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	<title>Wiener Kongress - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Helvetia Wiki – Die Enzyklopädie der Schweiz</subtitle>
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		<title>Nick Frei: Die Seite wurde neu angelegt: «{| class=&quot;wikitable float-right&quot; style=&quot;float:right; width:315px; margin:0 0 1em 1em;&quot; ! colspan=&quot;2&quot; | Wiener Kongress und die Schweiz |- | &#039;&#039;&#039;Tagungsort&#039;&#039;&#039; | Wien |- | &#039;&#039;&#039;Zeitraum&#039;&#039;&#039; | September 1814 bis 9. Juni 1815 |- | &#039;&#039;&#039;Schweizer Erklärung&#039;&#039;&#039; | 20. März 1815 |- | &#039;&#039;&#039;Bundesvertrag&#039;&#039;&#039; | 7. August 1815 |- | &#039;&#039;&#039;Endgültige Neutralitätsgarantie&#039;&#039;&#039; | 20. November 1815 |- | &#039;&#039;&#039;Schweizer Vertreter&#039;&#039;&#039; | Hans von Reinhard, Jean de Montenach und Johann Heinri…»</title>
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		<updated>2026-08-03T10:27:06Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Die Seite wurde neu angelegt: «{| class=&amp;quot;wikitable float-right&amp;quot; style=&amp;quot;float:right; width:315px; margin:0 0 1em 1em;&amp;quot; ! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; | Wiener Kongress und die Schweiz |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Tagungsort&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | Wien |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Zeitraum&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | September 1814 bis 9. Juni 1815 |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Schweizer Erklärung&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | 20. März 1815 |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Bundesvertrag&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | 7. August 1815 |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Endgültige Neutralitätsgarantie&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | 20. November 1815 |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Schweizer Vertreter&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | Hans von Reinhard, Jean de Montenach und Johann Heinri…»&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{| class=&amp;quot;wikitable float-right&amp;quot; style=&amp;quot;float:right; width:315px; margin:0 0 1em 1em;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; | Wiener Kongress und die Schweiz&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Tagungsort&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
| Wien&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Zeitraum&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
| September 1814 bis 9. Juni 1815&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Schweizer Erklärung&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
| 20. März 1815&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Bundesvertrag&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
| 7. August 1815&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Endgültige Neutralitätsgarantie&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
| 20. November 1815&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Schweizer Vertreter&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
| Hans von Reinhard, Jean de Montenach und Johann Heinrich Wieland&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Neue Kantone&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
| Genf, Neuenburg und Wallis&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Anzahl Kantone ab 1815&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
| 22&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Zentrale Ergebnisse&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
| Anerkennung der Unabhängigkeit, dauernden Neutralität und territorialen Unverletzlichkeit der Schweiz&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Wiener Kongress&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; von 1814 und 1815 war für die Schweiz von grundlegender staatspolitischer und territorialer Bedeutung. Die europäischen Grossmächte bestätigten den Fortbestand der [[Schweizerische Eidgenossenschaft|Schweizerischen Eidgenossenschaft]], anerkannten die Gleichberechtigung ihrer Kantone und legten wesentliche Teile ihrer heutigen Grenzen fest. Mit [[Genf]], [[Neuenburg]] und dem [[Kanton Wallis|Wallis]] traten drei neue Kantone dem Bund bei, womit die Eidgenossenschaft fortan aus 22 Kantonen bestand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die am Kongress ausgehandelte Erklärung vom 20. März 1815 bildete ausserdem eine entscheidende Grundlage für die internationale Anerkennung der dauernden Neutralität der Schweiz. Die endgültige völkerrechtliche Anerkennung und Garantie der «immerwährenden Neutralität» und der Unverletzlichkeit des schweizerischen Gebiets erfolgte am 20. November 1815 im Anschluss an den Zweiten Pariser Frieden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;hls_wiener_kongress&amp;quot;&amp;gt;Marco Jorio: [https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/008922/ Wiener Kongress]. In: &amp;#039;&amp;#039;Historisches Lexikon der Schweiz&amp;#039;&amp;#039;, Version vom 3. Februar 2015, abgerufen am 3. