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	<title>Aletschgletscher - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Helvetia Wiki – Die Enzyklopädie der Schweiz</subtitle>
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		<title>Nick Frei: Die Seite wurde neu angelegt: «{| class=&quot;wikitable float-right&quot; style=&quot;float:right; width:320px; margin:0 0 1em 1em;&quot; |- ! colspan=&quot;2&quot; style=&quot;text-align:center; font-size:120%;&quot; | Grosser Aletschgletscher |- | colspan=&quot;2&quot; style=&quot;text-align:center;&quot; | Grosser Aletschgletscher vom Eggishorn aus |- ! Alternativname | Aletschgletscher |- ! Lage | Kanton Wallis, Schweiz |- ! Gebirge | Berner Alpen |- ! Typ | Talgletscher |- ! Läng…»</title>
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		<updated>2026-08-03T06:57:22Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Die Seite wurde neu angelegt: «{| class=&amp;quot;wikitable float-right&amp;quot; style=&amp;quot;float:right; width:320px; margin:0 0 1em 1em;&amp;quot; |- ! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:center; font-size:120%;&amp;quot; | Grosser Aletschgletscher |- | colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:center;&amp;quot; | &lt;a href=&quot;/de/Datei:Grosser_Aletschgletscher_3196.JPG&quot; title=&quot;Datei:Grosser Aletschgletscher 3196.JPG&quot;&gt;300px|Grosser Aletschgletscher vom Eggishorn aus&lt;/a&gt; |- ! Alternativname | Aletschgletscher |- ! Lage | &lt;a href=&quot;/de/Kanton_Wallis&quot; title=&quot;Kanton Wallis&quot;&gt;Kanton Wallis&lt;/a&gt;, &lt;a href=&quot;/de/Schweiz&quot; title=&quot;Schweiz&quot;&gt;Schweiz&lt;/a&gt; |- ! Gebirge | &lt;a href=&quot;/de/Berner_Alpen&quot; title=&quot;Berner Alpen&quot;&gt;Berner Alpen&lt;/a&gt; |- ! Typ | Talgletscher |- ! Läng…»&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{| class=&amp;quot;wikitable float-right&amp;quot; style=&amp;quot;float:right; width:320px; margin:0 0 1em 1em;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:center; font-size:120%;&amp;quot; | Grosser Aletschgletscher&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:center;&amp;quot; | [[Datei:Grosser Aletschgletscher 3196.JPG|300px|Grosser Aletschgletscher vom Eggishorn aus]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Alternativname&lt;br /&gt;
| Aletschgletscher&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Lage&lt;br /&gt;
| [[Kanton Wallis]], [[Schweiz]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Gebirge&lt;br /&gt;
| [[Berner Alpen]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Typ&lt;br /&gt;
| Talgletscher&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Länge&lt;br /&gt;
| rund 20 km&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Fläche&lt;br /&gt;
| 75,79 km² &amp;lt;small&amp;gt;(2023)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Volumen&lt;br /&gt;
| rund 11 km³&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Maximale Eisdicke&lt;br /&gt;
| rund 800 m&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Höhenbereich&lt;br /&gt;
| etwa 1575–4160 m ü. M.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Fliessrichtung&lt;br /&gt;
| ab dem Konkordiaplatz nach Südosten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Entwässerung&lt;br /&gt;
| [[Massa (Fluss)|Massa]] → [[Rhone]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Koordinaten&lt;br /&gt;
| {{Coordinate|NS=46.46672|EW=8.07188|type=landmark|region=CH-VS}}&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Besonderheit&lt;br /&gt;
| grösster und längster Gletscher der Alpen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Schutzstatus&lt;br /&gt;
