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	<title>Napoleon Bonaparte und die Schweiz - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Helvetia Wiki – Die Enzyklopädie der Schweiz</subtitle>
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		<title>Nick Frei: Die Seite wurde neu angelegt: «{| class=&quot;wikitable float-right&quot; style=&quot;float:right; width:320px; margin:0 0 1em 1em;&quot; |+ Napoleon Bonaparte und die Schweiz |- | colspan=&quot;2&quot; style=&quot;text-align:center;&quot; | Napoleon Bonaparte |- ! Zeitraum | 1798–1815 |- ! Zentrale Ereignisse | Franzoseneinfall 1798&lt;br /&gt;Helvetische Republik&lt;br /&gt;Stecklikrieg&lt;br /&gt;Mediationsakte 1803&lt;br /&gt;Ende der Mediation 1813 |- ! Politische Ordnung | Zentralstaat 17…»</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Die Seite wurde neu angelegt: «{| class=&amp;quot;wikitable float-right&amp;quot; style=&amp;quot;float:right; width:320px; margin:0 0 1em 1em;&amp;quot; |+ Napoleon Bonaparte und die Schweiz |- | colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:center;&amp;quot; | &lt;a href=&quot;/de/Datei:Napoleon_Bonaparte.jpg&quot; title=&quot;Datei:Napoleon Bonaparte.jpg&quot;&gt;300px|Napoleon Bonaparte&lt;/a&gt; |- ! Zeitraum | 1798–1815 |- ! Zentrale Ereignisse | &lt;a href=&quot;/de/index.php?title=Franzoseneinfall&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;Franzoseneinfall (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;Franzoseneinfall&lt;/a&gt; 1798&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;a href=&quot;/de/Helvetische_Republik&quot; title=&quot;Helvetische Republik&quot;&gt;Helvetische Republik&lt;/a&gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;a href=&quot;/de/index.php?title=Stecklikrieg&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;Stecklikrieg (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;Stecklikrieg&lt;/a&gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;a href=&quot;/de/Mediationsakte&quot; title=&quot;Mediationsakte&quot;&gt;Mediationsakte&lt;/a&gt; 1803&amp;lt;br /&amp;gt;Ende der Mediation 1813 |- ! Politische Ordnung | Zentralstaat 17…»&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{| class=&amp;quot;wikitable float-right&amp;quot; style=&amp;quot;float:right; width:320px; margin:0 0 1em 1em;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Napoleon Bonaparte und die Schweiz&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:center;&amp;quot; | [[Datei:Napoleon Bonaparte.jpg|300px|Napoleon Bonaparte]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Zeitraum&lt;br /&gt;
| 1798–1815&lt;br /&gt;
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| [[Franzoseneinfall]] 1798&amp;lt;br /&amp;gt;[[Helvetische Republik]]&amp;lt;br /&amp;gt;[[Stecklikrieg]]&amp;lt;br /&amp;gt;[[Mediationsakte]] 1803&amp;lt;br /&amp;gt;Ende der Mediation 1813&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Politische Ordnung&lt;br /&gt;
| Zentralstaat 1798–1803&amp;lt;br /&amp;gt;Staatenbund mit 19 Kantonen 1803–1813&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Verhältnis zu Frankreich&lt;br /&gt;
| Politische und militärische Abhängigkeit&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Langfristige Folgen&lt;br /&gt;
| Gleichstellung ehemaliger Untertanengebiete, Festigung des Föderalismus, territoriale Neuordnung&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Napoleon Bonaparte und die Schweiz&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet die politischen, militärischen und gesellschaftlichen Beziehungen zwischen dem französischen General, Ersten Konsul und späteren Kaiser [[Napoleon Bonaparte]] und der Schweiz während der Revolutions- und Napoleonischen Kriege. Seine Herrschaft fiel in eine der tiefgreifendsten Umbruchphasen der Schweizer Geschichte. Zwischen dem [[Franzoseneinfall]] von 1798 und dem Zusammenbruch des napoleonischen Staatensystems 1813 wurde die alte Ordnung der [[Alte Eidgenossenschaft|Alten Eidgenossenschaft]] beseitigt, die zentralistische [[Helvetische Republik]] errichtet und anschliessend durch die föderalistische Ordnung der [[Mediation (Schweizer Geschichte)|Mediation]] ersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Napoleon führte den französischen Einmarsch von 1798 nicht persönlich an. Zu diesem Zeitpunkt stand Frankreich noch unter der Regierung des Direktoriums, während Bonaparte als erfolgreicher General und politischer Aufsteiger wirkte. Erst nach seinem Staatsstreich vom November 1799 wurde er zur entscheidenden französischen Autorität in der Schweizer Frage. Seine Mediationsakte von 1803 stabilisierte die inneren Verhältnisse und stellte den Föderalismus wieder her. Gleichzeitig blieb die Schweiz eng an Frankreich gebunden und musste Soldaten für die napoleonischen Kriege bereitstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Napoleons Einfluss wird deshalb widersprüchlich beurteilt. Einerseits trug die französische Epoche zur Aufhebung der Untertanenverhältnisse, zur rechtlichen Gleichstellung neuer Kantone und zur Modernisierung