Starlink in der Schweiz

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Starlink in der Schweiz
Anbieter SpaceX beziehungsweise Starlink Internet Services Limited
Art des Dienstes Satellitengestützter Breitband-Internetzugang
Betriebsaufnahme August 2021
Satellitensystem Konstellation im niedrigen Erdorbit
Abkürzung der Umlaufbahn LEO
Verbindung zum Endgerät Ku-Band
Verbindungen zu Bodenstationen Ka- und E-Band
Angebote Privathaushalt, Reise, Unternehmen und mobile Anwendungen
Schweizer Mobilfunkpartner Salt für Direct to Cell
Website starlink.com/ch

Starlink in der Schweiz bezeichnet das Angebot des satellitengestützten Internetdienstes Starlink auf dem Gebiet der Schweiz. Der von dem US-amerikanischen Raumfahrtunternehmen SpaceX aufgebaute Dienst verwendet eine grosse Zahl von Satelliten im niedrigen Erdorbit, um Haushalte, Unternehmen und mobile Nutzer mit dem Internet zu verbinden. Der kommerzielle Betrieb in der Schweiz begann im August 2021.[1]

In der Schweiz wird Starlink vor allem als Alternative oder Ergänzung zu Glasfaser, Kabelinternet, DSL und Mobilfunk eingesetzt. Von besonderer Bedeutung ist der Dienst an abgelegenen Standorten, in Bergregionen, auf Landwirtschaftsbetrieben, in Ferienhäusern, auf Baustellen sowie an Orten, an denen ein leitungsgebundener Anschluss nur mit unverhältnismässig hohem Aufwand hergestellt werden könnte. In dicht besiedelten Gebieten mit leistungsfähigem Glasfaser- oder Kabelanschluss ist Starlink dagegen gewöhnlich kein gleichwertiger Ersatz hinsichtlich maximaler Kapazität und langfristiger Skalierbarkeit.

Neben dem klassischen Internetzugang über eine eigene Satellitenantenne entwickelt SpaceX gemeinsam mit dem Schweizer Mobilfunkanbieter Salt den Dienst Starlink Direct to Cell. Dabei sollen handelsübliche Mobiltelefone direkt mit entsprechend ausgerüsteten Satelliten kommunizieren können. Im Juli 2025 führte Salt in der Schweiz einen ersten nichtkommerziellen SMS-Test mit einer Bewilligung des Bundesamts für Kommunikation durch.[2]

Geschichte

SpaceX begann 2019 mit dem Aufbau der Starlink-Konstellation. Im Unterschied zu traditionellen Satelliteninternetdiensten mit Satelliten in einer geostationären Umlaufbahn verwendet Starlink zahlreiche Satelliten in wesentlich geringerer Höhe. Dadurch kann die Signallaufzeit reduziert werden, gleichzeitig sind jedoch eine grosse Satellitenzahl, ein dichtes Netz von Bodenstationen und eine fortlaufende Übergabe der Verbindung zwischen verschiedenen Satelliten erforderlich.

Der Betrieb von Starlink in der Schweiz wurde im August 2021 aufgenommen. SpaceX erklärte 2024 gegenüber dem BAKOM, dass seit diesem Zeitpunkt sowohl Schweizer Haushalte als auch Unternehmen mit Breitbanddiensten versorgt würden.[1]

Im März 2023 vereinbarten Salt und SpaceX eine Zusammenarbeit für satellitengestützte Mobilfunkverbindungen in der Schweiz. Salt war nach eigenen Angaben der erste europäische Telekommunikationsanbieter, der eine solche Partnerschaft mit SpaceX bekannt gab. Ziel war es, die terrestrische Mobilfunkabdeckung um eine satellitengestützte Reserveversorgung zu ergänzen.[3]

Im Januar 2024 startete SpaceX die ersten Starlink-Satelliten mit Direct-to-Cell-Technik. Die ursprünglich für Ende 2024 angekündigte Einführung von SMS-Diensten in der Schweiz verzögerte sich. Am 1. Juli 2025 meldete Salt den erfolgreichen Versand einer SMS über einen Starlink-Satelliten an ein gewöhnliches 4G-Smartphone. Der Versuch war nicht kommerziell und erfolgte auf Grundlage einer Bewilligung des BAKOM. Salt erklärte, dass eine reguläre Einführung weiterhin von den regulatorischen Vorgaben und den notwendigen Genehmigungen abhänge.[2]

