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	<title>Täuferbewegung - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Helvetia Wiki – Die Enzyklopädie der Schweiz</subtitle>
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		<title>Nick Frei: Die Seite wurde neu angelegt: «&#039;&#039;&#039;Täuferbewegung&#039;&#039;&#039; ist eine Sammelbezeichnung für reformatorische Gemeinschaften, die seit den 1520er-Jahren eine bewusste Glaubenstaufe verlangten und deshalb die Taufe von Säuglingen ablehnten. Die Bewegung entstand in verschiedenen Teilen Europas, wobei Zürich zu ihren wichtigsten frühen Zentren gehörte. Die am 21. Januar 1525 in Zürich vollzogenen Glaubenstaufen gelten als symbolischer Beginn des schweizerischen Täufertums und häufig…»</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Die Seite wurde neu angelegt: «&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Täuferbewegung&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist eine Sammelbezeichnung für reformatorische Gemeinschaften, die seit den 1520er-Jahren eine bewusste &lt;a href=&quot;/de/index.php?title=Glaubenstaufe&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;Glaubenstaufe (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;Glaubenstaufe&lt;/a&gt; verlangten und deshalb die Taufe von Säuglingen ablehnten. Die Bewegung entstand in verschiedenen Teilen Europas, wobei &lt;a href=&quot;/de/Z%C3%BCrich&quot; title=&quot;Zürich&quot;&gt;Zürich&lt;/a&gt; zu ihren wichtigsten frühen Zentren gehörte. Die am 21. Januar 1525 in Zürich vollzogenen Glaubenstaufen gelten als symbolischer Beginn des schweizerischen Täufertums und häufig…»&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Täuferbewegung&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist eine Sammelbezeichnung für reformatorische Gemeinschaften, die seit den 1520er-Jahren eine bewusste [[Glaubenstaufe]] verlangten und deshalb die Taufe von Säuglingen ablehnten. Die Bewegung entstand in verschiedenen Teilen Europas, wobei [[Zürich]] zu ihren wichtigsten frühen Zentren gehörte. Die am 21. Januar 1525 in Zürich vollzogenen Glaubenstaufen gelten als symbolischer Beginn des schweizerischen Täufertums und häufig auch als Geburtsstunde der neuzeitlichen Täuferbewegung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;hls_taeufer&amp;quot;&amp;gt;Hanspeter Jecker: [https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/011421/ Täufer], in: &amp;#039;&amp;#039;Historisches Lexikon der Schweiz&amp;#039;&amp;#039;, Version vom 14. August 2012, abgerufen am 26. Juli 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Täufer waren kein einheitlich organisierter Kirchenverband. Unter dem Begriff werden verschiedene Gruppen zusammengefasst, die sich in theologischen, sozialen und politischen Fragen teilweise erheblich unterschieden. Zu ihren gemeinsamen Merkmalen gehörten meist die Taufe mündiger Glaubender, die freiwillige Mitgliedschaft in der Gemeinde, eine an der [[Bibel]] orientierte Lebensführung und die Forderung nach einer stärkeren Trennung von Kirche und staatlicher Obrigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus der Täuferbewegung gingen unter anderem die [[Mennoniten]], die [[Amische]] und verschiedene täuferisch-mennonitische Freikirchen hervor. Wegen ihrer Ablehnung der staatlich kontrollierten Volkskirche wurden Täufer sowohl in katholischen als auch in reformierten Gebieten verfolgt. Viele wurden ausgewiesen, enteignet, eingekerkert oder hingerichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Begriff ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bezeichnung &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Täufer&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; wurde ursprünglich von den Gegnern der Bewegung verwendet. Häufig war auch der abwertend gemeinte Ausdruck &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Wiedertäufer&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; gebräuchlich. Er beruhte auf der Vorstellung, dass Menschen, die bereits als Säuglinge getauft worden waren, ein zweites Mal getauft würden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Täufer selbst lehnten diese Bezeichnung ab. Nach ihrem Verständnis war die Säuglingstaufe keine gültige christliche Taufe, weil sie ohne persönliche Glaubensentscheidung vollzogen worden war. Die spätere Glaubenstaufe galt ihnen deshalb nicht als Wiederholung, sondern als erste eigentliche Taufe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viele frühe Täufer bezeichneten sich als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Brüder&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Schwestern&amp;#039;&amp;#039; oder als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Gemeinde Gottes&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;. Für den schweizerisch-süddeutschen Zweig setzte sich in der historischen Forschung die Bezeichnung &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Schweizer Brüder&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; durch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der moderne Begriff Täuferbewegung umfasst sowohl die frühen reformatorischen Gruppen des 16. Jahrhunderts als auch die aus ihnen hervorgegangenen Kirchen und Traditionen. Im englischen Sprachraum ist die Bezeichnung &amp;#039;&amp;#039;Anabaptism&amp;#039;&amp;#039; verbreitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Historischer Hintergrund ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Täuferbewegung entstand während der [[Reformation]]. Reformatoren wie [[Huldrych Zwingli]], [[Martin Luther]] und [[Johannes Calvin]] stellten die Autorität des Papstes und zahlreiche Lehren der mittelalterlichen Kirche infrage. Gleichzeitig hielten sie grundsätzlich an einer territorial organisierten Kirche fest, der nahezu alle Einwohnerinnen und Einwohner eines Gemeinwesens angehörten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der spätmittelalterlichen Gesellschaft waren Kirche und politische Herrschaft eng miteinander verbunden. Die Taufe eines Kindes bedeutete nicht nur die Aufnahme in die Kirche, sondern zugleich die Eingliederung in die christlich verstandene Gesellschaftsordnung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige Anhänger der Reformation verlangten weitergehende Veränderungen. Sie wollten kirchliche Lehren und Einrichtungen ausschliesslich an der Bibel ausrichten und lehnten Praktiken ab, für die sie im Neuen Testament keine ausreichende Grundlage fanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den umstrittenen Fragen gehörten die Säuglingstaufe, die staatliche Leitung kirchlicher Reformen, der Zehnte, der Militärdienst, der Eid und die Teilnahme von Christen an staatlicher Gewalt. Aus diesen Auseinandersetzungen entwickelten sich unterschiedliche Strömungen der sogenannten radikalen Reformation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Entstehung in Zürich ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Umfeld Huldrych Zwinglis ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Zürich bildete sich zu Beginn der 1520er-Jahre ein Kreis junger Gelehrter und Laien um Huldrych Zwingli. Zu ihnen gehörten [[Konrad Grebel]], [[Felix Manz]], [[Jörg Blaurock]], Wilhelm Reublin und weitere Anhänger einer raschen kirchlichen Erneuerung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst unterstützten sie Zwinglis reformatorisches Programm. Sie nahmen an Bibelstudien und öffentlichen Auseinandersetzungen über die Messe, kirchliche Bilder und andere Glaubensfragen teil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Zeit entstanden jedoch grundlegende Meinungsverschiedenheiten. Zwingli war bereit, die Geschwindigkeit und den Umfang der Reformen von den Beschlüssen des Zürcher Rats abhängig zu machen. Grebel, Manz und ihre Mitstreiter hielten dagegen, dass religiöse Erkenntnisse unmittelbar umgesetzt werden müssten und nicht von der Zustimmung der politischen Obrigkeit abhängen dürften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiterer Konfliktpunkt war die Kindertaufe. Die radikalen Reformanhänger kamen aufgrund ihrer Bibelauslegung zur Überzeugung, dass der Taufe eine persönliche Glaubensentscheidung und Umkehr vorausgehen müssten. Da Säuglinge dazu nicht fähig seien, lehnten sie deren Taufe ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zürcher Taufstreit ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Januar 1525 führte der Zürcher Rat ein öffentliches Religionsgespräch über die Taufe durch. Anschliessend bestätigte er die bisherige Praxis der Kindertaufe und ordnete an, dass neugeborene Kinder innerhalb weniger Tage getauft werden müssten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eltern, die sich weigerten, sollten die Stadt und das Herrschaftsgebiet verlassen. Zugleich wurden private religiöse Versammlungen untersagt. Damit war der Konflikt zwischen der obrigkeitlich getragenen Reformation und dem radikalen Kreis offen ausgebrochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Abend des 21. Januar 1525 versammelte sich eine Gruppe im Haus der Mutter von Felix Manz im Zürcher Niederdorf. Nach späteren Berichten bat Jörg Blaurock Konrad Grebel, ihn aufgrund seines persönlichen Glaubens zu taufen. Grebel vollzog die Taufe, worauf Blaurock weitere Anwesende taufte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;zuerich_1525&amp;quot;&amp;gt;Evangelisch-reformierte Landeskirche des Kantons Zürich: [https://www.zhref.ch/kirche/ueber-uns/unsere-geschichten/lange-verfolgt-endlich-versoehnt-500-jahre-taeufer Lange verfolgt, endlich versöhnt – 500 Jahre Täufer], abgerufen am 26. Juli 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Handlung gilt als erste Glaubenstaufe der Zürcher Täuferbewegung. Die Beteiligten verstanden sich nun als freiwillige Gemeinschaft getaufter Glaubender, die nicht mehr der vom Staat beaufsichtigten Kirche angehörte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ausbreitung in der Schweiz ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die neue Bewegung verbreitete sich rasch von Zürich in die umliegenden Dörfer. Ein besonders wichtiges frühes Zentrum entstand in [[Zollikon]]. Dort fanden Hausversammlungen statt, bei denen die Bibel gelesen, das Abendmahl gefeiert und weitere Menschen getauft wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Täuferische Prediger reisten durch das Zürcher Unterland, das [[Zürcher Oberland]], die Ostschweiz und angrenzende Gebiete. Sie fanden besonders unter Handwerkern, Kleinbauern, Heimarbeitern und religiös interessierten Laien Anhänger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In [[Kanton Schaffhausen|Schaffhausen]], [[Kanton St. Gallen|St. Gallen]], [[Appenzell]], [[Kanton Basel-Landschaft|Basel]], [[Kanton Bern|Bern]] und anderen Gebieten entstanden täuferische Gruppen. Auch ausserhalb der damaligen Eidgenossenschaft verbreitete sich