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	<title>Rheintal - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Helvetia Wiki – Die Enzyklopädie der Schweiz</subtitle>
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		<title>Nick Frei: Die Seite wurde neu angelegt: «{| class=&quot;wikitable float-right&quot; style=&quot;float:right; width:320px; margin:0 0 1em 1em;&quot; ! colspan=&quot;2&quot; | Rheintal |- | Staat | Schweiz |- | Kanton | St. Gallen |- | Grossregion | Ostschweiz |- | Übergeordneter Talraum | Alpenrheintal |- | Hauptfluss | Alpenrhein |- | Ausdehnung im engeren Sinn | von Rüthi bis Rheineck und St. Margrethen |- | Bedeutende Orte | Altstätten, Heerbrugg, Widnau, St. Margrethen, Rheineck |- | Politische Gliederung | Wahlkreis Rhe…»</title>
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		<updated>2026-07-30T18:29:24Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Die Seite wurde neu angelegt: «{| class=&amp;quot;wikitable float-right&amp;quot; style=&amp;quot;float:right; width:320px; margin:0 0 1em 1em;&amp;quot; ! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; | Rheintal |- | Staat | Schweiz |- | Kanton | St. Gallen |- | Grossregion | Ostschweiz |- | Übergeordneter Talraum | Alpenrheintal |- | Hauptfluss | Alpenrhein |- | Ausdehnung im engeren Sinn | von Rüthi bis Rheineck und St. Margrethen |- | Bedeutende Orte | Altstätten, Heerbrugg, Widnau, St. Margrethen, Rheineck |- | Politische Gliederung | Wahlkreis Rhe…»&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{| class=&amp;quot;wikitable float-right&amp;quot; style=&amp;quot;float:right; width:320px; margin:0 0 1em 1em;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; | Rheintal&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Staat&lt;br /&gt;
| Schweiz&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kanton&lt;br /&gt;
| St. Gallen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Grossregion&lt;br /&gt;
| Ostschweiz&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Übergeordneter Talraum&lt;br /&gt;
| Alpenrheintal&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Hauptfluss&lt;br /&gt;
| Alpenrhein&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Ausdehnung im engeren Sinn&lt;br /&gt;
| von Rüthi bis Rheineck und St. Margrethen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Bedeutende Orte&lt;br /&gt;
| Altstätten, Heerbrugg, Widnau, St. Margrethen, Rheineck&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Politische Gliederung&lt;br /&gt;
| Wahlkreis Rheintal&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Gemeinden im Wahlkreis&lt;br /&gt;
| 13&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sprachen&lt;br /&gt;
| Deutsch, alemannische Dialekte&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Nachbargebiete&lt;br /&gt;
| Appenzellerland, Werdenberg, Vorarlberg, Bodenseeregion&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Landschaft&lt;br /&gt;
| alpine Schwemmebene mit Hanglagen, Riedflächen und Rebbergen&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Dieser Artikel behandelt vor allem das St. Galler Rheintal. Der gesamte Talraum zwischen Graubünden und dem Bodensee wird als [[Alpenrheintal]] bezeichnet.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Rheintal&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist eine Landschaft im Osten der [[Schweiz]] und ein Teil des [[Alpenrheintal]]s. Im engeren schweizerischen Sprachgebrauch bezeichnet der Name vor allem das &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;St. Galler Rheintal&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; entlang des linken Ufers des [[Alpenrhein]]s. Es erstreckt sich ungefähr von [[Rüthi]] und dem [[Hirschensprung]] im Süden bis nach [[Rheineck]], [[St. Margrethen]] und zum [[Bodensee]] im Norden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Region liegt zwischen dem Rhein und den östlichen Ausläufern des [[Alpstein]]s sowie des Appenzeller Vorderlands. Auf der gegenüberliegenden Rheinseite befindet sich das österreichische Bundesland [[Vorarlberg]]. Das Rheintal bildet deshalb keinen abgeschlossenen nationalen Raum, sondern eine eng verflochtene grenzüberschreitende Siedlungs-, Verkehrs- und Wirtschaftsregion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff «Rheintal» wird in unterschiedlichen Bedeutungen verwendet. Geografisch kann er den gesamten Talraum des Alpenrheins von [[Reichenau GR|Reichenau]] bis zum Bodensee bezeichnen. Dazu gehören neben dem St. Galler Rheintal auch das [[Churer Rheintal]], die Region [[Werdenberg]], das liechtensteinische Rheintal und das Vorarlberger Rheintal. Politisch bezeichnet der Name zudem den [[Wahlkreis Rheintal]] des Kantons St. Gallen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;hls-rheintal&amp;quot;&amp;gt;[https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/007648/ Rheintal], in: &amp;#039;&amp;#039;Historisches Lexikon der Schweiz&amp;#039;&amp;#039;, abgerufen