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	<title>Helvetia Wiki – Die Enzyklopädie der Schweiz - Benutzerbeiträge [de-ch]</title>
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		<id>https://helvetia.wiki/de/index.php?title=Albert_Einstein&amp;diff=2992</id>
		<title>Albert Einstein</title>
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		<updated>2026-08-27T09:38:46Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Nick Frei: /* Einzelnachweise */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{| class=&amp;quot;infobox&amp;quot; style=&amp;quot;width:22em; float:right; clear:right; margin:0 0 1em 1em; border:1px solid #a2a9b1; border-collapse:collapse; background:#f8f9fa; font-size:90%; line-height:1.4;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;padding:0.6em; background:#cfe8f3; text-align:center; font-size:125%;&amp;quot; | Albert Einstein&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;padding:0.5em; text-align:center;&amp;quot; | [[Datei:Albert Einstein Head.jpg|frameless|280px|Albert Einstein, 1947]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;text-align:left; padding:0.35em;&amp;quot; | Geboren&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;padding:0.35em;&amp;quot; | 14. März 1879 in [[Ulm]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;text-align:left; padding:0.35em;&amp;quot; | Gestorben&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;padding:0.35em;&amp;quot; | 18. April 1955 in [[Princeton (New Jersey)|Princeton]], New Jersey&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;text-align:left; padding:0.35em;&amp;quot; | Beruf&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;padding:0.35em;&amp;quot; | Theoretischer Physiker, Hochschullehrer&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;text-align:left; padding:0.35em;&amp;quot; | Fachgebiet&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;padding:0.35em;&amp;quot; | Theoretische Physik&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;text-align:left; padding:0.35em;&amp;quot; | Staatsangehörigkeit&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;padding:0.35em;&amp;quot; | Schweizer seit 1901; zusätzlich deutsch bis 1933 und US-amerikanisch seit 1940&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;text-align:left; padding:0.35em;&amp;quot; | Ausbildung&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;padding:0.35em;&amp;quot; | Kantonsschule Aarau, Eidgenössisches Polytechnikum Zürich&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;text-align:left; padding:0.35em;&amp;quot; | Doktorat&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;padding:0.35em;&amp;quot; | [[Universität Zürich]], 1906&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;text-align:left; padding:0.35em;&amp;quot; | Wirkungsorte&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;padding:0.35em;&amp;quot; | [[Bern]], [[Zürich]], Prag, Berlin, Princeton&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;text-align:left; padding:0.35em;&amp;quot; | Bekannt für&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;padding:0.35em;&amp;quot; | Spezielle und allgemeine Relativitätstheorie, Lichtquantenhypothese, Erklärung der Brownschen Bewegung, Masse-Energie-Äquivalenz, Bose-Einstein-Statistik&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;text-align:left; padding:0.35em;&amp;quot; | Nobelpreis&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;padding:0.35em;&amp;quot; | Physik 1921&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;text-align:left; padding:0.35em;&amp;quot; | Ehepartnerinnen&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;padding:0.35em;&amp;quot; | Mileva Marić, Elsa Einstein&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;text-align:left; padding:0.35em;&amp;quot; | Kinder&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;padding:0.35em;&amp;quot; | Lieserl, Hans Albert und Eduard Einstein&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;text-align:left; padding:0.35em;&amp;quot; | Unterschrift&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;padding:0.35em; text-align:center;&amp;quot; | [[Datei:Albert Einstein signature 1934.svg|160px|Unterschrift Albert Einsteins]]&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Albert Einstein&#039;&#039;&#039; (* 14. März 1879 in [[Ulm]], Königreich Württemberg; † 18. April 1955 in [[Princeton (New Jersey)|Princeton]], New Jersey) war ein schweizerisch-deutsch-amerikanischer theoretischer Physiker. Er zählt zu den einflussreichsten Naturwissenschaftlern des 20. Jahrhunderts und prägte mit seinen Arbeiten die moderne Vorstellung von Raum, Zeit, Gravitation, Licht und Materie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einstein entwickelte 1905 die spezielle Relativitätstheorie und leitete daraus die Äquivalenz von Masse und Energie ab, die gewöhnlich durch die Formel &amp;lt;math&amp;gt;E=mc^2&amp;lt;/math&amp;gt; ausgedrückt wird. Mit seiner Lichtquantenhypothese lieferte er einen grundlegenden Beitrag zur Entstehung der Quantentheorie. Seine Erklärung der Brownschen Bewegung stärkte die physikalischen Belege für die Existenz von Atomen und Molekülen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1915 vollendete Einstein die allgemeine Relativitätstheorie. Darin beschrieb er die Gravitation nicht mehr als gewöhnliche Kraft, sondern als Folge der Krümmung von Raum und Zeit durch Materie und Energie. Die Theorie veränderte die Grundlagen der Physik und wurde zu einem zentralen Ausgangspunkt der modernen Kosmologie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für seine Verdienste um die theoretische Physik, insbesondere für die Entdeckung des Gesetzes des photoelektrischen Effekts, erhielt Einstein den Nobelpreis für Physik des Jahres 1921. Der Preis wurde ihm 1922 zugesprochen und überreicht.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Nobel&amp;quot;&amp;gt;[https://www.nobelprize.org/prizes/physics/1921/einstein/facts/ Nobel Prize: Albert Einstein – Facts], abgerufen am 23. Juli 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsteins wissenschaftliche und persönliche Entwicklung war eng mit der [[Schweiz]] verbunden. Er besuchte die Kantonsschule in [[Aarau]], studierte am Eidgenössischen Polytechnikum in [[Zürich]], wurde 1901 Schweizer Bürger, arbeitete am Eidgenössischen Amt für geistiges Eigentum in [[Bern]] und lehrte an der [[Universität Zürich]] sowie an der [[ETH Zürich]]. Seine Schweizer Staatsangehörigkeit behielt er bis zu seinem Tod.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Herkunft und Familie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Albert Einstein wurde als Sohn von Hermann Einstein und Pauline Einstein, geborene Koch, in Ulm geboren. Die Familie war jüdischer Herkunft, lebte ihre Religion jedoch nur wenig traditionell.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sein Vater und dessen Bruder Jakob Einstein waren als Unternehmer in der elektrotechnischen Industrie tätig. Sie betrieben zunächst in München und später in Italien Unternehmen, die elektrische Anlagen und Gleichstrommaschinen herstellten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsteins jüngere Schwester Maria, genannt Maja, wurde 1881 geboren. Zwischen den Geschwistern bestand bis zu Majas Tod 1951 eine enge Beziehung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1880 zog die Familie von Ulm nach München. Dort gründeten Hermann und Jakob Einstein eine elektrotechnische Firma. Albert wuchs in einem bürgerlichen Umfeld auf, das von technischem Unternehmertum, Musik und einer weitgehend liberalen Weltanschauung geprägt war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kindheit und Schulzeit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einstein besuchte zunächst eine katholische Volksschule und danach das Luitpold-Gymnasium in München. Schon als Kind interessierte er sich stark für mathematische und naturwissenschaftliche Fragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine oft wiederholte Behauptung, Einstein sei ein schlechter Schüler gewesen oder in Mathematik durchgefallen, trifft nicht zu. Seine Leistungen in Mathematik und Physik waren ausgezeichnet. Schwierigkeiten hatte er vor allem mit dem autoritären Schulbetrieb und mit Unterrichtsfächern, die stark auf Auswendiglernen ausgerichtet waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Jugendlicher beschäftigte er sich selbstständig mit Geometrie, Algebra, Physik und philosophischen Fragen. Ein entscheidendes Erlebnis war nach seinen späteren Erinnerungen die Betrachtung eines Kompasses. Die unsichtbare Kraft, welche die Nadel ausrichtete, weckte sein Interesse an physikalischen Feldern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1894 übersiedelte die Familie wegen wirtschaftlicher Schwierigkeiten nach Italien. Albert blieb zunächst in München, verliess das Gymnasium jedoch ohne Abschluss und folgte seiner Familie nach Mailand und Pavia.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um dem deutschen Militärdienst und den damit verbundenen staatsbürgerlichen Pflichten zu entgehen, beantragte er die Entlassung aus der württembergischen Staatsangehörigkeit. Von 1896 bis 1901 war er staatenlos.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ausbildung in der Schweiz ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufnahmeprüfung am Polytechnikum ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1895 bewarb sich Einstein im Alter von sechzehn Jahren um die Aufnahme am Eidgenössischen Polytechnikum in Zürich, der heutigen [[ETH Zürich]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da er noch keinen anerkannten Mittelschulabschluss besass, musste er eine Aufnahmeprüfung ablegen. In Mathematik und Physik erzielte er sehr gute Ergebnisse. Seine Leistungen in Sprachen, Literatur und weiteren allgemeinbildenden Fächern reichten jedoch nicht für die sofortige Zulassung aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Direktor des Polytechnikums empfahl ihm, zunächst eine schweizerische Mittelschule zu besuchen und die Maturität abzulegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kantonsschule Aarau ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einstein trat 1895 in die Kantonsschule Aarau ein. Während seines Aufenthalts wohnte er bei der Familie seines Lehrers Jost Winteler.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Unterricht in Aarau unterschied sich deutlich vom autoritären Schulmodell, das Einstein in München erlebt hatte. Die Schule förderte selbstständiges Denken, Diskussionen und anschauliche Experimente.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Aarau beschäftigte sich Einstein mit Gedankenexperimenten, die später für seine Relativitätstheorie bedeutsam wurden. Er fragte sich unter anderem, wie eine Lichtwelle erscheinen würde, wenn sich ein Beobachter mit Lichtgeschwindigkeit neben ihr bewegte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1896 bestand Einstein die schweizerische Maturitätsprüfung. Seine besten Noten erhielt er in Mathematik und Physik.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ETHZürich&amp;quot;&amp;gt;[https://ethz.ch/content/dam/ethz/associates/ethlibrary-dam/documents/Standorteundmedien/Plattformen/EinsteinOnline/flyer_albert-einsteins_zurich.pdf ETH-Bibliothek: Albert Einstein’s Zurich], abgerufen am 23. Juli 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Studium in Zürich ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Oktober 1896 begann Einstein am Eidgenössischen Polytechnikum das Studium in der Fachlehrerabteilung für Mathematik und Physik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu seinen Mitstudierenden gehörten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Marcel Grossmann;&lt;br /&gt;
* Michele Besso;&lt;br /&gt;
* Jakob Ehrat;&lt;br /&gt;
* Louis Kollros;&lt;br /&gt;
* Mileva Marić.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mileva Marić stammte aus dem damaligen Österreich-Ungarn und war eine der wenigen Frauen, die zu dieser Zeit am Polytechnikum Naturwissenschaften studierten. Zwischen ihr und Einstein entstand eine enge persönliche und intellektuelle Beziehung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einstein interessierte sich besonders für theoretische Physik und las eigenständig Arbeiten von James Clerk Maxwell, Ludwig Boltzmann, Gustav Kirchhoff, Hermann von Helmholtz und Heinrich Hertz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den regulären Vorlesungsbetrieb besuchte er nicht immer zuverlässig. Er bevorzugte selbstständiges Lernen und nutzte teilweise die sorgfältigen Mitschriften Marcel Grossmanns.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 1900 schloss Einstein sein Studium mit dem Fachlehrerdiplom für Mathematik und Physik ab. Trotz seiner starken fachlichen Begabung erhielt er keine Assistentenstelle am Polytechnikum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schweizer Bürgerrecht ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einstein hatte bereits während seines Studiums die Absicht, Schweizer Bürger zu werden. Von seinem geringen Einkommen legte er regelmässig Geld für die Einbürgerungsgebühren zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 21. Februar 1901 erhielt er das Schweizer Bürgerrecht. Gleichzeitig wurde er Bürger der Stadt Zürich.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ETHZürich&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Schweizer Staatsangehörigkeit blieb ein dauerhafter Bestandteil seiner Identität. Auch als er später erneut eine deutsche und danach die US-amerikanische Staatsangehörigkeit besass, behielt er den Schweizer Pass.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der militärischen Musterung wurde Einstein aus gesundheitlichen Gründen für dienstuntauglich erklärt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Erste Berufsjahre ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Studienabschluss fand Einstein zunächst keine dauerhafte wissenschaftliche Stelle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er arbeitete zeitweise als Aushilfslehrer in Winterthur und Schaffhausen. Daneben gab er Privatunterricht und bereitete wissenschaftliche Veröffentlichungen vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ende 1901 bewarb er sich auf Empfehlung der Familie seines Studienfreunds Marcel Grossmann um eine Stelle beim Eidgenössischen Amt für geistiges Eigentum in Bern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Juni 1902 erhielt er die Anstellung als technischer Experte dritter Klasse. Seine Aufgabe bestand darin, Patentanmeldungen insbesondere für elektrotechnische und mechanische Erfindungen auf Neuheit, Funktionsweise und ausreichende Beschreibung zu prüfen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Patentamt&amp;quot;&amp;gt;[https://www.ige.ch/de/ueber-uns/die-geschichte-des-ige/einstein/einstein-beim-amt Eidgenössisches Institut für Geistiges Eigentum: Einstein beim Amt], abgerufen am 23. Juli 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Jahre in Bern ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Leben am Patentamt ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einstein arbeitete von 1902 bis 1909 am Eidgenössischen Amt für geistiges Eigentum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Tätigkeit verlangte, technische Ideen rasch auf ihre wesentlichen Prinzipien zu reduzieren. Diese Art des abstrakten Denkens entsprach Einsteins wissenschaftlicher Arbeitsweise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seine Vorgesetzten bewerteten ihn als zuverlässigen und fachlich begabten Mitarbeiter. 1906 wurde er zum technischen Experten zweiter Klasse befördert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die reguläre Anstellung gab Einstein wirtschaftliche Sicherheit und liess ihm ausserhalb der Arbeitszeit genügend Raum für theoretische Forschungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Patentamt befand sich damals an der Ecke Speichergasse und Genfergasse in Bern. Einstein arbeitete dort an einem Stehpult und prüfte unter anderem Erfindungen zur elektrischen Signalübertragung, Zeitmessung und Synchronisierung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Patentamt&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Akademie Olympia ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Bern gründete Einstein mit seinen Freunden Maurice Solovine und Conrad Habicht einen informellen Gesprächskreis, den sie scherzhaft &#039;&#039;&#039;Akademie Olympia&#039;&#039;&#039; nannten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Mitglieder trafen sich regelmässig, lasen wissenschaftliche und philosophische Werke und diskutierten über Physik, Erkenntnistheorie, Literatur und Gesellschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den behandelten Autoren gehörten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* David Hume;&lt;br /&gt;
* Ernst Mach;&lt;br /&gt;
* Henri Poincaré;&lt;br /&gt;
* Baruch de Spinoza;&lt;br /&gt;
* Miguel de Cervantes;&lt;br /&gt;
* Sophokles.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gespräche der Akademie Olympia waren für Einsteins geistige Entwicklung wichtig. Solovine und Habicht blieben ihm auch nach dem Ende der Berner Jahre freundschaftlich verbunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ehe mit Mileva Marić ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Albert Einstein und Mileva Marić heirateten am 6. Januar 1903 in Bern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits 1902 war ihre Tochter Lieserl geboren worden. Über ihr weiteres Leben liegen nur wenige gesicherte Informationen vor. Es ist nicht geklärt, ob sie früh starb oder zur Adoption freigegeben wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1904 kam der Sohn Hans Albert Einstein zur Welt. Er wurde später ein bedeutender Ingenieur und Professor für Wasserbau an der University of California in Berkeley.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zweite Sohn, Eduard Einstein, wurde 1910 in Zürich geboren. Er studierte Medizin, erkrankte jedoch als junger Erwachsener schwer und verbrachte einen erheblichen Teil seines späteren Lebens in psychiatrischer Behandlung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von 1903 bis 1905 lebte die Familie an der Kramgasse 49 in der Berner Altstadt. In der damaligen Wohnung befindet sich heute das Einstein-Haus Bern.&amp;lt;ref name=&amp;quot;EinsteinBern&amp;quot;&amp;gt;[https://www.einstein-bern.ch/einstein-and-bern/ Einstein-Haus Bern: Einstein und Bern], abgerufen am 23. Juli 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Das Wunderjahr 1905 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Jahr 1905 wird als Einsteins &#039;&#039;&#039;Annus mirabilis&#039;&#039;&#039; oder Wunderjahr bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während er weiterhin vollzeitlich am Patentamt arbeitete, veröffentlichte er innerhalb weniger Monate mehrere Arbeiten, welche die Grundlagen der modernen Physik veränderten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Einsteins wichtigste Arbeiten des Jahres 1905&lt;br /&gt;
! Thema&lt;br /&gt;
! Deutscher Titel&lt;br /&gt;
! Bedeutung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Lichtquanten&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;Über einen die Erzeugung und Verwandlung des Lichtes betreffenden heuristischen Gesichtspunkt&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Erklärung des photoelektrischen Effekts und grundlegender Beitrag zur Quantentheorie&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Brownsche Bewegung&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;Über die von der molekularkinetischen Theorie der Wärme geforderte Bewegung von in ruhenden Flüssigkeiten suspendierten Teilchen&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Physikalische Bestätigung der atomistischen Materietheorie&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Spezielle Relativitätstheorie&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;Zur Elektrodynamik bewegter Körper&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Neue Theorie von Raum, Zeit und Bewegung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Masse und Energie&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;Ist die Trägheit eines Körpers von seinem Energieinhalt abhängig?&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Herleitung der Masse-Energie-Äquivalenz&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Dissertation&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;Eine neue Bestimmung der Moleküldimensionen&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Verfahren zur Bestimmung molekularer Grössen&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Lichtquantenhypothese ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Max Planck hatte 1900 angenommen, dass Materie Energie nur in bestimmten Portionen aufnehmen oder abgeben könne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einstein ging 1905 einen entscheidenden Schritt weiter. Er schlug vor, dass sich auch Licht unter bestimmten Umständen so verhalte, als bestehe es aus einzelnen Energiequanten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Energie eines solchen Lichtquants ist proportional zur Frequenz des Lichts:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;E=h\nu&amp;lt;/math&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei bezeichnet &amp;lt;math&amp;gt;h&amp;lt;/math&amp;gt; das Plancksche Wirkungsquantum und &amp;lt;math&amp;gt;\nu&amp;lt;/math&amp;gt; die Frequenz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dieser Annahme erklärte Einstein den photoelektrischen Effekt. Trifft Licht auf bestimmte Metalloberflächen, können Elektronen herausgelöst werden. Entscheidend ist dabei nicht allein die Intensität, sondern vor allem die Frequenz des Lichts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Arbeit wurde zum Ausgangspunkt des späteren Photonenbegriffs und war der wichtigste konkrete Grund für die Verleihung des Nobelpreises.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Nobel&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Brownsche Bewegung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter der Brownschen Bewegung versteht man die unregelmässige Bewegung sehr kleiner Teilchen in Flüssigkeiten oder Gasen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einstein zeigte mathematisch, dass diese Bewegung durch zufällige Zusammenstösse mit unsichtbaren Molekülen erklärt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seine Theorie ermöglichte es, aus beobachtbaren Bewegungen die Grösse von Molekülen und die Avogadro-Konstante zu bestimmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die späteren experimentellen Bestätigungen durch Jean Perrin lieferten überzeugende Belege dafür, dass Atome und Moleküle reale physikalische Einheiten sind. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war ihre tatsächliche Existenz unter einigen Wissenschaftlern noch umstritten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Spezielle Relativitätstheorie ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die spezielle Relativitätstheorie beruht auf zwei Grundannahmen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die Gesetze der Physik besitzen in allen gleichförmig bewegten Bezugssystemen dieselbe Form.&lt;br /&gt;
* Die Lichtgeschwindigkeit im Vakuum ist für alle gleichförmig bewegten Beobachter gleich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus diesen Prinzipien ergeben sich weitreichende Konsequenzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zeitabstände und Längen sind nicht für alle Beobachter identisch. Bewegte Uhren erscheinen langsamer, bewegte Gegenstände in Bewegungsrichtung verkürzt. Ereignisse, die für einen Beobachter gleichzeitig stattfinden, müssen für einen anderen Beobachter nicht gleichzeitig sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Raum und Zeit bilden somit keine voneinander unabhängigen, absolut feststehenden Grössen. Hermann Minkowski fasste diese Erkenntnis später im Begriff der vierdimensionalen Raumzeit zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Masse-Energie-Äquivalenz ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer kurzen Ergänzung zur speziellen Relativitätstheorie zeigte Einstein, dass Masse und Energie zwei Erscheinungsformen derselben physikalischen Grösse sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Beziehung wird in ihrer bekanntesten Form geschrieben als:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;E=mc^2&amp;lt;/math&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei bezeichnet &amp;lt;math&amp;gt;E&amp;lt;/math&amp;gt; die Energie, &amp;lt;math&amp;gt;m&amp;lt;/math&amp;gt; die Masse und &amp;lt;math&amp;gt;c&amp;lt;/math&amp;gt; die Lichtgeschwindigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da die Lichtgeschwindigkeit sehr gross ist, entspricht bereits eine geringe Masse einer ausserordentlich grossen Energiemenge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Formel bildet eine Grundlage für das Verständnis von Kernreaktionen, Sternenenergie und Teilchenphysik. Sie bedeutet jedoch nicht, dass Einstein die Atombombe erfunden hätte. An deren technischer Entwicklung war er nicht beteiligt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Doktorat an der Universität Zürich ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einstein reichte seine Dissertation &#039;&#039;Eine neue Bestimmung der Moleküldimensionen&#039;&#039; 1905 an der Universität Zürich ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Eidgenössische Polytechnikum besass damals noch kein eigenes Promotionsrecht. Deshalb musste die Arbeit bei der Universität Zürich eingereicht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 15. Januar 1906 wurde Einstein der Doktortitel verliehen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;UZH&amp;quot;&amp;gt;[https://www.uzh.ch/de/researchinnovation/excellence/nobelprize/einstein/doctorate Universität Zürich: Einsteins Dissertation], abgerufen am 23. Juli 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Dissertation entwickelte ein Verfahren zur Berechnung molekularer Dimensionen aus den Eigenschaften von Zuckerlösungen. Sie wurde zu einer seiner am häufigsten praktisch verwendeten wissenschaftlichen Arbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsteins Doktoratsurkunde gelangte nach mehreren Besitzerwechseln ins Ausland und kehrte im 21. Jahrhundert an die Universität Zürich zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beginn der akademischen Laufbahn ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1908 habilitierte sich Einstein an der Universität Bern. Danach lehrte er dort als Privatdozent.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Vorlesungen waren zunächst nur schwach besucht. Ein Teil seiner Lehrveranstaltungen fand vor wenigen Studenten statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1909 erhielt Einstein seine erste ordentliche akademische Stellung als ausserordentlicher Professor für theoretische Physik an der Universität Zürich. Im Herbst desselben Jahres verliess er das Patentamt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Patentamt&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von 1909 bis 1911 forschte und lehrte er im damaligen Physikgebäude der Universität Zürich an der Rämistrasse 69.&amp;lt;ref name=&amp;quot;UZH&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1911 nahm Einstein eine Professur an der Deutschen Universität in Prag an. Bereits 1912 kehrte er nach Zürich zurück und wurde Professor für theoretische Physik am Eidgenössischen Polytechnikum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An seiner früheren Hochschule arbeitete er eng mit Marcel Grossmann zusammen. Grossmann machte Einstein mit dem Tensorenkalkül von Gregorio Ricci-Curbastro und Tullio Levi-Civita vertraut. Diese mathematischen Methoden wurden für die Entwicklung der allgemeinen Relativitätstheorie entscheidend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Berlin und allgemeine Relativitätstheorie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1914 wechselte Einstein nach Berlin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er wurde Mitglied der Preussischen Akademie der Wissenschaften, Direktor des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Physik und Professor ohne reguläre Lehrverpflichtung an der Universität Berlin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mileva und die beiden Söhne folgten ihm zunächst, kehrten jedoch bald nach Zürich zurück. Die Ehe war bereits schwer belastet und zerbrach endgültig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Weg zur neuen Gravitationstheorie ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die spezielle Relativitätstheorie galt nur für gleichförmig bewegte Bezugssysteme und berücksichtigte die Gravitation nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einstein suchte deshalb nach einer umfassenderen Theorie, welche auch beschleunigte Bewegungen und Schwerkraft einbeziehen konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sein Ausgangspunkt war das Äquivalenzprinzip. Demnach sind die Wirkungen eines gleichförmig beschleunigten Bezugssystems lokal nicht von den Wirkungen eines Gravitationsfeldes zu unterscheiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach jahrelanger Arbeit legte Einstein im November 1915 die endgültigen Feldgleichungen der allgemeinen Relativitätstheorie vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In moderner Schreibweise können sie mit kosmologischer Konstante als&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;G_{\mu\nu}+\Lambda g_{\mu\nu}=\frac{8\pi G}{c^4}T_{\mu\nu}&amp;lt;/math&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
dargestellt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die linke Seite beschreibt die Geometrie der Raumzeit, die rechte Seite die Verteilung von Materie und Energie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Raumzeit und Gravitation ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der allgemeinen Relativitätstheorie krümmen Masse und Energie die Raumzeit. Frei bewegte Körper und Lichtstrahlen folgen den durch diese Geometrie bestimmten Bahnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Theorie erklärte unter anderem eine zuvor nicht vollständig verstandene Abweichung in der Bewegung des Planeten Merkur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einstein sagte weitere Effekte voraus:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ablenkung von Licht im Gravitationsfeld;&lt;br /&gt;
* gravitative Zeitdilatation;&lt;br /&gt;
* gravitative Rotverschiebung;&lt;br /&gt;
* Gravitationswellen;&lt;br /&gt;
* Veränderung von Umlaufbahnen durch Raumzeitkrümmung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Vorhersagen wurden im Laufe des 20. und 21. Jahrhunderts durch zahlreiche Beobachtungen und Experimente bestätigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sonnenfinsternis von 1919 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während einer totalen Sonnenfinsternis am 29. Mai 1919 untersuchten britische Expeditionen unter der Leitung von Arthur Eddington und Frank Dyson die scheinbare Position von Sternen nahe der Sonne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ergebnisse wurden als Bestätigung der von Einstein vorhergesagten Lichtablenkung veröffentlicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die internationale Presse machte Einstein daraufhin innerhalb weniger Tage weltberühmt. Er wurde zur öffentlichen Symbolfigur einer wissenschaftlichen Revolution.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Messungen von 1919 waren weniger genau, als zeitgenössische Berichte teilweise vermuten liessen. Spätere Beobachtungen bestätigten den Effekt jedoch mit wesentlich höherer Präzision.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ehe mit Elsa Einstein ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ehe von Albert und Mileva Einstein wurde 1919 geschieden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Scheidungsvertrag verpflichtete sich Einstein, ein mögliches künftiges Nobelpreisgeld an Mileva zu übertragen. Nach der Preisverleihung erhielt sie das Geld und verwendete es unter anderem für den Erwerb von Immobilien in Zürich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch im Jahr 1919 heiratete Einstein seine Cousine Elsa Löwenthal, geborene Einstein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Elsa begleitete ihn auf zahlreichen Reisen und schützte ihn zunehmend vor der grossen Zahl von Besuchern, Briefen und öffentlichen Verpflichtungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie starb 1936 in Princeton.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nobelpreis für Physik ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einstein wurde bereits ab 1910 mehrfach für den Nobelpreis vorgeschlagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Relativitätstheorie war im Nobelkomitee lange umstritten. Einigen Mitgliedern erschien ihre experimentelle Bestätigung noch nicht ausreichend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1922 entschied die Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften, Einstein den zurückbehaltenen Nobelpreis für Physik des Jahres 1921 zu verleihen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die offizielle Begründung lautete, der Preis werde für seine Verdienste um die theoretische Physik und insbesondere für die Entdeckung des Gesetzes des photoelektrischen Effekts vergeben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Nobel&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einstein befand sich zum Zeitpunkt der Preiszeremonie auf einer Reise in Ostasien und nahm nicht persönlich teil. Seine Nobelvorlesung hielt er 1923 in Göteborg. Dabei sprach er hauptsächlich über die Relativitätstheorie und nicht über den photoelektrischen Effekt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weitere wissenschaftliche Arbeiten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Quantentheorie ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl Einstein zu den Mitbegründern der Quantentheorie gehörte, lehnte er ihre später verbreitete rein wahrscheinlichkeitstheoretische Deutung ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu seinen wichtigen Beiträgen gehören:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Einführung der Lichtquantenhypothese;&lt;br /&gt;
* Theorie der spezifischen Wärme fester Körper;&lt;br /&gt;
* Beschreibung spontaner und stimulierter Emission;&lt;br /&gt;
* Grundlagen des Laserprinzips;&lt;br /&gt;
* Bose-Einstein-Statistik;&lt;br /&gt;
* Vorhersage des Bose-Einstein-Kondensats;&lt;br /&gt;
* Untersuchungen zum Welle-Teilchen-Dualismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1916 und 1917 entwickelte Einstein eine Theorie der Wechselwirkung zwischen Strahlung und Materie. Dabei führte er die Begriffe der spontanen und stimulierten Emission ein. Die stimulierte Emission bildet die physikalische Grundlage des Lasers.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bose-Einstein-Statistik ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1924 sandte der indische Physiker Satyendranath Bose Einstein eine Arbeit über die statistische Behandlung von Lichtquanten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einstein erkannte die Bedeutung des Ansatzes, übersetzte die Arbeit ins Deutsche und sorgte für ihre Veröffentlichung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er übertrug Boses Methode anschliessend auf Teilchen mit ganzzahligem Spin. Die daraus entstandene Bose-Einstein-Statistik beschreibt eine Klasse von Teilchen, die heute Bosonen genannt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einstein sagte voraus, dass sich bei sehr tiefen Temperaturen viele solcher Teilchen im gleichen Quantenzustand sammeln können. Dieses Bose-Einstein-Kondensat wurde 1995 erstmals experimentell in verdünnten atomaren Gasen erzeugt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Debatte mit Niels Bohr ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einstein akzeptierte die mathematischen Erfolge der Quantenmechanik, bezweifelte jedoch, dass ihre übliche Deutung eine vollständige Beschreibung der Wirklichkeit liefere.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders auf den Solvay-Konferenzen diskutierte er intensiv mit Niels Bohr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einstein entwickelte Gedankenexperimente, mit denen er mögliche Widersprüche oder Unvollständigkeiten der Quantentheorie aufzeigen wollte. Bohr antwortete jeweils mit einer Interpretation im Rahmen der Quantenmechanik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Debatte betraf grundlegende Fragen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Besitzen physikalische Grössen unabhängig von einer Messung bestimmte Werte?&lt;br /&gt;
* Ist der Zufall ein grundlegender Bestandteil der Natur?&lt;br /&gt;
* Kann eine Theorie vollständig sein, wenn sie nur Wahrscheinlichkeiten vorhersagt?&lt;br /&gt;
* Welche Rolle spielt der Messvorgang?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== EPR-Paradoxon ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1935 veröffentlichten Einstein, Boris Podolsky und Nathan Rosen eine Arbeit, die später als EPR-Paradoxon bekannt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie beschrieben zwei miteinander wechselwirkende Quantensysteme, deren Messergebnisse auch nach grosser räumlicher Trennung eng miteinander verbunden bleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einstein sah darin einen Hinweis, dass die Quantenmechanik unvollständig sein müsse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spätere theoretische und experimentelle Arbeiten, insbesondere die Bellschen Ungleichungen und Versuche zur Quantenverschränkung, zeigten, dass die Natur keine Theorie lokaler verborgener Variablen zulässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsteins Einwände trugen damit wesentlich zur Klärung der Grundlagen der Quantenphysik und zur Entwicklung moderner Quantentechnologien bei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kosmologie ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1917 wandte Einstein die allgemeine Relativitätstheorie auf das Universum als Ganzes an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da er zunächst von einem statischen Universum ausging, führte er die kosmologische Konstante &amp;lt;math&amp;gt;\Lambda&amp;lt;/math&amp;gt; in seine Gleichungen ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beobachtungen von Edwin Hubble und anderen Astronomen zeigten später, dass sich das Universum ausdehnt. Einstein akzeptierte das dynamische Weltbild.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kosmologische Konstante wurde gegen Ende des 20. Jahrhunderts erneut bedeutsam, als astronomische Beobachtungen auf eine beschleunigte Expansion des Universums hinwiesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gravitationswellen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einstein erkannte 1916, dass die Feldgleichungen wellenförmige Störungen der Raumzeit zulassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Gravitationswellen breiten sich mit Lichtgeschwindigkeit aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indirekte Hinweise wurden seit den 1970er-Jahren durch Beobachtungen von Doppelsternsystemen gewonnen. 2015 gelang erstmals der direkte Nachweis von Gravitationswellen, die bei der Verschmelzung zweier Schwarzer Löcher entstanden waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vereinheitlichte Feldtheorie ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seinen späteren Lebensjahrzehnten suchte Einstein nach einer vereinheitlichten Feldtheorie, welche Gravitation und Elektromagnetismus in einem gemeinsamen mathematischen Rahmen beschreiben sollte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er untersuchte verschiedene geometrische Ansätze, konnte jedoch keine allgemein überzeugende Theorie entwickeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die starke und schwache Kernkraft waren zu dieser Zeit noch nicht ausreichend verstanden. Eine vollständige Vereinheitlichung der fundamentalen Wechselwirkungen blieb daher ausser Reichweite.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl Einsteins konkrete Versuche erfolglos blieben, beeinflusste die Idee einer vereinheitlichten Beschreibung spätere Forschungen in Teilchenphysik und Quantengravitation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politisches und gesellschaftliches Engagement ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einstein beschränkte sich nicht auf wissenschaftliche Fragen. Er äusserte sich regelmässig zu Krieg, Nationalismus, Antisemitismus, Menschenrechten, Bildung und internationaler Zusammenarbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Pazifismus ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während des Ersten Weltkriegs gehörte Einstein zu den wenigen prominenten deutschen Wissenschaftlern, die sich nicht mit der nationalistischen Kriegsbegeisterung identifizierten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er unterstützte 1914 einen Gegenaufruf zum nationalistischen Manifest der 93 und trat für eine Verständigung zwischen den europäischen Völkern ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den 1920er-Jahren engagierte er sich für Abrüstung, Kriegsdienstverweigerung und internationale Organisationen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einstein arbeitete zeitweise in der Internationalen Kommission für geistige Zusammenarbeit des Völkerbunds mit. Er stand dabei unter anderem mit Marie Curie und weiteren führenden Wissenschaftlern im Austausch.&amp;lt;ref name=&amp;quot;AIP&amp;quot;&amp;gt;[https://history.aip.org/exhibits/einstein/ein-info.htm American Institute of Physics: Einstein – Image and Impact], abgerufen am 23. Juli 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der nationalsozialistischen Machtübernahme gab er seinen uneingeschränkten Pazifismus teilweise auf. Er betrachtete militärischen Widerstand gegen das nationalsozialistische Deutschland als notwendig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Jüdisches Engagement und Zionismus ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einstein verstand sich kulturell als Jude, war jedoch nicht religiös im traditionellen Sinn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er unterstützte den Aufbau jüdischer Bildungs- und Wissenschaftseinrichtungen in Palästina und engagierte sich besonders für die Hebräische Universität Jerusalem.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1921 reiste er mit Chaim Weizmann in die Vereinigten Staaten, um Spenden für die geplante Universität zu sammeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einstein befürwortete eine kulturelle und wissenschaftliche Erneuerung des Judentums. Gegenüber einem ausschliesslich nationalstaatlich ausgerichteten Zionismus blieb er skeptisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er setzte sich für eine Verständigung und Zusammenarbeit zwischen jüdischer und arabischer Bevölkerung ein.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Papers&amp;quot;&amp;gt;[https://www.einstein.caltech.edu/what-we-do/published-volumes/volume-17 Einstein Papers Project: The Collected Papers of Albert Einstein, Band 17], abgerufen am 23. Juli 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Tod des israelischen Staatspräsidenten Chaim Weizmann wurde Einstein 1952 das Amt des Präsidenten von Israel angeboten. Er lehnte ab und erklärte, ihm fehlten die für ein politisches Amt notwendigen Fähigkeiten und Erfahrungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Antirassismus und Bürgerrechte ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Vereinigten Staaten setzte sich Einstein gegen Rassismus und Rassentrennung ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er unterstützte afroamerikanische Bürgerrechtsorganisationen, pflegte Kontakt zu W. E. B. Du Bois und Paul Robeson und trat öffentlich gegen Diskriminierung auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einstein bezeichnete den Rassismus in den Vereinigten Staaten als eine schwere gesellschaftliche Krankheit. Seine Haltung war auch durch die eigene Erfahrung von Antisemitismus und Verfolgung geprägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sozialismus und Weltregierung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einstein kritisierte die starke Konzentration wirtschaftlicher und politischer Macht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1949 veröffentlichte er den Aufsatz &#039;&#039;Why Socialism?&#039;&#039;, in dem er für eine demokratisch kontrollierte, sozial orientierte Wirtschaftsordnung eintrat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Zweiten Weltkrieg befürwortete er eine überstaatliche politische Ordnung, welche internationale Konflikte begrenzen und die Kontrolle über Atomwaffen ermöglichen sollte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei lehnte er sowohl unkontrollierten Nationalismus als auch autoritäre Herrschaftssysteme ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nationalsozialismus und Emigration ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit den frühen 1920er-Jahren wurde Einstein in Deutschland Ziel antisemitischer und nationalistischer Angriffe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegner bezeichneten die Relativitätstheorie als angeblich «jüdische Physik». Politische Extremisten bedrohten ihn öffentlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Adolf Hitler im Januar 1933 zum deutschen Reichskanzler ernannt wurde, hielt sich Einstein in den Vereinigten Staaten auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er entschied, nicht nach Deutschland zurückzukehren. Im März 1933 erklärte er seinen Austritt aus der Preussischen Akademie der Wissenschaften und verzichtete auf seine deutsche Staatsangehörigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sein Sommerhaus in Caputh wurde durchsucht, sein Eigentum in Deutschland beschlagnahmt und seine Schriften wurden öffentlich verbrannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einstein hielt sich zunächst in Belgien und Grossbritannien auf. Noch 1933 nahm er eine Stellung am neu gegründeten Institute for Advanced Study in Princeton an.&amp;lt;ref name=&amp;quot;IAS&amp;quot;&amp;gt;[https://www.ias.edu/scholars/einstein Institute for Advanced Study: Albert Einstein], abgerufen am 23. Juli 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben in Princeton ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einstein gehörte von 1933 bis zu seinem Tod 1955 dem Institute for Advanced Study an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Institut war keine Abteilung der Princeton University, arbeitete jedoch eng mit der Universität und anderen wissenschaftlichen Einrichtungen zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einstein hatte dort keine regulären Lehrverpflichtungen. Er konnte sich auf Forschung, Korrespondenz und öffentliche Tätigkeiten konzentrieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sein Haus befand sich an der Mercer Street 112 in Princeton. Er lebte dort mit Elsa Einstein, seiner Stieftochter Margot und zeitweise seiner Schwester Maja.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1940 erhielt Einstein die US-amerikanische Staatsbürgerschaft. Seine Schweizer Staatsangehörigkeit behielt er.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Princeton arbeitete er weiterhin an Feldtheorien, diskutierte mit jüngeren Wissenschaftlern und nahm zu politischen und gesellschaftlichen Fragen Stellung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einstein und die Atombombe ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Sommer 1939 informierten die aus Europa emigrierten Physiker Leó Szilárd und Eugene Wigner Einstein über die Möglichkeit einer nuklearen Kettenreaktion und die Gefahr, dass das nationalsozialistische Deutschland Atomwaffen entwickeln könnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Szilárd entwarf einen Brief an den amerikanischen Präsidenten Franklin D. Roosevelt, den Einstein am 2. August 1939 unterzeichnete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Brief wies auf die militärische Bedeutung der Kernspaltung hin und empfahl, die Forschung in den Vereinigten Staaten zu unterstützen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einstein selbst arbeitete nicht am Manhattan-Projekt und erhielt wegen Sicherheitsbedenken keinen Zugang zu dessen geheimen Forschungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Krieg bedauerte er die Entwicklung atomarer Massenvernichtungswaffen. Er erklärte, seine Unterstützung des Briefs sei durch die Befürchtung motiviert gewesen, Deutschland könne zuerst eine Atombombe bauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einstein wurde Vorsitzender des Emergency Committee of Atomic Scientists und setzte sich für internationale Kontrolle der Atomenergie und nukleare Abrüstung ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kurz vor seinem Tod unterzeichnete er das Russell-Einstein-Manifest. Darin warnten Bertrand Russell, Einstein und weitere Wissenschaftler vor den Folgen eines Atomkriegs und riefen zur friedlichen Lösung internationaler Konflikte auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Persönlichkeit und Interessen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einstein wurde für seine unkonventionelle Lebensweise, seinen Humor und seine Abneigung gegen gesellschaftliche Förmlichkeit bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er kleidete sich häufig einfach und trug sein Haar lang. Das später weltberühmte Erscheinungsbild entstand vor allem während seiner amerikanischen Jahre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einstein spielte seit seiner Kindheit Violine. Besonders schätzte er die Musik von Wolfgang Amadeus Mozart und Johann Sebastian Bach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das gemeinsame Musizieren war für ihn sowohl Freizeitbeschäftigung als auch eine Form geistiger Erholung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiteres Interesse war das Segeln. Einstein besass zwar keine ausgeprägte technische Begabung als Segler, verbrachte aber gerne Zeit auf Seen und an der Küste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er pflegte umfangreiche Korrespondenzen mit Wissenschaftlern, Künstlern, Politikern, Kindern und Privatpersonen. Tausende Briefe und Manuskripte sind in Archiven erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Religion und Philosophie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einstein lehnte die Vorstellung eines persönlichen Gottes ab, der in menschliche Angelegenheiten eingreife oder Gebete erfülle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er bezog sich häufig auf Baruch de Spinoza und sprach von einer religiösen Ehrfurcht vor der Ordnung und Verständlichkeit der Natur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seine Aussagen über Religion wurden später von sehr unterschiedlichen Gruppen zitiert. Sie lassen sich jedoch weder einfach einer traditionellen Religiosität noch einem kämpferischen Atheismus zuordnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einstein unterschied zwischen institutioneller Religion, persönlichem Glauben und einem kosmischen religiösen Gefühl, das aus dem Staunen über die Natur hervorgehe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er beschäftigte sich ausserdem mit Fragen der Erkenntnistheorie, der wissenschaftlichen Realität und der Beziehung zwischen Erfahrung, Mathematik und Begriffsbildung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Tod ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einstein litt an einer Erweiterung der Bauchschlagader.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 17. April 1955 wurde er in das Krankenhaus von Princeton gebracht. Er lehnte eine weitere Operation ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Albert Einstein starb am frühen Morgen des 18. April 1955 im Alter von 76 Jahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sein Leichnam wurde noch am selben Tag eingeäschert. Die Asche wurde an einem nicht öffentlich bekannt gegebenen Ort verstreut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Pathologe Thomas Stoltz Harvey entfernte bei der Obduktion Einsteins Gehirn, ohne zuvor eine eindeutige Zustimmung der Familie eingeholt zu haben. Teile davon wurden später für wissenschaftliche Untersuchungen verwendet. Die Vorgehensweise und der wissenschaftliche Wert dieser Untersuchungen sind bis heute umstritten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsteins schriftlicher Nachlass gelangte gemäss seinem Testament überwiegend an die Hebräische Universität Jerusalem.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verhältnis zur Schweiz ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Schweiz nahm in Einsteins Leben eine besondere Stellung ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er verbrachte hier entscheidende Ausbildungs- und Berufsjahre und entwickelte einen grossen Teil seiner grundlegenden wissenschaftlichen Ideen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Wichtige Stationen Einsteins in der Schweiz&lt;br /&gt;
! Zeitraum&lt;br /&gt;
! Ort&lt;br /&gt;
! Bedeutung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1895–1896&lt;br /&gt;
| Aarau&lt;br /&gt;
| Besuch der Kantonsschule und Erwerb der Maturität&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1896–1900&lt;br /&gt;
| Zürich&lt;br /&gt;
| Studium am Eidgenössischen Polytechnikum&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1901&lt;br /&gt;
| Zürich&lt;br /&gt;
| Erwerb des Schweizer Bürgerrechts&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1901–1902&lt;br /&gt;
| Winterthur und Schaffhausen&lt;br /&gt;
| Tätigkeit als Lehrer&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1902–1909&lt;br /&gt;
| Bern&lt;br /&gt;
| Arbeit am Eidgenössischen Amt für geistiges Eigentum&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1903–1905&lt;br /&gt;
| Bern, Kramgasse 49&lt;br /&gt;
| Familienwohnung und Entstehung der Arbeiten des Wunderjahrs&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1905–1906&lt;br /&gt;
| Zürich&lt;br /&gt;
| Dissertation und Promotion an der Universität Zürich&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1908–1909&lt;br /&gt;
| Bern&lt;br /&gt;
| Privatdozent an der Universität Bern&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1909–1911&lt;br /&gt;
| Zürich&lt;br /&gt;
| Professor an der Universität Zürich&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1912–1914&lt;br /&gt;
| Zürich&lt;br /&gt;
| Professor am Eidgenössischen Polytechnikum&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einstein sprach später häufig mit grosser Wertschätzung über die politische Freiheit und die vergleichsweise liberale Atmosphäre der Schweiz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gleichzeitig verlief sein beruflicher Beginn im Land keineswegs geradlinig. Nach dem Studium erhielt er zunächst keine akademische Stelle und musste mehrere Jahre auf eine Hochschulkarriere warten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seine Tätigkeit am Berner Patentamt verschaffte ihm jedoch die wirtschaftliche Sicherheit, in der die Arbeiten von 1905 entstehen konnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bern ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bern gilt als der wichtigste Schauplatz von Einsteins frühem wissenschaftlichem Durchbruch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An der Kramgasse 49 befindet sich heute das Einstein-Haus. Die ehemalige Wohnung zeigt Dokumente, Möbel und Informationen über sein Berner Leben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Bernische Historische Museum besitzt eine umfangreiche Einstein-Ausstellung. Sie behandelt sowohl seine Biografie als auch die wissenschaftliche und politische Geschichte seiner Zeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Eidgenössische Institut für Geistiges Eigentum erinnert mit historischen Dokumenten an Einsteins Tätigkeit als Patentexperte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zürich ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Zürich studierte Einstein, lernte Mileva Marić kennen, erwarb das Bürgerrecht, promovierte und übernahm seine ersten bedeutenden Professuren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ETH-Bibliothek verwahrt Briefe, Fotografien und amtliche Dokumente aus Einsteins Zürcher Jahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Universität Zürich besitzt bedeutende Zeugnisse, darunter die zurückgekehrte Doktoratsurkunde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mehrere Wohn- und Wirkungsorte Einsteins sind im Zürcher Hochschulquartier erhalten oder dokumentiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aarau ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aufenthalt an der Kantonsschule Aarau war kurz, aber prägend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die offene Unterrichtskultur und das Familienleben bei Jost Winteler unterschieden sich stark von Einsteins Erfahrungen im Deutschen Kaiserreich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Familie Winteler blieb er lange verbunden. Seine Schwester Maja heiratete später Paul Winteler, einen Sohn der Familie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wissenschaftliche Bedeutung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsteins Werk veränderte mehrere Bereiche der Physik grundlegend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die spezielle Relativitätstheorie vereinigte Mechanik und Elektrodynamik in einer neuen Vorstellung von Raum und Zeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die allgemeine Relativitätstheorie ersetzte Newtons Gravitationstheorie nicht für alle praktischen Anwendungen, ordnete sie jedoch als Näherung innerhalb einer umfassenderen Theorie ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Lichtquantenhypothese eröffnete einen neuen Zugang zur Wechselwirkung von Licht und Materie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erklärung der Brownschen Bewegung verband mikroskopische Teilchenbewegungen mit makroskopisch messbaren Grössen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bose-Einstein-Statistik wurde zu einem Grundpfeiler der Quantenphysik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Einsteins kritische Einwände gegen die Quantenmechanik wirkten wissenschaftlich produktiv. Sie führten zu präziseren Untersuchungen von Verschränkung, Lokalität und Messung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Technische Anwendungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viele moderne Technologien beruhen unmittelbar oder mittelbar auf physikalischen Erkenntnissen, zu denen Einstein beigetragen hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu gehören:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Solarzellen und Lichtsensoren;&lt;br /&gt;
* Digitalkameras;&lt;br /&gt;
* Laser;&lt;br /&gt;
* Halbleitertechnik;&lt;br /&gt;
* Satellitennavigation;&lt;br /&gt;
* Teilchenbeschleuniger;&lt;br /&gt;
* Kernenergie;&lt;br /&gt;
* medizinische Bildgebung;&lt;br /&gt;
* Gravitationswellendetektoren;&lt;br /&gt;
* Quanteninformationstechnologie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das globale Satellitennavigationssystem muss sowohl Effekte der speziellen als auch der allgemeinen Relativitätstheorie berücksichtigen. Ohne relativistische Zeitkorrekturen würden sich rasch erhebliche Positionsfehler ergeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Auszeichnungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable sortable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Auswahl bedeutender Ehrungen&lt;br /&gt;
! Jahr&lt;br /&gt;
! Auszeichnung&lt;br /&gt;
! Verleihende Institution&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1921&lt;br /&gt;
| Nobelpreis für Physik&lt;br /&gt;
| Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1925&lt;br /&gt;
| Copley-Medaille&lt;br /&gt;
| Royal Society&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1926&lt;br /&gt;
| Goldmedaille&lt;br /&gt;
| Royal Astronomical Society&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1929&lt;br /&gt;
| Max-Planck-Medaille&lt;br /&gt;
| Deutsche Physikalische Gesellschaft&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1935&lt;br /&gt;
| Franklin-Medaille&lt;br /&gt;
| Franklin Institute&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einstein erhielt zahlreiche Ehrendoktorate und Mitgliedschaften in wissenschaftlichen Akademien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mehrere Auszeichnungen, Forschungseinrichtungen, Schulen, Strassen und astronomische Objekte wurden nach ihm benannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das chemische Element Einsteinium mit der Ordnungszahl 99 trägt ebenfalls seinen Namen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einstein als öffentliche Symbolfigur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsteins weltweite Bekanntheit ging weit über die Fachwelt hinaus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Bestätigung der allgemeinen Relativitätstheorie im Jahr 1919 stellten Zeitungen ihn als wissenschaftliches Genie dar, das die Grundlagen von Raum und Zeit verändert habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sein unverwechselbares Erscheinungsbild, seine pointierten Aussagen und sein politisches Engagement verstärkten diese öffentliche Wirkung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zahlreiche Zitate werden Einstein zugeschrieben, ohne dass sich eine zuverlässige Quelle nachweisen lässt. Bei angeblichen Einstein-Zitaten ist deshalb besondere Vorsicht geboten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein häufig reproduziertes Foto zeigt ihn an seinem 72. Geburtstag im Jahr 1951 mit herausgestreckter Zunge. Das Bild wurde zu einer Ikone der Populärkultur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1999 wählte das amerikanische Magazin &#039;&#039;Time&#039;&#039; Einstein zur Person des Jahrhunderts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nachlass und Forschung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsteins wissenschaftliche und private Dokumente bilden einen aussergewöhnlich umfangreichen Nachlass.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Albert Einstein Archives an der Hebräischen Universität Jerusalem verwahren Zehntausende Manuskriptseiten, Briefe, Notizbücher, Fotografien und persönliche Dokumente.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Einstein Papers Project am California Institute of Technology veröffentlicht seit 1987 die wissenschaftlich kommentierte Gesamtausgabe &#039;&#039;The Collected Papers of Albert Einstein&#039;&#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.einstein.caltech.edu/ Einstein Papers Project am California Institute of Technology], abgerufen am 23. Juli 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bände enthalten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* wissenschaftliche Veröffentlichungen;&lt;br /&gt;
* unveröffentlichte Manuskripte;&lt;br /&gt;
* private und berufliche Korrespondenz;&lt;br /&gt;
* politische Stellungnahmen;&lt;br /&gt;
* Reiseberichte;&lt;br /&gt;
* amtliche Dokumente;&lt;br /&gt;
* zeitgenössische Reaktionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Digitale Ausgaben ermöglichen den weltweiten Zugang zu einem grossen Teil der Quellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsteins Leben und Werk sind weiterhin Gegenstand physikhistorischer, wissenschaftstheoretischer, politischer und biografischer Forschung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rezeption und Kontroversen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsteins wissenschaftliche Leistungen werden teilweise in stark vereinfachter Form dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Relativitätstheorie entstand nicht ohne Vorläufer. Arbeiten von Hendrik Antoon Lorentz, Henri Poincaré, Hermann Minkowski, Marcel Grossmann und vielen weiteren Forschern waren für ihre Entwicklung bedeutsam.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsteins besondere Leistung bestand darin, bekannte Probleme in einen neuen physikalischen und begrifflichen Zusammenhang zu stellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Rolle Mileva Marićs wird kontrovers diskutiert. Briefe zeigen, dass das Paar während der Studien- und frühen Ehejahre intensiv über Physik sprach. Für eine Miturheberschaft Marićs an den grundlegenden Arbeiten von 1905 gibt es jedoch keine allgemein anerkannten dokumentarischen Belege.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige politische Aussagen Einsteins werden aus ihrem historischen Zusammenhang gelöst oder für heutige Debatten vereinnahmt. Seine Positionen veränderten sich im Laufe seines Lebens, insbesondere sein Verhältnis zum Pazifismus angesichts des Nationalsozialismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedeutung für die Schweiz ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einstein gehört zu den international bekanntesten Personen der Schweizer Wissenschaftsgeschichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl er nicht in der Schweiz geboren wurde, entstanden seine akademische Ausbildung, seine Staatsbürgerschaft und sein wissenschaftlicher Durchbruch wesentlich im schweizerischen Umfeld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seine Laufbahn verbindet mehrere bedeutende Institutionen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Kantonsschule Aarau;&lt;br /&gt;
* ETH Zürich;&lt;br /&gt;
* Universität Zürich;&lt;br /&gt;
* Universität Bern;&lt;br /&gt;
* Eidgenössisches Amt für geistiges Eigentum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsteins Lebensweg zeigt zugleich die Bedeutung internationaler Migration und akademischer Offenheit für die Entwicklung der Schweizer Wissenschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Schweiz bot ihm als jungem Staatenlosen Zugang zu Bildung, Bürgerrecht und einer gesicherten beruflichen Tätigkeit. Einstein trug seinerseits wesentlich zum internationalen Ansehen der schweizerischen Hochschulen und Forschungslandschaft bei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Werke ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wissenschaftliche Hauptwerke ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Folgerungen aus den Capillaritätserscheinungen&#039;&#039;. 1901.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Über einen die Erzeugung und Verwandlung des Lichtes betreffenden heuristischen Gesichtspunkt&#039;&#039;. 1905.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Eine neue Bestimmung der Moleküldimensionen&#039;&#039;. 1905.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Über die von der molekularkinetischen Theorie der Wärme geforderte Bewegung von in ruhenden Flüssigkeiten suspendierten Teilchen&#039;&#039;. 1905.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Zur Elektrodynamik bewegter Körper&#039;&#039;. 1905.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Ist die Trägheit eines Körpers von seinem Energieinhalt abhängig?&#039;&#039;. 1905.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Die Grundlage der allgemeinen Relativitätstheorie&#039;&#039;. 1916.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Kosmologische Betrachtungen zur allgemeinen Relativitätstheorie&#039;&#039;. 1917.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Quantentheorie der Strahlung&#039;&#039;. 1917.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Quantentheorie des einatomigen idealen Gases&#039;&#039;. 1924–1925.&lt;br /&gt;
* mit Boris Podolsky und Nathan Rosen: &#039;&#039;Can Quantum-Mechanical Description of Physical Reality Be Considered Complete?&#039;&#039;. 1935.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bücher und allgemeinverständliche Schriften ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Über die spezielle und die allgemeine Relativitätstheorie&#039;&#039;. 1917.&lt;br /&gt;
* mit Sigmund Freud: &#039;&#039;Warum Krieg?&#039;&#039;. 1933.&lt;br /&gt;
* mit Leopold Infeld: &#039;&#039;Die Evolution der Physik&#039;&#039;. 1938.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Mein Weltbild&#039;&#039;. Sammlung von Essays, Reden und Briefen.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Ideas and Opinions&#039;&#039;. Sammlung politischer, philosophischer und wissenschaftlicher Texte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Albrecht Fölsing: &#039;&#039;Albert Einstein. Eine Biographie&#039;&#039;. Suhrkamp, Frankfurt am Main.&lt;br /&gt;
* Jürgen Neffe: &#039;&#039;Einstein. Eine Biographie&#039;&#039;. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg.&lt;br /&gt;
* Abraham Pais: &#039;&#039;Raffiniert ist der Herrgott. Albert Einstein – eine wissenschaftliche Biographie&#039;&#039;. Vieweg, Braunschweig.&lt;br /&gt;
* Walter Isaacson: &#039;&#039;Einstein. Sein Leben, sein Universum&#039;&#039;. C. Bertelsmann, München.&lt;br /&gt;
* Thomas Levenson: &#039;&#039;Einstein in Berlin&#039;&#039;. Aufbau-Verlag, Berlin.&lt;br /&gt;
* John Stachel: &#039;&#039;Einstein’s Miraculous Year&#039;&#039;. Princeton University Press, Princeton.&lt;br /&gt;
* Diana Kormos-Buchwald und Michael D. Gordin: &#039;&#039;Free Creations of the Human Mind. The Worlds of Albert Einstein&#039;&#039;. Oxford University Press, Oxford 2025.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;The Collected Papers of Albert Einstein&#039;&#039;. Princeton University Press, Princeton, fortlaufende Ausgabe.&lt;br /&gt;
* Universität Zürich: Publikationen zu Einsteins Dissertation und Zürcher Professur.&lt;br /&gt;
* ETH-Bibliothek: &#039;&#039;Albert Einstein’s Zurich&#039;&#039;. Zürich.&lt;br /&gt;
* Eidgenössisches Institut für Geistiges Eigentum: Publikationen zu Einstein am Patentamt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Relativitätstheorie]]&lt;br /&gt;
* [[Spezielle Relativitätstheorie]]&lt;br /&gt;
* [[Allgemeine Relativitätstheorie]]&lt;br /&gt;
* [[Masse-Energie-Äquivalenz]]&lt;br /&gt;
* [[Photoelektrischer Effekt]]&lt;br /&gt;
* [[Brownsche Bewegung]]&lt;br /&gt;
* [[Bose-Einstein-Statistik]]&lt;br /&gt;
* [[Bose-Einstein-Kondensat]]&lt;br /&gt;
* [[Quantenmechanik]]&lt;br /&gt;
* [[ETH Zürich]]&lt;br /&gt;
* [[Universität Zürich]]&lt;br /&gt;
* [[Universität Bern]]&lt;br /&gt;
* [[Einstein-Haus Bern]]&lt;br /&gt;
* [[Nobelpreis für Physik]]&lt;br /&gt;
* [[Wissenschaft in der Schweiz]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://www.einstein.caltech.edu/ Einstein Papers Project]&lt;br /&gt;
* [https://albert-einstein.huji.ac.il/ Albert Einstein Archives der Hebräischen Universität Jerusalem]&lt;br /&gt;
* [https://www.nobelprize.org/prizes/physics/1921/einstein/facts/ Albert Einstein bei Nobelprize.org]&lt;br /&gt;
* [https://www.ias.edu/scholars/einstein Albert Einstein beim Institute for Advanced Study]&lt;br /&gt;
* [https://www.uzh.ch/de/researchinnovation/excellence/nobelprize/einstein.html Albert Einstein und die Universität Zürich]&lt;br /&gt;
* [https://www.ige.ch/de/ueber-uns/die-geschichte-des-ige/einstein Albert Einstein beim Eidgenössischen Institut für Geistiges Eigentum]&lt;br /&gt;
* [https://www.einstein-bern.ch/ Einstein-Haus Bern]&lt;br /&gt;
* [https://history.aip.org/exhibits/einstein/ Einstein – Image and Impact]&lt;br /&gt;
* [https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Albert_Einstein Bilder und Mediendateien zu Albert Einstein]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Videos ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Albert Einstein und die Relativitätstheorie – Was steckt hinter dem Genie? ↓↓↓&lt;br /&gt;
&amp;lt;youtube&amp;gt;GBpJz6xi6-k&amp;lt;/youtube&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Albert Einstein]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Physiker (20. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Theoretischer Physiker]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Nobelpreisträger für Physik]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hochschullehrer (ETH Zürich)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hochschullehrer (Universität Zürich)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hochschullehrer (Universität Bern)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Absolvent der ETH Zürich]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Absolvent der Universität Zürich]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Bern)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Zürich)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person des Judentums (Schweiz)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Emigrant aus dem Deutschen Reich zur Zeit des Nationalsozialismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schweizer]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:US-Amerikaner]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1879]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1955]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Nick Frei</name></author>
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		<title>Aktiengesellschaft</title>
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		<updated>2026-08-25T23:00:16Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Nick Frei: Die Seite wurde neu angelegt: «{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;float:right; width:315px; margin:0 0 1em 1em;&amp;quot; ! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; | Aktiengesellschaft |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Abkürzung&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | AG |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Rechtsform&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | Kapitalgesellschaft |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Rechtsgrundlage&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | Schweizerisches Obligationenrecht |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Rechtspersönlichkeit&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | juristische Person |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Mindestkapital&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | CHF 100&amp;#039;000 |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Mindestliberierung&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | 20 % des Aktienkapitals, mindestens CHF 50&amp;#039;000 |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Haftung&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | grundsätzlich nur Gese…»&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;float:right; width:315px; margin:0 0 1em 1em;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; | Aktiengesellschaft&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Abkürzung&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| AG&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Rechtsform&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Kapitalgesellschaft&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Rechtsgrundlage&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Schweizerisches Obligationenrecht&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Rechtspersönlichkeit&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| juristische Person&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Mindestkapital&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| CHF 100&#039;000&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Mindestliberierung&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| 20 % des Aktienkapitals, mindestens CHF 50&#039;000&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Haftung&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| grundsätzlich nur Gesellschaftsvermögen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Oberstes Organ&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Generalversammlung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Leitungsorgan&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Verwaltungsrat&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Eintragung&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Handelsregister&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Die &#039;&#039;&#039;Aktiengesellschaft&#039;&#039;&#039; (&#039;&#039;&#039;AG&#039;&#039;&#039;) ist eine im schweizerischen Recht geregelte [[Kapitalgesellschaft]]. Sie besitzt eine eigene Rechtspersönlichkeit und entsteht mit der Eintragung ins Handelsregister. Für ihre Verbindlichkeiten haftet grundsätzlich nur das Vermögen der Gesellschaft. Die Eigentümer sind über eine oder mehrere Aktien am Unternehmen beteiligt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Aktiengesellschaft gehört neben der [[Gesellschaft mit beschränkter Haftung|Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH)]] zu den wichtigsten Kapitalgesellschaften der Schweiz. Sie wird sowohl von kleinen und mittleren Unternehmen als auch von grossen, international tätigen Konzernen verwendet. Die schweizerischen Vorschriften über die AG finden sich hauptsächlich in den Artikeln 620 ff. des [[Obligationenrecht (Schweiz)|Obligationenrechts]] (OR).&amp;lt;ref name=&amp;quot;or&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.fedlex.admin.ch/eli/cc/27/317_321_377/de |titel=Bundesgesetz betreffend die Ergänzung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (Fünfter Teil: Obligationenrecht) |hrsg=Schweizerische Eidgenossenschaft |abruf=2026-08-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Begriff ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Art. 620 OR ist die Aktiengesellschaft eine Kapitalgesellschaft, an der eine oder mehrere Personen, Handelsgesellschaften oder Rechtsgemeinschaften beteiligt sein können. Für die Verpflichtungen der Gesellschaft haftet ausschliesslich das Gesellschaftsvermögen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;or&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aktionär ist, wer mindestens eine Aktie der Gesellschaft besitzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Aktiengesellschaft ist rechtlich von ihren Aktionären getrennt. Sie kann insbesondere:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Eigentum erwerben;&lt;br /&gt;
* Verträge abschliessen;&lt;br /&gt;
* Personal beschäftigen;&lt;br /&gt;
* klagen und verklagt werden;&lt;br /&gt;
* Forderungen und Schulden haben;&lt;br /&gt;
* Immobilien besitzen;&lt;br /&gt;
* Beteiligungen an anderen Unternehmen halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rechte und Pflichten des Unternehmens bestehen unabhängig von einem Wechsel der Aktionäre fort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rechtsgrundlagen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gesetzlichen Grundlagen der schweizerischen Aktiengesellschaft befinden sich vor allem im Obligationenrecht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von besonderer Bedeutung sind die Bestimmungen über:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Aktienkapital;&lt;br /&gt;
* Aktien;&lt;br /&gt;
* Gründung;&lt;br /&gt;
* Statuten;&lt;br /&gt;
* Generalversammlung;&lt;br /&gt;
* Verwaltungsrat;&lt;br /&gt;
* Revisionsstelle;&lt;br /&gt;
* Rechnungslegung;&lt;br /&gt;
* Kapitalveränderungen;&lt;br /&gt;
* Reserven;&lt;br /&gt;
* Dividenden;&lt;br /&gt;
* Auflösung und Liquidation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Vorschriften ergeben sich unter anderem aus dem Handelsregisterrecht, dem Revisionsaufsichtsrecht, dem Steuerrecht und bei börsenkotierten Gesellschaften aus dem Finanzmarktrecht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das schweizerische Aktienrecht wurde zuletzt umfassend revidiert. Die wesentlichen Bestimmungen der jüngsten Aktienrechtsrevision traten am &#039;&#039;&#039;1. Januar 2023&#039;&#039;&#039; in Kraft.&amp;lt;ref name=&amp;quot;revision&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.kmu.admin.ch/kmu/de/home/aktuell/gesetzesaenderungen/neues-aktienrecht.html |titel=Neues Aktienrecht |hrsg=Staatssekretariat für Wirtschaft SECO |abruf=2026-08-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rechtspersönlichkeit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Aktiengesellschaft ist eine &#039;&#039;&#039;juristische Person&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie entsteht rechtlich erst mit ihrer Eintragung ins Handelsregister.&amp;lt;ref name=&amp;quot;kmu&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.kmu.admin.ch/de/rechtsform-aktiengesellschaft-ag |titel=Rechtsform: Aktiengesellschaft (AG) |hrsg=Staatssekretariat für Wirtschaft SECO |abruf=2026-08-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor der Handelsregistereintragung können die Gründer bereits Geschäfte für die spätere Gesellschaft abschliessen. Dabei können jedoch besondere Haftungsfolgen für die handelnden Personen entstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Eintragung besteht die Gesellschaft grundsätzlich unabhängig von ihren Aktionären und Organmitgliedern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gründung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Aktiengesellschaft kann von einer einzigen Person oder von mehreren Personen gegründet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gründer können sein:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* natürliche Personen;&lt;br /&gt;
* juristische Personen;&lt;br /&gt;
* Handelsgesellschaften;&lt;br /&gt;
* andere zulässige Rechtsgemeinschaften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine bestimmte Mindestzahl von Aktionären ist nicht vorgeschrieben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;kmu&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gründung erfolgt in mehreren Schritten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Typischerweise werden zunächst:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Firma und Zweck bestimmt;&lt;br /&gt;
* Aktienkapital und Aktienstruktur festgelegt;&lt;br /&gt;
* Statuten ausgearbeitet;&lt;br /&gt;
* Mitglieder des Verwaltungsrats bestimmt;&lt;br /&gt;
* gegebenenfalls eine Revisionsstelle gewählt;&lt;br /&gt;
* das erforderliche Kapital bereitgestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die eigentliche Gründung muss öffentlich beurkundet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Statuten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jede Aktiengesellschaft benötigt Statuten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den gesetzlich vorgeschriebenen Angaben gehören insbesondere:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Firma der Gesellschaft;&lt;br /&gt;
* Sitz;&lt;br /&gt;
* Zweck;&lt;br /&gt;
* Höhe und Währung des Aktienkapitals;&lt;br /&gt;
* Anzahl, Nennwert und Art der Aktien;&lt;br /&gt;
* Form der Mitteilungen der Gesellschaft an die Aktionäre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Je nach Unternehmen können die Statuten weitere Bestimmungen enthalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu können beispielsweise Regeln über:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Übertragungsbeschränkungen;&lt;br /&gt;
* unterschiedliche Aktienkategorien;&lt;br /&gt;
* Kapitalband;&lt;br /&gt;
* besondere Beschlussquoren;&lt;br /&gt;
* virtuelle Generalversammlungen;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
gehören.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Firma ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Firma ist der rechtliche Name des Unternehmens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aktiengesellschaften können ihre Firma grundsätzlich frei wählen, sofern diese sich von bereits eingetragenen Firmen genügend unterscheidet und nicht irreführend ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Rechtsformzusatz &#039;&#039;&#039;AG&#039;&#039;&#039; beziehungsweise &#039;&#039;&#039;Aktiengesellschaft&#039;&#039;&#039; muss Bestandteil der Firma sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beispiele sind:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Muster AG;&lt;br /&gt;
* Beispiel Aktiengesellschaft;&lt;br /&gt;
* Muster Holding AG.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Firma wird im Handelsregister eingetragen und ist schweizweit geschützt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sitz ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jede Aktiengesellschaft benötigt einen statutarischen Sitz in einer Schweizer Gemeinde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Sitz bestimmt unter anderem das zuständige Handelsregisteramt und kann steuerliche sowie gerichtliche Bedeutung haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gesellschaft muss an ihrem Sitz über eine zustellfähige Adresse verfügen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Befindet sich die tatsächliche Verwaltung nicht an einer eigenen Geschäftsadresse, kann unter bestimmten Voraussetzungen eine sogenannte Domiziladresse verwendet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Aktienkapital ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das gesetzliche Mindestkapital einer schweizerischen Aktiengesellschaft beträgt &#039;&#039;&#039;CHF 100&#039;000&#039;&#039;&#039;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;kmu&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Aktienkapital muss bei der Gründung nicht vollständig einbezahlt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mindestens &#039;&#039;&#039;20 Prozent&#039;&#039;&#039; des Nennwerts jeder Aktie müssen liberiert sein. Insgesamt müssen jedoch mindestens &#039;&#039;&#039;CHF 50&#039;000&#039;&#039;&#039; eingezahlt oder durch zulässige Sacheinlagen gedeckt sein.&amp;lt;ref name=&amp;quot;kmu&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einem Aktienkapital von CHF 100&#039;000 genügt damit grundsätzlich eine Liberierung von CHF 50&#039;000.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einem Aktienkapital von beispielsweise CHF 500&#039;000 wären mindestens CHF 100&#039;000 einzuzahlen, weil 20 Prozent des Kapitals CHF 100&#039;000 entsprechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fremdwährung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit der Aktienrechtsrevision kann das Aktienkapital nicht nur in Schweizer Franken, sondern auch in bestimmten ausländischen Währungen geführt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Voraussetzung ist, dass die Währung für die Geschäftstätigkeit der Gesellschaft wesentlich ist und das Kapital bei der Gründung mindestens dem Gegenwert von CHF 100&#039;000 entspricht.&amp;lt;ref name=&amp;quot;kmu&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zugelassen sind insbesondere:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Euro;&lt;br /&gt;
* US-Dollar;&lt;br /&gt;
* britisches Pfund;&lt;br /&gt;
* japanischer Yen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wird das Aktienkapital in einer Fremdwährung geführt, müssen grundsätzlich auch Buchführung und Rechnungslegung in derselben Währung erfolgen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;kmu&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Liberierung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als &#039;&#039;&#039;Liberierung&#039;&#039;&#039; wird die Erfüllung der Einlagepflicht auf die übernommenen Aktien bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie kann insbesondere erfolgen durch:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Bareinzahlung;&lt;br /&gt;
* Sacheinlage;&lt;br /&gt;
* Verrechnung unter den gesetzlichen Voraussetzungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einer Bargründung wird das Geld üblicherweise auf ein besonderes Kapitaleinzahlungskonto bei einer Bank eingezahlt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bank stellt anschliessend eine Bestätigung über die Einzahlung aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Eintragung der Gesellschaft ins Handelsregister wird das gesperrte Kapital für die Gesellschaft freigegeben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;checkliste&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.kmu.admin.ch/de/checkliste-gruendung-aktiengesellschaft-ag |titel=Checkliste: Gründung Aktiengesellschaft (AG) |hrsg=Staatssekretariat für Wirtschaft SECO |abruf=2026-08-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sacheinlage ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Aktienkapital kann teilweise oder vollständig durch Sacheinlagen aufgebracht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Sacheinlage kommen beispielsweise infrage:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Maschinen;&lt;br /&gt;
* Fahrzeuge;&lt;br /&gt;
* Grundstücke;&lt;br /&gt;
* Beteiligungen;&lt;br /&gt;
* Immaterialgüterrechte;&lt;br /&gt;
* andere übertragbare Vermögenswerte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der betreffende Vermögenswert muss übertragbar und wirtschaftlich verwertbar sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sacheinlagen unterliegen besonderen gesetzlichen Anforderungen und müssen in den Gründungsunterlagen dokumentiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Aktien ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Aktienkapital ist in Aktien aufgeteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jede Aktie besitzt einen Nennwert, der grösser als null sein muss.&amp;lt;ref name=&amp;quot;or&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Nennwert kann sehr klein sein und muss seit der Aktienrechtsrevision nicht mehr mindestens einen Rappen betragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beispielsweise kann ein Aktienkapital von CHF 100&#039;000 aufgeteilt werden in:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* 100 Aktien zu CHF 1&#039;000;&lt;br /&gt;
* 1&#039;000 Aktien zu CHF 100;&lt;br /&gt;
* 100&#039;000 Aktien zu CHF 1.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gewählte Stückelung beeinflusst die Beteiligungsverhältnisse, nicht jedoch die Gesamthöhe des Aktienkapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Namenaktien ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die verbreitetste Aktienform in der Schweiz ist die &#039;&#039;&#039;Namenaktie&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gesellschaft führt ein Aktienbuch, in dem die Eigentümer beziehungsweise Nutzniesser der Namenaktien eingetragen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegenüber der Gesellschaft gilt grundsätzlich als Aktionär, wer im Aktienbuch eingetragen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Statuten nicht kotierter Gesellschaften können die Übertragung von Namenaktien unter bestimmten gesetzlichen Voraussetzungen beschränken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solche Übertragungsbeschränkungen werden als &#039;&#039;&#039;Vinkulierung&#039;&#039;&#039; bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inhaberaktien ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inhaberaktien waren in der Schweiz früher weit verbreitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit einer Gesetzesänderung im Jahr 2019 sind sie nur noch unter eingeschränkten Voraussetzungen zulässig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grundsätzlich dürfen Inhaberaktien insbesondere dann bestehen, wenn:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Beteiligungspapiere der Gesellschaft an einer Börse kotiert sind; oder&lt;br /&gt;
* die Aktien als Bucheffekten ausgestaltet sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den meisten privaten kleinen und mittleren Aktiengesellschaften werden deshalb heute Namenaktien verwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Aktienbuch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Gesellschaft mit Namenaktien führt ein Aktienbuch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darin werden insbesondere Name beziehungsweise Firma und Adresse der Aktionäre eingetragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei natürlichen Personen können weitere Identifikationsangaben erforderlich sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Eintragung ins Aktienbuch ist insbesondere für die Ausübung der Mitgliedschaftsrechte gegenüber der Gesellschaft von Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Aktienbuch ist kein öffentliches Register.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirtschaftlich berechtigte Personen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aktionäre können unter bestimmten Voraussetzungen verpflichtet sein, der Gesellschaft die wirtschaftlich berechtigte Person zu melden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies betrifft insbesondere Beteiligungen, welche gesetzlich definierte Schwellenwerte erreichen oder überschreiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Vorschriften dienen unter anderem der Transparenz und der Bekämpfung von Geldwäscherei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rechte der Aktionäre ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit einer Aktie sind Vermögens- und Mitgliedschaftsrechte verbunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den wichtigsten Rechten gehören:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Stimmrecht;&lt;br /&gt;
* Teilnahme an der Generalversammlung;&lt;br /&gt;
* Recht auf Dividende;&lt;br /&gt;
* Bezugsrecht bei bestimmten Kapitalerhöhungen;&lt;br /&gt;
* Auskunfts- und Einsichtsrechte;&lt;br /&gt;
* Anteil am Liquidationsergebnis;&lt;br /&gt;
* Anfechtung bestimmter Beschlüsse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der konkrete Umfang einzelner Rechte hängt von Gesetz, Statuten und Aktienkategorie ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Pflichten der Aktionäre ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die wichtigste Pflicht eines Aktionärs besteht grundsätzlich darin, den Ausgabebetrag seiner Aktien zu leisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine persönliche Nachschusspflicht für Schulden der Aktiengesellschaft besteht grundsätzlich nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anders als bei manchen Personengesellschaften müssen Aktionäre deshalb normalerweise nicht mit ihrem Privatvermögen für Gesellschaftsschulden einstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Haftung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Verbindlichkeiten einer Aktiengesellschaft haftet grundsätzlich ausschliesslich das Gesellschaftsvermögen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;or&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Privatvermögen der Aktionäre ist von den Schulden der Gesellschaft getrennt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies ist einer der wichtigsten Unterschiede gegenüber einem [[Einzelunternehmen]] oder bestimmten Personengesellschaften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Haftungsbeschränkung bedeutet jedoch nicht, dass Organmitglieder unter allen Umständen von persönlicher Haftung ausgeschlossen sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mitglieder des Verwaltungsrats, Geschäftsleitung oder andere verantwortliche Personen können beispielsweise persönlich haftbar werden, wenn sie ihre gesetzlichen Pflichten schuldhaft verletzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Organe ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die klassische schweizerische Aktiengesellschaft besitzt drei Organe:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Generalversammlung;&lt;br /&gt;
* Verwaltungsrat;&lt;br /&gt;
* Revisionsstelle, sofern nicht darauf verzichtet werden darf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Aufgaben dieser Organe sind gesetzlich voneinander abgegrenzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Generalversammlung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &#039;&#039;&#039;Generalversammlung&#039;&#039;&#039; ist das oberste Organ der Aktiengesellschaft.&amp;lt;ref name=&amp;quot;or&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie besteht aus den Aktionären beziehungsweise deren Vertretern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu ihren unübertragbaren Befugnissen gehören insbesondere:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Festsetzung und Änderung der Statuten;&lt;br /&gt;
* Wahl der Mitglieder des Verwaltungsrats;&lt;br /&gt;
* Wahl der Revisionsstelle;&lt;br /&gt;
* Genehmigung der Jahresrechnung;&lt;br /&gt;
* Beschluss über die Verwendung des Bilanzgewinns;&lt;br /&gt;
* Festsetzung der Dividende;&lt;br /&gt;
* Beschluss über bestimmte Kapitalveränderungen;&lt;br /&gt;
* Entlastung der Mitglieder des Verwaltungsrats.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ordentliche Generalversammlungen werden grundsätzlich einmal jährlich durchgeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Durchführung der Generalversammlung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Generalversammlungen können klassisch an einem physischen Versammlungsort stattfinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das revidierte Aktienrecht ermöglicht unter bestimmten Voraussetzungen auch moderne Formen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu gehören:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Generalversammlung an mehreren Orten;&lt;br /&gt;
* elektronische Teilnahme;&lt;br /&gt;
* virtuelle Generalversammlung ohne physischen Tagungsort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für eine vollständig virtuelle Generalversammlung muss grundsätzlich eine entsprechende Grundlage in den Statuten vorhanden sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verwaltungsrat ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;&#039;Verwaltungsrat&#039;&#039;&#039; ist das oberste Leitungs- und Aufsichtsorgan der Aktiengesellschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er besitzt verschiedene unübertragbare und unentziehbare Aufgaben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu gehören insbesondere:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Oberleitung der Gesellschaft;&lt;br /&gt;
* Festlegung der Organisation;&lt;br /&gt;
* Ausgestaltung des Rechnungswesens;&lt;br /&gt;
* Finanzkontrolle und Finanzplanung;&lt;br /&gt;
* Ernennung und Überwachung der Geschäftsleitung;&lt;br /&gt;
* Erstellung des Geschäftsberichts;&lt;br /&gt;
* Vorbereitung der Generalversammlung;&lt;br /&gt;
* Ausführung der Generalversammlungsbeschlüsse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Verwaltungsrat kann die operative Geschäftsführung ganz oder teilweise an einzelne Mitglieder oder an eine Geschäftsleitung übertragen, soweit Gesetz und Statuten dies zulassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zusammensetzung des Verwaltungsrats ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine schweizerische Aktiengesellschaft benötigt mindestens ein Mitglied des Verwaltungsrats.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mitglieder des Verwaltungsrats müssen natürliche Personen sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mindestens eine zur Vertretung der Gesellschaft berechtigte Person muss Wohnsitz in der Schweiz haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Person kann ein Mitglied des Verwaltungsrats oder ein Direktor sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei grösseren Unternehmen besteht der Verwaltungsrat üblicherweise aus mehreren Personen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vertretung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Verwaltungsrat bestimmt, welche Personen die Gesellschaft nach aussen vertreten dürfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Handelsregister können beispielsweise eingetragen werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Einzelunterschrift;&lt;br /&gt;
* Kollektivunterschrift zu zweien;&lt;br /&gt;
* Prokura.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einer Kollektivunterschrift zu zweien sind grundsätzlich die Unterschriften von zwei entsprechend berechtigten Personen erforderlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Revisionsstelle ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Revisionsstelle prüft insbesondere die Jahresrechnung der Gesellschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das schweizerische Recht unterscheidet zwischen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* ordentlicher Revision;&lt;br /&gt;
* eingeschränkter Revision;&lt;br /&gt;
* Verzicht auf Revision unter bestimmten Voraussetzungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grössere Unternehmen sowie bestimmte Publikumsgesellschaften unterstehen der ordentlichen Revision.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei vielen kleineren Aktiengesellschaften genügt eine eingeschränkte Revision.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Opting-out ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kleine Aktiengesellschaften können unter bestimmten Voraussetzungen vollständig auf eine Revisionsstelle verzichten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Verfahren wird als &#039;&#039;&#039;Opting-out&#039;&#039;&#039; bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Voraussetzungen sind grundsätzlich:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zustimmung sämtlicher Aktionäre;&lt;br /&gt;
* höchstens zehn Vollzeitstellen im Jahresdurchschnitt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Opting-out ist insbesondere bei kleinen inhabergeführten Aktiengesellschaften verbreitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Handelsregister ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jede Aktiengesellschaft muss ins Handelsregister eingetragen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gesellschaft entsteht als juristische Person erst mit dieser Eintragung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;kmu&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Öffentlich eingetragen werden unter anderem:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Firma;&lt;br /&gt;
* Sitz;&lt;br /&gt;
* Zweck;&lt;br /&gt;
* Aktienkapital;&lt;br /&gt;
* Mitglieder des Verwaltungsrats;&lt;br /&gt;
* vertretungsberechtigte Personen;&lt;br /&gt;
* gegebenenfalls Revisionsstelle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Identität sämtlicher Aktionäre einer normalen privaten AG ist dagegen grundsätzlich nicht öffentlich aus dem Handelsregister ersichtlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rechnungslegung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aktiengesellschaften unterliegen den Vorschriften des Obligationenrechts über Buchführung und Rechnungslegung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie müssen insbesondere:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Buch führen;&lt;br /&gt;
* eine Bilanz erstellen;&lt;br /&gt;
* eine Erfolgsrechnung erstellen;&lt;br /&gt;
* gegebenenfalls einen Anhang erstellen;&lt;br /&gt;
