<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de-CH">
	<id>https://helvetia.wiki/de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Kloster_T%C3%B6ss</id>
	<title>Kloster Töss - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://helvetia.wiki/de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Kloster_T%C3%B6ss"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://helvetia.wiki/de/index.php?title=Kloster_T%C3%B6ss&amp;action=history"/>
	<updated>2026-07-26T14:59:10Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Helvetia Wiki – Die Enzyklopädie der Schweiz</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.46.0</generator>
	<entry>
		<id>https://helvetia.wiki/de/index.php?title=Kloster_T%C3%B6ss&amp;diff=1098&amp;oldid=prev</id>
		<title>Nick Frei: Die Seite wurde neu angelegt: «{| class=&quot;wikitable float-right&quot; style=&quot;float:right; width:330px; margin:0 0 1em 1em;&quot; ! colspan=&quot;2&quot; style=&quot;text-align:center; font-size:120%;&quot; | Kloster Töss |- ! Ordensgemeinschaft | Dominikanerinnen |- ! Patrozinium | Heilige Maria |- ! Gründung | 1233 |- ! Stifter | Grafen von Kyburg |- ! Aufnahme in den Orden | 1267 |- ! Aufhebung | 1525 |- ! Lage | Töss, Winterthur…»</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://helvetia.wiki/de/index.php?title=Kloster_T%C3%B6ss&amp;diff=1098&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2026-07-26T13:10:10Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Die Seite wurde neu angelegt: «{| class=&amp;quot;wikitable float-right&amp;quot; style=&amp;quot;float:right; width:330px; margin:0 0 1em 1em;&amp;quot; ! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:center; font-size:120%;&amp;quot; | Kloster Töss |- ! Ordensgemeinschaft | &lt;a href=&quot;/de/index.php?title=Dominikanerinnen&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;Dominikanerinnen (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;Dominikanerinnen&lt;/a&gt; |- ! Patrozinium | &lt;a href=&quot;/de/index.php?title=Maria_(Mutter_Jesu)&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;Maria (Mutter Jesu) (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;Heilige Maria&lt;/a&gt; |- ! Gründung | 1233 |- ! Stifter | Grafen von &lt;a href=&quot;/de/index.php?title=Kyburg_(Adelsgeschlecht)&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;Kyburg (Adelsgeschlecht) (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;Kyburg&lt;/a&gt; |- ! Aufnahme in den Orden | 1267 |- ! Aufhebung | 1525 |- ! Lage | &lt;a href=&quot;/de/index.php?title=T%C3%B6ss_(Winterthur)&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;Töss (Winterthur) (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;Töss&lt;/a&gt;, &lt;a href=&quot;/de/Winterthur&quot; title=&quot;Winterthur&quot;&gt;Winterthur&lt;/a&gt;…»&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{| class=&amp;quot;wikitable float-right&amp;quot; style=&amp;quot;float:right; width:330px; margin:0 0 1em 1em;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:center; font-size:120%;&amp;quot; | Kloster Töss&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Ordensgemeinschaft&lt;br /&gt;
| [[Dominikanerinnen]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Patrozinium&lt;br /&gt;
| [[Maria (Mutter Jesu)|Heilige Maria]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Gründung&lt;br /&gt;
| 1233&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Stifter&lt;br /&gt;
| Grafen von [[Kyburg (Adelsgeschlecht)|Kyburg]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Aufnahme in den Orden&lt;br /&gt;
| 1267&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Aufhebung&lt;br /&gt;
| 1525&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Lage&lt;br /&gt;
| [[Töss (Winterthur)|Töss]], [[Winterthur]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Kanton&lt;br /&gt;
| [[Kanton Zürich]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Heutiger Zustand&lt;br /&gt;
| weitgehend abgebrochen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Heutige Nutzung des Areals&lt;br /&gt;
| Industrieareal der [[Rieter Holding|Rieter AG]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Koordinaten&lt;br /&gt;
| 47.4897° N, 8.7047° O&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Kloster Töss&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; war ein mittelalterliches Frauenkloster im heutigen Winterthurer Stadtteil [[Töss (Winterthur)|Töss]] im [[Kanton Zürich]]. Das 1233 von den Grafen von [[Kyburg (Adelsgeschlecht)|Kyburg]] gegründete Kloster wurde von [[Dominikanerinnen]] bewohnt und entwickelte sich im 14. Jahrhundert zu einem bedeutenden Zentrum der Frauenmystik. Es gehörte zu den wichtigsten Frauenklöstern im deutschsprachigen Raum.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zh.ch/de/news-uebersicht/medienmitteilungen/2020/03/mittelalterliches-kloster-in-winterthur.html Kanton Zürich: &amp;#039;&amp;#039;Mittelalterliches Kloster in Winterthur: Bevölkerung kann archäologische Ausgrabung besichtigen&amp;#039;&amp;#039;, 4. März 2020, abgerufen am 26. Juli 2026.