Technische Grundlagen

Satelliten im niedrigen Erdorbit

Starlink verwendet Satelliten im sogenannten Low Earth Orbit oder LEO. Während ein geostationärer Kommunikationssatellit die Erde in einer Höhe von rund 35'786 Kilometern umkreist, bewegen sich Starlink-Satelliten in deutlich niedrigeren Umlaufbahnen. Die kürzere Entfernung verringert die Laufzeit der Funksignale und ermöglicht Reaktionszeiten, die wesentlich näher an terrestrischen Internetanschlüssen liegen als bei herkömmlichem geostationärem Satelliteninternet.

Da sich ein einzelner LEO-Satellit vom Boden aus betrachtet rasch über den Himmel bewegt, muss die Verbindung regelmässig an einen nachfolgenden Satelliten übergeben werden. Die Nutzerantenne verfolgt die Satelliten elektronisch und benötigt dafür keine mechanische Nachführung wie eine klassische, auf einen geostationären Satelliten ausgerichtete Parabolantenne.

Neuere Starlink-Satelliten verfügen teilweise über optische Verbindungen untereinander. Solche Laser-Verbindungen erlauben es, Daten zwischen Satelliten weiterzuleiten, bevor sie über eine geeignete Bodenstation in ein terrestrisches Netz übertragen werden. Dies ist besonders dort von Bedeutung, wo sich keine Bodenstation in unmittelbarer Nähe befindet.

Funkverbindungen

Nach Angaben von SpaceX kommunizieren die Endgeräte der Kundinnen und Kunden im Ku-Band mit den Satelliten. Für die Verbindungen zwischen Satelliten und Starlink-Bodenstationen werden unter anderem das Ka- und das E-Band verwendet.[1]

Die Antenne arbeitet mit elektronischer Strahlformung. Sie kann das Funksignal gezielt in Richtung eines vorbeiziehenden Satelliten bündeln, ohne dass die gesamte Antenne fortlaufend mechanisch bewegt werden muss. Das System wechselt automatisch zwischen den verfügbaren Satelliten.

Für eine stabile Verbindung benötigt das Endgerät einen möglichst freien Blick auf den Himmel. Bäume, Gebäude, Felswände, Dachvorsprünge und andere Hindernisse können regelmässige Unterbrechungen verursachen. In engen Alpentälern kann deshalb trotz grundsätzlich vorhandener Satellitenabdeckung die Wahl eines geeigneten Antennenstandorts schwierig sein.

Endgerät und Installation

Ein Starlink-System besteht in der Regel aus einer flachen Satellitenantenne, einer Halterung, einem Kabel, einem Netzteil und einem WLAN-Router. Die genaue Ausstattung hängt von der jeweiligen Gerätegeneration und dem gewählten Angebot ab. Die Antenne kann vorübergehend auf einem Ständer aufgestellt oder dauerhaft an einem Dach, einer Wand, einem Mast oder einer anderen erhöhten Position befestigt werden.

Die Grundeinrichtung ist für eine Selbstinstallation ausgelegt. Mit der Starlink-Anwendung kann vor der Montage geprüft werden, ob sich Hindernisse im Sichtfeld der Antenne befinden. Für dauerhafte Dach- und Fassadenmontagen vermittelt Starlink in der Schweiz auch externe Installationsbetriebe.[4]

Die Antenne muss nicht wie eine klassische Satellitenfernsehantenne dauerhaft auf eine bestimmte Position am südlichen Himmel ausgerichtet werden. Entscheidend ist vielmehr ein ausreichend grosser, unbehinderter Himmelsausschnitt. Eine fachgerechte Befestigung ist insbesondere in Gebieten mit starkem Wind, grossen Schneemengen oder hoher Dachlast wichtig.