die Bewegung nach Süddeutschland, ins Elsass, nach Tirol und Mähren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ausbreitung erfolgte ohne zentrale Kirchenleitung. Wanderprediger, persönliche Kontakte, familiäre Beziehungen und handschriftlich verbreitete Texte verbanden die einzelnen Gemeinden miteinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viele Zusammenkünfte fanden in Privathäusern, Scheunen, Wäldern oder abgelegenen Höhlen statt. Im Zürcher Oberland erinnert die [[Täuferhöhle]] bei [[Bäretswil]] an geheime Versammlungen verfolgter Täufer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Glaubensvorstellungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Glaubenstaufe ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das bekannteste Merkmal der Täufer war die Taufe von Menschen, die ihren Glauben selbst bekennen konnten. Die Taufe sollte auf Umkehr, persönliche Glaubensentscheidung und den Willen zu einem christlichen Leben folgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Täufer verstanden die Taufe als sichtbares Zeichen der Aufnahme in eine freiwillige Glaubensgemeinschaft. Kirchenmitgliedschaft sollte weder durch Geburt noch durch staatliche Zugehörigkeit entstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Glaubenstaufe stellte die damalige Verbindung zwischen Kirche, Gesellschaft und Staat grundsätzlich infrage. Aus Sicht der Obrigkeit gefährdete sie die religiöse und politische Einheit des Gemeinwesens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gemeinde ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die täuferische Gemeinde sollte aus freiwillig verbundenen Glaubenden bestehen. Von den Mitgliedern wurde eine Lebensführung erwartet, die mit der Lehre Jesu und den Weisungen des Neuen Testaments übereinstimmte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gemeinden waren meist klein und vergleichsweise wenig hierarchisch organisiert. Prediger und Älteste wurden häufig aus dem Kreis der Mitglieder bestimmt. Laien konnten predigen, taufen und das Abendmahl leiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei schwerwiegendem Fehlverhalten war eine Gemeindezucht vorgesehen. Diese konnte bis zum Ausschluss aus der Gemeinschaft reichen, sollte jedoch der Umkehr und Wiederaufnahme dienen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Abendmahl ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Abendmahl wurde als Gedächtnismahl verstanden. Brot und Wein galten als Zeichen der Gemeinschaft mit Christus und unter den Gemeindemitgliedern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Teilnahme setzte nach täuferischem Verständnis Taufe, Glauben und ein Leben in geschwisterlicher Gemeinschaft voraus. Das Abendmahl wurde häufig in Privathäusern gefeiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gewaltlosigkeit ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein bedeutender Teil der Täufer lehnte Gewalt, Kriegsdienst und das Tragen von Waffen ab. Diese Haltung wurde aus den Geboten Jesu, insbesondere der Feindesliebe und dem Verzicht auf Vergeltung, abgeleitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viele Täufer weigerten sich deshalb, als Soldaten zu dienen. In einer Gesellschaft, in der militärische Pflichten eng mit Bürgerrechten und politischer Zugehörigkeit verbunden waren, führte diese Haltung zu schweren Konflikten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gewaltlosigkeit wurde nicht von allen Gruppen von Beginn an gleich konsequent vertreten. Sie entwickelte sich jedoch zu einem prägenden Merkmal der Schweizer Brüder und der späteren mennonitischen Tradition.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Eid und Obrigkeit ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viele Täufer lehnten das Schwören von Eiden ab. Sie beriefen sich dabei auf Aussagen Jesu in der Bergpredigt. Ein Christ solle stets die Wahrheit sagen und deshalb keinen besonderen Eid benötigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die politische Obrigkeit wurde nicht grundsätzlich verworfen. Sie galt als notwendig zur Ordnung der Welt, sollte aber nach täuferischer Auffassung nicht die Kirche beherrschen oder über Glaubensfragen entscheiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Täuferische Christen sollten staatlichen Anordnungen folgen, solange diese nicht dem Gewissen und den Geboten Gottes widersprachen. Diese Begrenzung des staatlichen Anspruchs wurde von den Behörden als Ungehorsam betrachtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gütergemeinschaft und soziale Verantwortung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige täuferische Gruppen praktizierten Formen gemeinschaftlichen Eigentums. Besonders ausgeprägt war die Gütergemeinschaft später bei den [[Hutterer]]n.