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den bekanntesten Bewohnerinnen gehörten die Mystikerin und Schriftstellerin [[Elsbeth Stagel]] sowie die ungarische Königstochter [[Elisabeth von Ungarn (Dominikanerin)|Elisabeth von Ungarn]]. Das im Kloster entstandene &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Tösser Schwesternbuch&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; zählt zu den bedeutenden Werken der mittelalterlichen deutschsprachigen Frauenliteratur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zuge der [[Reformation in Zürich|Zürcher Reformation]] wurde das Kloster 1525 aufgehoben. Die Gebäude dienten anschliessend als Amtssitz und später als Industrieanlage. Im 19. und frühen 20. Jahrhundert wurde der grösste Teil der mittelalterlichen Anlage abgebrochen. Auf dem ehemaligen Klosterareal befindet sich heute ein Werkgelände des Maschinenbauunternehmens Rieter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lage ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kloster lag beim mittelalterlichen Dorf Töss südwestlich von [[Winterthur]]. Der Standort befand sich in der Nähe einer Brücke über den Fluss [[Töss (Fluss)|Töss]], an der eine bedeutende Verkehrsverbindung zwischen [[Zürich]] und [[Konstanz]] den Fluss überquerte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Lage an der Strasse und am Fluss war wirtschaftlich günstig. Zum ursprünglichen Klosterbesitz gehörte eine Mühle an der Töss. Der Fluss lieferte Wasserkraft und war für den Betrieb der Mühle sowie späterer Gewerbe- und Industrieanlagen von grosser Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits in römischer Zeit verlief in diesem Gebiet eine Verkehrsachse zwischen [[Vindonissa]] und [[Vitudurum]]. Archäologische Untersuchungen brachten römische Münzen und Keramik zum Vorschein. Sie zeigen, dass der Übergang über die Töss schon lange vor der Klostergründung genutzt wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zh.ch/de/news-uebersicht/medienmitteilungen/2020/03/mittelalterliches-kloster-in-winterthur.html Kanton Zürich: &amp;#039;&amp;#039;Mittelalterliches Kloster in Winterthur&amp;#039;&amp;#039;, 4. März 2020, abgerufen am 26. Juli 2026.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gründung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gründung des Klosters steht im Zusammenhang mit der Ausbreitung des Dominikanerordens im Gebiet der heutigen Schweiz. Im Jahr 1229 kamen Dominikaner aus Strassburg nach Zürich. Graf Hartmann IV. von Kyburg trat mit ihnen in Verbindung und unterstützte die Errichtung eines Frauenklosters in Töss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Stiftungsurkunde wurde am 19. Dezember 1233 von Heinrich von Tanne, dem damaligen [[Bistum Konstanz|Bischof von Konstanz]], ausgestellt. Als Stifter gelten die Grafen von Kyburg. Sie stellten den Baugrund und die beim Fluss gelegene Mühle zur Verfügung.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.winterthur-glossar.ch/kloster-toess Winterthur Glossar: &amp;#039;&amp;#039;Kloster Töss&amp;#039;&amp;#039;, abgerufen am 26. Juli 2026.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben religiösen Beweggründen dürften auch politische Interessen eine Rolle gespielt haben. Durch die Stiftung konnte das Herrschaftsgebiet der Kyburger an einem strategisch wichtigen Flussübergang gesichert werden. Zugleich bot das Kloster unverheirateten oder verwitweten Frauen aus adligen Familien einen gesellschaftlich anerkannten Lebensraum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Möglicherweise bestand bereits vor 1233 eine religiöse Frauengemeinschaft, die nach einer dauerhaften klösterlichen Ordnung suchte. Eindeutige Nachweise für eine organisierte Gemeinschaft vor der offiziellen Stiftung sind jedoch nicht erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gründungslegende ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Tösser Schwesternbuch überliefert eine Legende, nach der am späteren Standort des Klosters wiederholt geheimnisvolle Lichter erschienen seien. Ein dort ansässiger Müller habe sein Grundstück zunächst nicht verlassen wollen. Während dreier Nächte habe er eine Stimme gehört, die ihn fragte, weshalb er den Ort verweigere, an dem sie sich niederlassen wolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Müller habe daraufhin eingewilligt, den Platz für das Kloster freizugeben. Die Erzählung stellte die Gründung als göttlich gewolltes Ereignis dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Historisch gilt die Legende als spätere religiöse Deutung der Klostergründung. Sie entstand vermutlich, um die unterschiedlichen politischen, wirtschaftlichen und geistlichen Interessen nachträglich in eine einheitliche Heilsgeschichte einzuordnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ordenszugehörigkeit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kloster wurde der Gottesmutter Maria geweiht. Die Gemeinschaft lebte zunächst nach der [[Augustinusregel]], die von zahlreichen geistlichen Gemeinschaften des Mittelalters verwendet wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spätestens ab 1235 wurden die Frauen durch Dominikaner aus Zürich geistlich betreut. Die Prediger übernahmen insbesondere Gottesdienste, Beichte, Seelsorge und religiöse Unterweisung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 1267 wurde das Kloster offiziell in den Dominikanerorden aufgenommen. Es gehörte damit zu den frühen Dominikanerinnenklöstern im süddeutschen und schweizerischen Raum.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.winterthur-glossar.ch/kloster-toess Winterthur Glossar: &amp;#039;&amp;#039;Kloster Töss&amp;#039;&amp;#039;, abgerufen am 26. Juli 2026.