • Buchbestände;
  • Gruppenarbeitsräume;
  • individuelle Lernplätze;
  • Medienangebote;
  • Restaurant und Cafeteria.

Eine umfangreiche Erweiterung wurde 2025 eröffnet. Sie vergrösserte die Kapazität der Bibliothek und schuf zusätzliche Lern- und Begegnungsräume.

Vortex

Das Vortex ist ein ringförmiges Wohngebäude am Rand des Campus.

Es wurde zunächst als Unterkunft für Teilnehmende der Olympischen Jugend-Winterspiele 2020 genutzt und danach in ein studentisches Wohnhaus umgewandelt.

Das Gebäude bietet Raum für ungefähr 1'200 Bewohnerinnen und Bewohner.

Neben Wohnungen befinden sich im Vortex:

  • Gemeinschaftsräume;
  • Kinderbetreuung;
  • Geschäfte;
  • Gastronomie;
  • kulturelle Einrichtungen;
  • Räume für akademische Gäste.

Sportanlagen

UNIL und EPFL betreiben gemeinsam ein grosses Hochschulsportangebot.

Die Anlagen am See umfassen:

  • Fussballplätze;
  • Leichtathletikanlagen;
  • Tennisplätze;
  • Sporthallen;
  • Fitnessräume;
  • Wassersportzentrum;
  • Beachvolleyballfelder;
  • Laufstrecken.

Studierende und Mitarbeitende können aus zahlreichen Sportarten wählen.

Verkehrsanbindung

Der Campus wird durch die Metrolinie M1 erschlossen.

Wichtige Haltestellen sind:

  • UNIL-Chamberonne;
  • UNIL-Mouline;
  • UNIL-Sorge.

Die M1 verbindet den Campus mit:

  • Lausanne-Flon;
  • Bahnhof Renens;
  • EPFL;
  • Ecublens.

Zusätzlich verkehren Buslinien. Durch den Campus führen regionale Fuss- und Velowege.

Weitere Standorte

CHUV und Bugnon

Im Gebiet Bugnon nördlich des Lausanner Stadtzentrums befinden sich das CHUV und zahlreiche medizinische Institute der Universität.

Dort liegen unter anderem Einrichtungen für:

  • Anatomie;
  • Pathologie;
  • Pharmakologie;
  • Neurowissenschaften;
  • klinische Forschung;
  • medizinische Lehre.

Epalinges

Auf dem Biopôle-Campus in Epalinges befinden sich Forschungsgruppen aus Biomedizin, Immunologie, Genetik und Infektionsbiologie.

Der Standort fördert die Zusammenarbeit zwischen Universität, CHUV, Start-up-Unternehmen und international tätigen Biotechnologiefirmen.

Prilly und Cery

Die psychiatrische Universitätsversorgung besitzt wichtige Einrichtungen im Gebiet Cery bei Prilly.

Dort werden psychiatrische Versorgung, Forschung, Lehre und Weiterbildung miteinander verbunden.

Bibliotheken und Sammlungen

Die wichtigste Bibliothekspartnerin der Universität ist die Bibliothèque cantonale et universitaire de Lausanne.

Sie betreibt mehrere Standorte, darunter:

  • Unithèque;
  • Internef;
  • Riponne;
  • medizinische Bibliotheken.

Die Bibliotheken bieten:

  • gedruckte Bücher;
  • historische Bestände;
  • Zeitschriften;
  • elektronische Medien;
  • Datenbanken;
  • Forschungsunterstützung;
  • Publikationsberatung;
  • Lernplätze.

Die Universität besitzt ausserdem zahlreiche wissenschaftliche Sammlungen in den Bereichen:

  • Archäologie;
  • Geologie;
  • Biologie;
  • Medizin;
  • Kunstgeschichte;
  • Film;
  • Handschriften;
  • Sprachwissenschaft.

Ein Teil der historischen naturwissenschaftlichen Sammlungen befindet sich heute in den kantonalen Museen im Palais de Rumine.

Internationalisierung

Die UNIL unterhält Partnerschaften mit Hochschulen in Europa, Afrika, Amerika und Asien.

Sie beteiligt sich an:

  • Studierendenaustausch;
  • gemeinsamen Masterprogrammen;
  • internationalen Doktoratsprogrammen;
  • Forschungsnetzwerken;
  • Gastprofessuren;
  • Sommerschulen;
  • Doppelabschlussprogrammen.