* Geschäftsunterlagen aufbewahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Je nach Grösse und Struktur der Gesellschaft können zusätzliche Anforderungen bestehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grössere Unternehmen müssen unter anderem eine Geldflussrechnung und einen Lagebericht erstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Jahresrechnung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Jahresrechnung gibt Auskunft über die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie umfasst grundsätzlich:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Bilanz;&lt;br /&gt;
* Erfolgsrechnung;&lt;br /&gt;
* gegebenenfalls Anhang.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Verwaltungsrat erstellt die Jahresrechnung und legt sie der Generalversammlung zur Genehmigung vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gewinn ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erwirtschaftet die Gesellschaft einen Jahresgewinn, kann dieser nicht ohne Weiteres vollständig ausgeschüttet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst sind gesetzliche und gegebenenfalls statutarische Vorschriften über Reserven zu berücksichtigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über die Verwendung des verbleibenden Bilanzgewinns entscheidet die Generalversammlung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mögliche Verwendungen sind beispielsweise:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ausschüttung einer Dividende;&lt;br /&gt;
* Bildung freiwilliger Reserven;&lt;br /&gt;
* Vortrag auf die neue Rechnung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Dividende ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &#039;&#039;&#039;Dividende&#039;&#039;&#039; ist der an Aktionäre ausgeschüttete Gewinnanteil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Anspruch auf eine Dividende besteht erst, wenn die Generalversammlung eine entsprechende Ausschüttung beschlossen hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dividenden dürfen grundsätzlich nur aus ausschüttungsfähigem Bilanzgewinn und hierfür vorgesehenen Reserven bezahlt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Höhe der Dividende hängt insbesondere vom Geschäftsergebnis, der Finanzlage und der Ausschüttungspolitik der Gesellschaft ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Reserven ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aktiengesellschaften müssen gesetzliche Reserven bilden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Aktienrecht unterscheidet verschiedene Reservepositionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie dienen unter anderem dem Schutz des Gesellschaftskapitals und der Gläubiger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben gesetzlichen Reserven können freiwillige Gewinnreserven gebildet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kapitalerhöhung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Aktiengesellschaft kann ihr Aktienkapital erhöhen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Kapitalerhöhung kann beispielsweise erforderlich sein, um:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wachstum zu finanzieren;&lt;br /&gt;
* neue Investoren aufzunehmen;&lt;br /&gt;
* Unternehmen zu erwerben;&lt;br /&gt;
* Eigenkapital zu stärken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Aktienrecht kennt verschiedene Formen der Kapitalerhöhung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu gehören insbesondere die ordentliche Kapitalerhöhung und die bedingte Kapitalerhöhung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kapitalband ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Aktienrechtsrevision wurde das &#039;&#039;&#039;Kapitalband&#039;&#039;&#039; eingeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Generalversammlung kann den Verwaltungsrat statutarisch ermächtigen, das Aktienkapital innerhalb einer bestimmten Bandbreite zu erhöhen und gegebenenfalls zu reduzieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ermächtigung kann für höchstens fünf Jahre erteilt werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;kmu&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kapitalband soll Unternehmen flexiblere Kapitalanpassungen ermöglichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kapitalherabsetzung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Aktienkapital kann unter Einhaltung der gesetzlichen Voraussetzungen reduziert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gründe können beispielsweise sein:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Rückzahlung überschüssigen Kapitals;&lt;br /&gt;
* Beseitigung einer Unterbilanz;&lt;br /&gt;
* Anpassung der Kapitalstruktur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da eine Kapitalherabsetzung die Interessen der Gläubiger berühren kann, gelten besondere Schutzvorschriften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Eigene Aktien ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Aktiengesellschaft kann unter gesetzlich geregelten Voraussetzungen eigene Aktien erwerben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Erwerb ist jedoch beschränkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eigene Aktien können beispielsweise im Zusammenhang mit:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Mitarbeiterbeteiligungsprogrammen;&lt;br /&gt;
* Unternehmensübernahmen;&lt;br /&gt;
* Kapitalstrukturmassnahmen;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
eingesetzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solange die Gesellschaft eigene Aktien hält, ruhen bestimmte mit diesen Aktien verbundene Rechte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Steuern ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Aktiengesellschaft ist ein eigenes Steuersubjekt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie bezahlt insbesondere Gewinnsteuern auf dem erzielten steuerbaren Gewinn und je nach Kanton Kapitalsteuern auf dem Eigenkapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die konkreten Steuersätze unterscheiden sich je nach:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Bund;&lt;br /&gt;
* Kanton;&lt;br /&gt;
* Gemeinde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aktionäre versteuern ihre Beteiligungen grundsätzlich als Vermögen und erhaltene Dividenden als Einkommen, soweit keine besonderen Regelungen anwendbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirtschaftliche Doppelbelastung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Aktiengesellschaften kann es zu einer wirtschaftlichen Doppelbelastung von Unternehmensgewinnen kommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst wird der Gewinn auf Ebene der Gesellschaft besteuert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wird ein Teil dieses nach Steuern verbleibenden Gewinns anschliessend als Dividende ausgeschüttet, wird die Dividende grundsätzlich beim Aktionär erneut steuerlich erfasst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für qualifizierte Beteiligungen bestehen jedoch steuerliche Entlastungsmechanismen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sozialversicherungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Personen, die für ihre eigene Aktiengesellschaft arbeiten und einen Lohn beziehen, gelten sozialversicherungsrechtlich grundsätzlich als Arbeitnehmer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies gilt auch dann, wenn sie gleichzeitig alleinige oder bedeutende Aktionäre des Unternehmens sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dem Lohn fallen daher grundsätzlich die üblichen Sozialversicherungsbeiträge an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu gehören insbesondere:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* AHV;&lt;br /&gt;
* IV;&lt;br /&gt;
* EO;&lt;br /&gt;
* Arbeitslosenversicherung im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften;&lt;br /&gt;
* Unfallversicherung;&lt;br /&gt;
* berufliche Vorsorge bei Erreichen der gesetzlichen Voraussetzungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Mehrwertsteuer ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Aktiengesellschaft kann mehrwertsteuerpflichtig werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Mehrwertsteuerpflicht richtet sich nicht nach der Rechtsform, sondern insbesondere nach Art und Höhe des Umsatzes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erfüllt das Unternehmen die gesetzlichen Voraussetzungen, muss es sich bei der Eidgenössischen Steuerverwaltung registrieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Börsenkotierte Aktiengesellschaft ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aktien einer Gesellschaft können an einer Börse gehandelt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Börsenkotierte Aktiengesellschaften unterliegen neben dem allgemeinen Aktienrecht zusätzlichen Vorschriften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese betreffen unter anderem:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Transparenz;&lt;br /&gt;
* Rechnungslegung;&lt;br /&gt;
* Offenlegung bedeutender Beteiligungen;&lt;br /&gt;
* Vergütungen;&lt;br /&gt;
* Publizität;&lt;br /&gt;
* Kapitalmarkttransaktionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Schweiz werden Aktien vieler grosser Gesellschaften an der [[SIX Swiss Exchange]] gehandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Private Aktiengesellschaft ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Mehrheit der schweizerischen Aktiengesellschaften ist nicht börsenkotiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei solchen privaten Gesellschaften befinden sich die Aktien häufig im Besitz:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* einer einzelnen Unternehmerfamilie;&lt;br /&gt;
* weniger Gründer;&lt;br /&gt;
* eines Mutterunternehmens;&lt;br /&gt;
* privater Investoren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die AG ist daher keineswegs nur eine Rechtsform für Grossunternehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einpersonen-AG ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Aktiengesellschaft kann durch eine einzige Person gegründet und vollständig gehalten werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Form wird umgangssprachlich häufig als &#039;&#039;&#039;Einpersonen-AG&#039;&#039;&#039; bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der einzige Aktionär kann gleichzeitig:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* einziges Verwaltungsratsmitglied;&lt;br /&gt;
* Geschäftsführer;&lt;br /&gt;
* Arbeitnehmer der Gesellschaft;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz der wirtschaftlichen Einheit bleibt die AG rechtlich eine eigenständige Person.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Holdinggesellschaft ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine AG kann als Holdinggesellschaft ausgestaltet sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Holding besitzt hauptsächlich Beteiligungen an anderen Unternehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie kann beispielsweise als Muttergesellschaft einer Unternehmensgruppe dienen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rechtsform der Aktiengesellschaft eignet sich aufgrund der leichten Übertragbarkeit von Beteiligungen und der klaren Trennung zwischen Gesellschaft und Aktionären besonders gut für Konzernstrukturen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vor- und Nachteile ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Aktiengesellschaft besitzt gegenüber anderen Rechtsformen verschiedene Vor- und Nachteile.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Vorteile&lt;br /&gt;
! Nachteile&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Haftung grundsätzlich auf Gesellschaftsvermögen beschränkt&lt;br /&gt;
| Mindestkapital von CHF 100&#039;000&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Aktionäre können relativ einfach wechseln&lt;br /&gt;
| Gründung muss öffentlich beurkundet werden&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| hohe Akzeptanz bei Geschäftspartnern und Investoren&lt;br /&gt;
| höhere Gründungs- und Verwaltungskosten als beim Einzelunternehmen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| geeignet für Beteiligungen mehrerer Investoren&lt;br /&gt;
| umfangreichere Buchführungs- und Organisationspflichten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| klare Trennung zwischen Privat- und Gesellschaftsvermögen&lt;br /&gt;
| mögliche wirtschaftliche Doppelbesteuerung von Gewinn und Dividende&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| geeignet für Unternehmensnachfolge und Kapitalbeschaffung&lt;br /&gt;
| formelle Anforderungen an Generalversammlung und Verwaltungsrat&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vergleich mit der GmbH ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Aktiengesellschaft und die GmbH sind die wichtigsten Kapitalgesellschaften der Schweiz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Merkmal&lt;br /&gt;
! Aktiengesellschaft&lt;br /&gt;
! GmbH&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Abkürzung&lt;br /&gt;
| AG&lt;br /&gt;
| GmbH&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Mindestkapital&lt;br /&gt;
| CHF 100&#039;000&lt;br /&gt;
| CHF 20&#039;000&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Mindestliberierung&lt;br /&gt;
| mindestens CHF 50&#039;000&lt;br /&gt;
| vollständige Liberierung des Stammkapitals&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Eigentümer&lt;br /&gt;
| Aktionäre&lt;br /&gt;
| Gesellschafter&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Beteiligung&lt;br /&gt;
| Aktien&lt;br /&gt;
| Stammanteile&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Oberstes Organ&lt;br /&gt;
| Generalversammlung&lt;br /&gt;
| Gesellschafterversammlung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Leitungsorgan&lt;br /&gt;
| Verwaltungsrat&lt;br /&gt;
| Geschäftsführung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Veröffentlichung der Eigentümer im Handelsregister&lt;br /&gt;
| grundsätzlich nein&lt;br /&gt;
| grundsätzlich ja&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| persönliche Haftung der Eigentümer&lt;br /&gt;
| grundsätzlich nein&lt;br /&gt;
| grundsätzlich nein&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein wesentlicher praktischer Unterschied besteht in der Transparenz der Eigentumsverhältnisse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der GmbH sind die Gesellschafter im Handelsregister öffentlich eingetragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einer nicht börsenkotierten Aktiengesellschaft werden die Aktionäre dagegen grundsätzlich nicht allein aufgrund ihrer Aktionärsstellung im Handelsregister veröffentlicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vergleich mit dem Einzelunternehmen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein [[Einzelunternehmen]] besitzt im Gegensatz zur Aktiengesellschaft keine eigene Rechtspersönlichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Inhaber eines Einzelunternehmens haftet grundsätzlich persönlich und unbeschränkt mit seinem Privatvermögen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der AG ist das Privatvermögen der Aktionäre grundsätzlich von den Verpflichtungen der Gesellschaft getrennt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dafür ist die Gründung und Verwaltung einer AG formeller und kostenintensiver.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kosten der Gründung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem Aktienkapital entstehen bei der Gründung zusätzliche Kosten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu können gehören:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Notariatskosten;&lt;br /&gt;
* Handelsregistergebühren;&lt;br /&gt;
* Beratungskosten;&lt;br /&gt;
* Bankgebühren;&lt;br /&gt;
* gegebenenfalls Kosten für Sacheinlageprüfungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Kosten unterscheiden sich abhängig von Kanton, Komplexität und Ausgestaltung der Gesellschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das einbezahlte Aktienkapital selbst ist keine Gebühr. Es gehört nach der Gründung der Gesellschaft und kann grundsätzlich für geschäftliche Zwecke eingesetzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gründungsablauf ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein typischer Gründungsablauf umfasst folgende Schritte:&amp;lt;ref name=&amp;quot;checkliste&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# Wahl von Firma und Sitz;&lt;br /&gt;
# Festlegung des Gesellschaftszwecks;&lt;br /&gt;
# Festlegung von Aktienkapital und Aktienstruktur;&lt;br /&gt;
# Ausarbeitung der Statuten;&lt;br /&gt;
# Bestimmung des Verwaltungsrats;&lt;br /&gt;
# gegebenenfalls Wahl der Revisionsstelle;&lt;br /&gt;
# Eröffnung eines Kapitaleinzahlungskontos;&lt;br /&gt;
# Einzahlung des erforderlichen Aktienkapitals;&lt;br /&gt;
# öffentliche Beurkundung der Gründung;&lt;br /&gt;
# Anmeldung beim Handelsregister;&lt;br /&gt;
# Eintragung der Gesellschaft;&lt;br /&gt;
# Freigabe des Kapitals durch die Bank;&lt;br /&gt;
# Eröffnung des Aktienbuchs;&lt;br /&gt;
# Anmeldung bei Sozialversicherungen und gegebenenfalls Mehrwertsteuer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Auflösung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Aktiengesellschaft kann aus verschiedenen Gründen aufgelöst werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu gehören beispielsweise:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Beschluss der Generalversammlung;&lt;br /&gt;
* Ablauf einer statutarisch bestimmten Dauer;&lt;br /&gt;
* Konkurs;&lt;br /&gt;
* Fusion mit einem anderen Unternehmen;&lt;br /&gt;
* gesetzlich oder gerichtlich angeordnete Auflösung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine freiwillige Auflösung führt normalerweise zur Liquidation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Liquidation ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Liquidation werden die laufenden Geschäfte beendet, Vermögenswerte verwertet und Schulden bezahlt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Befriedigung der Gläubiger wird ein allfälliger verbleibender Liquidationsüberschuss entsprechend den Beteiligungsrechten an die Aktionäre verteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Abschluss der Liquidation wird die Gesellschaft aus dem Handelsregister gelöscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Konkurs ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist eine Aktiengesellschaft zahlungsunfähig oder überschuldet, können insolvenzrechtliche Verfahren notwendig werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Verwaltungsrat besitzt besondere Pflichten zur Überwachung der finanziellen Lage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das revidierte Aktienrecht legt einen stärkeren Schwerpunkt auf die Überwachung der Zahlungsfähigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei drohender Zahlungsunfähigkeit muss der Verwaltungsrat Massnahmen zur Sicherstellung der Zahlungsfähigkeit treffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Kapitalverlust oder Überschuldung gelten zusätzliche gesetzliche Pflichten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verantwortlichkeit der Organe ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl Aktionäre grundsätzlich nicht persönlich für Gesellschaftsschulden haften, können Mitglieder der Organe persönlich verantwortlich werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verwaltungsräte, Geschäftsleitungsmitglieder und Liquidatoren können für Schäden haften, die sie durch absichtliche oder fahrlässige Verletzung ihrer Pflichten verursachen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Typische relevante Pflichten betreffen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* sorgfältige Geschäftsführung;&lt;br /&gt;
* Überwachung;&lt;br /&gt;
* ordnungsgemässe Rechnungslegung;&lt;br /&gt;
* Behandlung von Interessenkonflikten;&lt;br /&gt;
* Massnahmen bei finanziellen Schwierigkeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die sogenannte aktienrechtliche Verantwortlichkeit ist in den Artikeln 752 ff. OR geregelt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;or&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedeutung in der Schweiz ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Aktiengesellschaft ist eine der wichtigsten Unternehmensformen der Schweizer Wirtschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie eignet sich insbesondere für Unternehmen, die:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* eine klare Trennung zwischen Eigentümern und Gesellschaft wünschen;&lt;br /&gt;
* mehrere Investoren aufnehmen möchten;&lt;br /&gt;
* grössere Kapitalbeträge benötigen;&lt;br /&gt;
* Beteiligungen einfach übertragbar gestalten wollen;&lt;br /&gt;
* eine spätere Unternehmensnachfolge vorbereiten;&lt;br /&gt;
* einen Börsengang ermöglichen möchten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gleichzeitig wird sie von zahlreichen kleinen und mittleren, häufig familiengeführten Unternehmen verwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rechtsform verbindet eine weitgehende Haftungsbeschränkung mit vergleichsweise flexiblen Möglichkeiten zur Gestaltung von Eigentum, Unternehmensführung und Kapitalstruktur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Gesellschaft mit beschränkter Haftung]]&lt;br /&gt;
* [[Einzelunternehmen]]&lt;br /&gt;
* [[Genossenschaft]]&lt;br /&gt;
* [[Kollektivgesellschaft]]&lt;br /&gt;
* [[Kommanditgesellschaft]]&lt;br /&gt;
* [[Obligationenrecht (Schweiz)]]&lt;br /&gt;
* [[Handelsregister]]&lt;br /&gt;
* [[Aktie]]&lt;br /&gt;
* [[Verwaltungsrat]]&lt;br /&gt;
* [[Generalversammlung]]&lt;br /&gt;
* [[Dividende]]&lt;br /&gt;
* [[SIX Swiss Exchange]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://www.kmu.admin.ch/de/rechtsform-aktiengesellschaft-ag Informationen des KMU-Portals des Bundes zur Aktiengesellschaft]&lt;br /&gt;
* [https://www.fedlex.admin.ch/eli/cc/27/317_321_377/de Schweizerisches Obligationenrecht auf Fedlex]&lt;br /&gt;
* [https://www.zefix.ch/ Zentraler Firmenindex Zefix]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rechtsform]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gesellschaftsrecht (Schweiz)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Unternehmensart]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Aktienrecht]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Privatrecht (Schweiz)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Nick Frei</name></author>
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		<id>https://helvetia.wiki/de/index.php?title=Dampfbahn-Verein_Z%C3%BCrcher_Oberland&amp;diff=2990</id>
		<title>Dampfbahn-Verein Zürcher Oberland</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Nick Frei: Die Seite wurde neu angelegt: «{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;float:right; width:315px; margin:0 0 1em 1em;&amp;quot; ! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; | Dampfbahn-Verein Zürcher Oberland |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Abkürzung&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | DVZO |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Art&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | Museumsbahnverein |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Gründung&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | 25. Januar 1969 |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Sitz&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | Bauma |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Stammstrecke&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | Bauma–Bäretswil–Hinwil |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Streckenlänge&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | 11,297 km |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Spurweite&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | 1435 mm |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Stromsystem&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | 15 kV, 16,7 Hz Wechselstrom |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Museumsb…»&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;float:right; width:315px; margin:0 0 1em 1em;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; | Dampfbahn-Verein Zürcher Oberland&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Abkürzung&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| DVZO&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Art&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Museumsbahnverein&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Gründung&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| 25. Januar 1969&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Sitz&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| [[Bauma]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Stammstrecke&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| [[Bauma]]–[[Bäretswil]]–[[Hinwil]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Streckenlänge&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| 11,297 km&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Spurweite&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| 1435 mm&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Stromsystem&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| 15 kV, 16,7 Hz Wechselstrom&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Museumsbetrieb seit&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| 6. Mai 1978&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Mitglieder&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| 770 (Ende 2024)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Aktivmitglieder&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| 188 (Ende 2024)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Website&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| [https://dvzo.ch/ dvzo.ch]&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;&#039;Dampfbahn-Verein Zürcher Oberland&#039;&#039;&#039; (&#039;&#039;&#039;DVZO&#039;&#039;&#039;) ist ein Schweizer Verein, der historische Eisenbahnfahrzeuge erhält und eine Museumsbahn im [[Zürcher Oberland]] betreibt. Seine Stammstrecke führt über 11,297 Kilometer von [[Bauma]] über [[Bäretswil]] nach [[Hinwil]] und folgt einem erhaltenen Abschnitt der ehemaligen [[Uerikon-Bauma-Bahn]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;dampfexpress2018&amp;quot;&amp;gt;Dampfbahn-Verein Zürcher Oberland: [https://dvzo.ch/wp-content/uploads/2025/01/DW_Dampfexpress-2018.pdf Dampfexpress 2018], Kennzahlen Bahnlinie Bauma–Bäretswil–Hinwil und DVZO, abgerufen am 26. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Verein wurde am 25. Januar 1969 gegründet. Seit dem 6. Mai 1978 führt er fahrplanmässige Museumsbahnfahrten durch, zunächst zwischen Bauma und Bäretswil und seit 1979 auf der gesamten Strecke bis Hinwil.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dampfexpress2018&amp;quot; /&amp;gt; Zum historischen Fahrzeugbestand gehören Dampflokomotiven, Elektrolokomotiven, Traktoren sowie Personen-, Gepäck- und Güterwagen aus verschiedenen Epochen der Schweizer Eisenbahngeschichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Betrieb und ein grosser Teil des Unterhalts werden ehrenamtlich geleistet. Ende 2024 zählte der DVZO 770 Mitglieder, darunter 188 Aktivmitglieder.&amp;lt;ref name=&amp;quot;jahresbericht2024&amp;quot;&amp;gt;Dampfbahn-Verein Zürcher Oberland: [https://dvzo.ch/wp-content/uploads/2025/03/DVZO_Jahresbericht_2024.pdf Jahresbericht 2024], S. 3, abgerufen am 26. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Uerikon-Bauma-Bahn ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Uerikon-Bauma-Bahn}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die heutige Museumsbahnstrecke war ursprünglich Teil der [[Uerikon-Bauma-Bahn]] (UeBB). Die Bahn sollte das [[Zürcher Oberland]] mit dem [[Zürichsee]] verbinden und ging wesentlich auf den Unternehmer und Eisenbahnpionier [[Adolf Guyer-Zeller]] zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konzession für die Uerikon-Bauma-Bahn wurde am 29. Juni 1895 erteilt. Der Bau begann 1899, wenige Monate nach dem Tod Guyer-Zellers. Am 30. Mai 1901 wurde die Strecke Uerikon–Bubikon–Hinwil–Bauma offiziell eröffnet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dampfexpress2018&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die wirtschaftliche Entwicklung der Bahn blieb jedoch hinter den Erwartungen zurück. Die UeBB stand im Wettbewerb mit anderen Bahnlinien und dem zunehmenden Strassenverkehr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1946 stimmte die Zürcher Bevölkerung einer Neuordnung der Nebenbahnen im Kanton zu. In der Folge wurde ein Teil der UeBB stillgelegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Übernahme durch die SBB ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Abschnitt Hinwil–Bäretswil–Bauma blieb erhalten und wurde elektrifiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 11. Oktober 1947 übernahmen die [[Schweizerische Bundesbahnen|SBB]] diesen Streckenteil. Die übrige Uerikon-Bauma-Bahn stellte ihren Betrieb im Oktober 1948 endgültig ein. Zwischen Uerikon, Bubikon und Hinwil wurden grosse Teile der Gleisanlagen später abgebrochen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dampfexpress2018&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der Strecke Hinwil–Bauma führten die SBB weiterhin Personen- und Güterverkehr durch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gründung des DVZO ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den 1960er-Jahren nahm die Bedeutung der Dampflokomotive bei den Schweizer Bahnen rapide ab. Gleichzeitig entstanden erste Vereinigungen, die historische Eisenbahnfahrzeuge vor der Verschrottung bewahren wollten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am &#039;&#039;&#039;25. Januar 1969&#039;&#039;&#039; trafen sich 16 Eisenbahnfreunde zu einer «Gründungsversammlung eines Vereins zur Errichtung einer Museumsbahn im Zürcher Oberland». Daraus entstand der Dampfbahn-Verein Zürcher Oberland.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dampfexpress2017&amp;quot;&amp;gt;Dampfbahn-Verein Zürcher Oberland: [https://dvzo.ch/wp-content/uploads/2025/01/DW_Dampfexpress-2017.pdf Dampfexpress 2017], historische Beiträge zur Vereinsgründung, abgerufen am 26. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausgangspunkt der Initiative war unter anderem die Idee junger Eisenbahnfreunde, historische Dampflokomotiven nicht lediglich museal auszustellen, sondern weiterhin im Betrieb zu zeigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nur wenige Monate nach der Vereinsgründung stellte die SBB am 1. Juni 1969 den Personenverkehr zwischen Hinwil, Bäretswil und Bauma ein.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dampfexpress2018&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Güterverkehr zwischen Hinwil und Bäretswil blieb zunächst erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beginn des Museumsbetriebs ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den ersten Vereinsjahren beschaffte und restaurierte der DVZO historische Fahrzeuge. Gleichzeitig verhandelte er mit den SBB über die Nutzung der stillgelegten Strecke.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am &#039;&#039;&#039;6. Mai 1978&#039;&#039;&#039; begann der öffentliche Dampfbahnbetrieb zwischen Bauma und Bäretswil.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dampfexpress2018&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Einsatz kam unter anderem die Dampflokomotive &#039;&#039;&#039;Ed 3/4 Nr. 2 «Hinwil»&#039;&#039;&#039;, die sich zu einem der charakteristischen Fahrzeuge des Vereins entwickelte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab 1979 wurden die Museumszüge über Bäretswil hinaus bis Hinwil geführt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dampfexpress2018&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit war eine der frühesten regelmässig betriebenen Museumsbahnen der Schweiz entstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Strecke Bauma–Hinwil ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Museumsbahnstrecke ist &#039;&#039;&#039;11&#039;297 Meter&#039;&#039;&#039; lang.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dampfexpress2018&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie gliedert sich in folgende Abschnitte:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Abschnitt&lt;br /&gt;
! Länge&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Hinwil–Ettenhausen Emmetschloo&lt;br /&gt;
| 3&#039;606 m&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Ettenhausen Emmetschloo–Bäretswil&lt;br /&gt;
| 2&#039;114 m&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Bäretswil–Neuthal&lt;br /&gt;
| 2&#039;787 m&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Neuthal–Bauma&lt;br /&gt;
| 2&#039;790 m&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Gesamt&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;11&#039;297 m&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;dampfexpress2018&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Strecke ist normalspurig und mit dem in der Schweiz üblichen Bahnstromsystem von 15 kV bei 16,7 Hz elektrifiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der höchste Punkt liegt auf 714,8 m ü. M. Die grösste Steigung beträgt 29,2 Promille und befindet sich bei der Ausfahrt aus Bauma.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dampfexpress2018&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Eigentumsverhältnisse ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Streckenabschnitt zwischen Bauma und Bäretswil wurde im Jahr 2000 von der SBB für einen symbolischen Franken an den DVZO verkauft.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dampfexpress2018&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Verein besitzt rund 5,5 Kilometer eigene Bahninfrastruktur zwischen Bauma und Bäretswil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der nördliche Abschnitt zwischen Bäretswil und Hinwil blieb zunächst im Eigentum der SBB. Später ging die Infrastruktur in diesem Bereich an die [[Sursee-Triengen-Bahn]] (ST) über.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 2019 ist die Sursee-Triengen-Bahn auch für die Betriebsführung der DVZO-Strecke Bäretswil–Bauma zuständig. Die Strecke bleibt dabei Eigentum des DVZO und wird von der ST im Rahmen eines Pacht- beziehungsweise Betriebsführungsmodells betreut.&amp;lt;ref name=&amp;quot;jahresbericht2024infra&amp;quot;&amp;gt;Dampfbahn-Verein Zürcher Oberland: [https://dvzo.ch/wp-content/uploads/2025/03/DVZO_Jahresbericht_2024.pdf Jahresbericht 2024], Abschnitt Infrastruktur, abgerufen am 26. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bauma ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Bahnhof Bauma}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bauma]] bildet das betriebliche und touristische Zentrum der Museumsbahn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bahnhof wurde 1875 für die [[Tösstalbahn]] errichtet. Heute wird er im regulären Personenverkehr von Zügen der [[S-Bahn Zürich]] bedient.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Bauma zweigt die ehemalige UeBB-Strecke in Richtung Bäretswil ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den DVZO befinden sich in Bauma unter anderem:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* historische Bahnhofshalle;&lt;br /&gt;
* Lokremise;&lt;br /&gt;
* Werkstatt- und Depotanlagen;&lt;br /&gt;
* Abstellgleise;&lt;br /&gt;
* Anlagen zur Versorgung der Dampflokomotiven.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von hier beginnen zahlreiche öffentliche Museumsfahrten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Historische Bahnhofshalle Bauma ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine besondere Sehenswürdigkeit ist die historische Perronhalle des Museumsbahnbereichs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Halle wurde ursprünglich 1860 für den ersten Bahnhof der [[Schweizerische Centralbahn|Schweizerischen Centralbahn]] in Basel gebaut. Nach verschiedenen Veränderungen des Basler Bahnhofs wurde sie demontiert und später erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der DVZO liess die historische Konstruktion in Bauma wieder aufbauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 6. September 2015 wurde die restaurierte Bahnhofshalle feierlich eingeweiht.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dampfexpress2018&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie ergänzt den Museumsbahnhof und vermittelt zusammen mit historischen Fahrzeugen, Signalen und Bahnanlagen das Erscheinungsbild einer Schweizer Bahnstation aus früheren Jahrzehnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Strecke oberhalb von Bauma ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unmittelbar nach der Ausfahrt aus Bauma steigt die Strecke mit bis zu 29 Promille stark an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie führt zunächst über den Holderbaum-Damm und überquert die Kantonsstrasse Bauma–Steg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es folgen mehrere Dämme, Einschnitte, kleinere Brücken und Bahnübergänge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gelände zeigt deutlich, welcher technische Aufwand beim Bau der Uerikon-Bauma-Bahn um 1900 erforderlich war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Böhlviadukt ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oberhalb von Bauma liegt das &#039;&#039;&#039;Böhlviadukt&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das rund 45 Meter lange Bauwerk ermöglicht der Strecke die Querung eines Geländeeinschnitts.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dampfexpress2018&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unterhalb der Bahnlinie befindet sich das monumentale Grabmal von Adolf Guyer-Zeller, dem wichtigsten Initianten der ursprünglichen Uerikon-Bauma-Bahn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Neuthal ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Station &#039;&#039;&#039;Neuthal&#039;&#039;&#039; liegt zwischen Bauma und Bäretswil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unmittelbar unterhalb der Bahnlinie befindet sich das historische Industrieensemble [[Neuthal]], das eng mit der Familie Guyer-Zeller verbunden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute beherbergt das Areal unter anderem das Museum &#039;&#039;&#039;Neuthal Textil- und Industriekultur&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verbindung von Museumsbahn und Industrieensemble macht Neuthal zu einem wichtigen Ziel für industriegeschichtlich interessierte Besucherinnen und Besucher.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weissenbachbrücke und Neuthalviadukt ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den bedeutendsten Kunstbauten der Strecke gehören die &#039;&#039;&#039;Weissenbachbrücke&#039;&#039;&#039; und das unmittelbar anschliessende &#039;&#039;&#039;Neuthalviadukt&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Weissenbachbrücke ist eine Stahlkonstruktion mit gemauerten Widerlagern und Mittelstütze. Das anschliessende Viadukt ist als klassisches Steinbogenbauwerk ausgeführt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;strecke2021&amp;quot;&amp;gt;Dampfbahn-Verein Zürcher Oberland: [https://dvzo.ch/wp-content/uploads/2025/01/DW_Dampfexpress-2021.pdf Dampfexpress 2021 – Die Strecke von Bauma nach Hinwil], abgerufen am 26. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Übernahme der Strecke musste der DVZO die Bauwerke umfassend sanieren. Die Arbeiten kosteten rund eine Million Franken.&amp;lt;ref name=&amp;quot;strecke2021&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bahnhof Bäretswil ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Bahnhof Bäretswil}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Bahnhof Bäretswil]] liegt ungefähr in der Mitte der Museumsbahnstrecke.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er befindet sich im Eigentum des DVZO und besitzt für den Betrieb eine wichtige Funktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Historische Bahnanlagen, Nebengebäude und Signale tragen zum musealen Charakter des Bahnhofs bei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der reguläre Güterverkehr nach Bäretswil wurde 1990 eingestellt. In späteren Jahren wurde die Strecke jedoch wieder für einzelne Gütertransporte genutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bäretswil–Hinwil ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwischen Bäretswil und Hinwil fällt die Strecke in Richtung Zürcher Oberland ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie passiert unter anderem:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ettenhausen;&lt;br /&gt;
* Emmetschloo;&lt;br /&gt;
* mehrere Bahnübergänge;&lt;br /&gt;
* das Aabachtobel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den grössten Bauwerken dieses Abschnitts gehört das rund 64 Meter lange &#039;&#039;&#039;Aabachtobelviadukt&#039;&#039;&#039; bei Neuegg.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dampfexpress2018&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bahnhof Hinwil ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Bahnhof Hinwil}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Hinwil]] bildet den nördlichen Endpunkt der Museumsbahn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bahnhof ist gleichzeitig Teil des regulären Netzes der S-Bahn Zürich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Museumszüge können dadurch unmittelbar an das übrige normalspurige Schweizer Eisenbahnnetz anschliessen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Infrastruktur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Strecke besitzt zahlreiche typische Elemente einer historischen Nebenbahn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu gehören:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Dämme;&lt;br /&gt;
* Einschnitte;&lt;br /&gt;
* Stein- und Stahlbrücken;&lt;br /&gt;
* historische Bahnhöfe;&lt;br /&gt;
* Bahnübergänge;&lt;br /&gt;
* mechanische Signale;&lt;br /&gt;
* historische Sicherungsanlagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2018 wurden für die gesamte Strecke 33 Bahnübergänge ausgewiesen, von denen 13 mit Barrieren gesichert waren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dampfexpress2018&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Historische Sicherungstechnik ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der DVZO bemüht sich, neben Fahrzeugen auch historische Eisenbahntechnik funktionsfähig zu erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu gehören unter anderem:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* mechanische Stellwerke;&lt;br /&gt;
* Formsignale;&lt;br /&gt;
* Läutewerke;&lt;br /&gt;
* Barrierenanlagen;&lt;br /&gt;
* historische Stationsausrüstung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch unterscheidet sich der Betrieb von einer gewöhnlichen Fahrt mit historischen Fahrzeugen auf einem modernen Bahnnetz: Auf Teilen der Strecke bildet auch die Infrastruktur selbst ein technisches Denkmal.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rollmaterial ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der DVZO verfügt über eine umfangreiche Sammlung historischer Eisenbahnfahrzeuge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Fahrzeugpark umfasst beziehungsweise umfasste:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Dampflokomotiven;&lt;br /&gt;
* Elektrolokomotiven;&lt;br /&gt;
* Diesel- und Elektrotraktoren;&lt;br /&gt;
* Motordraisinen;&lt;br /&gt;
* Personenwagen;&lt;br /&gt;
* Buffetwagen;&lt;br /&gt;
* Gepäckwagen;&lt;br /&gt;
* Güter- und Dienstwagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Fahrzeuge stammen überwiegend aus dem ersten Jahrhundert der Schweizer Eisenbahngeschichte zwischen 1847 und 1947 und vielfach aus der Zeit um 1900.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dampfexpress2022&amp;quot;&amp;gt;Dampfbahn-Verein Zürcher Oberland: [https://dvzo.ch/wp-content/uploads/2025/01/DVZO_2022_Dampfexpress.pdf Dampfexpress], Vereins- und Fahrzeugvorstellung, abgerufen am 26. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Dampflokomotiven ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Dampflokomotiven bilden die bekannteste Fahrzeuggruppe des Vereins.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den historisch bedeutenden Maschinen gehört die &#039;&#039;&#039;Ed 3/4 Nr. 2 «Hinwil»&#039;&#039;&#039;. Mit ihr nahm der DVZO am 6. Mai 1978 den öffentlichen Dampfbetrieb zwischen Bauma und Bäretswil auf.&amp;lt;ref name=&amp;quot;jahresbericht2016&amp;quot;&amp;gt;Dampfbahn-Verein Zürcher Oberland: [https://dvzo.ch/wp-content/uploads/2025/01/dvzo_jahresbericht_2016.pdf Jahresbericht 2016], abgerufen am 26. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Bestand gehört auch die Dampflokomotive &#039;&#039;&#039;Ed 3/3 Nr. 401&#039;&#039;&#039;, die historisch auf der Uerikon-Bauma-Bahn eingesetzt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Maschinen stammen von verschiedenen Schweizer Privat- und Nebenbahnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Dampflokomotive «Schwyz» ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den ältesten erhaltenen Fahrzeugen des DVZO gehört die Dampflokomotive &#039;&#039;&#039;«Schwyz»&#039;&#039;&#039; aus dem Jahr 1887.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie alle historischen Dampflokomotiven benötigt sie regelmässig umfangreiche Revisionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Erhalt eines betriebsfähigen Dampfkessels erfordert spezielle Kenntnisse traditioneller Techniken wie:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Nieten;&lt;br /&gt;
* Anfertigen und Ersetzen von Stehbolzen;&lt;br /&gt;
* Rohrarbeiten;&lt;br /&gt;
* Bearbeitung historischer Stahl- und Kupferbauteile.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Verein sieht die Weitergabe dieses technischen Wissens als wichtigen Bestandteil seiner Aufgabe.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dampfexpress2022&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Elektrischer Betrieb ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da die Strecke elektrifiziert ist, setzt der DVZO neben Dampflokomotiven auch historische Elektrolokomotiven ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Elektrische Museumstage ermöglichen es, eine weitere Epoche der Schweizer Eisenbahngeschichte zu zeigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Elektrolokomotiven werden ausserdem verwendet, wenn Dampfbetrieb beispielsweise aufgrund von Trockenheit, Waldbrandgefahr oder technischen Einschränkungen nicht sinnvoll möglich ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Personenwagen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die historischen Personenwagen sind ein zentraler Bestandteil des Museumserlebnisses.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viele Fahrzeuge besitzen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Holzbänke;&lt;br /&gt;
* offene Plattformen;&lt;br /&gt;
* historische Innenausstattungen;&lt;br /&gt;
* ältere Fenster- und Türsysteme.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch unterscheidet sich eine Fahrt deutlich vom modernen Regionalverkehr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Wagenbestand gehören auch Buffetwagen, die für gastronomische Angebote und besondere Veranstaltungen eingesetzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Werkstätten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Erhaltung der historischen Fahrzeuge unterhält beziehungsweise nutzt der Verein Werkstätten insbesondere in:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Bauma;&lt;br /&gt;
* Uster.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dort werden zahlreiche Arbeiten von Vereinsmitgliedern selbst ausgeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Tätigkeiten umfassen unter anderem:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* mechanische Revisionen;&lt;br /&gt;
* Kesselarbeiten;&lt;br /&gt;
* Holzarbeiten;&lt;br /&gt;
* Lackierung;&lt;br /&gt;
* elektrische Arbeiten;&lt;br /&gt;
* Bremsrevisionen;&lt;br /&gt;
* Wagenunterhalt;&lt;br /&gt;
* Fertigung nicht mehr erhältlicher Ersatzteile.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ehrenamtliche Arbeit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Museumsbahnbetrieb wäre ohne Freiwilligenarbeit nicht möglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ende 2024 zählte der Verein:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Mitgliederkategorie&lt;br /&gt;
! Anzahl&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Aktivmitglieder&lt;br /&gt;
| 188&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Ehrenmitglieder&lt;br /&gt;
| 34&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Gönnermitglieder&lt;br /&gt;
| 87&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Jugendmitglieder&lt;br /&gt;
| 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kollektivmitglieder&lt;br /&gt;
| 10&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Passivmitglieder&lt;br /&gt;
| 445&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Total&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;770&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;jahresbericht2024&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aktivmitglieder arbeiten unter anderem:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* als Lokführerinnen und Lokführer;&lt;br /&gt;
* als Heizer;&lt;br /&gt;
* im Zugpersonal;&lt;br /&gt;
* in Werkstätten;&lt;br /&gt;
* im Streckenunterhalt;&lt;br /&gt;
* an Gebäuden und Infrastruktur;&lt;br /&gt;
* in Administration und Organisation;&lt;br /&gt;
* im Verkauf und Gastrobetrieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ausbildung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Betrieb einer Eisenbahn unterliegt den schweizerischen Eisenbahnvorschriften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch ehrenamtlich tätiges Personal muss deshalb je nach Funktion entsprechende Ausbildungen, Prüfungen und medizinische Voraussetzungen erfüllen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies gilt insbesondere für:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Lokomotivpersonal;&lt;br /&gt;
* Zugpersonal;&lt;br /&gt;
* Rangierpersonal;&lt;br /&gt;
* Sicherungsfunktionen;&lt;br /&gt;
* Arbeiten an technischen Anlagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der DVZO verbindet damit historisches Eisenbahnhandwerk mit den heutigen Anforderungen an einen sicheren Bahnbetrieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Eisenbahnrechtliche Stellung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Übernahme der Strecke Bauma–Bäretswil erhielt der DVZO auch eisenbahnrechtliche Aufgaben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 2000 erteilte der Bundesrat dem Verein eine Eisenbahninfrastrukturkonzession für die Strecke Bäretswil–Bauma.&amp;lt;ref name=&amp;quot;konzession&amp;quot;&amp;gt;Bundesverwaltungsgericht: Entscheid A-1004/2020 vom 7. Juli 2021, Angaben zur Infrastruktur- und Personenbeförderungskonzession des DVZO.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der öffentliche Museumsbetrieb unterliegt der Aufsicht des [[Bundesamt für Verkehr|Bundesamts für Verkehr]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Öffentliche Fahrten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die regulären Museumsfahrten finden im Sommerhalbjahr statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Traditionell verkehren an ausgewählten Sonntagen Dampfzüge zwischen Bauma und Hinwil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das konkrete Angebot wird für jede Saison neu festgelegt und kann neben Dampffahrten auch elektrische Museumszüge umfassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusätzlich führt der Verein:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Extrafahrten;&lt;br /&gt;
* Charterzüge;&lt;br /&gt;
* Themenfahrten;&lt;br /&gt;
* gastronomische Fahrten;&lt;br /&gt;
* Sonderveranstaltungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
durch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Oldtimer-Postauto ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum touristischen Angebot gehört auch ein historischer Postautobetrieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An ausgewählten Betriebstagen verkehren Oldtimer-Postautos von Bauma zur [[Hulftegg]] beziehungsweise auf Rundfahrten durch das Zürcher Oberland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2024 nutzten insgesamt 2&#039;282 Fahrgäste die Oldtimer-Postauto-Angebote des DVZO und seiner Partner.&amp;lt;ref name=&amp;quot;jahresbericht2024bus&amp;quot;&amp;gt;Dampfbahn-Verein Zürcher Oberland: [https://dvzo.ch/wp-content/uploads/2025/03/DVZO_Jahresbericht_2024.pdf Jahresbericht 2024], Abschnitt Oldtimer-Postautobetrieb, abgerufen am 26. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bahn- und Busfahrten werden teilweise als kombinierte Ausflugsangebote vermarktet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Touristische Bedeutung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der DVZO gehört zu den bekanntesten touristischen Attraktionen des Zürcher Oberlands.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Museumsbahn verbindet mehrere Ziele der Region miteinander, darunter:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Bauma;&lt;br /&gt;
* Industrieensemble Neuthal;&lt;br /&gt;
* Bäretswil;&lt;br /&gt;
* Hinwil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Kombination aus Landschaft, historischen Fahrzeugen und technischer Infrastruktur besitzt die Bahn einen hohen Erlebniswert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zusammenarbeit mit Neuthal Textil- und Industriekultur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Museumsbahn arbeitet eng mit dem Industrieensemble Neuthal zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ehemalige Fabrikareal unterhalb der Bahnstrecke dokumentiert die Geschichte der Zürcher Textilindustrie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verbindung beider Angebote ermöglicht es, verschiedene Aspekte der Industrialisierung gemeinsam zu erleben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Eisenbahngeschichte;&lt;br /&gt;
* Textilproduktion;&lt;br /&gt;
* Wasserkraft;&lt;br /&gt;
* mechanische Kraftübertragung;&lt;br /&gt;
* Industriearchitektur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Depotareal Bauma ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der DVZO verfolgt seit mehreren Jahren das Projekt &#039;&#039;&#039;Depotareal Bauma&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ziel ist es, die bestehenden Werkstatt-, Depot- und Museumsanlagen in Bauma langfristig zu verbessern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geplant sind unter anderem bessere Bedingungen für:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Unterhalt der historischen Fahrzeuge;&lt;br /&gt;
* Wagenwerkstatt;&lt;br /&gt;
* Lagerung;&lt;br /&gt;
* Publikumsangebote;&lt;br /&gt;
* Präsentation der Eisenbahngeschichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2024 wurde die Planungsphase eines umfangreichen Ausbauprojekts abgeschlossen. Das Plangenehmigungsdossier wurde am 18. September 2024 beim Bundesamt für Verkehr eingereicht.&amp;lt;ref name=&amp;quot;jahresbericht2024depot&amp;quot;&amp;gt;Dampfbahn-Verein Zürcher Oberland: [https://dvzo.ch/wp-content/uploads/2025/03/DVZO_Jahresbericht_2024.pdf Jahresbericht 2024], Abschnitt Depotareal Bauma, abgerufen am 26. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Güterverkehr ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bahnstrecke dient nicht ausschliesslich dem Museumsbetrieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dem Abschnitt Hinwil–Bäretswil verkehren weiterhin Güterzüge, insbesondere für die Bedienung eines Unternehmens in Bäretswil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2024 fanden auf der Strecke Hinwil–Bäretswil beziehungsweise Teilabschnitten davon an 139 Tagen insgesamt 522 einfache Fahrten verschiedener Eisenbahnverkehrsunternehmen statt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;jahresbericht2024infra&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem DVZO nutzen daher auch andere Eisenbahnunternehmen Teile der Strecke.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zusammenarbeit mit der Sursee-Triengen-Bahn ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 2019 spielt die [[Sursee-Triengen-Bahn]] eine wichtige Rolle beim Betrieb der Strecke.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie ist für die Infrastruktur zwischen Hinwil und Bäretswil verantwortlich und betreut im Auftrag beziehungsweise aufgrund der Pachtvereinbarung auch die DVZO-Infrastruktur zwischen Bäretswil und Bauma.&amp;lt;ref name=&amp;quot;jahresbericht2024infra&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch kann die Strecke sowohl für Museumszüge als auch für Güter-, Dienst- und andere Sonderfahrten genutzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Erhaltung von Kulturgut ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der DVZO versteht seine Tätigkeit nicht lediglich als touristischen Bahnbetrieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ziel ist der betriebsfähige Erhalt historischer Eisenbahnkultur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu gehören:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Fahrzeuge;&lt;br /&gt;
* Strecke;&lt;br /&gt;
* Gebäude;&lt;br /&gt;
* Signale;&lt;br /&gt;
* Bahnhöfe;&lt;br /&gt;
* Werkzeuge;&lt;br /&gt;
* Arbeitsmethoden;&lt;br /&gt;
* historisches Fachwissen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Verein verfolgt damit das Prinzip eines «lebendigen Museums»: Die historischen Objekte werden nicht nur ausgestellt, sondern soweit möglich weiterhin für ihren ursprünglichen Zweck eingesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedeutung für die Schweizer Museumsbahnszene ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der DVZO gehört zu den ältesten und grössten Museumsbahnvereinen der Schweiz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders ist die Kombination aus:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* eigener historischer Bahninfrastruktur;&lt;br /&gt;
* regelmässigem Fahrplanbetrieb;&lt;br /&gt;
* umfangreicher Fahrzeugsammlung;&lt;br /&gt;
* ehrenamtlicher Werkstattarbeit;&lt;br /&gt;
* authentischer historischer Bahntechnik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Verein arbeitet mit verschiedenen anderen Museums- und historischen Bahnen zusammen. Fahrzeuge werden für besondere Veranstaltungen teilweise gegenseitig ausgeliehen oder im freien Netzzugang eingesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Chronologie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Jahr&lt;br /&gt;
! Ereignis&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 29. Juni 1895&lt;br /&gt;
| Konzession für die Uerikon-Bauma-Bahn&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 5. Juni 1899&lt;br /&gt;
| Beginn der Bauarbeiten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 30. Mai 1901&lt;br /&gt;
| Offizielle Eröffnung der Uerikon-Bauma-Bahn&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1947&lt;br /&gt;
| Elektrifizierung und Übernahme des Abschnitts Hinwil–Bäretswil–Bauma durch die SBB&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 2. Oktober 1948&lt;br /&gt;
| Endgültige Einstellung der ursprünglichen Uerikon-Bauma-Bahn&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 25. Januar 1969&lt;br /&gt;
| Gründung des Dampfbahn-Vereins Zürcher Oberland&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1. Juni 1969&lt;br /&gt;
| Einstellung des SBB-Personenverkehrs Hinwil–Bäretswil–Bauma&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 6. Mai 1978&lt;br /&gt;
| Beginn des öffentlichen DVZO-Dampfbetriebs Bauma–Bäretswil&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1979&lt;br /&gt;
| Ausdehnung der Museumsfahrten bis Hinwil&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1990&lt;br /&gt;
| Einstellung des regulären Güterverkehrs nach Bäretswil&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 30. Juni 2000&lt;br /&gt;
| Übernahme des Streckenabschnitts Bäretswil–Bauma durch den DVZO&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 2001&lt;br /&gt;
| Sanierung bedeutender Kunstbauten zwischen Neuthal und Bauma&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 6. September 2015&lt;br /&gt;
| Einweihung der historischen Bahnhofshalle in Bauma&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 2019&lt;br /&gt;
| Sursee-Triengen-Bahn übernimmt Aufgaben der Infrastruktur- und Betriebsführung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 2024&lt;br /&gt;
| Abschluss der Planungsphase für den Ausbau des Depotareals Bauma&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 18. September 2024&lt;br /&gt;
| Einreichung des Plangenehmigungsdossiers für das Depotprojekt beim BAV&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Uerikon-Bauma-Bahn]]&lt;br /&gt;
* [[Bahnstrecke Bauma–Hinwil]]&lt;br /&gt;
* [[Bauma]]&lt;br /&gt;
* [[Bäretswil]]&lt;br /&gt;
* [[Hinwil]]&lt;br /&gt;
* [[Bahnhof Bauma]]&lt;br /&gt;
* [[Bahnhof Bäretswil]]&lt;br /&gt;
* [[Bahnhof Hinwil]]&lt;br /&gt;
* [[Neuthal]]&lt;br /&gt;
* [[Adolf Guyer-Zeller]]&lt;br /&gt;
* [[Sursee-Triengen-Bahn]]&lt;br /&gt;
* [[S-Bahn Zürich]]&lt;br /&gt;
* [[Museumsbahn]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Dampfbahn-Verein Zürcher Oberland: &#039;&#039;Dampfexpress&#039;&#039;. Fahrgastmagazin des DVZO, verschiedene Jahrgänge.&lt;br /&gt;
* Dampfbahn-Verein Zürcher Oberland: &#039;&#039;Jahresbericht 2024&#039;&#039;. Bauma 2025.&lt;br /&gt;
* Werner Stutz: &#039;&#039;Bahnhöfe der Schweiz von den Anfängen bis zum Ersten Weltkrieg&#039;&#039;. Orell Füssli, Zürich 1983.&lt;br /&gt;
* Hans Waldburger, Martin Senn: &#039;&#039;Die Uerikon-Bauma-Bahn&#039;&#039;. Geschichte einer Zürcher Nebenbahn.&lt;br /&gt;
* Dampfbahn-Verein Zürcher Oberland: Dokumentationen zur Geschichte der Museumsbahn Bauma–Hinwil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://dvzo.ch/ Offizielle Website des Dampfbahn-Vereins Zürcher Oberland]&lt;br /&gt;
* [https://dvzo.ch/erlebnis/dampfbahn/ Informationen zu den Museumsfahrten]&lt;br /&gt;
* [https://dvzo.ch/verein/dampfexpress/ Dampfexpress – Fahrgastmagazin des DVZO]&lt;br /&gt;
* [https://dvzo.ch/verein/ Informationen zum Verein]&lt;br /&gt;
* [https://www.zuerioberland.ch/ Zürcher Oberland Tourismus]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Dampfbahn-Verein Zürcher Oberland}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Museumsbahn in der Schweiz]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Verein im Kanton Zürich]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schienenverkehr im Kanton Zürich]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Verkehr (Zürcher Oberland)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bauma]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bäretswil]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hinwil]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gegründet 1969]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Nick Frei</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://helvetia.wiki/de/index.php?title=Felben-Wellhausen&amp;diff=2989</id>
		<title>Felben-Wellhausen</title>
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		<updated>2026-08-25T22:58:33Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Nick Frei: Die Seite wurde neu angelegt: «{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;float:right; width:315px; margin:0 0 1em 1.5em;&amp;quot; ! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:center; font-size:120%;&amp;quot; | Felben-Wellhausen |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Kanton&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | Thurgau |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Bezirk&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | Frauenfeld |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;BFS-Nr.&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | 4561 |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Postleitzahl&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | 8552 |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Höhe&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | 396 m ü. M. |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Fläche&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | 7,38 km² |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Einwohner&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | 3&amp;#039;172 &amp;lt;small&amp;gt;(2023)&amp;lt;/small&amp;gt; |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Ortsteile&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | Felben, Wellhausen |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Website&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | [https://www.f…»&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;float:right; width:315px; margin:0 0 1em 1.5em;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:center; font-size:120%;&amp;quot; | Felben-Wellhausen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Kanton&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Thurgau&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Bezirk&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Frauenfeld&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;BFS-Nr.&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| 4561&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Postleitzahl&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| 8552&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Höhe&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| 396 m ü. M.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Fläche&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| 7,38 km²&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Einwohner&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| 3&#039;172 &amp;lt;small&amp;gt;(2023)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Ortsteile&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Felben, Wellhausen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Website&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| [https://www.felben-wellhausen.ch www.felben-wellhausen.ch]&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Felben-Wellhausen&#039;&#039;&#039; ist eine politische Gemeinde im [[Bezirk Frauenfeld]] des [[Kanton Thurgau|Kantons Thurgau]]. Sie liegt östlich der Stadt [[Frauenfeld]] in der Thurebene und besteht hauptsächlich aus den beiden historischen Ortsteilen [[Felben]] und [[Wellhausen]]. Die politische Gemeinde in ihrer heutigen Form entstand am 1. Juni 1983 durch den Zusammenschluss der früher selbstständigen Ortsgemeinden Felben und Wellhausen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;geschichte&amp;quot;&amp;gt;[https://www.felben-wellhausen.ch/gemeinde/portrait/geschichte-.html Geschichte], Gemeinde Felben-Wellhausen, abgerufen am 25. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Felben-Wellhausen liegt zwischen der [[Thur]] im Süden und dem bewaldeten Höhenzug des Wellenbergs im Norden. Die Gemeinde gehört zum engeren Einzugsgebiet von Frauenfeld und hat sich seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts von einer überwiegend landwirtschaftlich geprägten Gemeinde zu einem Wohn-, Gewerbe- und Pendlerort entwickelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gemeindefläche beträgt 738 Hektaren. Davon entfallen rund 391 Hektaren auf Landwirtschaftsflächen, 193 Hektaren auf Wald, 134 Hektaren auf Siedlungsfläche und rund 20 Hektaren auf Strassen, Gewässer und weitere unproduktive Flächen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;zahlen&amp;quot;&amp;gt;[https://www.felben-wellhausen.ch/gemeinde/portrait/zahlen-und-fakten.html Zahlen und Fakten], Gemeinde Felben-Wellhausen, abgerufen am 25. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geografie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Felben-Wellhausen liegt in der breiten Ebene des unteren Thurtals zwischen Frauenfeld und [[Müllheim TG|Müllheim]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ortsteil Felben liegt weitgehend in der flachen Thurebene, während sich Wellhausen am Fuss des Wellenbergs befindet. Diese unterschiedliche topografische Lage prägt bis heute den Charakter der beiden historischen Dorfkerne.&amp;lt;ref name=&amp;quot;geschichte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gemeindegebiet liegt auf einer durchschnittlichen Höhe von rund 396 m ü. M.&amp;lt;ref name=&amp;quot;bfsgeo&amp;quot;&amp;gt;[https://www.agvchapp.bfs.admin.ch/de/kennzahlen/results?IncCentroid=True&amp;amp;SnapshotDate=01.01.2026&amp;amp;Unit=Communes Geographische Kennzahlen der Schweizer Gemeinden], Bundesamt für Statistik, Felben-Wellhausen, BFS-Nr. 4561, abgerufen am 25. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Landschaft ist von Ackerflächen, Wiesen, Waldgebieten und den Gewässern der Thurebene geprägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Süden bildet die Thur einen bedeutenden Natur- und Erholungsraum. Nördlich des Siedlungsgebiets steigt das Gelände zum Wellenberg an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ortsteile ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gemeinde besteht aus den beiden historischen Ortsteilen Felben und Wellhausen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Felben ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Felben bildet den südlichen und heute grösseren Teil der Gemeinde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der historische Dorfkern ist durch eine regelmässige, annähernd rechteckige Siedlungsstruktur geprägt. Nach Angaben der Gemeinde bilden die west-östlich ausgerichteten Häuserreihen zusammen mit der Kirche ein charakteristisches Siedlungsviereck.&amp;lt;ref name=&amp;quot;geschichte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Felben wurde erstmals 1178 urkundlich erwähnt. Damals bestätigte der Papst dem Kloster Alt St. Johann im Toggenburg Besitz in «Velven».&amp;lt;ref name=&amp;quot;geschichte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name entwickelte sich später über Formen wie «Felwen» zum heutigen Felben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der lokalen Überlieferung verweist der Ortsname auf Weidenbäume.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wellhausen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wellhausen liegt nördlich beziehungsweise nordöstlich von Felben am Fuss des Wellenbergs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ort wurde 1302 erstmals schriftlich erwähnt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;geschichte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Historisch war Wellhausen eng mit [[Schloss Wellenberg]] verbunden. Die niedere Gerichtsbarkeit lag bei den jeweiligen Besitzern des Schlosses.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der alte Name «Wellehusen» wird mit einem ursprünglichen Besitzer namens «Wello» in Verbindung gebracht.&amp;lt;ref name=&amp;quot;geschichte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch heute besitzt Wellhausen einen klar erkennbaren historischen Dorfkern mit traditionellen Wohn- und Landwirtschaftsbauten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vorgeschichte und Römerzeit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einzelne vorgeschichtliche Funde weisen darauf hin, dass das Gemeindegebiet bereits vor dem Mittelalter genutzt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus der Römerzeit sind unter anderem zwei römische Münzen bekannt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;geschichte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch das heutige Gemeindegebiet verlief eine römische Verkehrsverbindung zwischen dem Raum Winterthur und [[Pfyn]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Reste der alten Strasse wurden sowohl in der Nähe der Thur als auch beim Römerhof festgestellt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;geschichte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Lage in der leicht passierbaren Thurebene machte das Gebiet schon früh zu einem regionalen Verkehrsraum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mittelalter ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Felben wurde 1178 erstmals urkundlich erwähnt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ort gehörte teilweise zum Besitz des Klosters Alt St. Johann im Toggenburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wellhausen wird 1302 erstmals genannt und stand in engem Zusammenhang mit den Besitzungen des Schlosses Wellenberg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Mittelalter bestanden unterschiedliche Herrschafts- und Gerichtsrechte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Felben gehörte zeitweise zur niederen Gerichtsbarkeit der Stadt Frauenfeld, während Wellhausen den jeweiligen Herren von Wellenberg unterstand.&amp;lt;ref name=&amp;quot;geschichte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schloss Wellenberg ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Schloss Wellenberg]] liegt nördlich von Wellhausen auf einer Anhöhe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der erste bekannte Bewohner war ein Dienstmann des Klosters Reichenau.&amp;lt;ref name=&amp;quot;wellenberg&amp;quot;&amp;gt;[https://www.felben-wellhausen.ch/leben/freizeit/kultur.html/43 Schloss Wellenberg], Gemeinde Felben-Wellhausen, abgerufen am 25. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1259 wurde die Burg während eines Konflikts mit Zürich niedergebrannt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;wellenberg&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Herren von Wellhausen folgten verschiedene Adelsgeschlechter, darunter:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ritter von Spiegelberg;&lt;br /&gt;
* Herren von Strass;&lt;br /&gt;
* Herren von Hohenlandenberg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Später gelangte das Schloss an eine Konstanzer Patrizierfamilie aus Ulm.&amp;lt;ref name=&amp;quot;wellenberg&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während eines Teils der frühen Neuzeit residierten Zürcher Obervögte auf Schloss Wellenberg. Sie verwalteten von dort aus die Gerichte Wellhausen, Thundorf, Hüttlingen, Mettendorf und Lustdorf.&amp;lt;ref name=&amp;quot;wellenberg&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1900 übernahm Hauptmann Schenkel das Schlossgut. Seine Nachkommen bewohnen Schloss Wellenberg bis heute.&amp;lt;ref name=&amp;quot;wellenberg&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Reformation ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit der Reformation im 16. Jahrhundert war die politische und kirchliche Situation in Felben durch unterschiedliche Herrschaftsrechte geprägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die niedere Gerichtsbarkeit lag bei der Stadt Frauenfeld, während sich Frauenfeld und die jeweiligen Besitzer von Schloss Wellenberg die Kollatur über die Kirche teilten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;geschichte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die evangelisch-reformierte Kirche von Felben entwickelte sich zu einem der wichtigsten historischen Bauwerke der Gemeinde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Frühe Neuzeit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bevölkerung lebte überwiegend von:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Landwirtschaft;&lt;br /&gt;
* Viehzucht;&lt;br /&gt;
* Wein- und Obstbau;&lt;br /&gt;
* lokalem Handwerk;&lt;br /&gt;
* Forstwirtschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1568 wurde in Wellhausen ein Schützenhaus errichtet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;geschichte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwischen 1777 und 1784 entstand die Hauptstrasse von Islikon nach Konstanz, die durch den Raum Felben-Wellhausen führte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;geschichte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit verbesserte sich die überregionale Verkehrserschliessung bereits vor dem Eisenbahnzeitalter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Römerhof ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine besondere Rolle in der Landwirtschaftsgeschichte der Gemeinde spielte der &#039;&#039;&#039;Römerhof&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um 1812 gründete Johann Konrad Freyenmuth an der Gemeindegrenze zu Frauenfeld auf teilweise sumpfigem und sandigem Gelände einen landwirtschaftlichen Musterbetrieb.&amp;lt;ref name=&amp;quot;geschichte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Freyenmuth war Staatskassier, Strasseninspektor und Regierungsrat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er wollte zeigen, dass auch auf wenig ertragreichen Böden mit neuen landwirtschaftlichen Methoden gute Erträge erzielt werden konnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den von ihm eingesetzten Neuerungen gehörten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Brabanter Pflug;&lt;br /&gt;
* Sämaschine;&lt;br /&gt;
* Stallhaltung des Viehs;&lt;br /&gt;
* neue Grasarten;&lt;br /&gt;
* systematischer Futterbau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Römerhof gilt deshalb als ein Beispiel für die Modernisierung der Thurgauer Landwirtschaft im frühen 19. Jahrhundert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;geschichte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 19. Jahrhundert ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1831 zählte das Gebiet der späteren Gemeinde 527 Einwohnerinnen und Einwohner.&amp;lt;ref name=&amp;quot;geschichte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1850 wurde an der Weinfelderstrasse ein Schulhaus mit Glockentürmchen errichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein entscheidender Entwicklungsschritt war der Bau der Eisenbahn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1855 nahm die Bahnstrecke von Winterthur nach Romanshorn ihren Betrieb auf.&amp;lt;ref name=&amp;quot;geschichte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Felben-Wellhausen erhielt einen eigenen Bahnhof und wurde dadurch direkt mit Frauenfeld, Winterthur und dem Bodenseeraum verbunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die damalige Fahrzeit nach Winterthur beziehungsweise auf der gesamten Strecke war im Vergleich zu heutigen Verbindungen noch erheblich länger. Nach den historischen Angaben der Gemeinde kostete ein Billet der dritten Klasse drei Franken.&amp;lt;ref name=&amp;quot;geschichte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Industrialisierung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ende des 19. Jahrhunderts erreichte die Industrialisierung auch Felben-Wellhausen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1896 errichteten die Billwiller Brothers eine Stickereifabrik mit 190 Arbeitsplätzen und 64 Maschinen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;geschichte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Textil- und Stickereiindustrie war zu dieser Zeit in weiten Teilen der Ostschweiz von grosser Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit neuen industriellen Arbeitsplätzen veränderte sich die Wirtschaftsstruktur des bisher überwiegend landwirtschaftlich geprägten Dorfes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1900 zählte Felben-Wellhausen beziehungsweise das Gebiet der späteren Gemeinde 573 Einwohnerinnen und Einwohner.&amp;lt;ref name=&amp;quot;zahlen&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 20. Jahrhundert ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts blieb Felben-Wellhausen eine vergleichsweise kleine Gemeinde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1930 wurden 755 Einwohner gezählt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;geschichte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte ein allmählicher Strukturwandel ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neue Wohngebiete entstanden, die Bedeutung der Landwirtschaft nahm relativ ab und immer mehr Einwohnerinnen und Einwohner arbeiteten ausserhalb der Gemeinde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1957 wurde an der Bahnhofstrasse eine neue Turnhalle errichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1960 lebten 848 Menschen im Gebiet der heutigen Gemeinde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;zahlen&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 1. September 1963 wurde Felben-Wellhausen an die Abwasserreinigungsanlage Frauenfeld angeschlossen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;geschichte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1976 wurde die Güterzusammenlegung abgeschlossen. Sie veränderte die Struktur der landwirtschaftlichen Parzellen und erleichterte eine rationellere Bewirtschaftung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hochwasser ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Lage in der Thurebene brachte wiederholt Hochwassergefahren mit sich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1876 verursachten die Thur und lokale Bäche Schäden von ungefähr 45&#039;000 Franken.&amp;lt;ref name=&amp;quot;geschichte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere bedeutende Hochwasserereignisse traten unter anderem 1978 und 1994 auf.&amp;lt;ref name=&amp;quot;geschichte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Hochwasserschutz entlang der Thur und der lokalen Gewässer gehört deshalb zu den wichtigen infrastrukturellen Aufgaben der Region.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Autobahn A7 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 24. August 1978 wurde die [[Autobahn A7 (Schweiz)|Autobahn A7]] bis zur Pfynerbrücke eröffnet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;geschichte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Autobahn verläuft südlich des Siedlungsgebiets.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit verbesserte sich die Strassenverbindung nach Frauenfeld, Winterthur, Kreuzlingen und in weitere Teile der Ostschweiz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Lage nahe der Autobahn und an der Eisenbahn begünstigte die Entwicklung Felben-Wellhausens als Wohn- und Gewerbestandort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zusammenschluss 1983 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die heutige politische Gemeinde Felben-Wellhausen entstand am &#039;&#039;&#039;1. Juni 1983&#039;&#039;&#039;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;geschichte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die bis dahin eigenständigen kommunalen Strukturen von Felben und Wellhausen wurden zusammengeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Zusammenschluss war ein wichtiger Schritt zur Vereinfachung der lokalen Verwaltung und zur gemeinsamen Planung der zunehmend zusammenwachsenden Siedlungsgebiete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2008 feierte die Gemeinde das 25-jährige Jubiläum des Zusammenschlusses.&amp;lt;ref name=&amp;quot;geschichte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Entwicklung seit 1983 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Gemeindezusammenschluss setzte sich das Bevölkerungswachstum fort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1990 lebten 1&#039;632 Menschen in Felben-Wellhausen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1991 wurde das neue Gemeindehaus an der Poststrasse 13 eingeweiht.&amp;lt;ref name=&amp;quot;geschichte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 12. Juni 1998 erreichte die Gemeinde erstmals 2&#039;000 Einwohnerinnen und Einwohner.&amp;lt;ref name=&amp;quot;geschichte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2003 wurde die neue Doppelturnhalle «Heuberghalle» eröffnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2004 folgte die Einweihung des Sekundarschulhauses an der Hauptstrasse.&amp;lt;ref name=&amp;quot;geschichte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die wachsende Bevölkerung führte auch in den folgenden Jahren zu einem Ausbau von Schul-, Verkehrs- und Versorgungsinfrastruktur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bevölkerung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Felben-Wellhausen hat seit der Mitte des 20. Jahrhunderts ein deutliches Bevölkerungswachstum erlebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gemeinde veröffentlichte folgende langfristige Entwicklung:&amp;lt;ref name=&amp;quot;zahlen&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Jahr&lt;br /&gt;
! Einwohner&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1900&lt;br /&gt;
| 573&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1950&lt;br /&gt;
| 778&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1960&lt;br /&gt;
| 848&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1970&lt;br /&gt;
| 1&#039;032&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1980&lt;br /&gt;
| 1&#039;179&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1990&lt;br /&gt;
| 1&#039;632&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 2000&lt;br /&gt;
| 2&#039;191&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 2010&lt;br /&gt;
| 2&#039;494&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 2020&lt;br /&gt;
| 2&#039;864&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 2021&lt;br /&gt;
| 2&#039;963&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 2022&lt;br /&gt;
| 3&#039;191&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 2023&lt;br /&gt;
| 3&#039;172&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwischen 1980 und 2023 hat sich die Einwohnerzahl damit weit mehr als verdoppelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Entwicklung ist vor allem auf neue Wohnquartiere, die Nähe zu Frauenfeld und die gute Verkehrsanbindung zurückzuführen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Anteil ausländischer Einwohnerinnen und Einwohner liegt nach Angaben der Gemeinde bei ungefähr 21 Prozent.&amp;lt;ref name=&amp;quot;zahlen&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Altersstruktur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gemeinde weist folgende ungefähre Altersstruktur aus:&amp;lt;ref name=&amp;quot;zahlen&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Altersgruppe&lt;br /&gt;
! Anteil&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| bis 19 Jahre&lt;br /&gt;
| 20,6 %&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 20 bis 64 Jahre&lt;br /&gt;
| 60,6 %&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 65 Jahre und älter&lt;br /&gt;
| 18,8 %&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Altersstruktur entspricht damit weitgehend jener einer wachsenden Wohn- und Pendlergemeinde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirtschaft ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Historisch waren Landwirtschaft und später die Textilindustrie die wichtigsten Wirtschaftsbereiche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute ist die Wirtschaftsstruktur deutlich vielfältiger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den wichtigen Bereichen gehören:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gewerbe;&lt;br /&gt;
* Industrie;&lt;br /&gt;
* Dienstleistungen;&lt;br /&gt;
* Bauwirtschaft;&lt;br /&gt;
* Landwirtschaft;&lt;br /&gt;
* Detailhandel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein erheblicher Teil der erwerbstätigen Bevölkerung pendelt nach Frauenfeld, Winterthur oder in andere Gemeinden der Region.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gleichzeitig bestehen in Felben-Wellhausen eigene Gewerbe- und Industriebetriebe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Landwirtschaft ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Landwirtschaft besitzt trotz des Bevölkerungswachstums weiterhin eine grosse landschaftliche Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von den 738 Hektaren Gemeindefläche werden rund 391 Hektaren landwirtschaftlich genutzt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;zahlen&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit entfällt mehr als die Hälfte des Gemeindegebiets auf landwirtschaftliche Flächen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wichtige Nutzungsformen sind:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ackerbau;&lt;br /&gt;
* Getreide;&lt;br /&gt;
* Mais;&lt;br /&gt;
* Futterbau;&lt;br /&gt;
* Viehhaltung;&lt;br /&gt;
* Obstbau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die fruchtbaren Böden der Thurebene eignen sich besonders gut für intensiven Ackerbau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wald ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rund 193 Hektaren des Gemeindegebiets sind bewaldet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;zahlen&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die grössten Waldflächen befinden sich insbesondere im Bereich des Wellenbergs und an den Randlagen der Gemeinde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wälder dienen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Forstwirtschaft;&lt;br /&gt;
* Naturschutz;&lt;br /&gt;
* Naherholung;&lt;br /&gt;
* Schutz vor Erosion;&lt;br /&gt;
* Lebensraum für Wildtiere.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wander- und Waldwege werden von der Bevölkerung intensiv genutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verkehr ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Felben-Wellhausen ist sowohl mit der Eisenbahn als auch über die Strasse gut erschlossen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bahnhof Felben-Wellhausen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Bahnhof Felben-Wellhausen]] liegt an der Bahnstrecke Winterthur–Frauenfeld–Romanshorn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Strecke wurde 1855 eröffnet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;geschichte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bahnhof wird heute vom Regional- und S-Bahn-Verkehr bedient.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Direkte Bahnverbindungen bestehen unter anderem nach:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Frauenfeld;&lt;br /&gt;
* Winterthur;&lt;br /&gt;
* Weinfelden;&lt;br /&gt;
* Romanshorn;&lt;br /&gt;
* Zürich je nach Verbindung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Nähe zu Frauenfeld und den Anschluss an das Zürcher und Ostschweizer Bahnnetz ist der Bahnhof besonders für Pendler von Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Strassenverkehr ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch beziehungsweise nahe der Gemeinde verlaufen regionale Hauptstrassen zwischen Frauenfeld und Weinfelden beziehungsweise dem Bodenseeraum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Südlich des Gemeindegebiets verläuft die Autobahn A7.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die nächstgelegenen Autobahnanschlüsse ermöglichen schnelle Verbindungen nach:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Frauenfeld;&lt;br /&gt;
* Winterthur;&lt;br /&gt;
* Kreuzlingen;&lt;br /&gt;
* Konstanz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Öffentlicher Verkehr ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben der Bahn bestehen regionale Busverbindungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits 1925 fuhr erstmals ein Postauto von Frauenfeld über die Region in Richtung Steckborn.&amp;lt;ref name=&amp;quot;geschichte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute ist Felben-Wellhausen in das regionale öffentliche Verkehrsnetz des Kantons Thurgau eingebunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kombination aus Bahn und Bus erleichtert den Pendelverkehr und reduziert die Abhängigkeit vom Auto.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bildung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Felben-Wellhausen verfügt über eigene Schulangebote.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Schulinfrastruktur wurde insbesondere aufgrund des starken Bevölkerungswachstums mehrfach erweitert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2003 wurde die Doppelturnhalle «Heuberghalle» eingeweiht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2004 folgte das Sekundarschulhaus an der Hauptstrasse.&amp;lt;ref name=&amp;quot;geschichte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gemeinde beziehungsweise die örtlichen Schulgemeinden bieten Einrichtungen für Kindergarten, Primar- und Sekundarstufe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für weiterführende Schulen nutzen Jugendliche insbesondere Bildungsangebote in Frauenfeld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Heuberghalle ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &#039;&#039;&#039;Heuberghalle&#039;&#039;&#039; ist eine Mehrzweck- und Doppelturnhalle bei der Schulanlage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie wird für:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Schulsport;&lt;br /&gt;
* Vereinssport;&lt;br /&gt;
* Veranstaltungen;&lt;br /&gt;
* Gemeindeanlässe&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
genutzt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;freizeit&amp;quot;&amp;gt;[https://www.felben-wellhausen.ch/leben/freizeit/freizeitanlagen.html/44 Freizeitanlagen], Gemeinde Felben-Wellhausen, abgerufen am 25. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben der Halle befindet sich ein Sportplatz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Altes Schützenhaus Wellhausen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das alte Schützenhaus in Wellhausen stammt ursprünglich aus dem Jahr 1568.&amp;lt;ref name=&amp;quot;geschichte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es liegt an der Strasse zum Schloss Wellenberg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute wird das Gebäude zusammen mit einem Grillplatz als Freizeit- und Veranstaltungsort genutzt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;freizeit&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gehört damit zu den historischen Gebäuden der Gemeinde, die eine neue öffentliche Funktion erhalten haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Müliweier ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Müliweier in Wellhausen befindet sich ein Rasthaus mit Grillplatz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anlage verfügt unter anderem über:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Tische und Bänke;&lt;br /&gt;
* Holzofen;&lt;br /&gt;
* gedeckten Aussenbereich;&lt;br /&gt;
* Feuerstelle;&lt;br /&gt;
* Brunnen;&lt;br /&gt;
* WC.&amp;lt;ref name=&amp;quot;freizeit&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Müliweier und seine Umgebung sind ein beliebtes Naherholungsgebiet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kirche Felben ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die evangelische Kirche in Felben gehört zu den wichtigsten historischen Bauwerken der Gemeinde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie bildet zusammen mit den umliegenden Häusern einen zentralen Bestandteil des alten Dorfkerns.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kirche erinnert an die lange kirchliche Geschichte des Ortes und die frühere Verbindung mit verschiedenen Grund- und Gerichtsherren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die evangelische Kirche wird von der Gemeinde ausdrücklich als eine der lokalen Sehenswürdigkeiten genannt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;sehenswuerdigkeiten&amp;quot;&amp;gt;[https://www.felben-wellhausen.ch/verwaltung/dienstleistungen.html/53/service/513 Sehenswürdigkeiten], Gemeinde Felben-Wellhausen, abgerufen am 25. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schloss Wellenberg ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schloss Wellenberg ist das bekannteste historische Bauwerk im Gemeindegebiet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ursprüngliche Burg wurde bereits im Mittelalter erwähnt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1259 wurde sie während eines Konflikts mit Zürich zerstört und später wieder aufgebaut.&amp;lt;ref name=&amp;quot;wellenberg&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Verlauf der Jahrhunderte wechselten die Besitzer mehrfach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter anderem standen die Anlage und die zugehörigen Gerichtsrechte mit den Geschlechtern von Wellhausen, Spiegelberg, Strass und Hohenlandenberg in Verbindung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zeitweise residierten Zürcher Obervögte auf dem Schloss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 1900 befindet sich der Wellenberg im Besitz der Familie Schenkel.&amp;lt;ref name=&amp;quot;wellenberg&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Schloss ist bis heute bewohnt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Dorfkerne ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Felben und Wellhausen besitzen jeweils eigene historische Dorfstrukturen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Felben konzentriert sich der alte Ortskern rund um die Kirche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wellhausen weist insbesondere entlang der älteren Strassen traditionelle Bauern- und Wohnhäuser auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gemeinde zählt die alten Dorfkerne mit ihren historischen Gebäuden zu ihren Sehenswürdigkeiten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;sehenswuerdigkeiten&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zunehmende bauliche Entwicklung hat dazu geführt, dass die beiden früher deutlich getrennten Siedlungen heute stärker miteinander verbunden sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wappen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das heutige Gemeindewappen entstand nach dem Zusammenschluss von Felben und Wellhausen im Jahr 1983.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es verbindet Elemente der beiden früheren Ortswappen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;geschichte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im oberen Teil befindet sich auf rotem Grund eine stilisierte weisse Weide.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rot und Weiss erinnern an die frühere Zugehörigkeit Felbens zur Stadt Frauenfeld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im unteren Teil steht auf gelbem Grund eine schwarze Burg mit Tor und zwei Türmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Burg verweist auf Schloss Wellenberg und die frühere Herrschaft über Wellhausen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Farben entsprechen zugleich jenen der Herren von Wellenberg.&amp;lt;ref name=&amp;quot;geschichte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das gemeinsame Wappen sollte nach dem Gemeindezusammenschluss symbolisch das Zusammenwachsen der beiden Ortsteile darstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politik und Verwaltung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Felben-Wellhausen ist eine politische Gemeinde nach thurgauischem Gemeinderecht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gemeindeverwaltung befindet sich an der Poststrasse 13 in Felben-Wellhausen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die politischen Behörden sind unter anderem zuständig für:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gemeindefinanzen;&lt;br /&gt;
* Bau und Planung;&lt;br /&gt;
* Einwohnerdienste;&lt;br /&gt;
* öffentliche Sicherheit;&lt;br /&gt;
* Infrastruktur;&lt;br /&gt;
* Wasserversorgung;&lt;br /&gt;
* Abfall und Umwelt;&lt;br /&gt;
* soziale Aufgaben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Stimmberechtigten entscheiden bei kommunalen Abstimmungen und Gemeindeversammlungen über wichtige Geschäfte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wasserversorgung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kommunale Wasserversorgung basiert unter anderem auf Reservoirs und Leitungsanlagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2026 plante die Gemeinde den Neubau des Reservoirs Gutenberg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das bestehende Reservoir stammt aus dem Jahr 1904 und wurde 1994 saniert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;reservoir&amp;quot;&amp;gt;[https://www.felben-wellhausen.ch/gemeinde/news/news-detail.html/260/news/1345 Felben-Wellhausen stimmt über neues Wasserreservoir ab], Gemeinde Felben-Wellhausen, 27. Mai 2026, abgerufen am 25. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das geplante neue Reservoir soll über ein Gesamtvolumen von 1&#039;400 Kubikmetern verfügen und sowohl der normalen Versorgung als auch als Löschwasserreserve dienen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;reservoir&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für das Projekt beantragte der Gemeinderat einen Bruttokredit von 1,9 Millionen Franken ohne Mehrwertsteuer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vereine und Dorfleben ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Felben-Wellhausen besitzt ein aktives Vereinsleben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vereine bestehen unter anderem in den Bereichen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Sport;&lt;br /&gt;
* Musik;&lt;br /&gt;
* Kultur;&lt;br /&gt;
* Schützenwesen;&lt;br /&gt;
* Jugend;&lt;br /&gt;
* Freizeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gemeinde veröffentlicht regelmässig die Informationsschrift «Infos zwischen Thur und Wellenberg», die über kommunale Themen, Vereine und Veranstaltungen berichtet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;infos&amp;quot;&amp;gt;[https://www.felben-wellhausen.ch/verwaltung/infos.html/202 Infos zwischen Thur und Wellenberg], Gemeinde Felben-Wellhausen, abgerufen am 25. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bezeichnung «zwischen Thur und Wellenberg» beschreibt zugleich die geografische Lage und das Selbstverständnis der Gemeinde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Naherholung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Lage zwischen Thur und Wellenberg bietet vielfältige Möglichkeiten für Freizeit und Erholung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beliebte Gebiete sind:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Thurauen;&lt;br /&gt;
* Waldgebiete am Wellenberg;&lt;br /&gt;
* Müliweier;&lt;br /&gt;
* Feldwege;&lt;br /&gt;
* Grillplätze;&lt;br /&gt;
* Velorouten durch die Thurebene.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die weitgehend flache Landschaft südlich des Dorfes eignet sich besonders zum Velofahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wellenberg bietet dagegen bewaldete Wege und leicht hügelige Wanderstrecken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sehenswürdigkeiten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten und historischen Orten gehören:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Schloss Wellenberg]];&lt;br /&gt;
