Banca dello Stato del Cantone Ticino: Unterschied zwischen den Versionen

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Aktuelle Version vom 3. August 2026, 18:23 Uhr

Banca dello Stato del Cantone Ticino
Kurzbezeichnung BancaStato
Deutsche Bezeichnung Staatsbank des Kantons Tessin
Rechtsform Selbstständige öffentlich-rechtliche Anstalt
Branche Bankwesen
Gründung 1915
Sitz Bellinzona
Eigentümer Republik und Kanton Tessin
Eigentumsanteil des Kantons 100 %
Verwaltungsratspräsidentin Michela Ferrari-Testa
Präsident der Generaldirektion Fabrizio Cieslakiewicz
Geschäftsstellen 4 Hauptniederlassungen und 14 Agenturen
Mitarbeitende 673 im Konzern
Bilanzsumme 19,8 Milliarden Franken
Verwaltete Vermögen 24,1 Milliarden Franken
Konzerngewinn 60,1 Millionen Franken
Stand der Geschäftszahlen 31. Dezember 2025
Dotationskapital 500 Millionen Franken
Bankenclearing 764
BIC BSCTCH22XXX
Website bancastato.ch

Die Banca dello Stato del Cantone Ticino, meist kurz BancaStato genannt, ist die Kantonalbank des Kantons Tessin. Sie wurde 1915 gegründet und hat ihren Sitz in Bellinzona. Die Bank ist als selbstständige Anstalt des kantonalen öffentlichen Rechts organisiert und befindet sich vollständig im Eigentum der Republik und des Kantons Tessin.

Die gesetzliche Aufgabe der Bank besteht darin, die wirtschaftliche Entwicklung des Kantons zu fördern und der Bevölkerung eine sichere und ertragbringende Anlage ihrer Ersparnisse zu ermöglichen. Sie ist als Universalbank tätig und bietet Dienstleistungen für Privatpersonen, Unternehmen, institutionelle Kunden, Gemeinden und andere öffentlich-rechtliche Körperschaften an.[1]

Für die nicht durch eigene Mittel gedeckten Verpflichtungen der BancaStato besteht eine umfassende Staatsgarantie des Kantons Tessin. Die Garantie erstreckt sich nicht auf Verpflichtungen rechtlich selbstständiger Tochtergesellschaften.[1]

Zum BancaStato-Konzern gehört insbesondere die auf Vermögensverwaltung und Private Banking spezialisierte Axion SWISS Bank SA in Lugano. Daneben besitzt die Bank eine Minderheitsbeteiligung an der Zürcher Vermögensverwaltungsgesellschaft Altrafin AG.

Name

Der offizielle italienische Name lautet Banca dello Stato del Cantone Ticino. Eine wörtliche deutsche Übersetzung ist «Staatsbank des Kantons Tessin». Im Unterschied zu den meisten anderen schweizerischen Kantonalbanken trägt das Institut nicht die Bezeichnung Banca Cantonale.

Im öffentlichen Auftritt verwendet die Bank seit 2009 überwiegend die Marke BancaStato. Der vollständige gesetzliche Name bleibt jedoch die offizielle Firmenbezeichnung.

Die Bezeichnung erinnert an die besondere Entstehungsgeschichte des Instituts. Die Bank wurde nach der schweren Tessiner Bankenkrise von 1914 als vollständig staatlich getragenes Institut geschaffen. Sie ist damit nicht lediglich eine vom Kanton kontrollierte Aktiengesellschaft, sondern eine eigenständige öffentlich-rechtliche Institution.

Gesetzlicher Auftrag

Die Grundlage der Bank bildet das Tessiner Gesetz über die Banca dello Stato del Cantone Ticino vom 25. Oktober 1988. Es bezeichnet die Bank als autonome Institution mit eigener Rechtspersönlichkeit des öffentlichen Rechts und als Kantonalbank im Sinne des eidgenössischen Bankengesetzes.[1]

Der gesetzliche Zweck umfasst zwei zentrale Aufgaben:

  • die Förderung der wirtschaftlichen Entwicklung des Kantons Tessin,
  • die Bereitstellung sicherer und ertragbringender Anlagemöglichkeiten für die Ersparnisse der Bevölkerung.