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz der Betreuung durch männliche Ordensangehörige verfügte der Frauenkonvent über eine gewisse Selbstverwaltung. Die Nonnen wählten ihre Priorin selbst und organisierten das innere Klosterleben weitgehend eigenständig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Klosteranlage ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Klosteranlage bestand aus der Kirche, dem Kreuzgang, den Wohn- und Arbeitsräumen der Nonnen sowie zahlreichen Wirtschaftsgebäuden. Dazu gehörten unter anderem eine Mühle, Scheunen, Lagerräume, Werkstätten, Stallungen, Küchen und Gärten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Kirche und die frühesten Konventsgebäude wurden im Laufe der Zeit erweitert oder ersetzt. Um 1300 entstand eine neue und grössere Klosterkirche. Ihr Bau verdeutlicht den wirtschaftlichen und personellen Aufschwung des Konvents.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kirche war als lang gestreckter Bau gestaltet. Wie bei Frauenklöstern üblich, besass sie einen besonderen Bereich für die Nonnen. Dieser Nonnenchor erlaubte den Klosterfrauen die Teilnahme an Gottesdiensten, ohne dass die strenge Trennung von der Aussenwelt aufgehoben wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An die Kirche schloss der Kreuzgang an. Um ihn gruppierten sich die wichtigsten Räume des gemeinschaftlichen Lebens, darunter Kapitelsaal, Refektorium, Schlafräume und Arbeitsräume.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts wurde die Anlage nochmals umfangreich erneuert. Es entstanden ein neuer Kreuzgang, zusätzliche Wohnräume, eine Badestube und komfortablere Zellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirtschaftliche Grundlagen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Anfangszeit war die Gemeinschaft auf Almosen, Schenkungen und die Vermögen eintretender Frauen angewiesen. Viele Nonnen stammten aus Adelsfamilien oder später aus wohlhabenden städtischen Rats- und Bürgerfamilien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch Schenkungen, Käufe und Stiftungen entwickelte sich Töss zu einem bedeutenden Grundbesitzer. Das Kloster verfügte über Besitzungen und Einkünfte in rund 130 Ortschaften des Kantons Zürich sowie in Winterthur und Zürich.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/011878/ Historisches Lexikon der Schweiz: &amp;#039;&amp;#039;Töss (Kloster)&amp;#039;&amp;#039;, abgerufen am 26. Juli 2026.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besitzschwerpunkte lagen in der Umgebung des Klosters und in [[Neunforn]]. Weitere Güter befanden sich unter anderem in [[Dättlikon]], [[Rorbas]], [[Buch am Irchel]], [[Berg am Irchel]] und anderen Orten des Zürcher und Thurgauer Gebiets.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 1265 erhielt das Kloster das Patronatsrecht über die Kirche von Neunforn. 1291 wurde diese Kirche dem Kloster inkorporiert. Später kamen die Kirchen von Dättlikon und [[Veltheim (Winterthur)|Veltheim]] hinzu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kloster besass Mühlen, Höfe, Weinberge, Wälder, Äcker und Rechte an Abgaben. Auch das Niedergericht in Dättlikon gehörte zeitweise zum Herrschaftsbereich des Konvents.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verwaltung der Besitzungen erforderte Amtleute, Schreiber, Pächter und zahlreiche Arbeitskräfte. Dem Kloster waren zudem abhängige Bauern und Leibeigene zugeordnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Konvent und soziale Herkunft ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kloster Töss zog vor allem Frauen aus dem regionalen Adel sowie aus führenden städtischen Familien an. Der Eintritt setzte gewöhnlich eine Mitgift oder andere wirtschaftliche Leistungen voraus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Nonnen brachten Geld, Grundstücke, Einkünfte oder wertvolle Gegenstände in das Kloster ein. Diese Praxis stärkte die wirtschaftliche Stellung des Konvents, schränkte den Zugang jedoch für Frauen aus ärmeren Bevölkerungsschichten ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um die Mitte des 14. Jahrhunderts lebten zeitweise etwa hundert Frauen im Kloster. Neben den Chorfrauen gehörten Laienschwestern, Dienerinnen und weitere Beschäftigte zur klösterlichen Gemeinschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Klostergesellschaft spiegelte teilweise die sozialen Unterschiede der mittelalterlichen Welt wider. Frauen aus hochadligen Familien konnten über eigene Räume, persönliche Gegenstände und besondere finanzielle Mittel verfügen. Andere Schwestern übernahmen hauptsächlich körperliche Arbeiten in Haushalt, Landwirtschaft und Gewerbe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Alltag im Kloster ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tagesablauf war durch Gebetszeiten, Gottesdienste, geistliche Lesung und Arbeit gegliedert. Mehrmals täglich versammelten sich die Nonnen zum gemeinsamen Chorgebet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den Tätigkeiten gehörten Textilarbeiten, Pflege liturgischer Gewänder, Buchherstellung, Schreiben, Gartenarbeit und die Verwaltung der klösterlichen Güter. Laienschwestern und weltliche Bedienstete übernahmen einen grossen Teil der körperlich anstrengenden Arbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Leben sollte sich durch Gehorsam, Armut und Keuschheit auszeichnen. Die Klausur beschränkte Kontakte zur Aussenwelt. Besucherinnen und Besucher konnten nur in dafür vorgesehenen Bereichen