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	<title>Schwabenkrieg - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Helvetia Wiki – Die Enzyklopädie der Schweiz</subtitle>
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		<title>Nick Frei: Die Seite wurde neu angelegt: «{| class=&quot;wikitable float-right&quot; style=&quot;float:right; width:320px; margin:0 0 1em 1em; font-size:90%;&quot; ! colspan=&quot;2&quot; style=&quot;text-align:center; font-size:120%;&quot; | Schwabenkrieg |- ! Zeitraum | Januar/Februar bis 22. September 1499 |- ! Kriegsschauplätze | Graubünden, Vorarlberg, Bodenseeraum, Hegau, Hochrhein, Sundgau und nördlicher Jura |- ! Konfliktparteien | Alte Eidgenossenschaft und verbündete Drei Bünde gegen das…»</title>
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		<updated>2026-07-26T17:47:16Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Die Seite wurde neu angelegt: «{| class=&amp;quot;wikitable float-right&amp;quot; style=&amp;quot;float:right; width:320px; margin:0 0 1em 1em; font-size:90%;&amp;quot; ! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:center; font-size:120%;&amp;quot; | Schwabenkrieg |- ! Zeitraum | Januar/Februar bis 22. September 1499 |- ! Kriegsschauplätze | &lt;a href=&quot;/de/index.php?title=Graub%C3%BCnden&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;Graubünden (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;Graubünden&lt;/a&gt;, &lt;a href=&quot;/de/index.php?title=Vorarlberg&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;Vorarlberg (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;Vorarlberg&lt;/a&gt;, &lt;a href=&quot;/de/Bodensee&quot; title=&quot;Bodensee&quot;&gt;Bodenseeraum&lt;/a&gt;, &lt;a href=&quot;/de/index.php?title=Hegau&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;Hegau (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;Hegau&lt;/a&gt;, &lt;a href=&quot;/de/Hochrhein&quot; title=&quot;Hochrhein&quot;&gt;Hochrhein&lt;/a&gt;, &lt;a href=&quot;/de/index.php?title=Sundgau&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;Sundgau (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;Sundgau&lt;/a&gt; und nördlicher &lt;a href=&quot;/de/Jura&quot; title=&quot;Jura&quot;&gt;Jura&lt;/a&gt; |- ! Konfliktparteien | &lt;a href=&quot;/de/Alte_Eidgenossenschaft&quot; title=&quot;Alte Eidgenossenschaft&quot;&gt;Alte Eidgenossenschaft&lt;/a&gt; und verbündete &lt;a href=&quot;/de/index.php?title=Drei_B%C3%BCnde&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;Drei Bünde (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;Drei Bünde&lt;/a&gt; gegen das…»&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{| class=&amp;quot;wikitable float-right&amp;quot; style=&amp;quot;float:right; width:320px; margin:0 0 1em 1em; font-size:90%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:center; font-size:120%;&amp;quot; | Schwabenkrieg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Zeitraum&lt;br /&gt;
| Januar/Februar bis 22. September 1499&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Kriegsschauplätze&lt;br /&gt;
| [[Graubünden]], [[Vorarlberg]], [[Bodensee]]raum, [[Hegau]], [[Hochrhein]], [[Sundgau]] und nördlicher [[Jura]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Konfliktparteien&lt;br /&gt;
| [[Alte Eidgenossenschaft]] und verbündete [[Drei Bünde]] gegen das [[Haus Habsburg]], den [[Schwäbischer Bund|Schwäbischen Bund]] und Truppen des [[Heiliges Römisches Reich|Heiligen Römischen Reiches]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Oberster habsburgischer Herrscher&lt;br /&gt;
| König [[Maximilian I. (HRR)|Maximilian I.]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Ausgang&lt;br /&gt;
| Militärischer Sieg der Eidgenossen und ihrer Verbündeten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Friedensschluss&lt;br /&gt;
| [[Friede zu Basel]], 22. September 1499&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Folgen&lt;br /&gt;
| Festigung der weitgehenden politischen und gerichtlichen Eigenständigkeit der Eidgenossenschaft innerhalb des Heiligen Römischen Reiches&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Schwabenkrieg&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; war ein 1499 ausgetragener Krieg zwischen der [[Alte Eidgenossenschaft|Alten Eidgenossenschaft]] und den mit ihr verbündeten [[Drei Bünde|Drei Bünden]] einerseits sowie dem [[Haus Habsburg]], dem [[Schwäbischer Bund|Schwäbischen Bund]] und weiteren Kräften des [[Heiliges Römisches Reich|Heiligen Römischen Reiches]] andererseits. Die Kampfhandlungen erstreckten sich von Graubünden und dem Vorarlberg über den Bodenseeraum und den Hochrhein bis in den Sundgau und den nördlichen Jura. Ausserhalb der Schweiz wird der Konflikt häufig als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Schweizerkrieg&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, im Tiroler und bündnerischen Zusammenhang auch als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Engadiner Krieg&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;HLS&amp;quot;&amp;gt;[https://hls-dhs-dss.ch/articles/008888 Historisches Lexikon der Schweiz: &amp;#039;&amp;#039;Schwabenkrieg&amp;#039;&amp;#039;], abgerufen am 26. Juli 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Krieg entstand aus mehreren miteinander verbundenen Konflikten. Dazu gehörten die langjährige Rivalität zwischen den Eidgenossen und den Habsburgern, Streitigkeiten im bündnerisch-tirolischen Grenzraum sowie die ablehnende Haltung der eidgenössischen Orte gegenüber den Reichsreformen unter König [[Maximilian I. (HRR)|Maximilian I.]]