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	<title>Kloster Oetenbach - Versionsgeschichte</title>
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		<title>Nick Frei: Die Seite wurde neu angelegt: «{| class=&quot;wikitable float-right&quot; style=&quot;float:right; width:320px; margin:0 0 1em 1em;&quot; ! colspan=&quot;2&quot; style=&quot;text-align:center; font-size:120%;&quot; | Kloster Oetenbach |- ! Andere Namen | Oetenbachkloster, Ötenbach |- ! Orden | Dominikanerinnen |- ! Gründung | um 1234 |- ! Erste urkundliche Erwähnung | 1237 |- ! Verlegung nach Zürich | 1280–1285 |- ! Kirchweihe | 28. März 1285 |- ! Aufhebung | 1525 |- ! Bistum | Bistum Konstanz |- ! Lage | Sihlb…»</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Die Seite wurde neu angelegt: «{| class=&amp;quot;wikitable float-right&amp;quot; style=&amp;quot;float:right; width:320px; margin:0 0 1em 1em;&amp;quot; ! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:center; font-size:120%;&amp;quot; | Kloster Oetenbach |- ! Andere Namen | Oetenbachkloster, Ötenbach |- ! Orden | &lt;a href=&quot;/de/index.php?title=Dominikanerinnen&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;Dominikanerinnen (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;Dominikanerinnen&lt;/a&gt; |- ! Gründung | um 1234 |- ! Erste urkundliche Erwähnung | 1237 |- ! Verlegung nach Zürich | 1280–1285 |- ! Kirchweihe | 28. März 1285 |- ! Aufhebung | 1525 |- ! Bistum | &lt;a href=&quot;/de/index.php?title=Bistum_Konstanz&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;Bistum Konstanz (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;Bistum Konstanz&lt;/a&gt; |- ! Lage | Sihlb…»&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{| class=&amp;quot;wikitable float-right&amp;quot; style=&amp;quot;float:right; width:320px; margin:0 0 1em 1em;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:center; font-size:120%;&amp;quot; | Kloster Oetenbach&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Andere Namen&lt;br /&gt;
| Oetenbachkloster, Ötenbach&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Orden&lt;br /&gt;
| [[Dominikanerinnen]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Gründung&lt;br /&gt;
| um 1234&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Erste urkundliche Erwähnung&lt;br /&gt;
| 1237&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Verlegung nach Zürich&lt;br /&gt;
| 1280–1285&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Kirchweihe&lt;br /&gt;
| 28. März 1285&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Aufhebung&lt;br /&gt;
| 1525&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Bistum&lt;br /&gt;
| [[Bistum Konstanz]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Lage&lt;br /&gt;
| Sihlbühl, [[Zürich]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Heutiger Standort&lt;br /&gt;
| Gebiet zwischen Uraniastrasse, Lindenhofstrasse und Bahnhofquai&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Abbruch&lt;br /&gt;
| 1902–1903&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Koordinaten&lt;br /&gt;
| {{Coordinate|NS=47.3753|EW=8.5408|type=landmark|region=CH-ZH}}&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Kloster Oetenbach&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Oetenbachkloster&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder historisch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Ötenbach&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; genannt, war ein mittelalterliches [[Dominikanerinnen]]kloster in der Stadt [[Zürich]]. Seine Anfänge lagen ausserhalb der damaligen Stadt am Zürichhorn. Zwischen 1280 und 1285 wurde der Konvent auf den Sihlbühl am nördlichen Ende des [[Lindenhof (Zürich)|Lindenhofhügels]] verlegt. Dort entwickelte sich Oetenbach zu einem bedeutenden religiösen, wirtschaftlichen und kulturellen Zentrum und zum grössten Frauenkloster des spätmittelalterlichen Zürichs.&amp;lt;ref name=&amp;quot;hls&amp;quot;&amp;gt;[https://hls-dhs-dss.ch/articles/012993 Oetenbach], Historisches Lexikon der Schweiz, abgerufen am 26. Juli 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kloster wurde während der [[Reformation in Zürich]] 1525 aufgehoben. Seine Gebäude dienten danach unter anderem als Kornspeicher, Waisenhaus, Zuchtanstalt und kantonale Strafanstalt. Der grösste Teil der Anlage wurde 1902 und 1903 im Zusammenhang mit der Neugestaltung des Uraniaquartiers abgebrochen. An der Stelle der ehemaligen Klosterkirche befindet sich heute das Parkhaus Urania, während die Uraniastrasse das frühere Klosterareal durchschneidet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;stadt&amp;quot;&amp;gt;[https://www.stadt-zuerich.ch/de/stadtleben/stadtportraet/zuerichs-geschichte/archaeologie/stadt/auswertungen-themen/verschwundene-orte.html Verschwundene Orte der Reformation], Stadt Zürich, abgerufen am 26. Juli 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Name ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name des Klosters geht auf den &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Oetenbach&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; zurück, einen Bach im Gebiet des heutigen Zürcher Quartiers [[Seefeld (Zürich)|Seefeld]]. Das Gewässer wird heute als [[Hornbach (Zürich)|Hornbach]] bezeichnet. Die erste Niederlassung der Gemeinschaft befand sich in einem feuchten Gebiet in der Nähe dieses Baches.