empfangen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die tatsächliche Strenge der Lebensweise veränderte sich im Laufe der Jahrhunderte. Während das Kloster im 14. Jahrhundert für ausgeprägte asketische Praktiken bekannt war, wurden die Regeln im späten Mittelalter teilweise gelockert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab 1514 durften die Nonnen bequemere Kleidung tragen. In Notfällen konnten sie das Kloster verlassen. Solche Erleichterungen zeigen, dass sich die klösterliche Lebensform kurz vor der Reformation bereits deutlich gewandelt hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zentrum der Frauenmystik ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 14. Jahrhundert entwickelte sich das Kloster zu einem Zentrum der deutschsprachigen [[Mystik]]. Die Tösser Frauenmystik war von intensiver Betrachtung des Leidens Christi, innerem Gebet und dem Streben nach unmittelbarer Gotteserfahrung geprägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Nonnen verstanden körperlichen Verzicht als Mittel zur geistlichen Läuterung. Quellen berichten von Fasten, Schlafentzug, langem Gebet und Selbstkasteiungen. Solche Darstellungen müssen jedoch im Zusammenhang mit der religiösen Literatur des Mittelalters gelesen werden, die aussergewöhnliche Askese häufig idealisierte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ziel der mystischen Übungen war die Überwindung weltlicher Bindungen und eine möglichst unmittelbare Vereinigung der Seele mit Gott. Visionen, Auditionen und andere übernatürliche Erfahrungen galten als mögliche Zeichen besonderer göttlicher Nähe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kloster stand in Verbindung mit bedeutenden dominikanischen Theologen und Mystikern. Dazu gehörte insbesondere [[Heinrich Seuse]], der Elsbeth Stagel geistlich begleitete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Elsbeth Stagel ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Elsbeth Stagel]], auch Elisabeth Stagel oder Elsbeth Staglin genannt, wurde um 1300 in Zürich geboren. Sie entstammte einer angesehenen Zürcher Familie und trat als junge Frau in das Kloster Töss ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stagel wurde später Priorin des Konvents. Bekannt wurde sie vor allem durch ihre Verbindung zu Heinrich Seuse. Der Dominikaner bezeichnete sie als seine geistliche Tochter und unterwies sie in Fragen der Mystik und der religiösen Lebensführung.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/012309/ Historisches Lexikon der Schweiz: &amp;#039;&amp;#039;Stagel, Elsbeth&amp;#039;&amp;#039;, abgerufen am 26. Juli 2026.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie gilt als Verfasserin oder zumindest als wichtigste Bearbeiterin des Tösser Schwesternbuchs. Ihre genaue Beteiligung an den einzelnen Texten ist in der Forschung umstritten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Elsbeth Stagel starb um 1360 in Töss. Durch ihre literarische Tätigkeit gehört sie zu den bedeutenden Autorinnen der mittelalterlichen Deutschschweiz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Tösser Schwesternbuch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Tösser Schwesternbuch&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; entstand im 14. Jahrhundert und enthält Lebensbeschreibungen von mehr als dreissig Frauen des Klosters. Es gehört zur Gattung der dominikanischen Schwesternbücher, die in mehreren süddeutschen und schweizerischen Frauenklöstern entstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Texte schildern Gebete, Visionen, Krankheiten, asketische Übungen und aussergewöhnliche religiöse Erlebnisse. Im Mittelpunkt stehen Frauen, deren Leben als Vorbild für andere Mitglieder der Gemeinschaft dargestellt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Schwesternbuch ist keine moderne Chronik und keine sachliche Beschreibung des Klosteralltags. Die Lebensgeschichten wurden für geistliche Belehrung und Erbauung gestaltet. Historische Personen und Ereignisse wurden dabei teilweise idealisiert und literarisch umgeformt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz dieses hagiografischen Charakters ist das Werk eine wichtige Quelle für die Religions-, Sozial-, Frauen- und Literaturgeschichte des Spätmittelalters. Es vermittelt Einblicke in die Selbstwahrnehmung einer weiblichen Klostergemeinschaft und in ihre Vorstellungen von Heiligkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem Schwesternbuch wurde eine ausführliche Lebensbeschreibung Elisabeths von Ungarn angefügt. Ob auch dieser Text von Elsbeth Stagel verfasst wurde, ist nicht abschliessend geklärt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Elisabeth von Ungarn ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die bekannteste adlige Bewohnerin des Klosters war [[Elisabeth von Ungarn (Dominikanerin)|Elisabeth von Ungarn]]. Sie wurde um 1292 als Tochter des ungarischen Königs [[Andreas III. (Ungarn)|Andreas III.]] geboren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Tod ihres Vaters verlor die Familie ihre politische Stellung in Ungarn. Elisabeth gelangte in den Einflussbereich ihrer Stiefmutter Agnes von Ungarn, einer Tochter des römisch-deutschen Königs [[Albrecht I. (HRR)|Albrecht I.]] aus dem Haus [[Habsburg]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 1309 trat Elisabeth in das Kloster Töss ein. Nach den überlieferten Darstellungen erfolgte dieser Eintritt zumindest anfänglich nicht vollständig aus eigenem Willen. Sie blieb bis zu ihrem Tod 1336 im Kloster.