. Nach einer Reihe eidgenössischer Siege endete der Krieg am 22. September 1499 mit dem [[Friede zu Basel|Frieden zu Basel]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Friedensvertrag bedeutete keine formelle Loslösung der Eidgenossenschaft vom Heiligen Römischen Reich. Er bestätigte jedoch ihre faktisch weitgehende Unabhängigkeit von den neu geschaffenen Reichsinstitutionen. Der Schwabenkrieg gilt deshalb als wichtiger Schritt in der politischen Entwicklung der Eidgenossenschaft und in ihrer zunehmenden Abgrenzung vom Reich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bezeichnungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Benennung des Konflikts unterscheidet sich je nach historischer und regionaler Perspektive. In der schweizerischen Geschichtsschreibung setzte sich die Bezeichnung &amp;#039;&amp;#039;Schwabenkrieg&amp;#039;&amp;#039; durch. Sie bezieht sich auf den Schwäbischen Bund, der auf der Seite Maximilians I. einen grossen Teil der Truppen stellte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im süddeutschen Raum wurde der Krieg dagegen häufig als &amp;#039;&amp;#039;Schweizerkrieg&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet. Diese Benennung stellte die Eidgenossen als Gegner in den Mittelpunkt. Im Gebiet des heutigen Graubündens, Tirols und Südtirols ist zudem die Bezeichnung &amp;#039;&amp;#039;Engadiner Krieg&amp;#039;&amp;#039; gebräuchlich, weil die ersten bedeutenden Auseinandersetzungen im Unterengadin, im Münstertal und im Vinschgau stattfanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bezeichnung &amp;#039;&amp;#039;Schwabenkrieg&amp;#039;&amp;#039; darf nicht als Krieg der Eidgenossen gegen die gesamte Bevölkerung Schwabens verstanden werden. Auf beiden Seiten bestanden unterschiedliche Interessen. Mehrere süddeutsche Städte beteiligten sich nur widerwillig am Krieg, während einzelne Orte und Herrschaften enge wirtschaftliche und politische Beziehungen zur Eidgenossenschaft unterhielten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorgeschichte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gegensatz zwischen Habsburg und der Eidgenossenschaft ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Beziehungen zwischen der Eidgenossenschaft und dem Haus Habsburg waren seit dem späten Mittelalter von territorialer und politischer Konkurrenz geprägt. Im Verlauf des 14. und 15. Jahrhunderts hatten die Habsburger einen erheblichen Teil ihrer früheren Besitzungen im Gebiet der heutigen Schweiz verloren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den eidgenössischen Siegen bei [[Schlacht am Morgarten|Morgarten]], [[Schlacht bei Sempach|Sempach]] und [[Schlacht bei Näfels|Näfels]] war die habsburgische Stellung im schweizerischen Mittelland geschwächt. 1415 eroberten eidgenössische Orte den [[Aargau]], 1460 folgten grosse Teile des [[Thurgau]]s. Habsburg behielt jedoch Besitzungen und Herrschaftsrechte im Fricktal, am Hochrhein, im Elsass, in Vorarlberg und in Tirol.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Eidgenossen erweiterten gleichzeitig ihren politischen Einfluss nördlich und östlich des Rheins. Städte wie [[Schaffhausen]], Rottweil und Mülhausen schlossen Bündnisse mit einzelnen eidgenössischen Orten oder mit der gesamten Eidgenossenschaft. Auch die Reichsstadt [[Konstanz]] war wirtschaftlich eng mit dem Thurgau und der Eidgenossenschaft verbunden, blieb politisch aber ausserhalb des eidgenössischen Bündnissystems.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konkurrenz zwischen Habsburg und der Eidgenossenschaft betraf somit nicht nur einzelne Gebiete, sondern die politische Ordnung im gesamten Raum zwischen Alpen, Bodensee, Oberrhein und Schwarzwald.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Reichsreform unter Maximilian I. ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dem [[Reichstag zu Worms (1495)|Reichstag zu Worms]] von 1495 beschlossen die Reichsstände eine Reihe von Reformen. Dazu gehörten der [[Ewiger Landfriede|Ewige Landfriede]], die Einrichtung des [[Reichskammergericht]]s und die Erhebung des sogenannten [[Gemeiner Pfennig|Gemeinen Pfennigs]] als Reichssteuer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die eidgenössischen Orte standen diesen Reformen ablehnend gegenüber. Sie entsandten kaum Vertreter zu den Reichstagen, verweigerten die neue Steuer und anerkannten die Zuständigkeit des Reichskammergerichts für ihre inneren Angelegenheiten nicht. Die Eidgenossen betrachteten ihre bestehenden Bündnisse, Gerichte und politischen Verfahren als ausreichend und wollten keine übergeordnete Reichsgerichtsbarkeit akzeptieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Maximilian I. versuchte seinerseits, die königliche und habsburgische Stellung im Südwesten des Reiches zu stärken. Der Konflikt war daher nicht einfach eine Auseinandersetzung zwischen der Schweiz und Deutschland, sondern ein Streit um Herrschaftsrechte, Gerichtsbarkeit, Bündnisse und territoriale Einflusszonen innerhalb des spätmittelalterlichen Reiches.