am 30. Juli 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Name und Abgrenzung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bezeichnung Rheintal ist aus dem Namen des Rheins und dem geografischen Begriff Tal zusammengesetzt. Sie beschreibt ursprünglich keinen genau festgelegten Verwaltungsraum, sondern die vom Alpenrhein geformte Landschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das St. Galler Rheintal wird häufig in ein oberes und ein unteres Gebiet gegliedert. Zum &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Oberen Rheintal&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; werden gewöhnlich Altstätten, Eichberg, Marbach, Rebstein, Oberriet und Rüthi gerechnet. Das &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Untere Rheintal&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; umfasst unter anderem Au, Balgach, Berneck, Diepoldsau, St. Margrethen und Widnau. Rheineck bildet im Norden einen Übergang zwischen Rheintal und Bodenseeraum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Grenzen dieser Teilregionen sind nicht überall eindeutig. Heerbrugg ist beispielsweise keine selbstständige politische Gemeinde, bildet aber einen wichtigen Siedlungs-, Wirtschafts- und Verkehrsknoten zwischen Au, Balgach, Berneck und Widnau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der heutige Wahlkreis Rheintal umfasst die 13 politischen Gemeinden [[Altstätten]], [[Au SG|Au]], [[Balgach]], [[Berneck]], [[Diepoldsau]], [[Eichberg]], [[Marbach SG|Marbach]], [[Oberriet]], [[Rebstein]], Rheineck, Rüthi, St. Margrethen und Widnau.&amp;lt;ref name=&amp;quot;wahlkreis&amp;quot;&amp;gt;[https://wab.sg.ch/election/kantonsratswahl-2024-wahlkreis-rheintal/pdf Kantonsratswahl 2024: Wahlkreis Rheintal – Wahlstatistik], Kanton St. Gallen, abgerufen am 30. Juli 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Verein St. Galler Rheintal vertritt demgegenüber zwölf Mitgliedsgemeinden. Rheineck gehört zum kantonalen Wahlkreis, ist aber nicht Teil dieser regionalen Organisation. Der Verein befasst sich unter anderem mit Wirtschaft, Integration, Energie, Mobilität, Kultur sowie Siedlungs- und Landschaftsentwicklung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;verein-rheintal&amp;quot;&amp;gt;[https://regionrheintal.ch/ueber-uns/ Über uns], Verein St. Galler Rheintal, abgerufen am 30. Juli 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geografie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Rheintal ist eine breite, weitgehend ebene Tallandschaft. Es wird im Osten durch den Alpenrhein und im Westen durch die Hänge des Appenzellerlands begrenzt. Im Süden verengt sich das Tal beim Hirschensprung zwischen Rüthi und Oberriet. Nördlich von St. Margrethen öffnet es sich zum Bodensee und zum Rheindelta.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Talebene entstand durch Ablagerungen des Rheins und seiner Zuflüsse. Über lange Zeit transportierte der Fluss grosse Mengen an Sand, Kies und feinem Schwemmmaterial aus den Alpen. Diese Ablagerungen bildeten eine fruchtbare, stellenweise jedoch sumpfige Ebene.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Rhein verlief ursprünglich nicht in einem festen Bett. Er teilte sich in verschiedene Arme, lagerte Kiesbänke ab und änderte bei Hochwasser wiederholt seinen Lauf. Zwischen dem Hauptfluss und den Berghängen lagen Auen, Riedflächen, Moore und saisonal überschwemmte Gebiete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus der Ebene erheben sich einzelne markante Hügel und Felssporne. Dazu gehören der Montlingerberg bei Oberriet und die Anhöhen bei Altstätten, Balgach und Berneck. An den Hängen liegen zahlreiche historische Dorfkerne, Landwirtschaftsflächen und Rebberge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Landschaftsräume ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Rheintal lässt sich in mehrere unterschiedliche Landschaftsräume gliedern. Die eigentliche Rheinebene wird durch den kanalisierten Alpenrhein, Hochwasserdämme, Binnenkanäle, Landwirtschaftsflächen, Siedlungen und Verkehrswege geprägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Westlich der Ebene steigen die Hänge zum Appenzeller Vorderland und zum Alpstein an. Diese Gebiete sind stärker bewaldet und werden teilweise für Viehwirtschaft, Obstbau und Weinbau genutzt. Höher gelegene Gemeinden und Weiler bieten weite Ausblicke über das Rheintal bis nach Vorarlberg und Liechtenstein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im nördlichen Teil finden sich Übergangslandschaften zum Bodensee. Der Alte Rhein, ehemalige Flussarme und Feuchtgebiete sind dort wichtige Bestandteile des Natur- und Erholungsraums.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Landschaft hat sich seit dem 19. Jahrhundert stark verändert. Rheinregulierung, Entwässerung, Güterzusammenlegungen, Strassenbau und Siedlungswachstum machten aus grossen Teilen der früheren Auen- und Riedlandschaft einen intensiv genutzten Wohn-, Industrie- und Landwirtschaftsraum.