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch nach der Verlegung des Konvents in die Stadt blieb die Bezeichnung Oetenbach erhalten. Historische Quellen verwenden unterschiedliche Schreibweisen wie &amp;#039;&amp;#039;Oetenbach&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Ötenbach&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Oetenpach&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Ötenpach&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die heutige Oetenbachgasse in der Zürcher Altstadt erinnert an das ehemalige Kloster. Sie wurde bereits 1314 als Gasse erwähnt, die vom Rennweg zum Kloster Oetenbach führte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gründung ausserhalb der Stadt ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Entstehung des Klosters wird in die Zeit um 1234 datiert. Eine Gemeinschaft religiös lebender Frauen liess sich zunächst ausserhalb der Zürcher Stadtmauern in der Nähe des Zürichhorns nieder. Das Kloster wurde 1237 erstmals urkundlich erwähnt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;hls&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die frühe Gemeinschaft dürfte aus Frauen bestanden haben, die ein gemeinsames religiöses Leben führten, ohne von Beginn an vollständig in einen bestehenden Orden eingegliedert gewesen zu sein. Solche Frauengemeinschaften entstanden im 13. Jahrhundert in zahlreichen Städten des deutschsprachigen Raums.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kloster schloss sich später dem Dominikanerorden an. Die geistliche Betreuung erfolgte durch die Dominikaner des Zürcher [[Predigerkloster Zürich|Predigerklosters]]. Oetenbach gehörte kirchenrechtlich zum Bistum Konstanz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Niederlassung wird zur Unterscheidung vom späteren Stadtkloster auch als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Alt-Oetenbach&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet. Über ihre Gebäude ist nur wenig bekannt. Wahrscheinlich bestand die Anlage aus einfachen Wohn- und Wirtschaftsgebäuden sowie einem kleinen Gotteshaus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verlegung auf den Sihlbühl ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwischen 1280 und 1285 verlegte die Gemeinschaft ihren Sitz vom Zürichhorn auf den Sihlbühl innerhalb beziehungsweise unmittelbar am Rand der erweiterten Stadtbefestigung. Der Sihlbühl bildete den nördlichen Ausläufer des Lindenhofhügels.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gründe für die Verlegung sind nicht eindeutig überliefert. Möglicherweise bot der ursprüngliche Standort zu wenig Platz oder war wegen seines feuchten Untergrunds ungeeignet. Auch der Wunsch nach grösserer Sicherheit innerhalb der Stadtmauern und nach einer engeren Verbindung zur städtischen Gesellschaft dürfte eine Rolle gespielt haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der klostereigenen Überlieferung war die Verlegung innerhalb des Konvents umstritten. Ein Teil der Schwestern soll am bisherigen Standort bleiben wollen haben, während andere den Umzug in die Stadt befürworteten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Baugrund auf dem Sihlbühl erwarben die Schwestern unter anderem von der [[Fraumünster|Fraumünsterabtei]] sowie von Angehörigen bedeutender Zürcher Familien. Zu den beteiligten Personen gehörten der Kaufmann und Ratsherr Rüdiger Manesse und der Ritter Götz Mülner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Gebeine bereits verstorbener Klosterfrauen wurden ausgegraben und an den neuen Standort überführt. Dadurch sollte die geistliche und gemeinschaftliche Kontinuität zwischen Alt-Oetenbach und dem neuen Kloster erhalten bleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lage in der mittelalterlichen Stadt ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das neue Kloster lag in einem dreieckigen Gelände am nördlichen Rand der mittelalterlichen Stadt. Im Osten wurde das Areal durch die [[Limmat]], im Süden durch den Lindenhofhügel und im Westen durch einen Arm der [[Sihl]] begrenzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anlage befand sich ungefähr im heutigen Gebiet zwischen Uraniastrasse, Lindenhofstrasse, Bahnhofquai und Oetenbachgasse. Die Klosterkirche stand an der Stelle des heutigen Parkhauses Urania. Teile der Konventgebäude lagen dort, wo heute die Uraniastrasse und Gebäude der Zürcher Stadtverwaltung verlaufen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Standort besass eine besondere topografische und symbolische Bedeutung. Nach mittelalterlicher Überlieferung sollte sich in diesem Gebiet ein Teil des Martyriums der Zürcher Stadtheiligen [[Felix und Regula]] abgespielt haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kloster bildete zugleich einen Bestandteil der Stadtbefestigung. Im Jahr 1292 wurde vertraglich geregelt, dass die Anlage in die neue Befestigung einbezogen wurde. Die Kosten für den entsprechenden Abschnitt der Stadtmauer musste das Kloster tragen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;hls&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Errichtung