* evangelische Kirche Felben;&lt;br /&gt;
* historischer Dorfkern Felben;&lt;br /&gt;
* historischer Dorfkern Wellhausen;&lt;br /&gt;
* altes Schützenhaus Wellhausen;&lt;br /&gt;
* Römerhof;&lt;br /&gt;
* Müliweier;&lt;br /&gt;
* Landschaft der Thur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedeutung innerhalb der Region ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Felben-Wellhausen profitiert stark von seiner Lage unmittelbar östlich von Frauenfeld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kantonshauptstadt bietet zahlreiche:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Arbeitsplätze;&lt;br /&gt;
* Schulen;&lt;br /&gt;
* Einkaufsmöglichkeiten;&lt;br /&gt;
* Behörden;&lt;br /&gt;
* Kulturangebote;&lt;br /&gt;
* Gesundheitsdienstleistungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gleichzeitig besitzt Felben-Wellhausen einen deutlich ländlicheren Charakter als Frauenfeld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kombination aus guter Verkehrserschliessung, ländlicher Umgebung und Nähe zum regionalen Zentrum trug wesentlich zum starken Bevölkerungswachstum der vergangenen Jahrzehnte bei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Bezirk Frauenfeld]]&lt;br /&gt;
* [[Frauenfeld]]&lt;br /&gt;
* [[Thur]]&lt;br /&gt;
* [[Schloss Wellenberg]]&lt;br /&gt;
* [[Bahnhof Felben-Wellhausen]]&lt;br /&gt;
* [[Bahnstrecke Winterthur–Romanshorn]]&lt;br /&gt;
* [[Autobahn A7]]&lt;br /&gt;
* [[Pfyn]]&lt;br /&gt;
* [[Hüttlingen TG]]&lt;br /&gt;
* [[Müllheim TG]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://www.felben-wellhausen.ch/ Offizielle Website der Gemeinde Felben-Wellhausen]&lt;br /&gt;
* [https://www.felben-wellhausen.ch/gemeinde/portrait/geschichte-.html Geschichte von Felben-Wellhausen]&lt;br /&gt;
* [https://www.felben-wellhausen.ch/gemeinde/portrait/zahlen-und-fakten.html Zahlen und Fakten]&lt;br /&gt;
* [https://www.tg.ch/ Kanton Thurgau]&lt;br /&gt;
* [https://map.geo.admin.ch/ Kartenviewer des Bundes]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Felben-Wellhausen}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ort im Kanton Thurgau]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gemeinde im Kanton Thurgau]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bezirk Frauenfeld]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ort an der Thur]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gemeindegründung 1983]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Nick Frei</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://helvetia.wiki/de/index.php?title=Max_Vogt&amp;diff=2988</id>
		<title>Max Vogt</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://helvetia.wiki/de/index.php?title=Max_Vogt&amp;diff=2988"/>
		<updated>2026-08-25T22:57:33Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Nick Frei: /* Weblinks */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Max Vogt&#039;&#039;&#039; (* 29. Januar 1925 in [[Zürich]]; † 12. Dezember 2019 ebenda) war ein Schweizer Architekt. Als Architekt der [[Schweizerische Bundesbahnen|Schweizerischen Bundesbahnen]] (SBB) prägte er zwischen 1957 und 1989 die Bahnarchitektur vor allem in der Nordostschweiz. Unter seiner Mitarbeit und Leitung entstanden mehr als hundert grössere und kleinere Bahnbauten; in der Literatur wird sein Gesamtwerk für die SBB mit rund 200 Bauten angegeben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;inventar&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.zh.ch/content/dam/zhweb/bilder-dokumente/themen/planen-bauen/bauvorschriften/bauen-an-besonderer-lage/bauen-und-denkmalpflege/inventarbl%C3%A4tter/05_Inventar_Zuerich_Band-I_Gleisfeld-SBB.pdf |titel=Inventar Zürich, Band I – Gleisfeld SBB |werk=Kanton Zürich |datum=2020 |abruf=2026-08-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;srf&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.srf.ch/kultur/kunst/sbb-architekt-max-vogt-ist-tot-rohe-bauten-mit-eleganz-und-raffinesse |titel=Rohe Bauten mit Eleganz und Raffinesse |werk=SRF |autor=Karin Salm |datum=2019-12-30 |abruf=2026-08-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu seinen bekanntesten Werken gehören das Zentralstellwerk beim [[Zürich Hauptbahnhof|Zürcher Hauptbahnhof]], der [[Bahnhof Zürich Altstetten]], der [[Bahnhof Killwangen-Spreitenbach]] und Bauten am [[Bahnhof Effretikon]]. Charakteristisch für viele seiner Entwürfe sind Sichtbeton, klar gegliederte kubische Volumen und eine starke skulpturale Wirkung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;inventar&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Max Vogt wurde am 29. Januar 1925 in Zürich geboren. Sein Vater Max Vogt senior war Bankangestellter, seine Mutter Marie Frêne Lehrerin.&amp;lt;ref name=&amp;quot;biografie&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://de.wikipedia.org/wiki/Max_Vogt_%28Architekt%29 |titel=Max Vogt (Architekt) |werk=Wikipedia |abruf=2026-08-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits als Jugendlicher interessierte sich Vogt für moderne Architektur. Einen nachhaltigen Eindruck hinterliess bei ihm die [[Schweizerische Landesausstellung 1939]] in Zürich, die er als Mittelschüler häufig besuchte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;biografie&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von 1945 bis 1949 studierte Vogt Architektur an der [[ETH Zürich]]. Zu seinen Lehrern gehörten Friedrich Hess, William Dunkel und Hans Hofmann.&amp;lt;ref name=&amp;quot;biografie&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Studium arbeitete er zunächst drei Jahre im Zürcher Architekturbüro Robert Winkler. Anschliessend war er fünf Jahre bei Belart und Frey in [[Olten]] tätig.&amp;lt;ref name=&amp;quot;biografie&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Tätigkeit bei den SBB ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1957 trat Vogt in die Sektion Hochbau der SBB-Kreisdirektion III in Zürich ein. Diese war für einen grossen Teil der Hochbauten der SBB in Zürich, der Ostschweiz und Graubünden zuständig.&amp;lt;ref name=&amp;quot;inventar&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vogt arbeitete zunächst als Entwurfsarchitekt und Stellvertreter des damaligen Sektionschefs Max Fehr. Nach Fehrs Tod übernahm Vogt 1974 die Leitung der Sektion Hochbau.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ag-killwangen&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.ag.ch/denkmalpflege/suche/detail.aspx?ID=120298 |titel=Stationsgebäude SBB, Killwangen-Spreitenbach |werk=Denkmalpflege Kanton Aargau |abruf=2026-08-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis zu seiner Pensionierung 1989 blieb er bei den SBB tätig.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ag-killwangen&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Stellung eines internen SBB-Architekten unterschied sich wesentlich von der heutigen Praxis. Die Bundesbahnen verfügten damals über eigene Hochbauabteilungen, die Bahnhöfe, Stellwerke, Werkstätten, Güterhallen und andere Betriebsgebäude entwarfen. Dadurch konnte Vogt über mehrere Jahrzehnte hinweg eine relativ einheitliche architektonische Sprache entwickeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ausgangslage nach dem Zweiten Weltkrieg ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] bestand bei den SBB ein erheblicher Modernisierungsbedarf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts waren grosse Investitionen insbesondere in die Elektrifizierung des Bahnnetzes geflossen. Viele Bahnhofsgebäude, Stellwerke und technische Anlagen waren dagegen veraltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab den 1950er-Jahren begann eine intensive Phase des Um- und Neubaus von Bahnanlagen. Gleichzeitig wuchsen der Personen- und Güterverkehr stark.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für Vogt ergab sich dadurch ein aussergewöhnlich grosses Betätigungsfeld. Er konnte nicht nur einzelne repräsentative Bahnhofsgebäude entwerfen, sondern auch Stellwerke, Güterhallen, Dienstgebäude, Remisen und technische Nebenbauten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Architektonische Haltung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vogts Architektur gehört zur Schweizer Nachkriegsmoderne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders prägend war für ihn die Architektur von [[Le Corbusier]]. Später beschäftigte er sich auch mit Werken schweizerischer Architekten wie Jakob Zweifel, Franz Füeg, Ernst Gisel und Luigi Snozzi.&amp;lt;ref name=&amp;quot;biografie&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Charakteristisch für Vogts Bauten sind:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Sichtbeton&lt;br /&gt;
* klare geometrische Volumen&lt;br /&gt;
* plastisch ausgebildete Fassaden&lt;br /&gt;
* funktionale Grundrisse&lt;br /&gt;
* wenige dekorative Elemente&lt;br /&gt;
* sorgfältig gestaltete Betonoberflächen&lt;br /&gt;
* die Verbindung technischer Anforderungen mit architektonischer Gestaltung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kantonale Denkmalpflege Zürich beschreibt seine Bauten als ausgewogene Kompositionen kubischer Volumen mit zurückhaltender Skulpturalität und sorgfältig bearbeiteten Betonoberflächen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;inventar&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vogt verwendete häufig Schalungen aus ungehobelten Brettern. Nach dem Ausschalen blieb die Holzstruktur im Beton sichtbar und verlieh den Fassaden eine differenzierte Oberfläche.&amp;lt;ref name=&amp;quot;inventar&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sichtbeton ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sichtbeton wurde zu einem der wichtigsten Erkennungsmerkmale von Vogts Architektur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Material eignete sich für Bahngebäude besonders gut, da es:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* robust&lt;br /&gt;
* dauerhaft&lt;br /&gt;
* feuerbeständig&lt;br /&gt;
* relativ wartungsarm&lt;br /&gt;
* statisch vielseitig einsetzbar&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vogt nutzte Beton jedoch nicht nur aus technischen Gründen, sondern als bewusstes Gestaltungsmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Massive Gebäudeteile kontrastieren bei vielen seiner Werke mit den filigranen Strukturen der Eisenbahn, insbesondere Fahrleitungen, Masten, Signalen und Gleisanlagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seine grossen Sichtbetonbauten wirken dadurch teilweise wie eigenständige Skulpturen innerhalb der technischen Eisenbahnlandschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vogt selbst bezeichnete einzelne seiner besonders massiven Gebäude scherzhaft als «Betonschröppen».&amp;lt;ref name=&amp;quot;srf&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Frühe Werke ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den frühen grösseren Projekten gehörte das Ablaufstellwerk in [[Buchs SG]] von 1960.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebenfalls um 1960 beschäftigte sich Vogt mit Neubauten am [[Bahnhof Wil SG]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim [[Bahnhof Effretikon]] entstanden 1961 und 1962 verschiedene Neubauten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;effretikon&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.sbbarchiv.ch/detail.aspx?ID=262609 |titel=Neubau Bahnhof Effretikon, 1961 |werk=SBB Historic |abruf=2026-08-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die frühen Bauten sind teilweise noch feingliedriger als seine späteren, stärker skulptural geprägten Sichtbetonbauten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zentralstellwerk Zürich ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Vogts bekanntesten Werken gehört das &#039;&#039;&#039;Zentralstellwerk des Zürcher Hauptbahnhofs&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es entstand zwischen 1963 und 1966 beim westlichen Gleisfeld des [[Zürich Hauptbahnhof|Hauptbahnhofs Zürich]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;biografie&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gebäude musste umfangreiche technische Einrichtungen für die Steuerung des Eisenbahnverkehrs aufnehmen. Vogt entwickelte daraus einen massiven, stark plastisch gegliederten Sichtbetonbau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die architektonische Gestaltung macht die technische Funktion des Gebäudes teilweise von aussen ablesbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Zentralstellwerk zählt zu den Schlüsselwerken Vogts und zu den bedeutenden Schweizer Bahnbauten der Nachkriegszeit.&amp;lt;ref name=&amp;quot;inventar&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bahnhof Zürich Altstetten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiteres Hauptwerk ist der [[Bahnhof Zürich Altstetten]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das heutige Gebäude entstand von 1965 bis 1968. Neben Vogt war sein damaliger Vorgesetzter Max Fehr an der Realisierung beteiligt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;altstetten-inventar&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.zh.ch/content/dam/zhweb/bilder-dokumente/themen/planen-bauen/bauvorschriften/bauen-an-besonderer-lage/bauen-und-denkmalpflege/inventarbl%C3%A4tter/05_Inventar_Zuerich_Band-I_Gleisfeld-SBB.pdf |titel=Bahnhof Zürich Altstetten |werk=Kantonale Denkmalpflege Zürich |datum=2020 |abruf=2026-08-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bau kombiniert ein Bahnhofsgebäude mit einem mehrgeschossigen Wohnhaus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders auffällig sind:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* der hohe Baukörper&lt;br /&gt;
* die langen Laubengänge&lt;br /&gt;
* der konsequente Einsatz von Sichtbeton&lt;br /&gt;
* die horizontale Gliederung&lt;br /&gt;
* die Kombination unterschiedlicher Funktionen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Obergeschossen befinden sich Wohnungen. Das Gebäude besitzt dadurch eine für einen Bahnhof ungewöhnlich starke Wohnnutzung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kantonale Denkmalpflege bezeichnet den Bahnhof als herausragendes Beispiel der Schweizer Nachkriegsmoderne.&amp;lt;ref name=&amp;quot;altstetten-inventar&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gebäude wurde später in das Inventar der schützenswerten Bauten aufgenommen. Zwischen 2021 und 2023 wurden die Wohnungen umfassend saniert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;sbb-altstetten&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://sbb-immobilien.ch/story/revival-ikone-altstetten/ |titel=Revival einer Architekturikone am Bahnhof Zürich Altstetten |werk=SBB Immobilien |abruf=2026-08-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bahnhof Killwangen-Spreitenbach ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1970 entstand nach Vogts Plänen das neue Stationsgebäude des [[Bahnhof Killwangen-Spreitenbach|Bahnhofs Killwangen-Spreitenbach]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;ag-killwangen&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Neubau stand im Zusammenhang mit dem Bau des [[Rangierbahnhof Limmattal|Rangierbahnhofs Limmattal]] und der später eröffneten [[Heitersberglinie]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gebäude umfasst:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Bahnhofsräume&lt;br /&gt;
* sechs Wohnungen&lt;br /&gt;
* einen angebauten Güterschuppen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wohnungen sind durch tief liegende Laubengänge und massive Betonbrüstungen gegen den Lärm der Bahn geschützt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Denkmalpflege des Kantons Aargau bezeichnet den Bau als ein besonders qualitätvolles Beispiel von Vogts moderner Bahnhofarchitektur.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ag-killwangen&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bahnhöfe am Zürichsee ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den 1960er-Jahren entwarf Vogt mehrere Bahnhofsgebäude entlang des Zürichsees.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu gehören unter anderem:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Bahnhof Thalwil]]&lt;br /&gt;
* [[Bahnhof Erlenbach ZH]]&lt;br /&gt;
* [[Bahnhof Stäfa]]&lt;br /&gt;
* [[Bahnhof Herrliberg-Feldmeilen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;biografie&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Gebäude unterscheiden sich in Grösse und Funktion, zeigen jedoch häufig ähnliche gestalterische Prinzipien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vogt vermied eine rein standardisierte Bahnhofstypologie. Die einzelnen Bauten wurden jeweils an die örtliche Situation und die betrieblichen Anforderungen angepasst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bahnhof Schaffhausen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch am [[Bahnhof Schaffhausen]] entstanden mehrere Bauten unter Vogts Beteiligung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu gehörten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Stellwerk, 1968&lt;br /&gt;
* Lokremise, 1968&lt;br /&gt;
* Güterhalle, 1971&lt;br /&gt;
* Verwaltungsgebäude, 1972&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;biografie&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch prägte Vogt nicht nur einzelne Empfangsgebäude, sondern teilweise ganze Bahnhofareale.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rangierbahnhof Limmattal ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein besonders grosses Tätigkeitsfeld bildete der [[Rangierbahnhof Limmattal]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anlage entstand zwischen Ende der 1960er- und den 1970er-Jahren und gehörte zu den bedeutendsten schweizerischen Eisenbahnprojekten dieser Zeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vogt war für verschiedene Hochbauten des Rangierbahnhofs verantwortlich beziehungsweise an deren Planung beteiligt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;biografie&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Betriebsgebäude mussten stark funktionalen Anforderungen entsprechen. Gleichzeitig versuchte Vogt, ihnen durch Proportionen, Betonoberflächen und plastische Gestaltung eine eigenständige architektonische Qualität zu geben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Stellwerk Zürich Mülligen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1974 entstand das &#039;&#039;&#039;Stellwerk Zürich Mülligen&#039;&#039;&#039; im Bereich des westlichen Zürcher Gleisfelds.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammen mit dem Bahnhof Altstetten und dem Zentralstellwerk des Hauptbahnhofs wird es von der Zürcher Denkmalpflege zu den Schlüsselbauten Vogts gezählt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;inventar&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gebäude zeigt besonders deutlich seine Vorliebe für kompakte, massiv wirkende Sichtbetonkörper.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schnellguthalle Zürich Altstetten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwischen 1972 und 1976 entstand im Bereich Zürich Altstetten eine grosse Schnellguthalle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie gehörte zur damaligen Infrastruktur für den schnellen Transport von Stückgut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Projekt verdeutlicht, dass Vogts Tätigkeit weit über klassische Empfangsgebäude hinausging. Auch grosse Logistik- und Betriebsanlagen wurden architektonisch gestaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Spätere Werke ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach seiner Ernennung zum Sektionschef im Jahr 1974 übernahm Vogt zunehmend organisatorische und koordinierende Aufgaben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch konnte er sich weniger intensiv als zuvor mit jedem einzelnen Projekt beschäftigen. Bei grossen oder weiter entfernten Projekten erarbeitete er teilweise nur Vorprojekte, während lokale Architekturbüros die weitere Planung übernahmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;biografie&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu seinen späteren Arbeiten gehören unter anderem:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Neubauten beim Bahnhof Buchs SG, um 1980&lt;br /&gt;
* ein Güterschuppen beim [[Bahnhof Uster]], 1984&lt;br /&gt;
* [[Bahnhof Schwerzenbach]], 1985&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;biografie&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1989 wurde Vogt pensioniert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verhältnis zwischen Funktion und Gestaltung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für Vogt waren Bahngebäude in erster Linie Gebrauchsbauten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stellwerke, Bahnhofshallen und Dienstgebäude mussten den technischen Anforderungen des Eisenbahnbetriebs entsprechen. Er versuchte jedoch, aus diesen Anforderungen eine eigenständige Formensprache zu entwickeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Typisch ist beispielsweise, dass sich unterschiedliche Funktionen als verschiedene Baukörper ablesen lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Treppenhäuser, Stellwerksräume, Bürobereiche oder Wohnungen erscheinen häufig als klar voneinander unterscheidbare Volumen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch besitzen die Gebäude trotz ihrer funktionalen Ausrichtung eine ausgeprägte plastische Wirkung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einbindung in die Bahnanlagen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vogt betrachtete ein Bahngebäude nicht isoliert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum architektonischen Umfeld gehörten für ihn auch:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Perrons&lt;br /&gt;
* Dächer&lt;br /&gt;
* Unterführungen&lt;br /&gt;
* Rampen&lt;br /&gt;
* Treppen&lt;br /&gt;
* Gleisanlagen&lt;br /&gt;
* Fahrleitungsmasten&lt;br /&gt;
* Signale&lt;br /&gt;
* Nebengebäude&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese ganzheitliche Auffassung führte innerhalb der SBB teilweise zu Konflikten, da verschiedene Elemente einer Bahnhofanlage organisatorisch unterschiedlichen Fachabteilungen unterstanden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;biografie&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sein langjähriger Vorgesetzter Max Fehr spielte eine wichtige Rolle dabei, zwischen den technischen Abteilungen und Vogts gestalterischen Vorstellungen zu vermitteln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedeutung für das Erscheinungsbild der SBB ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vogts Bauten entstanden über ein Gebiet, das grosse Teile der Nordostschweiz umfasste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl die Gebäude keine vollständig standardisierte Form besassen, führten wiederkehrende Materialien und Gestaltungselemente zu einem hohen Wiedererkennungswert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Architektur wurde dadurch zu einem inoffiziellen Bestandteil des Erscheinungsbilds der SBB.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Fachportal Nextroom beschreibt Eigenschaften wie Robustheit, Präzision und Kraft als Merkmale, welche die Gebäude mit dem Charakter der Eisenbahn verbinden und ihnen die Wirkung eines architektonischen Corporate Designs geben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;nextroom&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.nextroom.at/publication.php?id=13676 |titel=Max Vogt – Bauen für die Bahn 1957–1989 |werk=nextroom |abruf=2026-08-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wakkerpreis der SBB ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr &#039;&#039;&#039;2005&#039;&#039;&#039; erhielten die Schweizerischen Bundesbahnen den [[Wakkerpreis]] des [[Schweizer Heimatschutz]]es.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Auszeichnung würdigte den verantwortungsvollen Umgang der SBB mit ihrer Baukultur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vogts Bahnbauten, insbesondere der Bahnhof Zürich Altstetten und das Zentralstellwerk beim Zürcher Hauptbahnhof, werden als wichtige Beispiele jener Architektur genannt, die zur späteren Anerkennung der Baukultur der SBB beitrug.&amp;lt;ref name=&amp;quot;srf&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Denkmalpflege ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mehrere Werke Vogts gelten heute als schutzwürdig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bahnhof Zürich Altstetten ist im Inventar der kantonalen Denkmalpflege Zürich verzeichnet und wird als bedeutender Vertreter der Schweizer Nachkriegsmoderne bewertet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;altstetten-inventar&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch das Stationsgebäude Killwangen-Spreitenbach ist im Bauinventar des Kantons Aargau erfasst.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ag-killwangen&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die denkmalpflegerische Bewertung seiner Bauten hat sich seit dem späten 20. Jahrhundert deutlich verändert. Sichtbetonbauten der Nachkriegszeit wurden lange Zeit häufig nur als nüchterne Zweckarchitektur wahrgenommen. Heute gelten wichtige Werke Vogts als bedeutende Zeugnisse der Schweizer Architektur- und Eisenbahngeschichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rezeption ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Lebzeiten stand Vogt ausserhalb der engeren Eisenbahn- und Architekturkreise vergleichsweise wenig im öffentlichen Rampenlicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er gehörte keinem bedeutenden Berufsverband an und beteiligte sich aufgrund seiner Stellung als interner SBB-Architekt nur selten an öffentlichen Architekturwettbewerben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;biografie&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit zunehmendem zeitlichem Abstand zur Nachkriegsmoderne wuchs jedoch das fachhistorische Interesse an seinem Werk.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insbesondere die sorgfältige Materialbehandlung seiner Sichtbetonbauten und deren teilweise monumentale plastische Wirkung wurden neu bewertet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach seinem Tod bezeichnete SRF ihn als Architekten, dessen rohe Betonbauten bei genauer Betrachtung Eleganz und Raffinesse aufweisen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;srf&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Publikationen über Max Vogt ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine umfassende Darstellung seines Werks erschien 2008 unter dem Titel &#039;&#039;&#039;Max Vogt – Bauen für die Bahn 1957–1989&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Buch wurde von Ruedi Weidmann und Karl Holenstein verfasst und bildet den ersten Band der Reihe &#039;&#039;Architektur- und Technikgeschichte der Eisenbahnen der Schweiz&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es dokumentiert Vogts Werk mit Fotografien, Plänen und historischen Unterlagen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;nextroom&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits 2006 erschien im gta Verlag der ETH Zürich die Publikation &#039;&#039;&#039;SBB-Bauten Max Vogt&#039;&#039;&#039; von Martin Stollenwerk.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zunehmende wissenschaftliche Beschäftigung mit Vogts Werk trug wesentlich dazu bei, die Bedeutung seiner Bauten für die Schweizer Nachkriegsmoderne stärker ins Bewusstsein zu rücken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Auswahl wichtiger Werke ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den wichtigen Bauten und Projekten Max Vogts gehören:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* 1960: Ablaufstellwerk Buchs SG&lt;br /&gt;
* 1960: Bauten beim [[Bahnhof Wil SG]]&lt;br /&gt;
* 1961–1962: Bauten beim [[Bahnhof Effretikon]]&lt;br /&gt;
* 1963–1966: Zentralstellwerk beim [[Zürich Hauptbahnhof]]&lt;br /&gt;
* 1963: Aufnahmegebäude [[Bahnhof Thalwil]]&lt;br /&gt;
* 1966–1968: [[Bahnhof Zürich Altstetten]]&lt;br /&gt;
* 1967: [[Bahnhof Erlenbach ZH]]&lt;br /&gt;
* 1967: [[Bahnhof Stäfa]]&lt;br /&gt;
* 1968: [[Bahnhof Herrliberg-Feldmeilen]]&lt;br /&gt;
* 1968–1972: verschiedene Bauten beim [[Bahnhof Schaffhausen]]&lt;br /&gt;
* 1969: Bahnhof Benken SG&lt;br /&gt;
* 1969: [[Bahnhof Stein-Säckingen]]&lt;br /&gt;
* 1969–1978: Hochbauten des [[Rangierbahnhof Limmattal|Rangierbahnhofs Limmattal]]&lt;br /&gt;
* 1970: [[Bahnhof Killwangen-Spreitenbach]]&lt;br /&gt;
* 1970–1971: Dienstgebäude beim [[Bahnhof Weinfelden]]&lt;br /&gt;
* 1972–1976: Schnellguthalle Zürich Altstetten&lt;br /&gt;
* 1974: Stellwerk Zürich Mülligen&lt;br /&gt;
* um 1980: Bauten beim [[Bahnhof Buchs SG]]&lt;br /&gt;
* 1984: Güterschuppen beim [[Bahnhof Uster]]&lt;br /&gt;
* 1985: [[Bahnhof Schwerzenbach]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;biografie&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;ag-killwangen&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Tod ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Max Vogt starb am &#039;&#039;&#039;12. Dezember 2019&#039;&#039;&#039; in Zürich, wenige Wochen vor seinem 95. Geburtstag.&amp;lt;ref name=&amp;quot;srf&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sein architektonisches Erbe ist auf zahlreichen Bahnhöfen und Betriebsarealen der Nordostschweiz bis heute sichtbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Abgrenzung zu Adolf Max Vogt ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Max Vogt darf nicht mit dem ebenfalls aus Zürich stammenden Kunst- und Architekturhistoriker &#039;&#039;&#039;[[Adolf Max Vogt]]&#039;&#039;&#039; (1920–2013) verwechselt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Adolf Max Vogt war Professor für Kunstgeschichte an der ETH Zürich und gehörte 1967 zu den Mitbegründern des Instituts für Geschichte und Theorie der Architektur (gta).&amp;lt;ref name=&amp;quot;amvogt&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://archiv.gta.arch.ethz.ch/de/bestaende/adolf-max-vogt |titel=Adolf Max Vogt (1920–2013) |werk=gta Archiv, ETH Zürich |abruf=2026-08-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die beiden Personen waren nicht identisch und hatten unterschiedliche berufliche Laufbahnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedeutung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Max Vogt gehört zu den wichtigsten Schweizer Architekten des Eisenbahnhochbaus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sein Werk dokumentiert eine Phase, in der die Schweizerischen Bundesbahnen ihre Infrastruktur grundlegend modernisierten und gleichzeitig noch über eigene Architekturabteilungen verfügten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vogt verband die technischen Anforderungen der Bahn mit einer unverwechselbaren Architektursprache. Seine Bauten zeigen, dass auch Stellwerke, Güterhallen, Dienstgebäude und kleinere Bahnhöfe mit hohem gestalterischem Anspruch entworfen werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders die grossen Sichtbetonbauten der 1960er- und 1970er-Jahre gehören heute zu den charakteristischen Zeugnissen der Schweizer Nachkriegsmoderne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ruedi Weidmann, Karl Holenstein: &#039;&#039;Max Vogt – Bauen für die Bahn 1957–1989&#039;&#039;. Band 1 der Reihe Architektur- und Technikgeschichte der Eisenbahnen der Schweiz. Scheidegger &amp;amp; Spiess, Zürich 2008, ISBN 978-3-85881-185-1.&lt;br /&gt;
* Martin Stollenwerk: &#039;&#039;SBB-Bauten Max Vogt&#039;&#039;. gta Verlag, Zürich 2006, ISBN 978-3-85676-204-9.&lt;br /&gt;
* Philipp Bridel, Max Vogt: &#039;&#039;Renovation Bahnhof Baden, Renovation ehemaliges Stationsgebäude Dietikon, Restauration Hauptbahnhof Zürich&#039;&#039;. SBB Kreisdirektion III, Zürich 1980.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Schweizerische Bundesbahnen]]&lt;br /&gt;
* [[Bahnhof Zürich Altstetten]]&lt;br /&gt;
* [[Zürich Hauptbahnhof]]&lt;br /&gt;
* [[Bahnhof Effretikon]]&lt;br /&gt;
* [[Bahnhof Killwangen-Spreitenbach]]&lt;br /&gt;
* [[Rangierbahnhof Limmattal]]&lt;br /&gt;
* [[Bahnhof Stäfa]]&lt;br /&gt;
* [[Bahnhof Thalwil]]&lt;br /&gt;
* [[Bahnhof Schaffhausen]]&lt;br /&gt;
* [[Sichtbeton]]&lt;br /&gt;
* [[Schweizer Nachkriegsmoderne]]&lt;br /&gt;
* [[Wakkerpreis]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://www.srf.ch/kultur/kunst/sbb-architekt-max-vogt-ist-tot-rohe-bauten-mit-eleganz-und-raffinesse Porträt von Max Vogt] bei [[Schweizer Radio und Fernsehen|SRF]]&lt;br /&gt;
* [https://sbb-immobilien.ch/story/revival-ikone-altstetten/ Bahnhof Zürich Altstetten und Max Vogt] bei SBB Immobilien&lt;br /&gt;
* [https://www.nextroom.at/publication.php?id=13676 Max Vogt – Bauen für die Bahn 1957–1989] bei nextroom&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Architekt (Schweiz)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Architekt (Zürich)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schweizerische Bundesbahnen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Eisenbahnarchitektur]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schweizer]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1925]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 2019]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Nick Frei</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://helvetia.wiki/de/index.php?title=Max_Vogt&amp;diff=2987</id>
		<title>Max Vogt</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://helvetia.wiki/de/index.php?title=Max_Vogt&amp;diff=2987"/>
		<updated>2026-08-25T22:57:02Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Nick Frei: Die Seite wurde neu angelegt: «&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Max Vogt&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* 29. Januar 1925 in Zürich; † 12. Dezember 2019 ebenda) war ein Schweizer Architekt. Als Architekt der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) prägte er zwischen 1957 und 1989 die Bahnarchitektur vor allem in der Nordostschweiz. Unter seiner Mitarbeit und Leitung entstanden mehr als hundert grössere und kleinere Bahnbauten; in der Literatur wird sein Gesamtwerk für die SBB mit rund 200 Bauten angegeben.&amp;lt;…»&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Max Vogt&#039;&#039;&#039; (* 29. Januar 1925 in [[Zürich]]; † 12. Dezember 2019 ebenda) war ein Schweizer Architekt. Als Architekt der [[Schweizerische Bundesbahnen|Schweizerischen Bundesbahnen]] (SBB) prägte er zwischen 1957 und 1989 die Bahnarchitektur vor allem in der Nordostschweiz. Unter seiner Mitarbeit und Leitung entstanden mehr als hundert grössere und kleinere Bahnbauten; in der Literatur wird sein Gesamtwerk für die SBB mit rund 200 Bauten angegeben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;inventar&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.zh.ch/content/dam/zhweb/bilder-dokumente/themen/planen-bauen/bauvorschriften/bauen-an-besonderer-lage/bauen-und-denkmalpflege/inventarbl%C3%A4tter/05_Inventar_Zuerich_Band-I_Gleisfeld-SBB.pdf |titel=Inventar Zürich, Band I – Gleisfeld SBB |werk=Kanton Zürich |datum=2020 |abruf=2026-08-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;srf&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.srf.ch/kultur/kunst/sbb-architekt-max-vogt-ist-tot-rohe-bauten-mit-eleganz-und-raffinesse |titel=Rohe Bauten mit Eleganz und Raffinesse |werk=SRF |autor=Karin Salm |datum=2019-12-30 |abruf=2026-08-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu seinen bekanntesten Werken gehören das Zentralstellwerk beim [[Zürich Hauptbahnhof|Zürcher Hauptbahnhof]], der [[Bahnhof Zürich Altstetten]], der [[Bahnhof Killwangen-Spreitenbach]] und Bauten am [[Bahnhof Effretikon]]. Charakteristisch für viele seiner Entwürfe sind Sichtbeton, klar gegliederte kubische Volumen und eine starke skulpturale Wirkung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;inventar&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Max Vogt wurde am 29. Januar 1925 in Zürich geboren. Sein Vater Max Vogt senior war Bankangestellter, seine Mutter Marie Frêne Lehrerin.&amp;lt;ref name=&amp;quot;biografie&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://de.wikipedia.org/wiki/Max_Vogt_%28Architekt%29 |titel=Max Vogt (Architekt) |werk=Wikipedia |abruf=2026-08-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits als Jugendlicher interessierte sich Vogt für moderne Architektur. Einen nachhaltigen Eindruck hinterliess bei ihm die [[Schweizerische Landesausstellung 1939]] in Zürich, die er als Mittelschüler häufig besuchte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;biografie&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von 1945 bis 1949 studierte Vogt Architektur an der [[ETH Zürich]]. Zu seinen Lehrern gehörten Friedrich Hess, William Dunkel und Hans Hofmann.&amp;lt;ref name=&amp;quot;biografie&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Studium arbeitete er zunächst drei Jahre im Zürcher Architekturbüro Robert Winkler. Anschliessend war er fünf Jahre bei Belart und Frey in [[Olten]] tätig.&amp;lt;ref name=&amp;quot;biografie&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Tätigkeit bei den SBB ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1957 trat Vogt in die Sektion Hochbau der SBB-Kreisdirektion III in Zürich ein. Diese war für einen grossen Teil der Hochbauten der SBB in Zürich, der Ostschweiz und Graubünden zuständig.&amp;lt;ref name=&amp;quot;inventar&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vogt arbeitete zunächst als Entwurfsarchitekt und Stellvertreter des damaligen Sektionschefs Max Fehr. Nach Fehrs Tod übernahm Vogt 1974 die Leitung der Sektion Hochbau.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ag-killwangen&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.ag.ch/denkmalpflege/suche/detail.aspx?ID=120298 |titel=Stationsgebäude SBB, Killwangen-Spreitenbach |werk=Denkmalpflege Kanton Aargau |abruf=2026-08-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis zu seiner Pensionierung 1989 blieb er bei den SBB tätig.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ag-killwangen&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Stellung eines internen SBB-Architekten unterschied sich wesentlich von der heutigen Praxis. Die Bundesbahnen verfügten damals über eigene Hochbauabteilungen, die Bahnhöfe, Stellwerke, Werkstätten, Güterhallen und andere Betriebsgebäude entwarfen. Dadurch konnte Vogt über mehrere Jahrzehnte hinweg eine relativ einheitliche architektonische Sprache entwickeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ausgangslage nach dem Zweiten Weltkrieg ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] bestand bei den SBB ein erheblicher Modernisierungsbedarf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts waren grosse Investitionen insbesondere in die Elektrifizierung des Bahnnetzes geflossen. Viele Bahnhofsgebäude, Stellwerke und technische Anlagen waren dagegen veraltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab den 1950er-Jahren begann eine intensive Phase des Um- und Neubaus von Bahnanlagen. Gleichzeitig wuchsen der Personen- und Güterverkehr stark.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für Vogt ergab sich dadurch ein aussergewöhnlich grosses Betätigungsfeld. Er konnte nicht nur einzelne repräsentative Bahnhofsgebäude entwerfen, sondern auch Stellwerke, Güterhallen, Dienstgebäude, Remisen und technische Nebenbauten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Architektonische Haltung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vogts Architektur gehört zur Schweizer Nachkriegsmoderne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders prägend war für ihn die Architektur von [[Le Corbusier]]. Später beschäftigte er sich auch mit Werken schweizerischer Architekten wie Jakob Zweifel, Franz Füeg, Ernst Gisel und Luigi Snozzi.&amp;lt;ref name=&amp;quot;biografie&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Charakteristisch für Vogts Bauten sind:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Sichtbeton&lt;br /&gt;
* klare geometrische Volumen&lt;br /&gt;
* plastisch ausgebildete Fassaden&lt;br /&gt;
* funktionale Grundrisse&lt;br /&gt;
* wenige dekorative Elemente&lt;br /&gt;
* sorgfältig gestaltete Betonoberflächen&lt;br /&gt;
* die Verbindung technischer Anforderungen mit architektonischer Gestaltung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kantonale Denkmalpflege Zürich beschreibt seine Bauten als ausgewogene Kompositionen kubischer Volumen mit zurückhaltender Skulpturalität und sorgfältig bearbeiteten Betonoberflächen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;inventar&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vogt verwendete häufig Schalungen aus ungehobelten Brettern. Nach dem Ausschalen blieb die Holzstruktur im Beton sichtbar und verlieh den Fassaden eine differenzierte Oberfläche.&amp;lt;ref name=&amp;quot;inventar&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sichtbeton ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sichtbeton wurde zu einem der wichtigsten Erkennungsmerkmale von Vogts Architektur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Material eignete sich für Bahngebäude besonders gut, da es:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* robust&lt;br /&gt;
* dauerhaft&lt;br /&gt;
* feuerbeständig&lt;br /&gt;
* relativ wartungsarm&lt;br /&gt;
* statisch vielseitig einsetzbar&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vogt nutzte Beton jedoch nicht nur aus technischen Gründen, sondern als bewusstes Gestaltungsmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Massive Gebäudeteile kontrastieren bei vielen seiner Werke mit den filigranen Strukturen der Eisenbahn, insbesondere Fahrleitungen, Masten, Signalen und Gleisanlagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seine grossen Sichtbetonbauten wirken dadurch teilweise wie eigenständige Skulpturen innerhalb der technischen Eisenbahnlandschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vogt selbst bezeichnete einzelne seiner besonders massiven Gebäude scherzhaft als «Betonschröppen».&amp;lt;ref name=&amp;quot;srf&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Frühe Werke ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den frühen grösseren Projekten gehörte das Ablaufstellwerk in [[Buchs SG]] von 1960.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebenfalls um 1960 beschäftigte sich Vogt mit Neubauten am [[Bahnhof Wil SG]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim [[Bahnhof Effretikon]] entstanden 1961 und 1962 verschiedene Neubauten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;effretikon&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.sbbarchiv.ch/detail.aspx?ID=262609 |titel=Neubau Bahnhof Effretikon, 1961 |werk=SBB Historic |abruf=2026-08-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die frühen Bauten sind teilweise noch feingliedriger als seine späteren, stärker skulptural geprägten Sichtbetonbauten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zentralstellwerk Zürich ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Vogts bekanntesten Werken gehört das &#039;&#039;&#039;Zentralstellwerk des Zürcher Hauptbahnhofs&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es entstand zwischen 1963 und 1966 beim westlichen Gleisfeld des [[Zürich Hauptbahnhof|Hauptbahnhofs Zürich]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;biografie&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gebäude musste umfangreiche technische Einrichtungen für die Steuerung des Eisenbahnverkehrs aufnehmen. Vogt entwickelte daraus einen massiven, stark plastisch gegliederten Sichtbetonbau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die architektonische Gestaltung macht die technische Funktion des Gebäudes teilweise von aussen ablesbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Zentralstellwerk zählt zu den Schlüsselwerken Vogts und zu den bedeutenden Schweizer Bahnbauten der Nachkriegszeit.&amp;lt;ref name=&amp;quot;inventar&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bahnhof Zürich Altstetten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiteres Hauptwerk ist der [[Bahnhof Zürich Altstetten]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das heutige Gebäude entstand von 1965 bis 1968. Neben Vogt war sein damaliger Vorgesetzter Max Fehr an der Realisierung beteiligt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;altstetten-inventar&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.zh.ch/content/dam/zhweb/bilder-dokumente/themen/planen-bauen/bauvorschriften/bauen-an-besonderer-lage/bauen-und-denkmalpflege/inventarbl%C3%A4tter/05_Inventar_Zuerich_Band-I_Gleisfeld-SBB.pdf |titel=Bahnhof Zürich Altstetten |werk=Kantonale Denkmalpflege Zürich |datum=2020 |abruf=2026-08-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bau kombiniert ein Bahnhofsgebäude mit einem mehrgeschossigen Wohnhaus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders auffällig sind:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* der hohe Baukörper&lt;br /&gt;
* die langen Laubengänge&lt;br /&gt;
* der konsequente Einsatz von Sichtbeton&lt;br /&gt;
* die horizontale Gliederung&lt;br /&gt;
* die Kombination unterschiedlicher Funktionen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Obergeschossen befinden sich Wohnungen. Das Gebäude besitzt dadurch eine für einen Bahnhof ungewöhnlich starke Wohnnutzung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kantonale Denkmalpflege bezeichnet den Bahnhof als herausragendes Beispiel der Schweizer Nachkriegsmoderne.&amp;lt;ref name=&amp;quot;altstetten-inventar&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gebäude wurde später in das Inventar der schützenswerten Bauten aufgenommen. Zwischen 2021 und 2023 wurden die Wohnungen umfassend saniert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;sbb-altstetten&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://sbb-immobilien.ch/story/revival-ikone-altstetten/ |titel=Revival einer Architekturikone am Bahnhof Zürich Altstetten |werk=SBB Immobilien |abruf=2026-08-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bahnhof Killwangen-Spreitenbach ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1970 entstand nach Vogts Plänen das neue Stationsgebäude des [[Bahnhof Killwangen-Spreitenbach|Bahnhofs Killwangen-Spreitenbach]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;ag-killwangen&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Neubau stand im Zusammenhang mit dem Bau des [[Rangierbahnhof Limmattal|Rangierbahnhofs Limmattal]] und der später eröffneten [[Heitersberglinie]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gebäude umfasst:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Bahnhofsräume&lt;br /&gt;
* sechs Wohnungen&lt;br /&gt;
* einen angebauten Güterschuppen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wohnungen sind durch tief liegende Laubengänge und massive Betonbrüstungen gegen den Lärm der Bahn geschützt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Denkmalpflege des Kantons Aargau bezeichnet den Bau als ein besonders qualitätvolles Beispiel von Vogts moderner Bahnhofarchitektur.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ag-killwangen&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bahnhöfe am Zürichsee ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den 1960er-Jahren entwarf Vogt mehrere Bahnhofsgebäude entlang des Zürichsees.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu gehören unter anderem:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Bahnhof Thalwil]]&lt;br /&gt;
* [[Bahnhof Erlenbach ZH]]&lt;br /&gt;
* [[Bahnhof Stäfa]]&lt;br /&gt;
* [[Bahnhof Herrliberg-Feldmeilen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;biografie&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Gebäude unterscheiden sich in Grösse und Funktion, zeigen jedoch häufig ähnliche gestalterische Prinzipien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vogt vermied eine rein standardisierte Bahnhofstypologie. Die einzelnen Bauten wurden jeweils an die örtliche Situation und die betrieblichen Anforderungen angepasst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bahnhof Schaffhausen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch am [[Bahnhof Schaffhausen]] entstanden mehrere Bauten unter Vogts Beteiligung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu gehörten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Stellwerk, 1968&lt;br /&gt;
* Lokremise, 1968&lt;br /&gt;
* Güterhalle, 1971&lt;br /&gt;
* Verwaltungsgebäude, 1972&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;biografie&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch prägte Vogt nicht nur einzelne Empfangsgebäude, sondern teilweise ganze Bahnhofareale.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rangierbahnhof Limmattal ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein besonders grosses Tätigkeitsfeld bildete der [[Rangierbahnhof Limmattal]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anlage entstand zwischen Ende der 1960er- und den 1970er-Jahren und gehörte zu den bedeutendsten schweizerischen Eisenbahnprojekten dieser Zeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vogt war für verschiedene Hochbauten des Rangierbahnhofs verantwortlich beziehungsweise an deren Planung beteiligt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;biografie&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Betriebsgebäude mussten stark funktionalen Anforderungen entsprechen. Gleichzeitig versuchte Vogt, ihnen durch Proportionen, Betonoberflächen und plastische Gestaltung eine eigenständige architektonische Qualität zu geben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Stellwerk Zürich Mülligen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1974 entstand das &#039;&#039;&#039;Stellwerk Zürich Mülligen&#039;&#039;&#039; im Bereich des westlichen Zürcher Gleisfelds.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammen mit dem Bahnhof Altstetten und dem Zentralstellwerk des Hauptbahnhofs wird es von der Zürcher Denkmalpflege zu den Schlüsselbauten Vogts gezählt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;inventar&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gebäude zeigt besonders deutlich seine Vorliebe für kompakte, massiv wirkende Sichtbetonkörper.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schnellguthalle Zürich Altstetten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwischen 1972 und 1976 entstand im Bereich Zürich Altstetten eine grosse Schnellguthalle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie gehörte zur damaligen Infrastruktur für den schnellen Transport von Stückgut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Projekt verdeutlicht, dass Vogts Tätigkeit weit über klassische Empfangsgebäude hinausging. Auch grosse Logistik- und Betriebsanlagen wurden architektonisch gestaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Spätere Werke ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach seiner Ernennung zum Sektionschef im Jahr 1974 übernahm Vogt zunehmend organisatorische und koordinierende Aufgaben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch konnte er sich weniger intensiv als zuvor mit jedem einzelnen Projekt beschäftigen. Bei grossen oder weiter entfernten Projekten erarbeitete er teilweise nur Vorprojekte, während lokale Architekturbüros die weitere Planung übernahmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;biografie&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu seinen späteren Arbeiten gehören unter anderem:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Neubauten beim Bahnhof Buchs SG, um 1980&lt;br /&gt;
* ein Güterschuppen beim [[Bahnhof Uster]], 1984&lt;br /&gt;
* [[Bahnhof Schwerzenbach]], 1985&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;biografie&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1989 wurde Vogt pensioniert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verhältnis zwischen Funktion und Gestaltung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für Vogt waren Bahngebäude in erster Linie Gebrauchsbauten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stellwerke, Bahnhofshallen und Dienstgebäude mussten den technischen Anforderungen des Eisenbahnbetriebs entsprechen. Er versuchte jedoch, aus diesen Anforderungen eine eigenständige Formensprache zu entwickeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Typisch ist beispielsweise, dass sich unterschiedliche Funktionen als verschiedene Baukörper ablesen lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Treppenhäuser, Stellwerksräume, Bürobereiche oder Wohnungen erscheinen häufig als klar voneinander unterscheidbare Volumen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch besitzen die Gebäude trotz ihrer funktionalen Ausrichtung eine ausgeprägte plastische Wirkung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einbindung in die Bahnanlagen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vogt betrachtete ein Bahngebäude nicht isoliert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum architektonischen Umfeld gehörten für ihn auch:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Perrons&lt;br /&gt;
* Dächer&lt;br /&gt;
* Unterführungen&lt;br /&gt;
* Rampen&lt;br /&gt;
* Treppen&lt;br /&gt;
* Gleisanlagen&lt;br /&gt;
* Fahrleitungsmasten&lt;br /&gt;
* Signale&lt;br /&gt;
* Nebengebäude&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese ganzheitliche Auffassung führte innerhalb der SBB teilweise zu Konflikten, da verschiedene Elemente einer Bahnhofanlage organisatorisch unterschiedlichen Fachabteilungen unterstanden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;biografie&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sein langjähriger Vorgesetzter Max Fehr spielte eine wichtige Rolle dabei, zwischen den technischen Abteilungen und Vogts gestalterischen Vorstellungen zu vermitteln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedeutung für das Erscheinungsbild der SBB ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vogts Bauten entstanden über ein Gebiet, das grosse Teile der Nordostschweiz umfasste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl die Gebäude keine vollständig standardisierte Form besassen, führten wiederkehrende Materialien und Gestaltungselemente zu einem hohen Wiedererkennungswert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Architektur wurde dadurch zu einem inoffiziellen Bestandteil des Erscheinungsbilds der SBB.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Fachportal Nextroom beschreibt Eigenschaften wie Robustheit, Präzision und Kraft als Merkmale, welche die Gebäude mit dem Charakter der Eisenbahn verbinden und ihnen die Wirkung eines architektonischen Corporate Designs geben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;nextroom&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.nextroom.at/publication.php?id=13676 |titel=Max Vogt – Bauen für die Bahn 1957–1989 |werk=nextroom |abruf=2026-08-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wakkerpreis der SBB ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr &#039;&#039;&#039;2005&#039;&#039;&#039; erhielten die Schweizerischen Bundesbahnen den [[Wakkerpreis]] des [[Schweizer Heimatschutz]]es.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Auszeichnung würdigte den verantwortungsvollen Umgang der SBB mit ihrer Baukultur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vogts Bahnbauten, insbesondere der Bahnhof Zürich Altstetten und das Zentralstellwerk beim Zürcher Hauptbahnhof, werden als wichtige Beispiele jener Architektur genannt, die zur späteren Anerkennung der Baukultur der SBB beitrug.&amp;lt;ref name=&amp;quot;srf&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Denkmalpflege ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mehrere Werke Vogts gelten heute als schutzwürdig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bahnhof Zürich Altstetten ist im Inventar der kantonalen Denkmalpflege Zürich verzeichnet und wird als bedeutender Vertreter der Schweizer Nachkriegsmoderne bewertet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;altstetten-inventar&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch das Stationsgebäude Killwangen-Spreitenbach ist im Bauinventar des Kantons Aargau erfasst.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ag-killwangen&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die denkmalpflegerische Bewertung seiner Bauten hat sich seit dem späten 20. Jahrhundert deutlich verändert. Sichtbetonbauten der Nachkriegszeit wurden lange Zeit häufig nur als nüchterne Zweckarchitektur wahrgenommen. Heute gelten wichtige Werke Vogts als bedeutende Zeugnisse der Schweizer Architektur- und Eisenbahngeschichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rezeption ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Lebzeiten stand Vogt ausserhalb der engeren Eisenbahn- und Architekturkreise vergleichsweise wenig im öffentlichen Rampenlicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er gehörte keinem bedeutenden Berufsverband an und beteiligte sich aufgrund seiner Stellung als interner SBB-Architekt nur selten an öffentlichen Architekturwettbewerben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;biografie&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit zunehmendem zeitlichem Abstand zur Nachkriegsmoderne wuchs jedoch das fachhistorische Interesse an seinem Werk.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insbesondere die sorgfältige Materialbehandlung seiner Sichtbetonbauten und deren teilweise monumentale plastische Wirkung wurden neu bewertet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach seinem Tod bezeichnete SRF ihn als Architekten, dessen rohe Betonbauten bei genauer Betrachtung Eleganz und Raffinesse aufweisen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;srf&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Publikationen über Max Vogt ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine umfassende Darstellung seines Werks erschien 2008 unter dem Titel &#039;&#039;&#039;Max Vogt – Bauen für die Bahn 1957–1989&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Buch wurde von Ruedi Weidmann und Karl Holenstein verfasst und bildet den ersten Band der Reihe &#039;&#039;Architektur- und Technikgeschichte der Eisenbahnen der Schweiz&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es dokumentiert Vogts Werk mit Fotografien, Plänen und historischen Unterlagen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;nextroom&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits 2006 erschien im gta Verlag der ETH Zürich die Publikation &#039;&#039;&#039;SBB-Bauten Max Vogt&#039;&#039;&#039; von Martin Stollenwerk.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zunehmende wissenschaftliche Beschäftigung mit Vogts Werk trug wesentlich dazu bei, die Bedeutung seiner Bauten für die Schweizer Nachkriegsmoderne stärker ins Bewusstsein zu rücken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Auswahl wichtiger Werke ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den wichtigen Bauten und Projekten Max Vogts gehören:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* 1960: Ablaufstellwerk Buchs SG&lt;br /&gt;
* 1960: Bauten beim [[Bahnhof Wil SG]]&lt;br /&gt;
* 1961–1962: Bauten beim [[Bahnhof Effretikon]]&lt;br /&gt;
* 1963–1966: Zentralstellwerk beim [[Zürich Hauptbahnhof]]&lt;br /&gt;
* 1963: Aufnahmegebäude [[Bahnhof Thalwil]]&lt;br /&gt;
* 1966–1968: [[Bahnhof Zürich Altstetten]]&lt;br /&gt;
* 1967: [[Bahnhof Erlenbach ZH]]&lt;br /&gt;
* 1967: [[Bahnhof Stäfa]]&lt;br /&gt;
* 1968: [[Bahnhof Herrliberg-Feldmeilen]]&lt;br /&gt;
* 1968–1972: verschiedene Bauten beim [[Bahnhof Schaffhausen]]&lt;br /&gt;
* 1969: Bahnhof Benken SG&lt;br /&gt;
* 1969: [[Bahnhof Stein-Säckingen]]&lt;br /&gt;
* 1969–1978: Hochbauten des [[Rangierbahnhof Limmattal|Rangierbahnhofs Limmattal]]&lt;br /&gt;
* 1970: [[Bahnhof Killwangen-Spreitenbach]]&lt;br /&gt;
* 1970–1971: Dienstgebäude beim [[Bahnhof Weinfelden]]&lt;br /&gt;
* 1972–1976: Schnellguthalle Zürich Altstetten&lt;br /&gt;
* 1974: Stellwerk Zürich Mülligen&lt;br /&gt;
* um 1980: Bauten beim [[Bahnhof Buchs SG]]&lt;br /&gt;
* 1984: Güterschuppen beim [[Bahnhof Uster]]&lt;br /&gt;
* 1985: [[Bahnhof Schwerzenbach]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;biografie&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;ag-killwangen&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Tod ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Max Vogt starb am &#039;&#039;&#039;12. Dezember 2019&#039;&#039;&#039; in Zürich, wenige Wochen vor seinem 95. Geburtstag.&amp;lt;ref name=&amp;quot;srf&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sein architektonisches Erbe ist auf zahlreichen Bahnhöfen und Betriebsarealen der Nordostschweiz bis heute sichtbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Abgrenzung zu Adolf Max Vogt ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Max Vogt darf nicht mit dem ebenfalls aus Zürich stammenden Kunst- und Architekturhistoriker &#039;&#039;&#039;[[Adolf Max Vogt]]&#039;&#039;&#039; (1920–2013) verwechselt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Adolf Max Vogt war Professor für Kunstgeschichte an der ETH Zürich und gehörte 1967 zu den Mitbegründern des Instituts für Geschichte und Theorie der Architektur (gta).&amp;lt;ref name=&amp;quot;amvogt&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://archiv.gta.arch.ethz.ch/de/bestaende/adolf-max-vogt |titel=Adolf Max Vogt (1920–2013) |werk=gta Archiv, ETH Zürich |abruf=2026-08-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die beiden Personen waren nicht identisch und hatten unterschiedliche berufliche Laufbahnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedeutung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Max Vogt gehört zu den wichtigsten Schweizer Architekten des Eisenbahnhochbaus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sein Werk dokumentiert eine Phase, in der die Schweizerischen Bundesbahnen ihre Infrastruktur grundlegend modernisierten und gleichzeitig noch über eigene Architekturabteilungen verfügten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vogt verband die technischen Anforderungen der Bahn mit einer unverwechselbaren Architektursprache. Seine Bauten zeigen, dass auch Stellwerke, Güterhallen, Dienstgebäude und kleinere Bahnhöfe mit hohem gestalterischem Anspruch entworfen werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders die grossen Sichtbetonbauten der 1960er- und 1970er-Jahre gehören heute zu den charakteristischen Zeugnissen der Schweizer Nachkriegsmoderne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ruedi Weidmann, Karl Holenstein: &#039;&#039;Max Vogt – Bauen für die Bahn 1957–1989&#039;&#039;. Band 1 der Reihe Architektur- und Technikgeschichte der Eisenbahnen der Schweiz. Scheidegger &amp;amp; Spiess, Zürich 2008, ISBN 978-3-85881-185-1.&lt;br /&gt;
* Martin Stollenwerk: &#039;&#039;SBB-Bauten Max Vogt&#039;&#039;. gta Verlag, Zürich 2006, ISBN 978-3-85676-204-9.&lt;br /&gt;
* Philipp Bridel, Max Vogt: &#039;&#039;Renovation Bahnhof Baden, Renovation ehemaliges Stationsgebäude Dietikon, Restauration Hauptbahnhof Zürich&#039;&#039;. SBB Kreisdirektion III, Zürich 1980.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Schweizerische Bundesbahnen]]&lt;br /&gt;
* [[Bahnhof Zürich Altstetten]]&lt;br /&gt;
* [[Zürich Hauptbahnhof]]&lt;br /&gt;
* [[Bahnhof Effretikon]]&lt;br /&gt;
* [[Bahnhof Killwangen-Spreitenbach]]&lt;br /&gt;
* [[Rangierbahnhof Limmattal]]&lt;br /&gt;
* [[Bahnhof Stäfa]]&lt;br /&gt;
* [[Bahnhof Thalwil]]&lt;br /&gt;
* [[Bahnhof Schaffhausen]]&lt;br /&gt;
* [[Sichtbeton]]&lt;br /&gt;
* [[Schweizer Nachkriegsmoderne]]&lt;br /&gt;
* [[Wakkerpreis]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://www.srf.ch/kultur/kunst/sbb-architekt-max-vogt-ist-tot-rohe-bauten-mit-eleganz-und-raffinesse Porträt von Max Vogt] bei [[Schweizer Radio und Fernsehen|SRF]]&lt;br /&gt;
* [https://sbb-immobilien.ch/story/revival-ikone-altstetten/ Bahnhof Zürich Altstetten und Max Vogt] bei SBB Immobilien&lt;br /&gt;
* [https://www.nextroom.at/publication.php?id=13676 Max Vogt – Bauen für die Bahn 1957–1989] bei nextroom&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Max Vogt (architect)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Architekt (Schweiz)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Architekt (Zürich)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schweizerische Bundesbahnen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Eisenbahnarchitektur]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schweizer]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1925]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 2019]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Nick Frei</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://helvetia.wiki/de/index.php?title=Aktiengesellschaft_(Schweiz)&amp;diff=2986</id>
		<title>Aktiengesellschaft (Schweiz)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://helvetia.wiki/de/index.php?title=Aktiengesellschaft_(Schweiz)&amp;diff=2986"/>
		<updated>2026-08-25T22:54:42Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Nick Frei: Weiterleitung nach Aktiengesellschaft erstellt&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;#WEITERLEITUNG [[Aktiengesellschaft]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Nick Frei</name></author>
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	<entry>
		<id>https://helvetia.wiki/de/index.php?title=Behindertengleichstellungsgesetz_(Schweiz)&amp;diff=2985</id>
		<title>Behindertengleichstellungsgesetz (Schweiz)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://helvetia.wiki/de/index.php?title=Behindertengleichstellungsgesetz_(Schweiz)&amp;diff=2985"/>
		<updated>2026-08-25T22:51:23Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Nick Frei: Weiterleitung nach Behindertengleichstellungsgesetz erstellt&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;#WEITERLEITUNG [[Behindertengleichstellungsgesetz]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Nick Frei</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://helvetia.wiki/de/index.php?title=Naturmuseum_Winterthur&amp;diff=2984</id>
		<title>Naturmuseum Winterthur</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://helvetia.wiki/de/index.php?title=Naturmuseum_Winterthur&amp;diff=2984"/>
		<updated>2026-08-25T22:47:30Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Nick Frei: Die Seite wurde neu angelegt: «{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;float:right; width:315px; margin:0 0 1em 1em;&amp;quot; ! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; | Naturmuseum Winterthur |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Ort&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | Winterthur |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Kanton&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | Zürich |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Adresse&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | Museumstrasse 52, 8400 Winterthur |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Art&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | Naturkundemuseum |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Sammlungsgebiete&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | Biologie, Erdwissenschaften, Völkerkunde |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Bestand&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | über 165&amp;#039;000 Objekte |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Direktion&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | Daniela Zingg |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;WEBSITE&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | [https://natur.winterthur.ch…»&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;float:right; width:315px; margin:0 0 1em 1em;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; | Naturmuseum Winterthur&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Ort&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Winterthur&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Kanton&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Zürich&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Adresse&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Museumstrasse 52, 8400 Winterthur&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Art&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Naturkundemuseum&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Sammlungsgebiete&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Biologie, Erdwissenschaften, Völkerkunde&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Bestand&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| über 165&#039;000 Objekte&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Direktion&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Daniela Zingg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;WEBSITE&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| [https://natur.winterthur.ch natur.winterthur.ch]&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Das &#039;&#039;&#039;Naturmuseum Winterthur&#039;&#039;&#039; ist ein naturkundliches Museum in [[Winterthur]] im [[Kanton Zürich]]. Es befindet sich an der Museumstrasse 52 in unmittelbarer Nähe der Altstadt und teilt sich das Gebäude mit dem [[Kunst Museum Winterthur]]. Das Museum verwaltet die naturwissenschaftlichen und völkerkundlichen Sammlungen der Stadt Winterthur und verfügt über mehr als 165&#039;000 Objekte aus den Bereichen Biologie, Erdwissenschaften und Völkerkunde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;sammlung&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://stadt.winterthur.ch/naturmuseum/sammlungen/ |titel=Sammlung |hrsg=Naturmuseum Winterthur |abruf=2026-08-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das heutige Museum geht auf die naturhistorische Sammlung der früheren Winterthurer Bürgerbibliothek zurück, deren Anfänge bis ins 17. Jahrhundert reichen. Neben einer Dauerausstellung zur Natur- und Landschaftsgeschichte zeigt das Naturmuseum regelmässig Wechselausstellungen. Mit &#039;&#039;&#039;Keralas Kindermuseum&#039;&#039;&#039; besitzt es zudem einen speziell für jüngere Kinder eingerichteten Museumsbereich.&amp;lt;ref name=&amp;quot;kerala&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://stadt.winterthur.ch/naturmuseum/kerala-kindermuseum |titel=Keralas Kindermuseum |hrsg=Naturmuseum Winterthur |abruf=2026-08-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lage ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Naturmuseum befindet sich am nördlichen Rand der Winterthurer Altstadt an der Museumstrasse 52.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vom [[Bahnhof Winterthur]] ist das Museum zu Fuss in ungefähr sieben Minuten erreichbar. Die nahe gelegene Bushaltestelle &#039;&#039;&#039;Stadthaus&#039;&#039;&#039; wird von mehreren Linien des [[Stadtbus Winterthur]] bedient.&amp;lt;ref name=&amp;quot;besuch&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://stadt.winterthur.ch/naturmuseum/besuch |titel=Besuch planen |hrsg=Naturmuseum Winterthur |abruf=2026-08-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gebäude liegt unmittelbar beim Stadtgarten und in der Nähe weiterer kultureller Einrichtungen der Stadt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bürgerbibliothek und frühe Sammlung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ursprünge des Naturmuseums reichen bis ins 17. Jahrhundert zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die damalige &#039;&#039;&#039;Bürgerbibliothek Winterthur&#039;&#039;&#039; sammelte neben Büchern und Handschriften auch Kunstgegenstände, Münzen, Kuriositäten und Naturalien. Bereits um 1660 bestand eine naturhistorische Sammlung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;geschichte&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://de.wikipedia.org/wiki/Naturmuseum_Winterthur |titel=Naturmuseum Winterthur |werk=Wikipedia |abruf=2026-08-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den ältesten erhaltenen Objekten gehört ein ungefähr drei Meter langes &#039;&#039;&#039;Nilkrokodil&#039;&#039;&#039;. Es wurde der Stadt Winterthur im Jahr &#039;&#039;&#039;1664&#039;&#039;&#039; vom St. Galler Arzt Bartholomäus Schobinger geschenkt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;krokodil&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://wnti.ch/a/winterthurer-krokodile |titel=Winterthurer Krokodile |werk=WNTI |datum=2026-02-06 |abruf=2026-08-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Präparat gilt als ältestes historisch dokumentiertes Objekt des heutigen Naturmuseums und wird weiterhin ausgestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sammlung befand sich zunächst im Rathaus an der Marktgasse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Auslagerung der naturhistorischen Sammlung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1842 wurden die Sammlungen aus dem Rathaus in das damalige Knabengymnasium verlegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der zunehmenden Professionalisierung des Bibliotheks- und Museumswesens wurden die naturhistorischen Bestände 1862 organisatorisch von der eigentlichen Bibliothek getrennt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;geschichte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts nahm der Bestand stark zu. Winterthurer Kaufleute und Reisende brachten zahlreiche Objekte aus Afrika, Asien und Amerika in die Stadt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben naturwissenschaftlichen Objekten gelangten dadurch auch umfangreiche ethnografische Bestände in die Sammlung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den wichtigen frühen Beständen gehörte die Privatsammlung von Johann Heinrich Ziegler und seinem Sohn Jakob Ziegler.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Robert Keller ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1886 erhielt die naturhistorische Sammlung mit dem Botaniker und Lehrer &#039;&#039;&#039;Robert Keller&#039;&#039;&#039; erstmals einen eigenen Konservator.&amp;lt;ref name=&amp;quot;geschichte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Keller war ein bedeutender Winterthurer Botaniker und beschäftigte sich insbesondere mit der Pflanzenwelt der Region.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er brachte ein umfangreiches Lokalherbar in die Sammlung ein und trug wesentlich zur wissenschaftlichen Systematisierung der Bestände bei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Museumsgebäude ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1916 zog die naturhistorische Sammlung in das heutige Museumsgebäude an der Museumstrasse ein.&amp;lt;ref name=&amp;quot;geschichte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bau wurde gemeinsam mit den Kunstsammlungen genutzt. Die ursprüngliche Präsentation des Naturmuseums entsprach dem damals verbreiteten Konzept naturhistorischer Museen: Tierpräparate, Mineralien, Fossilien und weitere Objekte wurden in grossen systematischen Schauvitrinen gezeigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 1914 wurde die Sammlung zusätzlich durch die Museumskommission der &#039;&#039;&#039;Naturwissenschaftlichen Gesellschaft Winterthur&#039;&#039;&#039; unterstützt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Zusammenarbeit trug insbesondere zum Ausbau der wissenschaftlichen Sammlungen bei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Modernisierung im 20. Jahrhundert ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den 1970er-Jahren begann eine grundlegende Modernisierung des Museumskonzepts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter der damaligen Leitung von Kurt Madlinger wurden neben der traditionellen Sammlungsschau verstärkt Sonder- und Wechselausstellungen eingerichtet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;geschichte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit wandelte sich das Naturmuseum zunehmend von einer überwiegend systematisch aufgebauten Schausammlung zu einem thematisch orientierten Museum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1996 wurde mit &#039;&#039;&#039;Kerala&#039;&#039;&#039; erstmals ein eigener Museumsbereich speziell für Kinder und Familien geschaffen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;geschichte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Umbau 2001 bis 2005 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwischen 2001 und 2005 wurde das Naturmuseum unter Konservator Hans-Konrad Schmutz umfassend umgestaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die bisher dominierenden grossen Reihen von Tierpräparaten wurden reduziert und zahlreiche Objekte ins Depot überführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anstelle einer möglichst vollständigen Präsentation der Sammlung entstand eine thematische Dauerausstellung. Dadurch wurde gleichzeitig mehr Raum für Wechselausstellungen und Veranstaltungen geschaffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die neue Dauerausstellung wurde &#039;&#039;&#039;2005&#039;&#039;&#039; eröffnet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dauerausstellung&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://stadt.winterthur.ch/naturmuseum/ausstellungen/dauerausstellung |titel=Dauerausstellung |hrsg=Naturmuseum Winterthur |abruf=2026-08-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Prix Expo ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die neue Dauerausstellung erhielt das Naturmuseum Winterthur 2006 den &#039;&#039;&#039;Prix Expo&#039;&#039;&#039; der [[Akademie der Naturwissenschaften Schweiz]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;prixexpo&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://scnat.ch/de/awards/prix_expo/recipients |titel=Preisträger:innen Prix Expo |hrsg=Akademie der Naturwissenschaften Schweiz |abruf=2026-08-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Preis würdigte den innovativen Umgang mit naturwissenschaftlichen Themen und die neue Art der Präsentation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2007 wurde das Naturmuseum zudem für den &#039;&#039;&#039;European Museum of the Year Award&#039;&#039;&#039; nominiert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dauerausstellung&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sammlung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Naturmuseum beherbergt die biologischen, erdwissenschaftlichen und völkerkundlichen Sammlungen der Stadt Winterthur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gesamtbestand umfasst heute mehr als &#039;&#039;&#039;165&#039;000 Objekte&#039;&#039;&#039;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;sammlung&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die meisten davon befinden sich nicht in der Ausstellung, sondern in den Museumsdepots. Sie dienen der Forschung, Dokumentation, Vermittlung sowie als Grundlage zukünftiger Ausstellungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sammlung ist in drei Hauptbereiche gegliedert:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Biologie;&lt;br /&gt;
* Erdwissenschaften;&lt;br /&gt;
* Völkerkunde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Teile der Bestände werden im Rahmen nationaler Projekte digitalisiert und über die Datenbank &#039;&#039;&#039;Swiss Natural History Collections&#039;&#039;&#039; zugänglich gemacht.&amp;lt;ref name=&amp;quot;sammlung&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Biologische Sammlung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die biologische Sammlung umfasst zoologische und botanische Objekte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu gehören unter anderem:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Säugetierpräparate;&lt;br /&gt;
* Vögel;&lt;br /&gt;
* Insekten;&lt;br /&gt;
* weitere wirbellose Tiere;&lt;br /&gt;
* Skelette;&lt;br /&gt;
* Eier;&lt;br /&gt;
* Pflanzenbelege;&lt;br /&gt;
* historische Herbarien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von besonderer Bedeutung sind Objekte aus Winterthur und der umliegenden Region.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch dokumentiert die Sammlung Veränderungen der lokalen Tier- und Pflanzenwelt über längere Zeiträume.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Erdwissenschaftliche Sammlung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der erdwissenschaftliche Bereich umfasst unter anderem:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Mineralien;&lt;br /&gt;
* Gesteine;&lt;br /&gt;
* Fossilien;&lt;br /&gt;
* geologische Proben;&lt;br /&gt;
* Reliefs und Modelle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine besondere Rolle spielen Fossilien aus der Umgebung von Winterthur und aus der schweizerischen Molasse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sammlung enthält zudem Fossilien aus dem Jura, darunter Überreste von Meerestieren aus dem Posidonienschiefer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gesteine und Mineralien werden nicht nur nach wissenschaftlichen Gesichtspunkten präsentiert, sondern auch mit ihrer Nutzung durch den Menschen verbunden. In der Dauerausstellung werden beispielsweise Gesteine gezeigt, die als Baumaterial in der Winterthurer Altstadt verwendet wurden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dauerausstellung&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Völkerkundliche Sammlung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Historisch bedingt besitzt das Naturmuseum auch eine völkerkundliche Sammlung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viele Objekte gelangten im 19. Jahrhundert durch Winterthurer Kaufleute und Reisende nach Winterthur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bestände umfassen Gegenstände aus verschiedenen Regionen Afrikas, Asiens und Amerikas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Dauerausstellung werden ausgewählte Objekte im Zusammenhang mit dem sogenannten &#039;&#039;&#039;Schiff Ida Ziegler&#039;&#039;&#039; gezeigt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dauerausstellung&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei werden sie als Reise- und Sammlungsobjekte präsentiert und zugleich in ihren historischen Sammlungskontext eingeordnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Dauerausstellung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die 2005 eröffnete Dauerausstellung beschäftigt sich mit Natur, Landschaft und Erdgeschichte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dauerausstellung&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein zentraler Schwerpunkt liegt auf den Lebensräumen der Umgebung von Winterthur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dargestellt werden unter anderem:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Stadt;&lt;br /&gt;
* Garten;&lt;br /&gt;
* Haus;&lt;br /&gt;
* Wald;&lt;br /&gt;
* Weiher und Fliessgewässer;&lt;br /&gt;
* Kulturlandschaft;&lt;br /&gt;
* Alpen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tierpräparate werden dabei nicht isoliert nach zoologischer Systematik geordnet, sondern in ökologische und kulturgeschichtliche Zusammenhänge eingebettet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Lebensraum Stadt erscheinen beispielsweise typische Kulturfolger wie Fuchs, Steinmarder und Stadttaube.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Wald werden unter anderem Reh, Dachs und Wildschwein gezeigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Landschaftsentwicklung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiterer Schwerpunkt der Dauerausstellung ist die Veränderung der Landschaft durch den Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Eisenbahnwagen dient dabei als Übergang in einen Ausstellungsteil über die Entwicklung der Kulturlandschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Eisenbahn steht beispielhaft für technische Eingriffe, welche die Landschaft im 19. und 20. Jahrhundert stark veränderten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An verschiedenen Tierarten wird gezeigt, wie menschliche Eingriffe bestimmte Arten zurückdrängen, andere dagegen begünstigen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Geschichte von Wolf, Bär und Bartgeier sowie die Entwicklung der Haustiere werden thematisiert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dauerausstellung&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Erdgeschichte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Untergeschoss führt die Dauerausstellung durch verschiedene Abschnitte der Erdgeschichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Behandelt werden unter anderem:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Eiszeitalter;&lt;br /&gt;
* Süsswassermolasse;&lt;br /&gt;
* Meeresmolasse;&lt;br /&gt;
* Jura;&lt;br /&gt;
* Entstehung von Gesteinen;&lt;br /&gt;
* Fossilien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Winterthurer Fossilien aus der Molasse vermitteln einen Eindruck davon, wie sich Landschaft, Klima und Tierwelt der Region im Lauf von Millionen Jahren verändert haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Mineralien und Reliefs ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiterer Teil der Ausstellung widmet sich Mineralien und Gesteinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daneben besitzt das Museum verschiedene Reliefs der Schweizer Alpen und des Jura.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Modelle verbinden Geologie und Landschaftskunde und ermöglichen eine dreidimensionale Betrachtung der Gebirgsformen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch typische alpine Tiere wie Steinbock und Schneehuhn werden in diesem Bereich gezeigt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dauerausstellung&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Keralas Kindermuseum ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Keralas Kindermuseum&#039;&#039;&#039; ist ein speziell auf Kinder von ungefähr drei bis neun Jahren ausgerichteter Bereich des Naturmuseums.&amp;lt;ref name=&amp;quot;kerala&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kinder sollen dort Natur spielerisch und mit möglichst vielen eigenen Aktivitäten entdecken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den Angeboten gehören:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* ein begehbarer Dachsbau;&lt;br /&gt;
* Grossbücher über verschiedene Lebensräume;&lt;br /&gt;
* Tierpräparate;&lt;br /&gt;
* Themenkisten;&lt;br /&gt;
* Bastelangebote;&lt;br /&gt;
* Geschichten;&lt;br /&gt;
* ein Schubladenmuseum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Schubladenmuseum können Kinder selbst gesammelte Naturgegenstände ausstellen und beschriften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit vermittelt der Bereich zugleich grundlegende Prinzipien der Museumsarbeit wie Sammeln, Ordnen, Beschreiben und Präsentieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Naturfundbüro ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &#039;&#039;&#039;Naturfundbüro&#039;&#039;&#039; ermöglicht Besucherinnen und Besuchern, selbst gefundene Naturgegenstände bestimmen zu lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu können beispielsweise Steine, Federn, Knochen, Früchte oder andere Naturfunde gehören.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fachpersonen des Museums helfen bei der Bestimmung und erklären den naturwissenschaftlichen Zusammenhang.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Angebot verbindet die Museumssammlung mit eigenen Beobachtungen der Besucher in der Natur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wechselausstellungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben der Dauerausstellung zeigt das Naturmuseum regelmässig thematische Wechselausstellungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese befassen sich häufig mit einzelnen Tierarten, Lebensräumen oder aktuellen ökologischen Fragestellungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den Themen der vergangenen Jahre gehörten beispielsweise:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Eiszeit;&lt;br /&gt;
* Strassentauben;&lt;br /&gt;
* Katzen;&lt;br /&gt;
* Kieselsteine;&lt;br /&gt;
* Zauneidechsen;&lt;br /&gt;
* Mauswiesel und Hermelin;&lt;br /&gt;
* Eichhörnchen;&lt;br /&gt;
* Tierspuren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vom 22. März bis 18. Oktober 2026 zeigt das Museum die Ausstellung &#039;&#039;&#039;«Krabbler – unheimlich faszinierend»&#039;&#039;&#039; über Gliederfüsser wie Insekten, Spinnen, Asseln und Tausendfüsser.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ausstellungen&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://stadt.winterthur.ch/naturmuseum/ausstellungen |titel=Ausstellungen |hrsg=Naturmuseum Winterthur |abruf=2026-08-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Veranstaltungen und Vermittlung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Naturmuseum versteht sich neben seiner Sammlungs- und Ausstellungsfunktion auch als Bildungs- und Veranstaltungsort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Programm gehören regelmässig:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* öffentliche Führungen;&lt;br /&gt;
* Familienführungen;&lt;br /&gt;
* Workshops;&lt;br /&gt;
* Vorträge;&lt;br /&gt;
* Museumskonzerte;&lt;br /&gt;
* Exkursionen;&lt;br /&gt;
* Ferienangebote;&lt;br /&gt;
* Veranstaltungen für Schulklassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusätzlich werden Führungen durch die Dauer- und Wechselausstellungen sowie geologische Stadtrundgänge durch Winterthur angeboten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;besuch&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Museum beteiligt sich ausserdem an Citizen-Science-Projekten, bei denen die Bevölkerung Beobachtungen und Daten zur lokalen Tierwelt beitragen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Digitalisierung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein langfristiger Schwerpunkt der Museumsarbeit ist die Digitalisierung der Sammlung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Objekte werden fotografiert, wissenschaftlich erfasst und mit zusätzlichen Informationen in Datenbanken eingetragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Naturmuseum beteiligt sich dabei an nationalen Initiativen wie &#039;&#039;&#039;SwissCollNet&#039;&#039;&#039; und &#039;&#039;&#039;SwissNatColl&#039;&#039;&#039;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;sammlung&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung soll die Bestände sowohl für Fachpersonen als auch für ein breiteres Publikum leichter zugänglich machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Öffnungszeiten und Eintritt ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Museum ist grundsätzlich von Dienstag bis Sonntag geöffnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die regulären Öffnungszeiten sind:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Tag&lt;br /&gt;
! Öffnungszeit&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Montag&lt;br /&gt;
| geschlossen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Dienstag&lt;br /&gt;
| 10.00–20.00 Uhr&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Mittwoch–Sonntag&lt;br /&gt;
| 10.00–17.00 Uhr&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für Personen unter 16 Jahren sowie für Schweizer Schulklassen in Begleitung einer Lehrperson ist der Eintritt kostenlos.&amp;lt;ref name=&amp;quot;besuch&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gebäude ist rollstuhlgängig. Der entsprechende Zugang befindet sich im Innenhof.&amp;lt;ref name=&amp;quot;besuch&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedeutung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Naturmuseum Winterthur gehört zu den traditionsreichsten naturkundlichen Sammlungen der Schweiz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seine besondere Bedeutung liegt in der Verbindung sehr alter historischer Sammlungsbestände mit einem modernen Ausstellungskonzept.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sammlung dokumentiert sowohl die Natur- und Erdgeschichte der Region Winterthur als auch die Entwicklung naturkundlicher und ethnografischer Sammlungstätigkeit seit dem 17. Jahrhundert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Neugestaltung von 2005 verlagerte sich der Schwerpunkt von einer reinen Präsentation möglichst vieler Sammlungsobjekte hin zu Themen wie Lebensräume, Landschaftsentwicklung, Umweltveränderungen und dem Verhältnis zwischen Mensch und Natur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kindermuseum, die Wechselausstellungen und die zahlreichen Vermittlungsangebote machen das Naturmuseum zugleich zu einem wichtigen Bildungs- und Familienmuseum der Stadt Winterthur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Winterthur]]&lt;br /&gt;
* [[Kunst Museum Winterthur]]&lt;br /&gt;
* [[Technorama]]&lt;br /&gt;
* [[Museum Lindengut]]&lt;br /&gt;
* [[Naturwissenschaftliche Gesellschaft Winterthur]]&lt;br /&gt;
* [[Stadtbibliothek Winterthur]]&lt;br /&gt;
* [[Museum im Kanton Zürich]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://stadt.winterthur.ch/naturmuseum Offizielle Website des Naturmuseums Winterthur]&lt;br /&gt;
* [https://stadt.winterthur.ch/naturmuseum/sammlungen Sammlungen des Naturmuseums]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Naturmuseum Winterthur}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Museum in Winterthur]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Naturkundemuseum in der Schweiz]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geologisches Museum]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Völkerkundemuseum in der Schweiz]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kultur (Winterthur)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bildung in Winterthur]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Nick Frei</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://helvetia.wiki/de/index.php?title=H%C3%BCnenberg_ZG&amp;diff=2983</id>
		<title>Hünenberg ZG</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://helvetia.wiki/de/index.php?title=H%C3%BCnenberg_ZG&amp;diff=2983"/>
		<updated>2026-08-25T22:46:35Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Nick Frei: Die Seite wurde neu angelegt: «{{Infobox Gemeinde | NAME = Hünenberg | KANTON = Zug | BEZIRK = | BFS = 1703 | PLZ = 6331, 6333 | KOORDINATEN = {{Coordinate|NS=47.17639|EW=8.42639}} | HÖHE = 451 | FLÄCHE = 18.41 | EINWOHNER = 8&amp;#039;990 | STAND = 31. Dezember 2024 | WEBSITE = huenenberg.ch }} &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Hünenberg&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist eine Einwohnergemeinde im Kanton Zug. Sie liegt im westlichen Teil des Kantons zwischen dem Zugersee und der Reuss und grenzt an die Kantone Aargau un…»&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Gemeinde&lt;br /&gt;
| NAME = Hünenberg&lt;br /&gt;
| KANTON = Zug&lt;br /&gt;
| BEZIRK =&lt;br /&gt;
| BFS = 1703&lt;br /&gt;
| PLZ = 6331, 6333&lt;br /&gt;
| KOORDINATEN = {{Coordinate|NS=47.17639|EW=8.42639}}&lt;br /&gt;
| HÖHE = 451&lt;br /&gt;
| FLÄCHE = 18.41&lt;br /&gt;
| EINWOHNER = 8&#039;990&lt;br /&gt;
| STAND = 31. Dezember 2024&lt;br /&gt;
| WEBSITE = huenenberg.ch&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Hünenberg&#039;&#039;&#039; ist eine Einwohnergemeinde im [[Kanton Zug]]. Sie liegt im westlichen Teil des Kantons zwischen dem [[Zugersee]] und der [[Reuss]] und grenzt an die Kantone [[Kanton Aargau|Aargau]] und [[Kanton Zürich|Zürich]]. Ende 2024 betrug die ständige Wohnbevölkerung 8&#039;990 Personen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;fakten&amp;quot;&amp;gt;Gemeinde Hünenberg: [https://www.zg.ch/behoerden/gemeinden/hunenberg/de/gemeinde/portraet/fakten-und-zahlen Zahlen und Fakten], abgerufen am 26. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die früher stark landwirtschaftlich geprägte Gemeinde entwickelte sich in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu einer beliebten Wohn- und Arbeitsplatzgemeinde innerhalb des Wirtschaftsraums Zug. Neben dem historischen Dorfkern gehören insbesondere &#039;&#039;&#039;Hünenberg See&#039;&#039;&#039; am Zugersee und das grosse Gewerbegebiet &#039;&#039;&#039;Bösch/Rothus&#039;&#039;&#039; zu den prägenden Teilen der Gemeinde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;portrait&amp;quot;&amp;gt;Gemeinde Hünenberg: [https://www.zg.ch/behoerden/gemeinden/hunenberg/de/gemeinde/portraet Porträt], abgerufen am 26. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit der Eröffnung der [[Stadtbahn Zug]] im Jahr 2004 verfügt Hünenberg mit den Haltestellen &#039;&#039;&#039;Hünenberg Zythus&#039;&#039;&#039; und &#039;&#039;&#039;Hünenberg Chämleten&#039;&#039;&#039; über einen direkten Bahnanschluss.&amp;lt;ref name=&amp;quot;verkehr&amp;quot;&amp;gt;Gemeinde Hünenberg: [https://www.zg.ch/behoerden/gemeinden/hunenberg/de/gemeinde/portraet/verkehr Verkehr], abgerufen am 26. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geographie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hünenberg liegt in der voralpinen Landschaft westlich des Zugersees. Das Gemeindegebiet erstreckt sich vom Seeufer im Osten bis zur Reuss im Westen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Fläche ohne Seen beträgt 1&#039;841 Hektaren beziehungsweise 18,41 km². Die mittlere Höhenlage des Dorfzentrums liegt bei rund 451 m ü. M.&amp;lt;ref name=&amp;quot;kantongemeinden&amp;quot;&amp;gt;Kanton Zug: [https://www.zg.ch/behoerden/gemeinden/ Gemeinden], abgerufen am 26. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gemeinde gehört zusammen mit [[Zug]], [[Baar ZG|Baar]], [[Cham ZG|Cham]], [[Risch ZG|Risch]], [[Steinhausen ZG|Steinhausen]] und [[Walchwil]] zur Talregion des Kantons Zug.&amp;lt;ref name=&amp;quot;kantongemeinden&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nachbargemeinden ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hünenberg grenzt innerhalb des Kantons Zug an:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Cham ZG|Cham]] im Osten;&lt;br /&gt;
* [[Risch ZG|Risch]] im Süden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Westen bildet die Reuss über weite Strecken die Grenze zum Kanton Aargau. Dort liegen unter anderem die Gemeinden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Sins AG|Sins]];&lt;br /&gt;
* [[Oberrüti]];&lt;br /&gt;
* [[Dietwil]];&lt;br /&gt;
* [[Mühlau AG|Mühlau]];&lt;br /&gt;
* [[Merenschwand]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Norden grenzt Hünenberg an Gemeinden des Zürcher [[Knonauer Amt]]s, insbesondere:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Maschwanden]];&lt;br /&gt;
* [[Obfelden]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Lage an der Grenze dreier Kantone verleiht Hünenberg eine besondere geografische Stellung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Landschaft ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Landschaftsbild ist trotz der starken baulichen Entwicklung weiterhin von Landwirtschaftsflächen, Wäldern, Bachläufen und der Flusslandschaft der Reuss geprägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwischen Dorf und Zugersee wechseln sich Wohnquartiere, Felder und kleinere Waldgebiete ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den wichtigen Landschaftsräumen gehören:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* das Reussufer;&lt;br /&gt;
* die Ebene entlang der Reuss;&lt;br /&gt;
* der Chnodenwald;&lt;br /&gt;
* das Gebiet Dersbach am Zugersee;&lt;br /&gt;
* landwirtschaftliche Flächen um Stadelmatt und Drälikon;&lt;br /&gt;
* das Gebiet Bösch südlich des Dorfes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gemeinde besitzt sowohl Zugang zum Zugersee als auch zur Reuss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hünenberg Dorf ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der historische Dorfkern befindet sich im zentralen Teil der Gemeinde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier liegen unter anderem:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* die Gemeindeverwaltung;&lt;br /&gt;
* der Dorfplatz;&lt;br /&gt;
* die katholische Kirche Heilig Geist;&lt;br /&gt;
* die Weinrebenkapelle;&lt;br /&gt;
* Schulen;&lt;br /&gt;