staatlicher Strukturen bei. Andererseits beruhte diese Neuordnung auf militärischer Besetzung, politischem Druck, wirtschaftlicher Ausbeutung und einer erheblichen Einschränkung der schweizerischen Selbstständigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorgeschichte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende des 18. Jahrhunderts bestand die Alte Eidgenossenschaft aus einem komplizierten Geflecht souveräner Orte, zugewandter Gebiete, gemeiner Herrschaften und Untertanenlandschaften. Die politischen Rechte waren sehr ungleich verteilt. In mehreren Stadtkantonen beherrschten kleine patrizische oder zunftbürgerliche Gruppen die Regierung, während grosse Teile der Landbevölkerung und die Bewohner der Untertanengebiete kaum politische Mitspracherechte besassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Französische Revolution]] von 1789 verstärkte auch in der Eidgenossenschaft die Forderungen nach Rechtsgleichheit und politischer Beteiligung. Besonders in der Waadt, die damals unter Berner Herrschaft stand, fanden die revolutionären Ideen Unterstützung. Schweizer Emigranten wie [[Frédéric-César de La Harpe]] warben in Frankreich für eine Intervention gegen die alten Herrschaftsverhältnisse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für Frankreich war das Gebiet der Eidgenossenschaft zudem von strategischer Bedeutung. Die Alpenpässe verbanden Frankreich mit Norditalien, während die Lage zwischen Frankreich, Österreich und Süddeutschland militärische Vorteile versprach. Hinzu kamen die finanziellen Mittel einzelner eidgenössischer Orte, insbesondere der umfangreiche Berner Staatsschatz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Franzoseneinfall von 1798 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Januar 1798 wurde in der Waadt die Unabhängigkeit von Bern ausgerufen. Französische Truppen rückten zunächst in die Westschweiz und anschliessend gegen Bern vor. Nach mehreren Gefechten, darunter bei Neuenegg, Fraubrunnen und am Grauholz, brach der organisierte Widerstand zusammen. Am 5. März 1798 besetzten französische Truppen Bern. Der Berner Staatsschatz wurde beschlagnahmt und teilweise zur Finanzierung der französischen Kriegspolitik verwendet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;franzoseneinfall_hls&amp;quot;&amp;gt;[https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/008915/ «Franzoseneinfall»], in: &amp;#039;&amp;#039;Historisches Lexikon der Schweiz&amp;#039;&amp;#039;, abgerufen am 27. Juli 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;nationalmuseum_einmarsch&amp;quot;&amp;gt;Benedikt Meyer: [https://blog.nationalmuseum.ch/2019/06/nidwalden-gegen-die-franzosen/ «Innerer Widerstand»], Blog des Schweizerischen Nationalmuseums, 11. Juni 2019, aktualisiert am 17. Dezember 2025, abgerufen am 27. Juli 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Einmarsch wird häufig unmittelbar mit Napoleon verbunden, obwohl er weder die französische Regierung leitete noch den Feldzug in der Schweiz persönlich kommandierte. Verantwortlich war das französische Direktorium. Die französische Expansion und die von ihr geschaffene politische Ordnung bildeten jedoch den Rahmen, in dem Napoleon wenige Jahre später zum bestimmenden Vermittler und Machthaber gegenüber der Schweiz wurde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;napoleon_hls&amp;quot;&amp;gt;[https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/041455/ «Napoleon I.»], in: &amp;#039;&amp;#039;Historisches Lexikon der Schweiz&amp;#039;&amp;#039;, abgerufen am 27. Juli 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 12. April 1798 wurde die [[Helvetische Republik]] ausgerufen. An die Stelle des lockeren eidgenössischen Staatenbundes trat nach französischem Vorbild ein zentralistisch organisierter Einheitsstaat. Die bisherigen souveränen Orte wurden zu Verwaltungseinheiten eines gemeinsamen Staates. Eine zentrale Regierung, ein Parlament, eine einheitliche Staatsbürgerschaft und eine landesweite Verwaltung sollten die alten kantonalen und ständischen Strukturen ersetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Helvetische Republik ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Helvetische Republik brachte grundlegende Veränderungen. Die rechtliche Unterscheidung zwischen herrschenden Orten und Untertanengebieten wurde aufgehoben. Alle männlichen Bürger sollten grundsätzlich vor dem Gesetz gleich sein. Niederlassungsfreiheit, Glaubensfreiheit und ein moderneres Verständnis der Staatsbürgerschaft wurden eingeführt. Die neue Ordnung schuf ausserdem Ansätze einer zentralen Finanz-, Bildungs- und Verwaltungsorganisation.