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	<title>Landsgemeinde - Versionsgeschichte</title>
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		<title>Nick Frei: Die Seite wurde neu angelegt: «{| class=&quot;wikitable float-right&quot; style=&quot;float:right; width:315px; margin:0 0 1em 1em;&quot; ! colspan=&quot;2&quot; | Landsgemeinde |- ! Staatsrechtliche Form | Versammlung der Stimmberechtigten |- ! Politische Ebene | vorwiegend kantonal |- ! Entstehung | Spätmittelalter |- ! Leitung | Landammann |- ! Abstimmungsform | offenes Handmehr |- ! Heute bestehend | Kanton Appenzell Innerrhoden und Kanton Glarus |- ! Üblicher Turnus | einmal jährlich |}…»</title>
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		<updated>2026-07-28T16:51:18Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Die Seite wurde neu angelegt: «{| class=&amp;quot;wikitable float-right&amp;quot; style=&amp;quot;float:right; width:315px; margin:0 0 1em 1em;&amp;quot; ! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; | Landsgemeinde |- ! Staatsrechtliche Form | Versammlung der Stimmberechtigten |- ! Politische Ebene | vorwiegend &lt;a href=&quot;/de/index.php?title=Kanton&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;Kanton (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;kantonal&lt;/a&gt; |- ! Entstehung | Spätmittelalter |- ! Leitung | &lt;a href=&quot;/de/index.php?title=Landammann&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;Landammann (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;Landammann&lt;/a&gt; |- ! Abstimmungsform | offenes Handmehr |- ! Heute bestehend | &lt;a href=&quot;/de/Kanton_Appenzell_Innerrhoden&quot; title=&quot;Kanton Appenzell Innerrhoden&quot;&gt;Kanton Appenzell Innerrhoden&lt;/a&gt; und &lt;a href=&quot;/de/Kanton_Glarus&quot; title=&quot;Kanton Glarus&quot;&gt;Kanton Glarus&lt;/a&gt; |- ! Üblicher Turnus | einmal jährlich |}…»&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{| class=&amp;quot;wikitable float-right&amp;quot; style=&amp;quot;float:right; width:315px; margin:0 0 1em 1em;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; | Landsgemeinde&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Staatsrechtliche Form&lt;br /&gt;
| Versammlung der Stimmberechtigten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Politische Ebene&lt;br /&gt;
| vorwiegend [[Kanton|kantonal]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Entstehung&lt;br /&gt;
| Spätmittelalter&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Leitung&lt;br /&gt;
| [[Landammann]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Abstimmungsform&lt;br /&gt;
| offenes Handmehr&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Heute bestehend&lt;br /&gt;
| [[Kanton Appenzell Innerrhoden]] und [[Kanton Glarus]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Üblicher Turnus&lt;br /&gt;
| einmal jährlich&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Landsgemeinde&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist eine traditionelle Form der [[Direkte Demokratie in der Schweiz|direkten Demokratie in der Schweiz]]. Die stimmberechtigte Bevölkerung eines Kantons oder eines anderen politischen Gemeinwesens versammelt sich dabei an einem bestimmten Ort, berät öffentliche Geschäfte, wählt Behörden und entscheidet offen über Sachvorlagen. Die Stimmabgabe erfolgt in der Regel durch das Erheben der Hand oder eines Stimmrechtsausweises.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf kantonaler Ebene besteht die Landsgemeinde heute noch im [[Kanton Glarus]] und im [[Kanton Appenzell Innerrhoden]]. In beiden Kantonen handelt es sich um ein verfassungsmässiges Organ, dessen Beschlüsse unmittelbar rechtswirksam sind. Historisch waren Landsgemeinden auch in mehreren anderen Orten der [[Alte Eidgenossenschaft|Alten Eidgenossenschaft]] verbreitet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;hls-landsgemeinde&amp;quot;&amp;gt;Hans Stadler: [https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/010239/2021-01-18/ «Landsgemeinde»], in: &amp;#039;&amp;#039;Historisches Lexikon der Schweiz&amp;#039;&amp;#039;, Version vom 18. Januar 2021, abgerufen am 28. Juli 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Begriff und Merkmale ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Landsgemeinde ist eine Form der Versammlungsdemokratie. Anders als bei einer Urnenabstimmung geben die Stimmberechtigten ihre Stimme gleichzeitig, öffentlich und persönlich ab. Eine briefliche Teilnahme oder eine vorgängige Stimmabgabe ist grundsätzlich nicht möglich. Wer an einem Beschluss mitwirken möchte, muss deshalb in der Regel persönlich auf dem Landsgemeindeplatz anwesend sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den charakteristischen Merkmalen gehören:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* die persönliche Anwesenheit der Stimmberechtigten;&lt;br /&gt;