Geschwindigkeit und Latenz

Die tatsächlich erreichbare Leistung hängt von der Auslastung der jeweiligen Funkzelle, dem gewählten Tarif, dem Endgerät, der Sicht zum Himmel, den Wetterbedingungen und dem lokalen WLAN ab. Starlink nennt für aktuelle Privatkundenangebote je nach Tarif Downloadgeschwindigkeiten von mehreren Dutzend bis zu mehreren Hundert Megabit pro Sekunde. Für den Tarif «Privathaushalt – Max» wurden in den Vertragsinformationen beispielsweise Downloadwerte von 50 bis 300 Mbit/s, Uploadwerte von 15 bis 35 Mbit/s und Latenzen von 25 bis 50 Millisekunden angegeben.[5]

Diese Werte sind keine garantierte Dauerleistung. In stark ausgelasteten Regionen oder zu Hauptnutzungszeiten kann die Übertragungsrate sinken. Auch kurze Unterbrechungen durch Hindernisse oder die Übergabe zwischen Satelliten können sich bei Videokonferenzen, Internettelefonie, Online-Spielen oder Fernzugriffen stärker bemerkbar machen als beim gewöhnlichen Abruf von Webseiten.

Verfügbarkeit und Tarife

Starlink kann an zahlreichen Adressen in der Schweiz bestellt werden. Die konkret verfügbaren Tarife und Geschwindigkeitsstufen werden jedoch für jede Adresse einzeln angezeigt. Einzelne Angebote mit fest begrenzter Geschwindigkeit stehen nur in ausgewählten Regionen zur Verfügung. Auch die verfügbare Netzkapazität kann sich regional verändern.

Die folgenden monatlichen Listenpreise wurden auf der Schweizer Starlink-Website am 28. Juli 2026 ausgewiesen:[6]

Tarif Vorgesehene Nutzung Daten und Geschwindigkeit Monatlicher Preis
Privathaushalt – 100 Mbit/s Fester Wohn- oder Nutzungsort Unbegrenztes Datenvolumen, Download auf 100 Mbit/s begrenzt CHF 35
Privathaushalt – 200 Mbit/s Fester Wohn- oder Nutzungsort Unbegrenztes Datenvolumen, Download auf 200 Mbit/s begrenzt CHF 50
Privathaushalt – Max Fester Wohn- oder Nutzungsort Maximale am Standort verfügbare Geschwindigkeit und höchste Priorität unter den Privathaushaltstarifen CHF 70
Reise – 100 GB Wohnmobil, Camping und wechselnde Standorte 100 GB Hochgeschwindigkeitsdaten, danach unbegrenzte Daten mit reduzierter Geschwindigkeit CHF 45
Reise unbegrenzt Mobile und wechselnde Nutzung Unbegrenztes Datenvolumen gemäss den Bedingungen des Reisetarifs CHF 90

Zu den monatlichen Kosten können Ausgaben für das Endgerät, Versand, zusätzliche Halterungen oder eine professionelle Installation kommen. Preise, Aktionsangebote, Gerätebedingungen und verfügbare Tarifmodelle werden von Starlink regelmässig geändert. Für Unternehmen existieren eigene Prioritäts- und Mobilitätsangebote, deren Kosten unter anderem vom enthaltenen priorisierten Datenvolumen abhängen.

Bei Privathaushaltstarifen ist die Nutzung grundsätzlich an einen festen Standort gebunden. Eine Verwendung während der Fahrt ist bei diesen Angeboten nicht erlaubt. Für Fahrzeuge, Wohnmobile und häufig wechselnde Einsatzorte sind die Reise- beziehungsweise Mobilitätsangebote vorgesehen.[7]

Einsatzgebiete in der Schweiz

Abgelegene Wohn- und Ferienhäuser

In ländlichen Gebieten kann Starlink einen Breitbandzugang ermöglichen, wenn nur langsames DSL verfügbar ist und weder ein Kabel- noch ein Glasfaseranschluss besteht. Dies betrifft unter anderem Einzelhöfe, abgelegene Wohngebäude, Maiensässe und Ferienhäuser.

Bei saisonal genutzten Liegenschaften kann ein mobiles oder pausierbares Angebot interessant sein. Die Antenne benötigt jedoch auch bei nur gelegentlicher Nutzung einen geeigneten Aufstellort und eine zuverlässige Stromversorgung.

Alpen, Berghütten und Tourismus

Für Berghütten, Bergrestaurants und touristische Anlagen kann Satelliteninternet eine Alternative zu Richtfunk oder aufwendigen Kabelverbindungen darstellen. Eine Installation ist allerdings nicht an jedem alpinen Standort problemlos möglich. Steile Felswände können Teile des Himmels verdecken, und Schnee, Vereisung, starke Windbelastung sowie Blitzeinschläge stellen besondere Anforderungen an Montage und Stromversorgung.