&amp;lt;ref name=&amp;quot;helvetische_republik_hls&amp;quot;&amp;gt;[https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/009797/ «Helvetische Republik»], in: &amp;#039;&amp;#039;Historisches Lexikon der Schweiz&amp;#039;&amp;#039;, abgerufen am 27. Juli 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Reformen stiessen jedoch auf erhebliche Widerstände. Viele Menschen betrachteten die neue Republik als ein von Frankreich aufgezwungenes System. Die Zentralisierung widersprach den ausgeprägten lokalen und kantonalen Traditionen. Besatzungskosten, Einquartierungen, Requisitionen und Kriegsschäden belasteten die Bevölkerung. Besonders in der Innerschweiz verband sich die Ablehnung der neuen politischen Ordnung mit religiösen und regionalen Konflikten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im September 1798 leistete Nidwalden bewaffneten Widerstand gegen die helvetische Verfassung. Französische Truppen schlugen den Aufstand gewaltsam nieder. Bei den Kämpfen und den anschliessenden Zerstörungen kamen mehrere hundert Menschen ums Leben. Stans, Buochs und Stansstad wurden schwer getroffen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;nationalmuseum_einmarsch&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Schweiz wurde zudem zum Kriegsschauplatz des [[Zweiter Koalitionskrieg|Zweiten Koalitionskrieges]]. Im Jahr 1799 kämpften französische, österreichische und russische Armeen auf Schweizer Gebiet gegeneinander. Die Gefechte im Raum Zürich, in der Ostschweiz und entlang der Alpenrouten verursachten weitere Verluste und Versorgungsprobleme. Besonders bekannt wurde der Alpenfeldzug des russischen Generals [[Alexander Wassiljewitsch Suworow|Alexander Suworow]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Napoleons Machtübernahme ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 9. November 1799 übernahm Napoleon Bonaparte durch den Staatsstreich des 18. Brumaire die Macht in Frankreich. Als Erster Konsul wurde er damit auch zum wichtigsten ausländischen Entscheidungsträger für die Helvetische Republik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die politischen Lager in der Schweiz waren tief gespalten. Die Unitarier verteidigten den zentralistischen Einheitsstaat, während die Föderalisten eine weitgehende Wiederherstellung der kantonalen Selbstständigkeit verlangten. Zwischen 1800 und 1802 kam es zu mehreren Staatsstreichen und Verfassungswechseln. Keine der wechselnden Regierungen konnte eine dauerhaft anerkannte Ordnung schaffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Napoleon versuchte zunächst, den Konflikt mit einer gemässigten Verfassung zu lösen. Die sogenannte Verfassung von Malmaison von 1801 verband zentralstaatliche Elemente mit einer gewissen kantonalen Autonomie. Sie vermochte jedoch weder die Unitarier noch die Föderalisten vollständig zufriedenzustellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Stecklikrieg ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Sommer 1802 liess Napoleon die französischen Truppen aus der Schweiz abziehen. Damit verlor die helvetische Zentralregierung ihre wichtigste militärische Stütze. In weiten Teilen des Landes erhoben sich föderalistische Kräfte gegen die Republik. Dieser kurze Bürgerkrieg wurde als [[Stecklikrieg]] bekannt, weil zahlreiche Aufständische nur mit Stöcken, Knüppeln und einfachen Waffen ausgerüstet waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die helvetischen Truppen wurden von den Föderalisten zurückgedrängt. Die Regierung musste Bern verlassen und zog sich nach Lausanne zurück. Anfang Oktober 1802 erlitt die helvetische Armee bei Faoug eine entscheidende Niederlage.&amp;lt;ref name=&amp;quot;stecklikrieg_hls&amp;quot;&amp;gt;[https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/041551/ «Stecklikrieg»], in: &amp;#039;&amp;#039;Historisches Lexikon der Schweiz&amp;#039;&amp;#039;, abgerufen am 27. Juli 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Napoleon griff nun offen ein. Am 30. September 1802 ordnete er einen Waffenstillstand an, verlangte die Entwaffnung der Konfliktparteien und drohte mit einer erneuten französischen Militärintervention. Gleichzeitig berief er Vertreter der unterschiedlichen politischen Lager zu Beratungen nach Paris. Damit machte er deutlich, dass Frankreich die künftige Staatsordnung der Schweiz bestimmen würde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;bundesarchiv_wandel&amp;quot;&amp;gt;[https://www.bar.admin.ch/de/epoche-des-wandels-die-schweiz-zwischen-1798-und-1848 «Epoche des Wandels: die Schweiz zwischen 1798 und 1848»], Schweizerisches Bundesarchiv, abgerufen am 27. Juli 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Consulta in Paris ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die nach Paris einberufene Versammlung schweizerischer Abgeordneter wurde als [[Consulta]] bezeichnet. Ihr gehörten Vertreter der Unitarier, der Föderalisten, der Kantone und verschiedener politischer Gruppen an. Die Beratungen begannen im Dezember 1802.