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	<title>Kanton Fricktal - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Helvetia Wiki – Die Enzyklopädie der Schweiz</subtitle>
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		<title>Nick Frei: Die Seite wurde neu angelegt: «{| class=&quot;wikitable float-right&quot; style=&quot;float:right; width:315px; margin:0 0 1em 1em;&quot; ! colspan=&quot;2&quot; | Kanton Fricktal |- | colspan=&quot;2&quot; style=&quot;text-align:center;&quot; | Lage des Kantons Fricktal innerhalb der Helvetischen Republik |- | &#039;&#039;&#039;Staatswesen&#039;&#039;&#039; | Helvetische Republik |- | &#039;&#039;&#039;Stellung&#039;&#039;&#039; | Kanton beziehungsweise französisches Protektorat in einer staatsrechtlichen Übergangsphase |- | &#039;&#039;&#039;Bestehen…»</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Die Seite wurde neu angelegt: «{| class=&amp;quot;wikitable float-right&amp;quot; style=&amp;quot;float:right; width:315px; margin:0 0 1em 1em;&amp;quot; ! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; | Kanton Fricktal |- | colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:center;&amp;quot; | &lt;a href=&quot;/de/Datei:Helvetische_Republik_(Nord)_1802.png&quot; title=&quot;Datei:Helvetische Republik (Nord) 1802.png&quot;&gt;285px|Lage des Kantons Fricktal innerhalb der Helvetischen Republik&lt;/a&gt; |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Staatswesen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | &lt;a href=&quot;/de/Helvetische_Republik&quot; title=&quot;Helvetische Republik&quot;&gt;Helvetische Republik&lt;/a&gt; |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Stellung&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | Kanton beziehungsweise französisches Protektorat in einer staatsrechtlichen Übergangsphase |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Bestehen…»&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{| class=&amp;quot;wikitable float-right&amp;quot; style=&amp;quot;float:right; width:315px; margin:0 0 1em 1em;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; | Kanton Fricktal&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:center;&amp;quot; | [[Datei:Helvetische Republik (Nord) 1802.png|285px|Lage des Kantons Fricktal innerhalb der Helvetischen Republik]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Staatswesen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
| [[Helvetische Republik]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Stellung&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
| Kanton beziehungsweise französisches Protektorat in einer staatsrechtlichen Übergangsphase&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Bestehen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
| 20. Februar 1802 bis 19. Februar 1803&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Hauptorte&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
| [[Laufenburg AG|Laufenburg]], später [[Rheinfelden AG|Rheinfelden]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Distrikte&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
| Rheinfelden, Frick und Laufenburg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Vorgängergebiet&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
| Fricktal in [[Vorderösterreich]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Nachfolgestaat&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
| [[Kanton Aargau]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Verwaltungssprache&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
| Deutsch&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Konfession&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
| überwiegend römisch-katholisch&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Kanton Fricktal&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; war ein kurzlebiger Kanton in der Zeit der [[Helvetische Republik|Helvetischen Republik]]. Er wurde am 20. Februar 1802 aus dem linksrheinischen Teil des ehemals österreichischen Fricktals gebildet und bestand bis zum 19. Februar 1803. Sein Gebiet entsprach im Wesentlichen den heutigen Aargauer Bezirken [[Bezirk Rheinfelden|Rheinfelden]] und [[Bezirk Laufenburg|Laufenburg]], wobei die damaligen und heutigen Grenzen nicht vollständig übereinstimmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gebiet hatte bis zum Ende des 18. Jahrhunderts zu [[Vorderösterreich]] gehört. Österreich trat es in den Friedensverträgen von Campo Formio 1797 und Lunéville 1801 an Frankreich ab. Frankreich behielt sich vor, das Fricktal an die Helvetische Republik weiterzugeben. Während der unklaren Übergangszeit setzte sich der Arzt und Politiker [[Sebastian Fahrländer]] für die Bildung eines eigenen Kantons ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kanton war in die drei Distrikte Rheinfelden, Frick und Laufenburg gegliedert. Zunächst diente Laufenburg als politischer Mittelpunkt. Nach dem Sturz Fahrländers im Herbst 1802 wurde Rheinfelden zum Hauptort. Mit der [[Mediationsakte]] Napoleons wurde der Kanton Fricktal 1803 gemeinsam mit den damaligen Kantonen [[Kanton Aargau (1798–1803)|Aargau]] und [[Kanton Baden|Baden]] zum heutigen Kanton Aargau vereinigt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;hls_fricktal&amp;quot;&amp;gt;[https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/008297/ Fricktal]. In: &amp;#039;&amp;#039;Historisches Lexikon der Schweiz&amp;#039;&amp;#039;, Version vom 9. November 2006, abgerufen am 3. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Begriff und staatsrechtliche Stellung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bezeichnung «Kanton Fricktal» steht für das politische Gebilde, das während der europäischen Umwälzungen um 1800 zwischen der österreichischen Herrschaft und der Eingliederung in die Schweiz bestand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seine staatsrechtliche Stellung veränderte sich während seines kurzen Bestehens. Bei der Ausrufung im Februar 1802 stand das Gebiet unter starkem französischem Einfluss und wurde teilweise als französisches Protektorat betrachtet. Im weiteren Verlauf des Jahres erfolgte die Annäherung beziehungsweise Eingliederung in die Helvetische Republik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Helvetische Republik war ein zentralistisch organisierter Einheitsstaat. Ihre Kantone besassen im Unterschied zu den heutigen Schweizer Kantonen keine umfassende Souveränität. Sie dienten vor allem als Verwaltungs-, Gerichts- und Wahlbezirke des Gesamtstaates.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kanton Fricktal entwickelte dennoch eigene Behörden und eine regionale politische Identität. Sein Bestehen fiel in eine Zeit, in der weder die territoriale Neuordnung Mitteleuropas noch die künftige Verfassung der Schweiz endgültig feststanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geographie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Lage ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kanton erstreckte sich südlich des Rheins zwischen dem Raum [[Kaiseraugst]] im Westen und der Gegend um [[Schwaderloch]] und [[Leibstadt]] im Osten. Im Süden reichte das Gebiet über die Jurahöhen und die Täler um Frick, Wölflinswil und Wittnau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Norden bildete der Rhein zunehmend die Grenze zu den rechtsrheinischen Gebieten des ehemaligen Vorderösterreichs. Westlich lagen die Landschaften um Basel, südlich der damalige Kanton Aargau und östlich der Kanton Baden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die wichtigsten Städte und Marktorte waren:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Rheinfelden;&lt;br /&gt;
* Laufenburg;&lt;br /&gt;
* Frick.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rheinfelden und Laufenburg lagen unmittelbar am Rhein und besassen wichtige Brücken, Märkte und Verwaltungsfunktionen. Frick war das Zentrum des landwirtschaftlich geprägten oberen Fricktals und lag an der Verbindung über den Bözberg ins schweizerische Mittelland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Landschaft ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gebiet umfasste die Rheinebene, die Täler von [[Sissle]], Möhlinbach und Mettauerbach sowie die nördlichen Ausläufer des [[Jura (Gebirge)|Juras]]. Die Landschaft war von Ackerbau, Viehzucht, Rebbergen, Obstgärten und ausgedehnten Waldflächen geprägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Rhein diente als Verkehrsweg, Fischereigebiet und wirtschaftliche Lebensader. Gleichzeitig verband er die Fricktaler Orte mit den rechtsrheinischen Städten und Herrschaften. Erst die politische Neuordnung um 1800 machte ihn zu einer dauerhaften Staatsgrenze.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorgeschichte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Habsburgische Herrschaft ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Fricktal war das letzte grössere Gebiet im heutigen Kanton Aargau, das bis zum Ende des 18. Jahrhunderts unter habsburgisch-österreichischer Herrschaft verblieb. Während die Eidgenossen 1415 den übrigen Aargau eroberten, blieb das Fricktal bei den Habsburgern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gehörte zur österreichischen Ländergruppe [[Vorderösterreich]]. Die übergeordneten Regierungsstellen befanden sich zeitweise in Innsbruck, Ensisheim, Konstanz und Freiburg im Breisgau.&amp;lt;ref name=&amp;quot;staatsarchiv_fricktal&amp;quot;&amp;gt;[https://www.ag.ch/media/kanton-aargau/bks/kultur/staatsarchiv/archivgliederung/bksstar-fricktal.pdf Altes Archiv: Fricktal], Staatsarchiv Aargau, 17. August 2016, abgerufen am 3. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verwaltung war territorial und rechtlich komplex. Grosse Teile unterstanden dem Oberamt Rheinfelden. Daneben bestanden die Herrschaft Laufenburg, Gebiete des Stifts Säckingen, die Herrschaft Bernau und Besitzungen verschiedener geistlicher Institutionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den bedeutenden Herrschaftsträgern gehörten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* das Oberamt Rheinfelden;&lt;br /&gt;
* die Herrschaft Laufenburg;&lt;br /&gt;
* das [[Stift Säckingen]];&lt;br /&gt;