* die öffentliche Beratung politischer Geschäfte;&lt;br /&gt;
* das Recht der Stimmberechtigten, das Wort zu ergreifen;&lt;br /&gt;
* die offene Stimmabgabe durch Handmehr oder Stimmrechtsausweis;&lt;br /&gt;
* die Feststellung des Mehrs durch den vorsitzenden Landammann;&lt;br /&gt;
* ein feierliches Zeremoniell mit traditionellen Umzügen, Eiden und Amtszeichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Landsgemeinde unterscheidet sich von einer [[Gemeindeversammlung]]. Gemeindeversammlungen sind kommunale Organe und finden meist in einem Saal statt. Eine Landsgemeinde ist dagegen traditionell eine Versammlung unter freiem Himmel und war vor allem das oberste politische Organ eines Kantons, Landes, Bezirks oder einer Talschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Entstehung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Landsgemeinden entstanden im Spätmittelalter aus Gerichtstagen und Versammlungen ländlicher Bevölkerungsgemeinschaften. An den älteren Gerichtstagen leitete ein herrschaftlicher Vogt die Rechtsprechung. Mit der zunehmenden politischen Selbstständigkeit der ländlichen Gebiete übernahmen einheimische Amtsträger, insbesondere die Ammänner, diese Aufgaben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus der vom Landammann geleiteten Gerichtstagung entwickelte sich allmählich eine Versammlung, die nicht mehr nur Recht sprach, sondern auch Amtsträger wählte, das Gemeinwesen verwaltete und verbindliche Regeln erliess. Die früher verbreitete Annahme, die Landsgemeinde sei eine unmittelbare Fortsetzung des germanischen Dings, wird in der neueren Geschichtsforschung nicht mehr als gesichert betrachtet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;hls-landsgemeinde&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Frühe Landsgemeinden oder ihre unmittelbaren Vorformen sind für [[Kanton Uri|Uri]] 1231, [[Kanton Schwyz|Schwyz]] 1294 und Unterwalden 1309 belegt. Im [[Kanton Zug|Land Zug]] ist eine Landsgemeinde ab 1376 nachgewiesen, in Glarus ab 1387. Die Anfänge der Appenzeller Landsgemeinde werden mit dem Jahr 1378 verbunden; urkundlich sicher belegt ist sie seit 1403.&amp;lt;ref name=&amp;quot;hls-landsgemeinde&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;ai-landsgemeinde&amp;quot;&amp;gt;Kanton Appenzell Innerrhoden: [https://www.ai.ch/politik/landsgemeinde/ Landsgemeinde], abgerufen am 28. Juli 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bezeichnung «Landsgemeinde» setzte sich etwa ab 1500 durch. Zuvor und daneben wurden Namen wie Landtag, Talgemeinde, Teding, Bsatzig oder Zendgemeinde verwendet. In einzelnen Landschaften bestanden vergleichbare Volksversammlungen, obwohl die betreffenden Gebiete keine selbstständigen eidgenössischen Orte waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Landsgemeinde in der Alten Eidgenossenschaft ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Länderorten bildete die Landsgemeinde die höchste politische und rechtliche Gewalt. Eine moderne Trennung zwischen gesetzgebender, ausführender und richterlicher Gewalt bestand noch nicht. Die Versammlung konnte deshalb grundsätzlich über alle wichtigen Angelegenheiten des Gemeinwesens entscheiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu ihren Aufgaben gehörten unter anderem:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* die Wahl des Landammanns und weiterer Landesbeamter;&lt;br /&gt;
* die Besetzung der obersten Gerichte;&lt;br /&gt;
* der Erlass und die Bestätigung von Gesetzen;&lt;br /&gt;
* die Genehmigung von Bündnissen und Tagsatzungsbeschlüssen;&lt;br /&gt;
* Entscheide über Steuern, Finanzen und Gemeingüter;&lt;br /&gt;
* die Aufnahme neuer Landleute;&lt;br /&gt;
* aussenpolitische und militärische Angelegenheiten;&lt;br /&gt;