Der öffentliche Auftrag wird in einem vom Verwaltungsrat erarbeiteten strategischen Dokument konkretisiert. Dieses legt mittelfristige Ziele, Prioritäten und Instrumente fest. Die Erfüllung des Auftrags wird jährlich durch eine besondere parlamentarische Kontrollkommission überprüft.

Die Bank soll ihre Dienstleistungen vorrangig im Kanton Tessin anbieten. Geschäfte in der übrigen Schweiz und im Ausland sind zulässig, sofern daraus keine besonderen Risiken entstehen und die Versorgung der Tessiner Wirtschaft mit Krediten und Kapital nicht beeinträchtigt wird.

Bei gleichen Bedingungen haben Kreditgesuche von natürlichen und juristischen Personen mit Sitz oder Wohnsitz im Kanton Tessin grundsätzlich Vorrang gegenüber ausserkantonalen Gesuchen.

Rechtsform und Eigentum

Die BancaStato ist keine Aktiengesellschaft und nicht an einer Börse kotiert. Ihr Dotationskapital wird vollständig vom Kanton Tessin bereitgestellt. Jede Erhöhung muss vom Grossen Rat bewilligt werden.

Das Dotationskapital beträgt 500 Millionen Franken. Es wurde zwischen 2012 und 2020 in mehreren Schritten von ursprünglich 100 Millionen Franken erhöht. Die Kapitalerhöhungen dienten der Finanzierung des Geschäftswachstums und der Erfüllung verschärfter aufsichtsrechtlicher Eigenmittelanforderungen.[2]

Das Gesetz erlaubt grundsätzlich die Ausgabe von Partizipationsscheinen bis zu einer Höhe von 50 Prozent des Dotationskapitals. Bis Ende 2025 hatte die Bank jedoch kein Partizipationskapital ausgegeben. Es bestehen damit weder private Kapitaleigentümer noch Stimmrechte ausserhalb des Kantons.

Der Kanton erhält eine Verzinsung des Dotationskapitals sowie einen Anteil am Jahresgewinn. Die Höhe der Verzinsung wird gemeinsam vom Staatsrat und vom Verwaltungsrat der Bank festgelegt.

Staatsgarantie

Der Kanton Tessin haftet für sämtliche Verpflichtungen des Stammhauses, die nicht durch eigene Mittel der Bank gedeckt sind. Die Staatsgarantie ergänzt die schweizerische Einlagensicherung und ist gesetzlich nicht auf einen bestimmten Höchstbetrag je Kunde beschränkt.[1]

Die Garantie betrifft insbesondere:

  • Guthaben auf Privat-, Spar- und Geschäftskonten,
  • Kassenobligationen und Anleihen des Stammhauses,
  • Freizügigkeits- und Vorsorgekonten,
  • weitere nicht ausdrücklich ausgenommene Verbindlichkeiten der Bank.

Nicht gedeckt sind die Verpflichtungen von Tochtergesellschaften wie Axion SWISS Bank. Ebenso schützt die Staatsgarantie nicht vor Wertverlusten bei Wertschriften, Fonds oder anderen Anlagen, deren Kursrisiko bei der Kundschaft liegt.

Die Staatsgarantie stärkt das Vertrauen der Einleger und erleichtert der Bank die Refinanzierung. Zugleich entsteht für den Kanton ein theoretisches Haftungsrisiko. Die Bank begegnet diesem Risiko mit Eigenmitteln, Reserven, Liquiditätsvorgaben und einer vorsichtigen Kreditpolitik.