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Schweizer Brüdern stand meist nicht die vollständige Aufhebung des Privateigentums im Vordergrund. Erwartet wurde jedoch eine verbindliche gegenseitige Unterstützung innerhalb der Gemeinde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bedürftige, Verfolgte, Gefangene und deren Familien sollten durch die Gemeinschaft versorgt werden. Diese solidarische Praxis half den Täufern, lange Zeiten staatlicher Verfolgung zu überstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schleitheimer Bekenntnis ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 24. Februar 1527 trafen sich täuferische Vertreter in [[Schleitheim]] bei Schaffhausen. Unter massgeblicher Beteiligung von [[Michael Sattler]] verabschiedeten sie eine gemeinsame Erklärung, die als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Schleitheimer Artikel&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Schleitheimer Bekenntnis&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; bekannt wurde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;schleitheim&amp;quot;&amp;gt;[https://menonitica.org/lex/taufer/ Täufer], menonitica.org, abgerufen am 26. Juli 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Dokument behandelte sieben Themen: die Glaubenstaufe, den Bann als Form der Gemeindezucht, das Abendmahl, die Absonderung vom Bösen, die Wahl und Aufgabe der Hirten, den Verzicht auf das Schwert sowie die Ablehnung des Eides.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Bekenntnis war keine umfassende theologische Lehrschrift. Es sollte praktische Regeln für Gemeinden schaffen, die unter Verfolgung lebten und sich gegen andere religiöse sowie politische Strömungen abgrenzen mussten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Schleitheimer Artikel wurden für die Schweizer Brüder und viele süddeutsche Täufer zu einem grundlegenden Text. Sie prägten insbesondere die Tradition der Gewaltlosigkeit, der freiwilligen Gemeinde und der Trennung von Kirche und staatlicher Macht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedeutende Persönlichkeiten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Konrad Grebel ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konrad Grebel stammte aus einer angesehenen Zürcher Familie und hatte an mehreren europäischen Universitäten studiert. Er gehörte zunächst zum Umfeld Zwinglis, wurde jedoch zu einem der führenden Kritiker der obrigkeitlich gesteuerten Reformation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grebel vollzog am 21. Januar 1525 die Taufe Jörg Blaurocks. Danach wirkte er als Prediger und Organisator der jungen Bewegung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er wurde mehrfach verhaftet und starb 1526, wahrscheinlich an der Pest. Trotz seines kurzen Wirkens gilt er als einer der wichtigsten Begründer des schweizerischen Täufertums.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Felix Manz ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Felix Manz war ein gebildeter Zürcher Bürger und Kenner der biblischen Sprachen. Er beteiligte sich an den frühen Bibelstudien des reformatorischen Kreises und wurde später zu einem entschiedenen Vertreter der Glaubenstaufe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Manz predigte in Zürich und in der Landschaft. Wegen seiner Tätigkeit wurde er wiederholt verhaftet und ausgewiesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 5. Januar 1527 wurde er in der [[Limmat]] ertränkt. Seine Hinrichtung war die erste aufgrund eines Todesurteils gegen einen Täufer im reformierten Zürich. Manz gilt als einer der bekanntesten Märtyrer der Bewegung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Jörg Blaurock ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jörg Blaurock war ein ehemaliger katholischer Priester aus Graubünden. Bei der Zürcher Versammlung vom 21. Januar 1525 wurde er von Konrad Grebel getauft und taufte anschliessend weitere Anwesende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Blaurock war ein wirkungsvoller Wanderprediger. Er verbreitete die täuferische Lehre in der Schweiz, in Süddeutschland und in Tirol.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 1529 wurde er in Klausen in Tirol auf dem Scheiterhaufen hingerichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Michael Sattler ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Michael Sattler war zunächst Benediktinermönch. Nach seinem Austritt aus dem Kloster schloss er sich der Täuferbewegung an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er wirkte im süddeutschen und schweizerischen Raum und spielte eine zentrale Rolle bei der Abfassung der Schleitheimer Artikel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sattler wurde 1527 in Rottenburg am Neckar gefoltert und hingerichtet. Seine Frau Margaretha wurde wenige Tage später ertränkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Hans Hut und Pilgram Marpeck ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Hans Hut]] vertrat eine stark endzeitlich geprägte Form des Täufertums und wirkte vor allem in Süddeutschland und Österreich. Seine Anhänger erwarteten eine baldige Wiederkunft Christi.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Pilgram Marpeck]] entwickelte dagegen eine stärker gemeindeorientierte Theologie. Er betonte die freiwillige Nachfolge Christi, die Bedeutung der Gemeinde und einen friedlichen Umgang mit Andersdenkenden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Menno Simons ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Menno Simons]] war ein niederländischer Priester, der sich in den 1530er-Jahren der Täuferbewegung anschloss. Er gehörte nicht zur ersten Zürcher Generation, wurde jedoch zur wichtigsten Führungspersönlichkeit der friedlichen Täufer in Nordwesteuropa.