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.winterthur-glossar.ch/kloster-toess Winterthur Glossar: &amp;#039;&amp;#039;Kloster Töss&amp;#039;&amp;#039;, abgerufen am 26. Juli 2026.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der klösterlichen Überlieferung wurde Elisabeth als besonders fromme und demütige Nonne beschrieben. Ihr wurden Visionen und Wunder zugeschrieben. Nach ihrem Tod entwickelte sich eine lokale Verehrung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihr Grab wurde vom Nonnenfriedhof in die Klosterkirche verlegt. Der erhaltene Sarkophagdeckel gehört zu den wenigen bedeutenden Kunstwerken, die unmittelbar aus dem Kloster Töss überliefert sind. Er befindet sich im [[Schweizerisches Nationalmuseum|Schweizerischen Nationalmuseum]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ungarische Doppelkreuz, das mit Elisabeth verbunden wurde, fand Eingang in das Wappen der früheren Gemeinde und des heutigen Winterthurer Stadtteils Töss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beziehungen zum Adel ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kloster besass enge Beziehungen zu den Grafen von Kyburg und später zu den [[Habsburg]]ern. Nach dem Aussterben der älteren Kyburger im Jahr 1264 gelangten viele ihrer Herrschaftsrechte an Rudolf von Habsburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Adlige Familien nutzten das Kloster als Versorgungs- und Bildungsort für weibliche Angehörige. Ein Klostereintritt konnte religiöse Motive besitzen, aber auch Teil familiärer Erb-, Heirats- und Besitzstrategien sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schenkungen hochgestellter Personen verschafften dem Kloster Schutz und wirtschaftliche Vorteile. Im Gegenzug verpflichteten sich die Nonnen zu Gebeten und Jahrzeitfeiern für Verstorbene der Stifterfamilien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Übergang der Grafschaft Kyburg an die Stadt Zürich im 15. Jahrhundert geriet auch das Kloster stärker unter den politischen Einfluss Zürichs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beziehungen zu Winterthur und Zürich ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl das Kloster unmittelbar bei Winterthur lag, war sein Verhältnis zur Stadt nicht immer spannungsfrei. Kloster und Stadt besassen eigene Rechte, wirtschaftliche Interessen und Herrschaftsbereiche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kloster verfügte über Grundstücke und Einkünfte in Winterthur. Gleichzeitig waren Winterthurer Handwerker, Händler und Amtleute für die Versorgung und Verwaltung des Konvents tätig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch zur Stadt Zürich bestanden enge Beziehungen. Zahlreiche Nonnen stammten aus Zürcher Rats- und Bürgerfamilien. Besitzungen des Klosters in Zürich wurden durch einen eigenen Amtmann verwaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Übernahme der Grafschaft Kyburg durch Zürich wurde die politische Kontrolle der Zürcher Obrigkeit stärker. Diese Entwicklung erleichterte 1525 die Aufhebung des Konvents im Zuge der Reformation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kunst und Ausstattung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kloster verfügte über Altäre, Skulpturen, liturgische Geräte, Handschriften, Glasmalereien und Wandbilder. Nur wenige Gegenstände haben die Aufhebung und den späteren Abbruch der Gebäude überstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besondere Bedeutung besass der Kreuzgang mit seinem umfangreichen Wandmalereizyklus. Die Malereien entstanden ungefähr zwischen 1490 und 1510 und bedeckten die langen Rückwände der Kreuzgangflügel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In rund achtzig Bildfeldern wurden Szenen aus der Bibel und aus Heiligenlegenden dargestellt. Die Bilder dienten der religiösen Unterweisung und Meditation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Traditionell wurden die Wandmalereien vollständig dem Winterthurer Maler Hans Haggenberg zugeschrieben. Neuere Forschungen gehen jedoch davon aus, dass mindestens zwei Maler und mehrere Gehilfen beteiligt waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als mögliche Stifter des Bilderzyklus gelten die Winterthurer Familien Gisler und von Sal. Nach dem Abbruch des Kreuzgangs im Jahr 1851 blieben die Malereien nur durch ältere Beschreibungen und Nachzeichnungen bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Klosterbibliothek und Schriftkultur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kloster besass Bücher für Gottesdienst, Gebet, geistliche Lesung und Unterweisung. Dazu gehörten lateinische liturgische Handschriften ebenso wie deutschsprachige religiöse Texte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der hohe Bildungsstand einzelner Nonnen wird durch das Tösser Schwesternbuch und die Verbindung Elsbeth Stagels zu Heinrich Seuse belegt. Schreiben, Lesen und das Abschreiben religiöser Werke waren wichtige Bestandteile der klösterlichen Kultur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht alle Nonnen konnten gleichermassen lesen und schreiben. Lateinkenntnisse waren vermutlich vor allem bei den gebildeten Chorfrauen vorhanden, während deutschsprachige Texte einem grösseren Teil der Gemeinschaft zugänglich waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der überwiegende Teil der Bibliothek wurde