* das Stift St. Martin in Rheinfelden;&lt;br /&gt;
* die Johanniterkommende Rheinfelden;&lt;br /&gt;
* die Deutschordenskommende Beuggen;&lt;br /&gt;
* das Kloster beziehungsweise Damenstift Olsberg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Rhein bildete keine geschlossene politische Grenze. Grundbesitz, kirchliche Rechte, Verwaltungseinheiten und wirtschaftliche Beziehungen reichten häufig über den Fluss hinweg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Österreichische Reformen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 18. Jahrhundert versuchte die österreichische Regierung, Verwaltung, Steuerwesen, Justiz und Schulwesen zu vereinheitlichen. Die Reformen unter [[Maria Theresia]] und [[Joseph II.]] wirkten sich auch auf das Fricktal aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gemeinden wurden stärker in die staatliche Verwaltung eingebunden. Steuerregister, Kataster, Bannpläne und Bevölkerungslisten sollten eine genauere Erfassung von Land, Besitz und Einkünften ermöglichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gleichzeitig stiessen Eingriffe in kirchliche Rechte, lokale Gewohnheiten und traditionelle Nutzungsordnungen auf Widerstand. Die Bevölkerung blieb stark katholisch geprägt und war eng mit den örtlichen Pfarreien, Stiften und Klöstern verbunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kriege und wirtschaftliche Belastungen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Grenzgebiet zwischen Frankreich, dem Deutschen Reich und der Eidgenossenschaft war wiederholt von Kriegen betroffen. Bereits während des Dreissigjährigen Kriegs hatten Plünderungen, Einquartierungen, Seuchen und Zerstörungen schwere Schäden verursacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Kriege gegen das revolutionäre Frankreich belasteten die Region. Truppenbewegungen, Requisitionen, zusätzliche Steuern und die Unterbrechung des Handels verschlechterten die wirtschaftliche Lage vieler Gemeinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die französische Expansion am Oberrhein stellte die österreichische Herrschaft schliesslich grundsätzlich infrage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Abtretung an Frankreich ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Frieden von Campo Formio ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Frieden von Campo Formio]] vom 17. Oktober 1797 erklärte sich Österreich grundsätzlich bereit, das Fricktal an Frankreich abzutreten. Eine geheime Vertragsbestimmung sah vor, dass Frankreich das Gebiet später mit der Helvetischen Republik vereinigen konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Abtretung wurde zunächst nicht vollständig umgesetzt. Die erneuten Kämpfe des Zweiten Koalitionskriegs verzögerten die politische Neuordnung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Französische Truppen besetzten das Fricktal 1799. Damit verlor die österreichische Verwaltung zunehmend ihre tatsächliche Kontrolle, obwohl die staatsrechtliche Zugehörigkeit weiterhin umstritten blieb.&amp;lt;ref name=&amp;quot;nationalmuseum_fricktal&amp;quot;&amp;gt;Alexander Rechsteiner: [https://blog.nationalmuseum.ch/2021/10/kanton-fricktal/ Kanton Fricktal]. Blog des Schweizerischen Nationalmuseums, 6. Oktober 2021, abgerufen am 3. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Frieden von Lunéville ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Frieden von Lunéville]] vom 9. Februar 1801 bestätigte die Abtretung. Österreich übertrug Frankreich das Fricktal und seine linksrheinischen Besitzungen zwischen Basel und Zurzach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Frankreich behielt sich ausdrücklich vor, das Gebiet an die Helvetische Republik weiterzugeben. Der Vertrag beendete damit die österreichische Landeshoheit, regelte aber noch nicht abschliessend, wie das Fricktal verwaltet und welchem Kanton es zugeteilt werden sollte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;hls_fricktal&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Bevölkerung begann eine Übergangszeit. Österreichische, französische, helvetische und lokale Behörden erhoben teilweise gleichzeitig Ansprüche oder versuchten, bestehende Verwaltungsaufgaben weiterzuführen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Entstehung des Kantons ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sebastian und Karl Fahrländer ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine zentrale Rolle bei der Kantonsgründung spielten die Brüder Sebastian und Karl Fahrländer. Sie stammten aus Ettenheim in der Ortenau und standen mit französischen und helvetischen Politikern in Verbindung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sebastian Fahrländer war Arzt und hatte in Waldshut gearbeitet. Er liess sich im Fricktal nieder und erhielt 1798 das Bürgerrecht von Münchwilen. Er setzte sich für die Loslösung von Österreich und die Schaffung eines selbstständigen Kantons ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sein Bruder Karl Fahrländer beschäftigte sich mit der rechtlichen und verfassungsmässigen Ausgestaltung. Gemeinsam vertraten