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Napoleon trat offiziell als Vermittler zwischen den zerstrittenen Parteien auf. Seine Stellung war jedoch eindeutig überlegen. Französische Beamte und Napoleon selbst legten die wesentlichen Grundsätze der neuen Ordnung fest. Er gelangte zur Auffassung, dass die geografische, sprachliche, konfessionelle und historische Vielfalt der Schweiz einen dauerhaften Zentralstaat praktisch unmöglich machte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer Ansprache an die schweizerischen Abgeordneten erklärte Napoleon sinngemäss, die Schweiz sei von der Natur selbst für eine föderalistische Ordnung bestimmt. Die neue Verfassung sollte deshalb die kantonale Selbstständigkeit wiederherstellen, ohne vollständig zur politischen und sozialen Ordnung vor 1798 zurückzukehren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;consulta_hls&amp;quot;&amp;gt;[https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/010078/ «Consulta»], in: &amp;#039;&amp;#039;Historisches Lexikon der Schweiz&amp;#039;&amp;#039;, abgerufen am 27. Juli 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Mediationsakte von 1803 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ueberreichung Mediationsakte.jpg|mini|hochkant=1.25|Übergabe der Mediationsakte an die schweizerischen Abgeordneten am 19. Februar 1803]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 19. Februar 1803 übergab Napoleon den schweizerischen Abgeordneten die [[Mediationsakte]]. Zu diesem Zeitpunkt war er noch Erster Konsul der Französischen Republik; den Kaisertitel nahm er erst 1804 an. Die neue Ordnung trat am 10. März 1803 in Kraft und beendete die Helvetische Republik.&amp;lt;ref name=&amp;quot;mediationsakte_hls&amp;quot;&amp;gt;[https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/009808/ «Mediationsakte»], in: &amp;#039;&amp;#039;Historisches Lexikon der Schweiz&amp;#039;&amp;#039;, abgerufen am 27. Juli 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Schweiz wurde wieder als Staatenbund organisiert. Die Kantone erhielten eigene Verfassungen, Regierungen, Parlamente und weitreichende Kompetenzen. Eine starke eidgenössische Zentralregierung bestand nicht mehr. Gemeinsame Angelegenheiten wurden von der [[Tagsatzung]] behandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Mediationsakte umfasste Verfassungen für die einzelnen Kantone sowie eine Bundesakte. Napoleon bezeichnete sich darin als «Mediator der Schweizerischen Eidgenossenschaft». Frankreich garantierte die neue Ordnung und behielt damit ein formelles Recht, bei Konflikten einzugreifen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die 19 Kantone ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Eidgenossenschaft bestand nun aus 19 gleichberechtigten Kantonen. Zu den 13 alten Orten kamen sechs neue Kantone:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Kanton Aargau|Aargau]]&lt;br /&gt;
* [[Kanton Graubünden|Graubünden]]&lt;br /&gt;
* [[Kanton St. Gallen|St. Gallen]]&lt;br /&gt;
* [[Kanton Thurgau|Thurgau]]&lt;br /&gt;
* [[Kanton Tessin|Tessin]]&lt;br /&gt;
* [[Kanton Waadt|Waadt]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anerkennung dieser Gebiete als eigenständige Kantone gehörte zu den dauerhaftesten Folgen der napoleonischen Neuordnung. Eine Rückkehr zur früheren Unterordnung der Waadt unter Bern, des Thurgaus unter die eidgenössischen Orte oder des Aargaus unter verschiedene alte Herrschaften wurde verhindert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit bestätigte die Mediationsakte einen zentralen Grundsatz der Helvetischen Revolution: Ehemalige Untertanengebiete sollten nicht erneut den alten Orten unterstellt werden. Die politische Gleichheit der Kantone wurde zu einem wesentlichen Bestandteil der späteren Schweiz.&amp;lt;ref name=&amp;quot;mediation_hls&amp;quot;&amp;gt;[https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/009798/ «Mediation»], in: &amp;#039;&amp;#039;Historisches Lexikon der Schweiz&amp;#039;&amp;#039;, abgerufen am 27. Juli 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tagsatzung und Landammann ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Tagsatzung wurde wieder zum wichtigsten gemeinsamen Organ der Eidgenossenschaft. Jeder Kanton entsandte Vertreter, die nach den Weisungen ihrer kantonalen Regierungen abstimmten. Die bevölkerungsreichsten Kantone verfügten bei bestimmten Entscheidungen über zwei Stimmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Leitung der Eidgenossenschaft wechselte jährlich zwischen mehreren Direktorialkantonen. Der jeweilige Regierungschef des Vorortkantons trug den Titel [[Landammann der Schweiz]]. Er leitete die Tagsatzung, vertrat die Eidgenossenschaft nach aussen und führte die Korrespondenz mit den Kantonen und ausländischen Mächten. Eine mit dem späteren [[Bundesrat]] vergleichbare dauerhafte Landesregierung gab es jedoch nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kantonale Verfassungen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kantonalen Verfassungen unterschieden sich je nach politischen Traditionen. In den Landsgemeindekantonen wurden die Landsgemeinden wiederhergestellt. In anderen Kantonen entstanden repräsentative Systeme mit Grossen und Kleinen Räten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Mediationsordnung bewahrte verschiedene Errungenschaften der Helvetik, darunter die rechtliche Eigenständigkeit der neuen Kantone und die grundsätzliche Abschaffung der Untertanenverhältnisse. Die politische Gleichheit der einzelnen Bürger wurde jedoch teilweise eingeschränkt. Wahlrechte waren in mehreren Kantonen an Vermögen, Steuerleistung, Wohnort oder gesellschaftliche Stellung gebunden. Alte städtische und ländliche Eliten gewannen erneut erheblichen Einfluss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Schweiz als französischer Einflussbereich ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Mediationsakte brachte der Schweiz eine Phase grösserer innerer Stabilität. Sie bedeutete jedoch keine vollständige staatliche Unabhängigkeit. Napoleon garantierte die Verfassung und betrachtete die Schweiz als Bestandteil des französischen Sicherheits- und Bündnissystems.