&amp;lt;ref name=&amp;quot;landschaftskonzept&amp;quot;&amp;gt;[https://www.sg.ch/content/dam/sgch/bauen/raumentwicklung/richtplanung/landschaftskonzept/Landschaftskonzept_SG_Juni_2025.pdf Landschaftskonzept Kanton St. Gallen], Kanton St. Gallen, Juni 2025, abgerufen am 30. Juli 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gewässer ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Alpenrhein ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Alpenrhein ist das prägende Gewässer der Region. Er entsteht bei Reichenau im Kanton [[Graubünden]] aus dem Zusammenfluss von [[Vorderrhein]] und [[Hinterrhein]] und mündet in den Bodensee. Im Rheintal bildet er über weite Strecken die Staatsgrenze zwischen der Schweiz und Österreich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Fluss war für die Bevölkerung gleichzeitig Lebensgrundlage und Gefahr. Er lieferte Wasser, Holz, Kies und Fisch, ermöglichte den Transport bestimmter Güter und schuf fruchtbare Böden. Wiederkehrende Überschwemmungen zerstörten jedoch Häuser, Wege, Felder und Ernten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor seiner Regulierung konnte das Flussbett im St. Galler Rheintal mehrere Hundert Meter breit sein. Zwischen den Wasserarmen lagen Kiesflächen und Auwälder. Die Gemeinden versuchten sich mit lokalen Dämmen und sogenannten Wuhren zu schützen. Solche Einzelmassnahmen verschoben die Gefahr jedoch häufig nur flussabwärts oder auf die gegenüberliegende Seite.&amp;lt;ref name=&amp;quot;hls-rhein&amp;quot;&amp;gt;[https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/008768/ Rhein], in: &amp;#039;&amp;#039;Historisches Lexikon der Schweiz&amp;#039;&amp;#039;, abgerufen am 30. Juli 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rheintaler Binnenkanal ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Rheintaler Binnenkanal]] entwässert grosse Teile des St. Galler Rheintals und angrenzende Gebiete des Appenzellerlands. Er entstand im Zusammenhang mit der Rheinregulierung und der Trockenlegung der Talebene.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kanal sammelt Wasser aus Seitenbächen, Entwässerungsgräben und Siedlungsgebieten. Bei St. Margrethen fliesst er in den Alten Rhein, der sein Wasser weiter in Richtung Bodensee führt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben seiner technischen Funktion besitzt der Binnenkanal heute auch ökologische Bedeutung. Verschiedene Abschnitte wurden revitalisiert und naturnäher gestaltet. Gleichzeitig wird seine Wasserqualität durch Landwirtschaft, Siedlungen und gereinigtes Abwasser beeinflusst.&amp;lt;ref name=&amp;quot;binnenkanal&amp;quot;&amp;gt;[https://www.sg.ch/content/dam/sgch/umwelt-natur/wasser/fl%C3%BCsse-und-b%C3%A4che/gew%C3%A4sserqualit%C3%A4t-/01-01-05--berichte/faktenbl%C3%A4tter/grosse-fliessgewaesser/GeUe_FG2022_Rheintaler%20Binnenkanal.pdf Rheintaler Binnenkanal – Gewässerüberwachung], Amt für Wasser und Energie des Kantons St. Gallen, September 2022, abgerufen am 30. Juli 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Alter Rhein ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als [[Alter Rhein]] werden ehemalige Abschnitte des Alpenrheins bezeichnet, die durch die Flussdurchstiche vom heutigen Hauptlauf getrennt wurden. Besonders bekannt sind der Alte Rhein bei Diepoldsau sowie der Flussarm zwischen St. Margrethen und dem Bodensee.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die alten Flussarme sind heute wertvolle Natur- und Erholungsräume. Sie werden zum Baden, Angeln, Wandern und Beobachten von Wasservögeln genutzt. Ihre ökologische Qualität hängt stark von Wasserzufuhr, Ufergestaltung und der Nutzung der angrenzenden Flächen ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Klima ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Rheintal besitzt durch seine tiefe Lage und den Einfluss des [[Föhn]]s ein vergleichsweise mildes Klima. Der Föhn kann die Temperaturen innerhalb kurzer Zeit erhöhen und sorgt häufig für klare Sicht. Gleichzeitig treten bei Föhnlagen starke Windböen auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Winter kann sich in der Talebene Kaltluft sammeln. Nebel und Hochnebel sind besonders im nördlichen Rheintal und in der Nähe des Bodensees verbreitet. Die Hanglagen liegen während solcher Wetterlagen teilweise oberhalb der Nebelgrenze.