Die Antenne verfügt über eine Heizfunktion, mit der Schnee abgeschmolzen werden kann. Dies ersetzt jedoch nicht in jedem Fall die regelmässige Kontrolle der Anlage. Bei starkem Schneefall können sich Schneeverwehungen oder Eis an der Halterung und am Kabel bilden.

Landwirtschaft und Gewerbe

Landwirtschaftsbetriebe können Starlink für Büroarbeiten, Maschinenüberwachung, Kamerasysteme, Wetterstationen und die Kommunikation auf abgelegenen Betriebsflächen einsetzen. Bei Unternehmen kommt der Dienst sowohl als Hauptanschluss an schwer erschliessbaren Standorten als auch als Reserveverbindung infrage.

Da die Privatkundentarife nicht für eine intensive geschäftliche oder unternehmerische Nutzung vorgesehen sind, bietet Starlink eigene Unternehmens- und Prioritätstarife an. Diese unterscheiden sich hinsichtlich Datenpriorität, Support, öffentlicher IP-Optionen und möglicher Servicezusagen.

Baustellen und Veranstaltungen

Auf Baustellen, temporären Arbeitsplätzen, bei Filmproduktionen und bei Veranstaltungen kann Starlink schneller eingerichtet werden als ein neuer leitungsgebundener Anschluss. Benötigt werden im Wesentlichen Strom, ein geeigneter Antennenstandort und ein lokales Netzwerk.

Die Nutzung an einer Veranstaltung mit vielen gleichzeitig verbundenen Geräten erfordert eine sorgfältige Planung. Die Kapazität eines einzelnen Starlink-Anschlusses ist begrenzt und wird mit anderen Nutzerinnen und Nutzern derselben Funkzelle geteilt.

Reserve- und Krisenkommunikation

Starlink kann als Reserve dienen, wenn ein lokales Kabel beschädigt wird oder ein terrestrischer Netzanbieter ausfällt. Eine solche Redundanz ist jedoch nur wirksam, wenn auch Router, Antenne und lokale Netzwerkgeräte über eine unabhängige Stromversorgung verfügen. Bei einem allgemeinen Stromausfall ist deshalb beispielsweise eine unterbrechungsfreie Stromversorgung, ein Batteriesystem oder ein Generator erforderlich.

Auch Starlink selbst kann von technischen Störungen, Problemen an Bodenstationen, Softwarefehlern oder einer Überlastung des Netzes betroffen sein. Der Dienst sollte daher nicht als alleinige Kommunikationsmöglichkeit für sicherheitskritische Anwendungen betrachtet werden.

Direct to Cell mit Salt

Starlink Direct to Cell unterscheidet sich grundlegend vom normalen Starlink-Internetzugang. Für den klassischen Dienst ist eine spezielle Starlink-Antenne erforderlich. Direct to Cell soll dagegen mit gewöhnlichen LTE-fähigen Mobiltelefonen funktionieren.

Die entsprechend ausgerüsteten Starlink-Satelliten besitzen Mobilfunktechnik, die aus Sicht eines Mobiltelefons ähnlich wie eine weit entfernte Mobilfunkantenne arbeitet. Die Verbindung verwendet Frequenzen eines terrestrischen Mobilfunkpartners. In der Schweiz ist dies Salt. Die Satelliten werden dabei technisch in das Mobilfunknetz integriert und können Verbindungen herstellen, wenn keine geeignete terrestrische Mobilfunkzelle erreichbar ist.