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von seinem Namen leitet sich die Bezeichnung Mennoniten ab. Später wurde dieser Name auch auf zahlreiche Gemeinden schweizerisch-süddeutscher Herkunft übertragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Unterschiedliche Strömungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Täuferbewegung war von Beginn an vielfältig. Neben den Schweizer Brüdern bestanden süddeutsche, österreichische, mährische und niederländische Gruppen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Schweizer Brüder&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; betonten Glaubenstaufe, Gemeindezucht, Gewaltlosigkeit, Eidverweigerung und eine deutliche Abgrenzung von der staatlichen Kirche. Aus ihrem Umfeld entstanden viele spätere mennonitische Gemeinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Hutterer&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; entwickelten sich in Mähren. Sie verbanden täuferische Lehren mit einer konsequenten Gütergemeinschaft und lebten in gemeinschaftlichen Haushalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die nach Menno Simons benannten &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Mennoniten&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; sammelten zahlreiche friedliche niederländische und norddeutsche Täufergruppen. In späteren Jahrhunderten wurde der Name auch für andere täuferische Kirchen gebräuchlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht alle täuferischen Gruppen waren gewaltlos. Besonders bekannt ist das radikale [[Täuferreich von Münster]] von 1534 und 1535. Dort übernahmen apokalyptisch geprägte Täufer die politische Herrschaft und verteidigten die Stadt mit Gewalt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ereignisse von Münster wurden von den friedlichen Täufern abgelehnt. Dennoch dienten sie den Obrigkeiten lange als Rechtfertigung für die Verfolgung sämtlicher täuferischer Gemeinschaften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verfolgung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gründe ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verfolgung der Täufer hatte religiöse, politische und soziale Ursachen. Ihre Ablehnung der Kindertaufe stellte die Grundlage der damaligen Volkskirche infrage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Verweigerung von Eid und Militärdienst erschienen sie den Behörden als unzuverlässige Untertanen. Ihre geheimen Versammlungen und überregionalen Netzwerke weckten zusätzliches Misstrauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sowohl katholische als auch reformierte Obrigkeiten sahen in der religiösen Einheit eine Voraussetzung für politische Stabilität. Abweichende Glaubensgemeinschaften wurden deshalb nicht als private religiöse Angelegenheit, sondern als Gefahr für die öffentliche Ordnung betrachtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verfolgung in Zürich ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Zürcher Rat verbot täuferische Versammlungen und ordnete die Taufe aller neugeborenen Kinder an. Täuferische Prediger wurden verhaftet, mit Geldstrafen belegt oder ausgewiesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wiederholt festgenommene Täufer mussten mit längerer Haft, Zwangsarbeit oder dem Tod rechnen. Felix Manz wurde 1527 in der Limmat ertränkt. Die Hinrichtungsart nahm auf die Taufe Bezug und sollte abschreckend wirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz der Verfolgung bestanden täuferische Gruppen in der Zürcher Landschaft weiter. Sie versammelten sich im Verborgenen und unterhielten Kontakte zu Gemeinden in anderen Gebieten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bern und Emmental ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im bernischen Gebiet waren Täufer besonders im [[Emmental]], im [[Berner Oberland]] und im [[Jura]] verbreitet. Die Berner Obrigkeit versuchte über Jahrhunderte, die Bewegung durch Verhöre, Geldstrafen, Gefängnis, Enteignung und Ausweisung zu unterdrücken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spezielle Täuferjäger sollten versteckte Gemeindemitglieder aufspüren. Versammlungen fanden deshalb häufig in abgelegenen Bauernhäusern, Wäldern oder Höhlen statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viele Berner Täufer flohen in den Jura, ins Elsass, in die Pfalz, in die Niederlande oder nach Nordamerika. Andere blieben im Land und praktizierten ihren Glauben heimlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Galeeren und Zwangsarbeit ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige schweizerische Täufer wurden an ausländische Mächte übergeben und zur Arbeit auf Galeeren verurteilt. Andere mussten in Gefängnissen oder Arbeitshäusern Zwangsarbeit leisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Enteignung des Besitzes sollte sowohl die Betroffenen bestrafen als auch die Flucht ganzer Familien erschweren. Ehepartner und Kinder gerieten dadurch häufig in wirtschaftliche Not.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verfolgung trug wesentlich zur Auswanderung und zur internationalen Verbreitung täuferischer Gemeinschaften bei.&amp;lt;ref name=&amp;quot;mennonitica_verfolgung&amp;quot;&amp;gt;Schweizerischer Verein für Täufergeschichte: [https://www.mennonitica.ch/taufergeschichte/ Täufergeschichte], abgerufen am 26. Juli 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Auswanderung und weltweite Verbreitung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits im 16. Jahrhundert flohen zahlreiche Täufer aus der Eidgenossenschaft nach Süddeutschland, ins Elsass, nach Mähren und in die Niederlande.