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Neuordnung entstand nicht allein durch schweizerische Verhandlungen. Die Eidgenossenschaft war nach dem Ende der napoleonischen Herrschaft innenpolitisch tief gespalten. Die Grossmächte betrachteten eine unabhängige und neutrale Schweiz vor allem als stabilisierende Pufferzone zwischen Frankreich, Österreich und den deutschen Staaten. Ihr Eingreifen verhinderte zugleich, dass ehemalige Untertanengebiete wie die Waadt und der Aargau wieder den alten Herrschaftskantonen unterstellt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Europäischer Hintergrund ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wiener Kongress trat nach dem vorläufigen Ende der [[Napoleonische Kriege|Napoleonischen Kriege]] zusammen. Nach Napoleons Abdankung im April 1814 wollten die europäischen Mächte die politischen und territorialen Verhältnisse des Kontinents neu ordnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den wichtigsten Entscheidungsmächten gehörten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Österreich;&lt;br /&gt;
* Russland;&lt;br /&gt;
* Preussen;&lt;br /&gt;
* Grossbritannien;&lt;br /&gt;
* Frankreich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kongress war keine einzelne, dauerhaft tagende Versammlung. Die Entscheidungen entstanden in zahlreichen Ausschüssen, Konferenzen, diplomatischen Gesprächen und persönlichen Verhandlungen. Die führenden Politiker strebten ein europäisches Mächtegleichgewicht und die Wiederherstellung stabiler Herrschaftsverhältnisse an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Schweiz war für diese Ordnung strategisch bedeutsam. Ihr Gebiet lag zwischen Frankreich, dem Habsburgerreich, dem Königreich Sardinien und den süddeutschen Staaten. Die Alpenpässe besassen militärische und wirtschaftliche Bedeutung. Eine Aufteilung oder erneute französische Kontrolle der Schweiz hätte das angestrebte Gleichgewicht gefährdet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;nationalmuseum_kongress&amp;quot;&amp;gt;Benedikt Meyer: [https://blog.nationalmuseum.ch/2019/07/wiener-kongress/ Der Wiener Kongress und die Schweiz], Blog des Schweizerischen Nationalmuseums, 15. Juli 2019, aktualisiert am 17. Dezember 2025, abgerufen am 3. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lage der Schweiz nach 1813 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ende der Mediation ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Napoleon hatte der Schweiz 1803 die [[Mediationsakte]] gegeben. Sie beendete die zentralistische [[Helvetische Republik]] und stellte einen Staatenbund aus 19 Kantonen her. Die sechs Kantone Aargau, Graubünden, St. Gallen, Tessin, Thurgau und Waadt waren den 13 alten Orten rechtlich gleichgestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Napoleons Niederlage in der Völkerschlacht bei Leipzig rückten die verbündeten Armeen Ende 1813 in die Schweiz ein. Die Tagsatzung erklärte die Mediationsakte am 29. Dezember 1813 für beendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit stellte sich die Frage nach der künftigen Ordnung der Eidgenossenschaft neu. Mehrere alte Kantone versuchten, frühere politische Vorrechte wiederherzustellen. Besonders Bern erhob Ansprüche auf die Waadt und Teile des Aargaus, die vor 1798 bernische Untertanengebiete gewesen waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die neuen Kantone bestanden dagegen auf ihrer 1803 erhaltenen Selbstständigkeit und Gleichberechtigung. Die gegensätzlichen Forderungen brachten die Schweiz an den Rand einer gewaltsamen Auseinandersetzung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Lange Tagsatzung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Neuordnung der Eidgenossenschaft trat 1814 in Zürich die sogenannte &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Lange Tagsatzung&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; zusammen. Sie beriet über einen neuen Bundesvertrag, die Beziehungen zwischen den Kantonen und die Vertretung der Schweiz gegenüber den europäischen Mächten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verhandlungen verliefen äusserst konfliktreich. Umstritten waren insbesondere:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* die Gleichberechtigung der alten und neuen Kantone;&lt;br /&gt;
* die Ansprüche Berns auf die Waadt und den Aargau;&lt;br /&gt;
* die Stellung von Genf, Neuenburg und Wallis;&lt;br /&gt;
* die Kompetenzen des künftigen Bundes;&lt;br /&gt;
* die Aufteilung ehemaliger französischer und fürstbischöflicher Gebiete;&lt;br /&gt;
* finanzielle und territoriale Entschädigungen;&lt;br /&gt;
* die militärische Organisation der Eidgenossenschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die europäischen Mächte übten erheblichen Druck auf die Kantone aus. Sie verlangten eine funktionsfähige eidgenössische Ordnung und lehnten eine Rückkehr zu den Untertanenverhältnissen der Alten Eidgenossenschaft ab.&amp;lt;ref name=&amp;quot;bundesarchiv_wandel&amp;quot;&amp;gt;[https://www.bar.admin.ch/de/epoche-des-wandels-die-schweiz-zwischen-1798-und-1848 Epoche des Wandels: die Schweiz zwischen 1798 und 1848], Schweizerisches Bundesarchiv, abgerufen am 3. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schweizer Vertretung in Wien ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Tagsatzung entsandte drei offizielle Vertreter an den Wiener Kongress:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Vertreter&lt;br /&gt;