sie die Auffassung, das Fricktal solle nicht ohne eigene Mitsprache einem bestehenden Nachbarkanton zugeschlagen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verfassungsentwurf von Eiken ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Dezember 1801 entstand im Pfarrhaus von [[Eiken AG|Eiken]] ein Entwurf für eine Kantonsverfassung. Pfarrer Karl Zirn gewährte den beteiligten Politikern Unterkunft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verfassung sollte eine provisorische staatliche Ordnung schaffen. Sie regelte die Gliederung des Kantons, die Einsetzung von Behörden und das Verhältnis zwischen Gemeinden und Kantonsverwaltung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Entstehung einer eigenen Verfassung zeigte den Anspruch, das Fricktal als zusammenhängende politische Einheit zu organisieren. Die Mehrheit der Bevölkerung hatte an der Ausarbeitung jedoch nur begrenzten direkten Anteil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Proklamation ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 20. Februar 1802 wurde der Kanton Fricktal ausgerufen. Sebastian Fahrländer übernahm als Statthalter die Leitung der provisorischen Verwaltung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die bisherigen österreichischen Beamten verloren ihre Ämter oder mussten das Gebiet verlassen. Zahlungen an österreichische Stellen wurden eingestellt, und die neue Regierung begann, eigene Verwaltungs- und Gerichtsstrukturen aufzubauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laufenburg diente in der ersten Phase als Hauptort. Die Stadt lag zentral am Rhein und besass bereits Einrichtungen der früheren österreichischen Verwaltung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Proklamation bedeutete nicht, dass alle politischen und völkerrechtlichen Fragen gelöst waren. Die neue Regierung war auf die Unterstützung Frankreichs angewiesen und suchte gleichzeitig die Anerkennung durch die Helvetische Republik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Administrative Gliederung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kanton Fricktal wurde in drei Distrikte eingeteilt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;historische_karten&amp;quot;&amp;gt;[https://www.ag.ch/media/kanton-aargau/dfr/dokumente/geoportal/themenkarten/hist-hintergrund-fricktaler-karten.pdf Historischer Hintergrund der Fricktaler Karten], Kanton Aargau, 18. Juli 2008, abgerufen am 3. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Distrikt&lt;br /&gt;
! Hauptort&lt;br /&gt;
! Ungefähres Gebiet&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Distrikt Rheinfelden&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
| [[Rheinfelden AG|Rheinfelden]]&lt;br /&gt;
| Unteres Fricktal mit Rheinfelden, Kaiseraugst, Möhlin, Magden und den umliegenden Gemeinden&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Distrikt Frick&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
| [[Frick AG|Frick]]&lt;br /&gt;
| Mittleres und südliches Fricktal mit Frick, Gipf-Oberfrick, Wittnau, Wölflinswil, Herznach und weiteren Gemeinden&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Distrikt Laufenburg&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
| [[Laufenburg AG|Laufenburg]]&lt;br /&gt;
| Oberes Rheintal, Mettauertal und Gebiete um Laufenburg, Kaisten, Sulz und die Sissle&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Distrikte dienten der staatlichen Verwaltung, dem Gerichtswesen und der Umsetzung von Beschlüssen der Kantonsbehörden. Sie waren keine souveränen politischen Körperschaften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die damalige Einteilung entspricht nicht genau den heutigen Bezirksgrenzen. Nach 1803 wurden die Gemeinden auf die Bezirke Rheinfelden und Laufenburg verteilt. Spätere Gemeindefusionen und Bezirkswechsel veränderten die territoriale Gliederung zusätzlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Regierung und Verwaltung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Statthalter ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sebastian Fahrländer amtierte als provisorischer Statthalter. Er verstand sich als Vertreter der neuen Ordnung und als Vermittler zwischen dem Fricktal, Frankreich und der Helvetischen Republik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den dringlichsten Aufgaben gehörten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* die Ablösung der österreichischen Behörden;&lt;br /&gt;
* der Aufbau einer Kantonsverwaltung;&lt;br /&gt;
* die Einteilung der Distrikte;&lt;br /&gt;
* die Organisation der Gerichte;&lt;br /&gt;
* die Sicherstellung von Steuern und Abgaben;&lt;br /&gt;
* die Versorgung französischer Truppen;&lt;br /&gt;
* die Klärung des Verhältnisses zur Helvetischen Republik;&lt;br /&gt;