* Bibliothek und weitere öffentliche Einrichtungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Zentrum wurde im Verlauf des starken Bevölkerungswachstums mehrfach erweitert und aufgewertet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz moderner Wohnüberbauungen sind im Umfeld des Dorfes weiterhin ältere Bauernhäuser und historische Gebäude erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hünenberg See ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Hünenberg See&#039;&#039;&#039; bezeichnet den östlichen Gemeindeteil am Zugersee. Er besitzt die Postleitzahl 6333.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gebiet entwickelte sich vor allem seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts stark und weist heute zahlreiche Wohnquartiere auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Lage unmittelbar am See und die gute Verbindung nach Zug, Cham und Rotkreuz gehört Hünenberg See zu den attraktiven Wohnlagen der Gemeinde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 2004 wird das Gebiet durch die beiden Stadtbahn-Haltestellen Hünenberg Zythus und Hünenberg Chämleten erschlossen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;verkehr&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Freiraum am See ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit Mai 2024 steht der Bevölkerung an der Dersbachstrasse 7 der &#039;&#039;&#039;Freiraum am See&#039;&#039;&#039; zur Verfügung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Grundstück bietet einen naturbelassenen öffentlichen Zugang zum Zugersee. Es kann zum Aufenthalt, Spielen und Baden auf eigene Verantwortung genutzt werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;freiraum&amp;quot;&amp;gt;Gemeinde Hünenberg: [https://www.zg.ch/behoerden/gemeinden/hunenberg/de/gemeinde/freizeit-und-kultur/freiraum-am-see-seegrundstueck Freiraum am See – Seegrundstück], abgerufen am 26. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gemeinde eröffnete das Gelände mit dem Ziel, den öffentlichen Zugang zum See zu verbessern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Reuss ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Reuss}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Reuss]] bildet einen grossen Teil der westlichen Gemeindegrenze.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Fluss prägte die Geschichte Hünenbergs sowohl wirtschaftlich als auch landschaftlich. Wiederholt kam es in der Vergangenheit zu schweren Überschwemmungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders 1910 und 1912 trat die Reuss über die Ufer und überflutete grosse Gebiete. Ab 1915 wurden umfangreiche Arbeiten zur Verstärkung und Sicherung der Reussdämme durchgeführt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;geschichte20&amp;quot;&amp;gt;Gemeinde Hünenberg: [https://www.zg.ch/behoerden/gemeinden/hunenberg/de/gemeinde/portraet/geschichte/20-jahrhundert 20. Jahrhundert], abgerufen am 26. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute ist das Reussufer ein bedeutendes Naherholungsgebiet mit Spazier- und Velowegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Frühgeschichte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die frühesten Spuren menschlicher Besiedlung auf dem Gebiet von Hünenberg stammen aus der Jungsteinzeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei archäologischen Untersuchungen im Bereich des Strandbads wurden zwei jungsteinzeitliche Seeufersiedlungen aus dem 32. bis 30. Jahrhundert v. Chr. nachgewiesen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;geschichte&amp;quot;&amp;gt;Gemeinde Hünenberg: [https://www.zg.ch/behoerden/gemeinden/hunenberg/de/gemeinde/portraet/geschichte Geschichte], abgerufen am 26. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch aus der Eisenzeit und der römischen Epoche sind Spuren erhalten. Funde wurden unter anderem im Gebiet Eichmatt sowie bei der späteren Burgruine festgestellt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;geschichte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1887 entdeckte man beim Hof Marlachen ein alemannisches Gräberfeld aus dem 7. Jahrhundert. Zu den Funden gehörten Glasperlen, Äxte und Lanzenspitzen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;geschichte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Name ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ursprung des Namens &#039;&#039;&#039;Hünenberg&#039;&#039;&#039; lässt sich nicht abschliessend klären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Angaben der Gemeinde handelt es sich um eine typische hochmittelalterliche Burgnamensbildung. Der Name wurde zunächst für die Burg verwendet und später auf die Umgebung und die heutige Gemeinde übertragen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;wappen&amp;quot;&amp;gt;Gemeinde Hünenberg: [https://www.zg.ch/behoerden/gemeinden/hunenberg/de/gemeinde/portraet/huenenberger-wappen Hünenberger Wappen], abgerufen am 26. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die mittelalterliche Form &#039;&#039;&#039;Hunberg&#039;&#039;&#039; ist für das 12. Jahrhundert belegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Herren von Hünenberg ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1173 erscheint mit &#039;&#039;&#039;Walter von Hunberg&#039;&#039;&#039; erstmals ein Angehöriger des Adelsgeschlechts der Herren von Hünenberg in einer Urkunde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;geschichtealt&amp;quot;&amp;gt;Gemeinde Hünenberg: [https://www.zg.ch/behoerden/gemeinden/hunenberg/de/gemeinde/portraet/geschichte/12-19-jahrhundert 12. bis 19. Jahrhundert], abgerufen am 26. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 13. und in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts entwickelten sich die Herren von Hünenberg zum bedeutendsten Ministerialadelsgeschlecht im Gebiet des heutigen Kantons Zug.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie verfügten über Güter und Lehen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* im Zugerland;&lt;br /&gt;
* im heutigen Kanton Luzern;&lt;br /&gt;
* im Aargau;&lt;br /&gt;
* am Zürichsee.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihre Stammburg stand südwestlich des heutigen Dorfzentrums.&amp;lt;ref name=&amp;quot;geschichtealt&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem politischen und gesellschaftlichen Niedergang des Ritterstandes verloren die Herren von Hünenberg zunehmend an Bedeutung. Mehrere Angehörige des Geschlechts zogen später nach Zug, Zürich, Luzern, Bremgarten, Rapperswil und Schaffhausen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hünenberger Pfeil ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Geschlecht der Hünenberger ist eine bekannte Sage aus der Zeit der [[Schlacht am Morgarten]] verbunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Überlieferung zufolge soll Heinrich von Hünenberg im Jahr 1315 einen Pfeil über die Letzimauer bei Arth geschossen haben. An dem Pfeil soll eine Warnung an die Schwyzer vor dem bevorstehenden habsburgischen Angriff befestigt gewesen sein.&amp;lt;ref name=&amp;quot;geschichtealt&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Geschichte gehört zum traditionellen Erzählgut der Region, ist historisch jedoch nicht eindeutig belegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Burgruine Hünenberg ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Burg Hünenberg}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &#039;&#039;&#039;Burgruine Hünenberg&#039;&#039;&#039; liegt auf einem bewaldeten Hügel südwestlich des Dorfes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie war der Stammsitz der Herren von Hünenberg und zählt zu den wichtigsten mittelalterlichen Kulturdenkmälern der Gemeinde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anlage entstand auf älteren Vorgängerbauten. Heute sind insbesondere Mauerreste und Teile der früheren Burganlage sichtbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Burghügel ist öffentlich zugänglich und liegt am Hünenberger Themenweg.&amp;lt;ref name=&amp;quot;sehenswuerdigkeiten&amp;quot;&amp;gt;Gemeinde Hünenberg: [https://www.zg.ch/behoerden/gemeinden/hunenberg/de/gemeinde/portraet/sehenswurdigkeiten Sehenswürdigkeiten], abgerufen am 26. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verhältnis zur Stadt Zug ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Beginn des 15. Jahrhunderts veränderten sich die politischen Verhältnisse grundlegend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1414 kauften mehrere Angehörige der Familie Bütler Land und Rechte in Hünenberg. 1415 erwarben die Genossen weitere Herrschaftsrechte, darunter Twing, Bann und Gerichte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;buergergeschichte&amp;quot;&amp;gt;Bürgergemeinde Hünenberg: [https://www.zg.ch/behoerden/gemeinden/hunenberg/de/buergergemeinde/buergergemeinde/die-geschichte-der-buergergemeinde-huenenberg-1 Geschichte der Bürgergemeinde Hünenberg], abgerufen am 26. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 21. Januar 1416 schlossen die Hünenberger mit der Stadt Zug einen Burgrechtsvertrag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Genossen anerkannten die Zuger als ihre Herren, behielten aber verschiedene eigene Rechte und Freiheiten. Sie konnten unter anderem einen Zuger Bürger als Obervogt wählen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;geschichtealt&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hünenberg besass dadurch innerhalb der Zuger Vogteien eine vergleichsweise bevorzugte Stellung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Selbständige Gemeinde ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1798 löste die Stadt Zug im Zuge der [[Helvetische Republik|Helvetischen Revolution]] ihre Untertanenverhältnisse auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der helvetischen Ordnung sollte Hünenberg zunächst gemeinsam mit Cham eine Munizipalität bilden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Hünenberger widersetzten sich diesem Plan und verlangten eine eigene politische Gemeinde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am &#039;&#039;&#039;1. April 1799&#039;&#039;&#039; stimmte eine grosse Mehrheit für die Trennung von Cham. Franz Basil Gretener wurde erster Gemeindepräsident der selbständigen Gemeinde Hünenberg.&amp;lt;ref name=&amp;quot;buergergeschichte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu dieser Zeit lebten rund 894 Personen in Hünenberg.&amp;lt;ref name=&amp;quot;buergergeschichte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1874 entstand im Rahmen der Neuorganisation des Zuger Gemeindewesens die heutige Einwohnergemeinde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;geschichtealt&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Entwicklung im 20. Jahrhundert ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts war Hünenberg überwiegend landwirtschaftlich geprägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verbesserung der Infrastruktur veränderte das Leben schrittweise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1912 wurde die Elektrizitäts-Genossenschaft gegründet; im November desselben Jahres leuchteten in Hünenberg erstmals elektrische Glühlampen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;geschichte20&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1922 wurde auf dem Chnoden ein Wasserreservoir eingeweiht. Dadurch konnten die Häuser der Gemeinde zunehmend mit fliessendem Wasser versorgt werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;geschichte20&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts setzte ein starkes Bevölkerungs- und Siedlungswachstum ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neue Wohnquartiere entstanden sowohl rund um das Dorf als auch in Richtung Zugersee.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bevölkerung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hünenberg gehört heute zu den mittelgrossen Gemeinden des Kantons Zug.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ständige Wohnbevölkerung betrug Ende 2024 &#039;&#039;&#039;8&#039;990 Personen&#039;&#039;&#039;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;fakten&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Verlauf des 20. Jahrhunderts nahm die Bevölkerung insbesondere nach dem Zweiten Weltkrieg stark zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Entwicklung hängt unter anderem zusammen mit:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* der Nähe zu Zug;&lt;br /&gt;
* der guten Verkehrsanbindung;&lt;br /&gt;
* der wirtschaftlichen Entwicklung des Kantons Zug;&lt;br /&gt;
* dem Ausbau von Hünenberg See;&lt;br /&gt;
* der Schaffung neuer Arbeitsplätze im Gewerbegebiet Bösch/Rothus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gemeinde bezeichnet sich heute als bevorzugtes Wohngebiet innerhalb des Wirtschaftsraums Zug.&amp;lt;ref name=&amp;quot;portrait&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirtschaft ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hünenberg ist neben seiner Funktion als Wohnort auch eine bedeutende Arbeitsplatzgemeinde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Angaben der Gemeinde bestehen &#039;&#039;&#039;1&#039;238 Unternehmen mit insgesamt 7&#039;319 Arbeitsplätzen&#039;&#039;&#039;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;wirtschaftzahlen&amp;quot;&amp;gt;Gemeinde Hünenberg: [https://www.zg.ch/behoerden/gemeinden/hunenberg/de/wirtschaft/fakten-und-zahlen Zahlen und Fakten – Wirtschaft], abgerufen am 26. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeitsplätze verteilen sich auf:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Wirtschaftssektor&lt;br /&gt;
! Arbeitsplätze&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Primärer Sektor&lt;br /&gt;
| 270&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sekundärer Sektor&lt;br /&gt;
| 1&#039;285&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Tertiärer Sektor&lt;br /&gt;
| 5&#039;764&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Gesamt&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;7&#039;319&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;wirtschaftzahlen&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit dominiert der Dienstleistungssektor deutlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bösch/Rothus ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das wichtigste Industrie- und Gewerbegebiet der Gemeinde ist &#039;&#039;&#039;Bösch/Rothus&#039;&#039;&#039; im südlichen Teil Hünenbergs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dort haben sich zahlreiche Unternehmen unterschiedlicher Grösse angesiedelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bandbreite reicht von kleinen Gewerbebetrieben bis zu international tätigen Unternehmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;wirtschaftzahlen&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein wesentlicher Standortvorteil ist die Nähe zum Autobahnanschluss Rotkreuz. Dieser liegt ungefähr einen Kilometer vom Gewerbegebiet entfernt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;verkehr&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hünenberg arbeitet in der Wirtschaftsförderung gemeinsam mit Cham und Risch im Verein &#039;&#039;&#039;Wirtschaftsregion ZUGWEST&#039;&#039;&#039; zusammen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;wirtschaft&amp;quot;&amp;gt;Gemeinde Hünenberg: [https://www.zg.ch/behoerden/gemeinden/hunenberg/de/wirtschaft Wirtschaft], abgerufen am 26. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Landwirtschaft ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz des Bevölkerungswachstums besitzt die Landwirtschaft weiterhin eine sichtbare Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor allem im westlichen und nördlichen Gemeindegebiet bestehen grössere Landwirtschaftsflächen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Traditionell waren:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Milchwirtschaft;&lt;br /&gt;
* Viehzucht;&lt;br /&gt;
* Ackerbau;&lt;br /&gt;
* Obstbau&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wichtige Erwerbszweige.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Landwirtschaft prägt auch heute noch grosse Teile der Landschaft zwischen Dorf und Reuss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weinbau ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unterhalb der Weinrebenkapelle befindet sich der einzige Rebberg der Gemeinde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dort wird der sogenannte &#039;&#039;&#039;Chäppeliwy&#039;&#039;&#039; produziert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;sehenswuerdigkeiten&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Teil des Rebbergs gehört der Einwohnergemeinde. Die Reben wurden im Jahr 2000 neu gepflanzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einwohnerinnen und Einwohner können sich teilweise bei Pflege und Weinlese beteiligen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;sehenswuerdigkeiten&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verkehr ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hünenberg ist gut an den regionalen und nationalen Verkehr angebunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von besonderer Bedeutung sind:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Stadtbahn Zug]];&lt;br /&gt;
* Buslinien der [[Zugerland Verkehrsbetriebe]];&lt;br /&gt;
* die nahe [[Autobahn A4 (Schweiz)|Autobahn A4]];&lt;br /&gt;
* die Bahnknoten [[Bahnhof Cham|Cham]] und [[Bahnhof Rotkreuz|Rotkreuz]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Stadtbahn Zug ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Stadtbahn Zug}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 2004 verkehrt die Linie S1 der Stadtbahn Zug zwischen Baar, Zug, Cham und Rotkreuz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Eröffnung der Stadtbahn erhielt Hünenberg erstmals einen direkten Anschluss an das schweizerische Eisenbahnnetz.&amp;lt;ref name=&amp;quot;verkehr&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dem Gemeindegebiet befinden sich zwei Haltestellen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Hünenberg Zythus&#039;&#039;&#039;;&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Hünenberg Chämleten&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Fahrzeit von den Hünenberger Stadtbahnhaltestellen nach Zug beträgt nur wenige Minuten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Haltestelle Zythus befindet sich eine Park-and-Ride-Anlage mit rund 70 Parkplätzen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;verkehr&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hünenberg Zythus ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Haltestelle &#039;&#039;&#039;Hünenberg Zythus&#039;&#039;&#039; liegt im Gebiet Hünenberg See.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie wurde im Dezember 2004 gemeinsam mit der Stadtbahn Zug eröffnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Station erschliesst zahlreiche Wohnquartiere und besitzt eine wichtige Funktion für Pendlerinnen und Pendler.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hünenberg Chämleten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Hünenberg Chämleten&#039;&#039;&#039; liegt weiter südlich nahe dem Zugersee.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch diese Haltestelle wurde 2004 eröffnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie erschliesst insbesondere den südlichen Bereich von Hünenberg See und liegt unweit des Strandbads.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Busverkehr ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zugerland Verkehrsbetriebe verbinden das Dorfzentrum mit den umliegenden Bahnhöfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Buslinie 641 benötigt von Hünenberg Dorf ungefähr zehn Minuten zum Bahnhof Cham.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Linie 651 ist der Bahnhof Rotkreuz in rund 15 Minuten erreichbar.&amp;lt;ref name=&amp;quot;verkehr&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von beiden Bahnhöfen bestehen zahlreiche Bahnverbindungen in Richtung Zug, Zürich und Luzern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Strassenverkehr ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gemeindegebiet liegt zwischen wichtigen Verkehrsachsen der Zentralschweiz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Autobahnanschluss Rotkreuz an der A4 befindet sich unmittelbar südlich der Gemeindegrenze.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vom Gewerbegebiet Bösch sind Zug und Luzern nach Angaben der Gemeinde in ungefähr 15 Minuten erreichbar. Die Fahrt zum [[Flughafen Zürich]] dauert bei günstiger Verkehrslage rund 45 Minuten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;verkehr&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Reussbrücke Sins–Hünenberg ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine historische gedeckte Holzbrücke verbindet Hünenberg über die Reuss mit [[Sins AG|Sins]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Brücke stammt in ihrer heutigen historischen Grundform aus dem Jahr &#039;&#039;&#039;1641&#039;&#039;&#039; und gehört zu den bedeutenden historischen Bauwerken der Region.&amp;lt;ref name=&amp;quot;sehenswuerdigkeiten&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während des [[Sonderbundskrieg]]s wurde 1847 das rechtsufrige Joch gesprengt, um den Einmarsch eidgenössischer Truppen zu erschweren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1852 wurde der zerstörte Teil wieder aufgebaut.&amp;lt;ref name=&amp;quot;geschichtealt&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kirche St. Wolfgang ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &#039;&#039;&#039;Kirche St. Wolfgang&#039;&#039;&#039; befindet sich im gleichnamigen Weiler.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie wurde 1475 durch den süddeutschen Baumeister &#039;&#039;&#039;Hans Felder&#039;&#039;&#039; im Auftrag der Stadt Zug erbaut und geweiht.&amp;lt;ref name=&amp;quot;geschichtealt&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
St. Wolfgang entwickelte sich zu einem bekannten Wallfahrts- und Pilgerort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders wertvoll ist das reich verzierte Chorgestühl von Meister Ulrich von Rosenstain aus dem späten 15. Jahrhundert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;geschichtealt&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kirche wird heute unter anderem häufig für Hochzeiten genutzt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;sehenswuerdigkeiten&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weinrebenkapelle ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &#039;&#039;&#039;Weinrebenkapelle&#039;&#039;&#039; befindet sich nahe dem Dorfzentrum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine erste Kapelle wurde 1762 anstelle eines Feldkreuzes errichtet und später vergrössert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;geschichtealt&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unterhalb der Kapelle liegt der Hünenberger Rebberg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund ihrer Lage und historischen Bedeutung zählt die Kapelle zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Gemeinde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wart ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &#039;&#039;&#039;Wart&#039;&#039;&#039; gehört zu den ältesten erhaltenen Gebäuden der Gemeinde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Haus diente im Lauf seiner Geschichte als:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gemeindehaus;&lt;br /&gt;
* Ratshaus;&lt;br /&gt;
* Schulhaus;&lt;br /&gt;
* Versammlungsort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seine Geschichte reicht bis ins 14. Jahrhundert zurück.&amp;lt;ref name=&amp;quot;sehenswuerdigkeiten&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1702 zerstörte ein Brand das Gebäude teilweise. Bereits im folgenden Jahr wurde es wieder aufgebaut.&amp;lt;ref name=&amp;quot;geschichtealt&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute befindet sich darin ein Restaurant.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lindenplatz ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unmittelbar bei der Wart liegt der historische &#039;&#039;&#039;Lindenplatz&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1712 wurden dort acht Linden in einem regelmässigen Viereck gepflanzt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;geschichtealt&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Platz wurde auch &#039;&#039;&#039;Schwörplatz&#039;&#039;&#039; genannt, weil die Hünenberger dort ihrem Obervogt den Treueid leisteten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zudem wurden junge Männer dort früher durch Zuger Offiziere im Umgang mit Waffen ausgebildet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wappen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Hünenberger Gemeindewappen zeigt zwei silberne Einhörner mit roten Zungen auf blauem Grund über einem grünen Dreiberg.&amp;lt;ref name=&amp;quot;wappen&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wappen geht auf das mittelalterliche Geschlecht der Herren von Hünenberg zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Einhörner waren im Mittelalter verbreitete heraldische Fabelwesen und galten unter anderem als Symbole von Reinheit und Unbesiegbarkeit.&amp;lt;ref name=&amp;quot;wappen&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie besitzen keine direkte Beziehung zur Landschaft oder Tierwelt Hünenbergs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politik und Verwaltung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hünenberg ist eine Einwohnergemeinde nach dem Gemeinderecht des Kantons Zug.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die oberste politische Behörde ist die &#039;&#039;&#039;Einwohnergemeindeversammlung&#039;&#039;&#039;. Die Exekutive bildet der Gemeinderat.&amp;lt;ref name=&amp;quot;gemeinde&amp;quot;&amp;gt;Gemeinde Hünenberg: [https://www.zg.ch/behoerden/gemeinden/hunenberg/de/ Gemeinde Hünenberg], abgerufen am 26. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gemeinderat besteht aus fünf Mitgliedern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemeindepräsidentin ist im Jahr 2026 &#039;&#039;&#039;Renate Huwyler&#039;&#039;&#039;. Sie übt das Amt seit 2018 aus und kündigte an, bei den Gesamterneuerungswahlen im Oktober 2026 nicht mehr für eine weitere Amtsperiode anzutreten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;wahlen2026&amp;quot;&amp;gt;Gemeinde Hünenberg: [https://www.zg.ch/behoerden/gemeinden/hunenberg/de/gemeinde/aktuell/medienmitteilungen/gesamterneuerungswahlen-gemeinderat-2026 Gesamterneuerungswahlen Gemeinderat 2026], 9. Januar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gemeindeverwaltung befindet sich an:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Chamerstrasse 11&lt;br /&gt;
:6331 Hünenberg&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bürgergemeinde ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben der Einwohnergemeinde besteht die &#039;&#039;&#039;Bürgergemeinde Hünenberg&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihre historischen Wurzeln reichen bis zu den mittelalterlichen Genossenschaften zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die heutige Bürgergemeinde entstand im 19. Jahrhundert im Zusammenhang mit der politischen Neuordnung des Kantons Zug.&amp;lt;ref name=&amp;quot;buergergeschichte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie nimmt insbesondere Aufgaben im Bereich des Gemeindebürgerrechts wahr und verwaltet eigenes Vermögen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Korporation Hünenberg ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine weitere traditionelle öffentlich-rechtliche Körperschaft ist die &#039;&#039;&#039;Korporation Hünenberg&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie geht auf die historischen Genossen zurück, die gemeinschaftliche Güter wie Wald und Allmenden besassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1816 wurde nach Auseinandersetzungen zwischen Genossen und Beisassen eine neue Ordnung geschaffen, aus der die moderne Korporation hervorging.&amp;lt;ref name=&amp;quot;geschichtealt&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bildung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gemeinde verfügt über mehrere Kindergarten-, Primar- und Oberstufenstandorte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Schulangebot wurde im Verlauf des starken Bevölkerungswachstums kontinuierlich ausgebaut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den wichtigen Schularealen gehören unter anderem:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ehret;&lt;br /&gt;
* Kemmatten;&lt;br /&gt;
* Matten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für weiterführende kantonale Schulen bestehen gute Verbindungen nach Zug.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Religion ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hünenberg war historisch römisch-katholisch geprägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den bedeutenden Sakralbauten gehören:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Kirche St. Wolfgang;&lt;br /&gt;
* Weinrebenkapelle;&lt;br /&gt;
* katholische Kirche Heilig Geist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kirche Heilig Geist wurde 1975 eröffnet und gehört zu den auffälligen modernen Sakralbauten der Gemeinde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;sehenswuerdigkeiten&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1997 entstand zudem das evangelisch-reformierte Kirchgemeindezentrum &#039;&#039;&#039;KIZ&#039;&#039;&#039;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;sehenswuerdigkeiten&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Freizeit und Naherholung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Lage zwischen Zugersee und Reuss bietet zahlreiche Möglichkeiten zur Naherholung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beliebt sind insbesondere:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Spaziergänge entlang der Reuss;&lt;br /&gt;
* Velotouren;&lt;br /&gt;
* das Strandbad Hünenberg;&lt;br /&gt;
* der Freiraum am See;&lt;br /&gt;
* Wanderwege im Chnodenwald;&lt;br /&gt;
* Burgruine Hünenberg;&lt;br /&gt;
* Hünenberger Themenweg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hünenberger Themenweg ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;&#039;Hünenberger Themenweg&#039;&#039;&#039; wurde 2014 anlässlich des 600-Jahr-Jubiläums gemeinsam von Korporation, Einwohner- und Bürgergemeinde realisiert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;themenweg&amp;quot;&amp;gt;Gemeinde Hünenberg: [https://www.zg.ch/behoerden/gemeinden/hunenberg/de/gemeinde/freizeit-und-kultur/themenweg Hünenberger Themenweg und HüPfad], abgerufen am 26. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er besitzt die Form einer liegenden Acht und führt vom Dorfplatz:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* über den Chnodenwald zum Zugersee und zurück;&lt;br /&gt;
* über die Burgruine zur Reuss, zum Zollhaus und über die Wart zurück ins Dorf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An insgesamt 27 Stationen werden Themen aus Geschichte, Landwirtschaft, Gewerbe, Architektur und Gemeindeleben erklärt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;themenweg&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== HüPfad ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dem höchsten Punkt der Gemeinde im Chnodenwald befindet sich der &#039;&#039;&#039;HüPfad&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Erlebnisweg ist ebenfalls eines der Jubiläumsprojekte von 2014.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er soll Besucherinnen und Besuchern den Wald und seine natürlichen Eigenschaften auf spielerische Weise näherbringen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;themenweg&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sehenswürdigkeiten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den wichtigsten historischen und kulturellen Sehenswürdigkeiten gehören:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Burg Hünenberg|Burgruine Hünenberg]];&lt;br /&gt;
* Kirche St. Wolfgang;&lt;br /&gt;
* Weinrebenkapelle;&lt;br /&gt;
* Wart;&lt;br /&gt;
* Lindenplatz;&lt;br /&gt;
* gedeckte Holzbrücke über die Reuss;&lt;br /&gt;
* katholische Kirche Heilig Geist;&lt;br /&gt;
* evangelisch-reformiertes Kirchgemeindezentrum KIZ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;sehenswuerdigkeiten&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siedlungsentwicklung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Entwicklung Hünenbergs unterscheidet sich deutlich zwischen den einzelnen Gemeindeteilen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das historische Dorf entwickelte sich rund um ältere Verkehrswege und landwirtschaftliche Betriebe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit den 1960er- und 1970er-Jahren entstanden zahlreiche neue Wohnquartiere.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders stark wuchs der Bereich zwischen Dorf und Zugersee.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hünenberg See entwickelte sich zu einem weitgehend eigenständigen Siedlungsschwerpunkt. Mit der Stadtbahn erhielt dieses Gebiet 2004 eine deutlich bessere Anbindung an den öffentlichen Verkehr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gleichzeitig entstand im Süden mit Bösch/Rothus ein grosser Arbeits- und Gewerbestandort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Chronologie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Jahr&lt;br /&gt;
! Ereignis&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 32.–30. Jahrhundert v. Chr.&lt;br /&gt;
| Jungsteinzeitliche Seeufersiedlungen im Gebiet des heutigen Strandbads&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 7. Jahrhundert&lt;br /&gt;
| Alemannisches Gräberfeld beim Hof Marlachen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1173&lt;br /&gt;
| Walter von Hunberg wird erstmals urkundlich erwähnt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 13.–14. Jahrhundert&lt;br /&gt;
| Blütezeit der Herren von Hünenberg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1315&lt;br /&gt;
| Sage vom Warnpfeil Heinrichs von Hünenberg vor der Schlacht am Morgarten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1414&lt;br /&gt;
| Loskauf mehrerer Hünenberger Genossen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1415&lt;br /&gt;
| Erwerb weiterer Herrschaftsrechte durch die Genossen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 21. Januar 1416&lt;br /&gt;
| Abschluss des Burgrechtsvertrags mit der Stadt Zug&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1475&lt;br /&gt;
| Bau und Weihe der Kirche St. Wolfgang&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1641&lt;br /&gt;
| Bau der gedeckten Reussbrücke bei Sins&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1702&lt;br /&gt;
| Brand der Wart&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1712&lt;br /&gt;
| Anlage des Linden- beziehungsweise Schwörplatzes&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1762&lt;br /&gt;
| Bau der ersten Weinrebenkapelle&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1798&lt;br /&gt;
| Ende der alten Zuger Vogteiherrschaft&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1. April 1799&lt;br /&gt;
| Hünenberg entscheidet sich für die Trennung von Cham&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1816&lt;br /&gt;
| Neuordnung zwischen Genossen und Beisassen und Bildung der Korporation&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1847&lt;br /&gt;
| Sprengung eines Teils der Reussbrücke während des Sonderbundskriegs&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1852&lt;br /&gt;
| Wiederaufbau des zerstörten Brückenteils&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1874&lt;br /&gt;
| Entstehung der Einwohnergemeinde Hünenberg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1912&lt;br /&gt;
| Einführung der elektrischen Versorgung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1915&lt;br /&gt;
| Beginn der umfassenden Reussdammverbauung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1922&lt;br /&gt;
| Einweihung des Wasserreservoirs auf dem Chnoden&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1975&lt;br /&gt;
| Einweihung der katholischen Kirche Heilig Geist&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1997&lt;br /&gt;
| Eröffnung des reformierten Kirchgemeindezentrums KIZ&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 2000&lt;br /&gt;
| Neubepflanzung eines Teils des Rebbergs bei der Weinrebenkapelle&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 2004&lt;br /&gt;
| Eröffnung der Stadtbahn Zug mit den Haltestellen Hünenberg Zythus und Hünenberg Chämleten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 2014&lt;br /&gt;
| 600-Jahr-Jubiläum und Eröffnung des Hünenberger Themenwegs und HüPfads&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 2024&lt;br /&gt;
| Eröffnung des Freiraums am See&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 2024&lt;br /&gt;
| Ständige Wohnbevölkerung erreicht 8&#039;990 Personen&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Kanton Zug]]&lt;br /&gt;
* [[Cham ZG]]&lt;br /&gt;
* [[Risch ZG]]&lt;br /&gt;
* [[Zugersee]]&lt;br /&gt;
* [[Reuss]]&lt;br /&gt;
* [[Burg Hünenberg]]&lt;br /&gt;
* [[Stadtbahn Zug]]&lt;br /&gt;
* [[Hünenberg Zythus]]&lt;br /&gt;
* [[Hünenberg Chämleten]]&lt;br /&gt;
* [[Zugerland Verkehrsbetriebe]]&lt;br /&gt;
* [[Bahnhof Rotkreuz]]&lt;br /&gt;
* [[Bahnhof Cham]]&lt;br /&gt;
* [[Sins AG]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Anne-Marie Setz-Frey, Ueli Ess, Klaus Meyer: &#039;&#039;Hünenberg – Geschichte und Geschichten einer Zuger Gemeinde&#039;&#039;. Erweiterter Nachdruck, Bürgergemeinde Hünenberg, Hünenberg 1998.&lt;br /&gt;
* Franz Karl Stadlin: &#039;&#039;Topographie des Kantons Zug&#039;&#039;. Band 1, Luzern 1818.&lt;br /&gt;
* Gemeinde Hünenberg: Historische Dokumentationen und Beiträge zur Gemeindeentwicklung.&lt;br /&gt;
* Bürgergemeinde Hünenberg: Dokumentationen zur Geschichte Hünenbergs und seiner Bürgergemeinde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://www.huenenberg.ch/ Offizielle Website der Gemeinde Hünenberg]&lt;br /&gt;
* [https://www.zg.ch/behoerden/gemeinden/hunenberg Gemeinde Hünenberg beim Kanton Zug]&lt;br /&gt;
* [https://www.zg.ch/ Kanton Zug]&lt;br /&gt;
* [https://www.zvb.ch/ Zugerland Verkehrsbetriebe]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ort im Kanton Zug]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gemeinde im Kanton Zug]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hünenberg ZG]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ort an der Reuss]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ort am Zugersee]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ersterwähnung 1173]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Nick Frei</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://helvetia.wiki/de/index.php?title=Tonhalle_Z%C3%BCrich&amp;diff=2982</id>
		<title>Tonhalle Zürich</title>
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		<updated>2026-08-25T22:46:02Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Nick Frei: Die Seite wurde neu angelegt: «&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Die Tonhalle Zürich&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist ein bedeutendes Konzerthaus in der Stadt Zürich und der traditionelle Sitz des Tonhalle-Orchesters Zürich. Sie befindet sich am General-Guisan-Quai beim Bürkliplatz unmittelbar am Zürichsee und bildet zusammen mit dem Kongresshaus Zürich ein denkmalgeschütztes Gebäudeensemble. Die heutige Tonhalle wurde von 1893 bis 1895 nach Plänen des Wiener Architekturbüros Felln…»&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Die Tonhalle Zürich&#039;&#039;&#039; ist ein bedeutendes Konzerthaus in der Stadt [[Zürich]] und der traditionelle Sitz des [[Tonhalle-Orchester Zürich|Tonhalle-Orchesters Zürich]]. Sie befindet sich am [[General-Guisan-Quai]] beim [[Bürkliplatz]] unmittelbar am [[Zürichsee]] und bildet zusammen mit dem [[Kongresshaus Zürich]] ein denkmalgeschütztes Gebäudeensemble. Die heutige Tonhalle wurde von 1893 bis 1895 nach Plänen des Wiener Architekturbüros [[Fellner &amp;amp; Helmer]] errichtet und 1895 eröffnet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;stadtgeschichte&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.stadt-zuerich.ch/de/planen-und-bauen/portfolio/bauten-anlagen/kulturbauten/kongresshaus-tonhalle.html |titel=Instandsetzung Kongresshaus und Tonhalle |werk=Stadt Zürich |abruf=2026-08-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &#039;&#039;&#039;Grosse Tonhalle&#039;&#039;&#039; gilt wegen ihrer Akustik als einer der renommiertesten Konzertsäle Europas. Neben ihr gehört die kleinere &#039;&#039;&#039;Kleine Tonhalle&#039;&#039;&#039; zum historischen Kern des Hauses. Zwischen 2017 und 2021 wurde das gesamte Ensemble umfassend restauriert und technisch erneuert. Dabei wurde insbesondere das farbige Erscheinungsbild der Grossen Tonhalle weitgehend an den Zustand von 1895 angenähert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;tonhalle&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.tonhalle-orchester.ch/ueber-uns/tonhalle-zuerich/ |titel=Tonhalle Zürich |werk=Tonhalle-Orchester Zürich |abruf=2026-08-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lage ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Tonhalle liegt im [[Quartier Enge (Zürich)|Quartier Enge]] des [[Kreis 2 (Zürich)|Stadtkreises 2]] unmittelbar am Zürichsee.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Adresse des Konzerteingangs lautet Claridenstrasse 7, 8002 Zürich.&amp;lt;ref name=&amp;quot;saalplaene&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.tonhalle-orchester.ch/home-tz/besucher/saalplaene/ |titel=Saalpläne |werk=Tonhalle Zürich |abruf=2026-08-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Westlich des Gebäudekomplexes verläuft die Claridenstrasse, im Norden liegt der Bereich des Bürkliplatzes und im Osten die Seepromenade. Südlich schliessen sich weitere Gebäude und Anlagen des Kongresshaus-Komplexes an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Lage am See war bereits beim Bau im 19. Jahrhundert ein wesentlicher Bestandteil des architektonischen Konzepts. Terrassen und Foyers stellten eine Verbindung zwischen dem repräsentativen Konzertgebäude, dem Zürichsee und dem Alpenpanorama her.&amp;lt;ref name=&amp;quot;bauetappen&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.tonhalle-orchester.ch/konzerte/saison-2021-22/vier-bauetappen/ |titel=Vier Bauetappen |werk=Tonhalle-Orchester Zürich |abruf=2026-08-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorgeschichte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits vor dem Bau der heutigen Tonhalle verfügte Zürich über ein grösseres Konzertgebäude.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die sogenannte &#039;&#039;&#039;Alte Tonhalle&#039;&#039;&#039; befand sich am heutigen [[Sechseläutenplatz]] nahe dem [[Bellevue (Zürich)|Bellevue]]. Sie ging aus dem Kornhaus hervor und wurde im 19. Jahrhundert für Konzertveranstaltungen genutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Verlauf des starken Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstums Zürichs erwies sich das ältere Gebäude zunehmend als ungenügend. Gleichzeitig wuchs das Bedürfnis des städtischen Bürgertums nach einem repräsentativen Konzert- und Gesellschaftshaus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Entscheidung fiel schliesslich zugunsten eines Neubaus am linken Seeufer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bau der neuen Tonhalle ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die heutige Tonhalle wurde zwischen &#039;&#039;&#039;1893 und 1895&#039;&#039;&#039; nach Plänen des Wiener Architekturbüros &#039;&#039;&#039;Fellner &amp;amp; Helmer&#039;&#039;&#039; errichtet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;stadtgeschichte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ferdinand Fellner der Jüngere und Hermann Helmer gehörten damals zu den führenden Theaterarchitekten Europas. Ihr Büro entwarf zahlreiche Theater, Opernhäuser und Konzertsäle in Städten der damaligen österreichisch-ungarischen Monarchie und darüber hinaus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Zürcher Bau war als repräsentativer Veranstaltungs- und Konzertkomplex angelegt. Neben den beiden Konzertsälen enthielt er Foyers, Gesellschaftsräume, Restaurationsbereiche und Räume für gesellschaftliche Veranstaltungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Architektur kombinierte historistische Formen mit einer aufwendigen Innenausstattung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gebäude wurde 1895 eröffnet und ist seither der Hauptsitz des Tonhalle-Orchesters Zürich.&amp;lt;ref name=&amp;quot;tonhalle&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Architektur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Tonhalle ist ein bedeutendes Beispiel des Historismus in Zürich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der ursprüngliche Bau war stärker gegliedert und dekoriert als der heute sichtbare Gebäudekomplex. Er besass unter anderem repräsentative Fassaden, Gartenbereiche, eine Terrasse zum See und einen tropischen Wintergarten im Foyer.&amp;lt;ref name=&amp;quot;bauetappen&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zentrum lagen die beiden Konzertsäle:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* die Grosse Tonhalle&lt;br /&gt;
* die Kleine Tonhalle&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese beiden Räume blieben trotz mehrerer späterer Umbauten in ihrer grundlegenden räumlichen Struktur erhalten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;tonhalle&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders die Grosse Tonhalle zeichnet sich durch einen reich dekorierten Innenraum mit Säulen, Stuck, Vergoldungen, Deckenmalereien und farbigen Wandflächen aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Grosse Tonhalle ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &#039;&#039;&#039;Grosse Tonhalle&#039;&#039;&#039; ist der wichtigste Konzertsaal des Hauses und der Hauptspielort des Tonhalle-Orchesters Zürich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Saal besitzt eine klassische rechteckige Form mit Parkett, Balkon und Galerie. Diese sogenannte Schuhschachtel-Form ist auch bei mehreren anderen international bekannten Konzertsälen anzutreffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Renovation verfügt der Saal regulär über rund &#039;&#039;&#039;1430 Sitzplätze&#039;&#039;&#039;. Die genaue Zahl kann je nach Grösse der Konzertbühne variieren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vermietung&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.tonhalle-orchester.ch/home-tz/veranstalter/saalvermietung/ |titel=Saalvermietung |werk=Tonhalle Zürich |abruf=2026-08-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor der Renovation standen bis zu rund 1546 Plätze zur Verfügung. Mit dem Umbau wurde die Bühne vergrössert, wodurch sich die Zahl der Sitzplätze reduzierte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;fakten&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.tonhalle-orchester.ch/site/assets/files/235933/faktenblatt_th.pdf |titel=Fakten und Zahlen zur Tonhalle Zürich vor und nach der Renovation |werk=Tonhalle-Orchester Zürich |abruf=2026-08-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konzertbühne kann je nach Orchesterbesetzung erweitert werden. Nach der Renovation bietet sie bei maximalem Ausbau Platz für bis zu rund 169 Musikerinnen und Musiker.&amp;lt;ref name=&amp;quot;fakten&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Akustik ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Grosse Tonhalle ist international für ihre Akustik bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Tonhalle-Orchester bezeichnet sie als einen der akustisch besten Konzertsäle der Welt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;tonhalle&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur akustischen Qualität tragen mehrere Faktoren bei:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* die rechteckige Saalform&lt;br /&gt;
* die relativ schmalen Raumproportionen&lt;br /&gt;
* reflektierende Wand- und Deckenflächen&lt;br /&gt;
* Balkone und architektonische Verzierungen&lt;br /&gt;
* die hohe Raumhöhe&lt;br /&gt;
* die verwendeten Materialien&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der Renovation von 2017 bis 2021 wurde besonders darauf geachtet, die bestehenden akustischen Eigenschaften zu bewahren beziehungsweise wieder zu verbessern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Parkettboden wurde erneuert und klanglich optimiert. Auch die Lüftung wurde so gestaltet, dass sie den Konzertbetrieb möglichst wenig beeinträchtigt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;baudoku&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.stadt-zuerich.ch/de/aktuell/publikationen/2021/baudokumentation-kongresshaus-tonhalle.html |titel=Baudokumentation Kongresshaus Tonhalle |werk=Stadt Zürich |datum=2021 |abruf=2026-08-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kleine Tonhalle ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &#039;&#039;&#039;Kleine Tonhalle&#039;&#039;&#039; ist der zweite historische Konzertsaal des Gebäudes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie wird insbesondere für:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Kammermusik&lt;br /&gt;
* kleinere Orchester&lt;br /&gt;
* Solokonzerte&lt;br /&gt;
* Liederabende&lt;br /&gt;
* Vorträge&lt;br /&gt;
* Proben&lt;br /&gt;
* weitere Veranstaltungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
genutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit der Renovation verfügt die Kleine Tonhalle über &#039;&#039;&#039;609 Sitzplätze&#039;&#039;&#039;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;kleinesaal&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://tonhalle-orchester.ch/site/assets/files/236272/saalplan-kleine-tonhalle-25-26-web.pdf |titel=Saalplan Kleine Tonhalle |werk=Tonhalle Zürich |abruf=2026-08-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor der Renovation waren es 634 Plätze.&amp;lt;ref name=&amp;quot;fakten&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Kleine Tonhalle blieb in ihrer historischen Grundstruktur weitgehend erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Tonhalle-Orchester Zürich ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Tonhalle ist seit ihrer Eröffnung 1895 der wichtigste Spielort des [[Tonhalle-Orchester Zürich|Tonhalle-Orchesters Zürich]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Orchester geht auf die 1868 gegründete Tonhalle-Gesellschaft zurück und gehört zu den bedeutendsten Sinfonieorchestern der Schweiz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verbindung zwischen Orchester und Konzerthaus ist so eng, dass beide Namen häufig miteinander verbunden werden. Das Orchester bestreitet einen grossen Teil der Konzerte in der Grossen Tonhalle, während das Gebäude zugleich auch von Gastorchestern, Solisten, Kammermusikensembles und anderen Veranstaltern genutzt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Lauf seiner Geschichte traten zahlreiche bedeutende Dirigenten und Solisten in der Tonhalle auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedeutende Musiker ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Tonhalle spielte seit dem späten 19. Jahrhundert eine wichtige Rolle im internationalen Musikleben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den berühmten Komponisten und Musikern, deren Werke beziehungsweise Auftritte mit der Zürcher Tonhalle verbunden sind, gehören unter anderem:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Johannes Brahms]]&lt;br /&gt;
* [[Richard Strauss]]&lt;br /&gt;
* [[Gustav Mahler]]&lt;br /&gt;
* [[Ferruccio Busoni]]&lt;br /&gt;
* [[Wilhelm Furtwängler]]&lt;br /&gt;
* [[Arturo Toscanini]]&lt;br /&gt;
* [[Herbert von Karajan]]&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Kempe]]&lt;br /&gt;
* [[David Zinman]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Richard Strauss dirigierte mehrfach eigene Werke in Zürich und hatte eine besonders enge Beziehung zum Tonhalle-Orchester.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch zahlreiche international bekannte Solistinnen und Solisten gastierten in der Tonhalle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Umbau zum Kongresshaus ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den 1930er-Jahren wurde der ursprüngliche Gebäudekomplex stark verändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zusammenhang mit der [[Schweizerische Landesausstellung 1939|Schweizerischen Landesausstellung von 1939]] entstand das heutige [[Kongresshaus Zürich]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Architekten [[Max Ernst Haefeli]], [[Werner Max Moser]] und [[Rudolf Steiger]] entwickelten einen modernen Gebäudekomplex, in den die beiden historischen Konzertsäle integriert wurden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;stadtgeschichte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grosse Teile der ursprünglichen Tonhalle von 1895 wurden dabei abgebrochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erhalten blieben insbesondere:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* die Grosse Tonhalle&lt;br /&gt;
* die Kleine Tonhalle&lt;br /&gt;
* wesentliche Teile der inneren Erschliessung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Neubau des Kongresshauses wurde zu einem bedeutenden Beispiel der Schweizer Moderne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kongresshaus Zürich ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit dem Umbau bildet die Tonhalle baulich eine Einheit mit dem [[Kongresshaus Zürich]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Komplex verbindet kulturelle und gesellschaftliche Nutzungen. Neben den beiden Tonhalle-Sälen umfasst er unter anderem:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Kongresssaal&lt;br /&gt;
* Gartensäle&lt;br /&gt;
* Foyers&lt;br /&gt;
* Veranstaltungsräume&lt;br /&gt;
* Gastronomie&lt;br /&gt;
* Terrassen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gebäudeensemble steht unter Denkmalschutz.&amp;lt;ref name=&amp;quot;tonhalle&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tonhalle und Kongresshaus werden organisatorisch unterschiedlich genutzt, sind baulich jedoch eng miteinander verbunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Umbau von 1985 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den 1980er-Jahren wurde der Gebäudekomplex erneut umfassend verändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1985 erfolgte eine Modernisierung, bei der verschiedene historische und moderne Bauteile umgestaltet wurden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;bauetappen&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders auffällig war der Bau des sogenannten &#039;&#039;&#039;Panoramasaals&#039;&#039;&#039;. Dabei handelte es sich um eine grosse Stahlkonstruktion parallel zum See.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Innenräume wurden teilweise dem damaligen Geschmack angepasst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei diesen Arbeiten gingen beziehungsweise verschwanden verschiedene historische Gestaltungselemente. Insbesondere die ursprünglich intensive Farbigkeit der Grossen Tonhalle war über Jahrzehnte stark reduziert worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Planung einer umfassenden Erneuerung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit dem späten 20. Jahrhundert wurde wiederholt über die Zukunft von Tonhalle und Kongresshaus diskutiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zeitweise bestanden Pläne, das Kongresshaus vollständig abzubrechen und durch ein neues Kongresszentrum zu ersetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Pläne hätten auch erhebliche Auswirkungen auf das historische Ensemble gehabt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zürcher Stimmberechtigten lehnten einen entsprechenden Neubau ab. Damit rückte die Sanierung und Erhaltung des bestehenden Gebäudekomplexes in den Vordergrund.&amp;lt;ref name=&amp;quot;bauetappen&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2016 stimmte die Zürcher Bevölkerung einer umfassenden Instandsetzung von Kongresshaus und Tonhalle deutlich zu.&amp;lt;ref name=&amp;quot;tonhalle&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Renovation 2017–2021 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von &#039;&#039;&#039;2017 bis 2021&#039;&#039;&#039; wurde der gesamte Gebäudekomplex grundlegend saniert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;stadtgeschichte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiten wurden von einer Arbeitsgemeinschaft unter Beteiligung von:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Elisabeth und Martin Boesch Architekten&lt;br /&gt;
* Diener &amp;amp; Diener Architekten&lt;br /&gt;
* Conzett Bronzini Partner&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
geplant und umgesetzt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;tonhalle&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ziele waren unter anderem:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Restaurierung der historischen Konzertsäle&lt;br /&gt;
* Erneuerung der technischen Infrastruktur&lt;br /&gt;
* Verbesserung der Arbeitsbedingungen für das Orchester&lt;br /&gt;
* bessere Erschliessung des Gebäudes&lt;br /&gt;
* Wiederherstellung historischer Raumbeziehungen&lt;br /&gt;
* Verbesserung der Energieeffizienz&lt;br /&gt;
* Modernisierung der Bühnen- und Veranstaltungstechnik&lt;br /&gt;
* stärkere Öffnung des Gebäudes zum See&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Restaurierung der Grossen Tonhalle ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Schwerpunkt der Renovation war die Wiederherstellung des historischen Erscheinungsbilds der Grossen Tonhalle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Untersuchungen der ursprünglichen Farbschichten zeigten, dass der Saal 1895 wesentlich farbiger gestaltet gewesen war als vor der Sanierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Restaurierung wurden unter anderem:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* historische Farbtöne rekonstruiert&lt;br /&gt;
* Vergoldungen erneuert&lt;br /&gt;
* Stuckmarmor restauriert&lt;br /&gt;
* Kronleuchter aufgearbeitet&lt;br /&gt;
* Deckenbilder restauriert&lt;br /&gt;
* Wand- und Deckenverzierungen erneuert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;stadtgeschichte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Restauratoren orientierten sich dabei weitgehend am Zustand von 1895.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Technische Erneuerung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben der historischen Restaurierung wurde die technische Infrastruktur umfassend modernisiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu gehörten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* neue Lüftungsanlagen&lt;br /&gt;
* erneuerte Bühnenmechanik&lt;br /&gt;
* moderne Beleuchtung&lt;br /&gt;
* audiovisuelle Anlagen&lt;br /&gt;
* Streaming-Infrastruktur&lt;br /&gt;
* neue Garderoben und Proberäume&lt;br /&gt;
* klimatisierte Instrumentenlager&lt;br /&gt;
* Sicherheits- und Brandschutzmassnahmen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;baudoku&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die neue technische Ausstattung ermöglicht heute auch hochwertige Ton- und Videoübertragungen von Konzerten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wiedereröffnung 2021 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach vierjähriger Bauzeit wurde die renovierte Tonhalle im &#039;&#039;&#039;September 2021&#039;&#039;&#039; wiedereröffnet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;tonhalle&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der Bauzeit spielte das Tonhalle-Orchester hauptsächlich in der temporären [[Tonhalle Maag]] in [[Zürich-West]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rückkehr in das historische Gebäude wurde mit Konzerten und Veranstaltungen gefeiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Wiedereröffnung erhielt das Tonhalle-Orchester wieder seinen traditionellen Hauptspielort am Zürichsee.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Tonhalle Maag ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der Renovation diente die [[Tonhalle Maag]] als provisorisches Konzerthaus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie befand sich im ehemaligen Industriegebiet auf dem Maag-Areal nahe dem [[Bahnhof Zürich Hardbrücke]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der temporäre Konzertsaal war als moderner Holzbau innerhalb einer bestehenden Industriehalle errichtet worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er verfügte über 1224 Plätze.&amp;lt;ref name=&amp;quot;fakten&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Tonhalle Maag wurde insbesondere wegen ihrer guten Akustik positiv aufgenommen und war von 2017 bis 2021 Hauptspielort des Tonhalle-Orchesters.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Orgel ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Tonhalle besitzt eine lange Orgeltradition.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine ältere Orgel aus dem Jahr 1872 war ursprünglich für die Alte Tonhalle gebaut worden und wurde später in den Neubau von 1895 übertragen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;bauetappen&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1988 wurde dieses Instrument durch eine neue Orgel ersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen der Renovation von 2017 bis 2021 wurde erneut eine neue Konzertorgel eingebaut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Instrument wurde so konzipiert, dass sowohl Musik aus der Entstehungszeit der Tonhalle als auch moderne und zeitgenössische Orgelmusik angemessen aufgeführt werden kann.&amp;lt;ref name=&amp;quot;tonhalle&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Orgel ist optisch in die historische Architektur der Grossen Tonhalle integriert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Konzertbetrieb ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Tonhalle wird während der Konzertsaison nahezu täglich für musikalische Veranstaltungen genutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Programm gehören:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Sinfoniekonzerte&lt;br /&gt;
* Kammermusik&lt;br /&gt;
* Rezitals&lt;br /&gt;
* Orgelkonzerte&lt;br /&gt;
* Familienkonzerte&lt;br /&gt;
* Jugendkonzerte&lt;br /&gt;
* zeitgenössische Musik&lt;br /&gt;
* Gastspiele internationaler Orchester&lt;br /&gt;
* Sonderveranstaltungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem Tonhalle-Orchester treten regelmässig internationale Gastorchester, Dirigentinnen und Dirigenten sowie Solistinnen und Solisten auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Saalkapazitäten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die beiden wichtigsten Säle verfügen seit der Renovation über folgende reguläre Kapazitäten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Grosse Tonhalle:&#039;&#039;&#039; bis rund 1430 Personen&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Kleine Tonhalle:&#039;&#039;&#039; 609 Personen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;vermietung&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei grossen Orchesterbesetzungen kann die Bühne der Grossen Tonhalle erweitert werden. Dadurch entfallen einzelne Sitzreihen und die Zahl der verfügbaren Plätze sinkt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;fakten&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Foyers und weitere Räume ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben den beiden Konzertsälen verfügt die Tonhalle über mehrere Foyer- und Veranstaltungsbereiche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Konzertfoyer dient unter anderem als Aufenthaltsraum während Konzertpausen und kann für kleinere Veranstaltungen genutzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Backstagebereich gehören unter anderem:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Garderoben für rund 150 Personen&lt;br /&gt;
* fünf Einspielzimmer&lt;br /&gt;
* Dirigentenzimmer&lt;br /&gt;
* Konzertmeisterzimmer&lt;br /&gt;
* Instrumentenlager&lt;br /&gt;
* Notenbibliothek&lt;br /&gt;
* Büros&lt;br /&gt;
* Sitzungsräume&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;fakten&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Vereinssaal kann für kleinere Veranstaltungen mit bis zu rund 150 Personen genutzt werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vermietung&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Denkmalschutz ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der gesamte Komplex aus Tonhalle und Kongresshaus steht unter Denkmalschutz.&amp;lt;ref name=&amp;quot;tonhalle&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Schutzwürdigkeit betrifft sowohl die historischen Konzertsäle von 1895 als auch wesentliche Teile des Kongresshauses von 1939.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch stellte die Renovation besondere Anforderungen an die Planung. Moderne Technik und heutige Sicherheitsanforderungen mussten mit dem Erhalt der historischen Bausubstanz verbunden werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedeutung für die Architekturgeschichte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gebäudekomplex vereint zwei wichtige Epochen der Zürcher Architekturgeschichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konzertsäle repräsentieren den repräsentativen Historismus des späten 19. Jahrhunderts. Das Kongresshaus steht dagegen für die Schweizer Moderne der 1930er-Jahre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kombination beider Bauphasen macht das Ensemble architekturgeschichtlich besonders bemerkenswert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Renovation von 2021 wurde der Gebäudekomplex von der Stadt Zürich im Rahmen der Auszeichnung &#039;&#039;&#039;«Ausgezeichnete Bauten 2021–2024»&#039;&#039;&#039; gewürdigt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.stadt-zuerich.ch/de/stadtleben/kultur/kultur-leben/gute-bauten/ausgezeichnete-bauten-2021-2024.html |titel=Ausgezeichnete Bauten 2021–2024 |werk=Stadt Zürich |abruf=2026-08-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedeutung für Zürich ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Tonhalle gehört zu den wichtigsten Kulturinstitutionen Zürichs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem [[Opernhaus Zürich]], dem [[Schauspielhaus Zürich]] und dem [[Kunsthaus Zürich]] zählt sie zu den international bekannten Kulturhäusern der Stadt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihre Bedeutung ergibt sich insbesondere aus:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* der langen Konzerttradition&lt;br /&gt;
* der internationalen Stellung des Tonhalle-Orchesters&lt;br /&gt;
* der aussergewöhnlichen Akustik&lt;br /&gt;
* der historischen Architektur&lt;br /&gt;
* der zentralen Lage am Zürichsee&lt;br /&gt;
* der grossen Zahl internationaler Gastkünstler&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Tonhalle ist damit sowohl ein kulturelles Wahrzeichen Zürichs als auch ein international bedeutender Konzertort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verkehr ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Tonhalle ist mit dem öffentlichen Verkehr gut erreichbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In unmittelbarer Nähe liegen die Tram- und Bushaltestellen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Bürkliplatz&lt;br /&gt;
* Stockerstrasse&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Bahnhof Zürich Enge]] befindet sich rund einen Kilometer südwestlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Zürich Hauptbahnhof|Zürcher Hauptbahnhof]] ist mit mehreren Tramlinien direkt mit dem Bereich Bürkliplatz verbunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Schiffsanlegestelle Bürkliplatz der [[Zürichsee-Schifffahrtsgesellschaft]] befindet sich in unmittelbarer Nähe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Umgebung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der näheren Umgebung der Tonhalle befinden sich zahlreiche bekannte Orte und Anlagen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Bürkliplatz]]&lt;br /&gt;
* [[Zürichsee]]&lt;br /&gt;
* [[Arboretum Zürich]]&lt;br /&gt;
* [[General-Guisan-Quai]]&lt;br /&gt;
* [[Quaibrücke]]&lt;br /&gt;
* [[Bellevue (Zürich)]]&lt;br /&gt;
* [[Opernhaus Zürich]]&lt;br /&gt;
* [[Bauschänzli]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Lage am See und die Nähe zur Innenstadt machen die Tonhalle auch städtebaulich zu einem wichtigen Bestandteil der Zürcher Seefront.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Tonhalle-Orchester Zürich]]&lt;br /&gt;
* [[Kongresshaus Zürich]]&lt;br /&gt;
* [[Tonhalle Maag]]&lt;br /&gt;
* [[Bürkliplatz]]&lt;br /&gt;
* [[General-Guisan-Quai]]&lt;br /&gt;
* [[Quartier Enge (Zürich)]]&lt;br /&gt;
* [[Kreis 2 (Zürich)]]&lt;br /&gt;
* [[Opernhaus Zürich]]&lt;br /&gt;
* [[Musik in Zürich]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://www.tonhalle-orchester.ch/ Offizielle Website der Tonhalle und des Tonhalle-Orchesters Zürich]&lt;br /&gt;
* [https://www.tonhalle-orchester.ch/ueber-uns/tonhalle-zuerich/ Geschichte und Architektur der Tonhalle Zürich]&lt;br /&gt;
* [https://www.stadt-zuerich.ch/de/planen-und-bauen/portfolio/bauten-anlagen/kulturbauten/kongresshaus-tonhalle.html Kongresshaus und Tonhalle] bei der Stadt Zürich&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Tonhalle Zürich}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tonhalle Zürich]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Konzerthaus in der Schweiz]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Musik (Zürich)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bauwerk in Zürich]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kultur (Zürich)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Enge (Zürich)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Erbaut in den 1890er Jahren]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Historismus in der Schweiz]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Nick Frei</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://helvetia.wiki/de/index.php?title=Sauriermuseum_Aathal&amp;diff=2981</id>
		<title>Sauriermuseum Aathal</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://helvetia.wiki/de/index.php?title=Sauriermuseum_Aathal&amp;diff=2981"/>
		<updated>2026-08-25T22:45:14Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Nick Frei: Die Seite wurde neu angelegt: «{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;float:right; width:315px; margin:0 0 1em 1.5em;&amp;quot; ! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:center; font-size:120%;&amp;quot; | Sauriermuseum Aathal |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Ort&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | Aathal, Seegräben |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Kanton&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | Zürich |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Adresse&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | Zürichstrasse 69, 8607 Aathal-Seegräben |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Art&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | Naturkundliches und paläontologisches Museum |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Eröffnung&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | 1992/1993 |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Gründer&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | Hans-Jakob «Köbi» Siber |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Direktorin&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | Yolanda…»&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;float:right; width:315px; margin:0 0 1em 1.5em;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:center; font-size:120%;&amp;quot; | Sauriermuseum Aathal&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Ort&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Aathal, Seegräben&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Kanton&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Zürich&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Adresse&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Zürichstrasse 69, 8607 Aathal-Seegräben&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Art&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Naturkundliches und paläontologisches Museum&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Eröffnung&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| 1992/1993&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Gründer&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Hans-Jakob «Köbi» Siber&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Direktorin&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Yolanda Schicker-Siber&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Schwerpunkt&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Dinosaurier und Paläontologie&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Website&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| [https://sauriermuseum.ch sauriermuseum.ch]&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Das &#039;&#039;&#039;Sauriermuseum Aathal&#039;&#039;&#039; ist ein privates paläontologisches Museum in [[Aathal]] in der Gemeinde [[Seegräben]] im [[Kanton Zürich]]. Es widmet sich vor allem Dinosauriern, Fossilien und der Entwicklung des Lebens auf der Erde. Einen besonderen Schwerpunkt bilden originale Dinosaurierskelette aus eigenen Ausgrabungen in den Vereinigten Staaten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Museum wurde 1992/93 vom Schweizer Mineralienhändler und Paläontologen &#039;&#039;&#039;Hans-Jakob «Köbi» Siber&#039;&#039;&#039; gegründet. Es entwickelte sich aus früheren Sonderausstellungen zu einer dauerhaften Institution und gehört heute zu den bekanntesten Dinosauriermuseen der Schweiz.&amp;lt;ref name=&amp;quot;geschichte&amp;quot;&amp;gt;[https://sauriermuseum.ch/download_file/view/315 Geschichte des Sauriermuseums], Sauriermuseum Aathal, abgerufen am 25. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Besonderheit sind zehn weitgehend originale Dinosaurierskelette mit Schädeln, die vom eigenen Team in Wyoming ausgegraben wurden. Nach Angaben des Museums stellt diese Kombination eine weltweit aussergewöhnliche Sammlung von Dinosauriern aus dem Jura dar.&amp;lt;ref name=&amp;quot;geschichte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 2025 wird das Museum von &#039;&#039;&#039;Yolanda Schicker-Siber&#039;&#039;&#039; geleitet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;direktion&amp;quot;&amp;gt;[https://sauriermuseum.ch/download_file/view/5414e53f-57db-4f7b-b7aa-4c634f416353 Beschlussprotokoll des Vereins zur Förderung des Sauriermuseums Aathal, Generalversammlung 2025], abgerufen am 25. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lage ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Sauriermuseum befindet sich an der Zürichstrasse 69 in Aathal zwischen [[Uster]] und [[Wetzikon ZH|Wetzikon]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aathal liegt im engen Tal des [[Aabach (Greifensee)|Aabachs]] zwischen dem Pfäffikersee und dem Greifensee. Das Tal war seit dem 19. Jahrhundert stark durch die Textilindustrie geprägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Museum ist in einem ehemaligen Industriegebäude untergebracht. Die historische Architektur mit grossen Hallen eignet sich besonders für die Präsentation grosser Dinosaurierskelette.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In unmittelbarer Nähe befindet sich der [[Bahnhof Aathal]] an der Bahnstrecke Zürich–Uster–Wetzikon.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Entstehung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Vorgeschichte des Museums begann bereits in den 1970er-Jahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hans-Jakob Siber betrieb gemeinsam mit seinem Umfeld in Aathal den Mineralienhandel Siber + Siber. Neben Mineralien und Edelsteinen interessierte er sich zunehmend für Fossilien und Paläontologie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1977 wurde im Rahmen einer jährlichen Sonderausstellung eine versteinerte Riesenschildkröte mit einer Länge von rund viereinhalb Metern präsentiert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;geschichte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ungewöhnliche Exponat stiess auf grosses Publikumsinteresse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vier Jahre später folgte die Ausstellung eines etwa acht Meter langen Skeletts eines [[Edmontosaurus]]. Der Besucherandrang war nach Angaben des Museums so gross, dass es auf der Strasse durch das Aatal zu Verkehrsproblemen kam.&amp;lt;ref name=&amp;quot;geschichte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Erfahrungen zeigten, dass in der Schweiz ein grosses öffentliches Interesse an Dinosauriern und Fossilien bestand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gründung des Museums ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hans-Jakob Siber entschied sich Anfang der 1990er-Jahre, aus den temporären Ausstellungen ein dauerhaftes Dinosauriermuseum zu entwickeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1992 wurde die Eröffnungsausstellung «Dinosaurier in Aathal» gezeigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1993 etablierte sich das Sauriermuseum als permanentes Museum.&amp;lt;ref name=&amp;quot;geschichte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Museum wurde in den folgenden Jahrzehnten kontinuierlich erweitert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anders als viele klassische naturhistorische Museen ist das Sauriermuseum Aathal privat entstanden und eng mit der Tätigkeit seiner Gründerfamilie verbunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hans-Jakob Siber ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Hans-Jakob «Köbi» Siber&#039;&#039;&#039; ist der Gründer des Sauriermuseums und war über Jahrzehnte dessen prägende Persönlichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Siber beschäftigte sich zunächst mit Film, Mineralien und Fossilien und entwickelte zunehmend Kontakte zu Paläontologen und Museen in verschiedenen Ländern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seine besondere Bedeutung für das Museum entstand durch eigene Dinosauriergrabungen in Nordamerika.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er erwarb Grabungsrechte auf der Howe Ranch im US-Bundesstaat Wyoming und organisierte dort zahlreiche Expeditionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die dabei gefundenen Skelette bilden heute den Kern der Sammlung des Sauriermuseums.&amp;lt;ref name=&amp;quot;geschichte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Howe Dinosaur Quarry ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine zentrale Rolle für die Entwicklung des Museums spielte der sogenannte &#039;&#039;&#039;Howe Dinosaur Quarry&#039;&#039;&#039; beziehungsweise die Howe Ranch im US-Bundesstaat [[Wyoming]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Fundstelle war bereits in den 1930er-Jahren bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1934 führte der amerikanische Fossilienjäger [[Barnum Brown]] dort eine grosse Grabung durch. Dabei wurden Tausende Dinosaurierknochen entdeckt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;geschichte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jahrzehnte später erhielt Hans-Jakob Siber Grabungsrechte auf dem Gelände.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schweizer Grabungsteams des Sauriermuseums begannen dort systematische Ausgrabungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Fundstelle stammt aus der späten Jurazeit und gehört zur [[Morrison-Formation]], einer der bedeutendsten Dinosaurier führenden Gesteinsformationen Nordamerikas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ausgrabungen in Wyoming ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Museum beschränkt sich nicht auf die Präsentation angekaufter Fossilien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eigene Ausgrabungen gehören seit Jahrzehnten zu seinen wichtigsten wissenschaftlichen Tätigkeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Teams aus der Schweiz verbringen regelmässig mehrere Wochen in Wyoming.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiten umfassen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Suche nach Fossilien;&lt;br /&gt;
* Freilegung von Knochen;&lt;br /&gt;
* Dokumentation der Fundlage;&lt;br /&gt;
* Stabilisierung empfindlicher Fossilien;&lt;br /&gt;
* Bergung von Gesteinsblöcken;&lt;br /&gt;
* Transport in die Schweiz;&lt;br /&gt;
* Präparation der Funde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die eigentliche Bergung im Gelände ist häufig nur der erste Schritt. Die Präparation eines grossen Skeletts kann danach mehrere Jahre dauern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Originalskelette ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Sauriermuseum besitzt eine aussergewöhnlich hohe Zahl an originalen Dinosaurierskeletten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Angaben des Museums sind zehn selbst ausgegrabene Originalskelette mit Schädeln aus den eigenen Wyoming-Grabungen ausgestellt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;geschichte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Original bedeutet dabei nicht zwingend, dass jeder einzelne Knochen eines montierten Skeletts fossil erhalten ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fehlende Teile werden bei wissenschaftlichen Montagen häufig ergänzt oder rekonstruiert, damit die Anatomie des vollständigen Tieres gezeigt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Anteil echter Fossilknochen ist bei den verschiedenen Skeletten unterschiedlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== «MaX» ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den bekanntesten Exponaten gehört der Langhalsdinosaurier &#039;&#039;&#039;«MaX»&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Skelett gehört zur Gattung &#039;&#039;Galeamopus&#039;&#039; und wurde aus Funden der Howe Ranch zusammengesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2015 wurde «MaX» als zehnter Original-Dinosaurier der eigenen Grabungen in die Ausstellung integriert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;geschichte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Langhalsdinosaurier wie &#039;&#039;Galeamopus&#039;&#039; gehörten zu den Sauropoden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie zeichneten sich durch:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* einen sehr langen Hals;&lt;br /&gt;
* einen langen Schwanz;&lt;br /&gt;
* einen vergleichsweise kleinen Kopf;&lt;br /&gt;
* massive säulenartige Beine&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie lebten während des Jura und gehörten zu den grössten Landtieren ihrer Zeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kaatedocus siberi ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine besondere wissenschaftliche Verbindung zum Museum besitzt die Dinosaurierart &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Kaatedocus siberi&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Tier gehört zu den Diplodociden, einer Gruppe langhalsiger Dinosaurier aus dem späten Jura Nordamerikas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der wissenschaftliche Artname &#039;&#039;siberi&#039;&#039; ehrt Hans-Jakob Siber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gattung wurde anhand von Material aus der Howe-Fundstelle wissenschaftlich beschrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2012 widmete das Museum &#039;&#039;Kaatedocus siberi&#039;&#039; einen eigenen Ausstellungsteil.&amp;lt;ref name=&amp;quot;geschichte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Beispiel zeigt, dass die Grabungen des Museums nicht nur Ausstellungsstücke lieferten, sondern auch Material für paläontologische Forschung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Diplodocus-Funde ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Grabungen wurden auch bedeutende Fossilien von [[Diplodocus]] gefunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1991 entdeckte das Grabungsteam im Zusammenhang mit einem Diplodocus-Skelett versteinerte Abdrücke von Hautstrukturen, die als Hautlappen beziehungsweise zackenartige Strukturen interpretiert wurden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;lehrpfad&amp;quot;&amp;gt;[https://sauriermuseum.ch/application/files/3717/0740/2457/SMA_Lehrmittel_Loesungen_2024.pdf Dino-Lehrpfad – Lösungen zu den Forschungsaufträgen], Sauriermuseum Aathal, abgerufen am 25. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solche selten erhaltenen Weichteilabdrücke sind für die Rekonstruktion des tatsächlichen Aussehens von Dinosauriern besonders wertvoll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Skelette zeigen zwar den Körperbau, liefern aber nur begrenzte Informationen über Haut, Federn, Körperkonturen und andere Weichteile.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Stegosaurier ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stegosaurier bilden einen weiteren wichtigen Schwerpunkt des Museums.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1997 wurde anlässlich des Eigenfundes des Stegosauriers «Moritz» eine eigene Spezialausstellung eröffnet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;geschichte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stegosaurier lebten im späten Jura und sind vor allem durch die grossen Knochenplatten entlang ihres Rückens sowie durch die Schwanzstacheln bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Museum zeigt mehrere Stegosaurier-Skelette und erläutert ihre Anatomie, Lebensweise und Entwicklung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== «Cheyenne» ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei neueren Grabungen in Wyoming arbeitet das Museum an einem Stegosaurier mit dem Feldnamen &#039;&#039;&#039;«Cheyenne»&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Fundstelle liegt im sogenannten Meilyn Quarry im Südosten Wyomings.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach ersten Einschätzungen des Museumsteams könnten ungefähr 70 Prozent des Skeletts vorhanden sein.&amp;lt;ref name=&amp;quot;cheyenne&amp;quot;&amp;gt;[https://sauriermuseum.ch/download_file/view/161 Jahresbericht des Vereins zur Förderung des Sauriermuseums Aathal], Angaben zu den Ausgrabungen im Meilyn-Steinbruch, abgerufen am 25. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Präparation des Skeletts wurde später im Museum aufgenommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Triceratops «Willard» ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein bedeutendes neueres Exponat ist der [[Triceratops]] &#039;&#039;&#039;«Willard»&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Skelett stammt aus dem US-Bundesstaat North Dakota und gehört nach Angaben des Museums zu den grössten geborgenen Triceratops-Skeletten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;willard&amp;quot;&amp;gt;[https://sauriermuseum.ch/application/files/9216/4500/5874/VFSMA_Jahresbericht_2021.pdf Jahresbericht 2021], Verein zur Förderung des Sauriermuseums Aathal, abgerufen am 25. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Präparation wurde unter Leitung von Yolanda Schicker-Siber durchgeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach einer externen Ausstellungstour kehrte «Willard» nach Aathal zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit dem 10. April 2025 ist das Skelett Bestandteil des Sauriermuseums und soll gemäss Planung mindestens zwei Jahre dort gezeigt werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;direktion&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Tyrannosaurus rex «Trinity» ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Januar 2024 an war im Sauriermuseum zeitweise auch das originale [[Tyrannosaurus rex|Tyrannosaurus-rex]]-Skelett &#039;&#039;&#039;«Trinity»&#039;&#039;&#039; ausgestellt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;trinity&amp;quot;&amp;gt;[https://sauriermuseum.ch/download_file/view/326 Jahresbericht und Einladung 2024], Verein zur Förderung des Sauriermuseums Aathal, abgerufen am 25. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Trinity» besteht aus fossilen Knochen mehrerer Tyrannosaurus-Individuen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Skelett war 2023 in Zürich versteigert und anschliessend von der Phoebus Foundation erworben worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da das geplante Museum der Stiftung noch nicht zur Verfügung stand, konnte das Sauriermuseum Aathal das Skelett vorübergehend präsentieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ausstellung brachte eines der bekanntesten Raubdinosaurier-Skelette zeitweise in unmittelbare Nähe der eigenen Originalsammlung des Museums.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ausstellung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ausstellung umfasst wesentlich mehr als grosse Dinosaurierskelette.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie vermittelt die Entwicklung des Lebens über mehrere hundert Millionen Jahre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den behandelten Themen gehören unter anderem:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Entstehung und Entwicklung der Dinosaurier;&lt;br /&gt;
* Fleisch- und Pflanzenfresser;&lt;br /&gt;
* Sauropoden;&lt;br /&gt;
* Stegosaurier;&lt;br /&gt;
* Flugsaurier;&lt;br /&gt;
* Meeresreptilien;&lt;br /&gt;
* frühe Vögel;&lt;br /&gt;
* Fossilien der Schweiz;&lt;br /&gt;
* Meteoriten;&lt;br /&gt;
* Massenaussterben;&lt;br /&gt;
* Evolution;&lt;br /&gt;
* fossile Pflanzen;&lt;br /&gt;
* fossile Fische;&lt;br /&gt;
* Trilobiten;&lt;br /&gt;
* Bernstein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Originalfossilien werden mit Rekonstruktionen, Modellen, Illustrationen und erklärenden Texten kombiniert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Spezialausstellungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Konzept des Museums sieht regelmässige thematische Spezialausstellungen vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viele dieser Ausstellungen wurden später dauerhaft in die Gesamtausstellung integriert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2023 entstanden 25 solche Ausstellungsteile.&amp;lt;ref name=&amp;quot;geschichte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu gehörten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* 1992 «Dinosaurier in Aathal»;&lt;br /&gt;
* 1996 «Eier, Embryos und Babys»;&lt;br /&gt;
* 1997 «Stegosaurus»;&lt;br /&gt;
* 1997 «Dinosaurier im Film»;&lt;br /&gt;
* 1998 «Dinomania»;&lt;br /&gt;
* 2003 «Flugsaurier»;&lt;br /&gt;
* 2003 «Meeresmonster der Urzeit»;&lt;br /&gt;
* 2005 «Gefiederte Dinosaurier»;&lt;br /&gt;
* 2006 «Saurier der Schweiz»;&lt;br /&gt;
* 2010 «Echse trifft Dino»;&lt;br /&gt;
* 2011 «Die Dinosaurier von Europa»;&lt;br /&gt;
* 2012 «Archaeopteryx»;&lt;br /&gt;
* 2012 «Kaatedocus siberi»;&lt;br /&gt;
* 2013 «Bernstein – das Gold des Meeres»;&lt;br /&gt;
* 2015 «MaX der Urweltgigant»;&lt;br /&gt;
* 2016 «DinoComics &amp;amp; Cartoons»;&lt;br /&gt;
* 2017 «Wunderwelt fossiles Holz»;&lt;br /&gt;
* 2019 «Trilobiten und Seeskorpione»;&lt;br /&gt;
* 2020 «Meteoriten und der Untergang der Dinosaurier»;&lt;br /&gt;
* 2022 «Megalodon – Räuber der Urmeere»;&lt;br /&gt;
* 2023 «Fische – eine Erfolgsgeschichte der Evolution».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch ist im Laufe der Zeit eine umfangreiche Dauerausstellung entstanden, die weit über Dinosaurier allein hinausgeht.&amp;lt;ref name=&amp;quot;geschichte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Dinosaurier der Schweiz ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein eigener Ausstellungsschwerpunkt widmet sich Dinosauriern und anderen Fossilien aus der Schweiz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl die Schweiz heute stark durch die Alpen geprägt ist, sah die Landschaft während des Erdmittelalters völlig anders aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Teile des heutigen Landes lagen zeitweise:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* unter tropischen Meeren;&lt;br /&gt;
* auf Inseln;&lt;br /&gt;
* in flachen Küstenlandschaften;&lt;br /&gt;
* in Lebensräumen, die von Dinosauriern genutzt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders bekannte Schweizer Dinosaurierfundstellen liegen bei [[Frick AG|Frick]] im Kanton Aargau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dort wurden zahlreiche Skelette des frühen Langhalsdinosauriers [[Plateosaurus]] entdeckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch fossile Dinosaurierspuren sind aus verschiedenen Regionen der Schweiz bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gefiederte Dinosaurier ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 2005 besitzt das Museum einen Ausstellungsteil zu gefiederten Dinosauriern.&amp;lt;ref name=&amp;quot;geschichte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fossilien aus China und anderen Regionen haben seit den 1990er-Jahren wesentlich dazu beigetragen, das Bild der Dinosaurier zu verändern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute gilt als wissenschaftlich gesichert, dass Vögel eine überlebende Gruppe theropoder Dinosaurier sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viele nicht flugfähige Dinosaurier besassen ebenfalls Federn oder federähnliche Körperbedeckungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Museum erläutert damit auch die enge evolutionäre Verbindung zwischen Dinosauriern und heutigen Vögeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Flugsaurier ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Flugsaurier werden ebenfalls präsentiert, obwohl sie wissenschaftlich nicht zu den Dinosauriern gehören.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie bilden eine eigenständige Gruppe fliegender Reptilien, die während des Erdmittelalters lebte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ausstellung erläutert unter anderem:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Aufbau der Flügel;&lt;br /&gt;
* Entwicklung des aktiven Fluges;&lt;br /&gt;
* Körpergrösse;&lt;br /&gt;
* Ernährung;&lt;br /&gt;
* unterschiedliche Flugsauriergruppen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Flugsaurier lebten zur gleichen Zeit wie Dinosaurier, waren aber keine Dinosaurier.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Meeresreptilien ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch grosse Meeresreptilien des Erdmittelalters gehören zum Themenbereich des Museums.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu zählen beispielsweise:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ichthyosaurier;&lt;br /&gt;
* Plesiosaurier;&lt;br /&gt;
* Mosasaurier.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebenso wie Flugsaurier werden diese Tiere im Alltag häufig als «Saurier» bezeichnet, gehören aber nicht zu den Dinosauriern im engeren wissenschaftlichen Sinn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Vergleich verschiedener Tiergruppen hilft, die Vielfalt der Reptilien im Erdmittelalter zu erklären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Megalodon ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 2022 ist ein Ausstellungsteil dem riesigen fossilen Hai [[Megalodon]] gewidmet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;geschichte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Megalodon lebte viele Millionen Jahre nach dem Aussterben der nicht-vogelartigen Dinosaurier.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Art gehört deshalb nicht zum Erdmittelalter, sondern zeigt die weitere Entwicklung grosser Meeresräuber im Känozoikum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders bekannt sind die grossen fossilen Zähne des Tieres.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Meteoriten und Dinosauriersterben ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein 2020 eröffneter Ausstellungsteil behandelt Meteoriten und das Massenaussterben am Ende der Kreidezeit.&amp;lt;ref name=&amp;quot;geschichte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor rund 66 Millionen Jahren schlug ein grosser Asteroid im Gebiet der heutigen Halbinsel Yucatán ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Einschlag hinterliess den Chicxulub-Krater und hatte globale Auswirkungen auf Klima und Ökosysteme.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Verbindung mit weiteren Umweltveränderungen führte dies zum Aussterben zahlreicher Tier- und Pflanzengruppen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die nicht-vogelartigen Dinosaurier verschwanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Linie der Vögel überlebte dagegen bis heute.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fossiles Holz ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 2017 besitzt das Museum einen Ausstellungsteil unter dem Titel «Wunderwelt fossiles Holz».&amp;lt;ref name=&amp;quot;geschichte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Versteinertes Holz entsteht, wenn organisches Pflanzenmaterial unter geeigneten Bedingungen durch Mineralien ersetzt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solche Fossilien können:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zellstrukturen;&lt;br /&gt;
* Jahresringe;&lt;br /&gt;
* Wachstumsmuster;&lt;br /&gt;
* Spuren von Krankheiten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
über Millionen Jahre erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit liefern sie wichtige Informationen über frühere Vegetation und Klimabedingungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Präparation ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein wichtiger Bereich des Museums ist die Fossilpräparation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach einer Ausgrabung befinden sich Knochen häufig noch vollständig oder teilweise im umgebenden Gestein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Präparatorinnen und Präparatoren entfernen dieses Material mit feinen Werkzeugen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei kommen unter anderem zum Einsatz:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Druckluftstichel;&lt;br /&gt;
* kleine Bohrer;&lt;br /&gt;
* Nadeln;&lt;br /&gt;
* Bürsten;&lt;br /&gt;
* Klebstoffe;&lt;br /&gt;
* Festigungsmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Vorgang erfordert grosse Sorgfalt, da Fossilien spröde und empfindlich sein können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schaulabor ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besucherinnen und Besucher können im Museum teilweise direkt beobachten, wie Fossilien präpariert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Schaulabor verbindet die Ausstellung mit der praktischen wissenschaftlichen Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dort werden sowohl kleinere Fossilien als auch Bestandteile grosser Dinosaurierskelette bearbeitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zeitweise übernimmt das Präparationsteam auch Arbeiten an Fossilien anderer Institutionen. Dazu gehörten beispielsweise Plateosaurier-Funde aus Frick.&amp;lt;ref name=&amp;quot;praeparation&amp;quot;&amp;gt;[https://sauriermuseum.ch/download_file/view/326 Jahresbericht des VFSMA], Abschnitt Wissenschaft, Ausgrabungen und Präparation, abgerufen am 25. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Forschung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Sauriermuseum ist kein Hochschulinstitut, arbeitet aber mit Fachleuten und wissenschaftlichen Institutionen zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die eigenen Funde werden für paläontologische Untersuchungen zur Verfügung gestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für Spezialausstellungen arbeitet das Museum mit Expertinnen und Experten der jeweiligen Fachgebiete zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch sollen die Ausstellungen dem aktuellen Forschungsstand angepasst werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;geschichte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wissenschaftliche Bedeutung besitzen insbesondere:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Dinosaurierskelette aus Wyoming;&lt;br /&gt;
* Schädelmaterial;&lt;br /&gt;
* Hautabdrücke;&lt;br /&gt;
* stratigrafisch dokumentierte Grabungsfunde;&lt;br /&gt;
* vergleichende anatomische Informationen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== DinoGiardino ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Museum gehört ein Aussenbereich mit der Bezeichnung &#039;&#039;&#039;DinoGiardino&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dort befinden sich unter anderem lebensgrosse Dinosauriermodelle und familienorientierte Angebote.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bereich ergänzt die wissenschaftlichen Exponate im Museumsgebäude durch dreidimensionale Rekonstruktionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2025 unterstützte der Verein zur Förderung des Sauriermuseums die weitere Gestaltung des DinoGiardino mit einem Beitrag von 25&#039;000 Franken, insbesondere für Dinosauriermodelle.&amp;lt;ref name=&amp;quot;direktion&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Angebote für Kinder und Schulen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Museum richtet sich stark an Familien und Schulklassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu gehören:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Lernaufträge;&lt;br /&gt;
* Führungen;&lt;br /&gt;
* Arbeitsblätter;&lt;br /&gt;
* Dino-Lehrpfad;&lt;br /&gt;
* Veranstaltungen;&lt;br /&gt;
* Fossilien- und Präparationsvermittlung;&lt;br /&gt;
* interaktive Stationen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schülerinnen und Schüler sollen dabei nicht nur Dinosauriernamen kennenlernen, sondern auch nachvollziehen, wie paläontologische Erkenntnisse entstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Dino-Lehrpfad enthält Forschungsaufträge zu verschiedenen Teilen der Ausstellung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;lehrpfad&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verein zur Förderung des Sauriermuseums Aathal ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Museum wird durch den &#039;&#039;&#039;Verein zur Förderung des Sauriermuseums Aathal&#039;&#039;&#039; (VFSMA) unterstützt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Verein fördert unter anderem:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* wissenschaftliche Projekte;&lt;br /&gt;
* Ausgrabungen;&lt;br /&gt;
* Präparation;&lt;br /&gt;
* Ausstellungen;&lt;br /&gt;
* Neuanschaffungen;&lt;br /&gt;
* Veranstaltungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mitglieder erhalten Zugang zu besonderen Veranstaltungen, Vorträgen und Exkursionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Förderverein unterstützt das Museum auch finanziell bei einzelnen Projekten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Besucher ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Sauriermuseum entwickelte sich seit seiner Gründung zu einem bekannten Ausflugsziel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits die ersten Dinosaurierausstellungen vor der eigentlichen Museumsgründung zogen zahlreiche Besucher an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis zum 30-jährigen Bestehen des Museums im Jahr 2022 waren nach Angaben des Fördervereins mehr als eine Million Besucherinnen und Besucher aus verschiedenen Ländern gezählt worden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;million&amp;quot;&amp;gt;[https://sauriermuseum.ch/application/files/9516/4500/5874/VFSMA_Mitgliederbeitrag_2022.pdf Sauriermuseum Aathal – 30-jähriges Bestehen], Verein zur Förderung des Sauriermuseums Aathal, 2022, abgerufen am 25. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Museum richtet sich sowohl an Familien und Schulen als auch an Besucher mit vertieftem Interesse an Paläontologie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedeutung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Sauriermuseum Aathal nimmt innerhalb der Schweizer Museumslandschaft eine besondere Stellung ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anders als viele naturhistorische Museen entstand es aus einer privaten Initiative und entwickelte seine Sammlung zu einem erheblichen Teil durch eigene Feldarbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders charakteristisch sind:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* zahlreiche originale Dinosaurierknochen;&lt;br /&gt;