&amp;lt;ref name=&amp;quot;HLB&amp;quot;&amp;gt;[https://www.historisches-lexikon-bayerns.de/Lexikon/Schwabenkrieg/Schweizerkrieg%2C_1499 Historisches Lexikon Bayerns: Alois Niederstätter, &amp;#039;&amp;#039;Schwabenkrieg/Schweizerkrieg, 1499&amp;#039;&amp;#039;], abgerufen am 26. Juli 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Schwäbische Bund ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Schwäbischer Bund|Schwäbische Bund]] war 1488 als Zusammenschluss süddeutscher Reichsstände gegründet worden. Ihm gehörten Reichsstädte, Fürsten, Grafen, Ritter und andere Herrschaftsträger an. Der Bund sollte den Landfrieden sichern und seine Mitglieder gegen äussere und innere Gegner schützen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für Maximilian I. war der Schwäbische Bund ein wichtiges politisches und militärisches Instrument. Viele Mitglieder des Bundes betrachteten die wachsende eidgenössische Macht am Hochrhein und am Bodensee mit Misstrauen. Gleichzeitig waren nicht alle Bundesmitglieder bereit, für habsburgische Interessen einen verlustreichen Krieg zu führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die eidgenössische Seite stellte den Schwäbischen Bund in ihrer Propaganda als unmittelbare Bedrohung dar. Umgekehrt verbreitete die gegnerische Seite ein Bild der Eidgenossen als aufständische bäuerliche Untertanen, die sich der Ordnung des Reiches entzogen hätten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Konflikte in den Drei Bünden ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gebiet des heutigen Graubündens bestanden der [[Gotteshausbund]], der [[Grauer Bund|Graue Bund]] und der [[Zehngerichtebund]]. Diese Drei Bünde waren keine Mitglieder der Eidgenossenschaft, standen mit ihr aber in engen politischen und militärischen Beziehungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders angespannt war die Lage im Unterengadin, im Münstertal und im Vinschgau. Dort überschnitten sich die Interessen der Drei Bünde, des Bischofs von Chur, lokaler Adelsfamilien und der habsburgischen Grafschaft Tirol. Umstritten waren unter anderem Gerichtsrechte, Verkehrswege, Abgaben und die Kontrolle strategisch wichtiger Täler und Pässe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Zehngerichtebund schloss sich 1497 und der Graue Bund 1498 durch Bündnisse enger an die Eidgenossenschaft an. Aus habsburgischer Sicht drohte dadurch eine weitere Ausdehnung des eidgenössischen Einflusses in Richtung Tirol und Vorarlberg.&amp;lt;ref name=&amp;quot;HLL&amp;quot;&amp;gt;[https://historisches-lexikon.li/Schwabenkrieg Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein: &amp;#039;&amp;#039;Schwabenkrieg&amp;#039;&amp;#039;], abgerufen am 26. Juli 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ausbruch des Krieges ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Beginn des Jahres 1499 verschärfte sich der Konflikt im bündnerisch-tirolischen Grenzgebiet. Habsburgisch-tirolische Truppen besetzten Teile des Münstertals und versuchten, ihre Stellung an den Übergängen zwischen Engadin und Vinschgau zu sichern. Bündner Truppen reagierten mit Gegenangriffen und Vorstössen in habsburgisches Gebiet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den zunächst regionalen Auseinandersetzungen entwickelte sich rasch ein grösserer Krieg. Die Eidgenossen unterstützten ihre bündnerischen Verbündeten, während Maximilian I. und der Schwäbische Bund Truppen mobilisierten. Im Februar 1499 griffen die Kämpfe auf das Rheintal und den Bodenseeraum über.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine formelle zentrale Kriegserklärung spielte für den Beginn der Feindseligkeiten nur eine untergeordnete Rolle. Der Krieg entwickelte sich aus Grenzüberfällen, Besetzungen, Vergeltungszügen und der schrittweisen Mobilisierung der verbündeten Mächte. Im April 1499 wurde der Konflikt von Maximilian zum Reichskrieg erklärt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kriegsführung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schwabenkrieg bestand nicht aus einem einzigen zusammenhängenden Feldzug. Er war durch zahlreiche Vorstösse, Plünderungszüge, Belagerungen und Schlachten an weit voneinander entfernten Kriegsschauplätzen geprägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die eidgenössischen und bündnerischen Truppen bestanden überwiegend aus Aufgeboten der einzelnen Orte und Talschaften. Ihre wichtigste taktische Formation war der dicht geschlossene [[Gewalthaufen]], in dem mit langen Spiessen, Hellebarden und anderen Stangenwaffen gekämpft wurde. Hinzu kamen Schützen mit Armbrüsten und Feuerwaffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die kaiserlichen und schwäbischen Heere verfügten über gut ausgebildete Fusskämpfer. Die [[Landsknecht]]e waren nach einem ähnlichen taktischen