Salt und SpaceX kündigten ihre Partnerschaft im März 2023 an. Nach dem Start der ersten Direct-to-Cell-Satelliten im Januar 2024 war zunächst die Einführung von Textnachrichten vorgesehen. Sprach- und Datendienste sollten in späteren Entwicklungsphasen folgen.[3]

Am 1. Juli 2025 gelang Salt nach eigenen Angaben als erstem europäischen Mobilfunkanbieter ein erfolgreicher SMS-Test über das Starlink-Direct-to-Cell-Netz. Die Nachricht wurde über einen Satelliten an ein handelsübliches 4G-Smartphone übertragen. Weder ein spezielles Satellitentelefon noch eine zusätzliche Anwendung war erforderlich.[2]

Der Test fand mit einer besonderen Bewilligung des BAKOM statt und war nicht kommerziell. Salt wies ausdrücklich darauf hin, dass die Markteinführung satellitengestützter Mobilfunkdienste in der Schweiz von regulatorischen Vorgaben und weiteren Genehmigungen abhängig ist. Die Technik ist als Ergänzung des bestehenden Mobilfunknetzes vorgesehen und nicht als Ersatz für terrestrische Antennen.

Mögliche Einsatzgebiete sind Alpentäler, unbesiedelte Bergregionen und andere Gebiete ohne Mobilfunkempfang. Darüber hinaus könnte Direct to Cell bei Naturereignissen oder bei einem Ausfall terrestrischer Infrastruktur eine zusätzliche Kommunikationsebene bieten. Die Kapazität einer Satellitenzelle ist jedoch wesentlich geringer als diejenige eines gut ausgebauten terrestrischen Mobilfunknetzes. Die Technik eignet sich daher zunächst vor allem für Nachrichten und grundlegende Kommunikation, nicht für die vollständige Übernahme des gewöhnlichen mobilen Datenverkehrs.

Regulierung

Für das Frequenzmanagement und die Aufsicht über Funkanlagen ist in der Schweiz das Bundesamt für Kommunikation zuständig. Das BAKOM koordiniert Frequenznutzungen, bearbeitet Konzessionsgesuche für Satellitenfunk und vertritt die Schweiz bei internationalen Frequenzverfahren der Internationalen Fernmeldeunion. Es legt ausserdem fest, welche Frequenzbereiche von einer Konzessionspflicht ausgenommen sind.[8]

Der kommerzielle Starlink-Betrieb muss die schweizerischen Bestimmungen über Fernmeldedienste, Frequenznutzung, Funkanlagen und elektromagnetische Verträglichkeit einhalten. Für neue Anwendungen wie Direct to Cell sind zusätzliche technische Prüfungen und regulatorische Entscheidungen erforderlich, da die Satelliten Frequenzbereiche verwenden, die Schweizer Mobilfunkanbietern zugeteilt wurden.

SpaceX beteiligte sich 2024 an einer öffentlichen Konsultation des BAKOM über die künftige Nutzung von Schweizer Mobilfunkfrequenzen. Das Unternehmen sprach sich für Regelungen aus, die satellitengestützte Direktverbindungen zu Mobiltelefonen ermöglichen, und verwies dabei auf die Partnerschaft mit Salt.[1]

Montage an Gebäuden

Telekommunikationsrechtlich verfügbare Dienste dürfen nicht automatisch an jedem beliebigen Gebäude ohne weitere Zustimmung installiert werden. Eine fest mit Dach oder Fassade verbundene Antenne kann eine bauliche Veränderung darstellen. Mieterinnen und Mieter sollten deshalb vor einer festen Montage die Zustimmung der Vermieterschaft einholen.

Der Mieterinnen- und Mieterverband weist darauf hin, dass bei fest installierten Satellitenantennen kein uneingeschränktes Recht auf eine Montage gegen den Willen der Vermieterschaft besteht. In geschützten Ortsbildern können öffentliche Bauvorschriften sichtbare Antennen zusätzlich einschränken. Eine lose auf einem beweglichen Ständer aufgestellte Antenne ist mietrechtlich anders zu beurteilen als eine dauerhaft mit dem Gebäude verbundene Installation.[9]

Ob eine Baubewilligung notwendig ist, richtet sich nach dem kantonalen und kommunalen Baurecht, dem Standort, der Grösse der Anlage und einem möglichen Denkmal- oder Ortsbildschutz. Vor einer gut sichtbaren Montage an historischen Gebäuden oder in geschützten Zonen empfiehlt sich eine Abklärung bei der zuständigen Gemeinde.

Netzmanagement und Datenschutz

Die Funkkapazität des Starlink-Netzes ist nicht unbegrenzt. Der Anbieter verteilt die verfügbare Kapazität nach Tarif und Datenpriorität. Wenn die Nachfrage in einer Region die vorhandene Kapazität übersteigt, können Nutzerinnen und Nutzer mit niedriger Priorität geringere Geschwindigkeiten erhalten.