! Kanton&lt;br /&gt;
! Politische Stellung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Hans von Reinhard&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
| Zürich&lt;br /&gt;
| Bürgermeister, Tagsatzungspräsident und führender Vertreter der eidgenössischen Restauration&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Jean de Montenach&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
| Freiburg&lt;br /&gt;
| Staatsrat und Vertreter der restaurierten patrizischen Kantone&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Johann Heinrich Wieland&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
| Basel&lt;br /&gt;
| Bürgermeister, liberaler Staatsmann und ehemaliger helvetischer Finanzminister&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Delegation trat nicht geschlossen auf. Ihre Mitglieder vertraten unterschiedliche kantonale und politische Interessen. Reinhard und Montenach standen eher den restaurativen Kräften nahe, während Wieland in mehreren Fragen eigene Positionen einnahm.&amp;lt;ref name=&amp;quot;wieland_hls&amp;quot;&amp;gt;Hermann Wichers: [https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/007190/ Johann Heinrich Wieland]. In: &amp;#039;&amp;#039;Historisches Lexikon der Schweiz&amp;#039;&amp;#039;, Version vom 18. Juli 2012, abgerufen am 3. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;montenach_hls&amp;quot;&amp;gt;Alain-Jacques Czouz-Tornare: [https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/005830/ Jean de Montenach]. In: &amp;#039;&amp;#039;Historisches Lexikon der Schweiz&amp;#039;&amp;#039;, Version vom 21. Januar 2010, abgerufen am 3. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben der offiziellen Delegation entsandten zahlreiche Kantone, Städte und Regionen eigene Vertreter nach Wien. Diese warben bei den Grossmächten für ihre jeweiligen territorialen und politischen Ziele. Die Vielzahl konkurrierender Gesandter verdeutlichte die geringe Handlungsfähigkeit des damaligen Bundes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wichtige Persönlichkeiten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Frédéric-César de La Harpe ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Waadtländer Politiker [[Frédéric-César de La Harpe]] verfügte über enge Beziehungen zum russischen Zaren [[Alexander I. (Russland)|Alexander I.]], dessen früherer Erzieher er gewesen war. Er setzte sich in Wien entschieden für die Selbstständigkeit der Waadt und des Aargaus ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
La Harpe argumentierte, eine Wiederherstellung der bernischen Herrschaft würde die Schweiz destabilisieren und die Errungenschaften der Zeit seit 1798 rückgängig machen. Seine Einflussnahme auf den Zaren trug dazu bei, dass die Grossmächte die Gleichberechtigung der neuen Kantone verteidigten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;nationalmuseum_kongress&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ioannis Kapodistrias ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der russische Diplomat [[Ioannis Kapodistrias]], auch Graf Capo d’Istria genannt, spielte bei der schweizerischen Neuordnung eine wichtige Rolle. Zar Alexander I. hatte ihn bereits 1813 in die Schweiz entsandt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapodistrias wirkte als Vermittler zwischen den zerstrittenen Kantonen und unterstützte eine föderalistische, aber handlungsfähige Eidgenossenschaft. In Wien setzte er sich für den Fortbestand der Schweiz, die Anerkennung der Waadt und die Aufnahme Genfs ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Später arbeitete er eng mit dem Genfer Diplomaten Charles Pictet de Rochemont zusammen. Kapodistrias wurde nach der griechischen Unabhängigkeit der erste Staatspräsident Griechenlands.&amp;lt;ref name=&amp;quot;kapodistrias_eda&amp;quot;&amp;gt;[https://www.schweiz-griechenland.eda.admin.ch/de/graf-ioannis-kapodistrias Graf Ioannis Kapodistrias], Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten, 29. Juni 2026, abgerufen am 3. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Charles Pictet de Rochemont ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Charles Pictet de Rochemont]] vertrat die Interessen Genfs in Paris, Wien und Turin. Sein Hauptziel war die Aufnahme Genfs in die Eidgenossenschaft und die Schaffung einer territorialen Verbindung zwischen dem bisherigen Genfer Gebiet und dem Kanton Waadt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Pictet wirkte zudem an der Formulierung der späteren Erklärung über die dauernde Neutralität der Schweiz mit. Seine diplomatische Tätigkeit war für die territoriale Abrundung Genfs und die internationale Anerkennung der Schweiz von besonderer Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Genfer Vertreter waren François d’Ivernois und Jean-Gabriel Eynard. Sie nutzten persönliche Kontakte und gesellschaftliche Netzwerke, um die Anliegen der Republik Genf bei den europäischen Diplomaten bekannt zu machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schweizer Ausschuss ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Grossmächte setzten für die schweizerischen Angelegenheiten einen besonderen Ausschuss ein. Dieser hörte die verschiedenen Gesandtschaften an, prüfte territoriale Forderungen und bereitete die Entscheidungen vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Grossmächte lehnten es ab, die Schweiz in frühere Herrschaftsgebiete und souveräne Einzelstaaten aufzulösen. Sie behandelten die Eidgenossenschaft grundsätzlich als zusammengehöriges politisches Gebilde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei verfolgten sie eigene Interessen. Eine neutrale Schweiz sollte:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* eine Pufferzone an der französischen Ostgrenze bilden;&lt;br /&gt;