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 17. und 18. Jahrhundert wurden die Pfalz und das Elsass zu wichtigen Zufluchtsorten für schweizerische Täufer. Dort konnten sie unter wechselnden politischen Bedingungen eigene Gemeinden bilden und Landwirtschaft betreiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viele Familien wanderten später nach Nordamerika aus. In Pennsylvania und anderen Kolonien fanden sie grössere religiöse Freiheiten und Möglichkeiten zur Gründung eigener Siedlungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den schweizerisch-süddeutschen Gemeinden entwickelten sich sowohl mennonitische als auch amische Gemeinschaften. Viele heutige Amische führen ihre Herkunft auf Familien aus der Schweiz, dem Elsass und der Pfalz zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Wanderungsbewegungen führten täuferische Gruppen nach Osteuropa, Russland, Kanada, Lateinamerika und in andere Regionen. Heute bestehen mennonitische Kirchen auf allen bewohnten Kontinenten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Entstehung der Amischen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im späten 17. Jahrhundert kam es innerhalb der schweizerisch-elsässischen Täufer zu Auseinandersetzungen über die Gemeindezucht und den Umgang mit ausgeschlossenen Mitgliedern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der aus dem bernischen Gebiet stammende Prediger [[Jakob Ammann]] verlangte eine strengere Anwendung des Banns und eine deutlichere Absonderung von Personen, die aus der Gemeinde ausgeschlossen worden waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seine Anhänger trennten sich in den 1690er-Jahren von anderen Schweizer Brüdern. Nach Ammann wurden sie als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Amische&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Spaltung bestand vor allem im Elsass, in der Pfalz und später in Nordamerika fort. In Europa verschwanden die meisten amischen Gemeinden im 19. und frühen 20. Jahrhundert oder schlossen sich Mennoniten an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Nordamerika entwickelten sich die Amischen zu einer eigenständigen religiösen Gemeinschaft. Verschiedene Gruppen bewahrten traditionelle Kleidung, Pferdefuhrwerke und eine zurückhaltende Haltung gegenüber moderner Technik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Täufer in der Schweiz seit dem 18. Jahrhundert ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die staatliche Verfolgung nahm im Verlauf des 18. und frühen 19. Jahrhunderts allmählich ab. Aufklärung, politische Veränderungen und die Entwicklung moderner Vorstellungen von Religionsfreiheit schwächten das System der konfessionell einheitlichen Staatskirche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In manchen Kantonen blieben rechtliche Einschränkungen jedoch lange bestehen. Täufer hatten Schwierigkeiten beim Erwerb von Bürgerrechten, bei der Eheschliessung oder beim Besitz von Grundeigentum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 19. Jahrhundert erhielten mennonitische Gemeinden zunehmend rechtliche Anerkennung. Die Bundesverfassung von 1848 und spätere Verfassungsreformen stärkten die Glaubens- und Gewissensfreiheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schweizer Mennonitengemeinden bestanden vor allem im Jura, im Emmental und in der Region Basel. Durch innere Mission, Gemeindegründungen und Zuwanderung entstanden später weitere Gemeinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute sind die meisten schweizerischen Gemeinden in der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Konferenz der Mennoniten der Schweiz&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; zusammengeschlossen. Sie verwenden neben der Bezeichnung Mennoniten teilweise weiterhin den Namen Alttäufer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Organisation und Gegenwart ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Täuferisch-mennonitische Gemeinden sind in der Regel als Freikirchen organisiert. Die Mitgliedschaft erfolgt freiwillig und setzt meist ein persönliches Glaubensbekenntnis sowie die Taufe voraus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gemeinden finanzieren sich überwiegend durch freiwillige Beiträge. Gottesdienste, Seelsorge, Jugendarbeit und soziale Tätigkeiten werden von angestellten und ehrenamtlichen Mitarbeitenden getragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Konferenz der Mennoniten der Schweiz]] verbindet einen Teil der schweizerischen Gemeinden. Sie pflegt Kontakte zu anderen Freikirchen, reformierten Landeskirchen und internationalen mennonitischen Organisationen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf weltweiter Ebene sind zahlreiche Kirchen in der [[Mennonitische Weltkonferenz|Mennonitischen Weltkonferenz]] verbunden. Die weltweite täuferische Gemeinschaft umfasst heute unterschiedliche kulturelle und theologische Traditionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den prägenden Themen vieler gegenwärtiger Gemeinden gehören Friedensarbeit, gewaltfreie Konfliktlösung, soziale Gerechtigkeit, Entwicklungszusammenarbeit und die Unterstützung von Flüchtlingen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verhältnis zu Staat und Gesellschaft ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die frühe Täuferbewegung forderte keine moderne demokratische Trennung von Kirche und Staat im heutigen Sinn. Ihre Vorstellung einer freiwilligen Gemeinde begrenzte jedoch grundsätzlich den Anspruch des Staates, religiöse Zugehörigkeit vorzuschreiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ablehnung des Eides und des Militärdienstes wurde zu einem wichtigen Element täuferischer Gewissensfreiheit. Spätere mennonitische Gemeinschaften setzten sich für die rechtliche Anerkennung von Kriegsdienstverweigerung ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einzelnen Staaten erhielten Mennoniten besondere Regelungen oder Befreiungen vom Militärdienst. In anderen Ländern führte ihre Haltung erneut zu Auswanderung oder staatlichem Druck.