Muster organisiert wie die eidgenössischen Reisläufer. Der Schwabenkrieg gehörte damit zu den frühen grossen Konflikten, in denen eidgenössische Gewalthaufen und deutsche Landsknechte unmittelbar gegeneinander kämpften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beide Seiten verwüsteten gegnerische Dörfer, zerstörten Vorräte und trieben Vieh weg. Die Zivilbevölkerung litt unter Brandstiftungen, Plünderungen, Vertreibungen und der Zerstörung landwirtschaftlicher Grundlagen. Der Krieg wurde mit grosser Härte geführt; Gefangene und verwundete Gegner wurden in mehreren Fällen getötet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Nationalmuseum&amp;quot;&amp;gt;[https://blog.nationalmuseum.ch/2021/07/schwabenkrieg-kraftprobe-gegen-habsburg/ Schweizerisches Nationalmuseum: James Blake Wiener, &amp;#039;&amp;#039;Kraftprobe gegen Habsburg&amp;#039;&amp;#039;], 21. Juli 2021, abgerufen am 26. Juli 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verlauf ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gefecht bei Triesen und Schlacht bei Hard ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Februar 1499 rückten eidgenössische Truppen in das Alpenrheintal vor. Am 12. Februar kam es bei [[Triesen]] im Gebiet des heutigen [[Liechtenstein]] zu einem Gefecht, bei dem eidgenössische Kräfte habsburgische Truppen zurückdrängten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 22. Februar folgte die [[Schlacht bei Hard]] unweit des Bodensees. Eidgenössische Truppen überquerten den Rhein und griffen ein Heer des Schwäbischen Bundes an. Die schwäbischen Kräfte erlitten eine schwere Niederlage. Der Sieg stärkte die eidgenössische Stellung im Rheintal und verhinderte vorerst einen erfolgreichen gegnerischen Vorstoss in Richtung St. Gallen und Appenzell.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Schlacht wurden Orte im gegnerischen Gebiet geplündert und niedergebrannt. Wie in anderen Phasen des Krieges gingen militärische Operationen und wirtschaftliche Verwüstung eng ineinander über.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schlacht auf dem Bruderholz ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 22. März 1499 kam es südlich von [[Basel]] zur [[Schlacht auf dem Bruderholz]]. Ein zahlenmässig kleineres eidgenössisches Aufgebot überraschte habsburgische und schwäbische Truppen, die zuvor in der Umgebung geplündert hatten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die eidgenössischen Kämpfer nutzten das Gelände und griffen den Gegner unerwartet an. Die gegnerischen Truppen wurden in die Flucht geschlagen. Obwohl die Schlacht militärisch kleiner war als spätere Auseinandersetzungen, gewann sie in der eidgenössischen Erinnerung grosse Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Basel selbst blieb während des Krieges offiziell neutral. Die Kämpfe in unmittelbarer Nähe der Stadt verdeutlichten jedoch, wie schwierig diese Neutralität angesichts der geographischen Lage und der engen wirtschaftlichen Beziehungen zu beiden Seiten war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schlacht bei Schwaderloh ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Schlacht bei Schwaderloh]] fand am 11. April 1499 in der Nähe von Triboltingen und Tägerwilen im heutigen [[Kanton Thurgau]] statt. Zuvor hatten Truppen des Schwäbischen Bundes Dörfer südlich von Konstanz geplündert und teilweise niedergebrannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein eidgenössisches Aufgebot griff die sich zurückziehenden schwäbischen Truppen überraschend an. Trotz anfänglicher Schwierigkeiten gelang es den Eidgenossen, die gegnerische Ordnung zu durchbrechen. Die Truppen des Schwäbischen Bundes flohen in Richtung Konstanz und erlitten erhebliche Verluste. Die Eidgenossen erbeuteten Geschütze, Waffen und weiteres Kriegsmaterial.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Sieg sicherte den Thurgau und verhinderte eine Ausweitung der gegnerischen Kontrolle südlich des Bodensees. Zugleich verschärfte er die politische Trennung zwischen Konstanz und seinem eidgenössisch beherrschten Umland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schlacht bei Frastanz ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 20. April 1499 kam es bei [[Frastanz]] im heutigen [[Vorarlberg]] zu einer weiteren bedeutenden Schlacht. Habsburgische und schwäbische Truppen hatten befestigte Stellungen angelegt, um das Illtal und die Zugänge in Richtung Feldkirch zu kontrollieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Eidgenossen umgingen einen Teil der gegnerischen Befestigungen über schwieriges Gelände und griffen die Stellungen von einer unerwarteten Seite an. Nach schweren Kämpfen wurde das habsburgisch-schwäbische Heer geschlagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Sieg öffnete den Eidgenossen den Weg für Plünderungszüge in das Vorarlberger Gebiet. Eine dauerhafte Besetzung oder territoriale Eingliederung Vorarlbergs war jedoch nicht das Ziel der eidgenössischen Orte und wurde auch nicht erreicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schlacht an der Calven ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Schlacht