* teilweise auch die Ausübung der Gerichtsbarkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Teilnahmeberechtigt waren zunächst nur ehr- und wehrfähige männliche Landleute. Je nach Ort lag das Mindestalter häufig bei 14 oder 16 Jahren. Die politischen Rechte waren an das Landrecht und nicht allein an den Wohnsitz gebunden. Trotz der formal gleichen Stimme der Teilnehmer bildeten sich in den Landsgemeindekantonen einflussreiche Familien und politische Führungsschichten heraus. Diese waren jedoch weiterhin auf die Zustimmung der versammelten Landleute angewiesen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;hls-landsgemeinde&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ordentliche Landsgemeinde wurde meist Ende April oder Anfang Mai durchgeführt. Bei Bedarf konnten Nachgemeinden oder ausserordentliche Versammlungen einberufen werden. Der Landammann leitete die Beratungen, stellte Anträge zur Abstimmung und verkündete das Ergebnis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Entwicklung seit 1798 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Errichtung der zentralistisch organisierten [[Helvetische Republik|Helvetischen Republik]] im Jahr 1798 wurden die Landsgemeinden aufgehoben. Die [[Mediationsakte]] von 1803 ermöglichte ihre Wiedereinführung. Die bisherigen Landsgemeindekantone kehrten daraufhin zur Versammlungsdemokratie zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 19. und 20. Jahrhundert mussten die Landsgemeinden an die neuen kantonalen Verfassungen und an das Bundesrecht angepasst werden. Einzelne Zuständigkeiten wurden auf Kantonsparlamente, Regierungen, Gerichte oder Urnenabstimmungen übertragen. Gleichzeitig beeinflusste die Tradition der Landsgemeinden die Entwicklung der modernen direkten Demokratie. Volksrechte wie Referendum und Volksinitiative verbanden Elemente der Versammlungsdemokratie mit den Institutionen des repräsentativen Bundesstaates.&amp;lt;ref name=&amp;quot;hls-landsgemeinde&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mehrere Kantone schafften ihre Landsgemeinde wegen regionaler Spannungen, wachsender Bevölkerungszahlen, organisatorischer Schwierigkeiten oder einer stärkeren Hinwendung zur Urnenabstimmung ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Gebiet&lt;br /&gt;
! Ende der kantonalen Landsgemeinde&lt;br /&gt;
! Bemerkung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Kanton Zug]]&lt;br /&gt;
| 1848&lt;br /&gt;
| Abschaffung im Zusammenhang mit der Neuordnung des Kantons&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Kanton Schwyz]]&lt;br /&gt;
| 1848&lt;br /&gt;
| Ersetzung durch andere kantonale Entscheidungsverfahren&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Kanton Uri]]&lt;br /&gt;
| 1928&lt;br /&gt;
| Abschaffung nach einer kantonalen Volksabstimmung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Kanton Nidwalden]]&lt;br /&gt;
| 1996&lt;br /&gt;
| Aufhebung durch Urnenentscheid&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Kanton Appenzell Ausserrhoden]]&lt;br /&gt;
| 1997&lt;br /&gt;
| Aufhebung durch Urnenentscheid&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Kanton Obwalden]]&lt;br /&gt;
| 1998&lt;br /&gt;
| Aufhebung nach mehreren früheren Anläufen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Kanton Glarus]]&lt;br /&gt;
| besteht weiterhin&lt;br /&gt;
| Durchführung am ersten Sonntag im Mai&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Kanton Appenzell Innerrhoden]]&lt;br /&gt;
| besteht weiterhin&lt;br /&gt;
| Durchführung am letzten Sonntag im April&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch ausserhalb der kantonalen Ebene blieben Versammlungen erhalten, die historisch mit der Landsgemeinde verwandt sind. Dazu gehören die Oberallmeind im Kanton Schwyz, Versammlungen von Korporationen sowie einzelne Bezirks- und Talschaftsversammlungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Heutige Landsgemeinden ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Appenzell Innerrhoden ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Landsgemeinde von Appenzell Innerrhoden findet gewöhnlich am letzten Sonntag im April auf dem Landsgemeindeplatz in [[Appenzell]] statt. Stimmberechtigt sind Schweizer Bürgerinnen und Bürger, die im Kanton wohnen und das 18. Altersjahr erfüllt haben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ai-landsgemeinde&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Landsgemeinde wählt den regierenden und den stillstehenden Landammann, die weiteren Mitglieder der Standeskommission sowie die Präsidentin oder den Präsidenten und die Mitglieder des Kantonsgerichts. Sie entscheidet ausserdem über