* die Übernahme von Archiven und staatlichem Eigentum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verwaltung verfügte nur über geringe finanzielle Mittel. Kriegsschäden, Einquartierungen und Requisitionen hatten die Gemeinden stark belastet. Gleichzeitig mussten neue Behörden und Gerichte finanziert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gemeinden ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gemeinden blieben für die lokale Verwaltung, das Armenwesen, die Nutzung von Wald und Allmenden sowie die Erhebung bestimmter Abgaben verantwortlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die neue Regierung versuchte, die unterschiedlichen Rechts- und Verwaltungsformen aus österreichischer Zeit zu vereinheitlichen. In der kurzen Zeit des Kantonsbestands konnten diese Reformen jedoch nur teilweise umgesetzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwischen den Stadtgemeinden Rheinfelden und Laufenburg, den Marktflecken und den ländlichen Gemeinden bestanden erhebliche Unterschiede hinsichtlich Vermögen, politischer Erfahrung und wirtschaftlicher Interessen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Justiz ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die neue Kantonsordnung sah eine Gliederung des Gerichtswesens nach Distrikten vor. Ältere österreichische, städtische, grundherrliche und kirchliche Gerichtsrechte sollten durch eine einheitlichere staatliche Rechtsprechung ersetzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Praxis mussten weiterhin ältere Rechtsnormen und lokale Gewohnheiten berücksichtigt werden. Eine umfassende Kodifikation des Zivil- und Strafrechts konnte innerhalb eines Jahres nicht verwirklicht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Konflikt um Sebastian Fahrländer ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fahrländers Regierungsführung stiess zunehmend auf Widerstand. Kritiker warfen ihm vor, Entscheidungen ohne ausreichende Beteiligung der Gemeinden zu treffen und öffentliche Mittel nach eigenem Ermessen zu verwenden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unzufriedenheit bestand auch über die enge Abhängigkeit von französischen Amtsträgern. Viele Einwohner hatten zwar das Ende der österreichischen Herrschaft akzeptiert, lehnten aber eine von auswärtiger Unterstützung abhängige Regierung ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Fahrländers wichtigsten Gegnern gehörten Johann Baptist Jehle und Johann Karl Fetzer. Am 22. September 1802 versammelten sich Gemeindevertreter im Gasthaus Adler in Frick und erklärten den Statthalter für abgesetzt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;nationalmuseum_fricktal&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fahrländer versuchte zunächst, seine Stellung mit französischer Unterstützung zu behaupten. Anfang Oktober wurde er jedoch in Laufenburg von bewaffneten Gegnern festgenommen und nach Rheinfelden gebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Brüder Sebastian und Karl Fahrländer verloren später ihr Fricktaler Bürgerrecht und mussten das Gebiet verlassen. Sebastian Fahrländer liess sich anschliessend in Aarau nieder und beteiligte sich nach 1803 am Aufbau des neuen Kantons Aargau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verlegung des Hauptorts ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Sturz Fahrländers wurde Rheinfelden zum politischen und administrativen Zentrum. Die Stadt war grösser als Laufenburg und besass eine lange Tradition als Sitz des vorderösterreichischen Oberamts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rheinfelden verfügte über Verwaltungsgebäude, Archive und erfahrene Amtsträger. Seine Lage nahe Basel erleichterte zudem die Verbindung zu französischen und helvetischen Stellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In offiziellen Darstellungen wird Rheinfelden deshalb teilweise als Hauptort des Kantons Fricktal bezeichnet, während andere Darstellungen Laufenburg als ersten Hauptort und Rheinfelden als späteren Regierungssitz nennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verhältnis zur Helvetischen Republik ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Behörden des Fricktals strebten eine geregelte Aufnahme in die Helvetische Republik an. Gleichzeitig wollten viele politische Vertreter möglichst weitgehende regionale Selbstständigkeit bewahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Helvetische Republik befand sich selbst in einer schweren Krise. Zwischen 1800 und 1802 wechselten Regierungen und Verfassungsentwürfe mehrfach. Zentralisten und Föderalisten stritten über die künftige Staatsordnung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während des [[Stecklikrieg]]s von 1802 zerfiel die Autorität der helvetischen Zentralregierung in grossen Teilen der Schweiz. Das Fricktal versuchte in dieser Situation, seine eigene Verwaltung aufrechtzuerhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ende 1802 wurde das Gebiet endgültig der Schweiz beziehungsweise der Helvetischen Republik zugeordnet. Die Frage, ob es als selbstständiger Kanton fortbestehen würde, blieb bis zur Ausarbeitung der Mediationsakte offen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;hls_fricktal&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirtschaft und Gesellschaft ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Landwirtschaft ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die meisten Einwohner lebten von der Landwirtschaft. Angebaut wurden Getreide, Hülsenfrüchte, Hanf, Flachs und Futterpflanzen. In den tieferen und klimatisch begünstigten Gebieten spielten Obst- und Weinbau eine wichtige Rolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viele Höfe waren klein und auf zusätzliche Einnahmen angewiesen. Heimarbeit, saisonale Beschäftigung, Fuhrdienste, Waldarbeit und lokales Handwerk ergänzten die landwirtschaftlichen Erträge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Missernten, Kriegsschäden und Abgaben führten in den Jahren um 1800 zu wirtschaftlicher Not.