nach der Reformation zerstreut oder ging verloren. Einzelne Handschriften und Texte sind heute in Bibliotheken und Archiven erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Spätmittelalterliche Veränderungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 15. Jahrhundert blieb das Kloster wirtschaftlich bedeutend, während die strenge mystische Lebensweise des 14. Jahrhunderts an Bedeutung verlor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Konvent nahm zunehmend Töchter wohlhabender Rats-, Bürger- und Patrizierfamilien auf. Damit veränderten sich soziale Zusammensetzung und Lebensstil der Gemeinschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die umfangreichen Bauarbeiten des späten 15. Jahrhunderts schufen komfortablere Wohnverhältnisse. Persönliche Zellen, eine Badestube und neue Aufenthaltsräume entsprachen nicht mehr vollständig dem älteren Ideal klösterlicher Armut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Entwicklung war nicht auf Töss beschränkt. Viele spätmittelalterliche Klöster mussten zwischen strenger Ordensregel, wirtschaftlicher Verwaltung und den Erwartungen wohlhabender Klosterangehöriger vermitteln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Reformation und Aufhebung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die von [[Huldrych Zwingli]] geprägte Reformation führte im Gebiet der Stadt Zürich zur Aufhebung der Klöster. Der Zürcher Rat übernahm deren Besitz und reorganisierte kirchliche und soziale Aufgaben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits vor der formellen Aufhebung verliessen einzelne Frauen das Kloster Töss unter dem Einfluss reformatorischer Ideen. Andere wollten an ihrem bisherigen Leben festhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 1525 wurde der Dominikanerinnenkonvent aufgehoben. Frauen, die das Kloster verliessen und heirateten, sollten ihre eingebrachten Vermögenswerte zurückerhalten. Ehemalige Nonnen, die in der Anlage blieben, erhielten Renten oder andere Versorgungsleistungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Aufhebung führte nicht zur sofortigen Räumung. Noch 1532 lebten ungefähr dreissig ehemalige Klosterfrauen in Töss. Die letzte frühere Nonne starb 1572.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.winterthur-glossar.ch/kloster-toess Winterthur Glossar: &amp;#039;&amp;#039;Kloster Töss&amp;#039;&amp;#039;, abgerufen am 26. Juli 2026.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Klosteramt Töss ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Reformation wurde der ehemalige Klosterbesitz in ein Zürcher Verwaltungsgebiet umgewandelt. Ein vom Zürcher Rat eingesetzter Amtmann verwaltete die Güter, Einkünfte und Rechte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anlage diente fortan als Sitz des &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Klosteramts Töss&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;. Die frühere Klosterkirche wurde zur reformierten Kirche der Gemeinde Töss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wirtschaftsgebäude, Wohnräume und Verwaltungsbauten wurden weiter genutzt und teilweise umgebaut. Dadurch blieb ein grosser Teil des mittelalterlichen Gebäudekomplexes zunächst erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Amt bestand bis zum Ende der Alten Eidgenossenschaft. Mit der Errichtung der [[Helvetische Republik|Helvetischen Republik]] wurde das Klosteramt 1798 aufgehoben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verkauf und Industrialisierung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Aufhebung des Amts wurden die ehemaligen Klostergebäude nur noch teilweise genutzt. Die grosse Anlage verursachte Unterhaltskosten und verfiel zunehmend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 1833 kaufte Heinrich Rieter das Areal für das Unternehmen J. J. Rieter &amp;amp; Cie. Das Unternehmen stellte Maschinen für die Textilindustrie her und entwickelte sich zu einem der bedeutenden Industriebetriebe Winterthurs.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://ad.zh.ch/kloster-toess-archaeologie/ Archäologie und Denkmalpflege des Kantons Zürich: &amp;#039;&amp;#039;Auf der Suche nach dem verschwundenen Kloster&amp;#039;&amp;#039;, 2. März 2020, abgerufen am 26. Juli 2026.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die vorhandenen Gebäude wurden zunächst als Werkstätten, Lager- und Produktionsräume verwendet. Mit der Ausdehnung der Fabrik entstanden neue Industriebauten, während die mittelalterliche Anlage schrittweise verschwand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Übergang vom Kloster über den Zürcher Amtssitz zur Maschinenfabrik spiegelt den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wandel des Stadtteils Töss wider.