Verfassungs- und Gesetzesvorlagen sowie über wichtige Finanz- und Sachgeschäfte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tag beginnt traditionell mit einem Festgottesdienst in der Pfarrkirche St. Mauritius. Anschliessend ziehen die Behörden, begleitet von Musik und Fahnen, durch die Hauptgasse zum Landsgemeindeplatz. Die Regierung nimmt auf einer als «Stuhl» bezeichneten Tribüne Platz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Eröffnung können Stimmberechtigte zu den Geschäften sprechen und Anträge stellen. Abgestimmt wird durch das Hochhalten der rechten Hand. Der Landammann schätzt das Mehr ab. Ist kein eindeutiges Ergebnis erkennbar, können die Stimmen einzeln ausgezählt werden. Als Stimmrechtsausweis dient die Stimmkarte; bei stimmberechtigten Männern kann traditionell auch das Seitengewehr diese Funktion erfüllen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ai-landsgemeinde&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der regierende Landammann legt vor der Versammlung Rechenschaft ab und leistet nach seiner Wahl den Landsgemeindeeid. Darauf folgt der Eid des Landvolkes. Diese zeremoniellen Elemente verbinden die heutige demokratische Institution mit der historischen Staatstradition Appenzell Innerrhodens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Glarus ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Glarner Landsgemeinde findet jeweils am ersten Sonntag im Mai auf dem Zaunplatz in [[Glarus]] statt. Sie ist die Versammlung der Stimmberechtigten und das oberste Organ des Kantons. Stimmberechtigt sind im Kanton wohnhafte Schweizer Bürgerinnen und Bürger ab dem vollendeten 16. Altersjahr.&amp;lt;ref name=&amp;quot;glarus-informationen&amp;quot;&amp;gt;Kanton Glarus: [https://www.landsgemeinde.gl.ch/topics/allgemeine-informationen Allgemeine Informationen zur Landsgemeinde], abgerufen am 28. Juli 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Staatsgewalt wird nach der Glarner Kantonsverfassung unmittelbar an der Landsgemeinde, an den Gemeindeversammlungen und an der Urne sowie mittelbar durch die gewählten Behörden ausgeübt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;glarus-verfassung&amp;quot;&amp;gt;Kanton Glarus: [https://gesetze.gl.ch/app/de/texts_of_law/I%20A%2F1%2F1 Verfassung des Kantons Glarus], Stand 1. Januar 2026, abgerufen am 28. Juli 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den wichtigsten Befugnissen der Glarner Landsgemeinde gehören:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* die Verfassungs- und Gesetzgebung;&lt;br /&gt;
* die Festsetzung des kantonalen Steuerfusses;&lt;br /&gt;
* wichtige Sach- und Finanzentscheide;&lt;br /&gt;
* die Wahl des Landammanns und des Landesstatthalters aus dem Kreis der an der Urne gewählten Regierungsmitglieder;&lt;br /&gt;
* die Wahl von Richterinnen und Richtern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Grundlage der Beratungen bildet das Landsgemeindememorial. Es enthält die Traktanden, Erläuterungen und Anträge des Landrates. Die Stimmberechtigten besitzen das Recht, «zu raten, zu mindern und zu mehren». Sie dürfen zu einem Geschäft sprechen und Anträge auf Änderung, Ablehnung, Verschiebung oder Rückweisung stellen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;glarus-informationen&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abgestimmt wird offen durch das Erheben des Stimmrechtsausweises. Der Landammann leitet die Versammlung und ermittelt das Mehr durch Abschätzen. Kann kein eindeutiges Ergebnis festgestellt werden, wird die Abstimmung wiederholt oder nach den kantonalen Verfahrensregeln präzisiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Glarner Landsgemeinde unterscheidet sich von der Innerrhoder Form insbesondere durch das Stimmrechtsalter von 16 Jahren, die Zuständigkeitsordnung und das ausgeprägte Recht der Stimmberechtigten, Vorlagen während der Versammlung inhaltlich zu verändern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Merkmal&lt;br /&gt;
! Appenzell Innerrhoden&lt;br /&gt;
! Glarus&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Ordentlicher Termin&lt;br /&gt;
| letzter Sonntag im April&lt;br /&gt;
| erster Sonntag im Mai&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Versammlungsort&lt;br /&gt;
| Landsgemeindeplatz in Appenzell&lt;br /&gt;
| Zaunplatz in Glarus&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kantonales Stimmrechtsalter&lt;br /&gt;
| 18 Jahre&lt;br /&gt;