Die Universität ist Mitglied der europäischen Hochschulallianz CIVIS.

CIVIS verbindet Universitäten aus mehreren europäischen und afrikanischen Ländern. Die Allianz entwickelt gemeinsame Lehrprogramme, Forschungsprojekte und Formen der akademischen Mobilität.

Von Oktober 2025 bis März 2026 führte die Universität Lausanne den Vorsitz im Rat der Rektorinnen und Rektoren von CIVIS.[10]

Studentisches Leben

Studierendenvertretung

Die Fédération des associations d'étudiant·e·x·s vertritt die Interessen der Studierenden gegenüber der Universitätsleitung und den kantonalen Behörden.

Zu ihren Aufgaben gehören:

  • hochschulpolitische Vertretung;
  • Beratung;
  • Unterstützung studentischer Vereine;
  • Mitwirkung in Kommissionen;
  • Organisation von Veranstaltungen;
  • soziale und kulturelle Projekte.

Daneben bestehen Fachschaften und Vereinigungen für einzelne Studienrichtungen.

Vereine

Auf dem Campus sind zahlreiche studentische Organisationen aktiv.

Sie beschäftigen sich mit:

  • Wissenschaft;
  • Politik;
  • Kultur;
  • Nachhaltigkeit;
  • Musik;
  • Theater;
  • internationalem Austausch;
  • Unternehmertum;
  • Religion;
  • Sport;
  • gesellschaftlichem Engagement.

Kultur

Das Théâtre La Grange ist das wichtigste Kulturzentrum des Campus.

Es bietet:

  • Theater;
  • Tanz;
  • Konzerte;
  • Performances;
  • Diskussionen;
  • wissenschaftlich-künstlerische Projekte.

Das studentische Magazin L'auditoire berichtet über Hochschulpolitik, Studium, Kultur und das Leben auf dem Campus.

Wohnen

Die Nachfrage nach studentischem Wohnraum in der Region Lausanne ist hoch.

Wohnmöglichkeiten bieten unter anderem:

  • Vortex;
  • Wohnheime der Fondation Maisons pour Étudiants Lausanne;
  • Wohngemeinschaften;
  • private Mietwohnungen;
  • Zimmer bei Gastfamilien.

Hohe Mieten und Wohnungsknappheit gehören zu den wichtigsten sozialen Herausforderungen für Studierende.

Nachhaltigkeit

Die Universität verfolgt eine umfassende Strategie zur ökologischen und sozialen Transformation.

2024 wurde CAP2037 als langfristige Strategie für die ökologische Transition beschlossen.

Sie umfasst 20 Ziele, von denen 17 mit messbaren Vorgaben verbunden sind.

Die Strategie behandelt unter anderem:

  • Treibhausgasemissionen;
  • Biodiversität;
  • Mobilität;
  • Ernährung;
  • Energieverbrauch;
  • Gebäude;
  • Beschaffung;
  • Forschungspraktiken;
  • digitale Infrastruktur;
  • Lehre und Weiterbildung.

Der Campus Dorigny besitzt grosse Wiesen-, Wald- und Uferflächen. Die Universität versucht, diese als Lebensräume und ökologische Korridore zu erhalten.

Zu den Massnahmen gehören:

  • extensive Pflege von Wiesen;
  • Verzicht auf bestimmte Pestizide;
  • Förderung einheimischer Pflanzen;
  • Schutz alter Bäume;
  • ökologische Bewirtschaftung;
  • Reduktion von Lebensmittelabfällen;
  • Ausbau vegetarischer Angebote;
  • Förderung von Bahn- und Veloverkehr;
  • energetische Sanierung von Gebäuden.

Wissenstransfer und Innovation

Die Universität unterstützt die praktische Nutzung wissenschaftlicher Ergebnisse.

Forschende werden bei folgenden Aufgaben beraten:

  • Patentierung;
  • Lizenzierung;
  • Gründung von Unternehmen;
  • Zusammenarbeit mit öffentlichen Einrichtungen;
  • Kooperation mit Unternehmen;
  • Vermittlung wissenschaftlicher Erkenntnisse.

Gemeinsam mit der EPFL, dem CHUV und weiteren Partnern bildet die UNIL einen bedeutenden Teil des Innovationsstandorts Lausanne.