* wichtige Alpenübergänge dem unmittelbaren Zugriff einer Grossmacht entziehen;&lt;br /&gt;
* die Verbindung zwischen den österreichischen Besitzungen und Norditalien absichern;&lt;br /&gt;
* neue Konflikte zwischen Frankreich und Österreich erschweren;&lt;br /&gt;
* zur Stabilität der europäischen Nachkriegsordnung beitragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die territoriale Integrität und die Neutralität der Schweiz wurden daher nicht allein als schweizerische Anliegen, sondern als Bestandteil des europäischen Gleichgewichts betrachtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Erklärung vom 20. März 1815 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 20. März 1815 verabschiedeten die am Kongress beteiligten Grossmächte eine Erklärung über die Angelegenheiten der Schweizerischen Eidgenossenschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erklärung regelte zentrale Fragen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Anerkennung der 19 bisherigen Kantone;&lt;br /&gt;
* Aufnahme von Genf, Neuenburg und Wallis als neue Kantone;&lt;br /&gt;
* Gleichberechtigung aller Kantone;&lt;br /&gt;
* Ablehnung der Wiederherstellung früherer Untertanenverhältnisse;&lt;br /&gt;
* territoriale Entschädigung des Kantons Bern;&lt;br /&gt;
* Zuteilung weiterer Gebiete an Basel und Genf;&lt;br /&gt;
* grundsätzliche Anerkennung der Unabhängigkeit und Neutralität der Schweiz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erklärung stellte die Anerkennung der dauernden Neutralität in Aussicht, sobald die Eidgenossenschaft der vorgesehenen Ordnung zugestimmt hatte. Ihre Bestimmungen wurden später in die Schlussakte des Wiener Kongresses vom 9. Juni 1815 aufgenommen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;hls_wiener_kongress&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Territoriale Neuordnung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Drei neue Kantone ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Aufnahme von Genf, Neuenburg und Wallis schuf die Eidgenossenschaft der 22 Kantone.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Neuer Kanton&lt;br /&gt;
! Lage vor 1815&lt;br /&gt;
! Besonderheit&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Genf&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
| 1798 von Frankreich annektiert, seit 1813 wieder selbstständig&lt;br /&gt;
| Wurde durch spätere Gebietsabtretungen mit dem übrigen Gebiet der Schweiz verbunden&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Neuenburg&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
| Fürstentum unter dem König von Preussen&lt;br /&gt;
| War zugleich Schweizer Kanton und preussisches Fürstentum&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Wallis&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
| Zeitweise Republik, danach französisches Département du Simplon&lt;br /&gt;
| Trat als gleichberechtigter Kanton der Eidgenossenschaft bei&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Aufnahme erweiterte die sprachliche, konfessionelle und politische Vielfalt des Bundes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Genf ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Genf war bis 1798 eine mit der Eidgenossenschaft verbündete, aber territorial weitgehend isolierte Republik. Nach der französischen Annexion wurde es Teil des Département du Léman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 19. Mai 1815 trat Genf als 22. Kanton der Eidgenossenschaft bei. Das bisherige Genfer Gebiet besass jedoch keine durchgehende Landverbindung zur übrigen Schweiz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wiener Kongress legte die Grundlage für eine territoriale Abrundung. Die konkrete Grenzziehung erfolgte in mehreren Schritten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Der Zweite Pariser Frieden von 1815 übertrug Genf französische Gemeinden, darunter Versoix, Collex-Bossy, Pregny, Vernier, Meyrin und Le Grand-Saconnex.&lt;br /&gt;