Für Privathaushaltstarife wird grundsätzlich unbegrenztes Datenvolumen angeboten. Starlink behält sich jedoch vor, bei aussergewöhnlich hoher oder dauerhaft überdurchschnittlicher Nutzung Massnahmen zur Vermeidung von Netzüberlastungen zu ergreifen. Dazu kann eine zeitweise Verringerung der Übertragungsrate gehören.[10]

Wie bei anderen Internetzugängen gelten auch bei Starlink die schweizerischen Vorschriften über Datenschutz, Fernmeldegeheimnis und rechtswidrige Inhalte. Kundinnen und Kunden schliessen ihren Vertrag in Europa in der Regel mit Starlink Internet Services Limited in Irland. Die für einen konkreten Vertrag geltenden Datenschutz- und Nutzungsbedingungen können sich je nach Tarif und Zeitpunkt des Vertragsabschlusses unterscheiden.

Vorteile

Ein wesentlicher Vorteil von Starlink ist die weitgehende Unabhängigkeit von lokalen Telefon-, Kabel- und Glasfasernetzen. Ein Anschluss kann relativ schnell eingerichtet werden, sofern ein freier Blick zum Himmel und eine Stromversorgung vorhanden sind. Tiefbauarbeiten oder die Verlegung einer langen Anschlussleitung sind nicht erforderlich.

Gegenüber älteren geostationären Satellitendiensten bietet Starlink gewöhnlich eine deutlich geringere Latenz. Dadurch werden Videokonferenzen, Internettelefonie, Fernarbeit und viele interaktive Anwendungen praktikabler.

Für temporäre Standorte ist das System vergleichsweise flexibel. Eine Antenne kann nach Abschluss eines Projekts abgebaut und an einem anderen zulässigen Standort erneut verwendet werden, sofern der gewählte Tarif einen Standortwechsel erlaubt.

Einschränkungen

Starlink ist ein gemeinsam genutztes Funknetz. Die Leistung kann deshalb stärker schwanken als bei einem hochwertigen Glasfaseranschluss. Insbesondere in dicht belegten Funkzellen können die Geschwindigkeiten zu Hauptnutzungszeiten sinken.

Hindernisse im Sichtfeld führen zu kurzen oder wiederkehrenden Unterbrechungen. In dicht bebauten Innenstädten, unter Bäumen, neben hohen Gebäuden oder in sehr engen Tälern ist die Installation daher nicht immer sinnvoll.

Das System ist auf elektrische Energie angewiesen. Die Antenne, der Router und gegebenenfalls die Heizfunktion verbrauchen deutlich mehr Strom als ein gewöhnliches Mobilfunkmodem. Für netzunabhängige Berghütten, Fahrzeuge oder mobile Stationen muss dieser Verbrauch bei der Dimensionierung von Batterien und Solaranlagen berücksichtigt werden.

Starker Regen, nasser Schnee und extreme Wetterbedingungen können die Funkverbindung beeinträchtigen. Die integrierte Schneeschmelzfunktion verbessert den Winterbetrieb, kann aber den Stromverbrauch erhöhen.

Für Haushalte mit einem preiswerten und schnellen Glasfaser- oder Kabelanschluss ist Starlink häufig teurer und weniger leistungsfähig. Der Dienst entfaltet seinen grössten Nutzen dort, wo terrestrische Alternativen fehlen, unzuverlässig sind oder nur mit hohen Erschliessungskosten angeboten werden.

Auswirkungen auf Astronomie und Umwelt

Der umfangreiche Aufbau von Starlink und anderen grossen Satellitenkonstellationen wird von Teilen der astronomischen Gemeinschaft kritisch beurteilt. Besonders unmittelbar nach einem Start können Gruppen von Satelliten am Nachthimmel deutlich sichtbar sein. Auf lang belichteten astronomischen Aufnahmen können sie helle Spuren hinterlassen.