Geschichte

Vorgeschichte

Die Wurzeln des Tessiner Kantonalbankwesens reichen in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts zurück. 1833 wurde die Cassa Ticinese di Risparmio gegründet. Sie sollte das Sparen fördern und stellte ihre Mittel teilweise dem Kanton zur Verfügung.

Aus dieser Sparkasse entstand 1859 die als Aktiengesellschaft organisierte Banca Cantonale Ticinese. Der Kanton beteiligte sich an ihrem Kapital und unterstellte sie einer besonderen öffentlichen Aufsicht. Die Bank nahm 1861 den Betrieb auf und bot neben dem Spargeschäft auch Kredite und weitere Bankdienstleistungen an.[3]

Die Banca Cantonale Ticinese litt jedoch unter problematischen Beteiligungen, unzureichender Kontrolle und Verlusten aus Geschäften im In- und Ausland. Bereits gegen Ende des 19. Jahrhunderts war ihre finanzielle Lage angespannt.

Bankenkrise von 1914

Im Januar 1914 brach der Credito Ticinese zusammen. Der Konkurs erschütterte das Vertrauen in den gesamten Tessiner Bankensektor und löste umfangreiche Rückzüge von Kundengeldern aus.

Die bereits geschwächte Banca Cantonale Ticinese konnte ihren Verpflichtungen nicht mehr nachkommen. Ihre Zahlungsunfähigkeit führte zu erheblichen Verlusten für Sparer, Unternehmen und öffentliche Körperschaften. Die Bankenkrise belastete die gesamte kantonale Wirtschaft.

Zur Stabilisierung der Lage entstand mit Unterstützung schweizerischer Banken zunächst die Banca del Ticino. Der Kanton beteiligte sich an deren Kapital und erhielt das Recht, das Institut später vollständig zu übernehmen.

Gründung der Staatsbank

Der Grosse Rat beschloss 1914 die Errichtung einer kantonalen Staatsbank. Im Jahr 1915 übernahm der Kanton die Banca del Ticino und gründete daraus die Banca dello Stato del Cantone Ticino.[3]

Die neue Bank erhielt eine umfassende Staatsgarantie. Diese sollte das nach der Krise verlorene Vertrauen zurückgewinnen und der Bevölkerung wieder eine sichere Möglichkeit zur Anlage ihrer Ersparnisse bieten.

Das anfängliche Dotationskapital betrug fünf Millionen Franken. Die Bank übernahm neben gewöhnlichen Bankgeschäften ausdrücklich einen wirtschaftspolitischen Auftrag. Sie sollte Landwirtschaft, Gewerbe, Handel, Industrie, Wohnungsbau und öffentliche Vorhaben finanzieren.

Die Spareinlagen nahmen in den folgenden Jahren deutlich zu. Bereits in den 1920er-Jahren gehörte BancaStato zu den bedeutendsten Banken des Kantons.

Ausbau des Geschäftsstellennetzes

Die geografischen Verhältnisse des Tessins erforderten eine dezentrale Präsenz. Neben dem Hauptsitz in Bellinzona wurden Niederlassungen und Agenturen in den wichtigsten Städten, Tälern und Wirtschaftsräumen eröffnet.

Hauptniederlassungen entstanden in:

  • Bellinzona,
  • Lugano,
  • Locarno,
  • Chiasso.

Weitere Agenturen erschlossen unter anderem das Mendrisiotto, das Malcantone, die Riviera, die Leventina, das Bleniotal, das Locarnese und weitere Regionen.

Das Geschäftsstellennetz ermöglichte auch Einwohnerinnen und Einwohnern ausserhalb der städtischen Zentren den Zugang zu Spar-, Kredit- und Zahlungsverkehrsdienstleistungen.

Entwicklung zur Universalbank

Nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs die Tessiner Wirtschaft stark. Der Ausbau von Verkehrsinfrastruktur, Energieversorgung, Tourismus, Wohnungsbau und Gewerbe führte zu einem steigenden Finanzierungsbedarf.