* Der [[Turiner Vertrag (1816)|Turiner Vertrag]] von 1816 brachte weitere Gebiete des Königreichs Sardinien an Genf, darunter Carouge und zahlreiche Dörfer südlich und östlich der Stadt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit entstand eine Landverbindung zum Kanton Waadt. Die neuen Gebiete waren überwiegend katholisch und veränderten die konfessionelle Zusammensetzung des bisher reformierten Stadtstaates.&amp;lt;ref name=&amp;quot;turiner_vertrag&amp;quot;&amp;gt;Irène Herrmann: [https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/017224/ Turiner Vertrag von 1816]. In: &amp;#039;&amp;#039;Historisches Lexikon der Schweiz&amp;#039;&amp;#039;, abgerufen am 3. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Neuenburg ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Fürstentum Neuenburg stand seit 1707 unter der Herrschaft des preussischen Königs. Napoleon hatte es 1806 dem französischen Marschall Louis-Alexandre Berthier übertragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1814 kehrte Neuenburg unter die Herrschaft des preussischen Königs zurück. Gleichzeitig wurde es 1815 als vollberechtigter Kanton in die Eidgenossenschaft aufgenommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch entstand eine aussergewöhnliche Doppelstellung: Neuenburg war einerseits Schweizer Kanton und andererseits monarchisches Fürstentum des Königs von Preussen. Diese Verbindung bestand bis zur republikanischen Revolution von 1848 und wurde nach dem [[Neuenburgerhandel]] 1857 endgültig aufgehoben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wallis ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wallis war bereits vor 1798 ein zugewandter Ort der Alten Eidgenossenschaft. Nach mehreren politischen Umgestaltungen errichtete Napoleon 1810 das französische Département du Simplon.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Zusammenbruch der französischen Herrschaft wurde das Wallis wieder selbstständig. Innerhalb des Kantons bestanden Konflikte zwischen dem politisch dominierenden Oberwallis und dem bevölkerungsreicheren Unterwallis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wiener Kongress bestätigte die Aufnahme des Wallis als gleichberechtigten Kanton. Es trat am 4. August 1815 formell der Eidgenossenschaft bei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ehemaliges Fürstbistum Basel ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der grösste Teil des früheren [[Fürstbistum Basel|Fürstbistums Basel]] war während der Revolutionszeit von Frankreich annektiert worden. Nach Napoleons Niederlage musste über seine staatliche Zugehörigkeit neu entschieden werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bern verlangte eine Entschädigung für den endgültigen Verlust der Waadt und der aargauischen Untertanengebiete. Die Grossmächte teilten ihm deshalb den grössten Teil des ehemaligen Fürstbistums Basel zu. Dazu gehörten Biel, der heutige Berner Jura und das Gebiet des späteren Kantons Jura.&amp;lt;ref name=&amp;quot;jura_bern&amp;quot;&amp;gt;Hervé de Weck: [https://blog.nationalmuseum.ch/2017/12/blog-geschichte-serie-entstehung-kanton-jura/ Die Jahre 1947 bis 1973], Schweizerisches Nationalmuseum, mit Darstellung der Zuteilung von 1815, abgerufen am 3. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zuteilung schuf einen sprachlich und konfessionell vielfältigen Kanton Bern. Sie bildete langfristig eine der historischen Grundlagen der Jurafrage und der Gründung des Kantons Jura im Jahr 1979.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Birseck und weitere kleinere Gebiete des ehemaligen Fürstbistums gelangten an den Kanton Basel. Das Laufental kam zunächst zu Bern und wurde erst 1994 dem Kanton Basel-Landschaft angeschlossen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nicht erfüllte Gebietsforderungen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mehrere schweizerische und regionale Forderungen wurden abgelehnt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Bern erhielt weder die Waadt noch den westlichen Aargau zurück.&lt;br /&gt;
* Biel wurde kein eigener Kanton.&lt;br /&gt;
* Genf erhielt nicht alle von seinen Vertretern verlangten savoyischen Gebiete.&lt;br /&gt;
* Das Wallis wurde kein vollständig unabhängiger Staat ausserhalb der Eidgenossenschaft.&lt;br /&gt;
* Die früheren bündnerischen Untertanengebiete Veltlin, Bormio und Chiavenna kamen nicht zu Graubünden zurück.&lt;br /&gt;
* Mülhausen blieb französisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gebiete Veltlin, Bormio und Chiavenna wurden dem österreichischen Königreich Lombardo-Venetien zugeteilt. Heute gehören sie zu Italien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gleichberechtigung der Kantone ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine der wichtigsten Folgen der Wiener Entscheidungen war die Bestätigung der Gleichberechtigung der Kantone.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die alten Orte konnten ihre vor 1798 bestehende Herrschaft über Untertanengebiete nicht wiederherstellen. Damit blieben insbesondere:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Aargau;&lt;br /&gt;
* Graubünden;&lt;br /&gt;
* St. Gallen;&lt;br /&gt;
* Tessin;&lt;br /&gt;
* Thurgau;&lt;br /&gt;
* Waadt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
selbstständige Kantone.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Entscheidung trug wesentlich zur Verhinderung eines Bürgerkriegs bei. Sie bewahrte zugleich zentrale politische Ergebnisse der Helvetik und der Mediation, obwohl die innere Ordnung der Schweiz insgesamt restaurativer wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeder Kanton erhielt in der Tagsatzung eine Stimme. Unterschiede in Bevölkerung, Fläche und wirtschaftlicher Bedeutung spielten für das formelle Stimmrecht keine Rolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bundesvertrag von 1815 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kantonalen Verhandlungen über die neue Bundesordnung dauerten auch nach der Erklärung vom 20. März an. Am 7. August 1815 beschloss die Tagsatzung den [[Bundesvertrag von 1815]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bundesvertrag schuf einen lockeren Staatenbund. Die Kantone behielten weitgehende Souveränität. Gemeinsame Aufgaben bestanden vor allem in den Bereichen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* äussere Sicherheit;&lt;br /&gt;