| Teil des [[UNESCO-Welterbe]]s [[Schweizer Alpen Jungfrau-Aletsch]]&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Aletschgletscher&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, meist als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Grosser Aletschgletscher&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet, ist der flächenmässig grösste und längste [[Gletscher]] der [[Alpen]]. Er liegt auf der Südseite der [[Berner Alpen]] im [[Kanton Wallis]]. Der mächtige Eisstrom reicht von den Firngebieten der Jungfrau-Region bis in die Nähe der Massaschlucht oberhalb des [[Rhonetal]]s.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den Daten des Schweizerischen Gletschermessnetzes [[GLAMOS]] besass der Grosse Aletschgletscher 2023 eine Fläche von 75,79 Quadratkilometern. Zwischen 1870 und 2024 zog sich seine Zunge insgesamt um 3387 Meter zurück.&amp;lt;ref name=&amp;quot;glamos-daten&amp;quot;&amp;gt;Glacier Monitoring in Switzerland: [https://www.glamos.ch/ Gletschermessnetz Schweiz GLAMOS], Eintrag «Grosser Aletschgletscher», Fläche 2023 und Längenänderung 1870–2024, abgerufen am 3. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Touristische und naturkundliche Institutionen geben seine heutige Länge gerundet mit etwa 20 Kilometern an.&amp;lt;ref name=&amp;quot;pronatura-gletscher&amp;quot;&amp;gt;Pro Natura Zentrum Aletsch: [https://www.pronatura-aletsch.ch/de/aletschgletscher Aletschgletscher], abgerufen am 3. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gletscher bildet das landschaftliche Zentrum des UNESCO-Welterbes Schweizer Alpen Jungfrau-Aletsch. Seine markanten Mittelmoränen, die grosse Eismächtigkeit am Konkordiaplatz und die weit sichtbaren Spuren früherer Gletscherstände machen ihn zu einem bedeutenden Forschungs-, Natur- und Ausflugsgebiet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Name ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bezeichnung «Aletsch» wird nicht nur für den Grossen Aletschgletscher, sondern auch für die umliegende Landschaft verwendet. Dazu gehören unter anderem der [[Aletschwald]], die Aletschregion sowie mehrere kleinere Gletscher und Firnfelder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Zusatz «Grosser» unterscheidet den Hauptgletscher insbesondere vom [[Mittelaletschgletscher]] und vom [[Oberaletschgletscher]]. Im allgemeinen Sprachgebrauch ist mit «Aletschgletscher» gewöhnlich der Grosse Aletschgletscher gemeint.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lage und Verlauf ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aletschgletscher liegt im südlichen Teil der Berner Alpen, obwohl der Name dieses Gebirges auf den nördlich gelegenen [[Kanton Bern]] verweist. Der gesamte Hauptstrom des Gletschers erstreckt sich auf der Walliser Seite des Alpenhauptkamms.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sein Nährgebiet liegt in der hochalpinen Region zwischen [[Jungfrau]], [[Mönch]], [[Aletschhorn]], [[Fiescher Gabelhorn]], [[Grünhorn]] und [[Dreieckhorn]]. Mehrere grosse Firnströme vereinigen sich am Konkordiaplatz. Von dort fliesst das Eis zunächst in südöstlicher und später stärker südlicher Richtung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gletscher verläuft westlich des [[Eggishorn]]s und östlich des Aletschwalds. Seine Zunge endet oberhalb der Massaschlucht. Das Schmelzwasser fliesst durch die Massa in die Rhone und gelangt schliesslich über den [[Genfersee]] und Frankreich ins Mittelmeer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gletschergebiet umfasst einen Höhenunterschied von mehr als 2500 Metern. Die höchsten Teile des Nährgebiets liegen auf über 4000 Metern über Meer, während die unteren Bereiche der Gletscherzunge deutlich unter 2000 Metern liegen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;wallis-gletscher&amp;quot;&amp;gt;Wallis Promotion: [https://www.valais.ch/de/erleben/aktivitaeten/naturschauplaetze/gletscher/der-grosse-aletschgletscher Der Grosse Aletschgletscher], abgerufen am 3. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Entstehung und Aufbau ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Firngebiete ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Grosse Aletschgletscher entsteht aus mehreren Firnströmen. Die drei wichtigsten sind:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* das Grosse Aletschfirn, das von Westen her zufliesst;&lt;br /&gt;
* das Jungfraufirn, das aus dem Gebiet südlich von Jungfrau und Mönch kommt;&lt;br /&gt;