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Handwerk und Handel ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rheinfelden, Laufenburg und Frick waren regionale Handels- und Gewerbezentren. Zu den verbreiteten Berufen gehörten Müller, Schmiede, Gerber, Küfer, Weber, Schuhmacher, Bäcker und Wirte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Städte profitierten von Märkten, Brückenzöllen und dem Verkehr auf dem Rhein. Die politischen Veränderungen unterbrachen jedoch viele traditionelle Handelsbeziehungen mit dem Breisgau und dem Schwarzwald.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die neue Grenze trennte Wirtschaftsräume, die zuvor eng miteinander verbunden gewesen waren. Grundbesitz, Familienbeziehungen, Pfarreien und Gewerbebetriebe lagen teilweise auf beiden Seiten des Rheins.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bergbau ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Fricktal wurde seit dem Mittelalter Eisenerz gewonnen. Besonders bedeutend waren die Bohnerzvorkommen in den Juragebieten um Herznach, Wölflinswil, Zeihen und weitere Orte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Abbau erfolgte häufig in kleinen Gruben und Tagebauen. Das Erz wurde teilweise ausserhalb der Region verhüttet. Die politischen Unsicherheiten und die Unterbrechung von Transportwegen beeinträchtigten den Bergbau um 1800.&amp;lt;ref name=&amp;quot;bircher_kanton&amp;quot;&amp;gt;Patrick Bircher: [https://www.e-periodica.ch/digbib/view?pid=min-001%3A2002%3A0%3A%3A146 Zwischen Monarchie und Republik: Der Kanton Fricktal 1802–1803]. In: &amp;#039;&amp;#039;Minaria Helvetica&amp;#039;&amp;#039;, Heft 22b, 2002, S. 52–72.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Konfession ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bevölkerung war fast vollständig römisch-katholisch. Kirchliche Institutionen besassen umfangreiche Güter und Rechte. Pfarreien, Bruderschaften, Stifte und Klöster prägten das gesellschaftliche Leben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die französische Revolution und die Helvetische Republik standen für eine stärkere Trennung von Kirche und Staat. Im Fricktal wurden diese Vorstellungen teilweise skeptisch aufgenommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine umfassende Säkularisierung der kirchlichen Einrichtungen erfolgte erst nach der Eingliederung in den Kanton Aargau. Das Stift St. Martin, die Johanniterkommende Rheinfelden und das Damenstift Olsberg wurden in den folgenden Jahren aufgehoben oder in staatliche Einrichtungen umgewandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Teilung der Stadt Laufenburg ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die politische Neuordnung hatte für Laufenburg besonders weitreichende Folgen. Die historische Stadt erstreckte sich auf beiden Seiten des Rheins und war durch eine Brücke verbunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Festlegung des Rheins als Staatsgrenze wurde Laufenburg geteilt. Der linksrheinische Teil gelangte mit dem Kanton Fricktal an die Schweiz. Der rechtsrheinische Teil kam nach weiteren territorialen Veränderungen zum späteren [[Grossherzogtum Baden]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus der einst einheitlichen Stadt entstanden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Laufenburg AG|Laufenburg]] im Kanton Aargau;&lt;br /&gt;
* [[Laufenburg (Baden)]] im heutigen Bundesland Baden-Württemberg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemeinsame Besitzrechte, Schulden, Archive und öffentliche Einrichtungen mussten zwischen beiden Stadtteilen aufgeteilt werden. Die wirtschaftlichen und familiären Beziehungen blieben trotz der neuen Grenze bestehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Helvetische Consulta ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Zusammenbruch der helvetischen Ordnung lud Napoleon Bonaparte Vertreter der schweizerischen Parteien zur [[Helvetische Consulta|Helvetischen Consulta]] nach Paris ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch das Fricktal entsandte Vertreter. Sie versuchten, die regionalen Interessen zu sichern und eine möglichst weitgehende Selbstverwaltung zu erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Forderung nach einem dauerhaft selbstständigen Kanton konnte sich nicht durchsetzen. Ein eigenständiges Fricktal erschien wegen seiner geringen Grösse, der schwachen Finanzen und der strategischen Lage zwischen Basel, Baden und dem übrigen Aargau politisch wenig zweckmässig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Napoleon unterstützte stattdessen die Bildung eines grösseren Kantons Aargau. Dieser sollte zwischen den mächtigen Kantonen Bern und Zürich liegen und mehrere bisher voneinander getrennte Landschaften vereinigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Auflösung und Eingliederung in den Aargau ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Mediationsakte wurde am 19. Februar 1803 unterzeichnet. Sie vereinigte die Kantone Aargau, Baden und Fricktal zum heutigen Kanton Aargau.