Aus der Universität hervorgegangene Unternehmen sind besonders in folgenden Bereichen tätig:

  • Biotechnologie;
  • Medizin;
  • Diagnostik;
  • Umwelttechnologie;
  • digitale Forensik;
  • Datenanalyse;
  • Finanzdienstleistungen;
  • Bildungsangebote.

Bekannte Persönlichkeiten

Lehrende und Forschende

  • Théodore de Bèze, reformierter Theologe und Leiter der Akademie
  • Pierre Viret, Reformator
  • Jean Barbeyrac, Rechtswissenschaftler
  • Alexandre Vinet, Theologe und Literaturkritiker
  • Léon Walras, Ökonom und Begründer der allgemeinen Gleichgewichtstheorie
  • Vilfredo Pareto, Ökonom und Soziologe
  • Rodolphe Archibald Reiss, Kriminalwissenschaftler
  • Jean Piaget, Entwicklungspsychologe
  • César Roux, Chirurg
  • Jacques Dubochet, Biophysiker und Nobelpreisträger
  • Nuria Hernandez, Biologin und Rektorin von 2016 bis 2021
  • Frédéric Herman, Geowissenschaftler und Rektor von 2021 bis 2026
  • Christophe Champod, Kriminalwissenschaftler und Rektor ab 2026

Jacques Dubochet

Jacques Dubochet war von 1987 bis 2007 Professor für Biophysik an der Universität Lausanne.

Er entwickelte entscheidende Methoden der Kryoelektronenmikroskopie. Dabei werden biologische Moleküle sehr schnell eingefroren, ohne dass schädigende Eiskristalle entstehen.

2017 erhielt Dubochet gemeinsam mit Joachim Frank und Richard Henderson den Nobelpreis für Chemie.

Michel Mayor

Der Astronom Michel Mayor schloss 1966 ein Studium der Physik an der Universität Lausanne ab.

Gemeinsam mit Didier Queloz entdeckte er 1995 den ersten Planeten, der einen sonnenähnlichen Stern umkreist.

2019 erhielt Mayor gemeinsam mit Queloz eine Hälfte des Nobelpreises für Physik.

Weitere ehemalige Studierende

Zu den bekannten Personen, die an der Universität studierten oder einen Teil ihrer Ausbildung dort absolvierten, gehören:

  • Charles Ferdinand Ramuz, Schriftsteller
  • Alexandre Yersin, Arzt und Bakteriologe
  • Benjamin Constant, Schriftsteller und Politiker
  • Pascal Couchepin, Bundesrat
  • Jean-Pascal Delamuraz, Bundesrat
  • Micheline Calmy-Rey, Bundesrätin
  • Pierre Aubert, Bundesrat
  • Carla Del Ponte, Juristin und internationale Chefanklägerin
  • Daniel Brélaz, Mathematiker und Politiker

Bedeutung

Die Universität Lausanne gehört zu den grössten Hochschulen der französischsprachigen Schweiz.

Sie besitzt besondere Bedeutung für:

  • die medizinische Versorgung und Forschung im Kanton Waadt;
  • die Ausbildung von Juristen und Verwaltungsfachleuten;
  • Wirtschafts- und Sozialwissenschaften;
  • kriminalwissenschaftliche Forschung;
  • Umwelt- und Nachhaltigkeitsforschung;
  • das kulturelle Leben der Westschweiz;
  • die internationale Ausstrahlung des Hochschulstandorts Lausanne.

Gemeinsam mit EPFL, CHUV und weiteren Hochschulen bildet sie einen der bedeutendsten Bildungs- und Forschungsräume der Schweiz.

Herausforderungen

Die Universität steht vor mehreren langfristigen Herausforderungen.

Dazu gehören:

  • weiteres Wachstum der Studierendenzahl;
  • Bereitstellung ausreichender Unterrichtsräume;
  • Wohnungsmangel in der Region Lausanne;
  • Finanzierung von Lehre und Forschung;
  • Erneuerung älterer Campusgebäude;
  • digitale Transformation;
  • verantwortungsvoller Umgang mit künstlicher Intelligenz;
  • Sicherung der wissenschaftlichen Integrität;
  • Verringerung der Umweltbelastung;
  • Gleichstellung und soziale Teilhabe;
  • Schutz der akademischen Freiheit.

Die Universitätsleitung betrachtet insbesondere die finanzielle Stabilität, die Autonomie der Hochschule und den verantwortungsvollen Einsatz künstlicher Intelligenz als zentrale Aufgaben der kommenden Jahre.