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 27. September 1803 schlossen Frankreich und die Eidgenossenschaft eine Defensivallianz und eine Militärkapitulation. Frankreich erhielt das Recht, bis zu 16&amp;#039;000 Mann für Schweizer Regimenter in französischen Diensten anzuwerben. Im Kriegsfall konnten zusätzliche Truppen verlangt werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;allianzen_hls&amp;quot;&amp;gt;[https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/009802/ «Allianzen»], in: &amp;#039;&amp;#039;Historisches Lexikon der Schweiz&amp;#039;&amp;#039;, abgerufen am 27. Juli 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;militaerkapitulation_tg&amp;quot;&amp;gt;[https://archivportal.tg.ch/records/1505274 «Militär-Kapitulation vom 27. September 1803 zwischen Frankreich und der Schweiz»], Staatsarchiv Thurgau, abgerufen am 27. Juli 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die von vielen Schweizer Politikern angestrebte Neutralität war damit stark eingeschränkt. Die Eidgenossenschaft durfte ihre Aussenpolitik nicht unabhängig von Frankreich gestalten. Napoleon erwartete politische Loyalität, militärische Unterstützung und die Umsetzung französischer Wirtschaftsinteressen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;frankreich_hls&amp;quot;&amp;gt;[https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/003354/ «Frankreich»], in: &amp;#039;&amp;#039;Historisches Lexikon der Schweiz&amp;#039;&amp;#039;, abgerufen am 27. Juli 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wirtschaftlicher Druck ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die französische Vorherrschaft wirkte sich auch auf Handel und Gewerbe aus. Napoleon versuchte mit der [[Kontinentalsperre]], britische Waren vom europäischen Markt auszuschliessen. Die Schweiz musste die Einfuhr britischer Industrieprodukte beschränken, obwohl die heimische Textilwirtschaft stark vom internationalen Handel abhängig war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schmuggel, Zollkonflikte und die Kontrolle der Grenzen führten wiederholt zu Spannungen. Schweizer Kaufleute und Produzenten litten unter wechselnden Handelsverboten, fehlenden Rohstoffen und dem Verlust traditioneller Absatzmärkte. Gleichzeitig profitierten einzelne Branchen zeitweise vom Ausschluss britischer Konkurrenz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Frankreich setzte wirtschaftliche Zugeständnisse häufig als politisches Druckmittel ein. Die Schweiz musste unter anderem französisches Salz beziehen und die Rekrutierung der vereinbarten Truppenkontingente gewährleisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Territoriale Eingriffe Napoleons ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Schweiz Mediation.jpg|mini|hochkant=1.25|Die Schweiz während der Mediationszeit]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Napoleon respektierte die territoriale Integrität der Mediationsschweiz nur, solange sie seinen strategischen Interessen entsprach. Mehrere Gebiete, die später zur Schweiz gehören sollten, befanden sich während seiner Herrschaft ausserhalb der Eidgenossenschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Genf]] war 1798 von Frankreich annektiert und in das Département du Léman eingegliedert worden. Das [[Kanton Wallis|Wallis]] wurde zunächst von der Helvetischen Republik getrennt und als Rhodanische Republik organisiert. Im Jahr 1810 annektierte Frankreich das Gebiet als Département du Simplon. Die Kontrolle des [[Simplonpass|Simplonpasses]] und der Verbindung nach Italien war für Napoleon von grosser militärischer Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Neuenburg NE|Neuenburg]] stand ursprünglich unter der Herrschaft des preussischen Königs. Napoleon übertrug das Fürstentum 1806 seinem Marschall [[Louis-Alexandre Berthier]]. Erst nach Napoleons Niederlage wurden Genf, Wallis und Neuenburg 1815 als Kantone in die Eidgenossenschaft aufgenommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch das Tessin wurde zeitweise von französischen und italienischen Truppen besetzt. Diese Eingriffe zeigten, dass Napoleon die Schweiz nicht als völlig souveränen Partner, sondern als strategisch wichtigen, von Frankreich abhängigen Pufferstaat betrachtete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schweizer Soldaten in Napoleons Armeen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Militärkapitulation verpflichtete die Kantone, die Anwerbung von Soldaten für Frankreich zu