BancaStato entwickelte sich schrittweise zu einer Universalbank. Neben Hypotheken und Geschäftskrediten gewannen der Zahlungsverkehr, die Anlageberatung, die Vermögensverwaltung und die private sowie berufliche Vorsorge an Bedeutung.

Die Bank finanzierte zahlreiche private und öffentliche Projekte. Dazu gehörten Wohnbauten, Gewerbebetriebe, touristische Anlagen, Energieprojekte, Gemeindebauten und regionale Infrastruktur.

Seit den 1980er-Jahren veränderten Geldautomaten, elektronische Datenverarbeitung, Bankkarten und später das E-Banking den Geschäftsbetrieb. Das digitale Angebot wird unter der Bezeichnung InLinea geführt.

Neues Bankgesetz

Das heute massgebende Kantonalbankgesetz wurde 1988 verabschiedet. Es bestätigte die öffentlich-rechtliche Rechtsform, den wirtschaftlichen Förderauftrag und die Staatsgarantie.

Eine Revision von 2003 führte den ausdrücklich formulierten öffentlichen Auftrag und die parlamentarische Kontrollkommission ein. Die Bank muss seither ihre wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und ökologischen Ziele systematisch dokumentieren.

Marke BancaStato

Im Jahr 2009 führte die Bank die Marke BancaStato als zentralen Namen ihres öffentlichen Auftritts ein. Die kürzere Bezeichnung sollte die Wiedererkennbarkeit verbessern und zugleich die Verbindung zwischen Bank und Kanton hervorheben.[3]

Der gesetzliche Name Banca dello Stato del Cantone Ticino blieb unverändert.

Erwerb von Axion SWISS Bank

2010 übernahm BancaStato eine kontrollierende Beteiligung an der damaligen UniCredit (Suisse) Bank SA. Das Institut wurde anschliessend in Axion SWISS Bank SA umbenannt.[4]

Mit der Übernahme entstand der BancaStato-Konzern. Axion konzentriert sich auf Private Banking, Vermögensverwaltung und Dienstleistungen für vermögende Privatpersonen und institutionelle Kunden.

Im Jahr 2013 erwarb BancaStato die noch ausstehenden Aktien und wurde Alleineigentümerin der Axion SWISS Bank. Die Tochtergesellschaft behielt ihre eigene Banklizenz, Marke und Geschäftsleitung.

Die Verpflichtungen von Axion sind nicht durch die Staatsgarantie des Kantons Tessin gedeckt.

Beteiligung an Altrafin

2023 erwarb BancaStato eine Minderheitsbeteiligung an der Vermögensverwaltungsgesellschaft Altrafin AG in Zürich.[5]

Altrafin wurde 2001 gegründet und verwaltet individuell strukturierte Portfolios grosser Privatvermögen. Zu ihrer Kundschaft gehören Unternehmerfamilien, Family Offices und Familienstiftungen.

Die Beteiligung stärkte die Präsenz des Konzerns auf dem Finanzplatz Zürich und ergänzte das Private-Banking-Angebot für Kunden mit komplexen Vermögensstrukturen.

Geschäftstätigkeit

BancaStato bietet die Dienstleistungen einer Universalbank an. Zu den wichtigsten Bereichen gehören:

  • Privat- und Sparkonten,
  • Zahlungsverkehr und Bankkarten,
  • Hypotheken und Baufinanzierungen,
  • Kredite für Privatpersonen,
  • Unternehmens- und Betriebskredite,
  • Finanzierungen für Gemeinden und öffentliche Körperschaften,
  • Anlageberatung und Vermögensverwaltung,
  • Private Banking,
  • Vorsorge- und Pensionsplanung,
  • Devisen- und Wertschriftengeschäfte,
  • Handelsfinanzierungen und Garantien.