Chronologie

Wichtige Ereignisse
Jahr Ereignis
1536 Bern erobert das Waadtland und führt die Reformation ein.
1537 Gründung der Lausanner Akademie.
1550er-Jahre Théodore de Bèze leitet die Akademie.
1803 Die Verantwortung für die Akademie geht an den neu gegründeten Kanton Waadt über.
1837 Säkularisierung und grundlegende Neuorganisation der Akademie.
1853 Gründung der École spéciale für Ingenieurwissenschaften.
1869 Eingliederung der technischen Schule und Einführung des Promotionsrechts.
1890 Gründung der medizinischen Fakultät und Umwandlung der Akademie in die Universität Lausanne.
1890 Frauen werden regulär zum Studium zugelassen.
1898–1906 Bau des Palais de Rumine.
1909 Gründung des Instituts für wissenschaftliche Polizei durch Rodolphe Archibald Reiss.
1911 Gründung der École des hautes études commerciales.
1937 Verleihung der umstrittenen Ehrendoktorwürde an Benito Mussolini.
1963 Der Kanton Waadt erwirbt das Gelände von Dorigny.
1968 Einführung eines eigenen Rektorats und grösserer finanzieller Selbständigkeit.
1969 Die technische Hochschule EPUL wird als EPFL vom Bund übernommen.
ab 1970 Schrittweiser Umzug der Universität auf den Campus Dorigny.
1991 Eröffnung der heutigen Metrolinie M1 zum Campus.
2003 Gründung der Fakultäten für Biologie und Medizin sowie für Geowissenschaften und Umwelt.
2005 Inkrafttreten des neuen waadtländischen Universitätsgesetzes.
2012 Eröffnung des Gebäudes Géopolis.
2018 Eröffnung des Synathlon.
2019 Fertigstellung des Wohngebäudes Vortex.
2020 Nutzung des Vortex während der Olympischen Jugend-Winterspiele.
2024 Verabschiedung der Nachhaltigkeitsstrategie CAP2037.
2025 Eröffnung der erweiterten Unithèque.
2025 Die Studierendenzahl erreicht 17'663.
1. August 2026 Christophe Champod übernimmt das Rektorat.

Siehe auch

Literatur

  • Henri Vuilleumier: L'Académie de Lausanne 1537–1890. Lausanne 1891.
  • Olivier Robert und Francesco Panese: Dictionnaire des professeurs de l'Université de Lausanne dès 1890. Universität Lausanne, Lausanne 2000.
  • De l'Académie à l'Université de Lausanne, 1537–1987. 450 ans d'histoire. Universität Lausanne, Lausanne 1987.
  • Karine Crousaz: L'Académie de Lausanne entre Humanisme et Réforme, ca. 1537–1560. Brill, Leiden und Boston 2012.
  • Nadja Maillard: L'Université de Lausanne à Dorigny. Infolio, Gollion 2013.
  • Dave Lüthi und Jean-Philippe Leresche: De la cité au campus. 40 ans de l'Université de Lausanne à Dorigny. Peter Lang, Bern 2013.
  • Universität Lausanne: Rapport annuel 2025. Lausanne 2026.

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 Enseignement en chiffres. In: Rapport annuel 2025 der Universität Lausanne. Abgerufen am 2026-07-23.
  2. Ressources humaines. In: Rapport annuel 2025 der Universität Lausanne. Abgerufen am 2026-07-23.
  3. Universität Lausanne. In: Historisches Lexikon der Schweiz. Abgerufen am 2026-07-23.
  4. Docteur Mussolini, un passé sensible. In: Universität Lausanne. Abgerufen am 2026-07-23.
  5. De la ville à la campagne, et réciproquement. In: Allez savoir!, Magazin der Universität Lausanne. 2017-01-26. Abgerufen am 2026-07-23.
  6. Christophe Champod sera le nouveau recteur de l'Université de Lausanne. In: Staat Waadt. 2025-10-09. Abgerufen am 2026-07-23.
  7. En direct du campus. In: Allez savoir!. 2026-05-26. Abgerufen am 2026-07-23.
  8. Rapport annuel 2025. In: Universität Lausanne. 2026. Abgerufen am 2026-07-23.
  9. Recherche en chiffres. In: Rapport annuel 2025 der Universität Lausanne. Abgerufen am 2026-07-23.
  10. Institution. In: Rapport annuel 2025 der Universität Lausanne. Abgerufen am 2026-07-23.

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