der Klosteranlage ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor der vollständigen Übersiedlung wurden auf dem Sihlbühl zunächst eine Liebfrauenkapelle und ein kleines hölzernes Konventgebäude errichtet. Die provisorische Anlage wurde später durch dauerhafte Steinbauten ersetzt und schrittweise erweitert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Umzug von ungefähr 120 Frauen erfolgte bis 1285. Die hohe Zahl dürfte neben den eigentlichen Chorfrauen auch Laienschwestern, Bedienstete und weitere Angehörige der Klostergemeinschaft umfasst haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 28. März 1285 weihte der Weihbischof Johannes von Litauen in Vertretung des Konstanzer Bischofs drei Altäre in der neuen Klosterkirche. Zugleich wurden Ablässe für Gläubige gewährt, welche die Kirche besuchten oder das Kloster unterstützten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im November 1285 wurde erstmals eine Urkunde im Kloster Oetenbach innerhalb der Zürcher Stadtmauern ausgestellt. In den folgenden Jahrzehnten entstand eine umfangreiche Anlage mit Kirche, Kreuzgang, Konventgebäuden, Wirtschaftsgebäuden, Gärten und Bereichen für Gäste und Bedienstete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Architektur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Oetenbacher Klosterkirche war eine mittelalterliche Bettelordenskirche. Sie besass einen langgestreckten Baukörper und einen für ein Frauenkloster besonders abgegrenzten Bereich für die Nonnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Nonnenchor musste den Schwestern die Teilnahme am Gottesdienst ermöglichen, ohne dass sie den für die Öffentlichkeit zugänglichen Kirchenraum betreten mussten. Die räumliche Trennung entsprach den kirchlichen Vorstellungen von Klausur und klösterlicher Abgeschlossenheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An die Kirche schlossen sich die Konventgebäude um einen Kreuzgang an. Zum Kloster gehörten ein Kapitelsaal, ein Refektorium, eine Küche, Arbeitsräume, Vorratsräume und Schlafbereiche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ursprüngliche gemeinsame Dormitorium wurde spätestens um 1400 zugunsten einzelner Zellen aufgegeben. Die Ausstattung dieser Zellen unterschied sich nach den finanziellen Möglichkeiten der Bewohnerinnen. Wohlhabende Klosterfrauen konnten ihre Räume mit persönlichen Gegenständen und aufwendigeren Einrichtungen ausstatten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anlage wurde wiederholt erweitert und umgebaut. Wohlhabende Zürcher Familien finanzierten Kapellen, Altäre, liturgische Geräte und bauliche Veränderungen. Dadurch erhielt die Kirche im Lauf des Spätmittelalters eine reiche Ausstattung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zugehörigkeit zum Dominikanerorden ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oetenbach war ein Frauenkloster des Dominikanerordens. Die Dominikaner, auch Predigerorden genannt, waren im frühen 13. Jahrhundert entstanden und legten besonderen Wert auf Predigt, Seelsorge und theologische Bildung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Oetenbacher Schwestern lebten nach den für Dominikanerinnen geltenden religiösen Regeln. Ihr Alltag wurde durch Gebet, Gottesdienst, Lesung, Handarbeit und gemeinschaftliche Aufgaben bestimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die geistliche Betreuung der Frauen übernahmen zunächst Dominikaner aus dem Zürcher Predigerkloster. Sie hielten Gottesdienste, nahmen Beichten ab und vermittelten die religiösen Lehren des Ordens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zugehörigkeit zum Dominikanerorden verband Oetenbach mit einem europaweiten Netzwerk von Frauen- und Männerklöstern. Religiöse Texte, mystische Vorstellungen und Formen klösterlicher Lebensführung wurden innerhalb dieses Netzes weitergegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zusammensetzung des Konvents ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viele Klosterfrauen stammten aus adligen, ritterlichen oder wohlhabenden städtischen Familien. Der Eintritt einer Tochter in das Kloster konnte religiöse, soziale und wirtschaftliche Gründe haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Familien übergaben dem Kloster beim Eintritt häufig Vermögen, Grundstücke oder regelmässige Einkünfte. Diese Beiträge bildeten eine wichtige Grundlage der klösterlichen Wirtschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben Chorfrauen lebten Laienschwestern, Bedienstete und zeitweise weitere Frauen in der Anlage. Die Chorfrauen nahmen vollständig am liturgischen Leben teil, während Laienschwestern stärker mit körperlichen und wirtschaftlichen Arbeiten beschäftigt waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwischen 1454 und 1470 gehörten dem eigentlichen Konvent ungefähr 40 Schwestern an. Damit war Oetenbach das zahlenmässig grösste Frauenkloster der Stadt Zürich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die sozialen Unterschiede der Herkunftsgesellschaft verschwanden innerhalb des Klosters nicht vollständig. Wohlhabende Schwestern verfügten teilweise über eigene Einkünfte, persönliche Bedienstete und besser ausgestattete Zellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ita von