&amp;lt;ref name=&amp;quot;gruendung_aargau&amp;quot;&amp;gt;[https://www.ag.ch/de/themen/kultur-sport/kultur/kulturkanton/erinnerungskultur/gruendung-aargau-1803 Gründung des Aargaus 1803], Kanton Aargau, abgerufen am 3. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Fricktal wurde in die beiden neuen Aargauer Bezirke Rheinfelden und Laufenburg gegliedert. Die Distriktsgliederung des kurzlebigen Kantons wurde damit aufgehoben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Gliederung 1802&lt;br /&gt;
! Gliederung ab 1803&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Distrikt Rheinfelden&lt;br /&gt;
| überwiegend Bezirk Rheinfelden&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Distrikt Frick&lt;br /&gt;
| überwiegend Bezirk Laufenburg, teilweise Bezirk Rheinfelden&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Distrikt Laufenburg&lt;br /&gt;
| überwiegend Bezirk Laufenburg&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rheinfelden und Laufenburg blieben Bezirkshauptorte. Frick verlor seine Stellung als Distriktshauptort, entwickelte sich jedoch weiterhin zum wirtschaftlichen Zentrum des oberen Fricktals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Fricktal bildete zusammen mit dem Berner Aargau, den Freien Ämtern und der ehemaligen Grafschaft Baden einen der vier historisch unterschiedlichen Landesteile des neuen Kantons.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Folgen der Eingliederung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die neue Aargauer Regierung musste österreichische, helvetische und lokale Verwaltungsordnungen zusammenführen. Dazu gehörten unterschiedliche Steuersysteme, Gerichtsverfahren, Masse, Gewichte und Besitzrechte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Fricktaler Bevölkerung erhielt die gleichen kantonalen Bürgerrechte wie die übrigen Einwohner des Aargaus. Die Eingliederung bedeutete jedoch einen erneuten Wechsel der staatlichen Ordnung innerhalb weniger Jahre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viele Bewohner standen dem neuen Kanton zunächst zurückhaltend gegenüber. Wirtschaftlich und kulturell war das Fricktal weiterhin stark nach Basel und in den süddeutschen Raum orientiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die konfessionellen Unterschiede innerhalb des Aargaus prägten die kantonale Politik. Das katholische Fricktal wurde mit dem ebenfalls katholischen Freiamt und den konfessionell gemischten Gebieten der früheren Grafschaft Baden sowie dem überwiegend reformierten Berner Aargau vereinigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Erinnerung und regionale Identität ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl der Kanton Fricktal nur ein Jahr bestand, besitzt er bis heute einen festen Platz in der regionalen Erinnerung. Er steht für die Übergangszeit zwischen österreichischer und schweizerischer Herrschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Geschichte wird in regionalen Museen, Archiven, Vereinen und Publikationen behandelt. Einen besonderen Anlass bildete das zweihundertjährige Jubiläum im Jahr 2002.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jubiläumsjahr fanden Ausstellungen, Vorträge und weitere Veranstaltungen statt. Gleichzeitig erschien das umfangreiche Werk von Patrick Bircher über Bauern, Bürger und Revolutionäre an der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Moderne Fricktaler Fahnen und Wappenmotive sind überwiegend spätere regionale Schöpfungen. Für den historischen Kanton ist kein allgemein anerkanntes und zweifelsfrei belegtes amtliches Kantonswappen überliefert. Darstellungen, die das Wappen einer heutigen Fricktaler Gemeinde als Kantonswappen verwenden, sind deshalb mit Vorsicht zu betrachten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die regionale Bezeichnung Fricktal blieb auch nach 1803 erhalten. Sie umfasst heute im Wesentlichen die Bezirke Rheinfelden und Laufenburg und bezeichnet einen eigenständigen Kultur- und Wirtschaftsraum innerhalb des Kantons Aargau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Archive und Quellen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die historischen Akten zum Fricktal befinden sich hauptsächlich im Staatsarchiv Aargau. Der Bestand enthält Unterlagen aus der vorderösterreichischen Verwaltung und aus der Übergangszeit um 1800.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu gehören:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Akten der vorderösterreichischen Zentralverwaltung;&lt;br /&gt;
* Unterlagen der Oberämter Rheinfelden und Laufenburg;&lt;br /&gt;