* Landesverteidigung;&lt;br /&gt;
* Aussenpolitik;&lt;br /&gt;
* Schlichtung von Streitigkeiten zwischen Kantonen;&lt;br /&gt;
* Erhaltung der gemeinsamen staatlichen Ordnung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein dauerhafter Bundesrat, ein Bundesgericht und ein gesamtschweizerisches Parlament bestanden nicht. Das einzige gemeinsame politische Organ war die Tagsatzung, in der die kantonalen Gesandten nach Weisungen ihrer Regierungen abstimmten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Vertrag verbot die Wiederherstellung von Untertanenverhältnissen zwischen den Kantonen. Innerhalb einzelner Kantone wurden jedoch zahlreiche politische Vorrechte der alten Eliten wieder eingeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nidwalden verweigerte dem Bundesvertrag zunächst die Zustimmung. Nach dem Eingreifen eidgenössischer Truppen trat der Kanton dem Bund bei. Das Engelbergertal wurde vom Widerstand Nidwaldens getrennt und dem Kanton Obwalden zugeteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anerkennung der Neutralität ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Historische Voraussetzungen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Schweiz hatte bereits seit der frühen Neuzeit eine Politik der Nichteinmischung in europäische Kriege entwickelt. Nach der Niederlage bei Marignano 1515 und dem Ewigen Frieden mit Frankreich von 1516 nahm die militärische Expansion der Eidgenossenschaft ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Neutralität war jedoch lange keine umfassend kodifizierte und international garantierte Rechtsstellung. Die einzelnen Kantone schlossen weiterhin Bündnisse mit ausländischen Mächten und stellten ihnen Soldtruppen zur Verfügung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die französische Besetzung von 1798 zeigte, dass die bisherige Neutralitätspolitik keinen ausreichenden Schutz vor einem Angriff bot.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erklärung vom 20. März ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erklärung des Wiener Kongresses verband die Neutralität der Schweiz mit dem Interesse Europas. Die Grossmächte betrachteten einen neutralen Staat im Alpenraum als nützlichen Bestandteil des Mächtegleichgewichts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Schweiz sollte keiner Grossmacht als Aufmarsch-, Durchmarsch- oder Angriffsgebiet dienen. Gleichzeitig musste sie in der Lage sein, ihr Territorium selbst zu verteidigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Neutralität war deshalb nicht mit militärischer Wehrlosigkeit gleichzusetzen. Aus ihr entwickelte sich der Grundsatz der dauernden, bewaffneten Neutralität.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Pariser Akte vom 20. November 1815 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die abschliessende Anerkennung erfolgte nach Napoleons endgültiger Niederlage bei Waterloo. Am 20. November 1815 unterzeichneten Österreich, Frankreich, Grossbritannien, Portugal, Preussen und Russland in Paris die Akte über die Anerkennung und Garantie der immerwährenden Neutralität der Schweiz und der Unverletzlichkeit ihres Gebiets.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Mächte erklärten darin, die Neutralität und Unverletzlichkeit der Schweiz sowie ihre Unabhängigkeit von jedem fremden Einfluss lägen im wahren Interesse der europäischen Politik.&amp;lt;ref name=&amp;quot;neutralitaet_hls&amp;quot;&amp;gt;Marco Jorio: [https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/016572/ Neutralität]. In: &amp;#039;&amp;#039;Historisches Lexikon der Schweiz&amp;#039;&amp;#039;, Version vom 9. November 2010, abgerufen am 3. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Pariser Akte gilt als zentrale völkerrechtliche Grundlage der schweizerischen dauernden Neutralität. Sie bedeutete jedoch keine Garantie, dass fremde Staaten die Schweiz automatisch militärisch verteidigen würden. Die Eidgenossenschaft blieb für den Schutz ihres Territoriums selbst verantwortlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Napoleons Rückkehr und Schweizer Feldzug ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Napoleon kehrte im März 1815 von Elba nach Frankreich zurück. Seine Herrschaft der Hundert Tage unterbrach die Verhandlungen in Wien und führte zu einer neuen Mobilisierung der europäischen Armeen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Schweiz stellte eidgenössische Truppen unter dem Oberbefehl von General [[Niklaus Franz von Bachmann]] auf. Nach Napoleons Niederlage bei Waterloo überschritten Schweizer Einheiten die französische Grenze und rückten in die Freigrafschaft Burgund ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Feldzug verlief schlecht organisiert und brachte nur geringe militärische Erfolge. Er stand zudem in einem Spannungsverhältnis zur gleichzeitig entstehenden Neutralitätspolitik.