Hohenfels ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den bedeutenden Frauen der frühen Klostergeschichte gehörte &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Ita von Hohenfels&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;. Sie trat nach dem Tod ihres zweiten Ehemanns, eines Ritters von Hohenfels, in Alt-Oetenbach ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Oetenbacher Schwesternbuch brachte Ita drei Mägde mit, die im Schreiben und in der Buchmalerei ausgebildet waren. Diese Frauen sollen den Grundstein für das spätere Skriptorium des Klosters gelegt haben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ita&amp;quot;&amp;gt;[https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/012701 Ita von Hohenfels], Historisches Lexikon der Schweiz, abgerufen am 26. Juli 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ita wurde in der klösterlichen Überlieferung als bedeutende Wohltäterin dargestellt. Ihr Vermögen und ihre gesellschaftlichen Beziehungen dürften den wirtschaftlichen Aufbau der jungen Gemeinschaft wesentlich unterstützt haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirtschaftliche Grundlagen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kloster verfügte über Grundstücke, Höfe, Weinberge, Häuser, Zehnten und weitere Einkünfte. Der Besitz lag nicht nur in Zürich, sondern auch in der Umgebung und in anderen Teilen des heutigen Kantons Zürich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einnahmen entstanden aus landwirtschaftlicher Produktion, Pachten, Zinsen und Abgaben. Hinzu kamen Stiftungen und Schenkungen wohlhabender Familien, die mit Gebeten, Messen und der Aufnahme weiblicher Familienmitglieder verbunden sein konnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verwaltung eines umfangreichen Besitzes erforderte schriftliche Aufzeichnungen und Kontakte zu städtischen Behörden, Gerichten, Bauern und Pächtern. Das Kloster war deshalb eng in das wirtschaftliche Leben der Region eingebunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl Oetenbach grundsätzlich von städtischen Steuern befreit war, versuchte der Zürcher Rat zunehmend, Einfluss auf seine Vermögensverwaltung zu gewinnen. Seit 1348 sind städtische Pfleger des Klosters nachgewiesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Pfleger sollten wirtschaftliche Interessen überwachen und das Kloster gegenüber weltlichen Stellen vertreten. Einer der bekanntesten Pfleger war der Zürcher Bürgermeister [[Hans Waldmann]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Skriptorium und Buchkultur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts bestand in Oetenbach ein leistungsfähiges Skriptorium. Klosterfrauen fertigten Handschriften an, kopierten Texte und führten Buchmalereien aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Schreib- und Illuminierarbeiten dienten dem eigenen religiösen Leben, konnten aber auch gegen Bezahlung für externe Auftraggeber ausgeführt werden. Das Skriptorium war damit sowohl ein geistliches als auch ein wirtschaftliches Arbeitszentrum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nur wenige Handschriften können heute mit Sicherheit Oetenbach zugeordnet werden. Die überlieferten Zeugnisse zeigen dennoch, dass die Frauen über anspruchsvolle Kenntnisse des Schreibens, der Textgestaltung und der Buchmalerei verfügten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Forschung wurde zeitweise vermutet, dass die [[Codex Manesse|Grosse Heidelberger Liederhandschrift]], auch Codex Manesse genannt, im Umfeld des Oetenbacher Skriptoriums entstanden sein könnte. Ein eindeutiger Beweis dafür liegt jedoch nicht vor. Die Verbindung wurde vor allem wegen der Beziehungen des Klosters zur Zürcher Familie Manesse und wegen seiner nachgewiesenen Buchproduktion diskutiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Oetenbacher Schwesternbuch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das wichtigste literarische Zeugnis des Klosters ist das &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Oetenbacher Schwesternbuch&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;. Es entstand im 14. Jahrhundert und gehört zur Gattung der süddeutschen Schwesternbücher.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Werk enthält zunächst eine Darstellung der Gründung und der frühen Geschichte des Klosters. Daran schliessen sich Berichte über das religiöse Leben, Visionen, asketische Übungen und Gnadenerfahrungen einzelner Schwestern an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ursprüngliche Fassung wurde wahrscheinlich kurz nach 1340 von einer Klosterfrau verfasst. Später wurde der Text vom Dominikaner Johannes Meyer überarbeitet und ergänzt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;schwesternbuch&amp;quot;&amp;gt;[https://www.geschichtsquellen.de/werk/4059 Puchlein der Stiftung des Closters Oetenpach], Repertorium Geschichtsquellen des deutschen Mittelalters, abgerufen am 26. Juli 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Schwesternbuch sollte nicht nur historische Ereignisse dokumentieren. Die Lebensgeschichten der Nonnen dienten als religiöse Vorbilder für die Gemeinschaft und sollten zu Frömmigkeit, Gehorsam und geistlicher Vertiefung anregen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die heutige Forschung ist das Werk eine wichtige Quelle zur Geschichte religiöser Frauen, zur mittelalterlichen Mystik und zum Alltag in einem städtischen Frauenkloster.