Das Zinsgeschäft bildet die wichtigste Ertragssäule. Besonders bedeutend ist das Hypothekargeschäft. Ende 2025 beliefen sich die Hypothekarforderungen des Konzerns auf rund 12,8 Milliarden Franken.[6]

Die Bank finanziert sowohl selbstbewohntes Wohneigentum als auch Mietliegenschaften, Bauprojekte und energetische Sanierungen. Im Unternehmensgeschäft betreut sie insbesondere kleine und mittlere Unternehmen.

Zu den bedeutenden Kundengruppen gehören Unternehmen aus den Bereichen:

  • Bau und Immobilien,
  • Handel und Gewerbe,
  • Tourismus und Gastgewerbe,
  • Industrie und Technologie,
  • Gesundheitswesen,
  • Energie und Versorgung,
  • Landwirtschaft,
  • Transport und Logistik.

Öffentlicher Auftrag

Der öffentliche Auftrag unterscheidet BancaStato von rein privatwirtschaftlich ausgerichteten Banken. Das Institut soll nicht nur einen angemessenen Gewinn erzielen, sondern zugleich einen messbaren Beitrag zur Entwicklung des Tessins leisten.

Zu den Instrumenten des öffentlichen Auftrags gehören:

  • die Kreditversorgung der kantonalen Wirtschaft,
  • die Finanzierung von kleinen und mittleren Unternehmen,
  • Dienstleistungen für Gemeinden und öffentliche Institutionen,
  • der Zugang zu Bankdienstleistungen in verschiedenen Regionen,
  • wirtschaftliche Analysen und Veranstaltungen,
  • die Unterstützung gesellschaftlicher, kultureller und sportlicher Projekte,
  • Angebote zur Förderung von Wohneigentum und energetischen Sanierungen.

Der Verwaltungsrat legt mittel- und langfristige Ziele fest. Die parlamentarische Kommission zur Kontrolle des öffentlichen Auftrags beurteilt jährlich deren Erfüllung.

Der Bericht über die Nachhaltigkeit ergänzt die finanzielle Berichterstattung und dokumentiert die wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und ökologischen Wirkungen der Bank.

Organisation

Die gesetzlichen Organe der Bank sind der Verwaltungsrat und die Generaldirektion.

Verwaltungsrat

Der Verwaltungsrat besteht aus sieben Mitgliedern. Sie werden vom Staatsrat des Kantons Tessin ernannt. Mindestens sechs Mitglieder müssen ihren Wohnsitz im Kanton haben.[1]

Der Verwaltungsrat bestimmt die Strategie, beaufsichtigt die Geschäftsleitung und erlässt die wichtigsten internen Reglemente. Er ernennt die Mitglieder der Generaldirektion und entscheidet über Geschäfte, die nicht an andere Organe delegiert sind.

Präsidentin des Verwaltungsrats ist seit 2025 die Rechtsanwältin Michela Ferrari-Testa.[7]

Die Mitglieder werden jeweils für drei Jahre gewählt. Die gesamte Amtsdauer ist gesetzlich auf höchstens zwölf Jahre begrenzt.

Generaldirektion

Die Generaldirektion ist für die operative Führung und die laufenden Geschäfte verantwortlich. Ihr gehören der Präsident sowie die Leiterinnen und Leiter der zentralen Geschäfts- und Kontrollbereiche an.

Präsident der Generaldirektion ist Fabrizio Cieslakiewicz.[8]

Die Organisation umfasst unter anderem Bereiche für:

  • Privat- und Firmenkunden,
  • Private Banking und externe Vermögensverwalter,
  • Produkte und Dienstleistungen,
  • Finanzen,
  • Risiko- und Kreditmanagement,
  • Recht und Compliance,
  • Informatik und Betrieb,
  • Personal und Kommunikation.

Aufsicht und Kontrolle

BancaStato untersteht der umfassenden Bankenaufsicht der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht. Zusätzlich üben der Grosse Rat und der Staatsrat die kantonale Aufsicht über die Einhaltung des Gesetzes und des öffentlichen Auftrags aus.