* Urkunden und Bereine geistlicher Institutionen;&lt;br /&gt;
* Karten und Bannpläne;&lt;br /&gt;
* Steuer-, Militär- und Gerichtsakten;&lt;br /&gt;
* Schriftstücke zur Abtretung an Frankreich;&lt;br /&gt;
* Unterlagen zur Eingliederung in den Kanton Aargau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Teil der österreichischen Akten wurde im 19. Jahrhundert aufgrund von Staatsverträgen zwischen dem Kanton Aargau und dem Grossherzogtum Baden ausgetauscht. Die Archivbestände spiegeln deshalb sowohl schweizerische als auch süddeutsche Verwaltungszusammenhänge wider.&amp;lt;ref name=&amp;quot;staatsarchiv_fricktal&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zeittafel ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Datum&lt;br /&gt;
! Ereignis&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 17. Oktober 1797&lt;br /&gt;
| Österreich erklärt sich im Frieden von Campo Formio zur Abtretung des Fricktals an Frankreich bereit.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1799&lt;br /&gt;
| Französische Truppen besetzen das Fricktal.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 9. Februar 1801&lt;br /&gt;
| Der Frieden von Lunéville bestätigt die Abtretung an Frankreich.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Dezember 1801&lt;br /&gt;
| Im Pfarrhaus von Eiken entsteht ein Entwurf für eine Kantonsverfassung.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 20. Februar 1802&lt;br /&gt;
| Der Kanton Fricktal wird ausgerufen; Sebastian Fahrländer übernimmt die Verwaltung.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 22. September 1802&lt;br /&gt;
| Gemeindevertreter erklären Fahrländer in Frick für abgesetzt.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Oktober 1802&lt;br /&gt;
| Fahrländer wird festgenommen; Rheinfelden übernimmt die Funktion des politischen Hauptorts.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Ende 1802&lt;br /&gt;
| Das Fricktal wird endgültig der Helvetischen Republik beziehungsweise der Schweiz zugeordnet.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 19. Februar 1803&lt;br /&gt;
| Die Mediationsakte vereinigt Fricktal, Baden und den damaligen Kanton Aargau zum neuen Kanton Aargau.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Fricktal]]&lt;br /&gt;
* [[Vorderösterreich]]&lt;br /&gt;
* [[Helvetische Republik]]&lt;br /&gt;
* [[Kanton Baden]]&lt;br /&gt;
* [[Kanton Aargau (1798–1803)]]&lt;br /&gt;
* [[Geschichte des Kantons Aargau]]&lt;br /&gt;
* [[Sebastian Fahrländer]]&lt;br /&gt;
* [[Rheinfelden AG|Rheinfelden]]&lt;br /&gt;
* [[Laufenburg AG|Laufenburg]]&lt;br /&gt;
* [[Frick AG|Frick]]&lt;br /&gt;
* [[Mediationsakte]]&lt;br /&gt;
* [[Helvetische Consulta]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Patrick Bircher: &amp;#039;&amp;#039;Der Kanton Fricktal. Bauern, Bürger und Revolutionäre an der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert.&amp;#039;&amp;#039; Forum Fricktal, Laufenburg 2002, ISBN 3-9522417-0-9.&lt;br /&gt;
* Emil Jegge: &amp;#039;&amp;#039;Die Geschichte des Fricktals bis 1803.&amp;#039;&amp;#039; Joh. Binkert, Laufenburg 1943.&lt;br /&gt;
* Erwin Dittler: &amp;#039;&amp;#039;Die Abtrennung des Fricktals vom Breisgau im Jahre 1802.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Badische Heimat&amp;#039;&amp;#039;, Heft 1, 1981, S. 129–143.&lt;br /&gt;
* August Senti: &amp;#039;&amp;#039;Sebastian Fahrländer.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Argovia&amp;#039;&amp;#039;, Band 65, Aarau 1953, S. 124–127.&lt;br /&gt;
* Erwin Dittler: &amp;#039;&amp;#039;Karl und Dr. Sebastian Fahrländer von Ettenheim und die revolutionäre Bewegung am Oberrhein.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Die Ortenau&amp;#039;&amp;#039;, Band 56, 1976, S. 213–276.&lt;br /&gt;
* Piroska R. Máthé: &amp;#039;&amp;#039;Vom Pergament zum Chip. Kulturgüter im Staatsarchiv Aargau.&amp;#039;&amp;#039; Aarau 2003.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/008297/ Fricktal im Historischen Lexikon der Schweiz]&lt;br /&gt;
* [https://blog.nationalmuseum.ch/2021/10/kanton-fricktal/ Der Kanton Fricktal im Blog des Schweizerischen Nationalmuseums]&lt;br /&gt;
* [https://www.kanton-fricktal.ch/ Website zum Jubiläum des Kantons Fricktal]&lt;br /&gt;
* [https://www.ag.ch/de/themen/kultur-sport/kultur/bibliothek-archiv/staatsarchiv Staatsarchiv Aargau]&lt;br /&gt;
* [https://www.e-periodica.ch/digbib/view?pid=min-001%3A2002%3A0%3A%3A146 «Zwischen Monarchie und Republik» bei E-Periodica]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Historischer Kanton der Schweiz]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Helvetische Republik]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte (Kanton Aargau)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Fricktal]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vorderösterreich]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gegründet 1802]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Aufgelöst 1803]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Nick Frei</name></author>
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