| 16 Jahre&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Stimmabgabe&lt;br /&gt;
| Erheben der rechten Hand&lt;br /&gt;
| Erheben des Stimmrechtsausweises&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Regierung&lt;br /&gt;
| Mitglieder der Standeskommission werden an der Landsgemeinde gewählt&lt;br /&gt;
| Mitglieder des Regierungsrates werden an der Urne gewählt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Besondere Bezeichnung der Unterlagen&lt;br /&gt;
| Landsgemeindemandat&lt;br /&gt;
| Landsgemeindememorial&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Frauenstimmrecht ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die historischen Landsgemeinden waren ausschliesslich männlichen Landleuten vorbehalten. Frauen konnten erst nach der Einführung des kantonalen Frauenstimm- und Wahlrechts teilnehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besondere Bedeutung erlangte die Auseinandersetzung in Appenzell Innerrhoden. Nachdem die Landsgemeinde 1990 die Einführung des Frauenstimmrechts erneut abgelehnt hatte, entschied das [[Bundesgericht]], dass die kantonale Verfassungsbestimmung im Einklang mit dem verfassungsrechtlichen Gleichheitsgebot auch Frauen umfassen müsse. Seit 1991 nehmen Frauen an der Innerrhoder Landsgemeinde teil.&amp;lt;ref name=&amp;quot;bundesgericht-frauenstimmrecht&amp;quot;&amp;gt;Schweizerisches Bundesgericht: [https://relevancy.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?id=BGE-116-IA-359&amp;amp;lang=de BGE 116 Ia 359 – Politische Rechte der Frauen in Appenzell Innerrhoden], 1990.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Einführung des Frauenstimmrechts vergrösserte den Kreis der Stimmberechtigten erheblich. In einigen ehemaligen Landsgemeindekantonen verstärkte dies bestehende Platz- und Organisationsprobleme und gehörte zu den Faktoren, die in den 1990er Jahren zur Abschaffung der Versammlungen beitrugen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;hls-landsgemeinde&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politische Bedeutung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Landsgemeinde gilt als besonders unmittelbare Form demokratischer Beteiligung. Stimmberechtigte können nicht nur über vorbereitete Vorlagen entscheiden, sondern sich öffentlich an der Beratung beteiligen. Vor allem in Glarus können Anträge aus dem Landsgemeindering den Inhalt einer Vorlage noch während der Versammlung wesentlich verändern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Befürworter sehen darin eine Verbindung von Beratung und Entscheidung. Politikerinnen und Politiker, Behördenmitglieder und Stimmberechtigte begegnen sich ohne die räumliche Trennung eines Parlamentsgebäudes. Die Landsgemeinde besitzt zudem eine starke identitätsstiftende und zeremonielle Bedeutung für die beiden Kantone.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Institution ist jedoch nicht mit einer uneingeschränkten Teilnahme der gesamten Stimmbevölkerung gleichzusetzen. Tatsächlich entscheidet nur der Teil der Stimmberechtigten, der persönlich anwesend ist. Berufliche Verpflichtungen, Krankheit, Behinderung, Betreuungspflichten, ein Aufenthalt ausserhalb des Kantons oder ungünstige Witterung können die Teilnahme erschweren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kritik und Diskussion ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein zentraler Kritikpunkt betrifft das fehlende Stimmgeheimnis. Da die Stimmabgabe offen erfolgt, können andere Anwesende erkennen, wie eine Person abstimmt. Dadurch kann zumindest theoretisch sozialer oder politischer Druck entstehen. Auch das Bundesgericht hat sich mit den Besonderheiten und möglichen Beeinflussungen offener Landsgemeindeabstimmungen befasst.&amp;lt;ref name=&amp;quot;bundesgericht-offene-abstimmung&amp;quot;&amp;gt;Schweizerisches Bundesgericht: [https://relevancy.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?id=BGE-121-I-138&amp;amp;lang=de BGE 121 I 138], 1995.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diskutiert werden ausserdem:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* die geringere Teilnahme gegenüber manchen Urnenabstimmungen;&lt;br /&gt;
* die eingeschränkte Teilnahmemöglichkeit für abwesende Personen;&lt;br /&gt;
* die Genauigkeit der blossen Abschätzung knapper Mehrheiten;&lt;br /&gt;
* die unterschiedliche Sichtbarkeit der einzelnen Gruppen im Landsgemeindering;&lt;br /&gt;