Eine externe Revisionsgesellschaft prüft die Jahresrechnung, die Eigenmittelausstattung und die Einhaltung der aufsichtsrechtlichen Vorschriften. Daneben verfügt die Bank über eine interne Revision, die direkt dem Verwaltungsrat unterstellt und von der Generaldirektion unabhängig ist.

Die parlamentarische Kommission zur Kontrolle des öffentlichen Auftrags kann von den Organen der Bank Erklärungen und Unterlagen verlangen. Sie berichtet der Geschäftsprüfungs- und Finanzkommission des Grossen Rates über die Erreichung der festgelegten Ziele.

Geschäftsstellennetz

BancaStato ist im gesamten Kanton Tessin präsent. Ende 2025 umfasste das Netz vier Hauptniederlassungen und 14 Agenturen. Zusammen mit weiteren Beratungs- und Konzernstandorten verfügte die Gruppe über 24 Präsenzen im Kanton.[9]

Die Hauptniederlassungen befinden sich in Bellinzona, Lugano, Locarno und Chiasso. Die Agenturen erschliessen weitere regionale Zentren.

Das Filialnetz wird durch Geldautomaten, telefonische Beratung, das E-Banking InLinea und eine Mobile-Banking-App ergänzt. Einfache Transaktionen werden zunehmend digital abgewickelt, während die Geschäftsstellen stärker auf Beratung ausgerichtet werden.

Konzern

Axion SWISS Bank

Die Axion SWISS Bank SA ist eine vollständig kontrollierte Tochtergesellschaft mit Sitz in Lugano. Sie entstand 1998 und gehört seit 2010 zum BancaStato-Konzern.

Axion ist auf anspruchsvolles Private Banking, Anlageberatung und Vermögensverwaltung spezialisiert. Ende 2025 beschäftigte sie 95 Mitarbeitende und wies eine Bilanzsumme von rund 1,13 Milliarden Franken aus.[10]

Obwohl Axion rechtlich und operativ selbstständig ist, nutzt sie verschiedene Dienstleistungen und Kompetenzen der Muttergesellschaft.

Altrafin

Altrafin AG ist eine unabhängige Vermögensverwalterin mit Sitz in Zürich. BancaStato besitzt seit 2023 eine Minderheitsbeteiligung.

Das Unternehmen konzentriert sich auf individuell verwaltete grosse Vermögen. Die Beteiligung wird nicht vollständig in der Konzernrechnung konsolidiert.

Geschäftsergebnis 2025

Der BancaStato-Konzern erzielte 2025 einen Konzerngewinn von 60,1 Millionen Franken. Der Geschäftserfolg betrug 110,7 Millionen Franken. An den Kanton Tessin wurden insgesamt 57,4 Millionen Franken überwiesen.[6]

Die Bilanzsumme nahm um 2,8 Prozent auf 19,8 Milliarden Franken zu. Die gesamten Kundenausleihungen stiegen um 3,4 Prozent auf 15,7 Milliarden Franken. Die verwalteten Vermögen erreichten 24,1 Milliarden Franken.

Kennzahl 2024 2025 Veränderung
Hypothekarforderungen 12,38 Mrd. CHF 12,83 Mrd. CHF +3,6 %
Gesamte Kundenausleihungen 15,14 Mrd. CHF 15,65 Mrd. CHF +3,4 %
Kundeneinlagen 12,09 Mrd. CHF 12,28 Mrd. CHF +1,5 %
Bilanzsumme 19,26 Mrd. CHF 19,79 Mrd. CHF +2,8 %
Nettoertrag 351,6 Mio. CHF 321,1 Mio. CHF −8,7 %
Geschäftserfolg 146,4 Mio. CHF 110,7 Mio. CHF −24,4 %
Konzerngewinn 83,0 Mio. CHF 60,1 Mio. CHF −27,7 %
Zahlung an den Kanton 60,1 Mio. CHF 57,4 Mio. CHF −4,5 %

Der Rückgang des Gewinns gegenüber den aussergewöhnlich ertragsstarken Jahren 2023 und 2024 war hauptsächlich auf das niedrigere Zinsniveau und steigende organisatorische sowie regulatorische Kosten zurückzuführen.