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Elsbeth von Oye ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine der bekanntesten Oetenbacher Klosterfrauen war &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;[[Elsbeth von Oye]]&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;. Sie lebte wahrscheinlich in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts und wurde durch Berichte über ihre mystischen Erfahrungen bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihr werden tagebuchartige Aufzeichnungen aus der Zeit um 1340 zugeschrieben. Darin wird in der Ich-Form von religiösen Visionen, körperlicher Askese und der Erfahrung einer unmittelbaren Begegnung mit Gott berichtet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;elsbeth&amp;quot;&amp;gt;[https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/006635 Elsbeth von Oye], Historisches Lexikon der Schweiz, abgerufen am 26. Juli 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Elsbeths Frömmigkeit war stark von der Betrachtung des Leidens Christi geprägt. Sie fügte sich selbst Schmerzen zu, um sich dem Leiden Jesu geistlich anzunähern. Solche Formen der Askese waren innerhalb der mittelalterlichen Mystik nicht ungewöhnlich, erscheinen aus heutiger Sicht jedoch äusserst radikal.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihre Texte verbinden persönliche religiöse Erfahrung mit theologischen Gedanken, die an die Mystik [[Meister Eckhart]]s und [[Heinrich Seuse]]s erinnern. Elsbeth von Oye gehört zu den bedeutenden deutschsprachigen Mystikerinnen des Mittelalters.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Religiöses Leben ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tagesablauf der Klosterfrauen wurde durch das Stundengebet bestimmt. Zu festgelegten Zeiten versammelten sich die Schwestern zum gemeinsamen Gebet und zum Gottesdienst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daneben gehörten private Andacht, geistliche Lesung, Handarbeit und die Verwaltung des Klosterhaushalts zum Alltag. Die Nonnen beteten auch für verstorbene Angehörige und Wohltäter, die dem Kloster dafür Stiftungen hinterlassen hatten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verehrung der Jungfrau Maria, Christi und verschiedener Heiliger spielte eine wichtige Rolle. Altäre und Kapellen waren einzelnen Heiligen oder religiösen Themen gewidmet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kloster bot Frauen einen Raum für religiöse Bildung und eine Lebensform ausserhalb der Ehe. Gleichzeitig unterlag ihr Leben strengen kirchlichen und gesellschaftlichen Regeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verhältnis zur Stadt Zürich ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oetenbach war trotz seiner klösterlichen Abgeschlossenheit eng mit Zürich verbunden. Zahlreiche Klosterfrauen entstammten einflussreichen städtischen Familien, deren Interessen sich im Konvent widerspiegelten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Rat der Stadt nahm seit dem 14. Jahrhundert zunehmend Einfluss auf die wirtschaftliche Verwaltung. Gegen Ende des 15. Jahrhunderts griff er auch in innere Angelegenheiten ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Stadt verhinderte den Anschluss des Klosters an die dominikanische Observanzbewegung. Diese Reformbewegung verlangte eine strengere Einhaltung der Ordensregeln und hätte den Einfluss auswärtiger Ordensstellen stärken können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Zürcher Rat wollte dagegen die Kontrolle über das wirtschaftlich bedeutende Kloster behalten. Die Entwicklung zeigt, dass Oetenbach nicht nur eine religiöse Institution, sondern auch ein wichtiger Bestandteil der städtischen Politik und Gesellschaft war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Reformation ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Wirken [[Huldrych Zwingli]]s am [[Grossmünster]] begann ab 1519 die Zürcher Reformation. Die neuen theologischen Vorstellungen stellten das klösterliche Leben grundsätzlich infrage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwingli predigte 1522 im Kloster Oetenbach über die Klarheit und Gewissheit des Wortes Gottes. Die Predigt führte zu erheblichen Spannungen innerhalb des Konvents und zwischen kirchlichen und städtischen Stellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Januar 1523 predigte der Zürcher Geistliche [[Leo Jud]] im Kloster. Auch diese Predigt löste Konflikte aus. Im selben Jahr traten die ersten Schwestern aus der Gemeinschaft aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Zürcher Rat regelte die finanzielle Versorgung austretender Klosterfrauen. Nach einem Beschluss vom 17. Juni 1523 erhielt eine Chorfrau 150 Pfund und eine Laienschwester 100 Pfund als Abfindung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die letzte Priorin, Küngolt von Breitenlandenberg, verliess das Kloster im Herbst 1524. Mit einem Ratsbeschluss vom 1. Februar 1525 endete der eigentliche Klosterbetrieb.