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das milde Klima begünstigt Obst-, Gemüse- und Weinbau. An geschützten Hängen werden neben traditionellen Rebsorten auch Sorten angebaut, die eine längere Reifezeit benötigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ur- und Frühgeschichte ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Rheintal war bereits in vorgeschichtlicher Zeit besiedelt. Erhöhte und vor Überschwemmungen geschützte Stellen boten günstige Bedingungen für Siedlungen und Verkehrswege. Archäologische Funde belegen menschliche Aktivitäten seit der Jungsteinzeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Hirschensprung bei Rüthi wurden zwei jungsteinzeitliche Gräber mit Werkzeugen aus Feuerstein entdeckt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;hls-ruethi&amp;quot;&amp;gt;[https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/001345/ Rüthi (SG)], in: &amp;#039;&amp;#039;Historisches Lexikon der Schweiz&amp;#039;&amp;#039;, abgerufen am 30. Juli 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch auf Geländeerhebungen bei Montlingen und in der Umgebung von Altstätten kamen Spuren früher Besiedlung zum Vorschein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der Römerzeit lag das Rheintal an einer wichtigen Nord-Süd-Verbindung. Wege führten vom Alpenraum in Richtung Bodensee und weiter nach Norden. Die Talebene selbst war wegen der Hochwassergefahr nur teilweise dauerhaft bewohnbar, während erhöhte Lagen bevorzugt genutzt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mittelalter ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Mittelalter war das Rheintal politisch stark zersplittert. Grundbesitz, Gerichtsrechte und kirchliche Rechte gehörten unter anderem den Klöstern [[Kloster St. Gallen|St. Gallen]] und [[Kloster Pfäfers|Pfäfers]], den Grafen von Montfort, den Grafen von Werdenberg, den Herren von Hohenems und weiteren Adelsfamilien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Altstätten entwickelte sich zu einem regionalen Markt- und Verwaltungsort. Rheineck kontrollierte einen wichtigen Übergang zwischen Rheintal, Bodensee und Appenzellerland. Viele Dörfer entstanden am Rand der Talebene, wo sie besser vor Überschwemmungen geschützt waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Landwirtschaft beruhte auf Viehzucht, Ackerbau, Obstbau und der gemeinschaftlichen Nutzung von Ried-, Wald- und Weideflächen. Die Grenzen zwischen den Höfen und Herrschaften waren kompliziert. Nutzungsrechte konnten auch auf der jeweils anderen Rheinseite liegen, da der Fluss noch keine dauerhaft festgelegte Staatsgrenze bildete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gemeine Herrschaft Rheintal ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 15. Jahrhundert wechselte die Herrschaft über das Rheintal mehrfach. 1490 gelangte die hohe Gerichtsbarkeit an mehrere Orte der [[Alte Eidgenossenschaft|Alten Eidgenossenschaft]]. Das Gebiet wurde bis 1798 als [[Gemeine Herrschaft Rheintal]] verwaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Landvogt wurde abwechselnd von den regierenden eidgenössischen Orten gestellt. Verwaltungssitz war Rheineck. Unterhalb der Landvogtei bestanden lokale Gerichte, Höfe, Rhoden und Gemeinden mit unterschiedlichen Rechten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Herrschaftsverhältnisse blieben kompliziert, weil Grundbesitz, Zehntrechte, Kirchensätze und niedere Gerichte nicht immer derselben Obrigkeit gehörten. In Widnau und Au bestanden beispielsweise enge rechtliche und wirtschaftliche Verbindungen zum rechtsrheinischen Lustenau.&amp;lt;ref name=&amp;quot;hls-widnau&amp;quot;&amp;gt;[https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/001339/ Widnau], in: &amp;#039;&amp;#039;Historisches Lexikon der Schweiz&amp;#039;&amp;#039;, abgerufen am 30. Juli 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Reformation und Konfessionen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Reformation]] fand im Rheintal seit den 1520er-Jahren zahlreiche Anhänger. Mehrere Gemeinden führten zeitweise den reformierten Gottesdienst ein. Nach dem [[Zweiter Kappelerkrieg|Zweiten Kappelerkrieg]] von 1531 wurde die konfessionelle Entwicklung teilweise rückgängig gemacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einigen Orten setzte sich der katholische Glaube wieder vollständig durch, während andere reformiert blieben oder beide Konfessionen nebeneinander bestanden. Die religiösen Verhältnisse waren deshalb vielfältiger als in vielen anderen Gebieten der Ostschweiz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konfessionelle Unterschiede prägten Schulen, Kirchen, Vereine und das politische Leben bis weit in die Neuzeit. Im 20. Jahrhundert verloren sie allmählich an Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Helvetik und Kanton St. Gallen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Einmarsch französischer Truppen und der Gründung der [[Helvetische Republik|Helvetischen Republik]] wurde die gemeine Herrschaft 1798 aufgelöst. Das Rheintal kam zunächst zum neu geschaffenen [[Kanton Säntis]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die [[Mediationsakte]] von 1803 entstand der heutige [[Kanton St. Gallen]]. Das Rheintal wurde Bestandteil des neuen Kantons. Die früheren Herrschaftsgebiete und lokalen Gemeinschaften wurden schrittweise in moderne politische Gemeinden umgewandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 1831 bestanden die Bezirke Oberrheintal und Unterrheintal. Im Zuge der kantonalen Verwaltungsreform wurden die Bezirke Ende 2002 aufgehoben. Seit 2003 gehört die Region zum Wahlkreis Rheintal.