Die Europäische Südsternwarte und die Internationale Astronomische Union untersuchen die Auswirkungen grosser Satellitenkonstellationen auf optische, infrarote und radioastronomische Beobachtungen. Neben sichtbaren Spuren werden mögliche Störungen empfindlicher Radioobservatorien diskutiert.[11]

SpaceX hat verschiedene technische Massnahmen zur Verringerung der Helligkeit seiner Satelliten erprobt. Der grundlegende Konflikt zwischen einer stark steigenden Zahl von Satelliten und der ungestörten Beobachtung des Nachthimmels bleibt jedoch bestehen.

Weitere Kritikpunkte betreffen den Ressourcenverbrauch für Herstellung und Starts, die wachsende Zahl von Objekten im niedrigen Erdorbit sowie das Risiko von Kollisionen und Weltraummüll. SpaceX sieht einen kontrollierten Wiedereintritt ausgedienter Satelliten vor. Fehlfunktionen oder Kollisionen können dennoch zusätzliche Risiken für die langfristige Nutzung erdnaher Umlaufbahnen verursachen.

Bedeutung für die Schweizer Internetversorgung

Aufgrund der dichten Besiedlung und der gut ausgebauten Fest- und Mobilfunknetze ist Starlink in der Schweiz eher ein ergänzendes Angebot als eine landesweite Standardlösung. In Städten und Agglomerationen konkurriert der Dienst mit Glasfaser-, Kabel- und schnellen Mobilfunkanschlüssen, die oft höhere Kapazitäten und stabilere Übertragungsraten bieten.

Eine grössere Bedeutung besitzt Starlink in topografisch schwierigen oder dünn besiedelten Gebieten. Dort können die Kosten für einen einzelnen Glasfaseranschluss hoch sein, während eine Satellitenantenne ohne neue terrestrische Leitung eingerichtet werden kann.

Für die Versorgungspolitik stellt Satelliteninternet deshalb ein mögliches Element in einem Technologiemix dar. Es kann Versorgungslücken schneller überbrücken, ersetzt jedoch nicht den langfristigen Ausbau leistungsfähiger Fest- und Mobilfunknetze. Die verfügbare Satellitenkapazität wird von allen Nutzerinnen und Nutzern einer Region geteilt und kann nicht beliebig gesteigert werden.

Direct to Cell könnte die Rolle von Starlink in der Schweiz erweitern. Während der klassische Dienst einen stationären oder mobilen Antennenterminal voraussetzt, soll Direct to Cell grundlegende Kommunikation direkt über gewöhnliche Mobiltelefone ermöglichen. Ob und in welchem Umfang daraus ein reguläres Schweizer Mobilfunkangebot entsteht, hängt von der technischen Entwicklung, der verfügbaren Satellitenkapazität und den Entscheidungen der Schweizer Behörden ab.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 SpaceX: Stellungnahme zur öffentlichen Konsultation des BAKOM über Mobilfunkfrequenzen, 26. Februar 2024, S. 1–2 (PDF), abgerufen am 28. Juli 2026.
  2. 2,0 2,1 2,2 Salt testet als erster europäischer Mobilfunkanbieter erfolgreich SMS-Versand über das Starlink Direct-to-Cell-Satellitennetz, Medienmitteilung von Salt vom 1. Juli 2025 (PDF), abgerufen am 28. Juli 2026.
  3. 3,0 3,1 Starlink startet erste SpaceX Direct-to-Cell-Satelliten, Medienmitteilung von Salt vom 3. Januar 2024 (PDF), abgerufen am 28. Juli 2026.
  4. Starlink: Installateure in der Schweiz, abgerufen am 28. Juli 2026.
  5. Starlink: Contract Summary, abgerufen am 28. Juli 2026.
  6. Starlink: Servicetarife für die Schweiz, abgerufen am 28. Juli 2026.
  7. Starlink: Nutzung während der Fahrt, abgerufen am 28. Juli 2026.
  8. Bundesamt für Kommunikation: Satellitenfunk, veröffentlicht am 14. April 2025, abgerufen am 28. Juli 2026.
  9. Mieterinnen- und Mieterverband: TV und Internet – Satellitenantennen in Mietobjekten, abgerufen am 28. Juli 2026.
  10. Starlink: Fair Use Policy, abgerufen am 28. Juli 2026.
  11. European Southern Observatory: Satellite Constellations and their Impact on Astronomy, 19. Dezember 2019, abgerufen am 28. Juli 2026.

Wikimedia Commons Wikimedia Commons: Medien zu Starlink