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Abbruch der Anlage ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kreuzgang wurde 1851 abgebrochen. Damit gingen auch die spätmittelalterlichen Wandmalereien verloren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab 1853 diente die frühere Klosterkirche zeitweise als Fabrikhalle. Eine neue reformierte Kirche für Töss war bereits ausserhalb des ehemaligen Klosterkomplexes errichtet worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die alte Klosterkirche blieb noch bis ins frühe 20. Jahrhundert bestehen. Im Jahr 1916 wurde auch sie abgebrochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Teile der Anlage verschwanden durch Fabrikbauten, Strassen und Veränderungen des Geländes. Oberirdisch ist vom eigentlichen Konventsgebäude heute kaum noch etwas erkennbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als bedeutendstes erhaltenes Gebäude gilt die ehemalige Klostermühle an der Töss. Teile mittelalterlicher Mauern und Fundamente blieben zudem im Boden erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Archäologische Untersuchungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Klostergelände wurde lange Zeit nur punktuell archäologisch untersucht. Bauarbeiten auf dem Industrieareal boten Gelegenheit, erhaltene Strukturen zu dokumentieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 2020 führte die Kantonsarchäologie Zürich im Zusammenhang mit der Umgestaltung des Rieter-Areals eine grössere Rettungsgrabung durch. Dabei wurden Teile der Klostermauer, Fundamente eines Wirtschaftsgebäudes und Spuren älterer Holzbauten entdeckt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zh.ch/de/news-uebersicht/medienmitteilungen/2020/03/mittelalterliches-kloster-in-winterthur.html Kanton Zürich: &amp;#039;&amp;#039;Mittelalterliches Kloster in Winterthur&amp;#039;&amp;#039;, 4. März 2020, abgerufen am 26. Juli 2026.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die freigelegte Umfassungsmauer trennte den klösterlichen Bezirk von seiner Umgebung. Ihre Lage erlaubt Rückschlüsse auf die Grösse und Organisation der Anlage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein grosses Gebäude nahe dem früheren Eingang wurde als Scheune oder anderer repräsentativer Wirtschaftsbau gedeutet. Historische Abbildungen zeigen dort ein stattliches Gebäude mit Treppengiebel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den Funden gehörten Keramik, Tierknochen, Metallobjekte, Bauteile und zahlreiche grün glasierte Ofenkacheln. Einige Kacheln stammten vermutlich von einem Ofen, den die Nonnen kurz vor der Aufhebung des Klosters genutzt hatten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausserhalb der Klostermauer wurden Reste von Holzbauten entdeckt, die möglicherweise älter als das Kloster waren. Römische Funde bestätigten zudem die frühere Nutzung des Verkehrswegs und des Flussübergangs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Erhaltene Zeugnisse ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von der ehemaligen Klosteranlage ist oberirdisch nur wenig erhalten. Die Klostermühle gehört zu den letzten sichtbaren baulichen Zeugnissen der Klosterzeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Überreste befinden sich im Boden des Rieter-Areals. Archäologische Dokumentationen, historische Pläne, Ansichten und Fundstücke erlauben eine teilweise Rekonstruktion der Anlage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den bedeutendsten erhaltenen Objekten zählt der steinerne Sarkophagdeckel Elisabeths von Ungarn. Er zeigt die Verstorbene als liegende Figur in Ordenskleidung und befindet sich heute im Schweizerischen Nationalmuseum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Abschriften des Tösser Schwesternbuchs, historische Urkunden und Nachzeichnungen der Kreuzgangmalereien bewahren das kulturelle Erbe des Klosters.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wappen des Stadtteils Töss erinnert mit dem ungarischen Doppelkreuz an Elisabeth von Ungarn und die Geschichte des Frauenklosters.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Historische Darstellungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mehrere historische Ansichten zeigen den Gebäudekomplex nach der Reformation. Besonders bekannt ist ein Kupferstich von David Herrliberger aus dem 18. Jahrhundert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Darstellung zeigt das damalige Amt Töss mit Kirche, Kreuzgang, Wirtschaftsgebäuden, Umfassungsmauer und Gärten. Obwohl die Gebäude zu diesem Zeitpunkt bereits mehrfach verändert worden waren, vermittelt das Bild einen Eindruck von der Ausdehnung der ehemaligen Klosteranlage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fotografien aus dem 19. Jahrhundert dokumentieren die Nutzung der Klostergebäude durch die Firma Rieter. Sie zeigen mittelalterliche und frühneuzeitliche Bauten neben neuen Fabrikgebäuden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bildquellen sind für die archäologische und baugeschichtliche Forschung wichtig, da ein grosser Teil der dargestellten Gebäude später vollständig verschwand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedeutung für Töss ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kloster war über Jahrhunderte das religiöse, wirtschaftliche und politische Zentrum des Ortes Töss. Sein Grundbesitz, seine Mühle und seine Rechte prägten die Entwicklung der Siedlung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Reformation blieb die ehemalige Anlage als Amtssitz von Bedeutung. Im 19. Jahrhundert wurde das Areal zu einem Ausgangspunkt der Industrialisierung von Töss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Unternehmen Rieter zog zahlreiche Arbeitskräfte an. Rund um das Fabrikareal entstanden Arbeiterhäuser, Verkehrswege und neue Quartiere.