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rheinnot und Rheinregulierung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Überschwemmungen gehörten über Jahrhunderte zu den grössten Gefahren des Rheintals. Besonders schwere Hochwasser verursachten Ernteausfälle, Armut und Krankheiten. Die Ereignisse wurden in der regionalen Erinnerung unter dem Begriff «Rheinnot» zusammengefasst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine dauerhafte Lösung erforderte die Zusammenarbeit beider Rheinseiten. 1892 unterzeichneten die Schweiz und Österreich-Ungarn einen Staatsvertrag über die Regulierung des Alpenrheins zwischen der Illmündung und dem Bodensee. Gleichzeitig entstand die [[Internationale Rheinregulierung]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;rheinregulierung&amp;quot;&amp;gt;[https://rheinregulierung.org/media/pages/service/publikationen/2bd13c940d-1759734494/irr_imagebroschuere_2022_web.pdf Wir sind Hochwasserschutz – Internationale Rheinregulierung], 2022, abgerufen am 30. Juli 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den wichtigsten Bauwerken gehörten zwei grosse Flussdurchstiche. Der Fussacher Durchstich leitete den Rhein seit 1900 auf einem kürzeren Weg in den Bodensee. Der Diepoldsauer Durchstich wurde 1923 eröffnet und trennte eine grosse Flussschleife vom neuen Hauptlauf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Regulierung bestand nicht nur aus der Begradigung des Rheins. Es wurden Hochwasserdämme, Entwässerungsgräben, Binnenkanäle, Brücken und technische Betriebsanlagen errichtet. Die Arbeiten ermöglichten eine intensivere Nutzung der Talebene für Landwirtschaft, Verkehr, Industrie und Siedlungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Industrialisierung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Industrialisierung veränderte das Rheintal im 19. Jahrhundert tiefgreifend. Eine besonders wichtige Rolle spielte die Textilindustrie. Seit den 1860er-Jahren verbreitete sich die Handmaschinenstickerei, die vielfach als Heimarbeit betrieben wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit den 1890er-Jahren wurden vermehrt Schifflistickmaschinen eingesetzt. Es entstanden Fabriken und grössere Sticklokale. Viele Familien kombinierten Landwirtschaft mit Heimarbeit in der Textilproduktion.&amp;lt;ref name=&amp;quot;hls-stickerei-rheintal&amp;quot;&amp;gt;[https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/007648/ Rheintal – Wirtschaft und Gesellschaft], in: &amp;#039;&amp;#039;Historisches Lexikon der Schweiz&amp;#039;&amp;#039;, abgerufen am 30. Juli 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ostschweizer Stickerei erreichte vor dem Ersten Weltkrieg internationale Bedeutung. Ihre Krise nach 1920 traf das Rheintal schwer. Betriebe wurden geschlossen, Maschinen verschrottet und zahlreiche Beschäftigte verloren ihre Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Folge diversifizierte sich die regionale Wirtschaft. Maschinenbau, Metallverarbeitung, Präzisionstechnik, Optik, Kunststoffverarbeitung, Bauwirtschaft und Nahrungsmittelproduktion gewannen an Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bevölkerung und Siedlungsentwicklung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bevölkerung lebte bis ins 19. Jahrhundert vor allem in Dörfern am Rand der überschwemmungsgefährdeten Ebene. Erst die Rheinregulierung und die Entwässerung ermöglichten eine stärkere Besiedlung der Talmitte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 20. Jahrhundert dehnten sich die Siedlungen entlang der Hauptstrassen und Bahnlinien aus. Besonders im Raum Heerbrugg, Au, Balgach, Berneck und Widnau gingen die früher getrennten Ortsgebiete teilweise ineinander über.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Rheintal besitzt deshalb heute eine polyzentrische Siedlungsstruktur. Es gibt kein einziges dominierendes Stadtzentrum. Altstätten erfüllt wichtige Verwaltungs-, Bildungs- und Versorgungsfunktionen. Heerbrugg ist ein bedeutender Verkehrs- und Wirtschaftsstandort. St. Margrethen bildet einen Grenz- und Verkehrsknoten, während Rheineck den Übergang zur Bodenseeregion markiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Verein St. Galler Rheintal arbeitete 2024 für einen Raum mit rund 74&amp;#039;500 Einwohnerinnen und Einwohnern in seinen zwölf Mitgliedsgemeinden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;jahresbericht-rheintal&amp;quot;&amp;gt;[https://regionrheintal.ch/wp-content/uploads/2025/05/Jahresbericht_VSGR_2024-komp-.pdf Jahresbericht 2024], Verein St. Galler Rheintal, S. 8, abgerufen am 30. Juli 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Bevölkerungswachstum führt zu einer steigenden Nachfrage nach Wohnungen, Schulen, Verkehrsverbindungen und Freiräumen. Gleichzeitig sollen wertvolle Landwirtschaftsflächen und Landschaftsräume erhalten bleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sprache und