* selbst ausgegrabene Skelette;&lt;br /&gt;
* eigene Grabungstätigkeit in Nordamerika;&lt;br /&gt;
* Präparation im Museum;&lt;br /&gt;
* Verbindung von Forschung und Publikumsvermittlung;&lt;br /&gt;
* kontinuierlich erweiterte Spezialausstellungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach eigener Einschätzung gehört das Museum aufgrund der Vielfalt der Exponate, der didaktischen Präsentation und der grossen Zahl an Originalen zu den bedeutenden Dinosaurierausstellungen Europas.&amp;lt;ref name=&amp;quot;geschichte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Erreichbarkeit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Museum ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Bahnhof Aathal]] liegt wenige Gehminuten entfernt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von dort bestehen Bahnverbindungen in Richtung:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Uster]];&lt;br /&gt;
* [[Zürich]];&lt;br /&gt;
* [[Wetzikon ZH|Wetzikon]];&lt;br /&gt;
* [[Hinwil]];&lt;br /&gt;
* weitere Orte im [[Zürcher Oberland]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch mit dem Auto ist das Museum über die Hauptstrasse durch das Aathal erreichbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund des starken Besucheraufkommens können an besonders gut besuchten Tagen die Parkmöglichkeiten in der unmittelbaren Umgebung begrenzt sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Umgebung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Museum liegt in einer Region mit mehreren bekannten Ausflugszielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der näheren Umgebung befinden sich unter anderem:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Juckerhof]];&lt;br /&gt;
* [[Pfäffikersee]];&lt;br /&gt;
* [[Robenhauser Riet]];&lt;br /&gt;
* [[Uster]];&lt;br /&gt;
* [[Wetzikon ZH]];&lt;br /&gt;
* [[Zürcher Oberland]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch lässt sich der Museumsbesuch mit Wanderungen und weiteren Ausflügen kombinieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Aathal]]&lt;br /&gt;
* [[Seegräben]]&lt;br /&gt;
* [[Bahnhof Aathal]]&lt;br /&gt;
* [[Zürcher Oberland]]&lt;br /&gt;
* [[Paläontologie]]&lt;br /&gt;
* [[Dinosaurier]]&lt;br /&gt;
* [[Diplodocus]]&lt;br /&gt;
* [[Stegosaurus]]&lt;br /&gt;
* [[Triceratops]]&lt;br /&gt;
* [[Tyrannosaurus rex]]&lt;br /&gt;
* [[Plateosaurus]]&lt;br /&gt;
* [[Megalodon]]&lt;br /&gt;
* [[Naturama Aargau]]&lt;br /&gt;
* [[Naturhistorisches Museum Basel]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://sauriermuseum.ch/ Offizielle Website des Sauriermuseums Aathal]&lt;br /&gt;
* [https://sauriermuseum.ch/ausstellung Informationen zur Ausstellung]&lt;br /&gt;
* [https://sauriermuseum.ch/angebote Angebote des Museums]&lt;br /&gt;
* [https://sauriermuseum.ch/verein Verein zur Förderung des Sauriermuseums Aathal]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Sauriermuseum Aathal}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Museum im Kanton Zürich]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Naturkundemuseum in der Schweiz]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Paläontologisches Museum]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Dinosauriermuseum]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Seegräben]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Zürcher Oberland]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gegründet 1992]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Nick Frei</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://helvetia.wiki/de/index.php?title=Rote_Fabrik&amp;diff=2980</id>
		<title>Rote Fabrik</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://helvetia.wiki/de/index.php?title=Rote_Fabrik&amp;diff=2980"/>
		<updated>2026-08-25T22:41:07Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Nick Frei: Die Seite wurde neu angelegt: «{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;float:right; width:315px; margin:0 0 1em 1em;&amp;quot; ! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; | Rote Fabrik |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Art&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | Kulturzentrum |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Ort&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | Zürich |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Quartier&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | Wollishofen |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Adresse&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | Seestrasse 395, 8038 Zürich |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Ursprüngliche Nutzung&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | Seidenweberei |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Bauzeit&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | 1892–1895 |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Architekten&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | Carl Arnold Séquin-Bronner, Emil Schmid-Kerez |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Eigentümer&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | Stadt Zürich |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Kulturbe…»&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;float:right; width:315px; margin:0 0 1em 1em;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; | Rote Fabrik&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Art&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Kulturzentrum&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Ort&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| [[Zürich]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Quartier&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| [[Wollishofen]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Adresse&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Seestrasse 395, 8038 Zürich&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Ursprüngliche Nutzung&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Seidenweberei&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Bauzeit&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| 1892–1895&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Architekten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Carl Arnold Séquin-Bronner, Emil Schmid-Kerez&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Eigentümer&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Stadt Zürich&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Kulturbetrieb seit&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| 1980&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Definitiver Kulturbetrieb seit&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| 1987&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Denkmalschutz&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Inventar der kantonalen Denkmalpflege seit 1981&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Koordinaten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| {{Coordinate|NS=47.34333|EW=8.53667}}&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Website&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| [https://rotefabrik.ch/ rotefabrik.ch]&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Rote Fabrik&#039;&#039;&#039; ist ein Kulturzentrum in [[Wollishofen]] im [[Kreis 2 (Zürich)|Kreis 2]] der Stadt [[Zürich]]. Der direkt am [[Zürichsee]] gelegene ehemalige Industriekomplex wurde zwischen 1892 und 1895 als mechanische Seidenweberei errichtet. Seit 1980 wird das Areal für einen weitgehend selbstverwalteten Kultur- und Veranstaltungsbetrieb genutzt; 1987 stimmten die Zürcher Stimmberechtigten der dauerhaften Nutzung als Kulturzentrum zu.&amp;lt;ref name=&amp;quot;stadtgeschichte&amp;quot;&amp;gt;Stadt Zürich: [https://www.stadt-zuerich.ch/content/dam/web/de/bildung/volksschule/unterricht/gang-dur-zueri/zuerich-unterwegs/b.1.5.-rund-ums-seebecken-lp.pdf Rund ums Seebecken – Rote Fabrik], abgerufen am 26. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rote Fabrik entwickelte sich zu einem der bekanntesten alternativen Kulturzentren der Schweiz. Das Programm umfasst Konzerte, Theater, Tanz, Film, Ausstellungen, politische und gesellschaftliche Veranstaltungen sowie verschiedene Produktions- und Atelierangebote. Auf dem Areal befinden sich unter anderem die &#039;&#039;&#039;Aktionshalle&#039;&#039;&#039;, das &#039;&#039;&#039;Fabriktheater&#039;&#039;&#039;, der &#039;&#039;&#039;Clubraum&#039;&#039;&#039;, die [[Shedhalle]] und das Restaurant &#039;&#039;&#039;Ziegel oh Lac&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Geschichte des Kulturzentrums ist eng mit den gesellschaftlichen Auseinandersetzungen um Kulturpolitik und Freiräume in Zürich verbunden. Insbesondere während der [[Zürcher Jugendunruhen]] von 1980 wurde die Forderung nach selbstbestimmten Kulturorten zu einem wichtigen politischen Thema.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lage ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rote Fabrik befindet sich an der Seestrasse 395 im südlichen Teil von Wollishofen unmittelbar am linken Ufer des Zürichsees.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Areal liegt zwischen der Seestrasse und dem See. Nördlich befindet sich der [[Bahnhof Zürich Wollishofen]], südlich führt der Uferweg weiter in Richtung [[Zürich-Leimbach|Stadtgrenze]] und [[Kilchberg ZH|Kilchberg]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Lage direkt am Wasser gehört zu den charakteristischen Merkmalen des Kulturzentrums. Mehrere Aussenbereiche öffnen sich zum See, und das Areal ist in den öffentlichen Seeuferweg eingebunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Coordinate|NS=47.34333|EW=8.53667}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Industriegeschichte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Seidenindustrie in Zürich ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Entstehung der Roten Fabrik steht im Zusammenhang mit der grossen Bedeutung der Textilindustrie für Zürich im 19. Jahrhundert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Stadt und der Kanton Zürich gehörten zu den wichtigsten Zentren der schweizerischen Baumwoll- und Seidenindustrie. Neben zahlreichen Betrieben im Zürcher Oberland entstanden auch innerhalb und am Rand der Stadt Fabriken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wollishofen war zwar weniger stark industrialisiert als [[Zürich-West]] oder [[Oerlikon]], doch siedelten sich entlang des Zürichsees mehrere Gewerbe- und Industriebetriebe an.&amp;lt;ref name=&amp;quot;quartierspiegel&amp;quot;&amp;gt;Stadt Zürich, Statistik Stadt Zürich: [https://www.stadt-zuerich.ch/content/dam/web/de/politik-verwaltung/statistik-und-daten/publikationen-dienstleistungen/publikationen/quartierspiegel/pdf/Quartierspiegel_021-Wollishofen_2025.pdf Quartierspiegel Wollishofen 2025], abgerufen am 26. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mechanische Seidenweberei Henneberg ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der heutige Fabrikkomplex entstand in den 1890er-Jahren als &#039;&#039;&#039;Mechanische Seidenstoffweberei Henneberg&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gebäude wurden zwischen 1892 und 1895 errichtet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;instandsetzung&amp;quot;&amp;gt;Stadt Zürich: [https://www.stadt-zuerich.ch/de/planen-und-bauen/portfolio/bauten-anlagen/kulturbauten/rote-fabrik.html Instandsetzung Rote Fabrik Kopfteil Trakt B], abgerufen am 26. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An der Planung waren insbesondere die Architekten &#039;&#039;&#039;Carl Arnold Séquin-Bronner&#039;&#039;&#039; und &#039;&#039;&#039;Emil Schmid-Kerez&#039;&#039;&#039; beteiligt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;seeuferplanung&amp;quot;&amp;gt;Stadt Zürich: &#039;&#039;Testplanung Seeufer Wollishofen&#039;&#039;, Angaben zur Roten Fabrik, abgerufen am 26. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Carl Arnold Séquin-Bronner war einer der bedeutenden Schweizer Industriearchitekten seiner Zeit und entwarf zahlreiche Fabrikbauten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Fabrik in Wollishofen war eines der ersten repräsentativen Industriegebäude dieses damals noch ländlich geprägten Stadtteils.&amp;lt;ref name=&amp;quot;instandsetzung&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Architektur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rote Fabrik verdankt ihren heutigen Namen den charakteristischen Fassaden aus rotem Sichtbackstein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Ensemble besteht hauptsächlich aus den drei historischen Gebäudetrakten &#039;&#039;&#039;A&#039;&#039;&#039;, &#039;&#039;&#039;B&#039;&#039;&#039; und &#039;&#039;&#039;C&#039;&#039;&#039;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;instandsetzung&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bauten wurden als moderne Stahl-Skelettkonstruktionen ausgeführt und mit Backsteinfassaden verkleidet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Bauweise ermöglichte vergleichsweise grosse und flexibel nutzbare Produktionsräume.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Historistische Gestaltung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl es sich um Industriebauten handelte, wurden die Fassaden aufwendig gestaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den charakteristischen architektonischen Elementen gehören:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* rote Sichtbacksteinfassaden;&lt;br /&gt;
* Rund- und Flachbogenfenster;&lt;br /&gt;
* Schlusssteine über den Fensteröffnungen;&lt;br /&gt;
* vertikale Lisenen;&lt;br /&gt;
* horizontale Gurtgesimse;&lt;br /&gt;
* langgestreckte Blendfelder;&lt;br /&gt;
* ornamentierte Dachgesimse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;instandsetzung&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Architektur ist ein typisches Beispiel für den späthistoristischen Industriebau des ausgehenden 19. Jahrhunderts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die technischen Konstruktionen wurden dabei bewusst mit dekorativen Elementen verbunden, um den Fabrikgebäuden einen repräsentativen Charakter zu geben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Produktionshallen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ehemaligen Produktionshallen erhielten grosse Fenster und Oberlichter, um die Arbeitsplätze möglichst gut mit Tageslicht zu versorgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Charakteristisch sind die satteldachförmigen Oberlichtkonstruktionen über Teilen der Hallen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;seeuferplanung&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Skelettbauweise blieben die Innenräume weitgehend frei von massiven Zwischenwänden. Diese ursprünglich für industrielle Produktion geschaffene Flexibilität erwies sich später als besonders geeignet für Theater-, Konzert- und Veranstaltungsräume.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Entwicklung nach der Seidenweberei ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktion von Seidenstoffen wurde im Verlauf des 20. Jahrhunderts eingestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1940 übernahm die &#039;&#039;&#039;Standard Telephon und Radio AG&#039;&#039;&#039; den Fabrikkomplex.&amp;lt;ref name=&amp;quot;quartierspiegel&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Unternehmen nutzte die Gebäude für die Herstellung beziehungsweise Entwicklung von Geräten der Fernmelde- und Elektrotechnik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Später verloren die Industriebauten ihre ursprüngliche Bedeutung. Teile des Areals wurden nur noch eingeschränkt genutzt oder dienten als Lagerflächen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kauf durch die Stadt Zürich ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1972 erwarb die Stadt Zürich die ehemalige Fabrikanlage.&amp;lt;ref name=&amp;quot;instandsetzung&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ursprünglich war vorgesehen, den Gebäudekomplex abzubrechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Seestrasse sollte verbreitert und gleichzeitig die Situation entlang des Seeufers neu gestaltet werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;stadtgeschichte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit schien der Fortbestand der historischen Fabrik zunächst nicht gesichert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Initiative für ein Kulturzentrum ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1973 wurde eine Volksinitiative lanciert, die den Erhalt der Fabrik und ihre Umwandlung in ein Kultur- und Begegnungszentrum verlangte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;stadtgeschichte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Initiative entstand vor dem Hintergrund einer breiteren Diskussion über fehlende Räume für:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* alternative Kultur;&lt;br /&gt;
* experimentelles Theater;&lt;br /&gt;
* Musik;&lt;br /&gt;
* Jugendliche;&lt;br /&gt;
* nicht etablierte Kunstformen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch der Schweizerische Werkbund beschäftigte sich in dieser Zeit mit der Idee einer flexibel nutzbaren &#039;&#039;&#039;Aktionshalle&#039;&#039;&#039; für Zürich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die grossen, frei bespielbaren Räume der ehemaligen Fabrik erschienen dafür besonders geeignet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;fabrikzeitung&amp;quot;&amp;gt;IG Rote Fabrik: &#039;&#039;Fabrikzeitung&#039;&#039;, Nr. 362, «Lasst uns die Rote Fabrik», historische Beiträge zur Entstehung des Kulturzentrums.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Volksabstimmung von 1977 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 25. September 1977 stimmte die Zürcher Bevölkerung über die zukünftige Nutzung der Roten Fabrik ab.&amp;lt;ref name=&amp;quot;stadtarchiv1977&amp;quot;&amp;gt;Stadtarchiv Zürich: &#039;&#039;Volksinitiative für ein Kultur- und Freizeitzentrum Rote Fabrik und Gemeindeabstimmung 25. Sept. 1977&#039;&#039;, Archivbestand Präsidialabteilung.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Stimmberechtigten sprachen sich für die Erhaltung und kulturelle Nutzung des Areals aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz des Abstimmungsergebnisses wurde das Kulturzentrum jedoch nicht unmittelbar in der vorgesehenen Form realisiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den folgenden Jahren blieb die Frage der konkreten Nutzung umstritten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zürcher Jugendbewegung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ende der 1970er-Jahre wuchs insbesondere unter jungen Menschen die Kritik an der offiziellen Zürcher Kulturpolitik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein zentraler Streitpunkt war das Fehlen selbstverwalteter Räume für:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Rock- und Popmusik;&lt;br /&gt;
* unabhängiges Theater;&lt;br /&gt;
* alternative Kunst;&lt;br /&gt;
* politische Veranstaltungen;&lt;br /&gt;
* Treffpunkte der Jugendkultur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gleichzeitig investierte die Stadt grosse Summen in etablierte Kulturinstitutionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Auseinandersetzung eskalierte 1980 in den [[Zürcher Jugendunruhen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Opernhauskrawalle ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 30. Mai 1980 kam es vor dem [[Opernhaus Zürich]] zu schweren Auseinandersetzungen zwischen Demonstrierenden und Polizei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auslöser war unter anderem die städtische Kulturpolitik. Die Stadt stellte erhebliche finanzielle Mittel für den Umbau des Opernhauses bereit, während Forderungen nach einem autonomen Jugendzentrum über längere Zeit nicht erfüllt worden waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ereignisse wurden zum Ausgangspunkt einer breiten Jugendbewegung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu ihren bekanntesten Forderungen gehörten autonome und selbstverwaltete Kultur- und Jugendräume.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rote Fabrik erhielt in diesem Zusammenhang zusätzliche politische Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Interessengemeinschaft Rote Fabrik ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1980 wurde die &#039;&#039;&#039;Interessengemeinschaft Rote Fabrik&#039;&#039;&#039; (IG Rote Fabrik) gegründet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;stadtarchivig&amp;quot;&amp;gt;Stadtarchiv Zürich: &#039;&#039;Verein Interessengemeinschaft Rote Fabrik – Statuten und Unterlagen 1980&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Organisation übernahm wesentliche Aufgaben bei Aufbau und Betrieb des Kulturzentrums.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein wichtiges Prinzip war und ist eine möglichst kollektive und selbstbestimmte Organisation des Kulturbetriebs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Interessengemeinschaft besteht aus verschiedenen Bereichen und Arbeitsgruppen, die Veranstaltungen, Infrastruktur und kulturelle Projekte organisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Eröffnung des Kulturbetriebs 1980 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1980 wurde der Kulturbetrieb in der Roten Fabrik provisorisch aufgenommen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;stadtgeschichte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst war ein siebenjähriger Versuchsbetrieb vorgesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Musik und Theater bildeten von Beginn an wichtige Programmschwerpunkte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rote Fabrik entwickelte sich rasch zu einem Treffpunkt der alternativen Zürcher Kultur- und Jugendbewegung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben klassischen Kulturveranstaltungen entstanden zahlreiche weitere Angebote und Projekte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Volksabstimmung von 1987 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach sieben Jahren provisorischen Betriebs entschieden die Zürcher Stimmberechtigten am &#039;&#039;&#039;6. Dezember 1987&#039;&#039;&#039; erneut über die Rote Fabrik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bevölkerung sprach sich für die definitive Nutzung des Areals als Kulturzentrum und die dafür erforderlichen städtischen Mittel aus.&amp;lt;ref name=&amp;quot;abstimmung1987&amp;quot;&amp;gt;Stadtarchiv Zürich: Unterlagen zur Gemeindeabstimmung vom 6. Dezember 1987, Rote Fabrik.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit wurde aus dem zunächst provisorischen Experiment eine dauerhaft etablierte Kulturinstitution.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 1987 wird das Fabrikareal offiziell als Kultur- und Freizeitbetrieb geführt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;instandsetzung&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Denkmalschutz ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die historischen Gebäudetrakte A, B und C wurden 1981 in das Inventar der kantonalen Denkmalpflege aufgenommen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;instandsetzung&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anlage gilt als bedeutendes Beispiel der Zürcher Industriearchitektur des späten 19. Jahrhunderts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben ihrem architektonischen Wert besitzt sie auch industrie-, sozial- und kulturgeschichtliche Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rote Fabrik ist als Kulturgut von regionaler Bedeutung eingestuft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kulturbetrieb ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Programm der Roten Fabrik ist bewusst breit angelegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den regelmässigen Angeboten gehören:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Konzerte;&lt;br /&gt;
* Theater;&lt;br /&gt;
* Tanz;&lt;br /&gt;
* Performance;&lt;br /&gt;
* Film;&lt;br /&gt;
* Lesungen;&lt;br /&gt;
* Diskussionen;&lt;br /&gt;
* politische Veranstaltungen;&lt;br /&gt;
* Workshops;&lt;br /&gt;
* Festivals;&lt;br /&gt;
* Ausstellungen;&lt;br /&gt;
* Projekte für Kinder und Jugendliche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schwerpunkt liegt traditionell auf unabhängigen und experimentellen Kulturformen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Musik ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konzerte gehören seit Beginn des Kulturbetriebs zu den wichtigsten Aktivitäten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Roten Fabrik traten sowohl lokale Künstlerinnen und Künstler als auch international bekannte Bands auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den Musikern und Gruppen, die im Lauf der Geschichte dort spielten, gehören unter anderem:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Nirvana;&lt;br /&gt;
* Red Hot Chili Peppers;&lt;br /&gt;
* Bad Religion;&lt;br /&gt;
* Manu Chao.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;tourismus&amp;quot;&amp;gt;Zürich Tourismus: [https://www.zuerich.com/de/besuchen/bars-lounges/rote-fabrik Rote Fabrik], abgerufen am 26. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mehrere später international erfolgreiche Bands traten bereits in der Roten Fabrik auf, bevor sie einem breiten europäischen Publikum bekannt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Aktionshalle ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &#039;&#039;&#039;Aktionshalle&#039;&#039;&#039; ist einer der grössten Veranstaltungsräume des Kulturzentrums.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie befindet sich in Trakt B und wird vor allem für:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Konzerte;&lt;br /&gt;
* grössere Theaterproduktionen;&lt;br /&gt;
* Performances;&lt;br /&gt;
* Festivals;&lt;br /&gt;
* Tanzveranstaltungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
genutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der jüngsten Instandsetzung bietet die Halle bei Veranstaltungen Platz für bis zu &#039;&#039;&#039;1300 Besucherinnen und Besucher&#039;&#039;&#039;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;sanierung2025&amp;quot;&amp;gt;Stadt Zürich: [https://www.stadt-zuerich.ch/de/aktuell/medienmitteilungen/2025/07/rote-fabrik-historische-bausubstanz.html Rote Fabrik: Historische Bausubstanz mit neuem Aufbau vereint], 8. Juli 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fabriktheater ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &#039;&#039;&#039;Fabriktheater&#039;&#039;&#039; ist ein kleinerer Theater- und Aufführungsraum innerhalb der Roten Fabrik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wird insbesondere für:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* zeitgenössisches Theater;&lt;br /&gt;
* Tanz;&lt;br /&gt;
* Performance;&lt;br /&gt;
* experimentelle Produktionen;&lt;br /&gt;
* Gastspiele&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
genutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Raum besitzt eine flexible Bühne und Tribüne und kann je nach Produktion unterschiedlich eingerichtet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Clubraum ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;&#039;Clubraum&#039;&#039;&#039; wird hauptsächlich für kleinere Konzerte, Clubveranstaltungen und weitere kulturelle Formate verwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund seiner geringeren Grösse bietet er einen deutlich intimeren Rahmen als die Aktionshalle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Shedhalle ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Shedhalle}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &#039;&#039;&#039;Shedhalle&#039;&#039;&#039; ist eine Institution für zeitgenössische Kunst auf dem Areal der Roten Fabrik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie wurde 1985 als dauerhafter Ausstellungsort eröffnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Programm entwickelte sich zunehmend in Richtung experimenteller und gesellschaftskritischer Kunst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Shedhalle beschäftigt sich unter anderem mit:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* zeitgenössischer Kunst;&lt;br /&gt;
* gesellschaftspolitischen Themen;&lt;br /&gt;
* feministischen Positionen;&lt;br /&gt;
* postkolonialen Fragestellungen;&lt;br /&gt;
* Performance;&lt;br /&gt;
* transdisziplinären Projekten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie ist organisatorisch eigenständig, gehört aber räumlich und kulturgeschichtlich eng zum Gesamtareal der Roten Fabrik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ziegel oh Lac ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Restaurant &#039;&#039;&#039;Ziegel oh Lac&#039;&#039;&#039; befindet sich unmittelbar am Zürichsee auf dem Areal der Roten Fabrik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wurde 1985 eröffnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name ist ein Wortspiel mit dem französischen Ausdruck &#039;&#039;au lac&#039;&#039; und dem für die Fabrik charakteristischen Backstein beziehungsweise Ziegel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Restaurant entwickelte sich zu einem wichtigen sozialen Treffpunkt des Kulturzentrums.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insbesondere im Sommer wird der Aussenbereich direkt am See stark genutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fabrikzeitung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein bekanntes publizistisches Projekt der Roten Fabrik ist die &#039;&#039;&#039;Fabrikzeitung&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie behandelt kulturelle, politische und gesellschaftliche Themen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zeitung entwickelte sich zu einem eigenständigen Medium, das nicht nur über Veranstaltungen der Roten Fabrik berichtet, sondern Raum für:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Essays;&lt;br /&gt;
* politische Debatten;&lt;br /&gt;
* Kunst;&lt;br /&gt;
* Literatur;&lt;br /&gt;
* Gesellschaftskritik&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
bietet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ateliers ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein bedeutender Teil der Roten Fabrik dient nicht dem öffentlichen Veranstaltungsbetrieb, sondern der kulturellen Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dem Areal befinden sich zahlreiche Ateliers für professionelle Kulturschaffende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Abschluss der Instandsetzung von 2025 vermietet die Kulturabteilung der Stadt Zürich insgesamt &#039;&#039;&#039;49 Ateliers&#039;&#039;&#039; in der Roten Fabrik.&amp;lt;ref name=&amp;quot;sanierung2025&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie werden unter anderem von Kulturschaffenden aus den Bereichen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* bildende Kunst;&lt;br /&gt;
* Film;&lt;br /&gt;
* Literatur&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
genutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
21 dieser Ateliers wurden 2025 neu geschaffen beziehungsweise durch Umnutzungen zusätzlich verfügbar gemacht.&amp;lt;ref name=&amp;quot;sanierung2025&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Artists in Residence ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 2008 betreibt die IG Rote Fabrik ein &#039;&#039;&#039;Artists-in-Residence-Programm&#039;&#039;&#039;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;air&amp;quot;&amp;gt;IG Rote Fabrik: &#039;&#039;Jahresbericht 2022&#039;&#039;, Abschnitt Artists in Residence.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es richtet sich an professionelle Kunst- und Kulturschaffende aus dem Ausland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den vertretenen Bereichen gehören:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* bildende Kunst;&lt;br /&gt;
* Tanz;&lt;br /&gt;
* Theater;&lt;br /&gt;
* Musik;&lt;br /&gt;
* Fotografie;&lt;br /&gt;
* Film.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Teilnehmenden erhalten für einen begrenzten Zeitraum ein Atelier sowie Zugang zur Infrastruktur und zum kulturellen Umfeld der Roten Fabrik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Programm wird unter anderem von [[Pro Helvetia]] unterstützt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;air&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Selbstverwaltung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Organisationsform der Roten Fabrik unterscheidet sich von vielen klassischen Kulturinstitutionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein grosser Teil der Entscheidungen wird gemeinschaftlich und in verschiedenen Arbeitsbereichen getroffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Struktur geht unmittelbar auf die Entstehungsgeschichte des Kulturzentrums zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Selbstverwaltung bedeutet dabei nicht, dass das Kulturzentrum vollständig unabhängig von der Stadt Zürich arbeitet. Die Stadt ist Eigentümerin des Areals und unterstützt den Kulturbetrieb finanziell.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gleichzeitig besitzt die IG Rote Fabrik erhebliche Eigenständigkeit bei der inhaltlichen Gestaltung und Organisation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politische Bedeutung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rote Fabrik ist nicht nur ein Veranstaltungsort, sondern besitzt auch symbolische Bedeutung für die neuere Zürcher Stadtgeschichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie steht insbesondere für:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* die Jugendbewegung der frühen 1980er-Jahre;&lt;br /&gt;
* alternative Kulturpolitik;&lt;br /&gt;
* Forderungen nach selbstverwalteten Freiräumen;&lt;br /&gt;
* gesellschaftliche Gegenkultur;&lt;br /&gt;
* die institutionelle Anerkennung nicht etablierter Kulturformen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viele Forderungen, die in den 1970er- und frühen 1980er-Jahren als radikal galten, wurden später Bestandteil der regulären städtischen Kulturpolitik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Brand von 2012 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Juni 2012 kam es in Trakt B zu einem schweren Brand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders betroffen war der Atelierbereich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vierzehn Ateliers konnten danach nicht mehr genutzt werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;sanierung2025&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch den Brand wurde zudem die Gebäudestatik geschwächt und die darunterliegende Aktionshalle stark beschädigt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;sanierung2025&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits geplante Instandsetzungsarbeiten mussten in der Folge neu beurteilt und erweitert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verzögerung der Sanierung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Planungen für die Sanierung des Trakts B verzögerten sich über mehrere Jahre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter anderem führten Rechtsmittelverfahren dazu, dass bereits vorgesehene Baumassnahmen nicht unmittelbar umgesetzt werden konnten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;sanierung2025&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schliesslich wurde ein Projekt entwickelt, das Denkmalschutz, zusätzliche Ateliers sowie moderne Anforderungen des Veranstaltungsbetriebs miteinander verbinden sollte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Instandsetzung 2023–2025 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von 2023 bis 2025 wurde der Kopfteil von Trakt B umfassend instand gesetzt und erweitert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;instandsetzung&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiten erfolgten nach Plänen von &#039;&#039;&#039;Kaufmann Widrig Architekten&#039;&#039;&#039; in Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro Bosshard und Partner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ausführungskredit betrug &#039;&#039;&#039;30,6 Millionen Franken&#039;&#039;&#039;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;sanierung2025&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Projekt umfasste insbesondere:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wiederaufbau des zerstörten Ateliertrakts;&lt;br /&gt;
* Bau eines zweigeschossigen neuen Aufbaus;&lt;br /&gt;
* Sanierung der Aktionshalle;&lt;br /&gt;
* Verbesserung des Brandschutzes;&lt;br /&gt;
* Verbesserung des Schallschutzes;&lt;br /&gt;
* Erneuerung von Oberlichtern;&lt;br /&gt;
* Verstärkung historischer Fachwerkträger;&lt;br /&gt;
* energetische Verbesserungen;&lt;br /&gt;
* neue Ateliers.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Neuer Atelieraufbau ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der neue zweigeschossige Aufbau wurde bewusst als zeitgenössische Ergänzung des historischen Industriegebäudes gestaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seine Form orientiert sich am bestehenden Kopfbau und an den Proportionen des historischen Ensembles.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Fassaden wurden ebenfalls mit Backstein gestaltet, ohne den historischen Bestand unmittelbar zu kopieren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;sanierung2025&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die durch den Brand zerstörte Geschossdecke wurde durch eine Stahlbetondecke ersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der darüberliegende Aufbau wurde als leichte Holzkonstruktion mit Sichtmauerwerk ausgeführt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;sanierung2025&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sanierung der Aktionshalle ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen der Arbeiten wurde die Aktionshalle technisch umfassend modernisiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie erfüllt seit der Wiedereröffnung aktuelle Anforderungen an:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Brandschutz;&lt;br /&gt;
* Schallschutz;&lt;br /&gt;
* Fluchtwege;&lt;br /&gt;
* Veranstaltungstechnik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;sanierung2025&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit kann die Halle wieder für Konzerte und Veranstaltungen mit bis zu 1300 Personen genutzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Photovoltaikanlage ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf den nordwestlichen und südwestlichen Dachflächen wurde im Rahmen der Sanierung eine Photovoltaikanlage installiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie besitzt eine Leistung von rund &#039;&#039;&#039;100 kWp&#039;&#039;&#039; und kann jährlich bis zu ungefähr &#039;&#039;&#039;110&#039;000 kWh&#039;&#039;&#039; elektrische Energie produzieren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;sanierung2025&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Graffiti und Street Art ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Graffiti und Wandmalereien gehören seit Jahrzehnten zum Erscheinungsbild der Roten Fabrik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viele Fassaden, Mauern und Nebengebäude sind mit wechselnden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Graffiti;&lt;br /&gt;
* politischen Botschaften;&lt;br /&gt;
* Plakaten;&lt;br /&gt;
* Wandbildern;&lt;br /&gt;
* künstlerischen Interventionen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
versehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Gestaltung bildet einen bewussten Kontrast zur denkmalgeschützten historischen Backsteinarchitektur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Oberflächen verändern sich ständig und spiegeln die lebendige Nutzung des Areals wider.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Seeufer ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Lage unmittelbar am Zürichsee macht die Rote Fabrik auch ausserhalb des eigentlichen Kulturbetriebs zu einem beliebten Aufenthaltsort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gelände ist Teil des öffentlichen Seeuferraums.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit der Fertigstellung des [[Cassiopeiasteg]]s im Jahr 2015 besteht in diesem Abschnitt eine durchgehende Fussverbindung entlang des Seeufers.&amp;lt;ref name=&amp;quot;stadtgeschichte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders im Sommer werden die Uferbereiche rund um die Fabrik stark genutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verkehr ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rote Fabrik ist mit dem öffentlichen Verkehr gut erreichbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unmittelbar an der Seestrasse befindet sich die Haltestelle &#039;&#039;&#039;Zürich, Rote Fabrik&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie wird von Buslinien der [[Verkehrsbetriebe Zürich]] bedient.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Bahnhof Zürich Wollishofen]] liegt rund einen halben Kilometer nördlich und bietet Anschluss an die [[S-Bahn Zürich]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch der Zürichsee und die umliegenden Velowege spielen für die Erreichbarkeit eine Rolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedeutung für Wollishofen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rote Fabrik gehört zu den bekanntesten Bauwerken und Kulturinstitutionen von Wollishofen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während ein grosser Teil der früheren Industrieareale im Quartier zu Wohn- und Gewerbezwecken umgenutzt wurde, blieb die Fabrikanlage als weitgehend zusammenhängendes Industrieensemble erhalten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;quartierspiegel&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit erinnert sie an eine Phase der Quartiergeschichte, in der entlang des Seeufers auch industrielle Produktion eine wichtige Rolle spielte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Internationale Wahrnehmung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rote Fabrik besitzt über Zürich hinaus einen hohen Bekanntheitsgrad.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu tragen insbesondere internationale Konzertprogramme, Theaterproduktionen und Kunstprojekte bei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gleichzeitig wird sie häufig als Beispiel dafür genannt, wie aus einer politischen Forderung nach alternativer Kultur eine langfristig etablierte, öffentlich unterstützte Institution entstehen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Chronologie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Jahr&lt;br /&gt;
! Ereignis&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1892–1895&lt;br /&gt;
| Bau des Fabrikensembles für die Mechanische Seidenstoffweberei Henneberg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1940&lt;br /&gt;
| Übernahme durch die Standard Telephon und Radio AG&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1972&lt;br /&gt;
| Stadt Zürich kauft das Fabrikareal&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1973&lt;br /&gt;
| Lancierung einer Volksinitiative für den Erhalt als Kultur- und Begegnungszentrum&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 25. September 1977&lt;br /&gt;
| Zürcher Stimmberechtigte sprechen sich für den Erhalt und die kulturelle Nutzung aus&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1980&lt;br /&gt;
| Gründung der Interessengemeinschaft Rote Fabrik&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1980&lt;br /&gt;
| Aufnahme des provisorischen Kulturbetriebs&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1981&lt;br /&gt;
| Aufnahme der Gebäudetrakte A, B und C in das Inventar der kantonalen Denkmalpflege&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1985&lt;br /&gt;
| Eröffnung der Shedhalle und des Restaurants Ziegel oh Lac&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 6. Dezember 1987&lt;br /&gt;
| Zustimmung zur definitiven Nutzung als Kulturzentrum&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1990er-Jahre&lt;br /&gt;
| Umfangreiche Sanierungen des Fabrikareals&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 2008&lt;br /&gt;
| Beginn des Artists-in-Residence-Programms&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Juni 2012&lt;br /&gt;
| Schwerer Brand im Atelierbereich von Trakt B&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 2023&lt;br /&gt;
| Beginn der umfassenden Instandsetzung von Trakt B&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Juli 2025&lt;br /&gt;
| Abschluss der Instandsetzung und Wiederaufbau des Ateliertrakts&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 2025&lt;br /&gt;
| Wiederaufnahme des Veranstaltungsbetriebs in der sanierten Aktionshalle&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Wollishofen]]&lt;br /&gt;
* [[Zürich]]&lt;br /&gt;
* [[Zürichsee]]&lt;br /&gt;
* [[Shedhalle]]&lt;br /&gt;
* [[Cassiopeiasteg]]&lt;br /&gt;
* [[Bahnhof Zürich Wollishofen]]&lt;br /&gt;
* [[Zürcher Jugendunruhen]]&lt;br /&gt;
* [[Opernhaus Zürich]]&lt;br /&gt;
* [[Kultur in Zürich]]&lt;br /&gt;
* [[Verkehrsbetriebe Zürich]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Heinz Nigg (Hrsg.): &#039;&#039;Wir wollen alles, und zwar subito! Die Achtziger Jugendunruhen in der Schweiz und ihre Folgen&#039;&#039;. Limmat Verlag, Zürich 2001.&lt;br /&gt;
* Verena Huber: &#039;&#039;Die Rote Fabrik – Geschichte eines alternativen Kulturzentrums&#039;&#039;. Zürich.&lt;br /&gt;
* IG Rote Fabrik: &#039;&#039;Fabrikzeitung&#039;&#039;. Zürich, seit 1980er-Jahren.&lt;br /&gt;
* Stadt Zürich: &#039;&#039;Quartierspiegel Wollishofen&#039;&#039;. Zürich.&lt;br /&gt;
* Stadt Zürich: Dokumentation zur Instandsetzung der Roten Fabrik, Trakt B. Zürich 2025.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://rotefabrik.ch/ Offizielle Website der Roten Fabrik]&lt;br /&gt;
* [https://www.stadt-zuerich.ch/de/planen-und-bauen/portfolio/bauten-anlagen/kulturbauten/rote-fabrik.html Rote Fabrik bei der Stadt Zürich]&lt;br /&gt;
* [https://www.shedhalle.ch/ Shedhalle]&lt;br /&gt;
* [https://www.zuerich.com/de/besuchen/bars-lounges/rote-fabrik Rote Fabrik bei Zürich Tourismus]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Rote Fabrik}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kulturzentrum in der Schweiz]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kultur (Zürich)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bauwerk in Zürich]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Industriebauwerk in der Schweiz]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Backsteinarchitektur]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wollishofen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kulturgut von regionaler Bedeutung im Kanton Zürich]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Erbaut in den 1890er Jahren]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Umgenutztes Bauwerk im Kanton Zürich]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Nick Frei</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://helvetia.wiki/de/index.php?title=Behindertengleichstellungsgesetz&amp;diff=2979</id>
		<title>Behindertengleichstellungsgesetz</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://helvetia.wiki/de/index.php?title=Behindertengleichstellungsgesetz&amp;diff=2979"/>
		<updated>2026-08-25T22:40:36Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Nick Frei: Die Seite wurde neu angelegt: «&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Das Behindertengleichstellungsgesetz&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;BehiG&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;), offiziell &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Bundesgesetz über die Beseitigung von Benachteiligungen von Menschen mit Behinderungen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, ist ein Bundesgesetz der Schweiz. Es soll Benachteiligungen von Menschen mit Behinderungen verhindern, verringern oder beseitigen und Rahmenbedingungen schaffen, die ihnen eine möglichst selbstständige und gleichberechtigte Teilnahme am gesellschaftlichen Leben ermöglichen. Das Gesetz träg…»&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Das Behindertengleichstellungsgesetz&#039;&#039;&#039; (&#039;&#039;&#039;BehiG&#039;&#039;&#039;), offiziell &#039;&#039;&#039;Bundesgesetz über die Beseitigung von Benachteiligungen von Menschen mit Behinderungen&#039;&#039;&#039;, ist ein Bundesgesetz der [[Schweiz]]. Es soll Benachteiligungen von Menschen mit Behinderungen verhindern, verringern oder beseitigen und Rahmenbedingungen schaffen, die ihnen eine möglichst selbstständige und gleichberechtigte Teilnahme am gesellschaftlichen Leben ermöglichen. Das Gesetz trägt die Systematische Rechtssammlungsnummer &#039;&#039;&#039;SR 151.3&#039;&#039;&#039;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;behig&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.ebgb.admin.ch/de/behindertengleichstellungsgesetz-behig |titel=Behindertengleichstellungsgesetz BehiG |werk=Eidgenössisches Büro für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen |abruf=2026-08-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gesetz wurde am &#039;&#039;&#039;13. Dezember 2002&#039;&#039;&#039; von der [[Bundesversammlung (Schweiz)|Bundesversammlung]] verabschiedet und trat am &#039;&#039;&#039;1. Januar 2004&#039;&#039;&#039; in Kraft.&amp;lt;ref name=&amp;quot;bj&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.bj.admin.ch/de/gleichstellung-der-behinderten |titel=Gleichstellung der Behinderten |werk=Bundesamt für Justiz |abruf=2026-08-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das BehiG konkretisiert insbesondere das Diskriminierungsverbot von Artikel 8 Absatz 2 der [[Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft|Bundesverfassung]] sowie den in Artikel 8 Absatz 4 enthaltenen Auftrag an den Gesetzgeber, Massnahmen zur Beseitigung von Benachteiligungen von Menschen mit Behinderungen vorzusehen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;behig&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zweck ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Zweck des Behindertengleichstellungsgesetzes ist in Artikel 1 festgelegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gesetz soll Benachteiligungen verhindern, verringern oder beseitigen, denen Menschen mit Behinderungen ausgesetzt sind. Gleichzeitig soll es Rahmenbedingungen schaffen, die Menschen mit Behinderungen die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben erleichtern.&amp;lt;ref name=&amp;quot;gesetz&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.fedlex.admin.ch/eli/cc/2003/667/de |titel=Bundesgesetz über die Beseitigung von Benachteiligungen von Menschen mit Behinderungen |werk=Fedlex |abruf=2026-08-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders genannt werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* die selbstständige Pflege sozialer Kontakte&lt;br /&gt;
* die Aus- und Weiterbildung&lt;br /&gt;
* die Ausübung einer Erwerbstätigkeit&lt;br /&gt;
* der Zugang zu öffentlich zugänglichen Bauten und Anlagen&lt;br /&gt;
* die Benutzung des öffentlichen Verkehrs&lt;br /&gt;
* die Inanspruchnahme von Dienstleistungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;gesetz&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das BehiG ist jedoch kein umfassendes Gesetz, das sämtliche Bereiche des Lebens von Menschen mit Behinderungen abschliessend regelt. Weitere Vorschriften zur Gleichstellung befinden sich unter anderem im Sozialversicherungsrecht, im Bildungsrecht, im Personenbeförderungsrecht, im Fernmelderecht sowie in kantonalen Erlassen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;behig&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verfassungsrechtliche Grundlage ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine zentrale Grundlage des Behindertengleichstellungsrechts bildet Artikel 8 der Bundesverfassung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Artikel 8 Absatz 2 verbietet Diskriminierungen unter anderem wegen einer körperlichen, geistigen oder psychischen Behinderung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Artikel 8 Absatz 4 lautet:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Das Gesetz sieht Massnahmen zur Beseitigung von Benachteiligungen der Behinderten vor.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Behindertengleichstellungsgesetz setzt diesen Gesetzgebungsauftrag für verschiedene Lebensbereiche um.&amp;lt;ref name=&amp;quot;behig&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere verfassungsrechtliche Grundlagen des Gesetzes ergeben sich unter anderem aus den Zuständigkeiten des Bundes für den öffentlichen Verkehr, die Telekommunikation und die Sozialversicherung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Begriff der Behinderung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das BehiG enthält eine eigene gesetzliche Definition des Begriffs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Mensch mit Behinderungen gilt nach Artikel 2 eine Person, der eine voraussichtlich dauernde körperliche, geistige oder psychische Beeinträchtigung erschwert oder verunmöglicht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* alltägliche Verrichtungen vorzunehmen&lt;br /&gt;
* soziale Kontakte zu pflegen&lt;br /&gt;
* sich fortzubewegen&lt;br /&gt;
* sich aus- und weiterzubilden&lt;br /&gt;
* eine Erwerbstätigkeit auszuüben&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;gesetz&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition stellt damit nicht allein auf eine medizinische Diagnose ab, sondern berücksichtigt die Auswirkungen einer Beeinträchtigung auf die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Benachteiligung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Benachteiligung im Sinn des Gesetzes liegt insbesondere vor, wenn Menschen mit Behinderungen rechtlich oder tatsächlich anders behandelt und ohne sachliche Rechtfertigung schlechter gestellt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Benachteiligung kann aber auch dann bestehen, wenn eine unterschiedliche Behandlung unterbleibt, obwohl diese erforderlich wäre, um Menschen mit und ohne Behinderungen tatsächlich gleichzustellen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;gesetz&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit berücksichtigt das Gesetz, dass eine rein formale Gleichbehandlung nicht in jedem Fall zu tatsächlicher Gleichstellung führt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein typisches Beispiel ist ein Gebäude, dessen Eingang für sämtliche Personen gleich gestaltet ist, aber ausschliesslich über eine Treppe erreichbar ist. Die formell identische Zugangsmöglichkeit kann für Personen im Rollstuhl faktisch eine Benachteiligung darstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geltungsbereich ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Behindertengleichstellungsgesetz gilt nicht uneingeschränkt für sämtliche Bauten, Unternehmen und Lebensbereiche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Artikel 3 BehiG definiert mehrere zentrale Anwendungsbereiche.&amp;lt;ref name=&amp;quot;gesetz&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu gehören insbesondere:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* öffentlich zugängliche Bauten und Anlagen&lt;br /&gt;
* Einrichtungen und Fahrzeuge des öffentlichen Verkehrs&lt;br /&gt;
* Wohngebäude mit mehr als acht Wohneinheiten&lt;br /&gt;
* Gebäude mit mehr als 50 Arbeitsplätzen&lt;br /&gt;
* grundsätzlich von jedermann beanspruchbare Dienstleistungen des Gemeinwesens&lt;br /&gt;
* Aus- und Weiterbildung&lt;br /&gt;
* Arbeitsverhältnisse des Bundes&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Gebäuden greifen die bundesrechtlichen Bestimmungen insbesondere bei bewilligungspflichtigen Neubauten oder Erneuerungen. Ergänzend bestehen kantonale und kommunale Bauvorschriften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Öffentlich zugängliche Bauten und Anlagen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den wichtigsten Bereichen des BehiG gehört der hindernisfreie Zugang zu öffentlich zugänglichen Bauten und Anlagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darunter können beispielsweise fallen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Verwaltungsgebäude&lt;br /&gt;
* Geschäfte&lt;br /&gt;
* Restaurants&lt;br /&gt;
* Hotels&lt;br /&gt;
* Kinos&lt;br /&gt;
* Theater&lt;br /&gt;
* Museen&lt;br /&gt;
* Sportanlagen&lt;br /&gt;
* Arztpraxen&lt;br /&gt;
* Schulen&lt;br /&gt;
* Bahnhöfe&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Neubauten und bestimmten Umbauten müssen die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen berücksichtigt werden, sofern die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind.&amp;lt;ref name=&amp;quot;gesetz&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei können neben Rollstuhlgängigkeit auch Anforderungen für Menschen mit Seh-, Hör- oder anderen Behinderungen relevant sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wohngebäude ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das BehiG gilt nach Artikel 3 für Wohngebäude mit &#039;&#039;&#039;mehr als acht Wohneinheiten&#039;&#039;&#039;, wenn nach Inkrafttreten des Gesetzes eine Bewilligung für den Bau oder für eine Erneuerung erteilt wird.&amp;lt;ref name=&amp;quot;gesetz&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die konkreten Anforderungen an hindernisfreies Bauen ergeben sich zusätzlich aus kantonalem Baurecht sowie technischen Normen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ziel ist unter anderem, Zugänge und gemeinschaftlich genutzte Bereiche so zu gestalten, dass sie auch von Personen mit Behinderungen benutzt werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gebäude mit Arbeitsplätzen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gesetz erfasst auch Gebäude mit &#039;&#039;&#039;mehr als 50 Arbeitsplätzen&#039;&#039;&#039;, sofern eine entsprechende Bau- oder Erneuerungsbewilligung nach Inkrafttreten des BehiG erteilt wird.&amp;lt;ref name=&amp;quot;gesetz&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch hier betrifft das Bundesgesetz in erster Linie die bauliche Zugänglichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen im privatwirtschaftlichen Arbeitsverhältnis ist nach dem geltenden BehiG weniger umfassend geregelt als der Zugang zu Bauten und zum öffentlichen Verkehr. Eine Erweiterung dieses Bereichs ist Gegenstand der laufenden Teilrevision des Gesetzes.&amp;lt;ref name=&amp;quot;revision&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.ebgb.admin.ch/de/laufende-gesetzgebungsrevisionen |titel=Laufende Gesetzgebungsrevisionen |werk=Eidgenössisches Büro für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen |abruf=2026-08-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Dienstleistungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Benachteiligung bei der Inanspruchnahme einer Dienstleistung liegt nach dem BehiG vor, wenn Menschen mit Behinderungen eine Dienstleistung nicht oder nur unter erschwerenden Bedingungen in Anspruch nehmen können.&amp;lt;ref name=&amp;quot;gesetz&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für Dienstleistungen des Gemeinwesens bestehen weitergehende Verpflichtungen als für viele rein private Dienstleistungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bund, Kantone und andere Gemeinwesen müssen ihre öffentlich angebotenen Dienstleistungen grundsätzlich so gestalten, dass Menschen mit Behinderungen nicht benachteiligt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu gehört zunehmend auch die Zugänglichkeit digitaler Angebote.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Öffentlicher Verkehr ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der öffentliche Verkehr ist einer der wichtigsten Anwendungsbereiche des BehiG.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gesetz erfasst insbesondere öffentlich zugängliche Einrichtungen, Kommunikationssysteme, Billettsysteme und Fahrzeuge von Unternehmen, die verschiedenen bundesrechtlichen Verkehrsgesetzen unterstehen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;gesetz&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu gehören insbesondere:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Eisenbahnen&lt;br /&gt;
* Trams&lt;br /&gt;
* Busse&lt;br /&gt;
* Trolleybusse&lt;br /&gt;
* bestimmte Seilbahnen&lt;br /&gt;
* Schiffe&lt;br /&gt;
* Bereiche des Luftverkehrs&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ziel ist, dass Menschen mit Behinderungen den öffentlichen Verkehr grundsätzlich möglichst selbstständig benutzen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anpassungsfrist im öffentlichen Verkehr ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Inkrafttreten des BehiG wurde für bestehende Bauten, Anlagen und Fahrzeuge des öffentlichen Verkehrs eine lange Übergangsfrist vorgesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese betrug grundsätzlich &#039;&#039;&#039;20 Jahre&#039;&#039;&#039; und endete damit am &#039;&#039;&#039;31. Dezember 2023&#039;&#039;&#039;. Das Ziel war, dass die entsprechenden Anlagen und Fahrzeuge bis Anfang 2024 behindertengerecht ausgestaltet werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;oev&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.bav.admin.ch/bav/de/home/allgemeine-themen/barrierefreiheit.html |titel=Barrierefreiheit im öffentlichen Verkehr |werk=Bundesamt für Verkehr |abruf=2026-08-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für Kommunikationssysteme und Billettausgaben galten kürzere Anpassungsfristen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Frist von Ende 2023 bedeutete jedoch nicht, dass Anfang 2024 sämtliche Haltestellen der Schweiz tatsächlich vollständig barrierefrei waren. Bei verschiedenen Bahn-, Tram- und Bushaltestellen bestanden auch danach noch bauliche Defizite.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo ein autonomer Zugang noch nicht möglich ist, können unter bestimmten Voraussetzungen Ersatzmassnahmen erforderlich sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bahnhöfe und Haltestellen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Umsetzung des BehiG ist im öffentlichen Verkehr besonders sichtbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den baulichen Massnahmen gehören beispielsweise:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* ausreichend hohe Perrons&lt;br /&gt;
* niveaugleiche oder möglichst stufenarme Einstiege&lt;br /&gt;
* Rampen und Aufzüge&lt;br /&gt;
* taktil erfassbare Leitlinien&lt;br /&gt;
* kontrastreiche Markierungen&lt;br /&gt;
* hindernisfreie Zugänge zu Perrons&lt;br /&gt;
* barrierefreie Billettautomaten&lt;br /&gt;
* akustische und visuelle Fahrgastinformationen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei vielen Schweizer Bahnhöfen wurden deshalb seit Inkrafttreten des Gesetzes Perrons erhöht, Unterführungen umgebaut und neue Rampen oder Aufzüge installiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verhältnismässigkeit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Behindertengleichstellungsgesetz verlangt nicht in jedem Fall eine technisch maximal mögliche Anpassung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Beurteilung wird der Grundsatz der &#039;&#039;&#039;Verhältnismässigkeit&#039;&#039;&#039; berücksichtigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei können insbesondere gegeneinander abgewogen werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* der Nutzen für Menschen mit Behinderungen&lt;br /&gt;
* die wirtschaftlichen Kosten einer Anpassung&lt;br /&gt;
* Interessen des Umwelt- und Naturschutzes&lt;br /&gt;
* Interessen des Heimatschutzes und der Denkmalpflege&lt;br /&gt;
* technische Möglichkeiten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;gesetz&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei unverhältnismässig hohen Kosten können daher unter bestimmten Voraussetzungen weniger weitgehende Massnahmen zulässig sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rechtsansprüche ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das BehiG räumt betroffenen Personen je nach Anwendungsbereich unterschiedliche Rechtsansprüche ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Benachteiligungen im Zusammenhang mit öffentlich zugänglichen Bauten und Anlagen können betroffene Personen beispielsweise im Baubewilligungsverfahren verlangen, dass eine Benachteiligung unterlassen beziehungsweise beseitigt wird, sofern die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind.&amp;lt;ref name=&amp;quot;gesetz&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch bei Dienstleistungen des Gemeinwesens und im öffentlichen Verkehr bestehen Rechtsmittelmöglichkeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die konkrete Rechtsfolge hängt davon ab, in welchem Bereich die Benachteiligung auftritt und ob die verlangte Massnahme verhältnismässig ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beschwerde- und Klagebefugnis von Organisationen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Behindertengleichstellungsgesetz gibt bestimmten Behindertenorganisationen besondere Rechtsmöglichkeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Organisationen von gesamtschweizerischer Bedeutung, die seit mindestens zehn Jahren bestehen und sich statutengemäss für die Interessen von Menschen mit Behinderungen einsetzen, können unter den gesetzlichen Voraussetzungen Beschwerde oder Klage erheben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;gesetz&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sogenannte Verbandsbeschwerde- beziehungsweise Verbandsklagerecht soll ermöglichen, Benachteiligungen zu überprüfen, die eine grössere Zahl von Menschen mit Behinderungen betreffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Aus- und Weiterbildung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Aus- und Weiterbildung gehört zum Anwendungsbereich des Behindertengleichstellungsrechts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Benachteiligung kann insbesondere vorliegen, wenn:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* die Verwendung behinderungsspezifischer Hilfsmittel erschwert wird&lt;br /&gt;
* notwendige persönliche Assistenz nicht ermöglicht wird&lt;br /&gt;
* die Dauer oder Ausgestaltung eines Bildungsangebots den behinderungsspezifischen Bedürfnissen nicht angepasst wird&lt;br /&gt;
* Prüfungsbedingungen nicht angemessen angepasst werden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;gesetz&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solche Anpassungen werden häufig unter dem Begriff &#039;&#039;&#039;Nachteilsausgleich&#039;&#039;&#039; zusammengefasst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Nachteilsausgleich soll die fachlichen Anforderungen einer Ausbildung oder Prüfung grundsätzlich nicht reduzieren, sondern behinderungsbedingte Nachteile bei der Art und Weise der Leistungserbringung ausgleichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Arbeitsverhältnisse beim Bund ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den Bund als Arbeitgeber enthält das BehiG besondere Vorschriften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bund muss als Arbeitgeber alle notwendigen Massnahmen treffen, um Menschen mit Behinderungen die gleichen Chancen wie Menschen ohne Behinderungen zu bieten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;gesetz&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies betrifft insbesondere:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Anstellung&lt;br /&gt;
* Beschäftigung&lt;br /&gt;
* berufliche Entwicklung&lt;br /&gt;
* Aus- und Weiterbildung&lt;br /&gt;
* Gestaltung des Arbeitsplatzes&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für private Arbeitsverhältnisse besteht im geltenden BehiG nicht derselbe umfassende Schutz. Gerade dieser Bereich gehört zu den Schwerpunkten der laufenden Gesetzesrevision.&amp;lt;ref name=&amp;quot;revision&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Eidgenössisches Büro für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Inkrafttreten des BehiG im Jahr 2004 wurde das &#039;&#039;&#039;Eidgenössische Büro für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen&#039;&#039;&#039; (&#039;&#039;&#039;EBGB&#039;&#039;&#039;) geschaffen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ebgb&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.ebgb.admin.ch/de |titel=Eidgenössisches Büro für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen |werk=EBGB |abruf=2026-08-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das EBGB ist eine Fachstelle des Bundes innerhalb des [[Eidgenössisches Departement des Innern|Eidgenössischen Departements des Innern]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es hat die Aufgabe, die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen zu fördern und Benachteiligungen abzubauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu seinen Tätigkeiten gehören unter anderem:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Information und Beratung&lt;br /&gt;
* Koordination innerhalb der Bundesverwaltung&lt;br /&gt;
* Begleitung der Behindertenpolitik&lt;br /&gt;
* Unterstützung von Projekten&lt;br /&gt;
* Forschung und Evaluation&lt;br /&gt;
* Förderung der Barrierefreiheit&lt;br /&gt;
* Zusammenarbeit mit Kantonen, Organisationen und Fachstellen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;ebgb&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Behindertengleichstellungsverordnung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das BehiG wird durch verschiedene Verordnungen konkretisiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine zentrale Ausführungsverordnung ist die &#039;&#039;&#039;Verordnung über die Beseitigung von Benachteiligungen von Menschen mit Behinderungen&#039;&#039;&#039; (&#039;&#039;&#039;Behindertengleichstellungsverordnung, BehiV&#039;&#039;&#039;; SR 151.31).&amp;lt;ref name=&amp;quot;bj&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie wurde am 19. November 2003 beschlossen und trat gemeinsam mit dem BehiG am 1. Januar 2004 in Kraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die BehiV enthält insbesondere detailliertere Bestimmungen zur Umsetzung des Gesetzes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verordnungen zum öffentlichen Verkehr ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den öffentlichen Verkehr bestehen zusätzliche Ausführungsvorschriften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu gehört die &#039;&#039;&#039;Verordnung über die behindertengerechte Gestaltung des öffentlichen Verkehrs&#039;&#039;&#039; (VböV). Sie trat ebenfalls am 1. Januar 2004 in Kraft.&amp;lt;ref name=&amp;quot;verordnung&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.bj.admin.ch/de/nsb?id=23637 |titel=Bauten und öffentlicher Verkehr sollen behindertengerecht sein |werk=Bundesamt für Justiz |datum=2003-11-19 |abruf=2026-08-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere technische Anforderungen werden in zusätzlichen Verordnungen und Normen geregelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Vorschriften bestimmen beispielsweise Anforderungen an:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Fahrzeuge&lt;br /&gt;
* Haltestellen&lt;br /&gt;
* Perrons&lt;br /&gt;
* Informationssysteme&lt;br /&gt;
* Billettautomaten&lt;br /&gt;
* Zugänge&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Entstehung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die rechtliche Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen gewann in der Schweiz in den 1990er-Jahren zunehmend politische Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 14. Juni 1999 wurde die vollständig revidierte Bundesverfassung angenommen. Sie enthielt erstmals ausdrücklich ein Diskriminierungsverbot wegen einer körperlichen, geistigen oder psychischen Behinderung sowie den Gesetzgebungsauftrag zur Beseitigung entsprechender Benachteiligungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Parallel dazu wurde die Volksinitiative &#039;&#039;&#039;«Gleiche Rechte für Behinderte»&#039;&#039;&#039; lanciert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Bundesrat (Schweiz)|Bundesrat]] verabschiedete am 11. Dezember 2000 seine Botschaft zur Volksinitiative und zum Entwurf eines Behindertengleichstellungsgesetzes.&amp;lt;ref name=&amp;quot;bj&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den parlamentarischen Beratungen verabschiedete die Bundesversammlung das BehiG am 13. Dezember 2002.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Volksinitiative «Gleiche Rechte für Behinderte» ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Volksinitiative «Gleiche Rechte für Behinderte» verlangte einen weitergehenden verfassungsrechtlichen Anspruch auf Zugang zu Bauten, Anlagen und Dienstleistungen, die für die Öffentlichkeit bestimmt sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Behindertengleichstellungsgesetz wurde politisch auch als indirekte Antwort auf die Forderungen der Initiative ausgearbeitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Volksabstimmung vom &#039;&#039;&#039;18. Mai 2003&#039;&#039;&#039; wurde die Initiative abgelehnt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das bereits vom Parlament beschlossene Behindertengleichstellungsgesetz war davon nicht betroffen und trat am 1. Januar 2004 in Kraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bedeutung des BehiG muss heute auch im Zusammenhang mit der [[UN-Behindertenrechtskonvention]] betrachtet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Schweiz ratifizierte das &#039;&#039;&#039;Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen&#039;&#039;&#039; der Vereinten Nationen im Jahr 2014. Für die Schweiz trat es am &#039;&#039;&#039;15. Mai 2014&#039;&#039;&#039; in Kraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konvention verfolgt einen umfassenderen menschenrechtlichen Ansatz und verpflichtet die Vertragsstaaten, die volle und gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderungen in zahlreichen Lebensbereichen zu gewährleisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das BehiG gehört zu den zentralen schweizerischen Gesetzen für die Umsetzung dieser Verpflichtungen, deckt jedoch nicht sämtliche Bereiche der Konvention ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Evaluation ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wirkung des Behindertengleichstellungsgesetzes wurde seit seinem Inkrafttreten mehrfach untersucht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine erste grössere Evaluation nach fünf Jahren kam zum Ergebnis, dass das Gesetz Verbesserungen ausgelöst hatte, insbesondere im Bereich von Bauten und öffentlichem Verkehr, seine Wirkung in anderen Bereichen jedoch begrenzt blieb.&amp;lt;ref name=&amp;quot;evaluation&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.edi.admin.ch/dam/edi/de/dokumente/fuenf_jahre_behindertengleichstellungs-gesetz-zentraleerkenntnis.pdf.download.pdf/fuenf_jahre_behindertengleichstellungs-gesetz-zentraleerkenntnis.pdf |titel=Fünf Jahre Behindertengleichstellungsgesetz – Zentrale Erkenntnisse |werk=Eidgenössisches Departement des Innern |abruf=2026-08-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den wiederholt diskutierten Punkten gehören insbesondere:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* begrenzter Schutz in privaten Arbeitsverhältnissen&lt;br /&gt;
* beschränkte Verpflichtungen privater Dienstleistungsanbieter&lt;br /&gt;
* uneinheitliche Umsetzung&lt;br /&gt;
* weiterhin bestehende bauliche Hindernisse&lt;br /&gt;
* Schwierigkeiten bei der Rechtsdurchsetzung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Erkenntnisse spielten auch bei späteren Diskussionen über eine Revision des Gesetzes eine Rolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Teilrevision ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Behindertengleichstellungsgesetz befindet sich seit den 2020er-Jahren in einem Revisionsprozess.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bundesrat verabschiedete am &#039;&#039;&#039;20. Dezember 2024&#039;&#039;&#039; die Botschaft zur Teilrevision und überwies die Vorlage an das Parlament.&amp;lt;ref name=&amp;quot;revision&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Revision soll den Schutz von Menschen mit Behinderungen insbesondere in den Bereichen &#039;&#039;&#039;Arbeit&#039;&#039;&#039; und &#039;&#039;&#039;öffentlich angebotene Dienstleistungen&#039;&#039;&#039; stärken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Entwurf sollen private Arbeitgeber ausdrücklich verpflichtet werden, Menschen mit Behinderungen vor Diskriminierung zu schützen und zumutbare Anpassungen zu treffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Anbieter von Dienstleistungen, die für die Öffentlichkeit bestimmt sind, sollen stärker verpflichtet werden, angemessene Vorkehrungen für einen gleichberechtigten Zugang zu treffen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;revision&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiterer Bestandteil der Vorlage ist die gesetzliche Anerkennung der schweizerischen Gebärdensprachen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Teilrevision befindet sich im Jahr 2026 im parlamentarischen Gesetzgebungsverfahren. Die vorgesehenen Änderungen sind daher von den bereits geltenden Bestimmungen des BehiG zu unterscheiden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;revision&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schweizer Gebärdensprachen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen der Teilrevision ist vorgesehen, die drei in der Schweiz verwendeten Gebärdensprachen auf Bundesebene gesetzlich anzuerkennen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Deutschschweizer Gebärdensprache]] (DSGS)&lt;br /&gt;
* [[Langue des signes française]] (LSF)&lt;br /&gt;
* [[Lingua dei segni italiana]] (LIS)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;revision&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die geplante Anerkennung ist Teil einer umfassenderen Stärkung der gesellschaftlichen Teilhabe gehörloser und hörbehinderter Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verhältnis zum kantonalen Recht ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem Bundesrecht spielen die Kantone eine wichtige Rolle bei der Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies betrifft insbesondere:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Bauvorschriften&lt;br /&gt;
* Schulwesen&lt;br /&gt;
* Sozialwesen&lt;br /&gt;
* kantonale Verwaltung&lt;br /&gt;
* Gesundheitswesen&lt;br /&gt;
* kommunale Infrastruktur&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kantonale Regelungen können teilweise weiter gehen als die Mindestanforderungen des Bundesrechts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Bauprojekten müssen deshalb neben dem BehiG auch das jeweilige kantonale Baugesetz und die einschlägigen technischen Normen berücksichtigt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Barrierefreies Bauen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der baulichen Umsetzung des Behindertengleichstellungsrechts spielen technische Normen eine bedeutende Rolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Schweiz ist insbesondere die Norm &#039;&#039;&#039;SIA 500 «Hindernisfreie Bauten»&#039;&#039;&#039; von Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie enthält Anforderungen und Empfehlungen unter anderem zu:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zugängen&lt;br /&gt;
* Türen&lt;br /&gt;
* Rampen&lt;br /&gt;
* Treppen&lt;br /&gt;
* Liften&lt;br /&gt;
* Sanitärräumen&lt;br /&gt;
* Parkplätzen&lt;br /&gt;
* Bewegungsflächen&lt;br /&gt;
* visuellen und taktilen Informationen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ob und in welchem Umfang eine Norm rechtlich verbindlich ist, hängt davon ab, ob sie durch Gesetze, Verordnungen, Bewilligungen oder andere Vorschriften für anwendbar erklärt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Digitale Barrierefreiheit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der zunehmenden Digitalisierung hat die Zugänglichkeit von Websites, Apps und elektronischen Dienstleistungen erheblich an Bedeutung gewonnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für Angebote des Bundes ergeben sich Verpflichtungen zur barrierefreien Gestaltung aus dem Behindertengleichstellungsrecht und ergänzenden Vorschriften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Barrierefreiheit umfasst beispielsweise:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Bedienbarkeit mit der Tastatur&lt;br /&gt;
* Unterstützung von Screenreadern&lt;br /&gt;
* ausreichende Farbkontraste&lt;br /&gt;
* Alternativtexte für Bilder&lt;br /&gt;
* Untertitel für audiovisuelle Inhalte&lt;br /&gt;
* klar strukturierte Dokumente&lt;br /&gt;
* verständliche Navigation&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[Eidgenössisches Büro für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen|EBGB]] veröffentlicht Hilfsmittel und Informationen zur barrierefreien digitalen Kommunikation.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ebgb&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedeutung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das BehiG markierte einen wichtigen Wandel der schweizerischen Behindertenpolitik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während ältere Regelungen stark auf Sozialversicherung, Fürsorge und individuelle Unterstützung ausgerichtet waren, stellt das Behindertengleichstellungsrecht stärker die Beseitigung gesellschaftlicher und baulicher Hindernisse in den Mittelpunkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit folgt es dem Grundgedanken, dass Behinderung nicht ausschliesslich durch eine individuelle Beeinträchtigung entsteht, sondern auch durch Barrieren in Umwelt und Gesellschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders sichtbar ist die Wirkung des Gesetzes beim öffentlichen Verkehr und beim hindernisfreien Bauen. Zahlreiche Bahnhöfe, Haltestellen, öffentliche Gebäude und Verkehrsmittel wurden seit 2004 angepasst oder neu gebaut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gleichzeitig zeigen die laufende Revision und die Diskussion über die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention, dass die rechtliche und tatsächliche Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen in der Schweiz weiterhin ein laufender Prozess ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Behindertenrechte in der Schweiz]]&lt;br /&gt;
* [[Barrierefreiheit]]&lt;br /&gt;
* [[Eidgenössisches Büro für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen]]&lt;br /&gt;
* [[UN-Behindertenrechtskonvention]]&lt;br /&gt;
* [[Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft]]&lt;br /&gt;
* [[Öffentlicher Verkehr in der Schweiz]]&lt;br /&gt;
* [[SIA 500]]&lt;br /&gt;
* [[Deutschschweizer Gebärdensprache]]&lt;br /&gt;
* [[Nachteilsausgleich]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://www.fedlex.admin.ch/eli/cc/2003/667/de Behindertengleichstellungsgesetz (BehiG)] bei [[Fedlex]]&lt;br /&gt;
* [https://www.ebgb.admin.ch/de/behindertengleichstellungsgesetz-behig Behindertengleichstellungsgesetz BehiG] beim Eidgenössischen Büro für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen&lt;br /&gt;
* [https://www.ebgb.admin.ch/ Eidgenössisches Büro für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen]&lt;br /&gt;
* [https://www.ebgb.admin.ch/de/laufende-gesetzgebungsrevisionen Informationen zur laufenden Teilrevision des BehiG]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bundesgesetz (Schweiz)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Behindertenrecht]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Menschenrechte in der Schweiz]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sozialrecht (Schweiz)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Barrierefreiheit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rechtsquelle (21. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:2004]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Nick Frei</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://helvetia.wiki/de/index.php?title=Uetlibergtunnel&amp;diff=2978</id>
		<title>Uetlibergtunnel</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://helvetia.wiki/de/index.php?title=Uetlibergtunnel&amp;diff=2978"/>
		<updated>2026-08-25T22:40:03Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Nick Frei: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;float:right; width:315px; margin:0 0 1em 1.5em;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:center; font-size:120%;&amp;quot; | Uetlibergtunnel&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Verkehrsweg&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Autobahn A3&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Lage&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Kanton Zürich&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Westportal&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Wettswil am Albis&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Ostportal&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Zürich-Brunau&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Länge&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| ca. 4,4 km&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Röhren&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| 2&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Richtungen&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Basel / Chur&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Baubeginn der Ausbrucharbeiten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| 4. Mai 2001&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Durchstich Röhre Basel&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| 1. Februar 2005&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Durchstich Röhre Chur&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| 18. Mai 2006&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Verkehrsfreigabe&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| 4. Mai 2009&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;&#039;Uetlibergtunnel&#039;&#039;&#039; ist ein rund 4,4 Kilometer langer Autobahntunnel der [[Autobahn A3]] im [[Kanton Zürich]]. Er unterquert den [[Uetliberg]] und den westlich davon gelegenen Ettenberg und verbindet das Verkehrsdreieck Zürich-West bei [[Wettswil am Albis]] mit dem Verkehrsdreieck Zürich-Süd in der Brunau am südwestlichen Rand der Stadt [[Zürich]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;durchschlag2003&amp;quot;&amp;gt;[https://www.zh.ch/de/news-uebersicht/medienmitteilungen/2003/02/durchschlag_uetliberg.html Westumfahrung Zürich: Durchschlag im Uetlibergtunnel], Kanton Zürich, 20. Februar 2003, abgerufen am 25. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tunnel ist das längste und eines der technisch anspruchsvollsten Bauwerke der [[Westumfahrung Zürich]]. Er besteht aus zwei voneinander getrennten Röhren für den richtungsgetrennten Autobahnverkehr. Die beiden Röhren werden als &#039;&#039;&#039;Röhre Basel&#039;&#039;&#039; und &#039;&#039;&#039;Röhre Chur&#039;&#039;&#039; bezeichnet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;grossdurchstich2005&amp;quot;&amp;gt;[https://www.zh.ch/de/news-uebersicht/medienmitteilungen/2005/01/021_uetlibergtunnel.html Westumfahrung Zürich: Grossdurchstich im Uetlibergtunnel], Kanton Zürich, 1. Februar 2005, abgerufen am 25. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Eröffnung am 4. Mai 2009 wurde eine leistungsfähige Autobahnverbindung westlich der Stadt Zürich geschaffen. Zusammen mit den übrigen Abschnitten der Westumfahrung verbindet der Uetlibergtunnel die Autobahnachsen A1, A3 und A4 und ermöglicht insbesondere dem Durchgangsverkehr zwischen der Nordwestschweiz, Zürich, Graubünden und der Zentralschweiz, das Zürcher Stadtgebiet zu umfahren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;eroeffnung&amp;quot;&amp;gt;[https://www.zh.ch/de/news-uebersicht/medienmitteilungen/2008/11/303.html Westumfahrung: Arbeiten sind im Zeitplan – Eröffnung am 4. Mai 2009], Kanton Zürich, 24. November 2008, abgerufen am 25. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lage ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Uetlibergtunnel verläuft im Südwesten des Grossraums Zürich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Westportal liegt im Gebiet von Wettswil am Albis beim Verkehrsdreieck Zürich-West. Dort treffen die aus Richtung Basel und Zürich kommende A3 und die Verkehrsachsen in Richtung Knonauer Amt beziehungsweise Zentralschweiz aufeinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vom Westportal führt der Tunnel zunächst unter dem Ettenberg hindurch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anschliessend erreicht die Trasse das [[Reppischtal]]. Dieses wird nicht oberirdisch überquert, sondern ebenfalls im Bereich des Tunnelbauwerks beziehungsweise der zugehörigen unterirdischen Anlagen durchfahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Danach unterquert der Tunnel den eigentlichen Uetliberg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Ostportal liegt im Gebiet Gänziloo bei der Brunau. Unmittelbar östlich davon befindet sich das Verkehrsdreieck Zürich-Süd mit den Anschlüssen an die Autobahn A3 in Richtung Zürich und Chur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tunnel stellt damit eine direkte unterirdische Verbindung zwischen dem Raum Wettswil und dem südlichen Stadtgebiet Zürichs her.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Uetliberg ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Uetliberg]] ist der markanteste Höhenzug westlich der Stadt Zürich und erreicht am Uto Kulm 870 m ü. M.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Autobahntunnel verläuft nicht unmittelbar unter dem Gipfel, sondern durchquert die Basis des Bergmassivs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusätzlich zum Uetliberg wird der westlich gelegene Ettenberg unterfahren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;durchschlag2003&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwischen beiden Höhenzügen liegt das Reppischtal.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die geologische und topografische Situation mit zwei Bergkörpern, einem dazwischenliegenden Tal sowie unterschiedlichen Locker- und Festgesteinen machte den Bau besonders anspruchsvoll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Westumfahrung Zürich ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Uetlibergtunnel ist das zentrale Bauwerk der Westumfahrung Zürich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Westumfahrung entstand, um eine leistungsfähige Autobahnverbindung westlich der Stadt zu schaffen und den zuvor durch Zürcher Stadtquartiere geführten Durchgangsverkehr zu reduzieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor ihrer Eröffnung verlief ein erheblicher Teil des Verkehrs zwischen der A1 im Norden beziehungsweise Westen und der A3 Richtung Chur über städtische Strassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders stark belastet war die sogenannte Westtangente.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Westumfahrung entstand eine durchgehende Autobahnverbindung ausserhalb des inneren Stadtgebiets.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den wichtigsten Bauwerken der Westumfahrung gehören:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Uetlibergtunnel;&lt;br /&gt;
* [[Aeschertunnel]];&lt;br /&gt;
* Islisbergtunnel;&lt;br /&gt;
* Verkehrsdreieck Zürich-West;&lt;br /&gt;
* Verkehrsdreieck Zürich-Süd;&lt;br /&gt;
* verschiedene Überdeckungen, Brücken und Anschlussbauwerke.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Uetlibergtunnel ist mit rund 4,4 Kilometern der längste Tunnel der Westumfahrung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;durchschlag2003&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Planung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Geschichte der Zürcher Autobahnumfahrungen reicht mehrere Jahrzehnte zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits während der Planung des schweizerischen Nationalstrassennetzes wurde intensiv darüber diskutiert, wie die grossen Autobahnachsen im Raum Zürich miteinander verbunden werden sollten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Frühere Konzepte sahen teilweise eine stärkere Führung der Autobahnen durch das Stadtgebiet vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem starken Wachstum des Verkehrs wurden jedoch Umfahrungsvarianten zunehmend wichtiger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1985 wurde zunächst die [[Nordumfahrung Zürich]] eröffnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Westumfahrung bildete den nächsten grossen Schritt. Sie sollte die Verbindung zwischen A1 und A3 herstellen und später durch die A4 im Knonauer Amt ergänzt werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;astra_ypsilon&amp;quot;&amp;gt;[https://blog.astra.admin.ch/die-geschichte-hinter-dem-ypsilon/ Die Geschichte hinter dem «Ypsilon»], Bundesamt für Strassen, abgerufen am 25. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Uetliberg stellte dabei eines der grössten natürlichen Hindernisse dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine oberirdische Autobahnführung über oder um den Höhenzug hätte erhebliche Auswirkungen auf Landschaft, Siedlungsgebiete und bestehende Verkehrswege gehabt. Deshalb wurde eine weitgehend unterirdische Querung vorgesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bau ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ausbrucharbeiten am Uetlibergtunnel begannen am 4. Mai 2001.&amp;lt;ref name=&amp;quot;zweiterdurchstich&amp;quot;&amp;gt;[https://www.zh.ch/de/news-uebersicht/medienmitteilungen/2006/05/129.html Westumfahrung Zürich: Zweiter Grossdurchstich im Uetlibergtunnel], Kanton Zürich, 18. Mai 2006, abgerufen am 25. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Bauwerk stellte aufgrund seiner Länge, seines grossen Querschnitts und der unterschiedlichen geologischen Verhältnisse hohe Anforderungen an Planung und Ausführung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Vortrieb erfolgte nicht ausschliesslich mit einem einzigen Verfahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Je nach Geologie wurden verschiedene Methoden eingesetzt, darunter:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* maschineller Tunnelvortrieb;&lt;br /&gt;
* Aufweitung bereits erstellter Pilotstollen;&lt;br /&gt;
* konventioneller Sprengvortrieb;&lt;br /&gt;
* spezielle Verfahren in Lockergesteinsabschnitten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine zentrale Rolle spielte eine eigens für das Projekt eingesetzte Tunnelbohrerweiterungsmaschine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Pilotstollen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor dem Ausbruch des vollständigen Tunnelquerschnitts wurden Pilotstollen erstellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein solcher Stollen besass einen Durchmesser von ungefähr fünf Metern.&amp;lt;ref name=&amp;quot;grossdurchstich2005&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der kleinere Querschnitt ermöglichte es, die geologischen Verhältnisse entlang der geplanten Tunnelachse genauer zu untersuchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anschliessend wurde der Pilotstollen mit einer Tunnelbohrerweiterungsmaschine auf den wesentlich grösseren endgültigen Querschnitt aufgeweitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Verfahren stellte eine technische Besonderheit des Projekts dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Tunnelbohrerweiterungsmaschine ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für grosse Teile des Uetlibergtunnels kam eine sogenannte &#039;&#039;&#039;Tunnelbohrerweiterungsmaschine&#039;&#039;&#039; zum Einsatz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Maschine war rund 180 Meter lang.&amp;lt;ref name=&amp;quot;grossdurchstich2005&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie erweiterte den rund fünf Meter grossen Pilotstollen auf einen Ausbruchdurchmesser von 14,4 Metern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Durchmesser stellte zum Zeitpunkt des Einsatzes einen Weltrekord für eine Hartgesteins-Tunnelbohrmaschine dar.&amp;lt;ref name=&amp;quot;grossdurchstich2005&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Maschine begann am 11. April 2003 mit der Aufweitung der ersten Tunnelröhre vom Reppischtal in Richtung Brunau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem ersten Grossdurchstich wurde sie zurückgezogen, umgebaut und in der zweiten Röhre erneut eingesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Röhre Basel ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste vollständig aufgeweitete Tunnelröhre trägt die Bezeichnung &#039;&#039;&#039;Röhre Basel&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Grossdurchstich erfolgte am 1. Februar 2005.&amp;lt;ref name=&amp;quot;grossdurchstich2005&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit war die Röhre auf ihrer gesamten maschinell hergestellten Strecke mit dem vollständigen Querschnitt ausgebrochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name bezieht sich auf die hauptsächliche Fahrtrichtung des Verkehrs durch diese Röhre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Durchstich wurde die Tunnelbohrerweiterungsmaschine zurück in das Reppischtal gebracht und für die zweite Röhre umgerüstet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Röhre Chur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zweite Tunnelröhre trägt die Bezeichnung &#039;&#039;&#039;Röhre Chur&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der maschinelle Vortrieb begann am 7. Juni 2005 vom Reppischtal in Richtung Brunau.&amp;lt;ref name=&amp;quot;zweiterdurchstich&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 18. Mai 2006 erfolgte der zweite Grossdurchstich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit waren die grossen Ausbrucharbeiten, die am 4. Mai 2001 begonnen hatten, abgeschlossen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;zweiterdurchstich&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anschliessend folgten Innenausbau, Fahrbahnbau, technische Ausrüstung und umfangreiche Sicherheitsinstallationen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geologie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Uetlibergtunnel führt durch geologisch unterschiedliche Zonen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein grosser Teil des Bergmassivs besteht aus Ablagerungen der Oberen Süsswassermolasse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Typisch sind wechselnde Schichten aus:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Sandstein;&lt;br /&gt;
* Mergel;&lt;br /&gt;
* weiteren Sedimentgesteinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Portalbereichen und einzelnen Talabschnitten treten dagegen Lockergesteine und Moränenmaterial auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese starken Wechsel zwischen Fest- und Lockergestein machten unterschiedliche Vortriebstechniken notwendig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Teil des Tunnels musste deshalb konventionell und mit besonderen Sicherungsmassnahmen erstellt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Bau fielen insgesamt ungefähr 1,7 Millionen Kubikmeter Aushub- und Ausbruchsmaterial an.&amp;lt;ref name=&amp;quot;luftbilder&amp;quot;&amp;gt;[https://www.lds.geo.uzh.ch/dam/jcr%3Aa33c21a6-6374-482c-8d9c-d1633b02cb1a/01_Westumfahrung_Z%C3%BCrich_PreviewQuality.pdf Westumfahrung Zürich – Luftbilder der Schweiz], Geographisches Institut der Universität Zürich, abgerufen am 25. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Reppischtal ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Besonderheit des Tunnelverlaufs ist das [[Reppischtal]] zwischen Ettenberg und Uetliberg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während des Baus entstand dort eine grosse Baugrube.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie diente unter anderem:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* als Angriffspunkt für Tunnelvortriebe;&lt;br /&gt;
* für Montage und Umrüstung der Tunnelbohrmaschinen;&lt;br /&gt;
* für Materialtransport;&lt;br /&gt;
* für technische Anlagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Endzustand befindet sich in diesem Bereich unter anderem eine Lüftungszentrale.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zentrale Lage des Reppischtals ermöglichte es, Tunnelarbeiten in unterschiedliche Richtungen zu organisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Tunnelquerschnitt ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die beiden Tunnelröhren wurden für den Autobahnverkehr mit grosszügigen Querschnitten ausgeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim maschinell aufgeweiteten Abschnitt betrug der Ausbruchdurchmesser rund 14,4 Meter.&amp;lt;ref name=&amp;quot;zweiterdurchstich&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In anderen Bauabschnitten erreichte der Ausbruchquerschnitt aufgrund der jeweiligen Bauweise ähnliche Grössenordnungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die nutzbare Fahrbahnbreite beträgt ungefähr 10,5 Meter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben den eigentlichen Verkehrsflächen mussten im Querschnitt verschiedene technische Einrichtungen untergebracht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu gehören unter anderem:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Entwässerung;&lt;br /&gt;
* Kabelanlagen;&lt;br /&gt;
* Beleuchtung;&lt;br /&gt;
* Lüftung;&lt;br /&gt;
* Brandschutzeinrichtungen;&lt;br /&gt;
* Verkehrssteuerung;&lt;br /&gt;
* Sicherheitsanlagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über dem Verkehrsraum befindet sich in Teilen des Bauwerks ein Lüftungsbereich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sicherheit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sicherheit spielte bei Planung und Fertigstellung des Uetlibergtunnels eine besonders grosse Rolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der langen Bauzeit wurden die Anforderungen an Strassentunnel in der Schweiz und in Europa deutlich verschärft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Internationale schwere Tunnelbrände führten um die Jahrtausendwende zu neuen Sicherheitsstandards.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Entwicklung hatte auch Auswirkungen auf den Uetlibergtunnel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der Bauarbeiten mussten zusätzliche beziehungsweise überarbeitete Sicherheitsmassnahmen in das Projekt integriert werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;verzoegerung&amp;quot;&amp;gt;[https://www.zh.ch/de/news-uebersicht/medienmitteilungen/2007/03/uetlibergtun.html Sicherheitsüberlegungen verzögern Eröffnung des Uetlibergtunnels], Kanton Zürich, 22. März 2007, abgerufen am 25. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ursprünglich für 2008 vorgesehene Eröffnung wurde deshalb auf 2009 verschoben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verbindung der Tunnelröhren ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die beiden parallelen Röhren sind durch Querverbindungen miteinander verbunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einem Ereignis kann die jeweils nicht betroffene Röhre als Flucht- und Rettungsraum dienen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Prinzip erhöht die Sicherheit gegenüber einem einröhrigen Gegenverkehrstunnel erheblich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei schweren Ereignissen kann eine Röhre gesperrt werden, während Einsatzkräfte die andere Röhre für Rettungs- oder Interventionszwecke nutzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lüftung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Uetlibergtunnel verfügt über ein leistungsfähiges Lüftungssystem.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im normalen Betrieb dient es der Kontrolle der Luftqualität.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einem Fahrzeugbrand kommt der Rauchführung besondere Bedeutung zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Technische Anlagen sollen verhindern, dass sich Rauch unkontrolliert im gesamten Tunnel verteilt, und die Bedingungen für Selbstrettung und Feuerwehreinsatz verbessern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine wichtige technische Anlage befindet sich im Bereich des Reppischtals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Lüftungszentrale Reppischtal war ein eigenständiger und technisch komplexer Bestandteil des Gesamtprojekts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verkehrsüberwachung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tunnel ist mit Anlagen zur Überwachung und Steuerung des Verkehrs ausgestattet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu gehören unter anderem:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Kameras;&lt;br /&gt;
* Verkehrsdetektoren;&lt;br /&gt;
* Wechselverkehrszeichen;&lt;br /&gt;
* Fahrstreifensignale;&lt;br /&gt;
* variable Geschwindigkeitsanzeigen;&lt;br /&gt;
* Notrufeinrichtungen;&lt;br /&gt;
* Brand- und Ereigniserkennung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über den Fahrstreifen können beispielsweise grüne Pfeile oder rote Kreuze angezeigt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit lässt sich ein Fahrstreifen bei einem Unfall, einem defekten Fahrzeug oder Unterhaltsarbeiten sperren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Geschwindigkeit und Warnhinweise können situationsabhängig angepasst werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Bundesamt für Strassen bezeichnete die Anlagen am Eingang des Uetlibergtunnels bereits zur Eröffnung als Beispiel moderner Verkehrsmanagementsysteme.&amp;lt;ref name=&amp;quot;astra2009&amp;quot;&amp;gt;[https://www.astra.admin.ch/dam/astra/de/dokumente/abteilung_direktionsgeschaefteallgemein/strassen-verkehr/strassen_und_verkehr2009-zahlenundfakten.pdf.download.pdf/strassen_und_verkehr2009-zahlenundfakten.pdf Strassen und Verkehr 2009 – Zahlen und Fakten], Bundesamt für Strassen, abgerufen am 25. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Eröffnung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ursprünglich war vorgesehen, den Uetlibergtunnel bereits 2008 zu eröffnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im März 2007 gab der Kanton Zürich bekannt, dass die Inbetriebnahme aus Sicherheitsgründen verschoben werde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;verzoegerung&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusätzliche Zeit war insbesondere für:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* technische Tests;&lt;br /&gt;
* Anpassungen an neue Sicherheitsstandards;&lt;br /&gt;
* Inbetriebnahme der Anlagen;&lt;br /&gt;
* Schulung des Betriebspersonals;&lt;br /&gt;
* Ausbildung von Polizei und Rettungsorganisationen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
erforderlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als endgültiger Termin wurde der 4. Mai 2009 festgelegt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;eroeffnung&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor der Verkehrsfreigabe wurde die Westumfahrung mit einem öffentlichen Fest gefeiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der offizielle Festakt fand am 23. April 2009 statt. Vom 24. bis 26. April wurde ein grosses Volksfest durchgeführt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;festakt&amp;quot;&amp;gt;[https://www.zh.ch/de/news-uebersicht/medienmitteilungen/2009/04/082.html Festakt zur Eröffnung der Westumfahrung], Kanton Zürich, abgerufen am 25. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 4. Mai 2009 wurde die Westumfahrung einschliesslich Uetliberg- und Aeschertunnel für den Motorfahrzeugverkehr freigegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kosten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Uetlibergtunnel gehörte zu den teuersten Einzelbauwerken der Westumfahrung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für das Tunnelprojekt wurden während der Bauzeit Kosten in der Grössenordnung von rund 1,1 Milliarden Franken genannt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;zweiterdurchstich&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spätere Dokumentationen geben für das zwischen 2000 und 2008 erstellte Bauwerk einen Aufwand von ungefähr 1,17 Milliarden Franken an.&amp;lt;ref name=&amp;quot;luftbilder&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gesamte Westumfahrung Zürich war ein Milliardenprojekt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kurz vor ihrer Eröffnung wurden für die Westumfahrung Kosten von rund 2,85 Milliarden Franken ausgewiesen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;eroeffnung&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zusammenhang mit dem Gesamtsystem aus Westumfahrung und anschliessenden Autobahnprojekten wurden noch höhere Investitionssummen genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedeutung für das Nationalstrassennetz ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Uetlibergtunnel schliesst eine wichtige Lücke im schweizerischen Autobahnnetz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verbindung ermöglicht insbesondere direkte Fahrten zwischen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Basel beziehungsweise Aargau und Chur;&lt;br /&gt;
* A1 und A3;&lt;br /&gt;
* Zürcher Ober- und Unterland und der Zentralschweiz;&lt;br /&gt;
* Knonauer Amt und dem Raum Zürich;&lt;br /&gt;
* Zentralschweiz und Nordwestschweiz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Westumfahrung stellte 2009 den direkten Autobahn-Lückenschluss zwischen A1 und A3 her.&amp;lt;ref name=&amp;quot;astra_ypsilon&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Eröffnung der A4 durch das Knonauer Amt am 13. November 2009 wurde auch die direkte Autobahnverbindung in Richtung Zentralschweiz wesentlich verbessert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Entlastung der Stadt Zürich ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eines der Hauptziele des Projekts war die Entlastung der Stadt Zürich vom Durchgangsverkehr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor 2009 benutzten zahlreiche Fahrzeuge innerstädtische Achsen als Verbindung zwischen den Autobahnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Eröffnung der Westumfahrung verlagerte sich ein erheblicher Teil dieses Verkehrs auf die neue Autobahn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits rund acht Wochen nach der Eröffnung passierten durchschnittlich ungefähr 40&#039;000 Fahrzeuge pro Tag den Uetlibergtunnel.&amp;lt;ref name=&amp;quot;bilanz2009&amp;quot;&amp;gt;[https://www.zh.ch/de/news-uebersicht/medienmitteilungen/2009/06/161.html Die Westumfahrung hat sich bewährt], Kanton Zürich, 30. Juni 2009, abgerufen am 25. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf Teilen der früheren Westtangente sank die Verkehrsbelastung gleichzeitig um bis zu 37 Prozent.&amp;lt;ref name=&amp;quot;bilanz2009&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wirkung wurde durch flankierende Massnahmen auf den früheren Durchgangsachsen unterstützt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Flankierende Massnahmen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verlagerung des Verkehrs sollte dauerhaft gesichert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deshalb wurden in der Stadt Zürich und in mehreren Gemeinden sogenannte flankierende Massnahmen umgesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu gehörten beispielsweise:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Umgestaltung früherer Durchgangsstrassen;&lt;br /&gt;
* Verkehrsberuhigung;&lt;br /&gt;
* Reduktion von Strassenkapazitäten;&lt;br /&gt;
* Verbesserungen für Fuss- und Veloverkehr;&lt;br /&gt;
* Anpassungen des öffentlichen Raums.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ohne diese Massnahmen bestand die Gefahr, dass die frei gewordenen Kapazitäten auf den früher stark belasteten Strassen erneut durch zusätzlichen Autoverkehr genutzt würden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Auswirkungen auf die Luftqualität ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die veränderten Verkehrsströme hatten messbare Auswirkungen auf die Umweltbelastung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Messungen zwischen 2006 und 2012 zeigten nach Angaben des Kantons Zürich eine deutliche Verbesserung der Luftqualität an mehreren früher stark belasteten Standorten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;luftqualitaet&amp;quot;&amp;gt;[https://www.zh.ch/de/news-uebersicht/medienmitteilungen/2014/01/verbesserte_luftqualitaet_dank_westumfahrung.html Deutlich verbesserte Luftqualität dank der Westumfahrung], Kanton Zürich, 10. Januar 2014, abgerufen am 25. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Effekte waren insbesondere in Teilen der Stadt Zürich sowie in Ortszentren entlang früherer Hauptverkehrsrouten im Knonauer Amt feststellbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gleichzeitig verlagerte sich ein Teil der verkehrsbedingten Emissionen auf das Autobahnnetz und die Portalbereiche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Busverkehr durch den Tunnel ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Uetlibergtunnel wird nicht ausschliesslich vom Individualverkehr benutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit seiner Eröffnung wurde 2009 auch eine direkte Busverbindung aus dem Knonauer Amt nach Zürich eingerichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die damalige PostAuto-Linie 200 führte von [[Affoltern am Albis]] über Hedingen, Bonstetten und Wettswil durch den Uetlibergtunnel nach Zürich und weiter über Sihlcity zum Bahnhof Enge.&amp;lt;ref name=&amp;quot;bus200&amp;quot;&amp;gt;[https://www.zh.ch/bin/zhweb/publish/regierungsratsbeschluss-unterlagen./2008/1708/4560_Uetlibergtunnel.pdf Buslinie durch den Uetlibergtunnel], Regierungsrat des Kantons Zürich, 2008, abgerufen am 25. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit wurde durch den Tunnel erstmals eine schnelle öffentliche Verkehrsverbindung zwischen dem Knonauer Amt und der Stadt Zürich geschaffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Linienführung und Bezeichnungen des Busangebots wurden später im Rahmen der Fahrplanentwicklung angepasst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ereignisse ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie bei anderen stark befahrenen Autobahntunneln kommt es gelegentlich zu Unfällen, Fahrzeugpannen oder technischen Störungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In solchen Fällen können einzelne Fahrstreifen oder ganze Tunnelröhren gesperrt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Beispiel ereignete sich am 4. April 2024, als ein Personenwagen im Uetlibergtunnel Feuer fing.&amp;lt;ref name=&amp;quot;brand2024&amp;quot;&amp;gt;[https://www.zh.ch/de/news-uebersicht/medienmitteilungen/2024/04/240404k_a3_zuerich_brand.html A3 Zürich: Fahrzeugbrand in Autobahntunnel], Kantonspolizei Zürich, 4. April 2024, abgerufen am 25. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Fahrer konnte das Fahrzeug rechtzeitig verlassen und blieb unverletzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund der starken Rauchentwicklung wurden zunächst beide Röhren gesperrt. Feuerwehr und weitere Einsatzkräfte rückten von beiden Portalseiten aus zum Brand aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Löschung konnte der Verkehr vorübergehend in einer Tunnelröhre geführt werden. Nach Abschluss der Bergungs- und Reinigungsarbeiten wurden beide Röhren wieder geöffnet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;brand2024&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Vorfall zeigte zugleich die Bedeutung der Möglichkeiten, bei Ereignissen eine Röhre flexibel für Rettung und Verkehrsführung zu verwenden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Unterhalt ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Strassentunnel dieser Grösse benötigt regelmässige Wartungs- und Kontrollarbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu gehören unter anderem:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Reinigung;&lt;br /&gt;
* Kontrolle der Fahrbahn;&lt;br /&gt;
* Wartung der Lüftung;&lt;br /&gt;
* Kontrolle von Beleuchtung und Signalisation;&lt;br /&gt;
* Prüfung von Brandschutzanlagen;&lt;br /&gt;
* Wartung der Kommunikationssysteme;&lt;br /&gt;
* Kontrolle der Entwässerung;&lt;br /&gt;
* Prüfung der Fluchtwege;&lt;br /&gt;
* bauliche Inspektionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für bestimmte Arbeiten müssen einzelne Fahrstreifen oder ganze Röhren gesperrt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solche Arbeiten werden häufig nachts durchgeführt, um die Auswirkungen auf den Verkehr möglichst gering zu halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verkehrsdreieck Zürich-West ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am westlichen Ende des Tunnels liegt das Verkehrsdreieck Zürich-West bei Wettswil am Albis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es bildet einen der wichtigsten Autobahnknoten der Region.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier werden die Verkehrsströme der A3 und A4 miteinander verknüpft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In unmittelbarer Nähe liegen die Portale mehrerer grosser Tunnelbauwerke.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu gehören:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Uetlibergtunnel;&lt;br /&gt;
* Aeschertunnel;&lt;br /&gt;
* Islisbergtunnel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Verkehrsdreieck ermöglicht Fahrten in Richtung Zürich, Basel, Chur und Zentralschweiz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verkehrsdreieck Zürich-Süd ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das östliche Tunnelende liegt im Bereich Zürich-Süd in der Brunau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier trifft der Uetlibergtunnel auf die bestehende A3.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In nördlicher Richtung führt die Autobahn weiter in Richtung Stadt Zürich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In südlicher beziehungsweise südöstlicher Richtung führt die A3 entlang des linken Zürichseeufers über Thalwil, Horgen und Wädenswil weiter Richtung Pfäffikon und Chur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch den Uetlibergtunnel kann der Verkehr von dieser Achse ohne Fahrt durch das Zürcher Stadtzentrum in Richtung A1 und A4 weitergeführt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Portal Gänziloo ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Ostportal des Uetlibergtunnels wird als &#039;&#039;&#039;Portal Gänziloo&#039;&#039;&#039; bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es liegt im Bereich Brunau am Fuss des Uetlibergs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seiner Umgebung befinden sich weitere Bauwerke der Autobahn, darunter die Überdeckung Entlisberg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Portal bildet den sichtbaren Übergang zwischen der unterirdischen Querung des Uetlibergs und dem Verkehrsdreieck Zürich-Süd.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Technische Bedeutung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Uetlibergtunnel gilt als bedeutendes Schweizer Tunnelbauprojekt der frühen 2000er-Jahre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders bemerkenswert war der Einsatz der Tunnelbohrerweiterungsmaschine mit einem Aufweitungsdurchmesser von 14,4 Metern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Durchmesser war beim Durchstich der ersten Röhre nach Angaben des Kantons Zürich weltweit der grösste, der bis dahin mit einer Hartgesteinsmaschine realisiert worden war.&amp;lt;ref name=&amp;quot;grossdurchstich2005&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Projekt zeigte zudem, wie verschiedene Tunnelbaumethoden innerhalb desselben Bauwerks kombiniert werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die unterschiedlichen geologischen Bedingungen machten eine flexible Anpassung des Bauverfahrens notwendig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedeutung für den Raum Zürich ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Uetlibergtunnel veränderte die grossräumige Verkehrsführung rund um Zürich wesentlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor seiner Eröffnung endeten beziehungsweise trafen wichtige Autobahnachsen so aufeinander, dass ein Teil des Durchgangsverkehrs durch dicht besiedelte Gebiete geführt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Nord- und Westumfahrung entstand schrittweise ein Autobahnring beziehungsweise ein Umfahrungssystem um grosse Teile Zürichs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Uetlibergtunnel bildet dabei die südwestliche Verbindung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er besitzt deshalb sowohl regionale als auch nationale Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Uetliberg]]&lt;br /&gt;
* [[Autobahn A3]]&lt;br /&gt;
* [[Autobahn A4]]&lt;br /&gt;
* [[Westumfahrung Zürich]]&lt;br /&gt;
* [[Nordumfahrung Zürich]]&lt;br /&gt;
* [[Aeschertunnel]]&lt;br /&gt;
* [[Islisbergtunnel]]&lt;br /&gt;
* [[Gubristtunnel]]&lt;br /&gt;
* [[Wettswil am Albis]]&lt;br /&gt;
* [[Zürich]]&lt;br /&gt;
* [[Brunau (Zürich)]]&lt;br /&gt;
* [[Reppisch]]&lt;br /&gt;
* [[Knonauer Amt]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://www.astra.admin.ch/ Bundesamt für Strassen]&lt;br /&gt;
* [https://www.zh.ch/de/mobilitaet.html Mobilität im Kanton Zürich]&lt;br /&gt;
* [https://map.geo.admin.ch/ Kartenviewer des Bundes]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Uetlibergtunnel}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Strassentunnel in der Schweiz]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tunnel im Kanton Zürich]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Autobahn A3 (Schweiz)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Verkehrsbauwerk in Zürich]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Verkehr (Bezirk Affoltern)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wettswil am Albis]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Erbaut in den 2000er Jahren]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Nick Frei</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://helvetia.wiki/de/index.php?title=Uetlibergtunnel&amp;diff=2977</id>
		<title>Uetlibergtunnel</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Nick Frei: Die Seite wurde neu angelegt: «{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;float:right; width:315px; margin:0 0 1em 1.5em;&amp;quot; ! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:center; font-size:120%;&amp;quot; | Uetlibergtunnel |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Verkehrsweg&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | Autobahn A3 |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Lage&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | Kanton Zürich |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Westportal&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | Wettswil am Albis |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Ostportal&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | Zürich-Brunau |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Länge&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | ca. 4,4 km |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Röhren&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | 2 |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Richtungen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | Basel / Chur |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Baubeginn der Ausbrucharbeiten&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | 4. Mai 2001 |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Durc…»&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;float:right; width:315px; margin:0 0 1em 1.5em;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:center; font-size:120%;&amp;quot; | Uetlibergtunnel&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Verkehrsweg&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Autobahn A3&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Lage&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Kanton Zürich&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Westportal&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Wettswil am Albis&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Ostportal&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Zürich-Brunau&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Länge&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| ca. 4,4 km&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Röhren&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| 2&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Richtungen&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Basel / Chur&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Baubeginn der Ausbrucharbeiten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| 4. Mai 2001&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Durchstich Röhre Basel&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| 1. Februar 2005&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Durchstich Röhre Chur&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| 18. Mai 2006&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Verkehrsfreigabe&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| 4. Mai 2009&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;&#039;Uetlibergtunnel&#039;&#039;&#039; ist ein rund 4,4 Kilometer langer Autobahntunnel der [[Autobahn A3 (Schweiz)|Autobahn A3]] im [[Kanton Zürich]]. Er unterquert den [[Uetliberg]] und den westlich davon gelegenen Ettenberg und verbindet das Verkehrsdreieck Zürich-West bei [[Wettswil am Albis]] mit dem Verkehrsdreieck Zürich-Süd in der Brunau am südwestlichen Rand der Stadt [[Zürich]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;durchschlag2003&amp;quot;&amp;gt;[https://www.zh.ch/de/news-uebersicht/medienmitteilungen/2003/02/durchschlag_uetliberg.html Westumfahrung Zürich: Durchschlag im Uetlibergtunnel], Kanton Zürich, 20. Februar 2003, abgerufen am 25. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tunnel ist das längste und eines der technisch anspruchsvollsten Bauwerke der [[Westumfahrung Zürich]]. Er besteht aus zwei voneinander getrennten Röhren für den richtungsgetrennten Autobahnverkehr. Die beiden Röhren werden als &#039;&#039;&#039;Röhre Basel&#039;&#039;&#039; und &#039;&#039;&#039;Röhre Chur&#039;&#039;&#039; bezeichnet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;grossdurchstich2005&amp;quot;&amp;gt;[https://www.zh.ch/de/news-uebersicht/medienmitteilungen/2005/01/021_uetlibergtunnel.html Westumfahrung Zürich: Grossdurchstich im Uetlibergtunnel], Kanton Zürich, 1. Februar 2005, abgerufen am 25. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Eröffnung am 4. Mai 2009 wurde eine leistungsfähige Autobahnverbindung westlich der Stadt Zürich geschaffen. Zusammen mit den übrigen Abschnitten der Westumfahrung verbindet der Uetlibergtunnel die Autobahnachsen A1, A3 und A4 und ermöglicht insbesondere dem Durchgangsverkehr zwischen der Nordwestschweiz, Zürich, Graubünden und der Zentralschweiz, das Zürcher Stadtgebiet zu umfahren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;eroeffnung&amp;quot;&amp;gt;[https://www.zh.ch/de/news-uebersicht/medienmitteilungen/2008/11/303.html Westumfahrung: Arbeiten sind im Zeitplan – Eröffnung am 4. Mai 2009], Kanton Zürich, 24. November 2008, abgerufen am 25. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lage ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Uetlibergtunnel verläuft im Südwesten des Grossraums Zürich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Westportal liegt im Gebiet von Wettswil am Albis beim Verkehrsdreieck Zürich-West. Dort treffen die aus Richtung Basel und Zürich kommende A3 und die Verkehrsachsen in Richtung Knonauer Amt beziehungsweise Zentralschweiz aufeinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vom Westportal führt der Tunnel zunächst unter dem Ettenberg hindurch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anschliessend erreicht die Trasse das [[Reppischtal]]. Dieses wird nicht oberirdisch überquert, sondern ebenfalls im Bereich des Tunnelbauwerks beziehungsweise der zugehörigen unterirdischen Anlagen durchfahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Danach unterquert der Tunnel den eigentlichen Uetliberg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Ostportal liegt im Gebiet Gänziloo bei der Brunau. Unmittelbar östlich davon befindet sich das Verkehrsdreieck Zürich-Süd mit den Anschlüssen an die Autobahn A3 in Richtung Zürich und Chur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tunnel stellt damit eine direkte unterirdische Verbindung zwischen dem Raum Wettswil und dem südlichen Stadtgebiet Zürichs her.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Uetliberg ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Uetliberg]] ist der markanteste Höhenzug westlich der Stadt Zürich und erreicht am Uto Kulm 870 m ü. M.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Autobahntunnel verläuft nicht unmittelbar unter dem Gipfel, sondern durchquert die Basis des Bergmassivs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusätzlich zum Uetliberg wird der westlich gelegene Ettenberg unterfahren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;durchschlag2003&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwischen beiden Höhenzügen liegt das Reppischtal.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die geologische und topografische Situation mit zwei Bergkörpern, einem dazwischenliegenden Tal sowie unterschiedlichen Locker- und Festgesteinen machte den Bau besonders anspruchsvoll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Westumfahrung Zürich ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Uetlibergtunnel ist das zentrale Bauwerk der Westumfahrung Zürich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Westumfahrung entstand, um eine leistungsfähige Autobahnverbindung westlich der Stadt zu schaffen und den zuvor durch Zürcher Stadtquartiere geführten Durchgangsverkehr zu reduzieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor ihrer Eröffnung verlief ein erheblicher Teil des Verkehrs zwischen der A1 im Norden beziehungsweise Westen und der A3 Richtung Chur über städtische Strassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders stark belastet war die sogenannte Westtangente.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Westumfahrung entstand eine durchgehende Autobahnverbindung ausserhalb des inneren Stadtgebiets.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den wichtigsten Bauwerken der Westumfahrung gehören:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Uetlibergtunnel;&lt;br /&gt;
* [[Aeschertunnel]];&lt;br /&gt;
* Islisbergtunnel;&lt;br /&gt;
* Verkehrsdreieck Zürich-West;&lt;br /&gt;
* Verkehrsdreieck Zürich-Süd;&lt;br /&gt;
* verschiedene Überdeckungen, Brücken und Anschlussbauwerke.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Uetlibergtunnel ist mit rund 4,4 Kilometern der längste Tunnel der Westumfahrung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;durchschlag2003&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Planung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Geschichte der Zürcher Autobahnumfahrungen reicht mehrere Jahrzehnte zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits während der Planung des schweizerischen Nationalstrassennetzes wurde intensiv darüber diskutiert, wie die grossen Autobahnachsen im Raum Zürich miteinander verbunden werden sollten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Frühere Konzepte sahen teilweise eine stärkere Führung der Autobahnen durch das Stadtgebiet vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem starken Wachstum des Verkehrs wurden jedoch Umfahrungsvarianten zunehmend wichtiger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1985 wurde zunächst die [[Nordumfahrung Zürich]] eröffnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Westumfahrung bildete den nächsten grossen Schritt. Sie sollte die Verbindung zwischen A1 und A3 herstellen und später durch die A4 im Knonauer Amt ergänzt werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;astra_ypsilon&amp;quot;&amp;gt;[https://blog.astra.admin.ch/die-geschichte-hinter-dem-ypsilon/ Die Geschichte hinter dem «Ypsilon»], Bundesamt für Strassen, abgerufen am 25. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Uetliberg stellte dabei eines der grössten natürlichen Hindernisse dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine oberirdische Autobahnführung über oder um den Höhenzug hätte erhebliche Auswirkungen auf Landschaft, Siedlungsgebiete und bestehende Verkehrswege gehabt. Deshalb wurde eine weitgehend unterirdische Querung vorgesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bau ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ausbrucharbeiten am Uetlibergtunnel begannen am 4. Mai 2001.&amp;lt;ref name=&amp;quot;zweiterdurchstich&amp;quot;&amp;gt;[https://www.zh.ch/de/news-uebersicht/medienmitteilungen/2006/05/129.html Westumfahrung Zürich: Zweiter Grossdurchstich im Uetlibergtunnel], Kanton Zürich, 18. Mai 2006, abgerufen am 25. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Bauwerk stellte aufgrund seiner Länge, seines grossen Querschnitts und der unterschiedlichen geologischen Verhältnisse hohe Anforderungen an Planung und Ausführung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Vortrieb erfolgte nicht ausschliesslich mit einem einzigen Verfahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Je nach Geologie wurden verschiedene Methoden eingesetzt, darunter:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* maschineller Tunnelvortrieb;&lt;br /&gt;
* Aufweitung bereits erstellter Pilotstollen;&lt;br /&gt;
* konventioneller Sprengvortrieb;&lt;br /&gt;
* spezielle Verfahren in Lockergesteinsabschnitten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine zentrale Rolle spielte eine eigens für das Projekt eingesetzte Tunnelbohrerweiterungsmaschine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Pilotstollen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor dem Ausbruch des vollständigen Tunnelquerschnitts wurden Pilotstollen erstellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein solcher Stollen besass einen Durchmesser von ungefähr fünf Metern.&amp;lt;ref name=&amp;quot;grossdurchstich2005&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der kleinere Querschnitt ermöglichte es, die geologischen Verhältnisse entlang der geplanten Tunnelachse genauer zu untersuchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anschliessend wurde der Pilotstollen mit einer Tunnelbohrerweiterungsmaschine auf den wesentlich grösseren endgültigen Querschnitt aufgeweitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Verfahren stellte eine technische Besonderheit des Projekts dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Tunnelbohrerweiterungsmaschine ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für grosse Teile des Uetlibergtunnels kam eine sogenannte &#039;&#039;&#039;Tunnelbohrerweiterungsmaschine&#039;&#039;&#039; zum Einsatz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Maschine war rund 180 Meter lang.&amp;lt;ref name=&amp;quot;grossdurchstich2005&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie erweiterte den rund fünf Meter grossen Pilotstollen auf einen Ausbruchdurchmesser von 14,4 Metern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Durchmesser stellte zum Zeitpunkt des Einsatzes einen Weltrekord für eine Hartgesteins-Tunnelbohrmaschine dar.&amp;lt;ref name=&amp;quot;grossdurchstich2005&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Maschine begann am 11. April 2003 mit der Aufweitung der ersten Tunnelröhre vom Reppischtal in Richtung Brunau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem ersten Grossdurchstich wurde sie zurückgezogen, umgebaut und in der zweiten Röhre erneut eingesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Röhre Basel ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste vollständig aufgeweitete Tunnelröhre trägt die Bezeichnung &#039;&#039;&#039;Röhre Basel&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Grossdurchstich erfolgte am 1. Februar 2005.&amp;lt;ref name=&amp;quot;grossdurchstich2005&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit war die Röhre auf ihrer gesamten maschinell hergestellten Strecke mit dem vollständigen Querschnitt ausgebrochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name bezieht sich auf die hauptsächliche Fahrtrichtung des Verkehrs durch diese Röhre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Durchstich wurde die Tunnelbohrerweiterungsmaschine zurück in das Reppischtal gebracht und für die zweite Röhre umgerüstet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Röhre Chur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zweite Tunnelröhre trägt die Bezeichnung &#039;&#039;&#039;Röhre Chur&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der maschinelle Vortrieb begann am 7. Juni 2005 vom Reppischtal in Richtung Brunau.&amp;lt;ref name=&amp;quot;zweiterdurchstich&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 18. Mai 2006 erfolgte der zweite Grossdurchstich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit waren die grossen Ausbrucharbeiten, die am 4. Mai 2001 begonnen hatten, abgeschlossen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;zweiterdurchstich&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anschliessend folgten Innenausbau, Fahrbahnbau, technische Ausrüstung und umfangreiche Sicherheitsinstallationen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geologie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Uetlibergtunnel führt durch geologisch unterschiedliche Zonen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein grosser Teil des Bergmassivs besteht aus Ablagerungen der Oberen Süsswassermolasse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Typisch sind wechselnde Schichten aus:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Sandstein;&lt;br /&gt;
* Mergel;&lt;br /&gt;
* weiteren Sedimentgesteinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Portalbereichen und einzelnen Talabschnitten treten dagegen Lockergesteine und Moränenmaterial auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese starken Wechsel zwischen Fest- und Lockergestein machten unterschiedliche Vortriebstechniken notwendig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Teil des Tunnels musste deshalb konventionell und mit besonderen Sicherungsmassnahmen erstellt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Bau fielen insgesamt ungefähr 1,7 Millionen Kubikmeter Aushub- und Ausbruchsmaterial an.&amp;lt;ref name=&amp;quot;luftbilder&amp;quot;&amp;gt;[https://www.lds.geo.uzh.ch/dam/jcr%3Aa33c21a6-6374-482c-8d9c-d1633b02cb1a/01_Westumfahrung_Z%C3%BCrich_PreviewQuality.pdf Westumfahrung Zürich – Luftbilder der Schweiz], Geographisches Institut der Universität Zürich, abgerufen am 25. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Reppischtal ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Besonderheit des Tunnelverlaufs ist das [[Reppischtal]] zwischen Ettenberg und Uetliberg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während des Baus entstand dort eine grosse Baugrube.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie diente unter anderem:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* als Angriffspunkt für Tunnelvortriebe;&lt;br /&gt;
* für Montage und Umrüstung der Tunnelbohrmaschinen;&lt;br /&gt;
* für Materialtransport;&lt;br /&gt;
* für technische Anlagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Endzustand befindet sich in diesem Bereich unter anderem eine Lüftungszentrale.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zentrale Lage des Reppischtals ermöglichte es, Tunnelarbeiten in unterschiedliche Richtungen zu organisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Tunnelquerschnitt ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die beiden Tunnelröhren wurden für den Autobahnverkehr mit grosszügigen Querschnitten ausgeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim maschinell aufgeweiteten Abschnitt betrug der Ausbruchdurchmesser rund 14,4 Meter.&amp;lt;ref name=&amp;quot;zweiterdurchstich&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In anderen Bauabschnitten erreichte der Ausbruchquerschnitt aufgrund der jeweiligen Bauweise ähnliche Grössenordnungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die nutzbare Fahrbahnbreite beträgt ungefähr 10,5 Meter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben den eigentlichen Verkehrsflächen mussten im Querschnitt verschiedene technische Einrichtungen untergebracht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu gehören unter anderem:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Entwässerung;&lt;br /&gt;
* Kabelanlagen;&lt;br /&gt;
* Beleuchtung;&lt;br /&gt;
* Lüftung;&lt;br /&gt;
* Brandschutzeinrichtungen;&lt;br /&gt;
* Verkehrssteuerung;&lt;br /&gt;
* Sicherheitsanlagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über dem Verkehrsraum befindet sich in Teilen des Bauwerks ein Lüftungsbereich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sicherheit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sicherheit spielte bei Planung und Fertigstellung des Uetlibergtunnels eine besonders grosse Rolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der langen Bauzeit wurden die Anforderungen an Strassentunnel in der Schweiz und in Europa deutlich verschärft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Internationale schwere Tunnelbrände führten um die Jahrtausendwende zu neuen Sicherheitsstandards.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Entwicklung hatte auch Auswirkungen auf den Uetlibergtunnel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der Bauarbeiten mussten zusätzliche beziehungsweise überarbeitete Sicherheitsmassnahmen in das Projekt integriert werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;verzoegerung&amp;quot;&amp;gt;[https://www.zh.ch/de/news-uebersicht/medienmitteilungen/2007/03/uetlibergtun.html Sicherheitsüberlegungen verzögern Eröffnung des Uetlibergtunnels], Kanton Zürich, 22. März 2007, abgerufen am 25. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ursprünglich für 2008 vorgesehene Eröffnung wurde deshalb auf 2009 verschoben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verbindung der Tunnelröhren ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die beiden parallelen Röhren sind durch Querverbindungen miteinander verbunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einem Ereignis kann die jeweils nicht betroffene Röhre als Flucht- und Rettungsraum dienen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Prinzip erhöht die Sicherheit gegenüber einem einröhrigen Gegenverkehrstunnel erheblich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei schweren Ereignissen kann eine Röhre gesperrt werden, während Einsatzkräfte die andere Röhre für Rettungs- oder Interventionszwecke nutzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lüftung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Uetlibergtunnel verfügt über ein leistungsfähiges Lüftungssystem.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im normalen Betrieb dient es der Kontrolle der Luftqualität.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einem Fahrzeugbrand kommt der Rauchführung besondere Bedeutung zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Technische Anlagen sollen verhindern, dass sich Rauch unkontrolliert im gesamten Tunnel verteilt, und die Bedingungen für Selbstrettung und Feuerwehreinsatz verbessern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine wichtige technische Anlage befindet sich im Bereich des Reppischtals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Lüftungszentrale Reppischtal war ein eigenständiger und technisch komplexer Bestandteil des Gesamtprojekts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verkehrsüberwachung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tunnel ist mit Anlagen zur Überwachung und Steuerung des Verkehrs ausgestattet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu gehören unter anderem:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Kameras;&lt;br /&gt;
* Verkehrsdetektoren;&lt;br /&gt;
* Wechselverkehrszeichen;&lt;br /&gt;
* Fahrstreifensignale;&lt;br /&gt;
* variable Geschwindigkeitsanzeigen;&lt;br /&gt;
* Notrufeinrichtungen;&lt;br /&gt;
* Brand- und Ereigniserkennung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über den Fahrstreifen können beispielsweise grüne Pfeile oder rote Kreuze angezeigt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit lässt sich ein Fahrstreifen bei einem Unfall, einem defekten Fahrzeug oder Unterhaltsarbeiten sperren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Geschwindigkeit und Warnhinweise können situationsabhängig angepasst werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Bundesamt für Strassen bezeichnete die Anlagen am Eingang des Uetlibergtunnels bereits zur Eröffnung als Beispiel moderner Verkehrsmanagementsysteme.&amp;lt;ref name=&amp;quot;astra2009&amp;quot;&amp;gt;[https://www.astra.admin.ch/dam/astra/de/dokumente/abteilung_direktionsgeschaefteallgemein/strassen-verkehr/strassen_und_verkehr2009-zahlenundfakten.pdf.download.pdf/strassen_und_verkehr2009-zahlenundfakten.pdf Strassen und Verkehr 2009 – Zahlen und Fakten], Bundesamt für Strassen, abgerufen am 25. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Eröffnung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ursprünglich war vorgesehen, den Uetlibergtunnel bereits 2008 zu eröffnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im März 2007 gab der Kanton Zürich bekannt, dass die Inbetriebnahme aus Sicherheitsgründen verschoben werde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;verzoegerung&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusätzliche Zeit war insbesondere für:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* technische Tests;&lt;br /&gt;
* Anpassungen an neue Sicherheitsstandards;&lt;br /&gt;
* Inbetriebnahme der Anlagen;&lt;br /&gt;
* Schulung des Betriebspersonals;&lt;br /&gt;
* Ausbildung von Polizei und Rettungsorganisationen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
erforderlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als endgültiger Termin wurde der 4. Mai 2009 festgelegt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;eroeffnung&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor der Verkehrsfreigabe wurde die Westumfahrung mit einem öffentlichen Fest gefeiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der offizielle Festakt fand am 23. April 2009 statt. Vom 24. bis 26. April wurde ein grosses Volksfest durchgeführt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;festakt&amp;quot;&amp;gt;[https://www.zh.ch/de/news-uebersicht/medienmitteilungen/2009/04/082.html Festakt zur Eröffnung der Westumfahrung], Kanton Zürich, abgerufen am 25. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 4. Mai 2009 wurde die Westumfahrung einschliesslich Uetliberg- und Aeschertunnel für den Motorfahrzeugverkehr freigegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kosten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Uetlibergtunnel gehörte zu den teuersten Einzelbauwerken der Westumfahrung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für das Tunnelprojekt wurden während der Bauzeit Kosten in der Grössenordnung von rund 1,1 Milliarden Franken genannt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;zweiterdurchstich&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spätere Dokumentationen geben für das zwischen 2000 und 2008 erstellte Bauwerk einen Aufwand von ungefähr 1,17 Milliarden Franken an.&amp;lt;ref name=&amp;quot;luftbilder&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gesamte Westumfahrung Zürich war ein Milliardenprojekt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kurz vor ihrer Eröffnung wurden für die Westumfahrung Kosten von rund 2,85 Milliarden Franken ausgewiesen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;eroeffnung&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zusammenhang mit dem Gesamtsystem aus Westumfahrung und anschliessenden Autobahnprojekten wurden noch höhere Investitionssummen genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedeutung für das Nationalstrassennetz ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Uetlibergtunnel schliesst eine wichtige Lücke im schweizerischen Autobahnnetz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verbindung ermöglicht insbesondere direkte Fahrten zwischen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Basel beziehungsweise Aargau und Chur;&lt;br /&gt;
* A1 und A3;&lt;br /&gt;
* Zürcher Ober- und Unterland und der Zentralschweiz;&lt;br /&gt;
* Knonauer Amt und dem Raum Zürich;&lt;br /&gt;
* Zentralschweiz und Nordwestschweiz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Westumfahrung stellte 2009 den direkten Autobahn-Lückenschluss zwischen A1 und A3 her.&amp;lt;ref name=&amp;quot;astra_ypsilon&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Eröffnung der A4 durch das Knonauer Amt am 13. November 2009 wurde auch die direkte Autobahnverbindung in Richtung Zentralschweiz wesentlich verbessert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Entlastung der Stadt Zürich ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eines der Hauptziele des Projekts war die Entlastung der Stadt Zürich vom Durchgangsverkehr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor 2009 benutzten zahlreiche Fahrzeuge innerstädtische Achsen als Verbindung zwischen den Autobahnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Eröffnung der Westumfahrung verlagerte sich ein erheblicher Teil dieses Verkehrs auf die neue Autobahn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits rund acht Wochen nach der Eröffnung passierten durchschnittlich ungefähr 40&#039;000 Fahrzeuge pro Tag den Uetlibergtunnel.&amp;lt;ref name=&amp;quot;bilanz2009&amp;quot;&amp;gt;[https://www.zh.ch/de/news-uebersicht/medienmitteilungen/2009/06/161.html Die Westumfahrung hat sich bewährt], Kanton Zürich, 30. Juni 2009, abgerufen am 25. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf Teilen der früheren Westtangente sank die Verkehrsbelastung gleichzeitig um bis zu 37 Prozent.&amp;lt;ref name=&amp;quot;bilanz2009&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wirkung wurde durch flankierende Massnahmen auf den früheren Durchgangsachsen unterstützt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Flankierende Massnahmen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verlagerung des Verkehrs sollte dauerhaft gesichert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deshalb wurden in der Stadt Zürich und in mehreren Gemeinden sogenannte flankierende Massnahmen umgesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu gehörten beispielsweise:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Umgestaltung früherer Durchgangsstrassen;&lt;br /&gt;
* Verkehrsberuhigung;&lt;br /&gt;
* Reduktion von Strassenkapazitäten;&lt;br /&gt;
* Verbesserungen für Fuss- und Veloverkehr;&lt;br /&gt;
* Anpassungen des öffentlichen Raums.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ohne diese Massnahmen bestand die Gefahr, dass die frei gewordenen Kapazitäten auf den früher stark belasteten Strassen erneut durch zusätzlichen Autoverkehr genutzt würden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Auswirkungen auf die Luftqualität ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die veränderten Verkehrsströme hatten messbare Auswirkungen auf die Umweltbelastung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Messungen zwischen 2006 und 2012 zeigten nach Angaben des Kantons Zürich eine deutliche Verbesserung der Luftqualität an mehreren früher stark belasteten Standorten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;luftqualitaet&amp;quot;&amp;gt;[https://www.zh.ch/de/news-uebersicht/medienmitteilungen/2014/01/verbesserte_luftqualitaet_dank_westumfahrung.html Deutlich verbesserte Luftqualität dank der Westumfahrung], Kanton Zürich, 10. Januar 2014, abgerufen am 25. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Effekte waren insbesondere in Teilen der Stadt Zürich sowie in Ortszentren entlang früherer Hauptverkehrsrouten im Knonauer Amt feststellbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gleichzeitig verlagerte sich ein Teil der verkehrsbedingten Emissionen auf das Autobahnnetz und die Portalbereiche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Busverkehr durch den Tunnel ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Uetlibergtunnel wird nicht ausschliesslich vom Individualverkehr benutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit seiner Eröffnung wurde 2009 auch eine direkte Busverbindung aus dem Knonauer Amt nach Zürich eingerichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die damalige PostAuto-Linie 200 führte von [[Affoltern am Albis]] über Hedingen, Bonstetten und Wettswil durch den Uetlibergtunnel nach Zürich und weiter über Sihlcity zum Bahnhof Enge.&amp;lt;ref name=&amp;quot;bus200&amp;quot;&amp;gt;[https://www.zh.ch/bin/zhweb/publish/regierungsratsbeschluss-unterlagen./2008/1708/4560_Uetlibergtunnel.pdf Buslinie durch den Uetlibergtunnel], Regierungsrat des Kantons Zürich, 2008, abgerufen am 25. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit wurde durch den Tunnel erstmals eine schnelle öffentliche Verkehrsverbindung zwischen dem Knonauer Amt und der Stadt Zürich geschaffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Linienführung und Bezeichnungen des Busangebots wurden später im Rahmen der Fahrplanentwicklung angepasst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ereignisse ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie bei anderen stark befahrenen Autobahntunneln kommt es gelegentlich zu Unfällen, Fahrzeugpannen oder technischen Störungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In solchen Fällen können einzelne Fahrstreifen oder ganze Tunnelröhren gesperrt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Beispiel ereignete sich am 4. April 2024, als ein Personenwagen im Uetlibergtunnel Feuer fing.&amp;lt;ref name=&amp;quot;brand2024&amp;quot;&amp;gt;[https://www.zh.ch/de/news-uebersicht/medienmitteilungen/2024/04/240404k_a3_zuerich_brand.html A3 Zürich: Fahrzeugbrand in Autobahntunnel], Kantonspolizei Zürich, 4. April 2024, abgerufen am 25. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Fahrer konnte das Fahrzeug rechtzeitig verlassen und blieb unverletzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund der starken Rauchentwicklung wurden zunächst beide Röhren gesperrt. Feuerwehr und weitere Einsatzkräfte rückten von beiden Portalseiten aus zum Brand aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Löschung konnte der Verkehr vorübergehend in einer Tunnelröhre geführt werden. Nach Abschluss der Bergungs- und Reinigungsarbeiten wurden beide Röhren wieder geöffnet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;brand2024&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Vorfall zeigte zugleich die Bedeutung der Möglichkeiten, bei Ereignissen eine Röhre flexibel für Rettung und Verkehrsführung zu verwenden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Unterhalt ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Strassentunnel dieser Grösse benötigt regelmässige Wartungs- und Kontrollarbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu gehören unter anderem:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Reinigung;&lt;br /&gt;
* Kontrolle der Fahrbahn;&lt;br /&gt;
* Wartung der Lüftung;&lt;br /&gt;
* Kontrolle von Beleuchtung und Signalisation;&lt;br /&gt;
* Prüfung von Brandschutzanlagen;&lt;br /&gt;
* Wartung der Kommunikationssysteme;&lt;br /&gt;
* Kontrolle der Entwässerung;&lt;br /&gt;
* Prüfung der Fluchtwege;&lt;br /&gt;
* bauliche Inspektionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für bestimmte Arbeiten müssen einzelne Fahrstreifen oder ganze Röhren gesperrt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solche Arbeiten werden häufig nachts durchgeführt, um die Auswirkungen auf den Verkehr möglichst gering zu halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verkehrsdreieck Zürich-West ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am westlichen Ende des Tunnels liegt das Verkehrsdreieck Zürich-West bei Wettswil am Albis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es bildet einen der wichtigsten Autobahnknoten der Region.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier werden die Verkehrsströme der A3 und A4 miteinander verknüpft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In unmittelbarer Nähe liegen die Portale mehrerer grosser Tunnelbauwerke.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu gehören:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Uetlibergtunnel;&lt;br /&gt;
* Aeschertunnel;&lt;br /&gt;
* Islisbergtunnel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Verkehrsdreieck ermöglicht Fahrten in Richtung Zürich, Basel, Chur und Zentralschweiz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verkehrsdreieck Zürich-Süd ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das östliche Tunnelende liegt im Bereich Zürich-Süd in der Brunau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier trifft der Uetlibergtunnel auf die bestehende A3.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In nördlicher Richtung führt die Autobahn weiter in Richtung Stadt Zürich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In südlicher beziehungsweise südöstlicher Richtung führt die A3 entlang des linken Zürichseeufers über Thalwil, Horgen und Wädenswil weiter Richtung Pfäffikon und Chur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch den Uetlibergtunnel kann der Verkehr von dieser Achse ohne Fahrt durch das Zürcher Stadtzentrum in Richtung A1 und A4 weitergeführt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Portal Gänziloo ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Ostportal des Uetlibergtunnels wird als &#039;&#039;&#039;Portal Gänziloo&#039;&#039;&#039; bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es liegt im Bereich Brunau am Fuss des Uetlibergs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seiner Umgebung befinden sich weitere Bauwerke der Autobahn, darunter die Überdeckung Entlisberg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Portal bildet den sichtbaren Übergang zwischen der unterirdischen Querung des Uetlibergs und dem Verkehrsdreieck Zürich-Süd.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Technische Bedeutung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Uetlibergtunnel gilt als bedeutendes Schweizer Tunnelbauprojekt der frühen 2000er-Jahre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders bemerkenswert war der Einsatz der Tunnelbohrerweiterungsmaschine mit einem Aufweitungsdurchmesser von 14,4 Metern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Durchmesser war beim Durchstich der ersten Röhre nach Angaben des Kantons Zürich weltweit der grösste, der bis dahin mit einer Hartgesteinsmaschine realisiert worden war.&amp;lt;ref name=&amp;quot;grossdurchstich2005&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Projekt zeigte zudem, wie verschiedene Tunnelbaumethoden innerhalb desselben Bauwerks kombiniert werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die unterschiedlichen geologischen Bedingungen machten eine flexible Anpassung des Bauverfahrens notwendig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedeutung für den Raum Zürich ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Uetlibergtunnel veränderte die grossräumige Verkehrsführung rund um Zürich wesentlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor seiner Eröffnung endeten beziehungsweise trafen wichtige Autobahnachsen so aufeinander, dass ein Teil des Durchgangsverkehrs durch dicht besiedelte Gebiete geführt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Nord- und Westumfahrung entstand schrittweise ein Autobahnring beziehungsweise ein Umfahrungssystem um grosse Teile Zürichs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Uetlibergtunnel bildet dabei die südwestliche Verbindung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er besitzt deshalb sowohl regionale als auch nationale Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Uetliberg]]&lt;br /&gt;
* [[Autobahn A3]]&lt;br /&gt;
* [[Autobahn A4]]&lt;br /&gt;
* [[Westumfahrung Zürich]]&lt;br /&gt;
* [[Nordumfahrung Zürich]]&lt;br /&gt;
* [[Aeschertunnel]]&lt;br /&gt;
* [[Islisbergtunnel]]&lt;br /&gt;
* [[Gubristtunnel]]&lt;br /&gt;
* [[Wettswil am Albis]]&lt;br /&gt;
* [[Zürich]]&lt;br /&gt;
* [[Brunau (Zürich)]]&lt;br /&gt;
* [[Reppisch]]&lt;br /&gt;
* [[Knonauer Amt]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://www.astra.admin.ch/ Bundesamt für Strassen]&lt;br /&gt;
* [https://www.zh.ch/de/mobilitaet.html Mobilität im Kanton Zürich]&lt;br /&gt;
* [https://map.geo.admin.ch/ Kartenviewer des Bundes]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Uetlibergtunnel}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Strassentunnel in der Schweiz]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tunnel im Kanton Zürich]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Autobahn A3 (Schweiz)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Verkehrsbauwerk in Zürich]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Verkehr (Bezirk Affoltern)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wettswil am Albis]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Erbaut in den 2000er Jahren]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Nick Frei</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://helvetia.wiki/de/index.php?title=Bichelsee&amp;diff=2976</id>
		<title>Bichelsee</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://helvetia.wiki/de/index.php?title=Bichelsee&amp;diff=2976"/>
		<updated>2026-08-25T22:38:51Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Nick Frei: Die Seite wurde neu angelegt: «{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;float:right; width:315px; margin:0 0 1em 1em;&amp;quot; ! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; | Bichelsee |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Kanton&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | Thurgau |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Bezirk&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | Münchwilen |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Gemeinde&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | Bichelsee-Balterswil |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Postleitzahl&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | 8363 |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Region&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | Tannzapfenland |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Gewässer&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | Bichelsee, Seebach |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;WEBSITE&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | [https://bichelsee-balterswil.ch bichelsee-balterswil.ch] |} &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Bichelsee&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist ein Dorf und Ortsteil der politischen Gemeinde…»&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;float:right; width:315px; margin:0 0 1em 1em;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; | Bichelsee&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Kanton&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Thurgau&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Bezirk&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Münchwilen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Gemeinde&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Bichelsee-Balterswil&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Postleitzahl&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| 8363&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Region&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Tannzapfenland&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Gewässer&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Bichelsee, Seebach&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;WEBSITE&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| [https://bichelsee-balterswil.ch bichelsee-balterswil.ch]&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Bichelsee&#039;&#039;&#039; ist ein Dorf und Ortsteil der politischen Gemeinde [[Bichelsee-Balterswil]] im [[Bezirk Münchwilen]] des [[Kanton Thurgau|Kantons Thurgau]]. Es liegt im südlichen Teil des Kantons, nahe der Grenze zum [[Kanton Zürich]], in der hügeligen Landschaft des [[Tannzapfenland]]s. Zum Ort gehören neben dem eigentlichen Dorf verschiedene Höfe und kleinere Siedlungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bichelsee gab der 1996 entstandenen politischen Gemeinde Bichelsee-Balterswil zusammen mit [[Balterswil]] ihren Namen. Bekannt ist der Ort insbesondere durch den gleichnamigen [[Bichelsee (See)|Bichelsee]], die katholische Kirche St. Nikolaus sowie seine Bedeutung für die Geschichte der schweizerischen Raiffeisenbewegung. Im Jahr 1900 nahm in Bichelsee die erste dauerhaft erfolgreiche Raiffeisen-Darlehenskasse der Schweiz ihren Betrieb auf.&amp;lt;ref name=&amp;quot;fakten&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.bichelsee-balterswil.ch/gemeinde/portrait/geschichte/spannende-fakten.html/505 |titel=Spannende Fakten aus der Geschichte von Bichelsee und Balterswil |hrsg=Gemeinde Bichelsee-Balterswil |abruf=2026-08-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geographie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bichelsee liegt im südlichen Thurgau in einer von eiszeitlichen Formen geprägten Hügellandschaft. Das Gebiet befindet sich ungefähr auf halbem Weg zwischen [[Winterthur]] und [[Wil SG|Wil]] und gehört landschaftlich zum Tannzapfenland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Umgebung wird durch Hügelzüge, Wälder, landwirtschaftlich genutzte Flächen, Tobel und ehemalige Moorgebiete geprägt. Die heutige Landschaft entstand wesentlich durch die wiederholten Vorstösse und Rückzüge der Gletscher während des Eiszeitalters. Moränen bilden zahlreiche der charakteristischen Hügel der Umgebung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;landschaft&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.bichelsee-balterswil.ch/gemeinde/portrait/geschichte/eine-12000-jahre-junge-.html/508 |titel=Eine 12&#039;000 Jahre junge Hügellandschaft und der zauberhafte Bichelsee |hrsg=Gemeinde Bichelsee-Balterswil |abruf=2026-08-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Westlich des Dorfes liegt unmittelbar an der Kantonsgrenze der kleine Bichelsee. Aus diesem fliesst der Seebach in Richtung des Siedlungsgebiets.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur heutigen Gemeinde Bichelsee-Balterswil gehören neben Bichelsee und Balterswil auch die Weiler [[Ifwil TG|Ifwil]], [[Itaslen]], Niederhofen, Höfli und weitere kleinere Siedlungen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;portrait&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.bichelsee-balterswil.ch/gemeinde/portrait/herzlich-willkommen-in-bichelsee-balterswil.html/39 |titel=Herzlich willkommen in Bichelsee-Balterswil |hrsg=Gemeinde Bichelsee-Balterswil |abruf=2026-08-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gesamte politische Gemeinde umfasst rund 12 km². Ihr tiefster Punkt liegt auf etwa 556 m ü. M., der höchste auf 852,9 m ü. M.&amp;lt;ref name=&amp;quot;zahlen&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.bichelsee-balterswil.ch/gemeinde/portrait/infos-fakten.html/40 |titel=Infos / Fakten |hrsg=Gemeinde Bichelsee-Balterswil |abruf=2026-08-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bichelsee ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Bichelsee (See)|Bichelsee]] liegt westlich des Dorfes unmittelbar an der Grenze zwischen den Kantonen Thurgau und Zürich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der kleine See liegt eingebettet zwischen bewaldeten Hügeln und gehört zu den charakteristischen Landschaftselementen der Region. Er ist ein beliebtes Naherholungsgebiet und wird im Sommer zum Baden genutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sein Abfluss erfolgt über den Seebach. Dieser durchquert das Gebiet von Bichelsee und gehört zum Einzugsgebiet der [[Lützelmurg]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der See und die umliegenden Feuchtgebiete sind Relikte der eiszeitlichen Landschaftsentwicklung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;landschaft&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Frühe Besiedlung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Besiedlung der Region reicht vermutlich bis ins 6. oder 7. Jahrhundert zurück. Damals liessen sich alemannische Bevölkerungsgruppen im Gebiet des heutigen südlichen Thurgaus nieder.&amp;lt;ref name=&amp;quot;geschichte&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.bichelsee-balterswil.ch/gemeinde/portrait/geschichte/mehr-als-1200-jahre-.html/506 |titel=Mehr als 1200 Jahre Siedlungsgebiet Bichelsee-Balterswil |hrsg=Gemeinde Bichelsee-Balterswil |abruf=2026-08-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mehrere heutige Ortschaften der Gemeinde wurden bereits im Frühmittelalter schriftlich erwähnt. Ifwil erscheint 817 als &#039;&#039;&#039;Ifinwilare&#039;&#039;&#039;, Balterswil 885 als &#039;&#039;&#039;Baldherreswilare&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bichelsee selbst wird erstmals am &#039;&#039;&#039;10. Januar 894&#039;&#039;&#039; in einer Schenkungsurkunde zugunsten des [[Kloster St. Gallen|Klosters St. Gallen]] genannt. In der Urkunde erscheint der Ort unter der Bezeichnung &#039;&#039;&#039;Pichelense&#039;&#039;&#039;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;geschichte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit gehört Bichelsee zu den früh schriftlich belegten Siedlungen der Region.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Herren von Bichelsee ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Hochmittelalter war Bichelsee Sitz eines bedeutenden lokalen Adelsgeschlechts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &#039;&#039;&#039;Herren von Bichelsee&#039;&#039;&#039; standen in enger Beziehung zum Kloster St. Gallen und verfügten zeitweise über ein Herrschaftsgebiet, das weit über die Grenzen der heutigen Gemeinde hinausreichte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;burgen&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.bichelsee-balterswil.ch/gemeinde/portrait/geschichte/burgen-in-der-gemeinde.html/44 |titel=Drei Burgen und die Herren von Bichelsee und Landsberg |hrsg=Gemeinde Bichelsee-Balterswil |abruf=2026-08-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihr Stammsitz war die &#039;&#039;&#039;Burg Alt-Bichelsee&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um die Mitte des 13. Jahrhunderts teilte sich die Familie in verschiedene Linien. Walter I. liess um 1250 die nahe gelegene [[Burg Landsberg TG|Burg Landsberg]] erbauen und nannte sich fortan Walter von Landsberg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fast gleichzeitig gründete sein Bruder Eberhard I. von Bichelsee das nahe gelegene [[Kloster Tänikon]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;burgen&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Später entstand zusätzlich die Burg Neu-Bichelsee.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Burg Alt-Bichelsee ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &#039;&#039;&#039;Burg Alt-Bichelsee&#039;&#039;&#039; befand sich auf einer Anhöhe oberhalb des Dorfes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie war der Stammsitz der Herren von Bichelsee und bildete im Mittelalter das politische Zentrum der lokalen Herrschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Verlauf des 14. Jahrhunderts gerieten die Herren von Bichelsee zunehmend in finanzielle Schwierigkeiten. Walter IV. von Bichelsee verkaufte 1358 die Burg Alt-Bichelsee an Hermann IV. von Landenberg-Greifensee.&amp;lt;ref name=&amp;quot;burgen&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der [[Appenzellerkriege]] wurde die Burg 1407 von den Appenzellern in Brand gesetzt. Sie wurde anschliessend nochmals aufgebaut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1421 verkauften die Herren von Landenberg-Greifensee die Burg zusammen mit der Vogtei Ifwil an das [[Kloster Fischingen]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;burgen&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Später verlor die Anlage ihre militärische und administrative Bedeutung und zerfiel allmählich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ruine wurde schliesslich als Steinbruch genutzt. Steine der ehemaligen Burg fanden unter anderem beim Bau der katholischen Kirche von Bichelsee im 19. Jahrhundert Verwendung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;burgen&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute sind nur noch geringe Spuren der mittelalterlichen Burganlage erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Herrschaft des Klosters Fischingen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Erwerb der Burg und der Vogtei im Jahr 1421 gewann das Kloster Fischingen erheblichen Einfluss in Bichelsee.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kloster besass während Jahrhunderten Grundrechte und Herrschaftsrechte im Gebiet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gleichzeitig blieb die Region in die politischen Strukturen des Thurgaus eingebunden. Nach der Eroberung des Thurgaus durch die Eidgenossen im Jahr 1460 wurde dieser eine Gemeine Herrschaft mehrerer eidgenössischer Orte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Ordnung bestand bis zum Ende des Ancien Régime im Jahr 1798.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kirche und Pfarrei ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Kirche in Bichelsee wird erstmals &#039;&#039;&#039;1275&#039;&#039;&#039; erwähnt. In Urkunden der Jahre 1276 und 1288 erscheinen auch Geistliche der Pfarrei.&amp;lt;ref name=&amp;quot;fakten&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die mittelalterliche Kirche war ein vergleichsweise kleines romanisches Gotteshaus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der konfessionellen Auseinandersetzungen nach der Reformation wurde die Kirche von katholischen und reformierten Einwohnern gemeinsam genutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses sogenannte Simultanverhältnis bestand während Jahrhunderten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1681 wurde das erste Pfarrhaus errichtet. Bereits 1682 entstand in der Steig die erste reformierte Schule von Bichelsee.&amp;lt;ref name=&amp;quot;fakten&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das heutige katholische Pfarrhaus wurde 1768/69 erbaut und zählt zu den historisch wertvollen Gebäuden des Dorfes.&amp;lt;ref name=&amp;quot;fakten&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Katholische Kirche ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die heutige katholische Kirche von Bichelsee entstand im 19. Jahrhundert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am &#039;&#039;&#039;26. Mai 1864&#039;&#039;&#039; wurde der Grundstein gelegt. Die Einweihung erfolgte am &#039;&#039;&#039;15. September 1865&#039;&#039;&#039;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;fakten&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Bau wurden auch Steine der ehemaligen Burg Alt-Bichelsee verwendet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;burgen&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1877 wurde der Kirchturm erhöht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1963/64 erfolgte eine umfassende Erweiterung und Renovation. Zuvor war die jahrhundertelange gemeinsame Nutzung durch Katholiken und Reformierte beendet worden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;fakten&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kirche bildet mit dem Pfarrhaus und den umliegenden Gebäuden einen der markantesten historischen Bereiche des Dorfkerns.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Evangelische Kirche ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Aufhebung des Simultanverhältnisses erhielt auch die reformierte Bevölkerung ein eigenes Gotteshaus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &#039;&#039;&#039;evangelische Kirche Bichelsee&#039;&#039;&#039; wurde 1959 errichtet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;fakten&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit entstanden für die beiden traditionellen Konfessionen getrennte kirchliche Zentren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Johann Evangelist Traber ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine besonders bedeutende Persönlichkeit der neueren Dorfgeschichte war der katholische Pfarrer &#039;&#039;&#039;Johann Evangelist Traber&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er wirkte von 1885 bis 1926 als Pfarrer in Bichelsee.&amp;lt;ref name=&amp;quot;fakten&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Traber engagierte sich neben seinen kirchlichen Aufgaben stark für Schule, Landwirtschaft und wirtschaftliche Selbsthilfe. Besonders beschäftigte ihn die schwierige finanzielle Lage vieler Bauern und Gewerbetreibender.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Vorbild der von Friedrich Wilhelm Raiffeisen in Deutschland entwickelten Genossenschaftsidee setzte er sich für die Gründung einer lokalen Darlehenskasse ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Erste Raiffeisenkasse der Schweiz ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter der Leitung von Pfarrer Johann Evangelist Traber entstand in Bichelsee die erste dauerhaft erfolgreiche Raiffeisen-Darlehenskasse der Schweiz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am &#039;&#039;&#039;1. Januar 1900&#039;&#039;&#039; nahm die Darlehenskasse ihren Betrieb auf.&amp;lt;ref name=&amp;quot;fakten&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Genossenschaft sollte insbesondere Bauern und kleineren Gewerbetreibenden Zugang zu Krediten ermöglichen und gleichzeitig das gemeinschaftliche Sparen fördern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Modell verbreitete sich rasch in anderen ländlichen Regionen der Schweiz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1902 entstand der Schweizer Verband der Raiffeisenkassen. Aus dieser Bewegung entwickelte sich die heutige [[Raiffeisen Schweiz]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund dieser historischen Rolle wird Bichelsee gelegentlich als &#039;&#039;&#039;«Rütli der schweizerischen Raiffeisenbewegung»&#039;&#039;&#039; bezeichnet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;fakten&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das historische katholische Pfarrhaus erinnert an diese Phase der Schweizer Wirtschaftsgeschichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Landwirtschaft ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bichelsee war bis weit ins 19. Jahrhundert überwiegend landwirtschaftlich geprägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bevölkerung lebte vor allem von:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Viehwirtschaft;&lt;br /&gt;
* Milchwirtschaft;&lt;br /&gt;
* Ackerbau;&lt;br /&gt;
* Obstbau;&lt;br /&gt;
* Waldwirtschaft;&lt;br /&gt;
* kleinem Handwerk.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die hügelige Landschaft und das vergleichsweise niederschlagsreiche Klima begünstigten insbesondere die Gras- und Viehwirtschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Landwirtschaftliche Betriebe prägen die Umgebung von Bichelsee bis heute, obwohl ihre Bedeutung als Arbeitgeber stark zurückgegangen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Stickereiindustrie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gewann die Stickerei im südlichen Thurgau stark an Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Bichelsee und Balterswil wurden Teil der ostschweizerischen Stickereiregion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Handmaschinenstickerei wurde in der Gemeinde durch den Ortsvorsteher Matthäus Baumberger eingeführt. Bereits 1880 standen auf dem heutigen Gemeindegebiet 109 Handstickmaschinen. Dazu kamen 125 Fädlerinnen und 15 Nachstickerinnen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;wirtschaft&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.bichelsee-balterswil.ch/gemeinde/portrait/geschichte/wirtschaftliche-entwicklung-.html/507 |titel=Wirtschaftliche Entwicklung von Bichelsee und Balterswil |hrsg=Gemeinde Bichelsee-Balterswil |abruf=2026-08-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Später wurden die Handmaschinen zunehmend von grösseren Schifflistickmaschinen ersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Stickerei bot vielen Familien zusätzlich zur Landwirtschaft ein Einkommen. Der Niedergang der Ostschweizer Stickereiindustrie im 20. Jahrhundert führte jedoch zu einer erneuten wirtschaftlichen Umstrukturierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politische Entwicklung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis zum Ende des 20. Jahrhunderts bestanden Bichelsee und Balterswil als getrennte Ortsgemeinden innerhalb der damaligen Munizipalgemeinde Bichelsee.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben Bichelsee und Balterswil gehörten weitere kleinere Siedlungen und Weiler zu dieser kommunalen Struktur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen der thurgauischen Gemeindereorganisation wurden die bisherigen Orts- und Munizipalgemeinden aufgehoben beziehungsweise zusammengeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am &#039;&#039;&#039;1. Januar 1996&#039;&#039;&#039; entstand die heutige politische Gemeinde &#039;&#039;&#039;Bichelsee-Balterswil&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bichelsee und Balterswil blieben dabei als eigenständige Dörfer und Ortsbezeichnungen erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gemeindeverwaltung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verwaltung der politischen Gemeinde Bichelsee-Balterswil befindet sich in Bichelsee an der Auenstrasse 6.&amp;lt;ref name=&amp;quot;zahlen&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bichelsee besitzt dadurch neben seiner historischen auch eine administrative Zentrumsfunktion innerhalb der Gemeinde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die politische Gemeinde zählte Ende 2025 insgesamt &#039;&#039;&#039;3017 Einwohner&#039;&#039;&#039;. Davon waren 2639 Schweizer und 378 ausländische Staatsangehörige.&amp;lt;ref name=&amp;quot;zahlen&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Zahlen beziehen sich auf die gesamte Gemeinde Bichelsee-Balterswil und nicht allein auf das Dorf Bichelsee.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bildung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Geschichte des Schulwesens in Bichelsee reicht mindestens bis ins 17. Jahrhundert zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1682 wurde in der Steig eine reformierte Schule eingerichtet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;fakten&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lange Zeit fand der Unterricht nur während eines Teils des Jahres statt. Kinder bäuerlicher Familien wurden während der arbeitsintensiven Monate auf den Höfen benötigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 19. und 20. Jahrhundert wurde das Schulwesen schrittweise professionalisiert und ausgebaut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1972 entstand das gemeinsame &#039;&#039;&#039;Schulzentrum Lützelmurg&#039;&#039;&#039; für Bichelsee und Balterswil.&amp;lt;ref name=&amp;quot;fakten&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute werden die Kinder und Jugendlichen der verschiedenen Ortsteile in gemeinsamen schulischen Einrichtungen der Region unterrichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verkehr ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bichelsee liegt abseits der grossen nationalen Verkehrsachsen, ist jedoch über regionale Strassen gut erschlossen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Strassenverbindungen führen unter anderem in Richtung:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Balterswil]];&lt;br /&gt;
* [[Turbenthal]];&lt;br /&gt;
* [[Aadorf]];&lt;br /&gt;
* [[Eschlikon TG|Eschlikon]];&lt;br /&gt;
* [[Dussnang]];&lt;br /&gt;
* [[Wila]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der öffentliche Verkehr wird hauptsächlich durch Postauto- beziehungsweise regionale Busverbindungen gewährleistet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die nächstgelegenen Bahnhöfe befinden sich unter anderem in Eschlikon, Aadorf und Turbenthal.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch bestehen Verbindungen in Richtung [[Wil SG|Wil]], [[Winterthur]], [[Frauenfeld]], [[St. Gallen]] und Zürich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Lage annähernd zwischen den Wirtschaftsräumen Zürich und St. Gallen macht Bichelsee trotz seines ländlichen Charakters zu einer Wohngemeinde mit einem erheblichen Anteil an Wegpendlern.&amp;lt;ref name=&amp;quot;portrait&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Tannzapfenland ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bichelsee gehört zum sogenannten &#039;&#039;&#039;Tannzapfenland&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese nicht exakt administrativ abgegrenzte Region umfasst den südlichen Teil des Kantons Thurgau rund um Bichelsee-Balterswil, Fischingen und weitere Gemeinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name verweist auf die waldreiche Hügellandschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Charakteristisch sind kleinere Dörfer und Weiler, bewaldete Höhenzüge, landwirtschaftliche Flächen und zahlreiche Wanderwege.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Natur und Erholung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gebiet rund um Bichelsee ist ein beliebtes Naherholungsgebiet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders der Bichelsee selbst zieht während der wärmeren Monate Besucher an. Daneben bestehen zahlreiche Spazier- und Wanderwege durch die Wälder und Hügel der Umgebung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die teilweise stark gegliederte Landschaft bietet immer wieder Aussichtspunkte in Richtung:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Hörnli ZH|Hörnli]];&lt;br /&gt;
* Tösstal;&lt;br /&gt;
* Thurgau;&lt;br /&gt;
* Alpstein;&lt;br /&gt;
* bei guter Fernsicht die Alpen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kombination aus See, Landwirtschaft, Wald und hügeligem Gelände prägt den landschaftlichen Charakter des Dorfes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ortsbild ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Dorf Bichelsee entwickelte sich entlang der lokalen Verkehrswege und des Seebachs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der historische Kern wird insbesondere von der katholischen Kirche, dem Pfarrhaus und traditionellen Wohn- und Landwirtschaftsbauten geprägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 20. und 21. Jahrhundert entstanden neue Wohnquartiere, ohne dass Bichelsee seinen ländlichen Charakter vollständig verlor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gemeinde beschreibt sich selbst weiterhin als stark dörflich geprägten Wohn- und Lebensraum.&amp;lt;ref name=&amp;quot;portrait&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Historisches Pfarrhaus ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das katholische Pfarrhaus wurde 1768/69 errichtet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;fakten&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gebäude gehört zu den kulturhistorisch bedeutenden Häusern des Dorfes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besondere Bedeutung besitzt es aufgrund der Tätigkeit von Johann Evangelist Traber. Während seiner Amtszeit entstand hier das Umfeld, aus dem die erste erfolgreiche Raiffeisen-Darlehenskasse der Schweiz hervorging.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Pfarrhaus wird deshalb eng mit der Geschichte der schweizerischen Raiffeisenbewegung verbunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Burgenlandschaft ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Umgebung von Bichelsee weist eine für eine kleine ländliche Region ungewöhnlich hohe Dichte mittelalterlicher Burgstellen auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit den Anlagen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Alt-Bichelsee;&lt;br /&gt;
* Neu-Bichelsee;&lt;br /&gt;
* Landsberg;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
standen im 13. Jahrhundert mehrere Burgen der Herren von Bichelsee und Landsberg in unmittelbarer Umgebung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;burgen&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Anlagen dokumentieren die einstige Bedeutung des lokalen Adelsgeschlechts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Burgen verschwanden später weitgehend. Teile ihres Mauerwerks wurden in der Neuzeit als Baumaterial wiederverwendet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;burgen&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kloster Tänikon ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Geschichte Bichelsees ist eng mit dem nahe gelegenen [[Kloster Tänikon]] verbunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ehemalige Zisterzienserinnenkloster bei [[Aadorf]] wurde im 13. Jahrhundert durch Mitglieder der Familie von Bichelsee wesentlich gefördert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eberhard II. und Eberhard III. von Bichelsee ermöglichten durch Schenkungen die Aufnahme der Gemeinschaft in den Zisterzienserorden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;taenikon&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/008160/ |titel=Tänikon |werk=Historisches Lexikon der Schweiz |autor=Erich Trösch |abruf=2026-08-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kloster besass später ebenfalls Grundbesitz und Rechte in Bichelsee.&amp;lt;ref name=&amp;quot;taenikon&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirtschaft heute ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bichelsee ist heute vor allem Wohnort sowie Standort kleinerer Gewerbe-, Landwirtschafts- und Dienstleistungsbetriebe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viele Erwerbstätige pendeln in umliegende Zentren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch seine Lage im südlichen Thurgau sind sowohl das Zürcher Oberland und Winterthur als auch Wil und der Raum St. Gallen erreichbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gemeinde verbindet damit einen ländlichen Siedlungscharakter mit der Nähe zu mehreren regionalen Wirtschaftszentren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedeutung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bichelsee besitzt trotz seiner vergleichsweise geringen Grösse eine bemerkenswerte historische Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ort ist:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* seit 894 urkundlich nachgewiesen;&lt;br /&gt;
* Stammsitz der mittelalterlichen Herren von Bichelsee;&lt;br /&gt;
* eng mit der Gründung des Klosters Tänikon verbunden;&lt;br /&gt;
* Standort einer seit dem Mittelalter bestehenden Pfarrei;&lt;br /&gt;
* Ursprungsort der ersten erfolgreichen Raiffeisen-Darlehenskasse der Schweiz;&lt;br /&gt;
* Namensgeber des Bichelsees und der heutigen Gemeinde Bichelsee-Balterswil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gleichzeitig bildet Bichelsee mit seinem See und der umliegenden Hügellandschaft einen charakteristischen Teil des südlichen Thurgaus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Bichelsee-Balterswil]]&lt;br /&gt;
* [[Bichelsee (See)]]&lt;br /&gt;
* [[Balterswil]]&lt;br /&gt;
* [[Bezirk Münchwilen]]&lt;br /&gt;
* [[Tannzapfenland]]&lt;br /&gt;
* [[Kloster Tänikon]]&lt;br /&gt;
* [[Kloster Fischingen]]&lt;br /&gt;
* [[Raiffeisen Schweiz]]&lt;br /&gt;
* [[Lützelmurg]]&lt;br /&gt;
* [[Kanton Thurgau]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://www.bichelsee-balterswil.ch/ Offizielle Website der Gemeinde Bichelsee-Balterswil]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Bichelsee}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ort im Kanton Thurgau]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bichelsee-Balterswil]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bezirk Münchwilen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tannzapfenland]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ehemalige politische Gemeinde in der Schweiz]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Nick Frei</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://helvetia.wiki/de/index.php?title=Thur_(Rhein)&amp;diff=2975</id>
		<title>Thur (Rhein)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://helvetia.wiki/de/index.php?title=Thur_(Rhein)&amp;diff=2975"/>
		<updated>2026-08-25T22:34:16Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Nick Frei: Weiterleitung nach Thur erstellt&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;#WEITERLEITUNG [[Thur]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Nick Frei</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://helvetia.wiki/de/index.php?title=Bahnhof_Niederglatt_ZH&amp;diff=2974</id>
		<title>Bahnhof Niederglatt ZH</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://helvetia.wiki/de/index.php?title=Bahnhof_Niederglatt_ZH&amp;diff=2974"/>
		<updated>2026-08-25T22:33:03Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Nick Frei: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;float:right; width:315px; margin:0 0 1em 1.5em;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:center; font-size:120%;&amp;quot; | Bahnhof Niederglatt ZH&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Ort&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Niederglatt ZH&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Kanton&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Zürich&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Bezirk&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Dielsdorf&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Bahnstrecke&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Oerlikon–Bülach&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Eröffnung&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| 1. Mai 1865&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Betreiber&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Schweizerische Bundesbahnen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Verkehrsverbund&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Zürcher Verkehrsverbund&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;S-Bahn&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| S9&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Spurweite&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| 1435 mm&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Stromsystem&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| 15 kV 16,7 Hz AC&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;&#039;Bahnhof Niederglatt ZH&#039;&#039;&#039; ist ein Bahnhof in der politischen Gemeinde [[Niederglatt ZH|Niederglatt]] im [[Bezirk Dielsdorf]] des [[Kanton Zürich|Kantons Zürich]]. Er liegt an der Bahnstrecke [[Bahnstrecke Oerlikon–Bülach|Zürich Oerlikon–Bülach]] und gehört zum Netz der [[S-Bahn Zürich]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bahnhof wird im Fahrplanjahr 2026 durch die Linie [[S9 (S-Bahn Zürich)|S9]] bedient. Diese verbindet Niederglatt in südlicher Richtung über [[Bahnhof Oberglatt ZH|Oberglatt]], Rümlang, Glattbrugg und Zürich Oerlikon mit [[Zürich Hauptbahnhof]] und weiter über Zürich Stadelhofen, Stettbach und Dübendorf mit [[Uster]]. In nördlicher Richtung fahren die Züge über [[Bahnhof Bülach|Bülach]], Glattfelden und Eglisau nach Rafz beziehungsweise weiter über deutsches Gebiet nach [[Schaffhausen]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;fahrplan2026&amp;quot;&amp;gt;[https://www.zvv.ch/de/fahrplan-und-informationen/liniennetzplaene.html Liniennetzpläne des Zürcher Verkehrsverbunds], ZVV, Fahrplanjahr 2026, abgerufen am 25. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bahnhof spielte eine wichtige Rolle bei der Entwicklung Niederglatts vom landwirtschaftlich geprägten Dorf zu einer verkehrsgünstig gelegenen Wohn- und Gewerbegemeinde im Zürcher Unterland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lage ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bahnhof liegt im südlichen beziehungsweise südwestlichen Teil des Siedlungsgebiets von Niederglatt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das historische Dorfzentrum befindet sich östlich der Bahnlinie. Rund um den Bahnhof entstanden im Verlauf des 19. und 20. Jahrhunderts Gewerbe-, Industrie- und Wohngebiete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bahnstrecke verläuft ungefähr in Nord-Süd-Richtung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Richtung Norden folgt als nächster wichtiger Bahnhof Bülach, während in südlicher Richtung Oberglatt erreicht wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bahnhof ist zu Fuss, mit dem Velo, mit lokalen beziehungsweise regionalen Busverbindungen und mit dem Auto erreichbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bülach-Regensberg-Bahn ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bahnhof Niederglatt wurde am 1. Mai 1865 zusammen mit der Strecke von Zürich Oerlikon über Oberglatt nach Bülach eröffnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erbauerin war die [[Bülach-Regensberg-Bahn]] (BR).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gesellschaft errichtete gleichzeitig zwei Bahnstrecken:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* die Stammstrecke Oerlikon–Oberglatt–Bülach;&lt;br /&gt;
* die Zweigstrecke Oberglatt–Dielsdorf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zweite Strecke bildete den ersten Abschnitt der späteren [[Wehntalbahn]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;wehntal&amp;quot;&amp;gt;[https://de.wikipedia.org/wiki/Wehntalbahn Wehntalbahn], Angaben zur Eröffnung der Bülach-Regensberg-Bahn, abgerufen am 25. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Eröffnung erhielt Niederglatt erstmals einen direkten Eisenbahnanschluss nach Zürich und Bülach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die damals überwiegend landwirtschaftlich geprägte Gemeinde bedeutete dies eine erhebliche Verbesserung der Verkehrsverhältnisse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nordostbahn ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 1. Januar 1877 wurde die Bülach-Regensberg-Bahn von der [[Schweizerische Nordostbahn|Schweizerischen Nordostbahn]] (NOB) übernommen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;nob&amp;quot;&amp;gt;[https://de.wikipedia.org/wiki/Schweizerische_Nordostbahn Schweizerische Nordostbahn], Streckenverzeichnis, abgerufen am 25. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit wurde auch der Bahnhof Niederglatt Teil des umfangreichen Streckennetzes der NOB.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch im selben Jahr erhielt Niederglatt vorübergehend zusätzliche Bedeutung als Ausgangspunkt einer neuen Bahnverbindung Richtung Baden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bülach-Baden-Bahn ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 1. Oktober 1877 eröffnete die Nordostbahn die sogenannte [[Bülach-Baden-Bahn]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Strecke zweigte in Niederglatt von der Linie Oerlikon–Bülach ab und führte über Oberhasli, Buchs, Otelfingen und Würenlos nach Wettingen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;bbbahn&amp;quot;&amp;gt;[https://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%BClach-Baden-Bahn Bülach-Baden-Bahn], abgerufen am 25. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie war rund 19 Kilometer lang und sollte vor allem dem durchgehenden Güterverkehr zwischen Winterthur und Baden dienen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Strecke wurde teilweise auch als &#039;&#039;&#039;Schwenkelbergbahn&#039;&#039;&#039; oder scherzhaft als &#039;&#039;&#039;Schipkapass-Bahn&#039;&#039;&#039; bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihre wirtschaftliche Bedeutung blieb jedoch gering.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem die Nordostbahn 1880 die konkurrierende Schweizerische Nationalbahn übernommen hatte, verlor die Verbindung einen wesentlichen Teil ihrer ursprünglichen Funktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits 1882 wurde der Abschnitt zwischen Otelfingen und Wettingen wieder aufgegeben beziehungsweise das parallele Gleis entfernt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;bbbahn&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der verbliebene Abschnitt Niederglatt–Otelfingen bestand noch mehrere Jahrzehnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1937 stellten die Schweizerischen Bundesbahnen den regulären Betrieb auf der Strecke ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die endgültige Stilllegung erfolgte 1969. Kurz danach wurden grössere Teile der Gleisanlagen abgebaut.&amp;lt;ref name=&amp;quot;bbbahn&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit endete die Funktion Niederglatts als Abzweigbahnhof.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schweizerische Bundesbahnen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1902 wurde die Schweizerische Nordostbahn verstaatlicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Strecken und Bahnhöfe gingen an die neu gegründeten [[Schweizerische Bundesbahnen|Schweizerischen Bundesbahnen]] (SBB) über.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seitdem befindet sich auch der Bahnhof Niederglatt im SBB-Netz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Elektrifizierung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Strecke Zürich–Bülach–Schaffhausen wurde Ende der 1920er-Jahre elektrifiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 15. Dezember 1928 wurde der elektrische Betrieb zwischen Zürich und Schaffhausen aufgenommen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;buelach&amp;quot;&amp;gt;[https://de.wikipedia.org/wiki/Bahnhof_B%C3%BClach Bahnhof Bülach], Angaben zur Elektrifizierung der Strecke Zürich–Schaffhausen, abgerufen am 25. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie im übrigen normalspurigen SBB-Netz wird die Strecke mit 15 kV Wechselstrom bei 16,7 Hz betrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Dampflokomotiven konnten dadurch im regulären Betrieb zunehmend ersetzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Doppelspurausbau ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ursprünglich war ein grosser Teil der Bahnstrecke zwischen Zürich und Bülach eingleisig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Bevölkerungswachstum des Zürcher Unterlands und dem zunehmenden Pendlerverkehr wurde die Kapazität schrittweise erhöht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 1. Juni 1980 ging der Doppelspurausbau zwischen Niederglatt und Bülach in Betrieb.&amp;lt;ref name=&amp;quot;buelach&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ausbau verbesserte die Leistungsfähigkeit der Strecke und erleichterte einen dichteren Taktfahrplan.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute ist der Abschnitt Bestandteil einer wichtigen regionalen Bahnverbindung zwischen Zürich, Bülach und Schaffhausen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zürcher S-Bahn ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 27. Mai 1990 wurde die [[S-Bahn Zürich]] offiziell in Betrieb genommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bahnhof Niederglatt wurde in das neue S-Bahn-System und den [[Zürcher Verkehrsverbund]] (ZVV) integriert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Angebot wurde in den folgenden Jahrzehnten mehrfach verändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute wird Niederglatt im regulären Tagesverkehr durch die Linie S9 bedient.&amp;lt;ref name=&amp;quot;zvv2026&amp;quot;&amp;gt;[https://www.zvv.ch/content/dam/zvv/publikationen/netzpl%C3%A4ne/regionalnetzplaene/30-regionalnetz.pdf Regionalnetz Zürcher Unterland], ZVV, Ausgabe 2026, abgerufen am 25. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== S-Bahn-Linie S9 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die S9 gehört zu den wichtigen Durchmesserlinien der Zürcher S-Bahn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Fahrplanjahr 2026 verläuft sie grundsätzlich über:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Schaffhausen/Rafz – Eglisau – Bülach – Niederglatt – Oberglatt – Rümlang – Glattbrugg – Zürich Oerlikon – Zürich Hardbrücke – Zürich HB – Zürich Stadelhofen – Stettbach – Dübendorf – Schwerzenbach – Nänikon-Greifensee – Uster&#039;&#039;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;zvv2026&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht jeder Zug fährt auf dem nördlichen Abschnitt bis Schaffhausen. Ein Teil der Verbindungen beginnt beziehungsweise endet in Rafz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dem Abschnitt durch Niederglatt besteht im regulären Tagesverkehr ein dichter Takt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Fahrzeit beträgt ungefähr:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* 4 Minuten nach Bülach;&lt;br /&gt;