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die täuferische Tradition wird heute häufig als ein historischer Beitrag zur Entwicklung von Religionsfreiheit, freiwilliger Kirchenmitgliedschaft und gewaltfreier Friedensethik betrachtet. Diese moderne Würdigung darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass frühe Täufer ihre Vorstellungen in einem stark religiös geprägten Weltbild entwickelten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Frauen in der Täuferbewegung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Frauen spielten bei der Verbreitung und Erhaltung der Bewegung eine wichtige Rolle. Sie nahmen an Hausversammlungen teil, unterstützten wandernde Prediger, versteckten Verfolgte und vermittelten den Glauben innerhalb ihrer Familien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige Frauen traten selbst als religiöse Lehrerinnen oder Missionarinnen auf. Obrigkeitliche Verhörprotokolle zeigen, dass sie theologische Argumente vorbrachten und ihre Überzeugungen auch unter Androhung von Strafen verteidigten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Frauen wurden wie Männer eingekerkert, ausgewiesen und hingerichtet. Ihre Beteiligung ist in den überlieferten Quellen jedoch häufig weniger ausführlich dokumentiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In späteren mennonitischen Gemeinden waren Leitungsämter lange meist Männern vorbehalten. Seit dem 20. Jahrhundert übernahmen Frauen in zahlreichen Gemeinschaften zunehmend Aufgaben als Theologinnen, Pastorinnen und Gemeindeleiterinnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schriften und Lieder ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Täufer hinterliessen Briefe, Bekenntnisse, Lieder, Verhörprotokolle und theologische Abhandlungen. Wegen der Verfolgung wurden viele Texte nur handschriftlich oder heimlich verbreitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den wichtigsten frühen Dokumenten gehören die Schleitheimer Artikel. Weitere Quellen stammen von Konrad Grebel, Pilgram Marpeck, Menno Simons und anderen täuferischen Autoren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieder besassen eine besondere Bedeutung. Sie wurden im Gefängnis, bei geheimen Versammlungen und während der Flucht gesungen. Viele Texte berichteten von Verfolgung, Glaubenstreue und der Hoffnung auf Erlösung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Ausbund&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, eine erstmals im 16. Jahrhundert veröffentlichte Sammlung täuferischer Lieder, wird bis heute von amischen Gemeinschaften verwendet. Er gehört zu den ältesten christlichen Gesangbüchern, die noch im kirchlichen Gebrauch stehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Täuferforschung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die wissenschaftliche Beschäftigung mit der Täuferbewegung entwickelte sich seit dem 19. Jahrhundert. Frühere Darstellungen wurden häufig von den Urteilen katholischer, lutherischer oder reformierter Gegner geprägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mennonitische Historiker begannen, Quellen zu sammeln und die Geschichte aus der Perspektive der verfolgten Gemeinden darzustellen. Dabei stand oft das Bild einer einheitlichen, friedlichen und bibeltreuen Bewegung im Vordergrund.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts untersuchte die Forschung stärker die sozialen, wirtschaftlichen und regionalen Unterschiede. Dabei wurde deutlich, dass die Täuferbewegung aus mehreren Entstehungszentren und sehr unterschiedlichen Strömungen bestand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Umstritten ist unter anderem, wie eng die frühen Täufer mit Bauernprotesten, städtischen Reformbewegungen und anderen Formen sozialer Unruhe verbunden waren. Ebenso wird diskutiert, in welchem Umfang die späteren Schweizer Brüder unmittelbar aus dem Zürcher Kreis von 1525 hervorgingen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Schweiz fördert der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Schweizerische Verein für Täufergeschichte&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; die Erforschung und Bewahrung des täuferisch-mennonitischen Kulturerbes. Er betreut Sammlungen und veröffentlicht die Zeitschrift &amp;#039;&amp;#039;Mennonitica Helvetica&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;verein_taeufergeschichte&amp;quot;&amp;gt;[https://www.mennonitica.ch/ Schweizerischer Verein für Täufergeschichte], abgerufen am 26. Juli 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Erinnerungskultur und Versöhnung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verfolgung der Täufer wurde von reformierten Kirchen und staatlichen Institutionen lange nur zurückhaltend aufgearbeitet. Seit dem 20. Jahrhundert entstanden jedoch Gedenktafeln, Ausstellungen, Forschungsprojekte und öffentliche Versöhnungsfeiern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Zürich