regionale Kultur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die traditionelle Umgangssprache ist ein alemannischer Dialekt. Innerhalb des Rheintals bestehen lokale Unterschiede in Aussprache und Wortschatz. Die Mundarten zeigen Einflüsse des Appenzellerlands, Vorarlbergs und der übrigen Ostschweiz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Rhein war sprachlich und kulturell nie eine undurchlässige Grenze. Familienbeziehungen, Märkte, Arbeitsplätze und kirchliche Verbindungen bestanden über den Fluss hinweg. Auch heute pendeln zahlreiche Menschen täglich zwischen der Schweiz und Österreich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur regionalen Kultur gehören Dorffeste, Jahrmärkte, Fasnachtsbräuche, Musikvereine, Chöre, Theatergruppen und Sportvereine. Altstätten besitzt eine bekannte Fasnachtstradition und einen historischen Markt. Berneck und weitere Weinbaugemeinden veranstalten Feste rund um Wein und Ernte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das kulturelle Erbe der Industrialisierung wird unter anderem durch historische Fabrikbauten, Arbeiterhäuser, Stickereibetriebe und den Industrieweg Rheintal vermittelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirtschaft ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Rheintal gehört zu den bedeutenden Industrie- und Exportregionen des Kantons St. Gallen. Die Wirtschaftsstruktur wird von kleinen und mittleren Unternehmen sowie einigen international tätigen Industriebetrieben geprägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wichtige Branchen sind Maschinen- und Anlagenbau, Präzisionsmechanik, Optik, Elektronik, Metall- und Kunststoffverarbeitung, Bauzulieferung, Logistik und Lebensmittelproduktion. Mehrere Unternehmen sind stark exportorientiert und arbeiten mit Betrieben in Vorarlberg, Liechtenstein und Süddeutschland zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Nähe zu Österreich und Liechtenstein erweitert den regionalen Arbeitsmarkt. Viele Grenzgängerinnen und Grenzgänger arbeiten auf der jeweils anderen Rheinseite. Dadurch sind Wirtschaft, Berufsbildung, Verkehr und Raumplanung eng miteinander verflochten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben der Industrie haben Handel, Gesundheitswesen, Bildung, Gastronomie und weitere Dienstleistungen an Bedeutung gewonnen. Altstätten und Heerbrugg sind wichtige regionale Versorgungszentren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Landwirtschaft ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die fruchtbaren Schwemmböden der Rheinebene werden intensiv landwirtschaftlich genutzt. Angebaut werden unter anderem Mais, Getreide, Gemüse und Futterpflanzen. Viehhaltung, Milchwirtschaft und Obstbau sind ebenfalls verbreitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die landwirtschaftliche Nutzung wurde durch Entwässerung, Binnenkanäle und Güterzusammenlegungen erleichtert. Gleichzeitig führte die Intensivierung zum Verlust eines grossen Teils der früheren Ried- und Auenlandschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute bestehen Zielkonflikte zwischen Landwirtschaft, Siedlungsentwicklung, Hochwasserschutz und Naturschutz. Fruchtbare Böden sollen erhalten werden, während Gewässer mehr Raum erhalten und ökologische Verbindungen wiederhergestellt werden sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weinbau ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Weinbau besitzt im Rheintal eine lange Tradition. Bedeutende Rebflächen liegen insbesondere bei Berneck, Balgach, Altstätten, Rebstein, Marbach und Eichberg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Hanglagen, das milde Klima und der Föhn fördern die Reifung der Trauben. Neben [[Blauburgunder]] und [[Müller-Thurgau]] werden zahlreiche weitere rote und weisse Rebsorten angebaut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Weinkultur ist eng mit dem Tourismus und der regionalen Identität verbunden. Weinwanderwege, Degustationen, Winzerfeste und das Haus des Weins in Berneck vermitteln die Geschichte und Gegenwart des Rheintaler Weinbaus.&amp;lt;ref name=&amp;quot;tourismus-rheintal&amp;quot;&amp;gt;[https://st.gallen-bodensee.ch/de/region/rheintal.html St. Galler Rheintal – Das Ostschweizer Wein- und Naturparadies], St. Gallen-Bodensee Tourismus, abgerufen am 30. Juli 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verkehr ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Rheintal ist eine wichtige Nord-Süd-Verkehrsachse. Die [[Autobahn A13 (Schweiz)|Autobahn A13]] verbindet die Region mit dem Bodensee, dem Werdenberg, dem Sarganserland und Graubünden. In St. Margrethen besteht ein Anschluss an das österreichische Strassennetz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Parallel zur Autobahn verläuft die Rheintallinie der Eisenbahn. Bahnhöfe befinden sich unter anderem in Rheineck, St. Margrethen, Au, Heerbrugg, Altstätten, Oberriet und Rüthi. Die Strecke verbindet das Rheintal mit St. Gallen, Sargans und Chur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vom Bahnhof Altstätten Stadt führt eine Schmalspurbahn der [[Appenzeller Bahnen]] über den Stoss nach Gais. Regionale und grenzüberschreitende Buslinien ergänzen das Bahnangebot.