ermöglichen. Viele Männer traten aus wirtschaftlichen Gründen in die Schweizer Regimenter ein. Andere wurden durch kantonale Behörden, Werber oder gesellschaftlichen Druck zum Dienst bewegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schweizer Truppen kämpften in Spanien, Deutschland, Österreich, Polen und Russland. Die Verluste waren hoch. Besonders der Spanische Unabhängigkeitskrieg stellte die Schweizer vor Loyalitätskonflikte, da Schweizer Regimenter sowohl in französischen als auch in spanischen Diensten standen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Russlandfeldzug von 1812 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 1812 beteiligten sich vier Schweizer Regimenter am Russlandfeldzug der Grande Armée. Hunger, Krankheiten, extreme Witterung und die russischen Angriffe zerstörten einen grossen Teil der napoleonischen Streitkräfte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders bekannt wurde der Einsatz der Schweizer an der [[Schlacht an der Beresina|Beresina]] im November 1812. Schweizer Infanteristen sicherten während des französischen Rückzugs die Übergänge über den Fluss und erlitten dabei ausserordentlich hohe Verluste. Von den Schweizer Soldaten, die am Feldzug teilgenommen hatten, kehrte nur ein kleiner Teil in die Heimat zurück.&amp;lt;ref name=&amp;quot;berezina_swi&amp;quot;&amp;gt;[https://www.swissinfo.ch/ger/kultur/beresina-die-geister-scheiden-sich-auch-heute/34011748 «Beresina: Die Geister scheiden sich auch heute»], SWI swissinfo.ch, abgerufen am 27. Juli 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Beresina wurde später zu einem wichtigen Bestandteil der schweizerischen Militärerinnerung. Der Kampf galt einerseits als Beispiel für Tapferkeit, Disziplin und Zusammenhalt. Andererseits wurde er als Mahnung vor der Abhängigkeit von fremden Mächten und vor dem militärischen Dienst im Ausland verstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gesellschaft und nationale Identität ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Mediationszeit war nicht nur eine Phase französischer Vorherrschaft. Nach den revolutionären Erschütterungen entwickelte sich allmählich ein stärkeres Bewusstsein für eine gemeinsame schweizerische Identität. Die Einwohner verstanden sich weiterhin in erster Linie als Angehörige ihrer Kantone, doch die Erfahrung von Besetzung, Bürgerkrieg und ausländischer Einflussnahme förderte auch das Interesse an gemeinsamen Traditionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Unspunnenfest|Unspunnenfeste]] von 1805 und 1808 verbanden Schwingfeste, Steinstossen, Musik, Trachten und Darstellungen des alpinen Lebens. Sie sollten die Bevölkerung nach den Konflikten der Helvetik versöhnen und ein gemeinsames Bild der Schweiz vermitteln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gleichzeitig begann eine romantische Verklärung der alten Eidgenossenschaft. Figuren wie [[Wilhelm Tell]], die Alpenlandschaft, die Landsgemeinde und der freie Bergbewohner wurden zu nationalen Symbolen. Dieses Geschichtsbild unterschied sich deutlich vom französisch geprägten Zentralismus der Helvetischen Republik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ende der Mediationszeit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Napoleons Niederlage im Russlandfeldzug und der [[Völkerschlacht bei Leipzig]] von 1813 verlor Frankreich die Kontrolle über Mitteleuropa. Die Schweizer Tagsatzung erklärte am 18. November 1813 die bewaffnete Neutralität und mobilisierte Truppen zur Sicherung der Grenzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Alliierten akzeptierten diese Neutralität jedoch nicht vollständig. Am 21. Dezember 1813 überschritten österreichische und andere alliierte Truppen bei Basel und Rheinfelden den Rhein und marschierten durch die Schweiz nach Frankreich. Die eidgenössischen Truppen leisteten keinen ernsthaften Widerstand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Zusammenbruch der französischen Vorherrschaft verlor auch die Mediationsakte ihre politische Grundlage. Am 29. Dezember 1813 erklärten zehn alte Kantone die von Napoleon geschaffene Bundesordnung für aufgehoben. In mehreren Kantonen versuchten frühere Eliten, die Verhältnisse vor 1798 wiederherzustellen. Insbesondere Bern erhob erneut Ansprüche auf die Waadt und den Aargau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine vollständige Wiederherstellung der alten Untertanenverhältnisse war jedoch weder innenpolitisch durchsetzbar noch mit den Interessen der europäischen Grossmächte vereinbar. Die neuen Kantone blieben bestehen. Nach schwierigen Verhandlungen schlossen die Kantone 1815 den [[Bundesvertrag]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wiener Kongress und Neutralität ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Wiener Kongress]] ordnete nach den Napoleonischen Kriegen die politische Landkarte Europas neu. Die Grossmächte anerkannten die Schweiz als Staatenbund mit 22 Kantonen. Genf, Wallis und Neuenburg wurden in die Eidgenossenschaft aufgenommen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;wiener_kongress_hls&amp;quot;&amp;gt;[https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/008922/ «Wiener Kongress»], in: &amp;#039;&amp;#039;Historisches Lexikon der Schweiz&amp;#039;&amp;#039;, abgerufen am 27. Juli 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 20. November 1815 anerkannten und garantierten die europäischen Mächte die immerwährende Neutralität der Schweiz sowie die Unverletzlichkeit ihres Gebiets. Diese Neutralitätsordnung entstand somit erst nach dem Ende von Napoleons Herrschaft. Sie war teilweise eine Reaktion auf die Erfahrung, dass die Schweiz während der französischen Epoche militärisch und politisch in das Bündnissystem einer Grossmacht eingebunden gewesen war.