* das Ewigschneefäld, das von Norden und Nordosten zum Konkordiaplatz fliesst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinzu kommt der wesentlich kleinere Grüneggfirn. Die Firnströme transportieren Schnee und Eis aus einem weitläufigen hochalpinen Einzugsgebiet zum Konkordiaplatz. Dort vereinigen sie sich zum eigentlichen Grossen Aletschgletscher.&amp;lt;ref name=&amp;quot;pronatura-gletscher&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Nährgebiet wird der gefallene Schnee durch wiederholtes Auftauen, Gefrieren und den Druck neuer Schneeschichten zunächst zu Firn und später zu dichtem Gletschereis umgewandelt. Die Schwerkraft setzt das Eis langsam in Bewegung. Trotz seines festen Erscheinungsbilds verhält sich ein Gletscher über längere Zeiträume wie eine zäh fliessende Masse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Konkordiaplatz ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Konkordiaplatz]] ist eine weite, fast ebene Eisfläche am Zusammenfluss der grossen Firnströme. Er besitzt eine Fläche von ungefähr sechs Quadratkilometern. Die Eisdicke beträgt dort rund 800 Meter und erreicht nach einzelnen Messungen lokal noch höhere Werte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;pronatura-gletscher&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name wurde im 19. Jahrhundert vom britischen Bergsteiger John Frederick Hardy geprägt. Er verglich den Zusammenfluss der Eisströme mit der Place de la Concorde in Paris.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oberhalb des Konkordiaplatzes steht die [[Konkordiahütte]] des [[Schweizer Alpen-Club]]s. Wegen des Absinkens der Gletscheroberfläche liegt der Zugang zur Hütte heute deutlich höher über dem Eis als zur Zeit ihrer Errichtung. Der Höhenunterschied wird mit einer langen Metalltreppe überwunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mittelmoränen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dem unteren Gletscherabschnitt sind zwei dunkle, nahezu parallel verlaufende Mittelmoränen besonders auffällig. Sie entstehen, wenn die Seitenmoränen zusammenfliessender Gletscherarme in die Mitte des gemeinsamen Eisstroms gelangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die in Fliessrichtung rechte Linie wird als Kranzbergmittelmoräne, die linke als Trugbergmittelmoräne bezeichnet. Das Gesteinsmaterial wird über viele Kilometer auf der Eisoberfläche mitgeführt. Die Mittelmoränen verdeutlichen sowohl die Herkunft der verschiedenen Eisströme als auch die langsame Bewegung des Gletschers.&amp;lt;ref name=&amp;quot;aletscharena-gletscher&amp;quot;&amp;gt;Aletsch Arena: [https://www.aletscharena.ch/ueber-die-region/destination/aletschgletscher Der Grosse Aletschgletscher], abgerufen am 3. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bewegung des Eises ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aletschgletscher bewegt sich ständig talabwärts. Die Fliessgeschwindigkeit ist jedoch nicht überall gleich. Im Bereich des Konkordiaplatzes kann das Eis bis zu ungefähr 200 Meter pro Jahr zurücklegen. Gegen die Gletscherzunge hin nimmt die Geschwindigkeit deutlich ab.&amp;lt;ref name=&amp;quot;meteoschweiz-aletsch&amp;quot;&amp;gt;Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie MeteoSchweiz: [https://www.meteoschweiz.admin.ch/ueber-uns/meteoschweiz-blog/de/2023/10/aletschgletscher.html Der Aletschgletscher schrumpft immer schneller], 12. Oktober 2023, abgerufen am 3. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Mitte eines Gletschers fliesst das Eis meist schneller als an seinen Rändern, wo die Reibung am Fels die Bewegung bremst. Auch an der Oberfläche ist die Geschwindigkeit gewöhnlich höher als am Gletscherbett.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bewegung erfolgt einerseits durch die plastische Verformung des Eises und andererseits durch ein Gleiten über den Untergrund. Schmelzwasser am Gletscherbett kann dieses Gleiten zeitweise beschleunigen. Spannungsunterschiede im Eis führen zur Bildung von Gletscherspalten, insbesondere an Gefällestufen, in Kurven und an den Rändern des Eisstroms.