an der Calven]] vom 22. Mai 1499 war die entscheidende Auseinandersetzung auf dem südöstlichen Kriegsschauplatz. Habsburgische Truppen hatten an der Calven, einem Engpass im oberen Vinschgau, starke Befestigungen errichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Heer der Drei Bünde griff die Sperre an. Nach verlustreichen Kämpfen gelang es den Bündnern, die habsburgischen Stellungen zu durchbrechen. In der bündnerischen Überlieferung wurde besonders der angebliche Opfertod des Hauptmanns [[Benedikt Fontana]] hervorgehoben. Die genaue historische Ausgestaltung dieser Episode ist teilweise von späterer Heldenverehrung geprägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Sieg stiessen bündnerische Truppen in den Vinschgau vor und verwüsteten mehrere Ortschaften. Habsburgische Vergeltungszüge richteten ihrerseits schwere Schäden im Engadin und in angrenzenden Tälern an. Die Schlacht festigte dennoch die Stellung der Drei Bünde und verhinderte eine habsburgische Unterwerfung des bündnerischen Raums.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Feldzüge im Hegau und am Hochrhein ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während des Frühjahrs und Sommers 1499 führten eidgenössische Truppen wiederholt Feldzüge in den [[Hegau]], den [[Klettgau]], den Schwarzwald und das Hochrheingebiet durch. Burgen, Dörfer und kleinere Städte wurden angegriffen, geplündert oder niedergebrannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den umkämpften Orten gehörten unter anderem Tiengen, Stühlingen und verschiedene Burgen des regionalen Adels. Die Feldzüge dienten dazu, gegnerische Aufmarschgebiete zu zerstören, Versorgungslinien zu unterbrechen und Druck auf Mitglieder des Schwäbischen Bundes auszuüben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine dauerhafte territoriale Eroberung fand kaum statt. Die eidgenössischen Aufgebote kehrten nach ihren Feldzügen meist in die eigenen Gebiete zurück. Dies entsprach der dezentralen Organisation der Eidgenossenschaft, deren Orte unterschiedliche politische Ziele verfolgten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schlacht bei Dornach ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die letzte grosse Schlacht des Krieges fand am 22. Juli 1499 bei [[Dornach SO|Dornach]] statt. Ein kaiserliches Heer unter Führung von Graf Heinrich von Fürstenberg belagerte die Burg Dorneck, die den Zugang zum Gebiet von Solothurn sicherte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eidgenössische Truppen aus Solothurn, Bern und anderen Orten griffen das kaiserliche Lager an. Der Kampf blieb zunächst unentschieden. Nach dem Eintreffen weiterer eidgenössischer Verbände brach die Ordnung des kaiserlichen Heeres zusammen. Graf Heinrich von Fürstenberg fiel in der Schlacht, und die gegnerischen Truppen wurden zur Flucht gezwungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Niederlage bei Dornach schwächte die Bereitschaft des Schwäbischen Bundes, den Krieg fortzusetzen. Maximilian I. war zudem durch die politische Entwicklung in Italien gebunden. Der französische König [[Ludwig XII.]] bereitete einen Feldzug gegen das Herzogtum Mailand vor, wodurch für Maximilian andere strategische Fragen an Bedeutung gewannen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Friedensverhandlungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Schlacht bei Dornach nahmen die Kriegsparteien Verhandlungen auf. Eine wichtige Vermittlerrolle spielte der mailändische Herzog [[Ludovico Sforza]], der an einem Ende des Krieges interessiert war. Er benötigte Zugang zu eidgenössischen Söldnern und wollte verhindern, dass der Konflikt nördlich der Alpen seine Stellung in Italien zusätzlich gefährdete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verhandlungen fanden in Basel statt. Obwohl die Eidgenossen militärisch erfolgreich gewesen waren, verfolgten ihre Orte keine einheitliche Politik. Einige wollten territoriale Gewinne oder Entschädigungen erreichen, während andere möglichst rasch Frieden schliessen wollten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Maximilian I. war nicht bereit, die Eidgenossenschaft ausdrücklich als vollständig unabhängigen Staat anzuerkennen. Der Friedensvertrag wurde deshalb als Ausgleich formuliert, der viele grundsätzliche staatsrechtliche Fragen offenliess.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Friede zu Basel ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Friede zu Basel]] wurde am 22. September 1499 geschlossen. Er beendete den Schwabenkrieg und stellte den Zustand vor Beginn der Kampfhandlungen weitgehend wieder her.