&amp;lt;ref name=&amp;quot;aufhebung&amp;quot;&amp;gt;[https://de.wikipedia.org/wiki/Kloster_Oetenbach Kloster Oetenbach], Zusammenstellung zur Geschichte und Aufhebung des Klosters, abgerufen am 26. Juli 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige ehemalige Klosterfrauen durften zunächst weiterhin in der Anlage wohnen, nun jedoch als weltliche Privatpersonen. Eva Straessler, das letzte im ehemaligen Kloster lebende Konventsmitglied, starb 1566. Margarethe Schneeberger, die letzte in Zürich lebende Oetenbacher Klosterfrau, starb 1567.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anna Adlischwyler ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den letzten bekannten Oetenbacher Schwestern gehörte &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Anna Adlischwyler&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;. Sie war 1523 als junge Frau in das Kloster eingetreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Aufhebung des Klosters verliess sie den geistlichen Stand. Im Jahr 1529 heiratete sie den Reformator [[Heinrich Bullinger]], der später Zwinglis Nachfolger am Grossmünster wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter dem Namen Anna Bullinger führte sie einen grossen reformierten Pfarrhaushalt und nahm zahlreiche Gäste, Flüchtlinge und Bedürftige auf. Ihr Lebensweg verdeutlicht den Übergang von der mittelalterlichen Klosterwelt zur neuen reformierten Gesellschaftsordnung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Folgen der Aufhebung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Aufhebung fiel das Klostervermögen an die Stadt Zürich. Grundstücke, Einkünfte, Gebäude und Ausstattungsgegenstände wurden für öffentliche und soziale Zwecke verwendet oder neu verteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die liturgische Nutzung der Kirche endete. Teile der klösterlichen Bücher und kirchlichen Gegenstände gingen während der Reformation verloren. Besonders liturgische Werke wurden als nicht mehr notwendig angesehen und teilweise vernichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ehemaligen Klostergebäude eigneten sich wegen ihrer Grösse und abgeschlossenen Struktur für verschiedene öffentliche Einrichtungen. Die Stadt richtete dort Verwaltungs-, Lager- und Fürsorgeeinrichtungen ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kornamt und Lagergebäude ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Teil der Anlage wurde nach der Reformation als Kornamt und Getreidespeicher verwendet. Die städtische Getreideverwaltung war für die Versorgung der Bevölkerung von grosser Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Zeiten schlechter Ernten und steigender Preise konnten öffentliche Vorräte zur Stabilisierung der Lebensmittelversorgung beitragen. Die grossen Räume des früheren Klosters boten geeignete Lagerflächen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Gebäudeteile wurden als Verwaltungsräume und Magazine genutzt. Die Klosterkirche blieb über längere Zeit weitgehend ungenutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Waisenhaus und Zuchtanstalt ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 1637 wurden in Teilen des ehemaligen Klosters ein Waisenhaus und eine Zuchtanstalt eingerichtet. Damit erhielt die Anlage eine neue soziale und disziplinarische Funktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Waisenhaus nahm Kinder auf, die ihre Eltern verloren hatten oder nicht ausreichend versorgt werden konnten. Die Kinder lebten unter strenger Aufsicht und mussten arbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zuchtanstalt diente der Unterbringung von Menschen, die von den Behörden als straffällig, arbeitsscheu oder gesellschaftlich auffällig eingestuft wurden. Arbeit, religiöse Unterweisung und Disziplin sollten ihre Lebensführung verändern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gemeinsame Unterbringung von Waisen, Armen und Gefangenen entsprach frühneuzeitlichen Vorstellungen von Fürsorge und sozialer Kontrolle. Erst später wurden die verschiedenen Gruppen stärker voneinander getrennt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Neues Waisenhaus ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 18. Jahrhundert entstand im Bereich des ehemaligen Klosters ein neues Waisenhaus. Der Bau wurde 1771 nach Plänen des Tessiner Architekten Gaetano Matteo Pisoni vollendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das barocke Gebäude befand sich im nördlichen Teil des Klosterareals. Es wurde später in die städtischen Amtshäuser integriert und ist als Amtshaus I erhalten geblieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ehemalige Waisenhaus gehört damit zu den wenigen baulichen Zeugnissen, die an die spätere Nutzung des Oetenbachareals erinnern. Es ist jedoch kein erhaltener mittelalterlicher Teil der ursprünglichen Klosteranlage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kantonale Strafanstalt ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 19. Jahrhundert wurde das Oetenbachareal zur kantonalen Strafanstalt ausgebaut. Die ehemaligen Klostergebäude und spätere Erweiterungen wurden an die Bedürfnisse eines modernen Gefängnisses angepasst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwischen 1868 und 1878 erfolgten umfangreiche Umbauten. Dabei wurden auch der östliche