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Landschaftsformung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aletschgletscher hat die Landschaft der Region während zahlreicher Kalt- und Warmzeiten geformt. Das fliessende Eis schliff Felsoberflächen ab, verbreiterte Täler und transportierte grosse Mengen an Gestein. Nach dem Rückzug des Eises blieben Seitenmoränen, Grundmoränen, Rundhöcker und Gletscherschliffe zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während des Höhepunkts der letzten Eiszeit vor ungefähr 18&amp;#039;000 Jahren war die Region von einer wesentlich mächtigeren Eisdecke bedeckt. Zwischen Riederhorn und Bettmerhorn ragten nur die höchsten Gipfel aus dem Eis. Vor etwa 11&amp;#039;000 Jahren reichte die Zunge des Aletschgletschers bis in die Nähe des Rhonetals.&amp;lt;ref name=&amp;quot;aletscharena-gletscher&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die heute sichtbaren Geländeformen zeigen, wie stark sich die Ausdehnung des Gletschers im Laufe der Zeit verändert hat. Glatt geschliffene Felsen kennzeichnen ehemals eisbedeckte Bereiche, während höhere, nicht vom Eis überformte Gipfel schroffere Formen besitzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Frühere Gletscherstände ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Grosse Aletschgletscher durchlief auch nach dem Ende der letzten Eiszeit mehrere Wachstums- und Rückzugsphasen. Die Veränderungen lassen sich anhand von Moränen, Holzresten, historischen Darstellungen, Karten, Fotografien und schriftlichen Berichten rekonstruieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der [[Kleine Eiszeit|Kleinen Eiszeit]] erreichte der Gletscher wiederholt grosse Ausdehnungen. Sein letzter bedeutender Hochstand trat um 1860 ein. Damals war der Eisstrom ungefähr drei Kilometer länger als zu Beginn des 21. Jahrhunderts. Im Gebiet des heutigen Aletschwalds lag die Eisoberfläche stellenweise mehr als 200 Meter höher.&amp;lt;ref name=&amp;quot;aletscharena-gletscher&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der frühere Eisrand ist bis heute als helles Band in der Landschaft erkennbar. Die Vegetation ausserhalb dieses Bandes ist wesentlich älter als jene auf den Flächen, die erst seit dem 19. oder 20. Jahrhundert eisfrei geworden sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Märjelensee ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am östlichen Rand des Gletschers liegt das Gebiet des [[Märjelensee]]s. Früher staute der Aletschgletscher dort einen wesentlich grösseren See auf. Eisabbrüche vom Gletscherrand gelangten ins Wasser und bildeten kleine Eisberge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wasserspiegel des historischen Märjelensees schwankte stark. Gelegentlich entleerte sich der See plötzlich durch Spalten und Kanäle unter oder im Gletscher. Solche Ausbrüche konnten im Tal der Massa Überschwemmungen verursachen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Absinken und dem Rückzug des Gletschers verlor der See einen grossen Teil seiner früheren Ausdehnung. Heute bestehen im Gebiet mehrere kleinere Wasserflächen. Der Märjelensee ist ein beliebtes Ziel von Wanderungen ab der Fiescheralp oder vom Eggishorn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gewässer und Wasserkraft ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Schmelzwasser des Aletschgletschers sammelt sich in der Massa. Der Fluss durchquert die Massaschlucht und mündet bei [[Bitsch VS|Bitsch]] in die Rhone.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Teil des Wassers wird für die Stromproduktion genutzt. Die Massa wird im [[Stausee Gebidem]] aufgestaut. Das Wasser gelangt anschliessend durch Druckleitungen zu den Anlagen der Kraftwerkgruppe Aletsch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Abflussmenge unterliegt starken jahreszeitlichen Schwankungen. Im Winter ist ein grosser Teil der Niederschläge als Schnee gespeichert, während im Sommer Schnee- und Eisschmelze zu hohen Wassermengen führen. Der fortschreitende Gletscherschwund kann den Abfluss zunächst erhöhen. Langfristig nimmt die sommerliche Wasserreserve jedoch ab, wenn das Eisvolumen kleiner wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gletscherschwund ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Länge des Grossen Aletschgletschers wird seit 1870 systematisch beobachtet. Seit Beginn dieser Messreihe ist die Gletscherzunge fast durchgehend zurückgewichen. Auch kühlere Phasen im 20. Jahrhundert führten wegen der langen Reaktionszeit des grossen Gletschers nicht zu einem nachhaltigen Vorstoss.