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Eidgenossen erzielten keine bedeutenden territorialen Gewinne. Auch die Drei Bünde konnten nicht alle umstrittenen Herrschaftsrechte im Tiroler Grenzraum dauerhaft für sich entscheiden. Der Krieg endete somit nicht mit einer grossen Neuordnung der Grenzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Politisch war der Friedensschluss dennoch von grosser Tragweite. Die Eidgenossen mussten den Gemeinen Pfennig nicht entrichten und wurden faktisch nicht der Gerichtsbarkeit des Reichskammergerichts unterstellt. Die im Reichsabschied von 1495 vorgesehenen Reformen konnten gegenüber der Eidgenossenschaft nicht durchgesetzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Eidgenossenschaft blieb rechtlich weiterhin Teil des Heiligen Römischen Reiches. Der Friedensvertrag enthielt keine Erklärung ihrer staatlichen Unabhängigkeit. In der politischen Praxis verhielten sich die eidgenössischen Orte jedoch zunehmend wie eine eigenständige Macht. Die formelle Anerkennung ihrer Unabhängigkeit vom Reich erfolgte erst 1648 im [[Westfälischer Friede|Westfälischen Frieden]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;HLS&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Folgen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Stellung der Eidgenossenschaft ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der militärische Erfolg stärkte das Selbstbewusstsein der eidgenössischen Orte. Die Reichsinstitutionen konnten ihren Anspruch auf gerichtliche und steuerliche Zuständigkeit gegenüber der Eidgenossenschaft nicht durchsetzen. Die politische Distanz zwischen den eidgenössischen Orten und dem übrigen Reich vergrösserte sich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Krieg führte jedoch nicht zur Entstehung eines zentralisierten schweizerischen Staates. Die Eidgenossenschaft blieb ein lockeres Bündnissystem selbstständiger Orte. Die Tagsatzung konnte gemeinsame Entscheidungen treffen, verfügte aber weder über eine ständige Regierung noch über eine einheitliche Verwaltung oder ein dauerhaftes gemeinsames Heer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der schweizerischen Nationalgeschichtsschreibung wurde der Schwabenkrieg später teilweise als eigentlicher Unabhängigkeitskrieg dargestellt. Diese Interpretation vereinfacht die staatsrechtlichen Verhältnisse. 1499 wurde die Eidgenossenschaft nicht aus dem Reich entlassen; ihre bereits bestehende faktische Sonderstellung wurde vielmehr militärisch und politisch gefestigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Beitritt von Basel und Schaffhausen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Krieg beeinflusste auch die Stellung der Städte Basel und Schaffhausen. Beide lagen unmittelbar an wichtigen Kriegsschauplätzen und mussten ihre Beziehungen zu den Eidgenossen, zu Habsburg und zum Reich neu beurteilen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Basel und Schaffhausen traten 1501 der Eidgenossenschaft bei. Ihre Aufnahme war keine Bestimmung des Friedensvertrags, stand aber in engem Zusammenhang mit den Erfahrungen des Schwabenkriegs. Durch die beiden neuen Orte wurde die eidgenössische Stellung am Hochrhein gestärkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Beitritt [[Appenzell]]s im Jahr 1513 entwickelte sich die Eidgenossenschaft zum Bündnis der [[Dreizehn Alte Orte|Dreizehn Alten Orte]], das bis zum Ende der Alten Eidgenossenschaft 1798 bestehen blieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Folgen für die Drei Bünde ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Drei Bünde behaupteten ihre politische und militärische Selbstständigkeit gegenüber Habsburg-Tirol. Ihr Bündnis untereinander und ihre Beziehungen zur Eidgenossenschaft wurden durch den gemeinsamen Krieg gefestigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dennoch blieben Herrschaftsrechte im Unterengadin, im Münstertal und in benachbarten Gebieten weiterhin umstritten. Erst spätere Verträge regelten einzelne Konflikte genauer. Die Drei Bünde entwickelten sich in der Folge zu einem eigenständigen politischen Gebilde, aus dem später der [[Kanton Graubünden]] hervorging.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Folgen für Habsburg und den Schwäbischen Bund ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Maximilian I. konnte seine politischen und gerichtlichen Ziele gegenüber der Eidgenossenschaft nicht durchsetzen. Die habsburgische Stellung in Tirol, Vorarlberg, im Elsass und in den übrigen südwestlichen Besitzungen blieb jedoch grundsätzlich erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schwäbische Bund erlitt hohe militärische Verluste. Die Niederlagen offenbarten Probleme bei der Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Mitgliedern, bei der Finanzierung und bei der Führung der Aufgebote. Der Bund bestand nach 1499 dennoch weiter und blieb in Süddeutschland ein bedeutender politischer und militärischer Faktor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rivalität zwischen eidgenössischen Reisläufern und deutschen Landsknechten verschärfte sich. Beide Gruppen galten im frühen 16. Jahrhundert als besonders kampfstarke Söldner und trafen in den [[Italienische Kriege|Italienischen Kriegen]] erneut aufeinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Auswirkungen auf die Bevölkerung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Krieg hatte für die Zivilbevölkerung schwerwiegende Folgen. Zahlreiche Dörfer im Rheintal, im Hegau, im Thurgau, in Vorarlberg, im Elsass, im Vinschgau und in Graubünden wurden geplündert oder niedergebrannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vieh, Getreide und andere Vorräte