* 3 Minuten nach Oberglatt;&lt;br /&gt;
* rund 13 Minuten nach Zürich Oerlikon;&lt;br /&gt;
* rund 21 Minuten nach Zürich Hauptbahnhof;&lt;br /&gt;
* knapp 50 Minuten nach Uster.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die tatsächlichen Fahrzeiten können je nach Fahrplanperiode geringfügig variieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verbindung nach Zürich ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die direkte Verbindung nach Zürich ist für Niederglatt besonders wichtig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die S9 fährt ohne Umsteigen über Oberglatt, Rümlang, Glattbrugg und Zürich Oerlikon nach Zürich Hauptbahnhof.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch ist Niederglatt für Berufspendler attraktiv.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Hauptbahnhof bestehen Anschlüsse an:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Fernverkehr;&lt;br /&gt;
* weitere S-Bahn-Linien;&lt;br /&gt;
* Tram;&lt;br /&gt;
* Bus;&lt;br /&gt;
* internationale Zugverbindungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die direkte Bahnfahrt macht Niederglatt zu einer typischen Wohngemeinde im Einzugsgebiet der Stadt Zürich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verbindung nach Bülach ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bülach liegt nur wenige Bahnkilometer nördlich von Niederglatt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Fahrzeit beträgt ungefähr vier Minuten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bahnhof Bülach ist ein regionaler Verkehrsknoten mit Anschlüssen in Richtung:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Winterthur;&lt;br /&gt;
* Flughafen Zürich;&lt;br /&gt;
* Eglisau;&lt;br /&gt;
* Schaffhausen;&lt;br /&gt;
* Rafz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bülach besitzt zudem eine wichtige Zentrumsfunktion für das Zürcher Unterland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verbindung nach Schaffhausen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Teil der S9-Züge fährt über Bülach, Eglisau und Rafz bis Schaffhausen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwischen Rafz und Schaffhausen durchquert die Bahn dabei deutsches Staatsgebiet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Strecke führt über:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Lottstetten;&lt;br /&gt;
* Jestetten;&lt;br /&gt;
* Neuhausen Rheinfall;&lt;br /&gt;
* Neuhausen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
nach Schaffhausen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;fahrplan2026&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz der Fahrt durch Deutschland bleibt die Verbindung Teil des schweizerischen Bahnverkehrs beziehungsweise des ZVV- und SBB-Angebots.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bahnhofsanlage ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bahnhof verfügt über mehrere Gleise und Perrons.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anlage wurde im Verlauf ihrer Geschichte wiederholt umgebaut und den Anforderungen des modernen S-Bahn-Verkehrs angepasst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Typische Einrichtungen sind:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* gedeckte Wartebereiche;&lt;br /&gt;
* Billetautomat;&lt;br /&gt;
* Fahrgastinformation;&lt;br /&gt;
* Veloabstellplätze;&lt;br /&gt;
* Zugänge zu den Perrons;&lt;br /&gt;
* Anschlüsse an Buslinien;&lt;br /&gt;
* Parkierungsmöglichkeiten in der Umgebung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Perronanlagen dienen hauptsächlich dem Personenverkehr der S-Bahn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Frühere Güter- und Anschlussgleise verloren im Verlauf des Strukturwandels weitgehend ihre ursprüngliche Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Barrierefreiheit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Zürcher Verkehrsverbund baut seine Bahnhöfe und Haltestellen schrittweise für einen möglichst hindernisfreien Zugang aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der S9 kommen Fahrzeuge mit Niederflurbereichen zum Einsatz. Der ZVV weist für die Linie 2026 grundsätzlich hindernisfreie beziehungsweise niederflurige Einstiegsmöglichkeiten aus, wobei je nach Fahrzeugtyp nicht alle Türen niveaugleich sein müssen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;niederflur&amp;quot;&amp;gt;[https://www.zvv.ch/de/service/hindernisfrei-reisen/reisen-mit-gehbehinderung/s-bahn/niederflurigkeit-s-bahn-linien.html Hindernisfreiheit von S-Bahn-Linien], Zürcher Verkehrsverbund, abgerufen am 25. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Informationen zu konkreten Verbindungen und benötigter Unterstützung werden über die Fahrplanauskunft von SBB und ZVV bereitgestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Busverkehr ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bahnhof Niederglatt bildet auch einen lokalen Umsteigepunkt zwischen Bahn und Bus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Regionale Buslinien verbinden Niederglatt unter anderem mit Orten im Zürcher Unterland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Raum Niederglatt bestehen Busverbindungen in Richtung:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Niederhasli;&lt;br /&gt;
* Neerach;&lt;br /&gt;
* Höri;&lt;br /&gt;
* Bülach;&lt;br /&gt;
* weitere umliegende Gemeinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das genaue Linienangebot wird im Rahmen des ZVV-Fahrplans periodisch angepasst.&amp;lt;ref name=&amp;quot;zvv2026&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedeutung für Niederglatt ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Eisenbahnanschluss beeinflusste die Entwicklung der Gemeinde stark.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor der Eröffnung der Bahn war Niederglatt hauptsächlich ein Bauerndorf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Eisenbahnbau verbesserten sich die Möglichkeiten für:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Personenverkehr;&lt;br /&gt;
* Gütertransport;&lt;br /&gt;
* Ansiedlung von Gewerbe;&lt;br /&gt;
* industrielle Entwicklung;&lt;br /&gt;
* Pendelverkehr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders im Umfeld des Bahnhofs entstanden im späten 19. und im 20. Jahrhundert neue Betriebe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Industrie am Bahnhof ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Nähe zur Bahn machte das Gebiet beim Bahnhof für Industriebetriebe attraktiv.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den bedeutendsten Unternehmen gehörten im 20. Jahrhundert die &#039;&#039;&#039;Metallwerke Refonda AG&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Unternehmen verarbeitete Neu- und Altaluminium.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bahnanlagen ermöglichten den Transport grösserer Mengen von Rohstoffen und Fertigprodukten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1992 wurde der Schmelzbetrieb eingestellt. Vorausgegangen waren unter anderem Probleme mit Dioxinbelastungen in der Umgebung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;gemeindeentwicklung&amp;quot;&amp;gt;[https://de.wikipedia.org/wiki/Niederglatt_ZH Niederglatt ZH], Abschnitt Wirtschaft und Unternehmen, abgerufen am 25. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf beziehungsweise in der Nähe früherer Industrieareale befinden sich heute andere Unternehmen und Gewerbebetriebe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Güterverkehr ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Historisch besass Niederglatt aufgrund der Bülach-Baden-Bahn und lokaler Industriebetriebe eine grössere Bedeutung für den Güterverkehr als heute.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Güterwagen konnten über Anschluss- und Nebengleise direkt zu Industriebetrieben geführt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Rückgang klassischer Industrie und der Konzentration des Schienengüterverkehrs auf grössere Terminals nahm diese Funktion deutlich ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute steht der Personenverkehr der S-Bahn im Vordergrund.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ortsentwicklung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bahnanlage bildete lange eine wichtige Entwicklungsachse der Gemeinde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Umfeld des Bahnhofs entstanden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gewerbebauten;&lt;br /&gt;
* industrielle Anlagen;&lt;br /&gt;
* Wohnhäuser;&lt;br /&gt;
* Strassen;&lt;br /&gt;
* Parkierungsflächen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die gute Verbindung nach Zürich und Bülach entwickelte sich Niederglatt zunehmend zu einer Pendlergemeinde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Nähe zum Bahnhof ist heute ein wichtiger Standortvorteil für Wohn- und Gewerbenutzungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bahnhof als regionaler Verkehrspunkt ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl Niederglatt kein grosser Eisenbahnknoten mehr ist, besitzt der Bahnhof eine bedeutende Funktion für den lokalen Verkehr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er erschliesst nicht nur die eigene Gemeinde, sondern kann auch für Bewohnerinnen und Bewohner umliegender Gebiete als Zugang zur S-Bahn dienen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders wichtig sind die direkten Verbindungen nach:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zürich Oerlikon;&lt;br /&gt;
* Zürich Hauptbahnhof;&lt;br /&gt;
* Bülach;&lt;br /&gt;
* Rafz;&lt;br /&gt;
* Schaffhausen;&lt;br /&gt;
* Uster.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verbindung Richtung Zürich ermöglicht ohne Umsteigen den Zugang zu einem grossen Teil des städtischen Arbeitsplatz- und Bildungsangebots.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Frühere Bahnstrecke nach Otelfingen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ehemalige Bahnstrecke von Niederglatt über Buchs nach Otelfingen ist heute nicht mehr in Betrieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie gehört jedoch zu den interessantesten historischen Besonderheiten des Bahnhofs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Strecke verlief von Niederglatt zunächst in südwestlicher Richtung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kurz vor Niederhasli kreuzte sie die Wehntalbahn auf einer Überführung und stieg danach über Oberhasli in Richtung Schwenkelberg an.&amp;lt;ref name=&amp;quot;bbbahn&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiter verlief sie über Buchs nach Otelfingen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von dort bestand ursprünglich eine Verbindung über Würenlos nach Wettingen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute sind Teile des ehemaligen Bahntrassees noch anhand der Landschaft beziehungsweise späterer Verkehrswege nachvollziehbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schipkapass-Bahn ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der volkstümliche Name &#039;&#039;&#039;Schipkapass-Bahn&#039;&#039;&#039; bezog sich auf den [[Schipkapass]] in Bulgarien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die scherzhafte Bezeichnung spielte auf die für eine Bahn im Schweizer Mittelland ungewöhnlich starken Steigungen der Strecke an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der offizielle beziehungsweise gebräuchlichere Name war Bülach-Baden-Bahn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Strecke gilt als Beispiel für die intensive Konkurrenz verschiedener privaten Eisenbahngesellschaften in der Schweiz während des 19. Jahrhunderts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Doppelspur Niederglatt–Bülach ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Abschnitt Niederglatt–Bülach wurde vergleichsweise früh im Zuge des modernen S-Bahn-Vorlaufs ausgebaut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zweite Spur ging am 1. Juni 1980 in Betrieb.&amp;lt;ref name=&amp;quot;buelach&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch können Züge in beiden Richtungen unabhängig voneinander verkehren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies ist insbesondere für den dichten S-Bahn-Verkehr wichtig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der südlich anschliessende Streckenabschnitt wurde ebenfalls im Rahmen verschiedener Ausbauprojekte modernisiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fahrplan ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Fahrplan wird jährlich angepasst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2026 hält die S9 in Niederglatt regelmässig in beiden Richtungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein typischer Zug Richtung Süden fährt beispielsweise:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Niederglatt ZH – Oberglatt ZH – Rümlang – Glattbrugg – Zürich Oerlikon – Zürich Hardbrücke – Zürich HB – Zürich Stadelhofen – Stettbach – Dübendorf – Schwerzenbach – Nänikon-Greifensee – Uster&#039;&#039;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;fahrplan2026&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Gegenrichtung folgt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Niederglatt ZH – Bülach – Glattfelden – Eglisau – Hüntwangen-Wil – Rafz&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und bei durchgehenden Kursen weiter:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Lottstetten – Jestetten – Neuhausen Rheinfall – Neuhausen – Schaffhausen&#039;&#039;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;fahrplan2026&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zürcher Verkehrsverbund ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bahnhof liegt vollständig im Tarifgebiet des Zürcher Verkehrsverbunds.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für Reisen mit Bahn und Bus gelten die ZVV-Tarifzonen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch können Bahn, Bus, Tram und weitere öffentliche Verkehrsmittel mit einem Verbundbillett kombiniert werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;zvvzonen&amp;quot;&amp;gt;[https://www.zvv.ch/de/fahrplan-und-informationen/liniennetzplaene.html Zonen- und Netzpläne], Zürcher Verkehrsverbund, abgerufen am 25. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für Reisen ausserhalb des Verbundgebiets gelten je nach Ziel nationale Tarife beziehungsweise entsprechende Verbundkombinationen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Umgebung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der näheren Umgebung des Bahnhofs befinden sich:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wohnquartiere;&lt;br /&gt;
* Gewerbebetriebe;&lt;br /&gt;
* ehemalige Industrieareale;&lt;br /&gt;
* Bushaltestellen;&lt;br /&gt;
* Veloabstellanlagen;&lt;br /&gt;
* Parkierungsmöglichkeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Zentrum von Niederglatt ist vom Bahnhof in kurzer Zeit erreichbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedeutung für Pendler ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die direkte S-Bahn-Verbindung nach Zürich gehört zu den wichtigsten Standortfaktoren Niederglatts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viele Einwohnerinnen und Einwohner arbeiten oder studieren ausserhalb der Gemeinde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders bedeutende Ziele sind:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Bülach;&lt;br /&gt;
* Flughafenregion;&lt;br /&gt;
* Zürich Oerlikon;&lt;br /&gt;
* Zürich Zentrum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bahn ermöglicht es, diese Arbeits- und Ausbildungsstandorte ohne Auto zu erreichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Niederglatt ZH]]&lt;br /&gt;
* [[Bahnstrecke Oerlikon–Bülach]]&lt;br /&gt;
* [[S9 (S-Bahn Zürich)]]&lt;br /&gt;
* [[S-Bahn Zürich]]&lt;br /&gt;
* [[Zürcher Verkehrsverbund]]&lt;br /&gt;
* [[Bahnhof Bülach]]&lt;br /&gt;
* [[Bahnhof Oberglatt ZH]]&lt;br /&gt;
* [[Bülach-Regensberg-Bahn]]&lt;br /&gt;
* [[Bülach-Baden-Bahn]]&lt;br /&gt;
* [[Schweizerische Nordostbahn]]&lt;br /&gt;
* [[Wehntalbahn]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://www.sbb.ch/ Schweizerische Bundesbahnen]&lt;br /&gt;
* [https://www.zvv.ch/ Zürcher Verkehrsverbund]&lt;br /&gt;
* [https://www.niederglatt-zh.ch/ Gemeinde Niederglatt]&lt;br /&gt;
* [https://map.geo.admin.ch/ Kartenviewer des Bundes]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Niederglatt railway station}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bahnhof im Kanton Zürich]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Niederglatt ZH]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:S-Bahn Zürich]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Erbaut in den 1860er Jahren]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Verkehr (Bezirk Dielsdorf)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Nick Frei</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://helvetia.wiki/de/index.php?title=Bahnhof_Niederglatt_ZH&amp;diff=2973</id>
		<title>Bahnhof Niederglatt ZH</title>
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		<updated>2026-08-25T22:32:36Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Nick Frei: Die Seite wurde neu angelegt: «{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;float:right; width:315px; margin:0 0 1em 1.5em;&amp;quot; ! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:center; font-size:120%;&amp;quot; | Bahnhof Niederglatt ZH |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Ort&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | Niederglatt ZH |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Kanton&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | Zürich |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Bezirk&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | Dielsdorf |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Bahnstrecke&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | Oerlikon–Bülach |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Eröffnung&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | 1. Mai 1865 |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Betreiber&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | Schweizerische Bundesbahnen |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Verkehrsverbund&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | Zürcher Verkehrsverbund |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;S-Bahn&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | S9 |- |…»&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;float:right; width:315px; margin:0 0 1em 1.5em;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:center; font-size:120%;&amp;quot; | Bahnhof Niederglatt ZH&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Ort&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Niederglatt ZH&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Kanton&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Zürich&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Bezirk&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Dielsdorf&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Bahnstrecke&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Oerlikon–Bülach&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Eröffnung&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| 1. Mai 1865&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Betreiber&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Schweizerische Bundesbahnen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Verkehrsverbund&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Zürcher Verkehrsverbund&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;S-Bahn&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| S9&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Spurweite&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| 1435 mm&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Stromsystem&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| 15 kV 16,7 Hz AC&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;&#039;Bahnhof Niederglatt ZH&#039;&#039;&#039; ist ein Bahnhof in der politischen Gemeinde [[Niederglatt ZH|Niederglatt]] im [[Bezirk Dielsdorf]] des [[Kanton Zürich|Kantons Zürich]]. Er liegt an der Bahnstrecke [[Bahnstrecke Oerlikon–Bülach|Zürich Oerlikon–Bülach]] und gehört zum Netz der [[S-Bahn Zürich]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bahnhof wird im Fahrplanjahr 2026 durch die Linie [[S9 (S-Bahn Zürich)|S9]] bedient. Diese verbindet Niederglatt in südlicher Richtung über [[Bahnhof Oberglatt ZH|Oberglatt]], Rümlang, Glattbrugg und Zürich Oerlikon mit [[Zürich Hauptbahnhof]] und weiter über Zürich Stadelhofen, Stettbach und Dübendorf mit [[Uster]]. In nördlicher Richtung fahren die Züge über [[Bahnhof Bülach|Bülach]], Glattfelden und Eglisau nach Rafz beziehungsweise weiter über deutsches Gebiet nach [[Schaffhausen]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;fahrplan2026&amp;quot;&amp;gt;[https://www.zvv.ch/de/fahrplan-und-informationen/liniennetzplaene.html Liniennetzpläne des Zürcher Verkehrsverbunds], ZVV, Fahrplanjahr 2026, abgerufen am 25. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bahnhof spielte eine wichtige Rolle bei der Entwicklung Niederglatts vom landwirtschaftlich geprägten Dorf zu einer verkehrsgünstig gelegenen Wohn- und Gewerbegemeinde im Zürcher Unterland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lage ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bahnhof liegt im südlichen beziehungsweise südwestlichen Teil des Siedlungsgebiets von Niederglatt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das historische Dorfzentrum befindet sich östlich der Bahnlinie. Rund um den Bahnhof entstanden im Verlauf des 19. und 20. Jahrhunderts Gewerbe-, Industrie- und Wohngebiete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bahnstrecke verläuft ungefähr in Nord-Süd-Richtung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Richtung Norden folgt als nächster wichtiger Bahnhof Bülach, während in südlicher Richtung Oberglatt erreicht wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bahnhof ist zu Fuss, mit dem Velo, mit lokalen beziehungsweise regionalen Busverbindungen und mit dem Auto erreichbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bülach-Regensberg-Bahn ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bahnhof Niederglatt wurde am 1. Mai 1865 zusammen mit der Strecke von Zürich Oerlikon über Oberglatt nach Bülach eröffnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erbauerin war die [[Bülach-Regensberg-Bahn]] (BR).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gesellschaft errichtete gleichzeitig zwei Bahnstrecken:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* die Stammstrecke Oerlikon–Oberglatt–Bülach;&lt;br /&gt;
* die Zweigstrecke Oberglatt–Dielsdorf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zweite Strecke bildete den ersten Abschnitt der späteren [[Wehntalbahn]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;wehntal&amp;quot;&amp;gt;[https://de.wikipedia.org/wiki/Wehntalbahn Wehntalbahn], Angaben zur Eröffnung der Bülach-Regensberg-Bahn, abgerufen am 25. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Eröffnung erhielt Niederglatt erstmals einen direkten Eisenbahnanschluss nach Zürich und Bülach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die damals überwiegend landwirtschaftlich geprägte Gemeinde bedeutete dies eine erhebliche Verbesserung der Verkehrsverhältnisse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nordostbahn ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 1. Januar 1877 wurde die Bülach-Regensberg-Bahn von der [[Schweizerische Nordostbahn|Schweizerischen Nordostbahn]] (NOB) übernommen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;nob&amp;quot;&amp;gt;[https://de.wikipedia.org/wiki/Schweizerische_Nordostbahn Schweizerische Nordostbahn], Streckenverzeichnis, abgerufen am 25. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit wurde auch der Bahnhof Niederglatt Teil des umfangreichen Streckennetzes der NOB.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch im selben Jahr erhielt Niederglatt vorübergehend zusätzliche Bedeutung als Ausgangspunkt einer neuen Bahnverbindung Richtung Baden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bülach-Baden-Bahn ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 1. Oktober 1877 eröffnete die Nordostbahn die sogenannte [[Bülach-Baden-Bahn]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Strecke zweigte in Niederglatt von der Linie Oerlikon–Bülach ab und führte über Oberhasli, Buchs, Otelfingen und Würenlos nach Wettingen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;bbbahn&amp;quot;&amp;gt;[https://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%BClach-Baden-Bahn Bülach-Baden-Bahn], abgerufen am 25. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie war rund 19 Kilometer lang und sollte vor allem dem durchgehenden Güterverkehr zwischen Winterthur und Baden dienen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Strecke wurde teilweise auch als &#039;&#039;&#039;Schwenkelbergbahn&#039;&#039;&#039; oder scherzhaft als &#039;&#039;&#039;Schipkapass-Bahn&#039;&#039;&#039; bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihre wirtschaftliche Bedeutung blieb jedoch gering.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem die Nordostbahn 1880 die konkurrierende Schweizerische Nationalbahn übernommen hatte, verlor die Verbindung einen wesentlichen Teil ihrer ursprünglichen Funktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits 1882 wurde der Abschnitt zwischen Otelfingen und Wettingen wieder aufgegeben beziehungsweise das parallele Gleis entfernt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;bbbahn&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der verbliebene Abschnitt Niederglatt–Otelfingen bestand noch mehrere Jahrzehnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1937 stellten die Schweizerischen Bundesbahnen den regulären Betrieb auf der Strecke ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die endgültige Stilllegung erfolgte 1969. Kurz danach wurden grössere Teile der Gleisanlagen abgebaut.&amp;lt;ref name=&amp;quot;bbbahn&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit endete die Funktion Niederglatts als Abzweigbahnhof.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schweizerische Bundesbahnen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1902 wurde die Schweizerische Nordostbahn verstaatlicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Strecken und Bahnhöfe gingen an die neu gegründeten [[Schweizerische Bundesbahnen|Schweizerischen Bundesbahnen]] (SBB) über.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seitdem befindet sich auch der Bahnhof Niederglatt im SBB-Netz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Elektrifizierung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Strecke Zürich–Bülach–Schaffhausen wurde Ende der 1920er-Jahre elektrifiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 15. Dezember 1928 wurde der elektrische Betrieb zwischen Zürich und Schaffhausen aufgenommen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;buelach&amp;quot;&amp;gt;[https://de.wikipedia.org/wiki/Bahnhof_B%C3%BClach Bahnhof Bülach], Angaben zur Elektrifizierung der Strecke Zürich–Schaffhausen, abgerufen am 25. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie im übrigen normalspurigen SBB-Netz wird die Strecke mit 15 kV Wechselstrom bei 16,7 Hz betrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Dampflokomotiven konnten dadurch im regulären Betrieb zunehmend ersetzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Doppelspurausbau ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ursprünglich war ein grosser Teil der Bahnstrecke zwischen Zürich und Bülach eingleisig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Bevölkerungswachstum des Zürcher Unterlands und dem zunehmenden Pendlerverkehr wurde die Kapazität schrittweise erhöht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 1. Juni 1980 ging der Doppelspurausbau zwischen Niederglatt und Bülach in Betrieb.&amp;lt;ref name=&amp;quot;buelach&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ausbau verbesserte die Leistungsfähigkeit der Strecke und erleichterte einen dichteren Taktfahrplan.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute ist der Abschnitt Bestandteil einer wichtigen regionalen Bahnverbindung zwischen Zürich, Bülach und Schaffhausen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zürcher S-Bahn ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 27. Mai 1990 wurde die [[S-Bahn Zürich]] offiziell in Betrieb genommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bahnhof Niederglatt wurde in das neue S-Bahn-System und den [[Zürcher Verkehrsverbund]] (ZVV) integriert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Angebot wurde in den folgenden Jahrzehnten mehrfach verändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute wird Niederglatt im regulären Tagesverkehr durch die Linie S9 bedient.&amp;lt;ref name=&amp;quot;zvv2026&amp;quot;&amp;gt;[https://www.zvv.ch/content/dam/zvv/publikationen/netzpl%C3%A4ne/regionalnetzplaene/30-regionalnetz.pdf Regionalnetz Zürcher Unterland], ZVV, Ausgabe 2026, abgerufen am 25. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== S-Bahn-Linie S9 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die S9 gehört zu den wichtigen Durchmesserlinien der Zürcher S-Bahn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Fahrplanjahr 2026 verläuft sie grundsätzlich über:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Schaffhausen/Rafz – Eglisau – Bülach – Niederglatt – Oberglatt – Rümlang – Glattbrugg – Zürich Oerlikon – Zürich Hardbrücke – Zürich HB – Zürich Stadelhofen – Stettbach – Dübendorf – Schwerzenbach – Nänikon-Greifensee – Uster&#039;&#039;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;zvv2026&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht jeder Zug fährt auf dem nördlichen Abschnitt bis Schaffhausen. Ein Teil der Verbindungen beginnt beziehungsweise endet in Rafz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dem Abschnitt durch Niederglatt besteht im regulären Tagesverkehr ein dichter Takt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Fahrzeit beträgt ungefähr:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* 4 Minuten nach Bülach;&lt;br /&gt;
* 3 Minuten nach Oberglatt;&lt;br /&gt;
* rund 13 Minuten nach Zürich Oerlikon;&lt;br /&gt;
* rund 21 Minuten nach Zürich Hauptbahnhof;&lt;br /&gt;
* knapp 50 Minuten nach Uster.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die tatsächlichen Fahrzeiten können je nach Fahrplanperiode geringfügig variieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verbindung nach Zürich ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die direkte Verbindung nach Zürich ist für Niederglatt besonders wichtig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die S9 fährt ohne Umsteigen über Oberglatt, Rümlang, Glattbrugg und Zürich Oerlikon nach Zürich Hauptbahnhof.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch ist Niederglatt für Berufspendler attraktiv.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Hauptbahnhof bestehen Anschlüsse an:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Fernverkehr;&lt;br /&gt;
* weitere S-Bahn-Linien;&lt;br /&gt;
* Tram;&lt;br /&gt;
* Bus;&lt;br /&gt;
* internationale Zugverbindungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die direkte Bahnfahrt macht Niederglatt zu einer typischen Wohngemeinde im Einzugsgebiet der Stadt Zürich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verbindung nach Bülach ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bülach liegt nur wenige Bahnkilometer nördlich von Niederglatt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Fahrzeit beträgt ungefähr vier Minuten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bahnhof Bülach ist ein regionaler Verkehrsknoten mit Anschlüssen in Richtung:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Winterthur;&lt;br /&gt;
* Flughafen Zürich;&lt;br /&gt;
* Eglisau;&lt;br /&gt;
* Schaffhausen;&lt;br /&gt;
* Rafz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bülach besitzt zudem eine wichtige Zentrumsfunktion für das Zürcher Unterland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verbindung nach Schaffhausen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Teil der S9-Züge fährt über Bülach, Eglisau und Rafz bis Schaffhausen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwischen Rafz und Schaffhausen durchquert die Bahn dabei deutsches Staatsgebiet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Strecke führt über:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Lottstetten;&lt;br /&gt;
* Jestetten;&lt;br /&gt;
* Neuhausen Rheinfall;&lt;br /&gt;
* Neuhausen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
nach Schaffhausen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;fahrplan2026&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz der Fahrt durch Deutschland bleibt die Verbindung Teil des schweizerischen Bahnverkehrs beziehungsweise des ZVV- und SBB-Angebots.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bahnhofsanlage ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bahnhof verfügt über mehrere Gleise und Perrons.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anlage wurde im Verlauf ihrer Geschichte wiederholt umgebaut und den Anforderungen des modernen S-Bahn-Verkehrs angepasst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Typische Einrichtungen sind:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* gedeckte Wartebereiche;&lt;br /&gt;
* Billetautomat;&lt;br /&gt;
* Fahrgastinformation;&lt;br /&gt;
* Veloabstellplätze;&lt;br /&gt;
* Zugänge zu den Perrons;&lt;br /&gt;
* Anschlüsse an Buslinien;&lt;br /&gt;
* Parkierungsmöglichkeiten in der Umgebung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Perronanlagen dienen hauptsächlich dem Personenverkehr der S-Bahn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Frühere Güter- und Anschlussgleise verloren im Verlauf des Strukturwandels weitgehend ihre ursprüngliche Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Barrierefreiheit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Zürcher Verkehrsverbund baut seine Bahnhöfe und Haltestellen schrittweise für einen möglichst hindernisfreien Zugang aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der S9 kommen Fahrzeuge mit Niederflurbereichen zum Einsatz. Der ZVV weist für die Linie 2026 grundsätzlich hindernisfreie beziehungsweise niederflurige Einstiegsmöglichkeiten aus, wobei je nach Fahrzeugtyp nicht alle Türen niveaugleich sein müssen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;niederflur&amp;quot;&amp;gt;[https://www.zvv.ch/de/service/hindernisfrei-reisen/reisen-mit-gehbehinderung/s-bahn/niederflurigkeit-s-bahn-linien.html Hindernisfreiheit von S-Bahn-Linien], Zürcher Verkehrsverbund, abgerufen am 25. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Informationen zu konkreten Verbindungen und benötigter Unterstützung werden über die Fahrplanauskunft von SBB und ZVV bereitgestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Busverkehr ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bahnhof Niederglatt bildet auch einen lokalen Umsteigepunkt zwischen Bahn und Bus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Regionale Buslinien verbinden Niederglatt unter anderem mit Orten im Zürcher Unterland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Raum Niederglatt bestehen Busverbindungen in Richtung:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Niederhasli;&lt;br /&gt;
* Neerach;&lt;br /&gt;
* Höri;&lt;br /&gt;
* Bülach;&lt;br /&gt;
* weitere umliegende Gemeinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das genaue Linienangebot wird im Rahmen des ZVV-Fahrplans periodisch angepasst.&amp;lt;ref name=&amp;quot;zvv2026&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedeutung für Niederglatt ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Eisenbahnanschluss beeinflusste die Entwicklung der Gemeinde stark.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor der Eröffnung der Bahn war Niederglatt hauptsächlich ein Bauerndorf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Eisenbahnbau verbesserten sich die Möglichkeiten für:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Personenverkehr;&lt;br /&gt;
* Gütertransport;&lt;br /&gt;
* Ansiedlung von Gewerbe;&lt;br /&gt;
* industrielle Entwicklung;&lt;br /&gt;
* Pendelverkehr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders im Umfeld des Bahnhofs entstanden im späten 19. und im 20. Jahrhundert neue Betriebe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Industrie am Bahnhof ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Nähe zur Bahn machte das Gebiet beim Bahnhof für Industriebetriebe attraktiv.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den bedeutendsten Unternehmen gehörten im 20. Jahrhundert die &#039;&#039;&#039;Metallwerke Refonda AG&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Unternehmen verarbeitete Neu- und Altaluminium.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bahnanlagen ermöglichten den Transport grösserer Mengen von Rohstoffen und Fertigprodukten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1992 wurde der Schmelzbetrieb eingestellt. Vorausgegangen waren unter anderem Probleme mit Dioxinbelastungen in der Umgebung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;gemeindeentwicklung&amp;quot;&amp;gt;[https://de.wikipedia.org/wiki/Niederglatt_ZH Niederglatt ZH], Abschnitt Wirtschaft und Unternehmen, abgerufen am 25. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf beziehungsweise in der Nähe früherer Industrieareale befinden sich heute andere Unternehmen und Gewerbebetriebe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Güterverkehr ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Historisch besass Niederglatt aufgrund der Bülach-Baden-Bahn und lokaler Industriebetriebe eine grössere Bedeutung für den Güterverkehr als heute.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Güterwagen konnten über Anschluss- und Nebengleise direkt zu Industriebetrieben geführt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Rückgang klassischer Industrie und der Konzentration des Schienengüterverkehrs auf grössere Terminals nahm diese Funktion deutlich ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute steht der Personenverkehr der S-Bahn im Vordergrund.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ortsentwicklung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bahnanlage bildete lange eine wichtige Entwicklungsachse der Gemeinde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Umfeld des Bahnhofs entstanden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gewerbebauten;&lt;br /&gt;
* industrielle Anlagen;&lt;br /&gt;
* Wohnhäuser;&lt;br /&gt;
* Strassen;&lt;br /&gt;
* Parkierungsflächen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die gute Verbindung nach Zürich und Bülach entwickelte sich Niederglatt zunehmend zu einer Pendlergemeinde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Nähe zum Bahnhof ist heute ein wichtiger Standortvorteil für Wohn- und Gewerbenutzungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bahnhof als regionaler Verkehrspunkt ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl Niederglatt kein grosser Eisenbahnknoten mehr ist, besitzt der Bahnhof eine bedeutende Funktion für den lokalen Verkehr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er erschliesst nicht nur die eigene Gemeinde, sondern kann auch für Bewohnerinnen und Bewohner umliegender Gebiete als Zugang zur S-Bahn dienen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders wichtig sind die direkten Verbindungen nach:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zürich Oerlikon;&lt;br /&gt;
* Zürich Hauptbahnhof;&lt;br /&gt;
* Bülach;&lt;br /&gt;
* Rafz;&lt;br /&gt;
* Schaffhausen;&lt;br /&gt;
* Uster.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verbindung Richtung Zürich ermöglicht ohne Umsteigen den Zugang zu einem grossen Teil des städtischen Arbeitsplatz- und Bildungsangebots.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Frühere Bahnstrecke nach Otelfingen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ehemalige Bahnstrecke von Niederglatt über Buchs nach Otelfingen ist heute nicht mehr in Betrieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie gehört jedoch zu den interessantesten historischen Besonderheiten des Bahnhofs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Strecke verlief von Niederglatt zunächst in südwestlicher Richtung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kurz vor Niederhasli kreuzte sie die Wehntalbahn auf einer Überführung und stieg danach über Oberhasli in Richtung Schwenkelberg an.&amp;lt;ref name=&amp;quot;bbbahn&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiter verlief sie über Buchs nach Otelfingen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von dort bestand ursprünglich eine Verbindung über Würenlos nach Wettingen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute sind Teile des ehemaligen Bahntrassees noch anhand der Landschaft beziehungsweise späterer Verkehrswege nachvollziehbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schipkapass-Bahn ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der volkstümliche Name &#039;&#039;&#039;Schipkapass-Bahn&#039;&#039;&#039; bezog sich auf den [[Schipkapass]] in Bulgarien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die scherzhafte Bezeichnung spielte auf die für eine Bahn im Schweizer Mittelland ungewöhnlich starken Steigungen der Strecke an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der offizielle beziehungsweise gebräuchlichere Name war Bülach-Baden-Bahn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Strecke gilt als Beispiel für die intensive Konkurrenz verschiedener privaten Eisenbahngesellschaften in der Schweiz während des 19. Jahrhunderts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Doppelspur Niederglatt–Bülach ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Abschnitt Niederglatt–Bülach wurde vergleichsweise früh im Zuge des modernen S-Bahn-Vorlaufs ausgebaut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zweite Spur ging am 1. Juni 1980 in Betrieb.&amp;lt;ref name=&amp;quot;buelach&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch können Züge in beiden Richtungen unabhängig voneinander verkehren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies ist insbesondere für den dichten S-Bahn-Verkehr wichtig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der südlich anschliessende Streckenabschnitt wurde ebenfalls im Rahmen verschiedener Ausbauprojekte modernisiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fahrplan ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Fahrplan wird jährlich angepasst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2026 hält die S9 in Niederglatt regelmässig in beiden Richtungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein typischer Zug Richtung Süden fährt beispielsweise:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Niederglatt ZH – Oberglatt ZH – Rümlang – Glattbrugg – Zürich Oerlikon – Zürich Hardbrücke – Zürich HB – Zürich Stadelhofen – Stettbach – Dübendorf – Schwerzenbach – Nänikon-Greifensee – Uster&#039;&#039;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;fahrplan2026&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Gegenrichtung folgt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Niederglatt ZH – Bülach – Glattfelden – Eglisau – Hüntwangen-Wil – Rafz&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und bei durchgehenden Kursen weiter:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Lottstetten – Jestetten – Neuhausen Rheinfall – Neuhausen – Schaffhausen&#039;&#039;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;fahrplan2026&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zürcher Verkehrsverbund ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bahnhof liegt vollständig im Tarifgebiet des Zürcher Verkehrsverbunds.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für Reisen mit Bahn und Bus gelten die ZVV-Tarifzonen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch können Bahn, Bus, Tram und weitere öffentliche Verkehrsmittel mit einem Verbundbillett kombiniert werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;zvvzonen&amp;quot;&amp;gt;[https://www.zvv.ch/de/fahrplan-und-informationen/liniennetzplaene.html Zonen- und Netzpläne], Zürcher Verkehrsverbund, abgerufen am 25. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für Reisen ausserhalb des Verbundgebiets gelten je nach Ziel nationale Tarife beziehungsweise entsprechende Verbundkombinationen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Umgebung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der näheren Umgebung des Bahnhofs befinden sich:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wohnquartiere;&lt;br /&gt;
* Gewerbebetriebe;&lt;br /&gt;
* ehemalige Industrieareale;&lt;br /&gt;
* Bushaltestellen;&lt;br /&gt;
* Veloabstellanlagen;&lt;br /&gt;
* Parkierungsmöglichkeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Zentrum von Niederglatt ist vom Bahnhof in kurzer Zeit erreichbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedeutung für Pendler ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die direkte S-Bahn-Verbindung nach Zürich gehört zu den wichtigsten Standortfaktoren Niederglatts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viele Einwohnerinnen und Einwohner arbeiten oder studieren ausserhalb der Gemeinde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders bedeutende Ziele sind:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Bülach;&lt;br /&gt;
* Flughafenregion;&lt;br /&gt;
* Zürich Oerlikon;&lt;br /&gt;
* Zürich Zentrum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bahn ermöglicht es, diese Arbeits- und Ausbildungsstandorte ohne Auto zu erreichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Niederglatt ZH]]&lt;br /&gt;
* [[Bahnstrecke Oerlikon–Bülach]]&lt;br /&gt;
* [[S9 (S-Bahn Zürich)]]&lt;br /&gt;
* [[S-Bahn Zürich]]&lt;br /&gt;
* [[Zürcher Verkehrsverbund]]&lt;br /&gt;
* [[Bahnhof Bülach]]&lt;br /&gt;
* [[Bahnhof Oberglatt ZH]]&lt;br /&gt;
* [[Bülach-Regensberg-Bahn]]&lt;br /&gt;
* [[Bülach-Baden-Bahn]]&lt;br /&gt;
* [[Schweizerische Nordostbahn]]&lt;br /&gt;
* [[Wehntalbahn]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://www.sbb.ch/ Schweizerische Bundesbahnen]&lt;br /&gt;
* [https://www.zvv.ch/ Zürcher Verkehrsverbund]&lt;br /&gt;
* [https://www.niederglatt-zh.ch/ Gemeinde Niederglatt]&lt;br /&gt;
* [https://map.geo.admin.ch/ Kartenviewer des Bundes]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Niederglatt railway station}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bahnhof im Kanton Zürich]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Niederglatt ZH]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:S-Bahn Zürich]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Erbaut in den 1860er Jahren]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Verkehr (Bezirk Dielsdorf)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Nick Frei</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://helvetia.wiki/de/index.php?title=Wald%E2%80%93R%C3%BCti-Bahn&amp;diff=2972</id>
		<title>Wald–Rüti-Bahn</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://helvetia.wiki/de/index.php?title=Wald%E2%80%93R%C3%BCti-Bahn&amp;diff=2972"/>
		<updated>2026-08-25T22:31:59Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Nick Frei: Die Seite wurde neu angelegt: «&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Die Wald–Rüti-Bahn&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;WR&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, historisch auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;WRB&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;) war eine private Eisenbahngesellschaft im Kanton Zürich. Sie eröffnete 1876 die rund 6,6 Kilometer lange normalspurige Bahnstrecke zwischen Wald und Rüti im Zürcher Oberland. Die Strecke stellte eine Verbindung zwischen der Tösstalbahn und dem Netz der Vereinigten Schweizerbahnen her und war damit ein wichtiges Bindeglie…»&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Die Wald–Rüti-Bahn&#039;&#039;&#039; (&#039;&#039;&#039;WR&#039;&#039;&#039;, historisch auch &#039;&#039;&#039;WRB&#039;&#039;&#039;) war eine private Eisenbahngesellschaft im [[Kanton Zürich]]. Sie eröffnete 1876 die rund 6,6 Kilometer lange normalspurige Bahnstrecke zwischen [[Wald ZH|Wald]] und [[Rüti ZH|Rüti]] im [[Zürcher Oberland]]. Die Strecke stellte eine Verbindung zwischen der [[Tösstalbahn]] und dem Netz der [[Vereinigte Schweizerbahnen|Vereinigten Schweizerbahnen]] her und war damit ein wichtiges Bindeglied zwischen dem Tösstal, dem oberen Zürichsee und dem Raum Zürich.&amp;lt;ref name=&amp;quot;eroeffnung&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://wald360.ch/images/inhaltsbilder/bibliothek/pdf/Walder_Heimet_179.pdf |titel=Walder Heimet – Eisenbahngeschichte in Wald |werk=wald360.ch |abruf=2026-08-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wald–Rüti-Bahn blieb als Gesellschaft bis zur Verstaatlichung im Jahr 1918 bestehen. Ihre Strecke gehört seither den [[Schweizerische Bundesbahnen|Schweizerischen Bundesbahnen]] (SBB). Heute ist sie Teil der durchgehenden Verbindung Winterthur–Bauma–Wald–Rüti und wird von der Linie [[S26 (Zürich)|S26]] der [[S-Bahn Zürich]] befahren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;zvv-s26&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.zvv.ch/content/dam/zvv/publikationen/niederflur/sbahn/S26.pdf |titel=S26 Winterthur–Bauma–Rüti ZH |werk=Zürcher Verkehrsverbund |datum=2025 |abruf=2026-08-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorgeschichte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich Wald zu einem bedeutenden Industrieort. Besonders die Textilindustrie prägte die wirtschaftliche Entwicklung der Gemeinde. Für die zahlreichen Fabriken wurde eine leistungsfähige Verkehrsanbindung zunehmend wichtig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rüti war bereits seit 1858 durch die Bahnstrecke der Vereinigten Schweizerbahnen an das schweizerische Eisenbahnnetz angeschlossen. Von dort bestanden Verbindungen über [[Uster]] und [[Wallisellen]] in Richtung Zürich sowie nach [[Rapperswil SG|Rapperswil]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;vsb&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://de.wikipedia.org/wiki/Vereinigte_Schweizerbahnen |titel=Vereinigte Schweizerbahnen |werk=Wikipedia |abruf=2026-08-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gleichzeitig bestanden Pläne für eine Bahn durch das [[Tösstal]] von [[Winterthur]] über [[Bauma ZH|Bauma]] nach Wald. Für Wald stellte sich deshalb die Frage, ob der Ort nur mit dem Tösstal oder zusätzlich mit Rüti und damit dem Zürcher Oberland verbunden werden sollte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die wirtschaftlich einflussreichen Kreise in Wald unterstützten schliesslich den Bau einer eigenen Verbindung nach Rüti.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Planung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Planung der Bahn war von politischen und finanziellen Auseinandersetzungen begleitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein wichtiger Streitpunkt war der Standort des Bahnhofs in Wald. Zwischen 1871 und 1874 wurden verschiedene Standorte diskutiert. Der Konflikt verzögerte den Bau der Strecke erheblich.&amp;lt;ref name=&amp;quot;walderheimet&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://wald360.ch/images/inhaltsbilder/bibliothek/pdf/Walder_Heimet_179.pdf |titel=Walder Heimet – Die Eisenbahn in Wald |werk=wald360.ch |abruf=2026-08-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gleichzeitig mussten die Planungen der Wald–Rüti-Bahn mit jenen der Tösstalbahn abgestimmt werden. Beide Gesellschaften sollten in Wald denselben Bahnhof nutzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gründungskomitee der Wald–Rüti-Bahn besass ursprünglich auch die Konzession für die Strecke Bauma–Wald. Nachdem der Bau der Verbindung Wald–Rüti gesichert war, wurde die Konzession für Bauma–Wald an die Tösstalbahn übertragen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;walderheimet&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch entstand in Wald ein gemeinsamer Knotenpunkt beider Bahnunternehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bau ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Strecke führte von Rüti durch das Tal der [[Jona (Fluss)|Jona]] über Tann nach Wald.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bau war insbesondere im Abschnitt zwischen Rüti und Tann anspruchsvoll. Der Höhenunterschied zwischen den beiden Orten sowie die geologischen Verhältnisse am Rand des Jonatobels erforderten eine kurvenreiche Linienführung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Tann wurde die Strecke mit einer Steigung von rund 25 Promille angelegt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;tann&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.ruetner-duerntner.ch/PDF/Ausgabe_82.pdf |titel=Das Hin und Her bei der Bahnstation Tann-Dürnten |werk=Rütner/Dürntner |datum=2014-10 |abruf=2026-08-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die effektiven Baukosten beliefen sich auf rund 1,324 Millionen Franken. Zur Finanzierung wurden unter anderem Aktien mit einem Nennwert von 500 Franken ausgegeben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;walderheimet&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gemeinde Wald musste sich finanziell stark am Projekt beteiligen. Von 1873 bis 1904 erhob sie sogenannte Eisenbahnsteuern, mit denen Zinsen und Amortisationen der aufgenommenen Darlehen finanziert wurden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;walderheimet&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Eröffnung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die feierliche Einweihung der Wald–Rüti-Bahn fand am &#039;&#039;&#039;28. September 1876&#039;&#039;&#039; statt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;eroeffnung&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der reguläre Betrieb wurde am &#039;&#039;&#039;29. September 1876&#039;&#039;&#039; aufgenommen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;bundesrat&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://eisenbahngeschichte.ch/wp-content/uploads/2022/08/D_2.3.1_Goldauer-Tunnel.pdf |titel=Botschaft des Bundesrates zur Eisenbahngeschichte |werk=Schweizerische Eidgenossenschaft |abruf=2026-08-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nur gut zwei Wochen später, am 15. Oktober 1876, eröffnete die Tösstalbahn ihre Verlängerung von Bauma nach Wald.&amp;lt;ref name=&amp;quot;toesstal&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://de.wikipedia.org/wiki/T%C3%B6sstalbahn |titel=Tösstalbahn |werk=Wikipedia |abruf=2026-08-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit entstand eine durchgehende Eisenbahnverbindung von Winterthur durch das Tösstal über Wald und Rüti bis zum bestehenden Netz der Vereinigten Schweizerbahnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Betrieb durch die Vereinigten Schweizerbahnen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wald–Rüti-Bahn war für einen vollständig eigenständigen Bahnbetrieb zu klein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie besass deshalb keine eigene umfassende Traktionsorganisation. Von Beginn an übernahmen die [[Vereinigte Schweizerbahnen|Vereinigten Schweizerbahnen]] den Betrieb und stellten insbesondere die Lokomotiven und das notwendige Betriebspersonal.&amp;lt;ref name=&amp;quot;bundesrat&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die WR blieb jedoch Eigentümerin der Infrastruktur zwischen Wald und Rüti.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für Fahrgäste bedeutete die Aufteilung zwischen den verschiedenen Bahngesellschaften zunächst, dass durchgehende Zugverbindungen nicht selbstverständlich waren. Obwohl Wald einen gemeinsamen Bahnhof für die Wald–Rüti-Bahn und die Tösstalbahn besass, mussten Reisende dort während längerer Zeit umsteigen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dvzo&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://dvzo.ch/wp-content/uploads/2025/01/DVZO_Dampfexpress_24_GzD.pdf |titel=Dampfexpress – Geschichte der Bahnen im Zürcher Oberland |werk=Dampfbahn-Verein Zürcher Oberland |datum=2024 |abruf=2026-08-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Betrieb durch die Tösstalbahn ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1902 wurden die Vereinigten Schweizerbahnen verstaatlicht und in die Schweizerischen Bundesbahnen integriert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit änderten sich die betrieblichen Verhältnisse auf der Wald–Rüti-Bahn. Die [[Tösstalbahn]] übernahm anschliessend den Traktionsdienst auf der Strecke.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dvzo&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Übernahme ermöglichte einen besser abgestimmten Betrieb zwischen Winterthur, Bauma, Wald und Rüti.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In zeitgenössischen Darstellungen wird der Übergang des Betriebs je nach Abgrenzung mit 1902 beziehungsweise dem 1. Oktober 1906 angegeben. Sicher ist, dass die Tösstalbahn in den Jahren vor der Verstaatlichung der WR den Traktionsdienst auf der Strecke ausführte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;walderheimet&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dvzo&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirtschaftliche Lage ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wald–Rüti-Bahn war wirtschaftlich kein besonders erfolgreiches Unternehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits im ersten Betriebsjahr entstand ein Defizit von rund 35&#039;800 Franken. 1886 betrug das Betriebsdefizit rund 47&#039;700 Franken.&amp;lt;ref name=&amp;quot;walderheimet&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über längere Zeit schrieb die Gesellschaft Verluste. Lediglich in einzelnen Jahren konnten geringe Überschüsse erzielt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die finanzielle Situation war typisch für viele kleinere schweizerische Lokalbahnen des späten 19. Jahrhunderts. Diese erfüllten zwar eine wichtige volkswirtschaftliche und regionale Funktion, erwirtschafteten aber oft keine ausreichenden Gewinne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verstaatlichung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts befanden sich mehrere noch private Regionalbahnen im Kanton Zürich in finanziell schwieriger Lage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1912 stiess der Zürcher Regierungsrat Bestrebungen an, die Tösstalbahn und die Wald–Rüti-Bahn durch den Bund übernehmen zu lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 10. Juni 1918 verabschiedete die Bundesversammlung das entsprechende Bundesgesetz über den freihändigen Ankauf der Tösstalbahn und der Wald–Rüti-Bahn.&amp;lt;ref name=&amp;quot;verstaatlichung&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://de.wikipedia.org/wiki/Wald-R%C3%BCti-Bahn |titel=Wald-Rüti-Bahn |werk=Wikipedia |abruf=2026-08-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Übernahme wurde rückwirkend auf den &#039;&#039;&#039;1. Januar 1918&#039;&#039;&#039; festgelegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit endete die Wald–Rüti-Bahn als eigenständige Eisenbahngesellschaft. Strecke und Anlagen gingen an die [[Schweizerische Bundesbahnen|Schweizerischen Bundesbahnen]] über.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Elektrifizierung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Übernahme durch die SBB wurde die Strecke zunächst weiterhin mit Dampflokomotiven betrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am &#039;&#039;&#039;30. April 1944&#039;&#039;&#039; wurde der Abschnitt Wald–Rüti elektrifiziert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;elektrifizierung&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://de.wikipedia.org/wiki/Chronik_der_Elektrifizierung_von_Eisenbahnstrecken_in_der_Schweiz |titel=Chronik der Elektrifizierung von Eisenbahnstrecken in der Schweiz |werk=Wikipedia |abruf=2026-08-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie auf dem übrigen Normalspurnetz der SBB kam das Stromsystem mit 15 kV Wechselstrom und 16,7 Hz zum Einsatz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit wurde die Strecke mehrere Jahre früher elektrifiziert als der nördlich anschliessende Abschnitt Bauma–Wald der ehemaligen Tösstalbahn, dessen Elektrifizierung 1951 erfolgte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Strecke ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bahnstrecke ist rund 6,57 Kilometer lang und durchgehend normalspurig.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vsb&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie beginnt im [[Bahnhof Rüti ZH]], führt nordöstlich durch das Jonatal und erreicht über Tann den [[Bahnhof Wald ZH]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die wichtigsten Stationen sind heute:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Bahnhof Rüti ZH]]&lt;br /&gt;
* [[Bahnhof Tann-Dürnten]]&lt;br /&gt;
* [[Bahnhof Wald ZH]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gesamte Strecke ist eingleisig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bahnhof Rüti ZH ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Bahnhof Rüti ZH]] bestand bereits vor der Eröffnung der Wald–Rüti-Bahn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rüti war seit 1858 an das Netz der Vereinigten Schweizerbahnen angeschlossen. Die Wald–Rüti-Bahn zweigte hier von der bestehenden Verbindung in Richtung Rapperswil und Zürich ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch den Bau der neuen Strecke entwickelte sich Rüti zu einem wichtigen regionalen Bahnknoten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute bestehen von Rüti unter anderem Bahnverbindungen nach Zürich, Rapperswil und Wald.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Tann-Dürnten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bahnstrecke führte seit ihrer Eröffnung 1876 durch den Ortsteil [[Tann ZH|Tann]] der Gemeinde [[Dürnten]], besass dort zunächst aber keine Haltestelle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Strecke weist in diesem Bereich eine Steigung von rund 25 Promille auf. Lange Zeit wurde argumentiert, dass Dampflokomotiven wegen dieser Steigung nach einem Halt nur schwer wieder anfahren könnten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;tann&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Wachstum Tanns nahm jedoch der Wunsch nach einer eigenen Bahnstation zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1930 schloss die Zivilgemeinde Tann mit den SBB einen Vertrag über die Einrichtung einer Haltestelle in Obertann. Zunächst entstand eine einfache hölzerne Wartehalle.&amp;lt;ref name=&amp;quot;tann&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1950 wurde ein neues Stationsgebäude errichtet und die Haltestelle zur Bahndienststelle &#039;&#039;&#039;Tann-Dürnten&#039;&#039;&#039; aufgewertet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;tann&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute ist Tann-Dürnten der einzige Zwischenhalt auf der ehemaligen Wald–Rüti-Bahn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bahnhof Wald ZH ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Bahnhof Wald ZH]] wurde gemeinsam von der Wald–Rüti-Bahn und der Tösstalbahn genutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wahl des Standorts war während der Planungsphase stark umstritten. Der Bahnhof wurde schliesslich ausserhalb des damaligen Dorfkerns beim Nordholz gebaut.&amp;lt;ref name=&amp;quot;wald&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://de.wikipedia.org/wiki/Wald_ZH |titel=Wald ZH |werk=Wikipedia |abruf=2026-08-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur besseren Verbindung zwischen Bahnhof und Dorfzentrum entstand später die Bahnhofstrasse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Eröffnung der Strecke Bauma–Wald im Oktober 1876 wurde Wald zu einem Durchgangsbahnhof zwischen Rüti und dem Tösstal.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verbindung zur Tösstalbahn ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wald–Rüti-Bahn bildete gemeinsam mit der Tösstalbahn eine wichtige Nord-Süd-Verbindung durch das Zürcher Oberland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Tösstalbahn führte von Winterthur über:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Winterthur Grüze&lt;br /&gt;
* Sennhof-Kyburg&lt;br /&gt;
* Kollbrunn&lt;br /&gt;
* Rikon&lt;br /&gt;
* Rämismühle-Zell&lt;br /&gt;
* Turbenthal&lt;br /&gt;
* Wila&lt;br /&gt;
* Saland&lt;br /&gt;
* Bauma&lt;br /&gt;
* Steg&lt;br /&gt;
* Fischenthal&lt;br /&gt;
* Gibswil&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
nach Wald.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Wald ermöglichte die Wald–Rüti-Bahn die Weiterfahrt nach Rüti und dort den Anschluss in Richtung Zürich und Rapperswil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese durchgehende Verbindung entspricht weitgehend der heutigen Strecke der S26.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Heutiger Betrieb ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute ist die ehemalige Wald–Rüti-Bahn vollständig in das Netz der SBB und des [[Zürcher Verkehrsverbund]]s integriert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Strecke wird im Personenverkehr von der [[S26 (Zürich)|S26]] bedient. Im Fahrplanjahr 2026 verkehrt diese Linie auf der Relation:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Winterthur–Bauma–Wald ZH–Tann-Dürnten–Rüti ZH&#039;&#039;&#039;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;zvv-s26&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Betreiberin der Züge ist [[Thurbo]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;zvv2026&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.zvv.ch/content/dam/zvv/service/Kundendienst/Fundbu%CC%88ro-Liste-2026.pdf.pdf |titel=ZVV-Linien 2026 |werk=Zürcher Verkehrsverbund |datum=2026 |abruf=2026-08-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf allen regulären Kursen der S26 wird niederfluriges Rollmaterial eingesetzt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;niederflur&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.zvv.ch/de/service/hindernisfrei-reisen/reisen-mit-gehbehinderung/s-bahn/niederflurigkeit-s-bahn-linien.html |titel=Hindernisfreiheit von S-Bahn-Linien |werk=Zürcher Verkehrsverbund |abruf=2026-08-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Strecke stellt weiterhin eine direkte Verbindung zwischen dem Tösstal und dem Raum Rüti her.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Güterverkehr ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Historisch war der Güterverkehr für die Wald–Rüti-Bahn von grosser Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wald war im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert ein bedeutender Textilindustrieort. Die Eisenbahn transportierte Rohstoffe wie Baumwolle und Kohle zu den Fabriken und fertige Textilien aus dem Ort hinaus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Rüti besass mit der Maschinenindustrie bedeutende Güterkunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Rückgang der Industrie und der Verlagerung von Transporten auf die Strasse nahm die Bedeutung des lokalen Güterverkehrs im Verlauf des 20. Jahrhunderts stark ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedeutung für Wald ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für Wald hatte die Eröffnung der Bahn grosse wirtschaftliche Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zahlreichen Textilfabriken erhielten einen leistungsfähigen Zugang zum überregionalen Eisenbahnnetz. Dadurch konnten Rohstoffe und Produkte wesentlich günstiger und schneller transportiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bahn trug dazu bei, dass Wald sich gegen Ende des 19. Jahrhunderts zu einem der bedeutenden Industriezentren des Zürcher Oberlands entwickelte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die starke Konzentration von Textilunternehmen führte zeitweise zum Beinamen &#039;&#039;&#039;«Manchester des Kantons Zürich»&#039;&#039;&#039;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;wald&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedeutung für das Zürcher Oberland ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wald–Rüti-Bahn war trotz ihrer geringen Länge ein wichtiger Bestandteil des Eisenbahnnetzes im Zürcher Oberland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie verband drei unterschiedliche Verkehrsachsen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* die Tösstalbahn nach Winterthur&lt;br /&gt;
* die Bahnverbindung Rüti–Uster–Zürich&lt;br /&gt;
* die Verbindung Rüti–Rapperswil&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch entstand eine Querverbindung vom Tösstal zum oberen Zürichsee.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Funktion besteht bis heute fort. Die S26 verbindet Winterthur und das Tösstal direkt mit Rüti.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fahrzeuge ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wald–Rüti-Bahn besass für den regulären Betrieb keinen eigenständigen umfangreichen Triebfahrzeugpark.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von 1876 an wurden die Züge durch Fahrzeuge der Vereinigten Schweizerbahnen geführt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;bundesrat&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Verstaatlichung der VSB übernahm die Tösstalbahn den Traktionsdienst. Entsprechend kamen deren Dampflokomotiven auf der Strecke zum Einsatz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Übernahme durch die SBB wurden verschiedene SBB-Dampflokomotiven eingesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit der Elektrifizierung 1944 verkehren elektrische Triebfahrzeuge. Im heutigen S-Bahn-Betrieb setzt Thurbo auf der S26 Gelenktriebwagen ein.&amp;lt;ref name=&amp;quot;zvv-s26&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Streckencharakter ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wald–Rüti-Bahn unterscheidet sich trotz ihrer kurzen Länge topografisch deutlich von flachen Talstrecken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Rüti steigt die Strecke in Richtung Wald an. Besonders im Bereich Tann beträgt die Steigung etwa 25 Promille.&amp;lt;ref name=&amp;quot;tann&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Linienführung folgt teilweise dem Tal der Jona, musste wegen der Gelände- und Bodenverhältnisse jedoch in mehreren Kurven angelegt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kombination aus Steigung und engem Talraum beeinflusste sowohl den Bau als auch den späteren Betrieb der Bahn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Erhaltung und Eisenbahngeschichte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Strecke Wald–Rüti ist bis heute vollständig in Betrieb und gehört damit nicht zu den zahlreichen im 20. Jahrhundert stillgelegten schweizerischen Lokalbahnstrecken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Historische Fahrzeuge der Tösstalbahn und anderer Bahnen des Zürcher Oberlands werden insbesondere durch den [[Dampfbahn-Verein Zürcher Oberland]] erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Verein betreibt Museumszüge vor allem auf der Strecke zwischen Bauma und Hinwil. Die Geschichte der Wald–Rüti-Bahn ist eng mit dieser regionalen Eisenbahngeschichte verbunden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dvzo&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Chronologie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;1858&#039;&#039;&#039; – Rüti erhält Anschluss an das Netz der Vereinigten Schweizerbahnen&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;1871–1874&#039;&#039;&#039; – Auseinandersetzungen um Planung und Bahnhofstandort in Wald&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;28. September 1876&#039;&#039;&#039; – feierliche Einweihung der Wald–Rüti-Bahn&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;29. September 1876&#039;&#039;&#039; – Aufnahme des regulären Betriebs&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;15. Oktober 1876&#039;&#039;&#039; – Eröffnung der anschliessenden Tösstalbahn Bauma–Wald&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;ab 1902&#039;&#039;&#039; – zunehmende Übernahme des Betriebs durch die Tösstalbahn&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;1. Januar 1918&#039;&#039;&#039; – rückwirkende Übernahme durch den Bund und die SBB&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;1930&#039;&#039;&#039; – Eröffnung einer Haltestelle in Tann&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;30. April 1944&#039;&#039;&#039; – Elektrifizierung Wald–Rüti&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;1950&#039;&#039;&#039; – Ausbau der Station Tann-Dürnten&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;1990&#039;&#039;&#039; – Integration in das Netz der S-Bahn Zürich&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;heute&#039;&#039;&#039; – Betrieb als Teil der S26 Winterthur–Bauma–Rüti&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Bahnstrecke Wald–Rüti]]&lt;br /&gt;
* [[Tösstalbahn]]&lt;br /&gt;
* [[Bahnhof Wald ZH]]&lt;br /&gt;
* [[Bahnhof Rüti ZH]]&lt;br /&gt;
* [[Bahnhof Tann-Dürnten]]&lt;br /&gt;
* [[S26 (Zürich)]]&lt;br /&gt;
* [[S-Bahn Zürich]]&lt;br /&gt;
* [[Thurbo]]&lt;br /&gt;
* [[Dampfbahn-Verein Zürcher Oberland]]&lt;br /&gt;
* [[Zürcher Oberland]]&lt;br /&gt;
* [[Vereinigte Schweizerbahnen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://www.zvv.ch/de/fahrplan-und-informationen/liniennetz.html Zürcher Verkehrsverbund]&lt;br /&gt;
* [https://dvzo.ch/ Dampfbahn-Verein Zürcher Oberland]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bahnstrecke im Kanton Zürich]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ehemalige Bahngesellschaft in der Schweiz]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Verkehr (Zürcher Oberland)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wald ZH]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rüti ZH]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Dürnten]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schweizerische Bundesbahnen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gegründet 1876]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Aufgelöst 1918]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Nick Frei</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://helvetia.wiki/de/index.php?title=The_Circle&amp;diff=2971</id>
		<title>The Circle</title>
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		<updated>2026-08-25T22:31:17Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Nick Frei: Die Seite wurde neu angelegt: «{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;float:right; width:315px; margin:0 0 1em 1em;&amp;quot; ! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; | The Circle |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Ort&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | Flughafen Zürich |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Gemeinde&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | Kloten |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Kanton&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | Zürich |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Nutzung&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | Büro, Hotel, Kongress, Gesundheit, Gastronomie, Dienstleistungen, Detailhandel |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Architekt&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | Riken Yamamoto &amp;amp; Field Shop |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Baubeginn&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | 2015 |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Eröffnung&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | 5. November 2020 |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Nutzfläche&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | ca. 180&amp;#039;0…»&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;float:right; width:315px; margin:0 0 1em 1em;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; | The Circle&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Ort&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| [[Flughafen Zürich]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Gemeinde&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| [[Kloten]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Kanton&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Zürich&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Nutzung&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Büro, Hotel, Kongress, Gesundheit, Gastronomie, Dienstleistungen, Detailhandel&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Architekt&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| [[Riken Yamamoto]] &amp;amp; Field Shop&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Baubeginn&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| 2015&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Eröffnung&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| 5. November 2020&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Nutzfläche&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| ca. 180&#039;000 m²&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Vermietbare Fläche&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| ca. 160&#039;000 m²&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Bauinvestitionen&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| ca. 1,2 Milliarden Franken&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Park&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| ca. 80&#039;000 m²&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Eigentümer&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Flughafen Zürich AG (51 %), Swiss Life AG (49 %)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Koordinaten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| {{Coordinate|NS=47.4516|EW=8.5614}}&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Website&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| [https://www.thecircle.ch/ thecircle.ch]&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;The Circle&#039;&#039;&#039; ist ein grossflächiger Geschäfts-, Dienstleistungs- und Freizeitkomplex am [[Flughafen Zürich]] in der Gemeinde [[Kloten]]. Das unmittelbar gegenüber den Flughafenterminals gelegene Ensemble wurde vom japanischen Architekten [[Riken Yamamoto]] und dessen Büro Field Shop entworfen und am 5. November 2020 für die Öffentlichkeit eröffnet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;eroeffnung&amp;quot;&amp;gt;Flughafen Zürich AG: [https://newsroom.flughafen-zuerich.ch/en/the-circle---the-new-district-at-zurich-airport-opens-its-doors/ The Circle – the new district at Zurich Airport opens its doors], 5. November 2020, abgerufen am 25. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Komplex verfügt über rund 180&#039;000 m² Nutzfläche, davon etwa 160&#039;000 m² vermietbare Fläche. Die Bauinvestitionen beliefen sich auf rund 1,2 Milliarden Franken.&amp;lt;ref name=&amp;quot;projektdaten&amp;quot;&amp;gt;Flughafen Zürich AG: [https://www.flughafen-zuerich.ch/de/unternehmen/flughafen-zuerich/flughafen-entwicklung/abgeschlossene-bauprojekte/the-circle The Circle], abgerufen am 25. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
The Circle ist als eigenständiges urbanes Quartier mit Büros, Hotels, Restaurants, Geschäften, Gesundheitsangeboten, Kongressräumen und öffentlichen Plätzen konzipiert. Direkt hinter den Gebäuden liegt ein rund 80&#039;000 m² grosser Park.&amp;lt;ref name=&amp;quot;about&amp;quot;&amp;gt;The Circle: [https://www.thecircle.ch/ueber-den-circle Über den Circle], abgerufen am 25. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lage ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
The Circle befindet sich unmittelbar östlich der Terminals des Flughafens Zürich am Fuss des Butzenbüels.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwischen dem Flughafenkomplex und dem Circle verlaufen die Flughafenstrasse und weitere Verkehrsflächen. Fussgängerinnen und Fussgänger erreichen das Areal direkt von den Terminals über gedeckte beziehungsweise kurze Fussverbindungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Adresse wird postalisch dem Gebiet &#039;&#039;&#039;8058 Zürich-Flughafen&#039;&#039;&#039; zugeordnet, politisch liegt The Circle jedoch auf dem Gemeindegebiet von [[Kloten]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch seine Lage besitzt der Komplex direkte Anbindung an:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Flughafen Zürich]];&lt;br /&gt;
* [[Bahnhof Zürich Flughafen]];&lt;br /&gt;
* [[Glattalbahn]];&lt;br /&gt;
* [[Autobahn A51 (Schweiz)|Autobahn A51]];&lt;br /&gt;
* regionale und nationale Buslinien;&lt;br /&gt;
* das Fernverkehrs- und S-Bahn-Netz der Schweiz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Entstehung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ausgangslage ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Flughafen Zürich AG verfügte östlich der Terminals über eine grössere Landreserve am Butzenbüel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den 2000er-Jahren begann das Unternehmen mit Überlegungen, diese Fläche für ein neues Dienstleistungszentrum zu nutzen. Ziel war es, den Flughafen stärker zu einem Standort für Unternehmen, Dienstleistungen und Veranstaltungen zu entwickeln und die vorhandene Verkehrsanbindung besser auszunutzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2009 wurde das Projekt unter dem Namen &#039;&#039;&#039;The Circle at Zurich Airport&#039;&#039;&#039; öffentlich vorgestellt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;projekt2009&amp;quot;&amp;gt;Flughafen Zürich AG: [https://newsroom.flughafen-zuerich.ch/en/2009-new-major-project-at-zurich-airport/ New major project at Zurich Airport], 25. März 2009, abgerufen am 25. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ursprüngliche Nutzungskonzept sah verschiedene Bereiche vor, darunter:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gesundheit und Schönheit;&lt;br /&gt;
* Bildung und Wissen;&lt;br /&gt;
* Kultur und Veranstaltungen;&lt;br /&gt;
* Markenpräsentationen;&lt;br /&gt;
* spezialisierte Dienstleistungen;&lt;br /&gt;
* Hotels;&lt;br /&gt;
* Büros und Unternehmenssitze.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Architekturwettbewerb ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Gestaltung des neuen Quartiers wurde ein internationaler Architekturwettbewerb durchgeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
90 Büros beziehungsweise Planungsteams aus zwölf Ländern nahmen daran teil.&amp;lt;ref name=&amp;quot;wettbewerb&amp;quot;&amp;gt;Flughafen Zürich AG: [https://newsroom.flughafen-zuerich.ch/en/unique-news-flash-no-2--architectural-contest-the-circle-completed/ Architectural contest «The Circle» completed], 10. Februar 2010, abgerufen am 25. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Februar 2010 wurde das Projekt des japanischen Architekten &#039;&#039;&#039;Riken Yamamoto&#039;&#039;&#039; und seines Büros &#039;&#039;&#039;Field Shop&#039;&#039;&#039; zum Sieger erklärt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Jury hob insbesondere die kompakte städtebauliche Struktur und die räumliche Qualität des Entwurfs hervor.&amp;lt;ref name=&amp;quot;wettbewerb&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Architektur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Entwurf von Riken Yamamoto basiert auf einer ring- beziehungsweise sichelförmigen Grossform.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Idee soll der Architekt nach Angaben der Projektgesellschaft ursprünglich in einer Skizze auf einer Serviette festgehalten haben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;about&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gebäude folgen der gebogenen Form des Grundstücks und wirken von der Flughafenseite aus wie ein zusammenhängender grosser Baukörper.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der Innenseite löst sich die Anlage dagegen in:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gassen;&lt;br /&gt;
* Plätze;&lt;br /&gt;
* Innenhöfe;&lt;br /&gt;
* einzelne Gebäudeteile&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch entstand innerhalb des Komplexes eine urbane Struktur, die eher an ein dichtes Stadtquartier als an ein einzelnes Gebäude erinnert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fassaden ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders auffällig ist die grosse, teilweise nach aussen geneigte Glasfassade auf der Seite des Flughafens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Fassaden bestehen überwiegend aus Glas und Aluminium.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Parkseite hin sind die Gebäude stärker gestaffelt und öffnen sich zum Grünraum des Butzenbüels.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die unterschiedlichen Gebäudehöhen schaffen Blickbeziehungen zwischen dem Inneren des Circle und der angrenzenden Landschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Tragstruktur wurde als Skelettbau ausgeführt. Die Stabilisierung erfolgt unter anderem über rund 40 Erschliessungskerne.&amp;lt;ref name=&amp;quot;zrhpedia&amp;quot;&amp;gt;Flughafen Zürich AG: &#039;&#039;ZRHpedia – Infrastruktur Flughafen Zürich&#039;&#039;, Kapitel Architektur The Circle.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Riken Yamamoto ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Riken Yamamoto}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Architekt [[Riken Yamamoto]] wurde 1945 in Peking geboren und gründete 1973 sein eigenes Architekturbüro.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu seinen bekannten Projekten gehören:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Yokosuka Museum of Art;&lt;br /&gt;
* Universitäts- und Schulbauten;&lt;br /&gt;
* Wohnanlagen in Japan, China und Südkorea;&lt;br /&gt;
* The Circle am Flughafen Zürich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
The Circle ist bislang Yamamotos einziges realisiertes Grossprojekt in Europa.&amp;lt;ref name=&amp;quot;pritzker&amp;quot;&amp;gt;The Circle: [https://www.thecircle.ch/en/news/details/pritzker-prize Pritzker Prize for Riken Yamamoto], 5. März 2024, abgerufen am 25. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2024 wurde ihm der [[Pritzker-Preis]] verliehen, der zu den bedeutendsten internationalen Auszeichnungen für Architektur gehört.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bau ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bauarbeiten begannen 2015.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
The Circle war zeitweise die grösste Hochbaustelle der Schweiz.&amp;lt;ref name=&amp;quot;projektdaten&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der intensivsten Bauphase arbeiteten rund &#039;&#039;&#039;2&#039;500 Personen&#039;&#039;&#039; gleichzeitig auf dem Gelände.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für das Projekt wurden unter anderem:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* rund 20&#039;000 Lastwagenladungen Aushub abtransportiert;&lt;br /&gt;
* 23 Baukräne aufgestellt und später wieder demontiert;&lt;br /&gt;
* rund 400&#039;000 Tonnen Beton verwendet;&lt;br /&gt;
* rund 22&#039;500 Tonnen Stahl verbaut;&lt;br /&gt;
* 1&#039;340 Pfähle in den Untergrund eingebracht;&lt;br /&gt;
* rund 17,5 Kilometer Vorspannkabel verlegt;&lt;br /&gt;
* rund 84&#039;000 m² Glasfassade montiert;&lt;br /&gt;
* 89 Aufzüge eingebaut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;projektdaten&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine besondere Herausforderung stellte der unter dem Baugelände verlaufende Eisenbahntunnel dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Montage der stark geneigten Glasfassade unmittelbar neben der Flughafenstrasse erforderte spezielle Schutzkonstruktionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Eröffnung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach mehr als fünf Jahren Bauzeit wurde The Circle am &#039;&#039;&#039;5. November 2020&#039;&#039;&#039; offiziell für die Öffentlichkeit geöffnet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;eroeffnung&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Eröffnung fand mitten während der COVID-19-Pandemie statt. Dadurch konnten einige Nutzungen zunächst nur eingeschränkt anlaufen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz dieses schwierigen Starts entwickelte sich das Quartier in den folgenden Jahren zunehmend zu einem bedeutenden Büro- und Dienstleistungsstandort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2024 arbeiteten bereits rund 5&#039;000 Personen im Circle.&amp;lt;ref name=&amp;quot;pritzker&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nutzung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
The Circle ist als gemischt genutztes Quartier konzipiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den wichtigsten Nutzungen gehören:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Büros;&lt;br /&gt;
* Hotels;&lt;br /&gt;
* Kongress- und Veranstaltungsräume;&lt;br /&gt;
* Gesundheitsdienstleistungen;&lt;br /&gt;
* Gastronomie;&lt;br /&gt;
* Geschäfte;&lt;br /&gt;
* Coworking;&lt;br /&gt;
* Fitness;&lt;br /&gt;
* Kinderbetreuung;&lt;br /&gt;
* öffentliche Aufenthaltsräume.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mehr als 50 nationale und internationale Unternehmen und Organisationen sind im Circle vertreten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;airportcircle&amp;quot;&amp;gt;Flughafen Zürich AG: [https://www.flughafen-zuerich.ch/en/passengers/shopping-and-enjoy/shops/circle The Circle – Welcome to the business hub], abgerufen am 25. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Büroflächen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein grosser Teil des Komplexes wird als Bürostandort genutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
The Circle verfügt über rund 80&#039;000 m² moderne Büroflächen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;home&amp;quot;&amp;gt;The Circle: [https://www.thecircle.ch/home The Circle – Business-Destination für führende Unternehmen], abgerufen am 25. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Nähe zum Flughafen macht den Standort insbesondere für international tätige Unternehmen attraktiv.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den Unternehmen und Organisationen, die Büros im Circle besitzen beziehungsweise besassen, gehören unter anderem:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Hyatt;&lt;br /&gt;
* Microsoft;&lt;br /&gt;
* SAP;&lt;br /&gt;
* Abraxas Informatik;&lt;br /&gt;
* Flughafen-nahe Dienstleistungsunternehmen;&lt;br /&gt;
* verschiedene Beratungs- und Technologieunternehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hyatt Regency Zurich Airport The Circle ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im südlichen beziehungsweise zentralen Bereich des Circle befindet sich das &#039;&#039;&#039;Hyatt Regency Zurich Airport The Circle&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Hotel verfügt über &#039;&#039;&#039;255 Zimmer&#039;&#039;&#039;, darunter verschiedene Suiten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;hyatt&amp;quot;&amp;gt;The Circle: [https://www.thecircle.ch/en/rent Miet- und Partnerinformationen], abgerufen am 25. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es richtet sich insbesondere an:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Geschäftsreisende;&lt;br /&gt;
* Kongressgäste;&lt;br /&gt;
* Transitpassagiere;&lt;br /&gt;
* internationale Besucherinnen und Besucher.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Hotel liegt unmittelbar beim Hauptplatz und ist mit dem Convention Center verbunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hyatt Place Zurich Airport The Circle ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein zweites Hotel ist das &#039;&#039;&#039;Hyatt Place Zurich Airport The Circle&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es befindet sich beim Nordplatz und verfügt über &#039;&#039;&#039;300 Zimmer&#039;&#039;&#039;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;hyatt&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Hotel besitzt einen direkten Zugang zum Park.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit stehen im Circle insgesamt mehr als 550 Hotelzimmer zur Verfügung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Convention Center ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &#039;&#039;&#039;The Circle Convention Center&#039;&#039;&#039; gehört zu den grössten Kongress- und Veranstaltungszentren im Raum Zürich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wird von Hyatt betrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Zentrum verfügt über &#039;&#039;&#039;19 Veranstaltungsräume&#039;&#039;&#039; und bietet bei entsprechender Konfiguration Platz für bis zu &#039;&#039;&#039;2&#039;500 Personen&#039;&#039;&#039;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;convention&amp;quot;&amp;gt;The Circle: [https://www.thecircle.ch/en/experience Experience], abgerufen am 25. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es eignet sich unter anderem für:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Kongresse;&lt;br /&gt;
* Firmenveranstaltungen;&lt;br /&gt;
* Tagungen;&lt;br /&gt;
* Seminare;&lt;br /&gt;
* Ausstellungen;&lt;br /&gt;
* Bankette;&lt;br /&gt;
* internationale Konferenzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die unmittelbare Nähe zu Flughafen, Bahnhof und Hotels gehört zu den wichtigsten Standortvorteilen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Universitätsspital Zürich ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein bedeutender Nutzer des Circle ist das [[Universitätsspital Zürich]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im &#039;&#039;&#039;USZ Flughafen&#039;&#039;&#039; bietet das Spital ambulante medizinische Leistungen und spezialisierte Sprechstunden an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Zentrum richtet sich sowohl an die Bevölkerung der Flughafenregion als auch an Mitarbeitende, Reisende und internationale Patientinnen und Patienten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die medizinische Nutzung war von Beginn an ein wichtiger Bestandteil des Circle-Konzepts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gastronomie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Circle befinden sich verschiedene Restaurants, Bars und Cafés.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das gastronomische Angebot richtet sich nicht nur an Fluggäste, sondern auch an:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Beschäftigte;&lt;br /&gt;
* Hotelgäste;&lt;br /&gt;
* Kongressbesucher;&lt;br /&gt;
* Bewohner der Flughafenregion;&lt;br /&gt;
* Ausflügler.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Angaben der Flughafen Zürich AG bestehen rund zwölf unterschiedliche Gastronomiekonzepte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;rental&amp;quot;&amp;gt;Flughafen Zürich AG: [https://www.flughafen-zuerich.ch/en/business/renting-and-advertising/real-estate-and-letting/the-circle Rental spaces in the Circle], abgerufen am 25. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschäfte und Dienstleistungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben Gastronomie und Büros befinden sich im Circle verschiedene Geschäfte und Dienstleistungsunternehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Angebot umfasst beispielsweise:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Mode;&lt;br /&gt;
* Gesundheit;&lt;br /&gt;
* Schönheit;&lt;br /&gt;
* Fitness;&lt;br /&gt;
* medizinische Dienstleistungen;&lt;br /&gt;
* Coworking;&lt;br /&gt;
* Finanzdienstleistungen;&lt;br /&gt;
* Beratung;&lt;br /&gt;
* Kinderbetreuung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Detailhandel spielt jedoch eine kleinere Rolle als im unmittelbar benachbarten Airport Shopping unterhalb der Flughafenterminals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Park ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinter dem Gebäudekomplex liegt der &#039;&#039;&#039;Park&#039;&#039;&#039; am Butzenbüel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er umfasst rund &#039;&#039;&#039;80&#039;000 m²&#039;&#039;&#039; und bildet einen starken Kontrast zur dichten Bebauung des Circle und zum Flughafenareal.&amp;lt;ref name=&amp;quot;about&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Park ist öffentlich zugänglich und dient sowohl Beschäftigten und Reisenden als auch der lokalen Bevölkerung als Erholungsraum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Wegenetz führt durch:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wiesen;&lt;br /&gt;
* Gehölze;&lt;br /&gt;
* Waldpartien;&lt;br /&gt;
* offene Aussichtspunkte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund der erhöhten Lage bestehen Ausblicke auf das Flughafengelände und Teile der Umgebung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Butzenbüel ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Park erstreckt sich über den früher weitgehend unbebauten Hügel &#039;&#039;&#039;Butzenbüel&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Architektur des Circle orientiert sich an der Form dieses Geländes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Parkseite werden die Gebäude niedriger und stärker gegliedert. Dadurch entsteht ein schrittweiser Übergang zwischen urbanem Raum und Landschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nachhaltigkeit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachhaltigkeit spielte bei Planung und Bau eine wichtige Rolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
The Circle ist nach dem höchsten Standard &#039;&#039;&#039;LEED Platinum&#039;&#039;&#039; zertifiziert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;about&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gleichzeitig ist der Komplex das grösste Gebäude beziehungsweise der grösste Gebäudekomplex der Schweiz mit einer Minergie-Zertifizierung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;projektdaten&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den technischen Massnahmen gehören:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Photovoltaikanlagen auf den Dächern;&lt;br /&gt;
* extensive Dachbegrünung;&lt;br /&gt;
* Regenwassernutzung;&lt;br /&gt;
* energieeffiziente Fassaden;&lt;br /&gt;
* vierfach verglaste Fassadenelemente;&lt;br /&gt;
* Wärmerückgewinnung;&lt;br /&gt;
* Nutzung von Energiepfählen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Energiepfähle ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rund &#039;&#039;&#039;1&#039;000 Energiepfähle&#039;&#039;&#039; tragen zur Wärmeversorgung des Circle bei.&amp;lt;ref name=&amp;quot;projektdaten&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese im Untergrund eingebauten Bauteile erfüllen zugleich statische und energetische Funktionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Winter kann Wärme aus dem Untergrund genutzt werden, während im Sommer überschüssige Wärme teilweise wieder in den Boden abgegeben werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das System reduziert den Bedarf an konventionellen Heiz- und Kühlsystemen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Regenwassernutzung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Regenwasser von den grossen Dachflächen wird gesammelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Teil davon wird unter anderem für die Toilettenspülung verwendet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;projektdaten&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch kann der Verbrauch von Trinkwasser reduziert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Photovoltaik ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf den Dächern befinden sich Photovoltaikanlagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Stromproduktion wird direkt für einen Teil des Energieverbrauchs innerhalb des Gebäudekomplexes genutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammen mit weiteren technischen Massnahmen ist die Photovoltaik Bestandteil des umfassenden Nachhaltigkeitskonzepts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Eigentumsverhältnisse ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
The Circle gehört einer Miteigentümergemeinschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anteile verteilen sich auf:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Eigentümer&lt;br /&gt;
! Anteil&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Flughafen Zürich AG&lt;br /&gt;
| 51 %&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Swiss Life AG&lt;br /&gt;
| 49 %&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;about&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Flughafen Zürich AG ist damit Mehrheitsbesitzerin, während [[Swiss Life]] als institutionelle Immobilieninvestorin einen nahezu gleich grossen Anteil hält.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Flughafen Zürich AG ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Flughafen Zürich AG}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Flughafen Zürich AG]] initiierte und entwickelte das Projekt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Circle verfolgte die Flughafenbetreiberin das Ziel, ihre Einnahmen stärker zu diversifizieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem klassischen Flughafengeschäft spielen Immobilien, Detailhandel, Gastronomie und Dienstleistungen eine zunehmend wichtige Rolle im Geschäftsmodell des Unternehmens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Swiss Life ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Swiss Life]] beteiligte sich als langfristige Immobilieninvestorin am Projekt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Partnerschaft zwischen Flughafen Zürich AG und Swiss Life verteilt sowohl Investitionen als auch wirtschaftliche Risiken auf zwei Eigentümer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verkehrsanbindung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