Teil des Kirchenchors und zwei Kapellen beseitigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Strafanstalt war von hohen Mauern umgeben und prägte das Gebiet nördlich des Lindenhofs. Wegen der engen Lage im Stadtzentrum, hygienischer Probleme und veränderter Anforderungen an den Strafvollzug galt die Anlage gegen Ende des 19. Jahrhunderts zunehmend als unzureichend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Bau einer neuen kantonalen Strafanstalt konnten die alten Gebäude aufgegeben werden. Das wertvolle innerstädtische Gelände sollte anschliessend für Verkehrsanlagen und Verwaltungsbauten genutzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Abbruch 1902 und 1903 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der grösste Teil der ehemaligen Kloster- und Gefängnisanlage wurde 1902 und 1903 abgebrochen. Der Abbruch stand im Zusammenhang mit der umfassenden Neugestaltung des Gebietes zwischen Bahnhofstrasse, Limmat und Lindenhof.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die neue Uraniastrasse wurde durch das frühere Klosterareal geführt. Sie sollte eine leistungsfähige Verkehrsverbindung zwischen dem Bereich der Bahnhofstrasse und der Limmat schaffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf und neben dem ehemaligen Klostergelände entstanden städtische Amtshäuser sowie später das Parkhaus Urania. Die mittelalterliche Topografie des Sihlbühls wurde durch Strassenbau, Geländeabtragungen und Neubauten stark verändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Abbruch wurde zu einer Zeit durchgeführt, als der Schutz mittelalterlicher Klosteranlagen noch nicht denselben Stellenwert wie heute besass. Einzelne Bauteile wurden dokumentiert oder geborgen, die Anlage als Ganzes ging jedoch verloren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Heutige Spuren ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von der mittelalterlichen Klosteranlage sind oberirdisch keine eindeutig erkennbaren Gebäude erhalten. Der Standort lässt sich jedoch anhand der heutigen Strassen und Bauten nachvollziehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Parkhaus Urania steht ungefähr an der Stelle der ehemaligen Klosterkirche. Die Uraniastrasse führt quer durch das frühere Konventareal.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Oetenbachgasse bewahrt den Namen des Klosters. Auch die Bezeichnungen Oetenbach und Oetenbachbollwerk erinnern in der Zürcher Stadtgeschichte an die frühere Anlage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter dem heutigen Boden können noch archäologische Reste von Mauern, Fundamenten und Gräbern vorhanden sein. Archäologische Untersuchungen und historische Pläne ermöglichen eine teilweise Rekonstruktion der Klosteranlage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Stadt Zürich stellte das Kloster im Rahmen von Ausstellungen und digitalen Rekonstruktionen als einen der verschwundenen Orte der Reformationszeit vor.&amp;lt;ref name=&amp;quot;stadt&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Archäologie und Rekonstruktion ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Historische Stadtpläne, Bauaufnahmen, Zeichnungen und Fotografien aus der Zeit vor dem Abbruch liefern wichtige Informationen über die Anlage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor und während des Abbruchs wurden einzelne architektonische Details dokumentiert. Die damaligen Aufzeichnungen entsprechen jedoch nicht vollständig den heutigen archäologischen Standards.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neuere Forschungen verbinden Schriftquellen, historische Bilder und archäologische Beobachtungen. Auf dieser Grundlage lassen sich Lage und Ausdehnung von Kirche, Kreuzgang, Konventgebäuden und späteren Gefängnisbauten annähernd bestimmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Digitale Stadtmodelle zeigen, wie das Kloster im spätmittelalterlichen Zürich gewirkt haben könnte. Die grosse Anlage nahm einen auffälligen Platz am nördlichen Rand des Lindenhofhügels ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedeutung für die Frauengeschichte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oetenbach ist ein bedeutendes Beispiel für die Handlungsmöglichkeiten religiöser Frauen im Mittelalter. Die Schwestern verwalteten Besitz, pflegten eine eigene schriftliche Kultur und wirkten innerhalb eines weitreichenden sozialen Netzes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kloster bot Frauen Zugang zu Bildung, Schriftlichkeit und religiöser Literatur. Einige Schwestern arbeiteten als Schreiberinnen und Buchmalerinnen oder verfassten Berichte über ihre geistlichen Erfahrungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gleichzeitig blieb ihr Leben durch kirchliche Vorschriften, familiäre Entscheidungen und soziale Hierarchien bestimmt. Insbesondere bei der Reform und Aufhebung des Klosters entschieden männlich dominierte kirchliche und städtische Institutionen über die Zukunft der Gemeinschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Oetenbacher Schwesternbuch ermöglicht dennoch einen seltenen Einblick in die Wahrnehmung und religiöse Sprache mittelalterlicher Frauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedeutung für die Zürcher Stadtgeschichte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kloster Oetenbach gehörte über mehrere Jahrhunderte zu den grössten Institutionen Zürichs. Es war religiös, wirtschaftlich und gesellschaftlich eng mit der Stadt verbunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seine Geschichte verdeutlicht den Wandel Zürichs von einer mittelalterlichen Stadt mit zahlreichen Klöstern zu einem Zentrum der Reformation. Die spätere Nutzung als Waisenhaus, Zuchtanstalt und Gefängnis zeigt zugleich Veränderungen in der städtischen Sozialpolitik und Strafrechtspflege.