&amp;lt;ref name=&amp;quot;restauration_hls&amp;quot;&amp;gt;[https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/009799/ «Restauration»], in: &amp;#039;&amp;#039;Historisches Lexikon der Schweiz&amp;#039;&amp;#039;, abgerufen am 27. Juli 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Grossmächte betrachteten die neutrale Schweiz zugleich als Pufferzone zwischen Frankreich, Österreich und den deutschen Staaten. Die Neutralität entsprach daher sowohl schweizerischen Interessen als auch dem europäischen Gleichgewichtssystem.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedeutung für die moderne Schweiz ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Napoleon schuf weder allein noch unmittelbar den modernen Schweizer Bundesstaat. Dieser entstand erst mit der [[Bundesverfassung von 1848]]. Dennoch prägte die napoleonische Epoche mehrere Grundlagen der späteren Staatsordnung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Dauerhafte Kantonsgrenzen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anerkennung von Aargau, Graubünden, St. Gallen, Thurgau, Tessin und Waadt als gleichberechtigte Kantone erwies sich als dauerhaft. Ohne die Umwälzungen seit 1798 wäre eine Rückkehr zur territorialen Ordnung der Alten Eidgenossenschaft denkbar gewesen. Die Mediationsakte verhinderte insbesondere die erneute Unterwerfung der ehemaligen Untertanengebiete unter die alten Orte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Föderalismus ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Helvetische Republik hatte gezeigt, dass ein streng zentralistischer Staat in der damaligen Schweiz nur mit erheblichem Zwang aufrechterhalten werden konnte. Die Mediationsakte verband die kantonale Selbstständigkeit mit gemeinsamen eidgenössischen Einrichtungen. Damit bestätigte sie den Föderalismus als grundlegendes Organisationsprinzip der Schweiz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Staatenbund von 1803 war noch schwach und verfügte weder über eine dauerhafte Zentralregierung noch über ausreichende eigene Einnahmen. Dennoch bildete die Verbindung von kantonaler Autonomie und gesamtschweizerischen Organen eine wichtige Zwischenstufe auf dem Weg zum Bundesstaat von 1848.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rechtsgleichheit und Staatsbürgerschaft ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Helvetische Republik führte die Vorstellung einer gemeinsamen Staatsbürgerschaft und der Gleichheit vor dem Gesetz ein. Während der Mediation wurden einzelne dieser Grundsätze wieder eingeschränkt, aber nicht vollständig beseitigt. Die alten Untertanenverhältnisse liessen sich langfristig nicht wiederherstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Moderne Verwaltung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die französische Epoche förderte den Aufbau moderner Verwaltungen, statistischer Erhebungen, staatlicher Archive und einheitlicherer Behördenstrukturen. Auch wenn zahlreiche zentralstaatliche Institutionen nach 1803 wieder verschwanden, blieb die Erfahrung einer gesamtschweizerischen Verwaltung erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Historische Bewertung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Beurteilung Napoleons in der Schweizer Geschichte bewegt sich zwischen dem Bild des Modernisierers und jenem des fremden Machthabers. Die Mediationsakte brachte nach fünf Jahren von Besetzung, Staatsstreichen und Bürgerkrieg eine vergleichsweise stabile Ordnung. Sie berücksichtigte die föderalistischen Traditionen des Landes besser als die Verfassung der Helvetischen Republik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die neue Ordnung war jedoch nicht das Ergebnis einer freien schweizerischen Verfassungsentscheidung. Napoleon setzte die Rahmenbedingungen fest, garantierte das System mit französischer Macht und band die Eidgenossenschaft durch Bündnis- und Truppenverträge an Frankreich. Die Schweiz blieb während der Mediationszeit aussenpolitisch abhängig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die gesellschaftlichen Folgen waren ambivalent. Die ehemaligen Untertanengebiete behielten ihre Eigenständigkeit, doch in mehreren Kantonen gewannen wohlhabende und alteingesessene Eliten wieder eine bevorzugte Stellung. Die Mediationsordnung verband somit revolutionäre Errungenschaften mit restaurativen Elementen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Napoleons wichtigste langfristige Wirkung lag weniger in einzelnen Gesetzen als in der Beschleunigung eines unumkehrbaren politischen Wandels. Die Alte Eidgenossenschaft mit ihren Untertanengebieten konnte nach 1798 nicht wiederhergestellt werden. Gleichzeitig erwies sich der helvetische Zentralstaat als nicht dauerhaft tragfähig. Aus dem Konflikt zwischen beiden Modellen entwickelte sich schrittweise der schweizerische Föderalismus des 19. Jahrhunderts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Chronologie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Jahr&lt;br /&gt;