&amp;lt;ref name=&amp;quot;nationalmuseum_kongress&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Episode zeigt, dass die Bedeutung der Neutralität im Jahr 1815 noch keineswegs so fest verankert war wie im späteren schweizerischen Selbstverständnis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Folgen für die Schweiz ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Annäherung an die heutigen Grenzen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Entscheidungen von 1815 brachten die Schweiz territorial weitgehend in ihre heutige Form. Spätere Grenzbereinigungen veränderten nur noch kleinere Gebiete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Beitritt von Genf, Neuenburg und Wallis entstand die Eidgenossenschaft der 22 Kantone. Die Halbkantone wurden bei dieser Zählung jeweils als ein Kanton gerechnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Entstehung des Kantons Jura 1979 und der Übertritt des Laufentals zu Basel-Landschaft 1994 veränderten später die innere Gliederung, nicht aber die Aussengrenzen der Schweiz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Beginn der Restaurationszeit ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wiener Kongress leitete in der Schweiz die [[Restauration (Schweiz)|Restaurationszeit]] ein. In zahlreichen Kantonen kehrten aristokratische und konservative Eliten an die Macht zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die politischen Verhältnisse vor 1798 wurden jedoch nicht vollständig wiederhergestellt. Die neuen Kantone blieben bestehen, und die rechtliche Unterordnung ganzer Kantone unter andere war ausgeschlossen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ordnung von 1815 verband somit restaurative Elemente mit dauerhaften Errungenschaften der Revolutions- und Mediationszeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Dauerhafte Neutralität ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Neutralität entwickelte sich im 19. und 20. Jahrhundert zu einem zentralen Grundsatz der schweizerischen Aussen- und Sicherheitspolitik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihre konkrete Bedeutung veränderte sich mehrfach. Besonders prägend waren:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* die Konflikte zwischen den europäischen Monarchien und liberalen Bewegungen;&lt;br /&gt;
* der Deutsch-Französische Krieg von 1870 und 1871;&lt;br /&gt;
* der Erste Weltkrieg;&lt;br /&gt;
* der Zweite Weltkrieg;&lt;br /&gt;
* der Kalte Krieg;&lt;br /&gt;
* die europäische Integration;&lt;br /&gt;
* die Beteiligung der Schweiz an internationalen Sanktionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Neutralitätspolitik ist eine von der Schweiz selbst gestaltete politische Praxis. Vom völkerrechtlichen Neutralitätsrecht zu unterscheiden sind weitergehende innen- und aussenpolitische Entscheidungen, die nicht unmittelbar aus dem Wiener Kongress folgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Stellung im europäischen Staatensystem ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Schweiz wurde 1815 als unabhängiges Mitglied des europäischen Staatensystems anerkannt. Die Grossmächte lehnten es ab, mit einzelnen Kantonen wie mit selbstständigen Staaten zu verhandeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit wurde die Eidgenossenschaft nach aussen stärker als zusammengehöriger Staat wahrgenommen, obwohl sie im Innern weiterhin ein sehr lockerer Staatenbund blieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die beschränkte Handlungsfähigkeit des Bundesvertrags zeigte sich in den folgenden Jahrzehnten wiederholt. Erst die [[Bundesverfassung von 1848]] schuf einen modernen Bundesstaat mit dauerhaften Bundesbehörden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Historische Bewertung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die schweizerischen Ergebnisse des Wiener Kongresses werden unterschiedlich bewertet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Erfolge gelten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* die Erhaltung der staatlichen Unabhängigkeit;&lt;br /&gt;
* die Anerkennung der Gleichberechtigung aller Kantone;&lt;br /&gt;
* die Aufnahme von Genf, Neuenburg und Wallis;&lt;br /&gt;
* die weitgehende Festlegung der heutigen Aussengrenzen;&lt;br /&gt;
* die internationale Anerkennung der dauernden Neutralität;&lt;br /&gt;
* die Verhinderung eines möglichen Bürgerkriegs um die ehemaligen Untertanengebiete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kritisch beurteilt werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* die starke Einmischung der Grossmächte;&lt;br /&gt;
* die geringe Geschlossenheit der schweizerischen Delegation;&lt;br /&gt;
* die Wiederherstellung aristokratischer Herrschaft in mehreren Kantonen;&lt;br /&gt;
* die fehlende demokratische Mitwirkung der Bevölkerung;&lt;br /&gt;
* die territoriale Zuteilung von Regionen ohne umfassende Befragung ihrer Einwohner;&lt;br /&gt;
* die Schwäche des Bundesvertrags von 1815.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Schweiz erreichte ihre neue Ordnung nicht allein durch eine erfolgreiche eigene Diplomatie. Ihre Fortdauer entsprach wesentlich den strategischen Interessen der europäischen Grossmächte. Gleichzeitig nutzten einzelne Schweizer Persönlichkeiten ihre persönlichen Beziehungen und diplomatischen Fähigkeiten mit grossem Erfolg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zeittafel ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Datum&lt;br /&gt;