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Abbruch der Anlage steht für die tiefgreifende Umgestaltung Zürichs um 1900. Mittelalterliche und frühneuzeitliche Bauten mussten damals häufig neuen Strassen, Verwaltungsgebäuden und Verkehrsanlagen weichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kulturelle Überlieferung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erinnerung an Oetenbach beruht vor allem auf Urkunden, Besitzverzeichnissen, Chroniken, Handschriften, Plänen und bildlichen Darstellungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von besonderer Bedeutung ist das Oetenbacher Schwesternbuch. Es verbindet die Gründungsgeschichte des Klosters mit den Lebensbeschreibungen einzelner Schwestern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die mystischen Texte Elsbeths von Oye gehören zu den bedeutendsten literarischen Zeugnissen des Klosters. Sie werden in der germanistischen, theologischen und geschlechtergeschichtlichen Forschung untersucht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die mögliche Verbindung des Skriptoriums mit dem Codex Manesse hat das Interesse an der kulturellen Tätigkeit der Oetenbacher Frauen verstärkt, obwohl diese Zuschreibung nicht gesichert ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Klöster in Zürich]]&lt;br /&gt;
* [[Predigerkloster Zürich]]&lt;br /&gt;
* [[Fraumünster]]&lt;br /&gt;
* [[Kloster Selnau]]&lt;br /&gt;
* [[Reformation in Zürich]]&lt;br /&gt;
* [[Elsbeth von Oye]]&lt;br /&gt;
* [[Heinrich Bullinger]]&lt;br /&gt;
* [[Lindenhof (Zürich)]]&lt;br /&gt;
* [[Geschichte der Stadt Zürich]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Barbara Helbling, Magdalen Bless-Grabher, Ines Buhofer, Martin Germann (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Bettelorden, Bruderschaften und Beginen in Zürich. Stadtkultur und Seelenheil im Mittelalter.&amp;#039;&amp;#039; Verlag Neue Zürcher Zeitung, Zürich 2002, ISBN 3-85823-970-4.&lt;br /&gt;
* Wolfram Schneider-Lastin: &amp;#039;&amp;#039;Literaturproduktion und Bibliothek in Oetenbach.&amp;#039;&amp;#039; In: Barbara Helbling u. a. (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Bettelorden, Bruderschaften und Beginen in Zürich.&amp;#039;&amp;#039; Zürich 2002, S. 188–197.&lt;br /&gt;
* Wolfram Schneider-Lastin: &amp;#039;&amp;#039;Leben und Offenbarung der Elsbeth von Oye. Textkritische Edition der Vita aus dem Ötenbacher Schwesternbuch.&amp;#039;&amp;#039; In: Barbara Fleith, René Wetzel (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Kulturtopographie des deutschsprachigen Südwestens im späteren Mittelalter.&amp;#039;&amp;#039; Berlin und New York 2009, S. 395–448.&lt;br /&gt;
* Regine Abegg, Christine Barraud Wiener, Karl Grunder: &amp;#039;&amp;#039;Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich. Neue Ausgabe, Band II.I: Die Stadt Zürich II.I.&amp;#039;&amp;#039; Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Bern 2002.&lt;br /&gt;
* Fred Rihner: &amp;#039;&amp;#039;Illustrierte Geschichte der Zürcher Altstadt.&amp;#039;&amp;#039; Bosch, Zürich 1975.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://hls-dhs-dss.ch/articles/012993 Oetenbach im Historischen Lexikon der Schweiz]&lt;br /&gt;
* [https://www.stadt-zuerich.ch/de/stadtleben/stadtportraet/zuerichs-geschichte/archaeologie/stadt/auswertungen-themen/verschwundene-orte.html Verschwundene Orte der Reformation bei der Stadt Zürich]&lt;br /&gt;
* [https://www.geschichtsquellen.de/werk/4059 Oetenbacher Schwesternbuch im Repertorium Geschichtsquellen des deutschen Mittelalters]&lt;br /&gt;
* [https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/006635 Elsbeth von Oye im Historischen Lexikon der Schweiz]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ehemaliges Kloster im Kanton Zürich]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ehemaliges Dominikanerinnenkloster in der Schweiz]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sakralbau in Zürich]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Abgegangenes Bauwerk in Zürich]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte der Stadt Zürich]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Religion (Zürich)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christentum im Kanton Zürich]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gegründet im 13. Jahrhundert]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ersterwähnung 1237]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Aufgelöst 1525]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Zerstört in den 1900er Jahren]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Nick Frei</name></author>
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