! Ereignis&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1798&lt;br /&gt;
| Französischer Einmarsch, Zusammenbruch der Alten Eidgenossenschaft und Gründung der Helvetischen Republik&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1799&lt;br /&gt;
| Napoleon übernimmt als Erster Konsul die Macht in Frankreich; die Schweiz wird zum Kriegsschauplatz&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1801&lt;br /&gt;
| Verfassung von Malmaison als erfolgloser Versuch eines Ausgleichs zwischen Zentralismus und Föderalismus&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1802&lt;br /&gt;
| Abzug französischer Truppen, Stecklikrieg und Einberufung der Consulta nach Paris&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 19. Februar 1803&lt;br /&gt;
| Napoleon übergibt den schweizerischen Abgeordneten die Mediationsakte&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 10. März 1803&lt;br /&gt;
| Inkrafttreten der Mediationsordnung und Ende der Helvetischen Republik&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 27. September 1803&lt;br /&gt;
| Abschluss der Defensivallianz und Militärkapitulation mit Frankreich&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1810&lt;br /&gt;
| Frankreich annektiert das Wallis als Département du Simplon&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1812&lt;br /&gt;
| Schweizer Regimenter nehmen am Russlandfeldzug teil und erleiden an der Beresina schwere Verluste&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1813&lt;br /&gt;
| Zusammenbruch der napoleonischen Vorherrschaft und Ende der Mediationszeit&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1815&lt;br /&gt;
| Bundesvertrag, Aufnahme von Genf, Wallis und Neuenburg sowie internationale Anerkennung der immerwährenden Neutralität&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Franzoseneinfall]]&lt;br /&gt;
* [[Helvetische Republik]]&lt;br /&gt;
* [[Mediation (Schweizer Geschichte)]]&lt;br /&gt;
* [[Mediationsakte]]&lt;br /&gt;
* [[Stecklikrieg]]&lt;br /&gt;
* [[Schweiz während der Koalitionskriege]]&lt;br /&gt;
* [[Schlacht an der Beresina]]&lt;br /&gt;
* [[Restauration (Schweiz)]]&lt;br /&gt;
* [[Wiener Kongress]]&lt;br /&gt;
* [[Neutralität der Schweiz]]&lt;br /&gt;
* [[Geschichte der Schweiz]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* François de Capitani: &amp;#039;&amp;#039;Die Suche nach dem gemeinsamen Nenner. Gemeinsinn und nationale Identität in der Schweiz&amp;#039;&amp;#039;. Pro Helvetia, Zürich 1991.&lt;br /&gt;
* Andreas Fankhauser: &amp;#039;&amp;#039;Die Mediationszeit 1803–1813&amp;#039;&amp;#039;. In: Beatrix Mesmer u. a. (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Geschichte der Schweiz und der Schweizer&amp;#039;&amp;#039;. Schwabe, Basel 2004.&lt;br /&gt;
* Thomas Maissen: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte der Schweiz&amp;#039;&amp;#039;. Hier und Jetzt, Baden 2010.&lt;br /&gt;
* Alfred Kölz: &amp;#039;&amp;#039;Neuere schweizerische Verfassungsgeschichte. Ihre Grundlinien vom Ende der Alten Eidgenossenschaft bis 1848&amp;#039;&amp;#039;. Stämpfli, Bern 1992.&lt;br /&gt;
* Georges Andrey: &amp;#039;&amp;#039;Schweizer Geschichte für Dummies&amp;#039;&amp;#039;. Wiley-VCH, Weinheim 2009.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/041455/ Napoleon I. im Historischen Lexikon der Schweiz]&lt;br /&gt;
* [https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/009808/ Mediationsakte im Historischen Lexikon der Schweiz]&lt;br /&gt;
* [https://www.bar.admin.ch/de/epoche-des-wandels-die-schweiz-zwischen-1798-und-1848 Schweizerisches Bundesarchiv: Die Schweiz zwischen 1798 und 1848]&lt;br /&gt;
* [https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Bonaparte_-_Acte_de_M%C3%A9diation,_1803.pdf Digitalisat der Mediationsakte von 1803]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Napoleon Bonaparte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte der Schweiz]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Helvetische Republik]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mediation (Schweizer Geschichte)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schweizerische Geschichte (19. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Französisch-schweizerische Beziehungen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Koalitionskriege]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Nick Frei</name></author>
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