Die Bank erhöhte ihre Reserven für allgemeine Bankrisiken um 47 Millionen Franken. Die anrechenbaren Eigenmittel des Konzerns beliefen sich Ende 2025 auf rund 1,63 Milliarden Franken.

Die harte Kernkapitalquote betrug 15,0 Prozent, die Gesamtkapitalquote 17,7 Prozent. Damit lagen die Werte deutlich über den regulatorischen Mindestanforderungen.[6]

Mitarbeitende

Ende 2025 beschäftigte der BancaStato-Konzern 673 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.[9]

Die Arbeitsplätze verteilen sich auf das Stammhaus, die Geschäftsstellen, Axion SWISS Bank und zentrale Dienstleistungsbereiche. Die Bank bildet Lernende in kaufmännischen und informatischen Berufen aus und bietet Praktikums- sowie Einstiegsprogramme an.

Das kantonale Bankgesetz verpflichtet die Bank, bei gleichwertigen Qualifikationen geeignete Personen mit Wohnsitz im Kanton bevorzugt zu berücksichtigen. Bewerbungen arbeitsloser Personen und von Sozialhilfebeziehenden sollen ebenfalls angemessen beachtet werden.

Die Arbeitsverhältnisse unterstehen dem Privatrecht.

Zahlung an den Kanton

Ein bedeutender Teil des wirtschaftlichen Nutzens für den Kanton entsteht durch die Verzinsung des Dotationskapitals und die Ausschüttung aus dem Jahresgewinn.

Für das Geschäftsjahr 2025 belief sich die gesamte Zahlung an den Kanton auf 57,4 Millionen Franken. Innerhalb von zehn Jahren überwies die Bank nach eigenen Angaben insgesamt rund 464,8 Millionen Franken an den Kanton.[6]

Der verbleibende Teil des Gewinns wird zur Stärkung der gesetzlichen Reserven und der Eigenmittel verwendet. Das Kantonalbankgesetz regelt die Verteilung zwischen Reserven, Verzinsung des Dotationskapitals und zusätzlicher Zahlung an den Kanton.

Nachhaltigkeit

BancaStato verfolgt eine Nachhaltigkeitsstrategie, die den eigenen Betrieb sowie das Kredit- und Anlagegeschäft umfasst.

Zu den Handlungsfeldern gehören:

  • verantwortungsvolle Unternehmensführung,
  • nachhaltige Finanzierungen,
  • Klimarisiken im Kreditportfolio,
  • energieeffiziente Immobilien,
  • nachhaltige Anlageprodukte,
  • Gleichstellung und Personalentwicklung,
  • Energie- und Ressourcenverbrauch,
  • regionale Wertschöpfung.

Die Bank bezieht ökologische und soziale Kriterien zunehmend in Anlageberatung und Vermögensverwaltung ein. Im Hypothekargeschäft unterstützt sie unter anderem energetische Gebäudesanierungen und erneuerbare Energiesysteme.

Ein jährlicher Nachhaltigkeitsbericht dokumentiert die nichtfinanziellen Auswirkungen und dient zugleich als Grundlage für die Kontrolle des öffentlichen Auftrags.[11]

Gesellschaftliches Engagement

BancaStato unterstützt zahlreiche Vereine, Veranstaltungen und gemeinnützige Organisationen im Tessin. Die Förderung konzentriert sich auf Sport, Kultur, Soziales, Bildung und Wirtschaft.