erinnert eine Gedenktafel an der Limmat an Felix Manz und weitere hingerichtete Täufer. Auch im Zürcher Oberland, im Emmental, im Jura und in Schaffhausen bestehen Erinnerungsorte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 2004 fand in Zürich ein offizieller Versöhnungsakt zwischen Vertreterinnen und Vertretern der reformierten Kirche und der täuferischen Tradition statt. Dabei wurde das historische Unrecht der Verfolgung anerkannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Jahr 2025 stand im Zeichen des 500-jährigen Bestehens der Täuferbewegung. In Zürich und an weiteren Orten fanden internationale Gottesdienste, Tagungen, Ausstellungen und Begegnungen statt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;jubilaeum_2025&amp;quot;&amp;gt;Mennonitische Weltkonferenz: [https://mwc-cmm.org/en/stories/commemorating-500-years-of-anabaptism/ Commemorating 500 years of Anabaptism], abgerufen am 26. Juli 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erinnerung konzentriert sich heute nicht nur auf Verfolgung und Märtyrertum. Thematisiert werden auch das Verhältnis von Religion und Staat, die Freiheit des Gewissens, Friedensethik und der Umgang mit religiösen Minderheiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedeutung für die Schweiz ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Entstehung der Zürcher Täufer gehört zu den international bedeutendsten Ereignissen der schweizerischen Reformationsgeschichte. Aus einer kleinen verfolgten Gruppe entwickelte sich eine weltweite religiöse Tradition.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bewegung zeigt zugleich die Grenzen der Reformation des 16. Jahrhunderts. Obwohl reformierte Obrigkeiten die päpstliche Autorität ablehnten, gewährten sie abweichenden christlichen Gemeinschaften zunächst keine Religionsfreiheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Täuferische Gemeinden prägten Teile des Emmentals, des Juras und weiterer ländlicher Regionen. Ihre Wanderungsbewegungen schufen dauerhafte Beziehungen zwischen der Schweiz, dem Elsass, Süddeutschland und Nordamerika.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der schweizerischen Öffentlichkeit werden die Täufer heute vor allem mit Glaubensfreiheit, Gewaltlosigkeit, freiwilliger Gemeinde und der Geschichte religiöser Verfolgung verbunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Reformation in der Schweiz]]&lt;br /&gt;
* [[Huldrych Zwingli]]&lt;br /&gt;
* [[Felix Manz]]&lt;br /&gt;
* [[Konrad Grebel]]&lt;br /&gt;
* [[Jörg Blaurock]]&lt;br /&gt;
* [[Schleitheimer Bekenntnis]]&lt;br /&gt;
* [[Mennoniten]]&lt;br /&gt;
* [[Amische]]&lt;br /&gt;
* [[Hutterer]]&lt;br /&gt;
* [[Täuferhöhle]]&lt;br /&gt;
* [[Religionsfreiheit in der Schweiz]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Hanspeter Jecker: &amp;#039;&amp;#039;Täufer&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Historisches Lexikon der Schweiz&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
* Andrea Strübind: &amp;#039;&amp;#039;Eifriger als Zwingli. Die frühe Täuferbewegung in der Schweiz&amp;#039;&amp;#039;. Duncker &amp;amp; Humblot, Berlin 2003, ISBN 3-428-10653-9.&lt;br /&gt;
* Heinold Fast: &amp;#039;&amp;#039;Der linke Flügel der Reformation&amp;#039;&amp;#039;. Schünemann, Bremen 1962.&lt;br /&gt;
* Hans-Jürgen Goertz: &amp;#039;&amp;#039;Die Täufer. Geschichte und Deutung&amp;#039;&amp;#039;. 2. Auflage, Beck, München 1988, ISBN 3-406-31660-3.&lt;br /&gt;
* C. Arnold Snyder: &amp;#039;&amp;#039;Täufergeschichte und Theologie. Eine Einführung&amp;#039;&amp;#039;. Neufeld Verlag, Schwarzenfeld 2006, ISBN 3-937896-09-0.&lt;br /&gt;
* Urs B. Leu, Christian Scheidegger: &amp;#039;&amp;#039;Die Zürcher Täufer 1525–1700&amp;#039;&amp;#039;. Theologischer Verlag Zürich, Zürich 2007, ISBN 978-3-290-17426-2.&lt;br /&gt;
* Martin Haas: &amp;#039;&amp;#039;Die Täufer in der deutschen Schweiz&amp;#039;&amp;#039;. In: Guy F. Hershberger: &amp;#039;&amp;#039;Das Täufertum. Erbe und Verpflichtung&amp;#039;&amp;#039;. Evangelisches Verlagswerk, Stuttgart 1963.&lt;br /&gt;
* Martin Rothkegel, Christian Scheidegger, Anselm Schubert: &amp;#039;&amp;#039;Quellen zur Geschichte der Täufer in der Schweiz. Band 1: Zürich&amp;#039;&amp;#039;. Theologischer Verlag Zürich, Zürich 2025, ISBN 978-3-290-18713-2.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/011421/ Täufer] im [[Historisches Lexikon der Schweiz|Historischen Lexikon der Schweiz]]&lt;br /&gt;
* [https://www.mennonitica.ch/ Schweizerischer Verein für Täufergeschichte]&lt;br /&gt;
* [https://www.menno.ch/ Konferenz der Mennoniten der Schweiz]&lt;br /&gt;
* [https://www.wege-zur-freiheit.ch/ Ausstellung «Wege zur Freiheit»]&lt;br /&gt;
* [https://gameo.org/index.php?title=Swiss_brethren Swiss Brethren] in der &amp;#039;&amp;#039;Global Anabaptist Mennonite Encyclopedia Online&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* [https://mwc-cmm.org/ Mennonitische Weltkonferenz]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Anabaptism|Täuferbewegung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Täuferbewegung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Reformation]]&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Christentum im 16. Jahrhundert]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gegründet 1525]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Nick Frei</name></author>
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