! Ereignis&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Oktober 1813&lt;br /&gt;
| Niederlage Napoleons in der Völkerschlacht bei Leipzig&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 29. Dezember 1813&lt;br /&gt;
| Die Tagsatzung erklärt die Mediationsakte für beendet&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1814&lt;br /&gt;
| Beginn der Langen Tagsatzung und Verhandlungen über eine neue Bundesordnung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| September 1814&lt;br /&gt;
| Beginn der Kongressverhandlungen in Wien&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 20. März 1815&lt;br /&gt;
| Erklärung der Grossmächte über die schweizerischen Angelegenheiten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 19. Mai 1815&lt;br /&gt;
| Genf tritt der Eidgenossenschaft bei&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 9. Juni 1815&lt;br /&gt;
| Unterzeichnung der Schlussakte des Wiener Kongresses&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 4. August 1815&lt;br /&gt;
| Wallis tritt der Eidgenossenschaft bei&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 7. August 1815&lt;br /&gt;
| Abschluss des Bundesvertrags von 1815&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 30. August 1815&lt;br /&gt;
| Neuenburg tritt der Eidgenossenschaft bei&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 20. November 1815&lt;br /&gt;
| Internationale Anerkennung und Garantie der immerwährenden Neutralität der Schweiz in Paris&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1816&lt;br /&gt;
| Turiner Vertrag und weitere territoriale Abrundung des Kantons Genf&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Restauration (Schweiz)]]&lt;br /&gt;
* [[Bundesvertrag von 1815]]&lt;br /&gt;
* [[Schweizerische Neutralität]]&lt;br /&gt;
* [[Geschichte der Schweizer Neutralität]]&lt;br /&gt;
* [[Tagsatzung]]&lt;br /&gt;
* [[Mediationsakte]]&lt;br /&gt;
* [[Helvetische Republik]]&lt;br /&gt;
* [[Zweiter Pariser Frieden]]&lt;br /&gt;
* [[Turiner Vertrag (1816)]]&lt;br /&gt;
* [[Frédéric-César de La Harpe]]&lt;br /&gt;
* [[Charles Pictet de Rochemont]]&lt;br /&gt;
* [[Ioannis Kapodistrias]]&lt;br /&gt;
* [[Geschichte des Kantons Genf]]&lt;br /&gt;
* [[Geschichte des Kantons Neuenburg]]&lt;br /&gt;
* [[Geschichte des Kantons Wallis]]&lt;br /&gt;
* [[Geschichte des Kantons Jura]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Marco Jorio: &amp;#039;&amp;#039;Die Schweiz und der Wiener Kongress 1814/1815.&amp;#039;&amp;#039; In: Historischer Verein des Kantons Bern (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Berner Zeitschrift für Geschichte.&amp;#039;&amp;#039; Bern.&lt;br /&gt;
* Marco Jorio: &amp;#039;&amp;#039;Die Schweiz und ihre Neutralität. Eine 400-jährige Geschichte.&amp;#039;&amp;#039; Hier und Jetzt, Zürich 2023.&lt;br /&gt;
* Edgar Bonjour: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte der schweizerischen Neutralität.&amp;#039;&amp;#039; Band 1, Basel 1965.&lt;br /&gt;
* Paul Widmer: &amp;#039;&amp;#039;Charles Pictet de Rochemont. Diplomat und Vermittler.&amp;#039;&amp;#039; Zürich.&lt;br /&gt;
* William Martin: &amp;#039;&amp;#039;Histoire de la Suisse. Essai sur la formation d’une Confédération d’États.&amp;#039;&amp;#039; Lausanne.&lt;br /&gt;
* Wilhelm Oechsli: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte der Schweiz im neunzehnten Jahrhundert.&amp;#039;&amp;#039; Band 1, Leipzig 1903.&lt;br /&gt;
* Andreas Fankhauser: &amp;#039;&amp;#039;Die Schweiz in der Restaurationszeit 1813–1830.&amp;#039;&amp;#039; Bern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/008922/ Wiener Kongress im Historischen Lexikon der Schweiz]&lt;br /&gt;
* [https://blog.nationalmuseum.ch/2019/07/wiener-kongress/ Der Wiener Kongress und die Schweiz im Blog des Schweizerischen Nationalmuseums]&lt;br /&gt;
* [https://www.bar.admin.ch/de/epoche-des-wandels-die-schweiz-zwischen-1798-und-1848 Epoche des Wandels im Schweizerischen Bundesarchiv]&lt;br /&gt;
* [https://www.aboutswitzerland.eda.admin.ch/de/neutralitaet Informationen des EDA zur schweizerischen Neutralität]&lt;br /&gt;
* [https://www.schweiz-griechenland.eda.admin.ch/de/graf-ioannis-kapodistrias Ioannis Kapodistrias und die Schweiz]&lt;br /&gt;
* [https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/016572/ Neutralität im Historischen Lexikon der Schweiz]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Congress of Vienna|Wiener Kongress}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wiener Kongress]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte der Schweiz (19. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Restauration (Schweiz)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schweizerische Aussenpolitik]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schweizerische Neutralität]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Politik 1815]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ereignis in der Schweiz]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Nick Frei</name></author>
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