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Geschichte des Stadtteils verbindet dadurch drei besonders prägende Epochen: das mittelalterliche Frauenkloster, die frühneuzeitliche Zürcher Amtsverwaltung und die moderne Industriegesellschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Forschungsbedeutung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kloster Töss ist für verschiedene historische Forschungsgebiete von Bedeutung. Das Tösser Schwesternbuch gehört zu den wichtigsten Quellen der Frauenmystik und der deutschsprachigen religiösen Literatur des 14. Jahrhunderts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Besitz- und Verwaltungsquellen ermöglichen Untersuchungen zur mittelalterlichen Wirtschaft, Grundherrschaft und Sozialstruktur. Sie geben Aufschluss über Beziehungen zwischen Kloster, Adel, Städten und ländlicher Bevölkerung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Baugeschichte verdeutlicht den Wandel klösterlicher Architektur vom Hochmittelalter bis zum Vorabend der Reformation. Die archäologischen Funde ergänzen schriftliche und bildliche Quellen durch materielle Zeugnisse des Alltags.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders wichtig ist das Kloster für die Frauengeschichte. Die Quellen zeigen Frauen nicht nur als passive Angehörige religiöser Institutionen, sondern auch als Verwalterinnen, Autorinnen, geistliche Beraterinnen und Trägerinnen einer eigenständigen klösterlichen Kultur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einordnung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kloster Töss gehörte gemeinsam mit Klöstern wie [[Kloster Oetenbach|Oetenbach]], [[Kloster St. Katharinental|St. Katharinental]] und [[Kloster Mariazell-Wurmsbach|Mariazell-Wurmsbach]] zur bedeutenden Landschaft mittelalterlicher Frauenklöster in der weiteren Region.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innerhalb des Dominikanerordens bildeten Frauenklöster wichtige Zentren geistlicher Literatur und mystischer Frömmigkeit. Gleichzeitig waren sie wirtschaftlich eng mit Adel, Städten und ländlichen Herrschaftsgebieten verbunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Töss zeichnete sich durch die Verbindung einer grossen und wohlhabenden Gemeinschaft mit einer aussergewöhnlich reichen literarischen Überlieferung aus. Dadurch reicht seine Bedeutung weit über die Lokalgeschichte Winterthurs hinaus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Töss (Winterthur)]]&lt;br /&gt;
* [[Geschichte der Stadt Winterthur]]&lt;br /&gt;
* [[Elsbeth Stagel]]&lt;br /&gt;
* [[Elisabeth von Ungarn (Dominikanerin)]]&lt;br /&gt;
* [[Heinrich Seuse]]&lt;br /&gt;
* [[Dominikanerinnen]]&lt;br /&gt;
* [[Frauenmystik]]&lt;br /&gt;
* [[Reformation im Kanton Zürich]]&lt;br /&gt;
* [[Kloster Oetenbach]]&lt;br /&gt;
* [[Kloster St. Katharinental]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Christian Folini: &amp;#039;&amp;#039;Katharinental und Töss. Zwei mystische Zentren in sozialgeschichtlicher Perspektive&amp;#039;&amp;#039;. Chronos, Zürich 2007, ISBN 978-3-0340-0841-9.&lt;br /&gt;
* Heinrich Sulzer, Johann Rudolf Rahn: &amp;#039;&amp;#039;Das Dominikanerinnenkloster Töss&amp;#039;&amp;#039;. Zürich 1903–1904.&lt;br /&gt;
* Silvia Volkart: &amp;#039;&amp;#039;Bilderwelt des Spätmittelalters. Die Wandmalereien im Kloster Töss&amp;#039;&amp;#039;. Chronos, Zürich 2011, ISBN 978-3-0340-1059-7.&lt;br /&gt;
* Peter Niederhäuser: «Es was ein wild Ding». Das Kloster Töss in der Reformationszeit. In: &amp;#039;&amp;#039;Winterthurer Jahrbuch 2019&amp;#039;&amp;#039;. Winterthur 2018.&lt;br /&gt;
* Emanuel Dejung, Richard Zürcher, Hans Hoffmann: &amp;#039;&amp;#039;Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich. Band VI: Die Stadt Winterthur&amp;#039;&amp;#039;. Birkhäuser, Basel 1952.&lt;br /&gt;
* Robert Heinrich Oehninger: &amp;#039;&amp;#039;Wir hatten eine selige Schwester. 33 Lebensberichte über Dominikanerinnen aus dem Kloster Töss bei Winterthur&amp;#039;&amp;#039;. Zürich 2003.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/011878/ Kloster Töss] im Historischen Lexikon der Schweiz&lt;br /&gt;
* [https://www.winterthur-glossar.ch/kloster-toess Kloster Töss] im Winterthur Glossar&lt;br /&gt;
* [https://ad.zh.ch/kloster-toess-archaeologie/ Auf der Suche nach dem verschwundenen Kloster] bei Archäologie und Denkmalpflege des Kantons Zürich&lt;br /&gt;
* [https://www.zh.ch/de/news-uebersicht/medienmitteilungen/2020/03/mittelalterliches-kloster-in-winterthur.html Archäologische Ausgrabung des Klosters Töss] beim Kanton Zürich&lt;br /&gt;
* [https://www.toess.ch/ausgrabungen-kloster-toess/ Ausgrabungen im Kloster Töss] auf der Website des Stadtteils Töss&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ehemaliges Dominikanerinnenkloster in der Schweiz]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ehemaliges Kloster im Kanton Zürich]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Klosterbau im Kanton Zürich]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sakralbau in Winterthur]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Abgegangenes Bauwerk in der Schweiz]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte (Winterthur)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christentum in Winterthur]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Frauenkloster]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gegründet 1233]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Aufgelöst 1525]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Zerstört im 19. Jahrhundert]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Zerstört im 20. Jahrhundert]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Nick Frei</name></author>
	</entry>
</feed>