&amp;lt;ref name=&amp;quot;scnat-laengenentwicklung&amp;quot;&amp;gt;Akademie der Naturwissenschaften Schweiz: [https://naturwissenschaften.ch/snow-glaciers-permafrost-explained/glaciers/length_variation/aletsch Grosser Aletschgletscher: Längenänderung], abgerufen am 3. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2024 betrug der gemessene Rückzug gegenüber dem Ausgangspunkt von 1870 insgesamt 3387 Meter. Die Gletscherfläche verringerte sich ebenfalls stark. Um 1850 umfasste sie noch mehr als 100 Quadratkilometer, 1973 rund 96 Quadratkilometer und 2023 nur noch 75,79 Quadratkilometer.&amp;lt;ref name=&amp;quot;glamos-daten&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In besonders ungünstigen Jahren zog sich die Zunge um mehrere Dutzend Meter zurück. Pro Natura nennt für einzelne Jahre einen Längenverlust von bis zu 50 Metern.&amp;lt;ref name=&amp;quot;pronatura-gletscher&amp;quot; /&amp;gt; Zugleich wird der Gletscher dünner. Dadurch sinkt die Oberfläche selbst in Abschnitten, deren Lage sich auf Karten zunächst nur wenig verändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für das hydrologische Jahr 2024/2025 ermittelte GLAMOS für den Grossen Aletschgletscher eine stark negative Massenbilanz von rund −1,48 Metern Wasseräquivalent. Das bedeutet, dass der Verlust durch Schmelzen die winterliche Schneeakkumulation deutlich übertraf.&amp;lt;ref name=&amp;quot;glamos-daten&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grosse Talgletscher reagieren zeitlich verzögert auf klimatische Veränderungen. Selbst bei einer raschen Stabilisierung der Temperaturen würde sich der Aletschgletscher deshalb noch während Jahrzehnten an die bereits erfolgte Erwärmung anpassen und weiter zurückziehen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;scnat-laengenentwicklung&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gletschervorfeld und Vegetation ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch den Rückzug des Gletschers werden neue Flächen freigelegt. Zunächst bestehen sie aus nacktem Fels, Sand und Lockergestein. Nach kurzer Zeit siedeln sich erste Mikroorganismen, Flechten und Moose an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den frühen Blütenpflanzen gehören verschiedene Steinbrecharten und das Alpen-Leinkraut. Später folgen Gräser, Kräuter und Zwergsträucher. Nach mehreren Jahrzehnten können sich erste Lärchen und Arven etablieren. Diese schrittweise Besiedlung neu entstandener Lebensräume wird als [[Sukzession]] bezeichnet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;pronatura-gletscher&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die unterschiedlich alten eisfreien Flächen am Rand des Gletschers bilden ein natürliches Forschungsgebiet. Auf engem Raum lässt sich beobachten, wie Böden entstehen und wie sich Pflanzengesellschaften nach dem Verschwinden des Eises entwickeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Aletschwald ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nordöstlich der Riederalp erstreckt sich der [[Aletschwald]] entlang des Gletschers. Er wird vor allem durch alte Arven und Lärchen geprägt. Einige Arven erreichen ein sehr hohes Alter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wald wurde früher durch Holznutzung, Viehweide und das Sammeln von Beeren stark beansprucht. Seit 1933 steht er unter Schutz und wird weitgehend seiner natürlichen Entwicklung überlassen. Umgestürzte Bäume bleiben als Totholz liegen und bieten Lebensraum für Pilze, Insekten und andere Organismen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;pronatura-aletschwald&amp;quot;&amp;gt;Pro Natura: [https://www.pronatura.ch/de/naturschutzgebiet-aletschwald Naturschutzgebiet Aletschwald], abgerufen am 3. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Schutzgebiet leben unter anderem Rothirsche, Gämsen, Tannenhäher, Birkhühner und Steinadler. Der Tannenhäher besitzt für die Verbreitung der Arve eine besondere Bedeutung, da er deren Samen als Wintervorrat versteckt und nicht alle Verstecke wiederfindet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der Riederfurka befindet sich die historische Villa Cassel. Sie beherbergt seit 1976 das Pro Natura Zentrum Aletsch, das Ausstellungen, Exkursionen und Veranstaltungen zur Natur- und Kulturgeschichte der Region anbietet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== UNESCO-Welterbe ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aletschgletscher gehört zum UNESCO-Welterbe Schweizer Alpen Jungfrau-Aletsch. Das Gebiet wurde 2001 unter dem damaligen Namen «Jungfrau-Aletsch-Bietschhorn» in die Welterbeliste aufgenommen. Im Jahr 2007 wurde es nach Osten und Westen erweitert. Seit 2008 trägt es seinen heutigen Namen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;unesco-welterbe&amp;quot;&amp;gt;UNESCO World Heritage Centre: [https://whc.unesco.org/en/list/1037/ Swiss Alps Jungfrau-Aletsch], abgerufen am 3. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Welterbestätte umfasst 82&amp;#039;400 Hektaren beziehungsweise 824 Quadratkilometer. Sie erstreckt sich über Teile der Kantone Bern und Wallis und schliesst neben dem Aletschgletscher zahlreiche weitere Gletscher, Hochgebirgsgipfel, Täler und naturnahe Lebensräume ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die UNESCO begründet den aussergewöhnlichen universellen Wert des Gebiets mit drei Kriterien:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* der aussergewöhnlichen Schönheit der Hochgebirgslandschaft;&lt;br /&gt;
* seiner Bedeutung für das Verständnis der Entstehung der Alpen und glazialer Formen;&lt;br /&gt;
* den natürlichen ökologischen Prozessen, insbesondere der Wiederbesiedlung eisfrei werdender Flächen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gebiet umfasst alle Höhen- und Vegetationsstufen von trockenen inneralpinen Landschaften im Wallis bis zu den vergletscherten Gipfelregionen der Berner Alpen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;unesco-schweiz&amp;quot;&amp;gt;Schweizerische UNESCO-Kommission: [https://www.unesco.ch/culture/patrimoine-mondial/ Schweizer Alpen Jungfrau-Aletsch], abgerufen am 3. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Forschung und Beobachtung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aletschgletscher gehört zu den am längsten und umfassendsten untersuchten Gletschern der Schweiz. Messungen seiner Längenänderung reichen bis 1870 zurück. Untersuchungen zur Massenbilanz werden an einzelnen Standorten seit 1921 durchgeführt. Im Jahr 2020 wurde das Messprogramm erweitert, um die Massenveränderung des gesamten Gletschers genauer zu bestimmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;scnat-laengenentwicklung&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den eingesetzten Forschungsmethoden gehören:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Vermessungen der Position der Gletscherzunge;&lt;br /&gt;
* GPS-Messungen der Eisbewegung;&lt;br /&gt;
* Bohrungen zur Bestimmung der Eisdicke;&lt;br /&gt;
* Messungen der winterlichen Schneemenge;&lt;br /&gt;
* Ablationsmessungen an im Eis verankerten Stangen;&lt;br /&gt;
* Luftbilder und Satellitenaufnahmen;&lt;br /&gt;
* digitale Höhenmodelle;&lt;br /&gt;
* Radarmessungen des Gletscherbetts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die lange Messreihe ist für die Klimaforschung besonders wertvoll. Der Aletschgletscher reagiert wegen seiner Grösse langsamer als kleine Gletscher. Seine Entwicklung zeigt deshalb langfristige Veränderungen des Klimas deutlicher als kurzfristige Wetterschwankungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Tourismus ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aletschgletscher ist eine der bekanntesten Naturlandschaften der Schweiz. Besonders gute Ausblicke bieten die Aussichtspunkte Hohfluh, Moosfluh, Bettmerhorn und Eggishorn. Sie sind von den autofreien Ferienorten [[Riederalp]], [[Bettmeralp]] und Fiescheralp erreichbar.