Im Jahr 2025 stellte der Konzern für Sponsoring und gesellschaftliche Unterstützung rund 5,6 Millionen Franken bereit. In den fünf Jahren von 2021 bis 2025 belief sich das entsprechende Engagement auf insgesamt 22,4 Millionen Franken.[6]

Zu den unterstützten Bereichen gehören:

  • regionale Sportvereine und Nachwuchsprogramme,
  • Musik-, Theater- und Kulturveranstaltungen,
  • soziale und wohltätige Organisationen,
  • wirtschaftliche Konferenzen,
  • Bildungs- und Forschungsprojekte,
  • Veranstaltungen zur Förderung von Unternehmen und Innovation.

Die Bank ist unter anderem Partnerin regional bedeutender Kultur- und Sportinstitutionen. Die Vergabe von Beiträgen steht in Verbindung mit ihrem gesetzlichen Auftrag und ihrer regionalen Verankerung.

Bedeutung für den Kanton Tessin

BancaStato ist eine der bedeutendsten Banken mit Hauptsitz im Tessin. Ihre Geschäftspolitik beeinflusst insbesondere den regionalen Hypothekar-, Unternehmens- und Gemeindefinanzierungsmarkt.

Die Bank erfüllt mehrere volkswirtschaftliche Funktionen:

  • Sammlung und Anlage regionaler Ersparnisse,
  • Finanzierung von Wohneigentum,
  • Kreditversorgung der kleinen und mittleren Unternehmen,
  • Finanzierung öffentlicher Körperschaften,
  • Sicherung von Arbeits- und Ausbildungsplätzen,
  • Unterstützung gesellschaftlicher Institutionen,
  • jährliche finanzielle Beiträge an den Kanton.

Ihre wirtschaftliche Stellung führt zugleich zu einer besonderen Verantwortung. Die vollständige Eigentümerschaft und die Staatsgarantie verbinden den geschäftlichen Erfolg unmittelbar mit den Interessen der Tessiner Bevölkerung.

Literatur

  • Banca dello Stato del Cantone Ticino: Rapporto annuale 2025. Bellinzona 2026.
  • Gruppo BancaStato: Rapporto di sostenibilità 2025. Bellinzona 2026.
  • Romano Mellini: La Banca dello Stato del Cantone Ticino dal 1915 al 1964. Leins & Vescovi, Bellinzona 1967.
  • Carlo Kronauer: Gli istituti di credito ticinesi dalla loro fondazione al 1912. Zürich 1918.
  • Virginio Mazzolini: Le banche nel Ticino. Tipografia Mesolcinese, Roveredo 1946.
  • Republik und Kanton Tessin: Legge sulla Banca dello Stato del Cantone Ticino. Bellinzona.

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 Republik und Kanton Tessin: Legge sulla Banca dello Stato del Cantone Ticino, Fassung vom 31. Juli 2026, abgerufen am 3. August 2026.
  2. BancaStato: Rapporto annuale 2025, Bellinzona 2026, abgerufen am 3. August 2026.
  3. 3,0 3,1 3,2 BancaStato: La storia di BancaStato, abgerufen am 3. August 2026.
  4. BancaStato: Axion SWISS Bank, abgerufen am 3. August 2026.
  5. BancaStato: Altrafin AG, abgerufen am 3. August 2026.
  6. 6,0 6,1 6,2 6,3 6,4 BancaStato: Risultati finanziari 2025, 13. März 2026, abgerufen am 3. August 2026.
  7. BancaStato: Consiglio di amministrazione, abgerufen am 3. August 2026.
  8. BancaStato: Direzione generale, abgerufen am 3. August 2026.
  9. 9,0 9,1 Gruppo BancaStato: Rapporto di sostenibilità 2025, Bellinzona 2026, abgerufen am 3. August 2026.
  10. Axion SWISS Bank: L'eccellenza nel Private Banking, Lugano 2026, abgerufen am 3. August 2026.
  11. BancaStato: Nachhaltigkeit, abgerufen am 3. August 2026.