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zahlreiche Strassenbrücken verbinden das St. Galler Rheintal mit Vorarlberg. Die grenzüberschreitenden Verkehrsströme führen während der Hauptverkehrszeiten teilweise zu starker Belastung. Deshalb werden öffentlicher Verkehr, Veloverbindungen und Siedlungsentwicklung zunehmend gemeinsam mit den österreichischen Nachbargemeinden geplant.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Hochwasserdämme entlang des Rheins sind zugleich bedeutende Wege für den Velo- und Fussverkehr. Sie ermöglichen weitgehend flache Routen durch die gesamte Region.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Grenzüberschreitende Zusammenarbeit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das St. Galler und das Vorarlberger Rheintal bilden wirtschaftlich und siedlungsgeografisch einen zusammenhängenden Raum. Der Rhein ist Staatsgrenze, zugleich aber auch gemeinsamer Natur-, Verkehrs- und Wirtschaftsraum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 2016 arbeiten der Kanton St. Gallen, das Land Vorarlberg und Gemeinden beiderseits des Rheins im Verein Agglomeration Rheintal zusammen. Der Verein umfasst zwölf St. Galler und elf Vorarlberger Gemeinden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;agglomeration&amp;quot;&amp;gt;[https://agglomeration-rheintal.org/ueber-uns/ Über uns – Trägerschaft], Verein Agglomeration Rheintal, abgerufen am 30. Juli 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das grenzüberschreitende Agglomerationsprogramm koordiniert Massnahmen in den Bereichen Verkehr, Siedlung und Landschaft. Dazu gehören Bahn- und Busangebote, Velowege, Strassenverbindungen, Freiräume, Arbeitsplatzgebiete und die Anpassung an den Klimawandel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Formen der Zusammenarbeit bestehen beim Hochwasserschutz, in der Berufsbildung, bei Kulturveranstaltungen, im Rettungswesen und im regionalen Arbeitsmarkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hochwasserschutzprojekt Rhesi ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die im 19. und 20. Jahrhundert errichteten Rheindämme und Flussbauwerke entsprechen langfristig nicht mehr allen Anforderungen an den Hochwasserschutz. Gleichzeitig ist das Rheintal heute wesentlich dichter besiedelt als zur Zeit der ersten Regulierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das grenzüberschreitende Projekt &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Rhesi&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; soll den Hochwasserschutz zwischen der Illmündung bei Rüthi und dem Bodensee erneuern. Der Name steht für «Rhein – Erholung und Sicherheit».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vorgesehen sind eine Verbreiterung des Flussraums, die Sanierung oder Erneuerung von Dämmen, Anpassungen an Brücken und Werkleitungen sowie ökologische Aufwertungen. Neben dem Hochwasserschutz berücksichtigt das Projekt Grund- und Trinkwasser, Landwirtschaft, Freizeitnutzung, Geschiebetransport und Naturschutz.&amp;lt;ref name=&amp;quot;rhesi-erklaert&amp;quot;&amp;gt;[https://rhesi.org/das-ist-rhesi/einfach-erklaert Hochwasserschutz im Rheintal – Projekt Rhesi], Internationale Rheinregulierung, abgerufen am 30. Juli 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Schweiz und Österreich unterzeichneten 2024 einen neuen Staatsvertrag zur Umsetzung und Finanzierung des Projekts. Der Vertrag trat 2025 in Kraft. Im Mai 2026 wurde Rhesi zur Genehmigung eingereicht.&amp;lt;ref name=&amp;quot;rhesi-stand&amp;quot;&amp;gt;[https://rhesi.org/service/news Projekt Rhesi – News und aktueller Projektstand], Internationale Rheinregulierung, abgerufen am 30. Juli 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rhesi gehört zu den grössten geplanten Hochwasserschutzprojekten der Region. Seine bauliche Umsetzung soll sich nach Abschluss der Genehmigungsverfahren über mehrere Jahrzehnte erstrecken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Natur und Umwelt ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz der starken menschlichen Nutzung besitzt das Rheintal bedeutende Naturwerte. Alte Flussarme, Kiesflächen, Feuchtgebiete, Hecken, Magerwiesen und Waldränder bieten Lebensräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Rhein ist eine wichtige ökologische Verbindung zwischen Alpen und Bodensee. Seine starke Kanalisierung begrenzte jedoch die natürliche Dynamik des Flusses. Auenwälder, Seitenarme und flache Ufer gingen weitgehend verloren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Revitalisierungen am Binnenkanal und an kleineren Bächen sollen natürliche Gewässerstrukturen wiederherstellen. Dabei entstehen flachere Ufer, Kiesbänke, Gehölze und Rückzugsräume für Fische, Amphibien, Insekten