* mögliche Einflüsse von Redebeiträgen unmittelbar vor der Abstimmung;&lt;br /&gt;
* organisatorische und sicherheitsbezogene Anforderungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Politikwissenschaftliche Untersuchungen zeigen ein differenziertes Bild. Befürchtungen über sozialen Druck und systematische Stimmenthaltung lassen sich nicht für alle Teilnehmenden gleichermassen bestätigen. Gleichzeitig sind auch die häufig genannten Vorteile der gemeinsamen Beratung und der Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts empirisch nur teilweise nachweisbar.&amp;lt;ref name=&amp;quot;mueller-landsgemeinde&amp;quot;&amp;gt;Sean Mueller, Marlène Gerber und Hans-Peter Schaub: [https://doi.org/10.1111/spsr.12422 Democracy Beyond Secrecy: Assessing the Promises and Pitfalls of Collective Voting], in: &amp;#039;&amp;#039;Swiss Political Science Review&amp;#039;&amp;#039;, Band 27, 2021, S. 61–83.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vorschläge zur Modernisierung umfassen technische Hilfsmittel zur genaueren Ermittlung des Mehrs, elektronische Abstimmungsgeräte oder ergänzende geheime Abstimmungsverfahren. Solche Neuerungen stehen jedoch im Spannungsverhältnis zur Einfachheit, Öffentlichkeit und historischen Symbolik der Landsgemeinde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kulturelle Bedeutung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über ihre rechtliche Funktion hinaus ist die Landsgemeinde ein öffentliches Ritual. Der Einzug der Behörden, traditionelle Musik, Fahnen, historische Amtszeichen, Ansprachen und Eide machen sie zu einem bedeutenden Bestandteil der politischen Kultur in Glarus und Appenzell Innerrhoden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Versammlung zieht regelmässig Gäste, Medienschaffende und Besucherinnen und Besucher aus dem In- und Ausland an. Der eigentliche Landsgemeindering bleibt jedoch den Stimmberechtigten vorbehalten. Zuschauerinnen und Zuschauer verfolgen die Beratungen von gesonderten Bereichen oder Tribünen aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Landsgemeinde verbindet damit drei Funktionen: Sie ist ein verfassungsmässiges Entscheidungsorgan, ein Ort öffentlicher politischer Auseinandersetzung und ein Symbol kantonaler Eigenständigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Direkte Demokratie in der Schweiz]]&lt;br /&gt;
* [[Kanton Appenzell Innerrhoden]]&lt;br /&gt;
* [[Kanton Glarus]]&lt;br /&gt;
* [[Gemeindeversammlung]]&lt;br /&gt;
* [[Landammann]]&lt;br /&gt;
* [[Frauenstimmrecht in der Schweiz]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Benjamin Adler: &amp;#039;&amp;#039;Die Entstehung der direkten Demokratie. Das Beispiel der Landsgemeinde Schwyz 1798–1866.&amp;#039;&amp;#039; Verlag Neue Zürcher Zeitung, Zürich 2006.&lt;br /&gt;
* Fabian Brändle: &amp;#039;&amp;#039;Demokratie und Charisma. Fünf Landsgemeindekonflikte im 18. Jahrhundert.&amp;#039;&amp;#039; Chronos, Zürich 2005.&lt;br /&gt;
* Louis Carlen: «Die Landsgemeinde». In: Andreas Auer (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Die Ursprünge der schweizerischen direkten Demokratie.&amp;#039;&amp;#039; Helbing &amp;amp; Lichtenhahn, Basel und Frankfurt am Main 1996, S. 15–25.&lt;br /&gt;
* Lukas Leuzinger: &amp;#039;&amp;#039;Ds Wort isch frii. Die Glarner Landsgemeinde: Geschichte, Gegenwart, Zukunft.&amp;#039;&amp;#039; NZZ Libro, Zürich 2018.&lt;br /&gt;
* Heinrich Ryffel: &amp;#039;&amp;#039;Die schweizerischen Landsgemeinden nach geltendem Rechte.&amp;#039;&amp;#039; Zürich 1903.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://www.ai.ch/politik/landsgemeinde/ Offizielle Informationen zur Landsgemeinde von Appenzell Innerrhoden]&lt;br /&gt;
* [https://www.landsgemeinde.gl.ch/ Offizielles Portal der Glarner Landsgemeinde]&lt;br /&gt;
* [https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/010239/2021-01-18/ «Landsgemeinde» im Historischen Lexikon der Schweiz]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Landsgemeinde|Landsgemeinde}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Direkte Demokratie in der Schweiz]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Politik (Kanton Appenzell Innerrhoden)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Politik (Kanton Glarus)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Politische Institution]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Nick Frei</name></author>
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