wurden geraubt oder vernichtet. Viele Menschen mussten ihre Wohnorte vorübergehend verlassen. Neben den unmittelbar in den Kämpfen Getöteten starben Menschen an Verwundungen, Hunger, Kälte und Krankheiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zeitgenössischen Chroniken stellten häufig die Grausamkeit der jeweiligen Gegenseite heraus. Sie berichten jedoch auch über Gewalttaten der eigenen Truppen. Der Schwabenkrieg war damit nicht nur eine Folge grosser Schlachten, sondern ebenso ein Krieg der Grenzüberfälle, Verwüstungen und wirtschaftlichen Zerstörung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Militärische Bedeutung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schwabenkrieg bestätigte den hohen militärischen Ruf der eidgenössischen Infanterie. Die eidgenössischen Truppen konnten mehrfach grössere oder befestigte gegnerische Verbände schlagen. Beweglichkeit, rasche Konzentration der Aufgebote, Angriffsgeist und der Einsatz dichter Spiessformationen trugen zu ihren Erfolgen bei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Siege waren jedoch nicht allein das Ergebnis einer grundsätzlichen Überlegenheit der Eidgenossen. Auf habsburgisch-schwäbischer Seite erschwerten unterschiedliche Interessen, unklare Befehlsverhältnisse, verspätete Soldzahlungen und eine unzureichende Zusammenarbeit die Kriegführung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Landsknechte entwickelten sich gleichzeitig zu einer ernsthaften Konkurrenz für die eidgenössischen Söldner. Ihre ähnliche Bewaffnung und Taktik führte in späteren Kriegen zu besonders erbitterten Kämpfen. Die Vorstellung, der Schwabenkrieg habe eine dauerhafte militärische Überlegenheit der Eidgenossen bewiesen, wurde spätestens durch ihre Niederlage in der [[Schlacht bei Marignano]] von 1515 relativiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Propaganda und Feindbilder ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Krieg wurde von einer ausgeprägten Propaganda begleitet. Flugschriften, Lieder, Chroniken und mündliche Berichte verbreiteten vereinfachte und abwertende Bilder des Gegners.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf eidgenössischer Seite wurden die Schwaben häufig als feige, überheblich oder von Fürsten unterdrückt dargestellt. Auf der Gegenseite galten die Eidgenossen als ungehorsame Bauern, die sich gegen die rechtmässige Ordnung des Reiches erhoben hätten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bezeichnungen &amp;#039;&amp;#039;Kuhschweizer&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Sauschwaben&amp;#039;&amp;#039; entwickelten sich zu gegenseitigen Schimpfwörtern. Solche Feindbilder verstärkten die Abgrenzung, obwohl die Bevölkerung auf beiden Seiten des Rheins sprachlich, wirtschaftlich und kulturell eng verbunden war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die eidgenössischen Siege wurden in den Chroniken als Beweis göttlicher Unterstützung und besonderer militärischer Tugend gedeutet. Diese Erzählungen beeinflussten langfristig das schweizerische Geschichtsbild.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Erinnerungskultur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schwabenkrieg wurde in zahlreichen eidgenössischen und süddeutschen Chroniken dargestellt. Besonders bekannt sind die Illustrationen der [[Luzerner Chronik des Diebold Schilling]], die Schlachten, Plünderungen, Truppenbewegungen und einzelne Gewalttaten zeigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In verschiedenen Regionen erinnern Denkmäler, Gedenktafeln, Schlachtkapellen und lokale Feiern an die Ereignisse von 1499. Eine besondere Stellung besitzt die Erinnerung an die Schlachten bei Schwaderloh, Frastanz, an der Calven und bei Dornach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Graubünden wurde Benedikt Fontana zu einer patriotischen Heldenfigur. Seine überlieferten letzten Worte und sein Tod in der Schlacht an der Calven wurden im 19. und frühen 20. Jahrhundert für die nationale und kantonale Erinnerungskultur ausgestaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch in der modernen Geschichtsschreibung bleibt der Schwabenkrieg von Bedeutung. Dabei stehen nicht mehr nur die militärischen Siege im Mittelpunkt, sondern ebenso die politische Struktur des Reiches, regionale Interessen, Kriegspropaganda, Söldnerwesen und die Folgen für die Zivilbevölkerung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Historische Einordnung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schwabenkrieg markierte einen Wendepunkt in den Beziehungen zwischen der Eidgenossenschaft, dem Haus Habsburg und dem Heiligen Römischen Reich. Er beendete die grossen militärischen Auseinandersetzungen zwischen der Alten Eidgenossenschaft und Habsburg im Gebiet nördlich der Alpen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Eidgenossenschaft konnte ihre Sonderstellung behaupten, ohne 1499 formell aus dem Reich auszutreten. Ihre Orte nahmen in der Folge kaum noch an Reichstagen teil und unterwarfen sich weder der Reichssteuer noch der ordentlichen Rechtsprechung des Reichskammergerichts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gleichzeitig leitete der Sieg eine Phase verstärkter eidgenössischer Beteiligung an den Italienischen Kriegen ein. Die militärische Expansion nach Süden erreichte im frühen 16. Jahrhundert ihren Höhepunkt, endete jedoch nach der Niederlage bei Marignano.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schwabenkrieg war somit sowohl Abschluss der mittelalterlichen Konflikte mit Habsburg als auch Ausgangspunkt einer neuen Phase der eidgenössischen Aussenpolitik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wichtige Schlachten und Gefechte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Datum&lt;br /&gt;