und Wasservögel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine weitere Herausforderung ist die Verbindung voneinander getrennter Lebensräume. Strassen, Industriegebiete und dicht bebaute Siedlungsflächen erschweren die Wanderung von Tieren. Regionale Landschaftskonzepte sehen deshalb ökologische Korridore und ein sogenanntes grünes Band durch das Rheintal vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Tourismus und Freizeit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Rheintal ist ein beliebtes Gebiet für Velofahrten, Wanderungen und Ausflüge. Die Wege auf den Rheindämmen führen durch eine weitgehend flache Landschaft und bieten Verbindungen zum Bodensee, nach Liechtenstein und nach Vorarlberg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von den Höhen des Appenzellerlands und des Alpsteins bestehen weite Ausblicke über das Tal. Besonders bekannt ist die Aussicht vom [[Hoher Kasten|Hohen Kasten]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den kulturhistorisch interessanten Orten gehören die Altstadt von Altstätten, die historische Stadt Rheineck, Schloss Heerbrugg, das Museum Prestegg, das Festungsmuseum Heldsberg und verschiedene Kirchen, Burgen und traditionelle Bauernhäuser.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Alte Rhein und mehrere kleinere Seen und Weiher dienen im Sommer als Bade- und Naherholungsgebiete. Weinwanderungen und gastronomische Angebote ergänzen den Natur- und Kulturtourismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Regionale Herausforderungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Rheintal verbindet eine hohe wirtschaftliche Dynamik mit begrenzten räumlichen Ressourcen. Siedlungen, Industriebetriebe, Landwirtschaft, Verkehr, Hochwasserschutz und Natur beanspruchen dieselbe Talebene.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine zentrale Aufgabe ist die Verdichtung bestehender Siedlungen, ohne Ortsbilder und Lebensqualität zu beeinträchtigen. Neue Wohn- und Arbeitsplätze sollen möglichst in gut erschlossenen Gebieten entstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der grenzüberschreitende Pendelverkehr belastet Strassen und Ortszentren. Verbesserungen des öffentlichen Verkehrs und sichere Veloverbindungen sollen dazu beitragen, das Verkehrswachstum zu bewältigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Klimawandel erhöht die Bedeutung von Hochwasserschutz, Hitzeminderung und ökologischen Freiräumen. Bäume, offene Gewässer und unbebaute Grünflächen können die sommerliche Erwärmung in dicht bebauten Gebieten reduzieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Langfristig hängt die Entwicklung des Rheintals stark davon ab, wie gut Gemeinden, Kanton, Bund und die österreichischen Nachbarregionen ihre Planungen aufeinander abstimmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Alpenrheintal]]&lt;br /&gt;
* [[Alpenrhein]]&lt;br /&gt;
* [[Rheintaler Binnenkanal]]&lt;br /&gt;
* [[Alter Rhein]]&lt;br /&gt;
* [[Internationale Rheinregulierung]]&lt;br /&gt;
* [[Wahlkreis Rheintal]]&lt;br /&gt;
* [[Rheinregulierung]]&lt;br /&gt;
* [[Geschichte des Kantons St. Gallen]]&lt;br /&gt;
* [[Vorarlberger Rheintal]]&lt;br /&gt;
* [[Werdenberg]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Internationale Rheinregulierung: &amp;#039;&amp;#039;Der Alpenrhein und seine Regulierung. Internationale Rheinregulierung 1892–1992&amp;#039;&amp;#039;. Buchs 1992.&lt;br /&gt;
* Markus Kaiser: &amp;#039;&amp;#039;Das Rheintal. Geschichte einer Landschaft&amp;#039;&amp;#039;. St. Gallen.&lt;br /&gt;
* Peter Eggenberger: &amp;#039;&amp;#039;Das St. Galler Rheintal. Landschaft, Geschichte und Kultur&amp;#039;&amp;#039;. Altstätten.&lt;br /&gt;
* Paul Staerkle: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte von Altstätten und des st. gallischen Rheintals&amp;#039;&amp;#039;. Altstätten.&lt;br /&gt;
* Verein St. Galler Rheintal: &amp;#039;&amp;#039;Jahresberichte&amp;#039;&amp;#039;. Rebstein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://regionrheintal.ch/ Verein St. Galler Rheintal]&lt;br /&gt;
* [https://agglomeration-rheintal.org/ Verein Agglomeration Rheintal]&lt;br /&gt;
* [https://rheinregulierung.org/ Internationale Rheinregulierung]&lt;br /&gt;
* [https://rhesi.org/ Hochwasserschutzprojekt Rhesi]&lt;br /&gt;
* [https://st.gallen-bodensee.ch/de/region/rheintal.html Tourismusinformationen zum St. Galler Rheintal]&lt;br /&gt;
* [https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/007648/ Rheintal im Historischen Lexikon der Schweiz]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Region im Kanton St. Gallen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tal im Kanton St. Gallen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Alpenrhein]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geographie (Kanton St. Gallen)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Nick Frei</name></author>
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