&amp;lt;ref name=&amp;quot;aletscharena-gletscher&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von der Nordseite kann der Gletscher über das [[Jungfraujoch]] erreicht werden. Mehrtägige Hochtouren führen vom Jungfraujoch über den Konkordiaplatz und die Konkordiahütte in Richtung Märjelensee oder Fiescheralp.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wanderwege verlaufen am Aletschwald, auf historischen Moränen und entlang der Höhenzüge über dem Gletscher. Der Eisstrom selbst darf wegen Gletscherspalten, Steinschlag, instabilen Randbereichen und rasch wechselnden Verhältnissen nur mit entsprechender alpiner Erfahrung und Ausrüstung betreten werden. Für Besucherinnen und Besucher ohne Gletschererfahrung werden geführte Touren mit Bergführer empfohlen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gletscherschwund verändert auch die touristische Infrastruktur. Frühere Zugänge zum Eis werden unpassierbar, Wege müssen verlegt und Treppen zu Berghütten regelmässig verlängert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedeutung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aletschgletscher besitzt eine mehrfache Bedeutung. Als grösster Eisstrom der Alpen ist er ein herausragendes Naturdenkmal. Seine Formen dokumentieren die Wirkung von Eis auf die Alpenlandschaft, während seine Messreihen wichtige Daten zur Klimaentwicklung liefern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Region ist er zugleich ein bedeutender Bestandteil des Tourismus. Die Aufnahme in das UNESCO-Welterbe und der Schutz des Aletschwalds unterstreichen den internationalen und nationalen Wert der Landschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der rasche Verlust von Länge, Fläche und Eisdicke hat den Aletschgletscher ausserdem zu einem sichtbaren Symbol des Klimawandels in der Schweiz gemacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Hanspeter Holzhauser: &amp;#039;&amp;#039;Gletscherschwankungen innerhalb der letzten 3200 Jahre am Beispiel des Grossen Aletsch- und des Gornergletschers.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Neue Ergebnisse der Gletscher- und Klimaforschung.&amp;#039;&amp;#039; Bern 1995.&lt;br /&gt;
* Peter Messerli, Thomas Scheurer: &amp;#039;&amp;#039;Das UNESCO-Welterbe Jungfrau-Aletsch-Bietschhorn.&amp;#039;&amp;#039; Haupt Verlag, Bern 2005, ISBN 3-258-06839-9.&lt;br /&gt;
* Daniel Farinotti, Matthias Huss und weitere: &amp;#039;&amp;#039;The evolution of the Swiss glaciers and their role as climate indicators.&amp;#039;&amp;#039; Eidgenössische Technische Hochschule Zürich.&lt;br /&gt;
* Pro Natura Zentrum Aletsch: &amp;#039;&amp;#039;Der Aletschwald und der Grosse Aletschgletscher.&amp;#039;&amp;#039; Riederalp.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://www.glamos.ch/ Grosser Aletschgletscher beim Schweizerischen Gletschermessnetz GLAMOS]&lt;br /&gt;
* [https://www.pronatura-aletsch.ch/de/aletschgletscher Informationen des Pro Natura Zentrums Aletsch]&lt;br /&gt;
* [https://www.aletscharena.ch/ueber-die-region/destination/aletschgletscher Der Grosse Aletschgletscher bei Aletsch Arena]&lt;br /&gt;
* [https://whc.unesco.org/en/list/1037/ UNESCO-Welterbe Schweizer Alpen Jungfrau-Aletsch]&lt;br /&gt;
* [https://naturwissenschaften.ch/snow-glaciers-permafrost-explained/glaciers/length_variation/aletsch Längenentwicklung bei der Akademie der Naturwissenschaften Schweiz]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Aletschgletscher|Aletschgletscher}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gletscher im Kanton Wallis]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gletscher in den Alpen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Berner Alpen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:UNESCO-Welterbe Schweizer Alpen Jungfrau-Aletsch]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geographie (Kanton Wallis)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rhone]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Nick Frei</name></author>
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