! Schlacht oder Gefecht&lt;br /&gt;
! Heutiger Ort&lt;br /&gt;
! Ergebnis&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 12. Februar 1499&lt;br /&gt;
| Gefecht bei Triesen&lt;br /&gt;
| [[Triesen]], [[Liechtenstein]]&lt;br /&gt;
| Erfolg eidgenössischer Truppen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 22. Februar 1499&lt;br /&gt;
| [[Schlacht bei Hard]]&lt;br /&gt;
| Hard, [[Vorarlberg]]&lt;br /&gt;
| Sieg der Eidgenossen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 22. März 1499&lt;br /&gt;
| [[Schlacht auf dem Bruderholz]]&lt;br /&gt;
| bei [[Basel]]&lt;br /&gt;
| Sieg der Eidgenossen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 11. April 1499&lt;br /&gt;
| [[Schlacht bei Schwaderloh]]&lt;br /&gt;
| bei Triboltingen und Tägerwilen, [[Kanton Thurgau]]&lt;br /&gt;
| Sieg der Eidgenossen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 20. April 1499&lt;br /&gt;
| [[Schlacht bei Frastanz]]&lt;br /&gt;
| [[Frastanz]], Vorarlberg&lt;br /&gt;
| Sieg der Eidgenossen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 22. Mai 1499&lt;br /&gt;
| [[Schlacht an der Calven]]&lt;br /&gt;
| Oberer Vinschgau&lt;br /&gt;
| Sieg der Drei Bünde&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 22. Juli 1499&lt;br /&gt;
| [[Schlacht bei Dornach]]&lt;br /&gt;
| [[Dornach SO|Dornach]], [[Kanton Solothurn]]&lt;br /&gt;
| Entscheidender Sieg der Eidgenossen&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Alte Eidgenossenschaft]]&lt;br /&gt;
* [[Drei Bünde]]&lt;br /&gt;
* [[Haus Habsburg]]&lt;br /&gt;
* [[Schwäbischer Bund]]&lt;br /&gt;
* [[Maximilian I. (HRR)]]&lt;br /&gt;
* [[Friede zu Basel]]&lt;br /&gt;
* [[Geschichte der Schweiz]]&lt;br /&gt;
* [[Italienische Kriege]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Hans Rudolf Fuhrer: &amp;#039;&amp;#039;Der Schwaben- oder Schweizerkrieg 1499&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Pallasch. Zeitschrift für Militärgeschichte&amp;#039;&amp;#039;, Band 5, Heft 11, 2001.&lt;br /&gt;
* Ernst Hunkeler: &amp;#039;&amp;#039;Der Schwabenkrieg in unseren Landen&amp;#039;&amp;#039;. Verlag Peter Meili, Schaffhausen 1973.&lt;br /&gt;
* Peter Niederhäuser, Werner Fischer (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Vom «Freiheitskrieg» zum Geschichtsmythos. 500 Jahre Schweizer- oder Schwabenkrieg&amp;#039;&amp;#039;. Chronos, Zürich 2000.&lt;br /&gt;
* Albert Winkler: &amp;#039;&amp;#039;The Swabian War of 1499. The First Confrontation between Landsknechts and the Swiss&amp;#039;&amp;#039;. Helion, Warwick 2024.&lt;br /&gt;
* Alois Niederstätter: &amp;#039;&amp;#039;Der Schwabenkrieg 1499&amp;#039;&amp;#039;. Österreichischer Bundesverlag, Wien 1992.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://hls-dhs-dss.ch/articles/008888 Schwabenkrieg im Historischen Lexikon der Schweiz]&lt;br /&gt;
* [https://www.historisches-lexikon-bayerns.de/Lexikon/Schwabenkrieg/Schweizerkrieg%2C_1499 Schwabenkrieg/Schweizerkrieg im Historischen Lexikon Bayerns]&lt;br /&gt;
* [https://blog.nationalmuseum.ch/2021/07/schwabenkrieg-kraftprobe-gegen-habsburg/ «Kraftprobe gegen Habsburg» im Blog des Schweizerischen Nationalmuseums]&lt;br /&gt;
* [https://historisches-lexikon.li/Schwabenkrieg Schwabenkrieg im Historischen Lexikon des Fürstentums Liechtenstein]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Swabian War|Schwabenkrieg}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Krieg in der Schweizer Geschichte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Krieg (15. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Konflikt 1499]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte der Alten Eidgenossenschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte des Kantons Graubünden]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte des Kantons Thurgau]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte des Kantons Solothurn]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte des Kantons Basel-Landschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte Vorarlbergs]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte Liechtensteins]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte Tirols]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schwäbische Geschichte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Habsburg]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Heiliges Römisches Reich]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Nick Frei</name></author>
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