The Circle zählt aufgrund seiner Lage zu den am besten erschlossenen Geschäftsstandorten der Schweiz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innerhalb weniger Gehminuten befinden sich:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* der internationale Flughafen;&lt;br /&gt;
* der Bahnhof Zürich Flughafen;&lt;br /&gt;
* Tramhaltestellen;&lt;br /&gt;
* Busstationen;&lt;br /&gt;
* Parkhäuser;&lt;br /&gt;
* Autobahnanschlüsse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bahnhof Zürich Flughafen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Bahnhof Zürich Flughafen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Bahnhof Zürich Flughafen]] liegt direkt unter dem Airport Shopping westlich des Circle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von dort verkehren Fernverkehrs- und S-Bahn-Züge in zahlreiche Schweizer Städte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Direkte Bahnverbindungen bestehen unter anderem nach:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Zürich Hauptbahnhof]];&lt;br /&gt;
* [[Winterthur]];&lt;br /&gt;
* [[Bern]];&lt;br /&gt;
* [[Basel]];&lt;br /&gt;
* [[Luzern]];&lt;br /&gt;
* [[St. Gallen]];&lt;br /&gt;
* [[Genf]];&lt;br /&gt;
* [[Lausanne]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Fahrzeit zum Zürcher Hauptbahnhof beträgt je nach Verbindung ungefähr zehn bis fünfzehn Minuten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Glattalbahn ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Haltestelle &#039;&#039;&#039;Zürich Flughafen, Bahnhof&#039;&#039;&#039; der [[Glattalbahn]] liegt ebenfalls unmittelbar beim Flughafengebäude.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tramverbindungen führen unter anderem Richtung:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Glattbrugg]];&lt;br /&gt;
* [[Oerlikon]];&lt;br /&gt;
* [[Wallisellen]];&lt;br /&gt;
* [[Dübendorf]] beziehungsweise weitere Teile des Glattals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch ist The Circle auch im regionalen Nahverkehr gut erreichbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Strassenverkehr ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Flughafen liegt unmittelbar an der [[Autobahn A51 (Schweiz)|Autobahn A51]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über diese besteht eine schnelle Verbindung zur [[Autobahn A1 (Schweiz)|A1]] und damit Richtung:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zürich;&lt;br /&gt;
* Winterthur;&lt;br /&gt;
* Bern;&lt;br /&gt;
* St. Gallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für Besucherinnen und Besucher des Circle stehen Parkmöglichkeiten im Flughafenareal zur Verfügung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedeutung als Flughafenstadt ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
The Circle ist ein Beispiel für die Entwicklung grosser Flughäfen zu sogenannten &#039;&#039;&#039;Airport Cities&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei übernimmt der Flughafen zunehmend Funktionen einer Stadt und bietet neben Luftverkehr auch:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Arbeitsplätze;&lt;br /&gt;
* Hotels;&lt;br /&gt;
* Kongresse;&lt;br /&gt;
* Gesundheit;&lt;br /&gt;
* Gastronomie;&lt;br /&gt;
* Einkauf;&lt;br /&gt;
* Freizeit;&lt;br /&gt;
* Dienstleistungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
The Circle verstärkt diese Entwicklung am Flughafen Zürich erheblich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Projekt entstand ein Standort, der auch unabhängig von einer Flugreise genutzt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirtschaftliche Bedeutung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch seine grossen Büroflächen und internationalen Unternehmen zählt der Circle zu den bedeutenden Arbeitsplatzschwerpunkten in der Flughafenregion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2024 arbeiteten rund 5&#039;000 Personen im Komplex.&amp;lt;ref name=&amp;quot;pritzker&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zahl verdeutlicht, dass The Circle nicht nur als Ergänzung zum Flughafen dient, sondern selbst ein grosser Unternehmensstandort geworden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Städtebauliches Konzept ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Besonderheit des Circle ist die Verbindung zweier grundsätzlich unterschiedlicher räumlicher Situationen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Flughafenseite wirkt der Komplex wie eine monumentale, geschlossene Grossform.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Inneren entsteht dagegen ein Netz aus:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Strassen;&lt;br /&gt;
* Gassen;&lt;br /&gt;
* Plätzen;&lt;br /&gt;
* Durchgängen;&lt;br /&gt;
* Höfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit versucht das Projekt, Eigenschaften eines Stadtquartiers innerhalb eines einzigen grossen Baukomplexes zu schaffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Plätze ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innerhalb des Circle befinden sich mehrere unterschiedlich gestaltete öffentliche Räume.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu gehören insbesondere:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Hauptplatz;&lt;br /&gt;
* Nordplatz;&lt;br /&gt;
* kleinere Innenplätze;&lt;br /&gt;
* Gassen zwischen den Gebäuden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Plätze dienen als Zugänge zu Hotels, Restaurants, Büros und weiteren Einrichtungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Architekturkritik ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit seiner Eröffnung wird The Circle sowohl wegen seiner Grösse als auch wegen seines städtebaulichen Konzepts diskutiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Positiv hervorgehoben werden häufig:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* die direkte Verkehrsanbindung;&lt;br /&gt;
* die Mischung unterschiedlicher Nutzungen;&lt;br /&gt;
* die architektonische Grossform;&lt;br /&gt;
* das Netz öffentlicher Innenräume;&lt;br /&gt;
* der Übergang zum Park;&lt;br /&gt;
* das Nachhaltigkeitskonzept.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kritische Stimmen verweisen dagegen unter anderem auf die enorme Dimension des Komplexes und die Herausforderung, die grossen öffentlichen Flächen dauerhaft mit städtischem Leben zu füllen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die anfängliche Entwicklung wurde zusätzlich durch die COVID-19-Pandemie erschwert, die zeitgleich mit der Eröffnung begann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Entwicklung nach der Eröffnung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ersten Betriebsjahre waren stark von der Pandemie und dem zeitweise stark reduzierten internationalen Flugverkehr geprägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Normalisierung des Reiseverkehrs und der Ansiedlung weiterer Unternehmen nahm die Nutzung deutlich zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2024 hatte sich der Circle nach Angaben der Betreiber zu einem etablierten Geschäfts- und Dienstleistungszentrum mit rund 5&#039;000 Beschäftigten entwickelt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;pritzker&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Areal wird laufend durch neue Mieter, Gastronomieangebote und Dienstleistungen ergänzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Projektkennzahlen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Kennzahl&lt;br /&gt;
! Wert&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Baubeginn&lt;br /&gt;
| 2015&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Öffentliche Eröffnung&lt;br /&gt;
| 5. November 2020&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Nutzfläche&lt;br /&gt;
| ca. 180&#039;000 m²&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Vermietbare Fläche&lt;br /&gt;
| ca. 160&#039;000 m²&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Büroflächen&lt;br /&gt;
| ca. 80&#039;000 m²&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Park&lt;br /&gt;
| ca. 80&#039;000 m²&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Investitionen&lt;br /&gt;
| ca. 1,2 Milliarden Franken&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Fassadenfläche aus Glas&lt;br /&gt;
| ca. 84&#039;000 m²&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Aufzüge&lt;br /&gt;
| 89&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Pfähle&lt;br /&gt;
| 1&#039;340&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Energiepfähle&lt;br /&gt;
| rund 1&#039;000&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Hyatt Regency&lt;br /&gt;
| 255 Zimmer&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Hyatt Place&lt;br /&gt;
| 300 Zimmer&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Convention Center&lt;br /&gt;
| 19 Veranstaltungsräume&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Maximale Kongresskapazität&lt;br /&gt;
| bis 2&#039;500 Personen&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;projektdaten&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;convention&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;hyatt&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Chronologie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Jahr&lt;br /&gt;
! Ereignis&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 2007–2008&lt;br /&gt;
| Erste detaillierte Untersuchungen zur Entwicklung des Butzenbüel-Areals&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Februar 2009&lt;br /&gt;
| Ausschreibung des internationalen Architekturwettbewerbs&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| März 2009&lt;br /&gt;
| Öffentliche Vorstellung des Projekts «The Circle at Zurich Airport»&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Februar 2010&lt;br /&gt;
| Riken Yamamoto &amp;amp; Field Shop gewinnen den Architekturwettbewerb&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 2015&lt;br /&gt;
| Beginn der Bauarbeiten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 2015–2020&lt;br /&gt;
| Bau des Gebäudekomplexes und des Parks&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 5. November 2020&lt;br /&gt;
| Öffnung des Circle und des Parks für die Öffentlichkeit&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 2021&lt;br /&gt;
| Schrittweise Inbetriebnahme weiterer Hotels, Büros und Dienstleistungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 2024&lt;br /&gt;
| Architekt Riken Yamamoto erhält den Pritzker-Preis&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 2024&lt;br /&gt;
| Rund 5&#039;000 Personen arbeiten im Circle&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Flughafen Zürich]]&lt;br /&gt;
* [[Flughafen Zürich AG]]&lt;br /&gt;
* [[Kloten]]&lt;br /&gt;
* [[Bahnhof Zürich Flughafen]]&lt;br /&gt;
* [[Glattalbahn]]&lt;br /&gt;
* [[Riken Yamamoto]]&lt;br /&gt;
* [[Swiss Life]]&lt;br /&gt;
* [[Universitätsspital Zürich]]&lt;br /&gt;
* [[Autobahn A51]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Flughafen Zürich AG: &#039;&#039;ZRHpedia – Infrastruktur Flughafen Zürich&#039;&#039;. Zürich-Flughafen.&lt;br /&gt;
* Flughafen Zürich AG: Dokumentationen zum Projekt The Circle.&lt;br /&gt;
* Riken Yamamoto &amp;amp; Field Shop: Projektdokumentation &#039;&#039;The Circle at Zurich Airport&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
* Flughafen Zürich AG: Geschäftsberichte und Immobilienberichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://www.thecircle.ch/ Offizielle Website von The Circle]&lt;br /&gt;
* [https://www.flughafen-zuerich.ch/de/unternehmen/flughafen-zuerich/flughafen-entwicklung/abgeschlossene-bauprojekte/the-circle The Circle bei der Flughafen Zürich AG]&lt;br /&gt;
* [https://www.flughafen-zuerich.ch/ Flughafen Zürich]&lt;br /&gt;
* [https://www.usz.ch/standorte/usz-flughafen/ Universitätsspital Zürich am Flughafen]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bauwerk in Kloten]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Flughafen Zürich]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bürogebäude in der Schweiz]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hotel im Kanton Zürich]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kongresszentrum]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Erbaut in den 2020er Jahren]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Riken Yamamoto]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Nick Frei</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://helvetia.wiki/de/index.php?title=Stettbach&amp;diff=2970</id>
		<title>Stettbach</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://helvetia.wiki/de/index.php?title=Stettbach&amp;diff=2970"/>
		<updated>2026-08-25T22:29:57Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Nick Frei: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;float:right; width:315px; margin:0 0 1em 1em;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; | Stettbach&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Kanton&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Zürich&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Bezirk&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Uster&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Gemeinde&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Dübendorf&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Postleitzahl&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| 8600&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Höhe&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| 453 m ü. M.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Koordinaten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| 47.3941° N, 8.5936° E&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Stettbach&#039;&#039;&#039; ist ein Ortsteil der Stadt [[Dübendorf]] im [[Bezirk Uster]] des [[Kanton Zürich|Kantons Zürich]]. Der historische Weiler liegt am Fuss des [[Zürichberg]]s unmittelbar an der westlichen Gemeindegrenze zu [[Zürich]] und grenzt dort an den Stadtteil [[Schwamendingen]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;duebendorf-stettbach&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.duebendorf.ch/sehenswuerdigkeiten/7853 |titel=Ortsteil Stettbach |hrsg=Stadt Dübendorf |abruf=2026-08-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name Stettbach ist heute vor allem durch den [[Bahnhof Stettbach]] bekannt. Dieser liegt rund 300 Meter nördlich des alten Weilerkerns im Grenzgebiet zwischen Dübendorf und Zürich und entwickelte sich seit der Eröffnung der [[S-Bahn Zürich]] im Jahr 1990 zu einem bedeutenden Verkehrsknoten. Der historische Weiler selbst hat dagegen seinen vergleichsweise kleinen und dörflichen Charakter weitgehend bewahrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geographie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stettbach liegt am nordöstlichen Fuss des Zürichbergs am Übergang zwischen den bewaldeten Hängen des Zürichbergs und des Adlisbergs sowie der Ebene des [[Glattal]]s.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der historische Siedlungskern befindet sich westlich des eigentlichen Stadtgebiets von Dübendorf und unmittelbar östlich der Zürcher Stadtgrenze.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch den Weiler fliesst der &#039;&#039;&#039;Sagentobelbach&#039;&#039;&#039;. Dieser entspringt im Gebiet des Zürichbergs beziehungsweise Adlisbergs und führt in Richtung Glattal.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stettbach liegt auf ungefähr 453 m ü. M.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Coordinate|47.39408|8.59360|type:city_region:CH-ZH|name=Stettbach}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ortsbild ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der historische Weiler Stettbach besteht aus ungefähr drei Dutzend Wohnbauten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;duebendorf-stettbach&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zu den dicht bebauten Gebieten von Schwamendingen, Hochbord und Dübendorf blieb der alte Ortskern lange vergleichsweise klein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies hängt unter anderem mit der Entwicklung der Verkehrsachsen zusammen. Die moderne Hauptverkehrsstrasse zwischen Schwamendingen und Dübendorf wurde nördlich des historischen Weilers geführt. Dadurch blieb der ursprüngliche Siedlungskern weitgehend ausserhalb der stärksten baulichen Entwicklung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;duebendorf-stettbach&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute bilden der historische Weiler und das moderne Gebiet rund um den Bahnhof Stettbach zwei räumlich deutlich voneinander getrennte Bereiche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Frühzeit und Römerzeit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gebiet um Stettbach war bereits in früher Zeit verkehrlich von Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Archäologische Hinweise zeigen, dass während der Römerzeit eine Verkehrsverbindung von Stettbach über Wil und [[Hermikon]] nach [[Uster]] führte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;hls-duebendorf&amp;quot;&amp;gt;{{HLS|128|Dübendorf|Autor=Ueli Müller}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Route verband das Gebiet am Zürichberg mit dem oberen Glattal und dem Zürcher Oberland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch an anderen Orten des heutigen Dübendorfer Gemeindegebiets wurden römische Funde entdeckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Mittelalter ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Mittelalter lag Stettbach an einer wichtigen Strassenverbindung zwischen der Stadt Zürich und dem Zürcher Oberland.&amp;lt;ref name=&amp;quot;duebendorf-stettbach&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Route führte von Zürich über den Zürichberg beziehungsweise Schwamendingen in Richtung Dübendorf und weiter nach Uster.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stettbach blieb dennoch eine kleine bäuerliche Siedlung und entwickelte sich nicht zu einem grösseren Dorf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die politische und grundherrschaftliche Geschichte des Weilers war eng mit jener Dübendorfs verbunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zivilgemeinde Berg ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 19. Jahrhundert gehörte Stettbach zusammen mit Kämmaten, Geeren und Dübelstein zur &#039;&#039;&#039;Zivilgemeinde Berg&#039;&#039;&#039;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;hls-duebendorf&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zivilgemeinden waren im Kanton Zürich lokale Körperschaften, die innerhalb einer politischen Gemeinde bestimmte Aufgaben wahrnahmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zivilgemeinde Berg wurde 1921 aufgehoben. Ihre Aufgaben und Vermögenswerte gingen an die politische Gemeinde Dübendorf über.&amp;lt;ref name=&amp;quot;hls-duebendorf&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stettbach war damit vollständig in die Gemeindestrukturen Dübendorfs integriert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Entwicklung im 20. Jahrhundert ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während Dübendorf nach dem Zweiten Weltkrieg sehr stark wuchs, blieb der alte Weiler Stettbach weitgehend von grossflächiger Überbauung verschont.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dübendorf entwickelte sich insbesondere seit den 1950er-Jahren zu einer dicht besiedelten Agglomerationsstadt. Zwischen 1957 und 1970 verdoppelte sich die Einwohnerzahl der Gemeinde ungefähr von 10&#039;000 auf 20&#039;000 Personen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;duebendorf-geschichte&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://proinfo.ch/wp-content/uploads/2021/02/Duebendorf_2018.pdf |titel=Wissenswertes über Dübendorf |format=PDF |abruf=2026-08-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die stärkste Bautätigkeit konzentrierte sich jedoch auf andere Gebiete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nordwestlich von Stettbach entwickelte sich Schwamendingen auf Zürcher Stadtgebiet stark, während östlich davon später das Gebiet Hochbord zu einem bedeutenden Wohn- und Arbeitsplatzgebiet wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bahnhof Stettbach ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Bahnhof Stettbach]] liegt nördlich des historischen Weilers im Grenzgebiet zwischen der Stadt Zürich und der Stadt Dübendorf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bahnhof wurde eigens für die neue S-Bahn Zürich errichtet und am &#039;&#039;&#039;27. Mai 1990&#039;&#039;&#039; zusammen mit dem neuen Zürcher S-Bahn-Kernnetz eröffnet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;zvv-geschichte&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.zvv.ch/de/ueber-uns/zuercher-verkehrsverbund/geschichte.html |titel=Geschichte des Zürcher Verkehrsverbunds |hrsg=Zürcher Verkehrsverbund |abruf=2026-08-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er ist Teil der Strecke durch den [[Zürichbergtunnel]] zwischen [[Bahnhof Zürich Stadelhofen|Zürich Stadelhofen]] und dem Glattal.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bahnhof liegt teilweise unterirdisch. Die Bahnsteige befinden sich unmittelbar am nordöstlichen Portal des Zürichbergtunnels.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl der Bahnhof den Namen Stettbach trägt, liegen grosse Teile der Anlage auf dem Gebiet der Stadt Zürich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== S-Bahn Zürich ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bahnhof Stettbach gehört zu den wichtigsten Stationen der S-Bahn Zürich östlich des Stadtzentrums.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Eröffnung der S-Bahn im Jahr 1990 entstand erstmals eine direkte schnelle Bahnverbindung von Stettbach durch den Zürichbergtunnel nach Zürich Stadelhofen und weiter zum [[Zürich Hauptbahnhof]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Zürichbergtunnel, der Bahnhof Stettbach, der [[Hirschengrabentunnel]] und der Ausbau des Bahnhofs Stadelhofen gehörten zu den zentralen Infrastrukturprojekten der ersten Zürcher S-Bahn.&amp;lt;ref name=&amp;quot;zvv-geschichte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Stettbach bestehen direkte Bahnverbindungen in verschiedene Teile des Kantons Zürich und des Zürcher Oberlands.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Tramverkehr ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits vor der Eröffnung des S-Bahnhofs wurde das Gebiet an das Zürcher Tramnetz angeschlossen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1986 wurde die Tramstrecke von Schwamendingen bis Stettbach verlängert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Tramendstation befindet sich unmittelbar oberhalb beziehungsweise neben dem heutigen Bahnhof.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit entstand ein wichtiger Umsteigepunkt zwischen S-Bahn und dem städtischen öffentlichen Verkehr Zürichs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Später wurde die Anlage im Zusammenhang mit der Entwicklung des Glattals weiter ausgebaut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Glattalbahn ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit Dezember 2010 ist Stettbach auch Endpunkt einer Strecke der [[Glattalbahn]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Linie verbindet Stettbach über [[Wallisellen]] mit dem Gebiet von [[Zürich Oerlikon]] beziehungsweise weiteren Teilen des Glattals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit erhielt der Bahnhof eine zusätzliche Funktion als Umsteigeknoten zwischen Eisenbahn, Tram und Bus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Glattalbahn trug wesentlich dazu bei, den Bahnhof Stettbach stärker mit den Arbeitsplatz- und Siedlungsgebieten im Glattal zu verbinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Busverkehr ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Bahnhof Stettbach halten mehrere regionale und städtische Buslinien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie verbinden den Verkehrsknoten unter anderem mit:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Dübendorf;&lt;br /&gt;
* Schwamendingen;&lt;br /&gt;
* [[Gockhausen]];&lt;br /&gt;
* [[Fällanden]];&lt;br /&gt;
* weiteren Gemeinden und Quartieren der Umgebung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch besitzt Stettbach eine wichtige Verteilerfunktion für den öffentlichen Verkehr im westlichen Teil Dübendorfs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Entwicklung rund um den Bahnhof ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Planung des Bahnhofs Stettbach Ende der 1970er- und Anfang der 1980er-Jahre war die Umgebung noch wesentlich weniger dicht bebaut als heute.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit der Eröffnung der S-Bahn entwickelte sich das Gebiet jedoch stark.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor allem östlich des Bahnhofs entstand im Dübendorfer Gebiet &#039;&#039;&#039;Hochbord&#039;&#039;&#039; ein dicht bebautes Quartier mit Wohnungen, Büros, Dienstleistungsbetrieben und Veranstaltungsgebäuden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Stadt Dübendorf bezeichnete das Hochbord bereits Ende der 2010er-Jahre als stark wachsendes Entwicklungsgebiet. Ende 2013 lebten dort rund 230 Personen, Ende 2016 rund 620 und Ende 2018 bereits etwa 1040 Einwohner.&amp;lt;ref name=&amp;quot;hochbord&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.duebendorf.ch/_doc/2604973 |titel=Aufwertung des Zugangs Bahnhof Stettbach Nord |hrsg=Stadt Dübendorf |datum=2019-11-07 |abruf=2026-08-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch auf Zürcher Stadtgebiet entstanden in der Umgebung des Bahnhofs neue Wohn- und Gewerbebauten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hochbord ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gebiet &#039;&#039;&#039;Hochbord&#039;&#039;&#039; liegt östlich und nordöstlich des Bahnhofs Stettbach auf Dübendorfer Gemeindegebiet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es war lange vor allem von Gewerbe- und Industriebauten geprägt. Seit dem Beginn des 21. Jahrhunderts wird das Gebiet zunehmend zu einem gemischt genutzten Stadtquartier umgestaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neue Hochhäuser, Wohnüberbauungen und Bürogebäude veränderten das Erscheinungsbild grundlegend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gute Erschliessung durch den Bahnhof Stettbach ist einer der wichtigsten Gründe für die hohe bauliche Dichte des Quartiers.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== JaBee Tower ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den auffälligsten Bauwerken im Umfeld von Stettbach gehört der &#039;&#039;&#039;JaBee Tower&#039;&#039;&#039; im Hochbord.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wohnhochhaus prägt zusammen mit weiteren Hochhäusern die moderne Silhouette des Gebiets östlich des Bahnhofs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei seiner Fertigstellung gehörte es zu den höchsten reinen Wohnhochhäusern der Schweiz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der starke Gegensatz zwischen dem modernen Hochhausquartier und dem nur wenige hundert Meter entfernten historischen Weiler ist charakteristisch für Stettbach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== The Hall ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unmittelbar beim Bahnhof befindet sich die Veranstaltungsstätte &#039;&#039;&#039;The Hall&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie wurde 2017 eröffnet und trug zunächst den Namen &#039;&#039;&#039;Samsung Hall&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Halle wird für Konzerte, Shows, Kongresse, Firmenveranstaltungen und weitere Grossanlässe genutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch ihre Lage unmittelbar am Bahnhof ist sie sehr gut mit dem öffentlichen Verkehr erreichbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kiesgrube Stettbach ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nordwestlich des historischen Weilers befindet sich die ehemalige beziehungsweise teilweise naturnah entwickelte &#039;&#039;&#039;Kiesgrube Stettbach&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gebiet besitzt Bedeutung als Lebensraum für Pflanzen und Tiere.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kiesgruben können insbesondere für Amphibien, Insekten und Pionierpflanzen wichtige Ersatzlebensräume bilden, da offene Kies- und Sandflächen in der intensiv genutzten Landschaft selten geworden sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kiesgrube bildet einen naturnahen Bereich zwischen dem Siedlungsraum und den Hängen des Zürichbergs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sagentobelbach ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Sagentobelbach durchquert den historischen Weiler Stettbach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sein Einzugsgebiet liegt an den Hängen von Zürichberg und Adlisberg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bach prägt den kleinen Dorfkern und bildet eines der wichtigsten natürlichen Landschaftselemente von Stettbach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zuge der Siedlungs- und Verkehrsentwicklung wurden Teile des Bachsystems in der Umgebung verändert beziehungsweise neu geführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zürichberg und Adlisberg ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Südwestlich von Stettbach steigen die bewaldeten Hänge von Zürichberg und [[Adlisberg]] an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wälder bilden ein bedeutendes Naherholungsgebiet zwischen Zürich und Dübendorf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Stettbach aus führen Fuss- und Wanderwege in Richtung:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Zoo Zürich]];&lt;br /&gt;
* Adlisberg;&lt;br /&gt;
* Zürichberg;&lt;br /&gt;
* [[Dübelstein]];&lt;br /&gt;
* Gockhausen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit befindet sich der Ort trotz seiner unmittelbaren Nähe zur dicht bebauten Agglomeration am Rand eines grossen zusammenhängenden Waldgebiets.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verkehrsgeschichte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die verkehrliche Bedeutung Stettbachs reicht wesentlich weiter zurück als der heutige Bahnhof.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits die römische Verkehrsverbindung nach Uster und die mittelalterliche Strasse zwischen Zürich und dem Zürcher Oberland verliefen durch den Raum Stettbach.&amp;lt;ref name=&amp;quot;hls-duebendorf&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;duebendorf-stettbach&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Ausbau moderner Strassen verlagerte sich der Durchgangsverkehr später vom alten Weiler weg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit den 1980er-Jahren entwickelte sich Stettbach erneut zu einem bedeutenden Verkehrsort, diesmal aufgrund des öffentlichen Verkehrs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Abfolge:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* römischer Verkehrsweg;&lt;br /&gt;
* mittelalterliche Landstrasse;&lt;br /&gt;
* moderne Hauptstrasse;&lt;br /&gt;
* Tramanschluss 1986;&lt;br /&gt;
* S-Bahn-Anschluss 1990;&lt;br /&gt;
* Ausbau zum Tram-, Bahn- und Busknoten;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
zeigt die langfristige Bedeutung der Lage am Übergang zwischen Zürichberg und Glattal.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verhältnis zu Zürich ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stettbach gehört politisch zur Stadt Dübendorf, liegt aber unmittelbar an Zürich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Grenzlage ist insbesondere beim Bahnhof sichtbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der historische Weiler befindet sich auf Dübendorfer Gebiet, während der grösste Teil der Perronanlagen des Bahnhofs und Teile der Tramhaltestellen auf dem Gebiet der Stadt Zürich liegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz dieser Lage trägt die Station keinen Namenszusatz «Zürich», sondern heisst schlicht &#039;&#039;&#039;Stettbach&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Alltag ist das Gebiet funktional eng mit Schwamendingen und dem übrigen Zürich verbunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Charakter des Ortsteils ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stettbach weist heute zwei sehr unterschiedliche Siedlungsformen auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der historische Weiler besteht aus wenigen Gebäuden am Fuss des Zürichbergs und besitzt einen weitgehend ländlichen Charakter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nur wenige hundert Meter entfernt befindet sich dagegen einer der bedeutenden öffentlichen Verkehrsknoten der Region mit dichter städtischer Bebauung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese ungewöhnliche Kombination führte dazu, dass der Name Stettbach heute weit über Dübendorf hinaus bekannt ist, obwohl der eigentliche Weiler weiterhin sehr klein ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedeutung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stettbach besitzt innerhalb der Stadt Dübendorf eine besondere Stellung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Historisch handelt es sich um eine kleine Hof- und Weilersiedlung am alten Verkehrsweg zwischen Zürich und dem Zürcher Oberland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute ist der Name dagegen in erster Linie mit dem Bahnhof und dem öffentlichen Verkehr verbunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Eröffnung der S-Bahn Zürich 1990 veränderte die Bedeutung des Gebiets grundlegend. Rund um den Bahnhof entstanden Arbeitsplätze, Wohnungen, Veranstaltungsorte und neue städtische Quartiere.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit entwickelte sich der Raum Stettbach zu einer wichtigen Schnittstelle zwischen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* der Stadt Zürich;&lt;br /&gt;
* Dübendorf;&lt;br /&gt;
* dem Glattal;&lt;br /&gt;
* dem Zürcher Oberland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der historische Weiler blieb gleichzeitig als eigenständiger kleiner Siedlungskern erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Dübendorf]]&lt;br /&gt;
* [[Bahnhof Stettbach]]&lt;br /&gt;
* [[S-Bahn Zürich]]&lt;br /&gt;
* [[Zürichbergtunnel]]&lt;br /&gt;
* [[Glattalbahn]]&lt;br /&gt;
* [[Schwamendingen]]&lt;br /&gt;
* [[Hochbord]]&lt;br /&gt;
* [[Zürichberg]]&lt;br /&gt;
* [[Adlisberg]]&lt;br /&gt;
* [[Gockhausen]]&lt;br /&gt;
* [[Bezirk Uster]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://www.duebendorf.ch/sehenswuerdigkeiten/7853 Ortsteil Stettbach auf der Website der Stadt Dübendorf]&lt;br /&gt;
* [https://www.zvv.ch/ Zürcher Verkehrsverbund]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ort im Kanton Zürich]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Dübendorf]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bezirk Uster]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Zürcher Oberland]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Glattal]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Nick Frei</name></author>
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		<title>Stettbach</title>
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		<updated>2026-08-25T22:29:10Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Nick Frei: Die Seite wurde neu angelegt: «{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;float:right; width:315px; margin:0 0 1em 1em;&amp;quot; ! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; | Stettbach |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Kanton&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | Zürich |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Bezirk&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | Uster |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Gemeinde&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | Dübendorf |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Postleitzahl&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | 8600 |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Höhe&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | 453 m ü. M. |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Koordinaten&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | 47.3941° N, 8.5936° E |} &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Stettbach&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist ein Ortsteil der Stadt Dübendorf im Bezirk Uster des Kantons Zürich. Der historische Weiler liegt am Fuss des…»&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;float:right; width:315px; margin:0 0 1em 1em;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; | Stettbach&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Kanton&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Zürich&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Bezirk&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Uster&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Gemeinde&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Dübendorf&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Postleitzahl&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| 8600&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Höhe&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| 453 m ü. M.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Koordinaten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| 47.3941° N, 8.5936° E&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Stettbach&#039;&#039;&#039; ist ein Ortsteil der Stadt [[Dübendorf]] im [[Bezirk Uster]] des [[Kanton Zürich|Kantons Zürich]]. Der historische Weiler liegt am Fuss des [[Zürichberg]]s unmittelbar an der westlichen Gemeindegrenze zu [[Zürich]] und grenzt dort an den Stadtteil [[Schwamendingen]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;duebendorf-stettbach&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.duebendorf.ch/sehenswuerdigkeiten/7853 |titel=Ortsteil Stettbach |hrsg=Stadt Dübendorf |abruf=2026-08-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name Stettbach ist heute vor allem durch den [[Bahnhof Stettbach]] bekannt. Dieser liegt rund 300 Meter nördlich des alten Weilerkerns im Grenzgebiet zwischen Dübendorf und Zürich und entwickelte sich seit der Eröffnung der [[S-Bahn Zürich]] im Jahr 1990 zu einem bedeutenden Verkehrsknoten. Der historische Weiler selbst hat dagegen seinen vergleichsweise kleinen und dörflichen Charakter weitgehend bewahrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geographie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stettbach liegt am nordöstlichen Fuss des Zürichbergs am Übergang zwischen den bewaldeten Hängen des Zürichbergs und des Adlisbergs sowie der Ebene des [[Glattal]]s.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der historische Siedlungskern befindet sich westlich des eigentlichen Stadtgebiets von Dübendorf und unmittelbar östlich der Zürcher Stadtgrenze.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch den Weiler fliesst der &#039;&#039;&#039;Sagentobelbach&#039;&#039;&#039;. Dieser entspringt im Gebiet des Zürichbergs beziehungsweise Adlisbergs und führt in Richtung Glattal.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stettbach liegt auf ungefähr 453 m ü. M.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Coordinate|47.39408|8.59360|type:city_region:CH-ZH|name=Stettbach}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ortsbild ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der historische Weiler Stettbach besteht aus ungefähr drei Dutzend Wohnbauten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;duebendorf-stettbach&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zu den dicht bebauten Gebieten von Schwamendingen, Hochbord und Dübendorf blieb der alte Ortskern lange vergleichsweise klein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies hängt unter anderem mit der Entwicklung der Verkehrsachsen zusammen. Die moderne Hauptverkehrsstrasse zwischen Schwamendingen und Dübendorf wurde nördlich des historischen Weilers geführt. Dadurch blieb der ursprüngliche Siedlungskern weitgehend ausserhalb der stärksten baulichen Entwicklung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;duebendorf-stettbach&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute bilden der historische Weiler und das moderne Gebiet rund um den Bahnhof Stettbach zwei räumlich deutlich voneinander getrennte Bereiche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Frühzeit und Römerzeit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gebiet um Stettbach war bereits in früher Zeit verkehrlich von Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Archäologische Hinweise zeigen, dass während der Römerzeit eine Verkehrsverbindung von Stettbach über Wil und [[Hermikon]] nach [[Uster]] führte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;hls-duebendorf&amp;quot;&amp;gt;{{HLS|128|Dübendorf|Autor=Ueli Müller}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Route verband das Gebiet am Zürichberg mit dem oberen Glattal und dem Zürcher Oberland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch an anderen Orten des heutigen Dübendorfer Gemeindegebiets wurden römische Funde entdeckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mittelalter ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Mittelalter lag Stettbach an einer wichtigen Strassenverbindung zwischen der Stadt Zürich und dem Zürcher Oberland.&amp;lt;ref name=&amp;quot;duebendorf-stettbach&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Route führte von Zürich über den Zürichberg beziehungsweise Schwamendingen in Richtung Dübendorf und weiter nach Uster.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stettbach blieb dennoch eine kleine bäuerliche Siedlung und entwickelte sich nicht zu einem grösseren Dorf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die politische und grundherrschaftliche Geschichte des Weilers war eng mit jener Dübendorfs verbunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zivilgemeinde Berg ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 19. Jahrhundert gehörte Stettbach zusammen mit Kämmaten, Geeren und Dübelstein zur &#039;&#039;&#039;Zivilgemeinde Berg&#039;&#039;&#039;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;hls-duebendorf&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zivilgemeinden waren im Kanton Zürich lokale Körperschaften, die innerhalb einer politischen Gemeinde bestimmte Aufgaben wahrnahmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zivilgemeinde Berg wurde 1921 aufgehoben. Ihre Aufgaben und Vermögenswerte gingen an die politische Gemeinde Dübendorf über.&amp;lt;ref name=&amp;quot;hls-duebendorf&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stettbach war damit vollständig in die Gemeindestrukturen Dübendorfs integriert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Entwicklung im 20. Jahrhundert ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während Dübendorf nach dem Zweiten Weltkrieg sehr stark wuchs, blieb der alte Weiler Stettbach weitgehend von grossflächiger Überbauung verschont.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dübendorf entwickelte sich insbesondere seit den 1950er-Jahren zu einer dicht besiedelten Agglomerationsstadt. Zwischen 1957 und 1970 verdoppelte sich die Einwohnerzahl der Gemeinde ungefähr von 10&#039;000 auf 20&#039;000 Personen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;duebendorf-geschichte&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://proinfo.ch/wp-content/uploads/2021/02/Duebendorf_2018.pdf |titel=Wissenswertes über Dübendorf |format=PDF |abruf=2026-08-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die stärkste Bautätigkeit konzentrierte sich jedoch auf andere Gebiete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nordwestlich von Stettbach entwickelte sich Schwamendingen auf Zürcher Stadtgebiet stark, während östlich davon später das Gebiet Hochbord zu einem bedeutenden Wohn- und Arbeitsplatzgebiet wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bahnhof Stettbach ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Bahnhof Stettbach]] liegt nördlich des historischen Weilers im Grenzgebiet zwischen der Stadt Zürich und der Stadt Dübendorf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bahnhof wurde eigens für die neue S-Bahn Zürich errichtet und am &#039;&#039;&#039;27. Mai 1990&#039;&#039;&#039; zusammen mit dem neuen Zürcher S-Bahn-Kernnetz eröffnet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;zvv-geschichte&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.zvv.ch/de/ueber-uns/zuercher-verkehrsverbund/geschichte.html |titel=Geschichte des Zürcher Verkehrsverbunds |hrsg=Zürcher Verkehrsverbund |abruf=2026-08-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er ist Teil der Strecke durch den [[Zürichbergtunnel]] zwischen [[Bahnhof Zürich Stadelhofen|Zürich Stadelhofen]] und dem Glattal.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bahnhof liegt teilweise unterirdisch. Die Bahnsteige befinden sich unmittelbar am nordöstlichen Portal des Zürichbergtunnels.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl der Bahnhof den Namen Stettbach trägt, liegen grosse Teile der Anlage auf dem Gebiet der Stadt Zürich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== S-Bahn Zürich ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bahnhof Stettbach gehört zu den wichtigsten Stationen der S-Bahn Zürich östlich des Stadtzentrums.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Eröffnung der S-Bahn im Jahr 1990 entstand erstmals eine direkte schnelle Bahnverbindung von Stettbach durch den Zürichbergtunnel nach Zürich Stadelhofen und weiter zum [[Zürich Hauptbahnhof]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Zürichbergtunnel, der Bahnhof Stettbach, der [[Hirschengrabentunnel]] und der Ausbau des Bahnhofs Stadelhofen gehörten zu den zentralen Infrastrukturprojekten der ersten Zürcher S-Bahn.&amp;lt;ref name=&amp;quot;zvv-geschichte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Stettbach bestehen direkte Bahnverbindungen in verschiedene Teile des Kantons Zürich und des Zürcher Oberlands.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Tramverkehr ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits vor der Eröffnung des S-Bahnhofs wurde das Gebiet an das Zürcher Tramnetz angeschlossen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1986 wurde die Tramstrecke von Schwamendingen bis Stettbach verlängert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Tramendstation befindet sich unmittelbar oberhalb beziehungsweise neben dem heutigen Bahnhof.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit entstand ein wichtiger Umsteigepunkt zwischen S-Bahn und dem städtischen öffentlichen Verkehr Zürichs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Später wurde die Anlage im Zusammenhang mit der Entwicklung des Glattals weiter ausgebaut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Glattalbahn ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit Dezember 2010 ist Stettbach auch Endpunkt einer Strecke der [[Glattalbahn]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Linie verbindet Stettbach über [[Wallisellen]] mit dem Gebiet von [[Zürich Oerlikon]] beziehungsweise weiteren Teilen des Glattals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit erhielt der Bahnhof eine zusätzliche Funktion als Umsteigeknoten zwischen Eisenbahn, Tram und Bus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Glattalbahn trug wesentlich dazu bei, den Bahnhof Stettbach stärker mit den Arbeitsplatz- und Siedlungsgebieten im Glattal zu verbinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Busverkehr ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Bahnhof Stettbach halten mehrere regionale und städtische Buslinien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie verbinden den Verkehrsknoten unter anderem mit:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Dübendorf;&lt;br /&gt;
* Schwamendingen;&lt;br /&gt;
* [[Gockhausen]];&lt;br /&gt;
* [[Fällanden]];&lt;br /&gt;
* weiteren Gemeinden und Quartieren der Umgebung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch besitzt Stettbach eine wichtige Verteilerfunktion für den öffentlichen Verkehr im westlichen Teil Dübendorfs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Entwicklung rund um den Bahnhof ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Planung des Bahnhofs Stettbach Ende der 1970er- und Anfang der 1980er-Jahre war die Umgebung noch wesentlich weniger dicht bebaut als heute.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit der Eröffnung der S-Bahn entwickelte sich das Gebiet jedoch stark.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor allem östlich des Bahnhofs entstand im Dübendorfer Gebiet &#039;&#039;&#039;Hochbord&#039;&#039;&#039; ein dicht bebautes Quartier mit Wohnungen, Büros, Dienstleistungsbetrieben und Veranstaltungsgebäuden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Stadt Dübendorf bezeichnete das Hochbord bereits Ende der 2010er-Jahre als stark wachsendes Entwicklungsgebiet. Ende 2013 lebten dort rund 230 Personen, Ende 2016 rund 620 und Ende 2018 bereits etwa 1040 Einwohner.&amp;lt;ref name=&amp;quot;hochbord&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.duebendorf.ch/_doc/2604973 |titel=Aufwertung des Zugangs Bahnhof Stettbach Nord |hrsg=Stadt Dübendorf |datum=2019-11-07 |abruf=2026-08-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch auf Zürcher Stadtgebiet entstanden in der Umgebung des Bahnhofs neue Wohn- und Gewerbebauten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hochbord ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gebiet &#039;&#039;&#039;Hochbord&#039;&#039;&#039; liegt östlich und nordöstlich des Bahnhofs Stettbach auf Dübendorfer Gemeindegebiet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es war lange vor allem von Gewerbe- und Industriebauten geprägt. Seit dem Beginn des 21. Jahrhunderts wird das Gebiet zunehmend zu einem gemischt genutzten Stadtquartier umgestaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neue Hochhäuser, Wohnüberbauungen und Bürogebäude veränderten das Erscheinungsbild grundlegend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gute Erschliessung durch den Bahnhof Stettbach ist einer der wichtigsten Gründe für die hohe bauliche Dichte des Quartiers.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== JaBee Tower ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den auffälligsten Bauwerken im Umfeld von Stettbach gehört der &#039;&#039;&#039;JaBee Tower&#039;&#039;&#039; im Hochbord.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wohnhochhaus prägt zusammen mit weiteren Hochhäusern die moderne Silhouette des Gebiets östlich des Bahnhofs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei seiner Fertigstellung gehörte es zu den höchsten reinen Wohnhochhäusern der Schweiz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der starke Gegensatz zwischen dem modernen Hochhausquartier und dem nur wenige hundert Meter entfernten historischen Weiler ist charakteristisch für Stettbach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== The Hall ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unmittelbar beim Bahnhof befindet sich die Veranstaltungsstätte &#039;&#039;&#039;The Hall&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie wurde 2017 eröffnet und trug zunächst den Namen &#039;&#039;&#039;Samsung Hall&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Halle wird für Konzerte, Shows, Kongresse, Firmenveranstaltungen und weitere Grossanlässe genutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch ihre Lage unmittelbar am Bahnhof ist sie sehr gut mit dem öffentlichen Verkehr erreichbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kiesgrube Stettbach ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nordwestlich des historischen Weilers befindet sich die ehemalige beziehungsweise teilweise naturnah entwickelte &#039;&#039;&#039;Kiesgrube Stettbach&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gebiet besitzt Bedeutung als Lebensraum für Pflanzen und Tiere.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kiesgruben können insbesondere für Amphibien, Insekten und Pionierpflanzen wichtige Ersatzlebensräume bilden, da offene Kies- und Sandflächen in der intensiv genutzten Landschaft selten geworden sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kiesgrube bildet einen naturnahen Bereich zwischen dem Siedlungsraum und den Hängen des Zürichbergs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sagentobelbach ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Sagentobelbach durchquert den historischen Weiler Stettbach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sein Einzugsgebiet liegt an den Hängen von Zürichberg und Adlisberg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bach prägt den kleinen Dorfkern und bildet eines der wichtigsten natürlichen Landschaftselemente von Stettbach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zuge der Siedlungs- und Verkehrsentwicklung wurden Teile des Bachsystems in der Umgebung verändert beziehungsweise neu geführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zürichberg und Adlisberg ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Südwestlich von Stettbach steigen die bewaldeten Hänge von Zürichberg und [[Adlisberg]] an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wälder bilden ein bedeutendes Naherholungsgebiet zwischen Zürich und Dübendorf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Stettbach aus führen Fuss- und Wanderwege in Richtung:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Zoo Zürich]];&lt;br /&gt;
* Adlisberg;&lt;br /&gt;
* Zürichberg;&lt;br /&gt;
* [[Dübelstein]];&lt;br /&gt;
* Gockhausen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit befindet sich der Ort trotz seiner unmittelbaren Nähe zur dicht bebauten Agglomeration am Rand eines grossen zusammenhängenden Waldgebiets.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verkehrsgeschichte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die verkehrliche Bedeutung Stettbachs reicht wesentlich weiter zurück als der heutige Bahnhof.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits die römische Verkehrsverbindung nach Uster und die mittelalterliche Strasse zwischen Zürich und dem Zürcher Oberland verliefen durch den Raum Stettbach.&amp;lt;ref name=&amp;quot;hls-duebendorf&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;duebendorf-stettbach&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Ausbau moderner Strassen verlagerte sich der Durchgangsverkehr später vom alten Weiler weg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit den 1980er-Jahren entwickelte sich Stettbach erneut zu einem bedeutenden Verkehrsort, diesmal aufgrund des öffentlichen Verkehrs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Abfolge:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* römischer Verkehrsweg;&lt;br /&gt;
* mittelalterliche Landstrasse;&lt;br /&gt;
* moderne Hauptstrasse;&lt;br /&gt;
* Tramanschluss 1986;&lt;br /&gt;
* S-Bahn-Anschluss 1990;&lt;br /&gt;
* Ausbau zum Tram-, Bahn- und Busknoten;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
zeigt die langfristige Bedeutung der Lage am Übergang zwischen Zürichberg und Glattal.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verhältnis zu Zürich ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stettbach gehört politisch zur Stadt Dübendorf, liegt aber unmittelbar an Zürich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Grenzlage ist insbesondere beim Bahnhof sichtbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der historische Weiler befindet sich auf Dübendorfer Gebiet, während der grösste Teil der Perronanlagen des Bahnhofs und Teile der Tramhaltestellen auf dem Gebiet der Stadt Zürich liegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz dieser Lage trägt die Station keinen Namenszusatz «Zürich», sondern heisst schlicht &#039;&#039;&#039;Stettbach&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Alltag ist das Gebiet funktional eng mit Schwamendingen und dem übrigen Zürich verbunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Charakter des Ortsteils ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stettbach weist heute zwei sehr unterschiedliche Siedlungsformen auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der historische Weiler besteht aus wenigen Gebäuden am Fuss des Zürichbergs und besitzt einen weitgehend ländlichen Charakter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nur wenige hundert Meter entfernt befindet sich dagegen einer der bedeutenden öffentlichen Verkehrsknoten der Region mit dichter städtischer Bebauung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese ungewöhnliche Kombination führte dazu, dass der Name Stettbach heute weit über Dübendorf hinaus bekannt ist, obwohl der eigentliche Weiler weiterhin sehr klein ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedeutung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stettbach besitzt innerhalb der Stadt Dübendorf eine besondere Stellung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Historisch handelt es sich um eine kleine Hof- und Weilersiedlung am alten Verkehrsweg zwischen Zürich und dem Zürcher Oberland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute ist der Name dagegen in erster Linie mit dem Bahnhof und dem öffentlichen Verkehr verbunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Eröffnung der S-Bahn Zürich 1990 veränderte die Bedeutung des Gebiets grundlegend. Rund um den Bahnhof entstanden Arbeitsplätze, Wohnungen, Veranstaltungsorte und neue städtische Quartiere.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit entwickelte sich der Raum Stettbach zu einer wichtigen Schnittstelle zwischen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* der Stadt Zürich;&lt;br /&gt;
* Dübendorf;&lt;br /&gt;
* dem Glattal;&lt;br /&gt;
* dem Zürcher Oberland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der historische Weiler blieb gleichzeitig als eigenständiger kleiner Siedlungskern erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Dübendorf]]&lt;br /&gt;
* [[Bahnhof Stettbach]]&lt;br /&gt;
* [[S-Bahn Zürich]]&lt;br /&gt;
* [[Zürichbergtunnel]]&lt;br /&gt;
* [[Glattalbahn]]&lt;br /&gt;
* [[Schwamendingen]]&lt;br /&gt;
* [[Hochbord]]&lt;br /&gt;
* [[Zürichberg]]&lt;br /&gt;
* [[Adlisberg]]&lt;br /&gt;
* [[Gockhausen]]&lt;br /&gt;
* [[Bezirk Uster]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://www.duebendorf.ch/sehenswuerdigkeiten/7853 Ortsteil Stettbach auf der Website der Stadt Dübendorf]&lt;br /&gt;
* [https://www.zvv.ch/ Zürcher Verkehrsverbund]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ort im Kanton Zürich]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Dübendorf]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bezirk Uster]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Zürcher Oberland]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Glattal]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Nick Frei</name></author>
	</entry>
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		<title>Bonstetten ZH</title>
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		<updated>2026-08-25T22:24:15Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Nick Frei: Weiterleitung nach Bonstetten erstellt&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;#WEITERLEITUNG [[Bonstetten]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Nick Frei</name></author>
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		<title>Hettlingen ZH</title>
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		<updated>2026-08-25T22:23:17Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Nick Frei: Weiterleitung nach Hettlingen erstellt&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;#WEITERLEITUNG [[Hettlingen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Nick Frei</name></author>
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		<title>Hettlingen ZH</title>
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		<updated>2026-08-25T22:21:49Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Nick Frei: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;float:right; width:315px; margin:0 0 1em 1.5em;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:center; font-size:120%;&amp;quot; | Hettlingen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Kanton&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Zürich&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Bezirk&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Winterthur&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;BFS-Nr.&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| 0221&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Postleitzahl&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| 8442&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Höhe&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| 433 m ü. M.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Fläche&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| 5,87 km²&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Einwohner&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| rund 3&#039;300&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Website&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| [https://www.hettlingen.ch www.hettlingen.ch]&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Hettlingen&#039;&#039;&#039; ist eine politische Gemeinde im [[Bezirk Winterthur]] des [[Kanton Zürich|Kantons Zürich]]. Sie liegt nördlich der Stadt [[Winterthur]] am Übergang zwischen der Agglomeration Winterthur und dem [[Zürcher Weinland]]. Ende 2024 zählte die Gemeinde 3&#039;228 Einwohnerinnen und Einwohner; für 2025 beziehungsweise 2026 weist die kommunale Finanzplanung eine Grössenordnung von rund 3&#039;290 Personen aus.&amp;lt;ref name=&amp;quot;budget2026&amp;quot;&amp;gt;[https://www.hettlingen.ch/_doc/6462089 Budget 2026 der Politischen Gemeinde Hettlingen], Gemeinde Hettlingen, Finanzkennzahlen, abgerufen am 25. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz der Nähe zur sechstgrössten Stadt der Schweiz hat Hettlingen seinen Charakter als eigenständige ländliche Wohngemeinde weitgehend bewahrt. Das Ortsbild wird durch den historischen Dorfkern, die reformierte Kirche, traditionelle Wohn- und Landwirtschaftsbauten sowie neuere Einfamilien- und Mehrfamilienhausquartiere geprägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gemeinde ist durch den [[Bahnhof Hettlingen]] an das Netz der [[S-Bahn Zürich]] angeschlossen und besitzt dadurch gute Verkehrsverbindungen nach Winterthur, ins Zürcher Weinland und in Richtung Schaffhausen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geografie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hettlingen liegt rund sechs Kilometer nördlich des Zentrums von Winterthur in einer sanft hügeligen Landschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gemeindegebiet umfasst 5,87 Quadratkilometer. Die Siedlung liegt auf etwa 433 m ü. M.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hettlingen grenzt an die Gemeinden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Henggart]] im Nordwesten;&lt;br /&gt;
* [[Dägerlen]] im Nordosten;&lt;br /&gt;
* [[Seuzach]] im Südosten;&lt;br /&gt;
* [[Winterthur]] im Süden;&lt;br /&gt;
* [[Neftenbach]] im Westen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Landschaft wurde wesentlich durch die Eiszeiten geprägt. Moränen, flache Mulden und sanfte Hügel bestimmen das Gelände.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein grosser Teil des Gemeindegebiets ausserhalb der Siedlung wird landwirtschaftlich genutzt oder ist bewaldet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Landschaft ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hettlingen bildet geografisch einen Übergangsraum zwischen der dicht besiedelten Agglomeration Winterthur und dem ländlich geprägten Zürcher Weinland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Umgebung wird von Feldern, Wiesen, kleinen Waldgebieten und Obstgärten geprägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund der vergleichsweise geringen Gemeindefläche und der starken Bevölkerungsentwicklung seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts kommt dem sorgfältigen Umgang mit dem noch unbebauten Land besondere Bedeutung zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bauzonen der Gemeinde umfassen rund 81 Hektaren. Nach Angaben der kommunalen Nutzungsplanung waren 2020 ungefähr 92,9 Prozent dieser Fläche bereits überbaut.&amp;lt;ref name=&amp;quot;nutzungsplanung&amp;quot;&amp;gt;[https://www.hettlingen.ch/_doc/5351869 Teilrevision Bau- und Zonenordnung Hettlingen – Planungsbericht nach Art. 47 RPV], Gemeinde Hettlingen, abgerufen am 25. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die künftige Siedlungsentwicklung soll deshalb zu einem erheblichen Teil durch Verdichtung innerhalb des bestehenden Baugebiets erfolgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Früheste Besiedlung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Besiedlung des heutigen Gemeindegebiets reicht weit in die Vorgeschichte zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Archäologische Funde weisen auf menschliche Aktivitäten bereits während der Jungsteinzeit hin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus der Römerzeit sind ebenfalls Siedlungsspuren bekannt. In der Nähe der heutigen Kirche wurden Überreste eines römischen Gutshofes entdeckt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ortsgeschichte&amp;quot;&amp;gt;Hans Martin Gubler: &#039;&#039;Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich. Band VIII: Der Bezirk Winterthur. Nördlicher Teil.&#039;&#039; Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Bern 1986, S. 118–144.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Lage zwischen dem Raum Winterthur und dem nördlichen Zürcher Gebiet war bereits in römischer Zeit verkehrsgeografisch günstig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Frühmittelalter ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um das Jahr 700 bestand im Bereich des heutigen Kirchhügels eine frühmittelalterliche Kapelle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus derselben Epoche wurden alemannische Gräber gefunden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ortsgeschichte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit gehört der Bereich rund um die heutige Kirche zu den ältesten kontinuierlich genutzten Siedlungsplätzen Hettlingens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ortsname geht vermutlich auf eine alemannische Namensbildung zurück. Namen mit der Endung «-ingen» entstanden häufig im frühen Mittelalter und bezeichneten ursprünglich die Angehörigen oder Nachkommen einer bestimmten Person.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mittelalter ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hettlingen wird bereits im späten 9. Jahrhundert in schriftlichen Quellen erwähnt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders bedeutend für die lokale Geschichte waren die &#039;&#039;&#039;Herren von Hettlingen&#039;&#039;&#039;. Das Adelsgeschlecht ist erstmals 1223 urkundlich belegt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;burg&amp;quot;&amp;gt;[https://www.burgenwelt.org/schweiz/hettlingen/object.php Burg Hettlingen], Burgenwelt, abgerufen am 25. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Herren von Hettlingen standen im Dienst der [[Grafen von Kyburg]] und gehörten damit zum regionalen niederen Adel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihr Stammsitz war eine Wasserburg westlich des Dorfkerns.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Burg Hettlingen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ehemalige [[Burg Hettlingen]] lag auf einem flachen Hügel am Dorfbach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anlage bestand aus einer von einem Wassergraben umgebenen Befestigung. Das Burgareal umfasste ungefähr 30 × 30 Meter und wurde von einer rund 1,2 Meter starken polygonalen Ringmauer geschützt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;burg&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zentrum stand ein Wohnturm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wasser des Dorfbachs wurde in den Burggraben geleitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Burg verlor nach dem Mittelalter zunehmend ihre Bedeutung und wurde 1752 abgebrochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1995 wurde das Gelände mit geophysikalischen Methoden untersucht. Mithilfe von Bodenradar konnten unterirdische Strukturen wie Burggraben, Umfassungsmauer und Wohnturm lokalisiert werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;burg&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute sind oberirdisch nur noch wenige Spuren der Anlage erkennbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Herrschaft Winterthur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1434 erwarb die Stadt Winterthur Hettlingen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Dorf blieb bis zum Ende der Alten Eidgenossenschaft 1798 unter Winterthurer Herrschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Beziehungen zu Winterthur waren sowohl politisch als auch wirtschaftlich eng.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bevölkerung lebte überwiegend von Landwirtschaft, Viehzucht, Weinbau und lokalem Handwerk.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Reformation ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Beginn des 16. Jahrhunderts wurde die heutige Kirche von Hettlingen errichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Neubau wurde 1522 beziehungsweise 1523 noch nach katholischem Ritus geweiht.&amp;lt;ref name=&amp;quot;kirche&amp;quot;&amp;gt;[https://portal.diragic.com/hettlingen/wo/reformierte-kirche-hettlingen Reformierte Kirche Hettlingen], Gemeinde- und Kirchenportal Hettlingen, abgerufen am 25. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nur wenige Jahre später führte Zürich unter dem Einfluss von [[Huldrych Zwingli]] die Reformation ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hettlingen wurde damit reformiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kirche hat ihren Grundriss aus dem frühen 16. Jahrhundert weitgehend bewahrt und bildet bis heute einen der markantesten Punkte des Dorfes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2023 wurde das 500-jährige Bestehen des heutigen Kirchengebäudes gefeiert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;kirchenjubilaeum&amp;quot;&amp;gt;[https://www.hettlingen.ch/_docn/4753183/HZ-08-2023_Web.pdf Hettlinger Zytig Nr. 8/2023 – 500 Jahre Kirche Hettlingen], Gemeinde Hettlingen, abgerufen am 25. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Helvetik und moderne Gemeinde ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1798 brach die alte Herrschaftsordnung zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Helvetischen Republik verlor die Stadt Winterthur ihre Herrschaftsrechte über Hettlingen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zuge der politischen Neuordnung entstand die moderne politische Gemeinde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit der Mediationszeit gehört Hettlingen zum Kanton Zürich und zum Bezirk Winterthur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 19. Jahrhundert ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis weit ins 19. Jahrhundert war Hettlingen ein landwirtschaftlich geprägtes Dorf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die meisten Einwohnerinnen und Einwohner arbeiteten in:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Landwirtschaft;&lt;br /&gt;
* Viehzucht;&lt;br /&gt;
* Weinbau;&lt;br /&gt;
* Handwerk;&lt;br /&gt;
* lokalen Gewerbebetrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Industrialisierung verlief wesentlich langsamer als im nahe gelegenen Winterthur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine grundlegende Veränderung brachte jedoch der Eisenbahnbau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rheinfallbahn ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1857 wurde Hettlingen durch die [[Rheinfallbahn]] an das Eisenbahnnetz angeschlossen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Strecke verband Winterthur mit Schaffhausen und führte über Hettlingen, Henggart und Andelfingen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit verbesserten sich die Verkehrsverbindungen nach Winterthur und Schaffhausen erheblich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bahn erleichterte den Pendelverkehr und förderte langfristig die Entwicklung Hettlingens von einem Bauerndorf zu einer Wohngemeinde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Entwicklung im 20. Jahrhundert ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts war Hettlingen vergleichsweise klein und stark landwirtschaftlich geprägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Zweiten Weltkrieg veränderte sich die Gemeinde zunehmend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das wirtschaftliche Wachstum des Grossraums Winterthur, der zunehmende Wohlstand und die bessere Mobilität führten zu einer stärkeren Nachfrage nach Wohnraum ausserhalb der Stadt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neue Wohnquartiere entstanden am Rand des historischen Dorfkerns.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders seit den 1970er- und 1980er-Jahren nahm die Einwohnerzahl deutlich zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1986 lebten 1&#039;570 Personen in Hettlingen. Zehn Jahre später waren es bereits 1&#039;990, und 2006 hatte die Gemeinde 2&#039;897 Einwohnerinnen und Einwohner.&amp;lt;ref name=&amp;quot;statistik2017&amp;quot;&amp;gt;[https://www.hettlingen.ch/_docn/1303207/HZ-Ausgabe_Nr._01_-_2017.pdf Hettlinger Zytig Nr. 1/2017 – Einwohnerstatistik], Gemeinde Hettlingen, abgerufen am 25. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit hat sich die Bevölkerung innerhalb weniger Jahrzehnte mehr als verdoppelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bevölkerung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hettlingen gehört zu den kleineren Gemeinden des Bezirks Winterthur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ende 2024 wurden in den kommunalen Finanzkennzahlen 3&#039;228 Einwohnerinnen und Einwohner ausgewiesen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;budget2026&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für 2025 und 2026 rechnet die Gemeinde mit ungefähr 3&#039;290 Personen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;budget2026&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die langfristige Entwicklung zeigt ein starkes Wachstum:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Jahr&lt;br /&gt;
! Einwohner&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1986&lt;br /&gt;
| 1&#039;570&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1996&lt;br /&gt;
| 1&#039;990&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 2006&lt;br /&gt;
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|-&lt;br /&gt;
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|-&lt;br /&gt;
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| 3&#039;228&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zahlen bis 2018 stammen aus den Einwohnerstatistiken der Gemeinde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;statistik2017&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;statistik2019&amp;quot;&amp;gt;[https://www.hettlingen.ch/_docn/2006192/HZ-Ausgabe_Nr._01_-_2019.pdf Hettlinger Zytig Nr. 1/2019 – Einwohnerstatistik], Gemeinde Hettlingen, abgerufen am 25. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bevölkerungsentwicklung ist stark durch Zuzug geprägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein grosser Teil der Erwerbstätigen pendelt nach Winterthur oder in andere Zentren des Kantons Zürich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siedlungsentwicklung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der historische Dorfkern liegt rund um die Kirche und entlang älterer Strassenzüge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entstanden darum herum grössere Wohngebiete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hettlingen besitzt heute vor allem den Charakter einer Wohngemeinde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gemeindeplanung verfolgt das Ziel, das weitere Wachstum vorwiegend innerhalb der bestehenden Siedlungsgrenzen zu ermöglichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei spielen folgende Themen eine wichtige Rolle:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* innere Verdichtung;&lt;br /&gt;
* Erhalt des Ortsbildes;&lt;br /&gt;
* Schutz von Freiräumen;&lt;br /&gt;
* nachhaltige Mobilität;&lt;br /&gt;
* ausreichende Schulkapazitäten;&lt;br /&gt;
* Schutz landwirtschaftlicher Nutzflächen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen der kommunalen Nutzungsplanung werden erhebliche theoretische Reserven für zusätzliche Wohnungen innerhalb bereits bebauter Gebiete ausgewiesen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;nutzungsplanung&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ortsbild ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hettlingen besitzt einen gut erkennbaren historischen Dorfkern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Charakteristisch sind:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* reformierte Kirche;&lt;br /&gt;
* ehemalige Bauernhäuser;&lt;br /&gt;
* traditionelle Riegelbauten;&lt;br /&gt;
* Scheunen;&lt;br /&gt;
* historische Wohnhäuser;&lt;br /&gt;
* enge ältere Strassenzüge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rund um diesen Kern entstanden moderne Wohnquartiere.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Nebeneinander von traditioneller Dorfstruktur und moderner Agglomerationsgemeinde ist typisch für viele Gemeinden im Umfeld von Winterthur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Reformierte Kirche Hettlingen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Reformierte Kirche Hettlingen]] steht auf einem markanten Kirchhügel im historischen Dorfzentrum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Archäologische Spuren weisen darauf hin, dass der Standort bereits im frühen Mittelalter kirchlich genutzt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor dem heutigen Bau befand sich dort eine kleinere Kapelle, die zur Pfarrei Neftenbach gehörte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;kirche&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das heutige Kirchengebäude entstand zu Beginn des 16. Jahrhunderts und wurde 1522/23 geweiht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kurz darauf wurde es im Zuge der Zürcher Reformation evangelisch-reformiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kirche prägt mit ihrer erhöhten Lage das Ortsbild.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zelglitrotte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &#039;&#039;&#039;Zelglitrotte&#039;&#039;&#039; gehört zum Immobilienbestand der politischen Gemeinde Hettlingen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das historische Gebäude wird heute für private und öffentliche Veranstaltungen genutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kann unter anderem von:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Vereinen;&lt;br /&gt;
* Privatpersonen;&lt;br /&gt;
* Firmen;&lt;br /&gt;
* Gemeindeorganisationen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
gemietet werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;zelglitrotte&amp;quot;&amp;gt;[https://www.hettlingen.ch/_docn/3535604/HZ-01-2022_Web.pdf Hettlinger Zytig Nr. 1/2022], Gemeinde Hettlingen, abgerufen am 25. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solche erhaltenen Trotten erinnern an die historische Bedeutung des Wein- und Obstbaus in der Region.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Landwirtschaft ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Landwirtschaft hat gegenüber früher stark an wirtschaftlicher Bedeutung verloren, prägt die Umgebung jedoch weiterhin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ackerflächen, Wiesen und landwirtschaftliche Betriebe umgeben das Siedlungsgebiet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den traditionellen Nutzungen gehören:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Getreideanbau;&lt;br /&gt;
* Viehhaltung;&lt;br /&gt;
* Milchwirtschaft;&lt;br /&gt;
* Obstbau;&lt;br /&gt;
* Ackerbau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Landwirtschaft trägt wesentlich zum offenen Landschaftscharakter zwischen Hettlingen und den Nachbargemeinden bei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirtschaft ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hettlingen besitzt keine grossen Industriegebiete wie Winterthur oder einige andere Gemeinden der Agglomeration.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das lokale Wirtschaftsleben besteht hauptsächlich aus:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* kleinen und mittleren Gewerbebetrieben;&lt;br /&gt;
* Handwerk;&lt;br /&gt;
* Bau- und Immobilienunternehmen;&lt;br /&gt;
* Dienstleistungen;&lt;br /&gt;
* Landwirtschaft;&lt;br /&gt;
* Detailhandel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viele Einwohnerinnen und Einwohner arbeiten ausserhalb der Gemeinde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Winterthur ist aufgrund seiner Nähe der wichtigste Arbeitsplatz- und Dienstleistungsstandort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Zürich und Gemeinden entlang der Bahnlinien sind wichtige Pendlerziele.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verkehr ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Eisenbahn ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Bahnhof Hettlingen]] liegt an der Bahnstrecke Winterthur–Schaffhausen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er wurde im Zusammenhang mit der Eröffnung der Rheinfallbahn im Jahr 1857 geschaffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute ist der Bahnhof Bestandteil des Netzes der [[S-Bahn Zürich]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;zvvnetz&amp;quot;&amp;gt;[https://www.sbb.ch/content/dam/internet/sbb/downloads/multi/reiseinformationen/bahnverkehrsinformation/pdf-fahrplaene/2025/liniennetzplaene/LPL_ZVV.pdf.sbbdownload.pdf Liniennetzplan ZVV], SBB/ZVV, abgerufen am 25. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über Winterthur bestehen Anschlüsse in zahlreiche Teile des Kantons Zürich und der Schweiz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In nördlicher Richtung bestehen Bahnverbindungen über Henggart und Andelfingen nach Schaffhausen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bahnhof besitzt zudem eine P+Rail-Anlage.&amp;lt;ref name=&amp;quot;sbb&amp;quot;&amp;gt;[https://www.sbb.ch/de/reiseinformationen/bahnhoefe/bahnhof-finden/bahnhof.6045.hettlingen.html Bahnhof Hettlingen], SBB, abgerufen am 25. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Busverkehr ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ergänzend zur Bahn wird Hettlingen durch regionale Buslinien erschlossen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese verbinden die Gemeinde mit Nachbarorten und weiteren öffentlichen Verkehrsknoten im Raum Winterthur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kombination aus Bahn und Bus macht den öffentlichen Verkehr insbesondere für Pendler attraktiv.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Strassenverkehr ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hettlingen liegt an regionalen Strassenverbindungen zwischen Winterthur, Seuzach, Henggart und dem Zürcher Weinland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Nähe zu Winterthur ermöglicht einen raschen Zugang zum übergeordneten Strassennetz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gleichzeitig führen keine grossen Autobahnen direkt durch das Dorf, wodurch der historische Ortskern vergleichsweise wenig vom überregionalen Durchgangsverkehr geprägt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Veloverkehr und Wandern ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die flache bis leicht hügelige Umgebung eignet sich gut zum Velofahren und Wandern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Feld- und Waldwege verbinden Hettlingen mit:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Henggart;&lt;br /&gt;
* Dägerlen;&lt;br /&gt;
* Seuzach;&lt;br /&gt;
* Neftenbach;&lt;br /&gt;
* Winterthur;&lt;br /&gt;
* weiteren Orten im Zürcher Weinland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ländliche Umgebung bildet ein Naherholungsgebiet für die lokale Bevölkerung und Bewohnerinnen und Bewohner der Stadt Winterthur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bildung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hettlingen besitzt eigene Einrichtungen für Kindergarten und Volksschule.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die starke Bevölkerungsentwicklung erforderte wiederholt Erweiterungen der Schulinfrastruktur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Schule ist ein wichtiger Bestandteil des Dorflebens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für weiterführende Schulen und Berufsbildung nutzen Jugendliche insbesondere Einrichtungen in Winterthur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Nähe zu Winterthur ermöglicht zudem einen guten Zugang zu:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Berufsfachschulen;&lt;br /&gt;
* Kantonsschulen;&lt;br /&gt;
* [[Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften]];&lt;br /&gt;
* weiteren Bildungsinstitutionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politik ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hettlingen ist eine politische Gemeinde nach Zürcher Gemeinderecht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Stimmberechtigten entscheiden an der Gemeindeversammlung über wichtige kommunale Geschäfte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Exekutive bildet der Gemeinderat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den Aufgaben der Gemeinde gehören unter anderem:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Finanzen;&lt;br /&gt;
* Bau und Planung;&lt;br /&gt;
* Einwohnerdienste;&lt;br /&gt;
* Schule;&lt;br /&gt;
* Infrastruktur;&lt;br /&gt;
* Sicherheit;&lt;br /&gt;
* Umwelt;&lt;br /&gt;
* Sozialwesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gemeindeverwaltung befindet sich im Dorfzentrum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gemeindefinanzen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hettlingen weist im kantonalen Vergleich eine relativ solide finanzielle Situation auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der kommunale Steuerfuss beträgt gemäss Budget 2026 80 Prozent der einfachen Staatssteuer.&amp;lt;ref name=&amp;quot;budget2026&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für 2024 weist die Gemeinde ein Nettovermögen von rund 3&#039;066 Franken pro Einwohnerin beziehungsweise Einwohner aus.&amp;lt;ref name=&amp;quot;budget2026&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Steuerkraft liegt deutlich über mehreren ländlichen Gemeinden des Kantons.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Entwicklung der Finanzen wird jedoch unter anderem durch Investitionen in Schulen, Infrastruktur und den Unterhalt kommunaler Gebäude beeinflusst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kirchen und Religion ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Historisch war Hettlingen seit der Reformation evangelisch-reformiert geprägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die reformierte Kirche bildet bis heute einen wichtigen Mittelpunkt des Dorfes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch Zuzug hat sich die religiöse Zusammensetzung der Bevölkerung in den vergangenen Jahrzehnten diversifiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Katholische Einwohnerinnen und Einwohner gehören zu den entsprechenden regionalen Kirchgemeinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daneben leben konfessionslose Personen sowie Angehörige weiterer Religionsgemeinschaften in Hettlingen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vereine ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Vereinsleben besitzt in Hettlingen eine wichtige gesellschaftliche Funktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es bestehen Vereine und Organisationen aus den Bereichen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Sport;&lt;br /&gt;
* Musik;&lt;br /&gt;
* Kultur;&lt;br /&gt;
* Natur;&lt;br /&gt;
* Schützenwesen;&lt;br /&gt;
* Jugend;&lt;br /&gt;
* Senioren;&lt;br /&gt;
* Feuerwehr;&lt;br /&gt;
* Dorfleben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vereine organisieren regelmässig Veranstaltungen und tragen zur lokalen Identität bei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zelglitrotte und weitere kommunale Räume stehen für verschiedene Anlässe zur Verfügung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Feuerwehr ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Brandschutz wird regional organisiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie in vielen kleineren Zürcher Gemeinden arbeitet Hettlingen bei verschiedenen Aufgaben mit Nachbargemeinden und regionalen Organisationen zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben der Feuerwehr bestehen weitere gemeindeübergreifende Kooperationen beispielsweise in Bereichen wie:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Sicherheit;&lt;br /&gt;
* Zivilschutz;&lt;br /&gt;
* Abfallentsorgung;&lt;br /&gt;
* soziale Dienste;&lt;br /&gt;
* regionaler Verkehr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Natur und Erholung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Landschaft rund um Hettlingen ist ein wichtiges Naherholungsgebiet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wälder, Feldwege und offene Kulturlandschaften ermöglichen Spaziergänge, Wanderungen und Velotouren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zur dicht bebauten Stadt Winterthur sind grössere Teile des Gemeindegebiets weiterhin durch Landwirtschaft und Grünräume geprägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Lage gehört zu den wesentlichen Faktoren für die Attraktivität Hettlingens als Wohnort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wappen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gemeindewappen von Hettlingen ist geteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Blasonierung lautet:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Geteilt, oben in Gold ein halber blauer Adler an der Teilung, unten geschacht von Silber und Rot.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wappen geht auf historische heraldische Traditionen der Herren von Hettlingen zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wird heute von der politischen Gemeinde als offizielles Gemeindewappen verwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedeutung innerhalb der Region ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hettlingen nimmt eine Zwischenstellung zwischen ländlichem Zürcher Weinland und der Agglomeration Winterthur ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Lage bestimmt die heutige Entwicklung der Gemeinde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einerseits bestehen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* ein historischer Dorfkern;&lt;br /&gt;
* Landwirtschaft;&lt;br /&gt;
* Grünflächen;&lt;br /&gt;
* eine ausgeprägte lokale Identität.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Andererseits bestehen enge funktionale Verbindungen zu Winterthur durch:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Arbeitsplätze;&lt;br /&gt;
* Schulen;&lt;br /&gt;
* Einkaufsmöglichkeiten;&lt;br /&gt;
* öffentliche Verkehrsmittel;&lt;br /&gt;
* Kultur- und Freizeitangebote.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hettlingen ist damit ein typisches Beispiel für eine ehemals landwirtschaftliche Zürcher Gemeinde, die sich im 20. Jahrhundert zu einer modernen Pendler- und Wohngemeinde entwickelt hat, ohne vollständig mit dem städtischen Siedlungsraum zusammenzuwachsen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sehenswürdigkeiten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den wichtigsten historischen und landschaftlichen Sehenswürdigkeiten gehören:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Reformierte Kirche Hettlingen]];&lt;br /&gt;
* Standort der ehemaligen Burg Hettlingen;&lt;br /&gt;
* historischer Dorfkern;&lt;br /&gt;
* Zelglitrotte;&lt;br /&gt;
* traditionelle Bauern- und Riegelhäuser;&lt;br /&gt;
* Kulturlandschaft rund um das Dorf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Bezirk Winterthur]]&lt;br /&gt;
* [[Winterthur]]&lt;br /&gt;
* [[Zürcher Weinland]]&lt;br /&gt;
* [[Bahnhof Hettlingen]]&lt;br /&gt;
* [[Rheinfallbahn]]&lt;br /&gt;
* [[Henggart]]&lt;br /&gt;
* [[Dägerlen]]&lt;br /&gt;
* [[Seuzach]]&lt;br /&gt;
* [[Neftenbach]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://www.hettlingen.ch/ Offizielle Website der Gemeinde Hettlingen]&lt;br /&gt;
* [https://zgz.statistik.zh.ch/ Zürcher Gemeinden in Zahlen]&lt;br /&gt;
* [https://www.zh.ch/ Kanton Zürich]&lt;br /&gt;
* [https://map.geo.admin.ch/ Kartenviewer des Bundes]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ort im Kanton Zürich]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gemeinde im Kanton Zürich]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bezirk Winterthur]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Zürcher Weinland]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Nick Frei</name></author>
	</entry>
	<entry>
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		<title>Hettlingen ZH</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Nick Frei: Die Seite wurde neu angelegt: «{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;float:right; width:315px; margin:0 0 1em 1.5em;&amp;quot; ! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:center; font-size:120%;&amp;quot; | Hettlingen |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Kanton&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | Zürich |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Bezirk&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | Winterthur |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;BFS-Nr.&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | 0221 |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Postleitzahl&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | 8442 |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Höhe&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | 433 m ü. M. |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Fläche&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | 5,87 km² |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Einwohner&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | rund 3&amp;#039;300 |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Website&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | www.hettlingen.ch |} &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Hettlingen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist eine politische Gemeinde im Bezirk W…»&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;float:right; width:315px; margin:0 0 1em 1.5em;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:center; font-size:120%;&amp;quot; | Hettlingen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Kanton&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Zürich&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Bezirk&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Winterthur&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;BFS-Nr.&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| 0221&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Postleitzahl&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| 8442&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Höhe&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| 433 m ü. M.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Fläche&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| 5,87 km²&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Einwohner&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| rund 3&#039;300&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Website&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| www.hettlingen.ch&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Hettlingen&#039;&#039;&#039; ist eine politische Gemeinde im [[Bezirk Winterthur]] des [[Kanton Zürich|Kantons Zürich]]. Sie liegt nördlich der Stadt [[Winterthur]] am Übergang zwischen der Agglomeration Winterthur und dem [[Zürcher Weinland]]. Ende 2024 zählte die Gemeinde 3&#039;228 Einwohnerinnen und Einwohner; für 2025 beziehungsweise 2026 weist die kommunale Finanzplanung eine Grössenordnung von rund 3&#039;290 Personen aus.&amp;lt;ref name=&amp;quot;budget2026&amp;quot;&amp;gt;[https://www.hettlingen.ch/_doc/6462089 Budget 2026 der Politischen Gemeinde Hettlingen], Gemeinde Hettlingen, Finanzkennzahlen, abgerufen am 25. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz der Nähe zur sechstgrössten Stadt der Schweiz hat Hettlingen seinen Charakter als eigenständige ländliche Wohngemeinde weitgehend bewahrt. Das Ortsbild wird durch den historischen Dorfkern, die reformierte Kirche, traditionelle Wohn- und Landwirtschaftsbauten sowie neuere Einfamilien- und Mehrfamilienhausquartiere geprägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gemeinde ist durch den [[Bahnhof Hettlingen]] an das Netz der [[S-Bahn Zürich]] angeschlossen und besitzt dadurch gute Verkehrsverbindungen nach Winterthur, ins Zürcher Weinland und in Richtung Schaffhausen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geografie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hettlingen liegt rund sechs Kilometer nördlich des Zentrums von Winterthur in einer sanft hügeligen Landschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gemeindegebiet umfasst 5,87 Quadratkilometer. Die Siedlung liegt auf etwa 433 m ü. M.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hettlingen grenzt an die Gemeinden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Henggart]] im Nordwesten;&lt;br /&gt;
* [[Dägerlen]] im Nordosten;&lt;br /&gt;
* [[Seuzach]] im Südosten;&lt;br /&gt;
* [[Winterthur]] im Süden;&lt;br /&gt;
* [[Neftenbach]] im Westen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Landschaft wurde wesentlich durch die Eiszeiten geprägt. Moränen, flache Mulden und sanfte Hügel bestimmen das Gelände.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein grosser Teil des Gemeindegebiets ausserhalb der Siedlung wird landwirtschaftlich genutzt oder ist bewaldet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Landschaft ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hettlingen bildet geografisch einen Übergangsraum zwischen der dicht besiedelten Agglomeration Winterthur und dem ländlich geprägten Zürcher Weinland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Umgebung wird von Feldern, Wiesen, kleinen Waldgebieten und Obstgärten geprägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund der vergleichsweise geringen Gemeindefläche und der starken Bevölkerungsentwicklung seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts kommt dem sorgfältigen Umgang mit dem noch unbebauten Land besondere Bedeutung zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bauzonen der Gemeinde umfassen rund 81 Hektaren. Nach Angaben der kommunalen Nutzungsplanung waren 2020 ungefähr 92,9 Prozent dieser Fläche bereits überbaut.&amp;lt;ref name=&amp;quot;nutzungsplanung&amp;quot;&amp;gt;[https://www.hettlingen.ch/_doc/5351869 Teilrevision Bau- und Zonenordnung Hettlingen – Planungsbericht nach Art. 47 RPV], Gemeinde Hettlingen, abgerufen am 25. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die künftige Siedlungsentwicklung soll deshalb zu einem erheblichen Teil durch Verdichtung innerhalb des bestehenden Baugebiets erfolgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Früheste Besiedlung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Besiedlung des heutigen Gemeindegebiets reicht weit in die Vorgeschichte zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Archäologische Funde weisen auf menschliche Aktivitäten bereits während der Jungsteinzeit hin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus der Römerzeit sind ebenfalls Siedlungsspuren bekannt. In der Nähe der heutigen Kirche wurden Überreste eines römischen Gutshofes entdeckt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ortsgeschichte&amp;quot;&amp;gt;Hans Martin Gubler: &#039;&#039;Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich. Band VIII: Der Bezirk Winterthur. Nördlicher Teil.&#039;&#039; Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Bern 1986, S. 118–144.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Lage zwischen dem Raum Winterthur und dem nördlichen Zürcher Gebiet war bereits in römischer Zeit verkehrsgeografisch günstig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Frühmittelalter ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um das Jahr 700 bestand im Bereich des heutigen Kirchhügels eine frühmittelalterliche Kapelle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus derselben Epoche wurden alemannische Gräber gefunden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ortsgeschichte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit gehört der Bereich rund um die heutige Kirche zu den ältesten kontinuierlich genutzten Siedlungsplätzen Hettlingens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ortsname geht vermutlich auf eine alemannische Namensbildung zurück. Namen mit der Endung «-ingen» entstanden häufig im frühen Mittelalter und bezeichneten ursprünglich die Angehörigen oder Nachkommen einer bestimmten Person.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mittelalter ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hettlingen wird bereits im späten 9. Jahrhundert in schriftlichen Quellen erwähnt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders bedeutend für die lokale Geschichte waren die &#039;&#039;&#039;Herren von Hettlingen&#039;&#039;&#039;. Das Adelsgeschlecht ist erstmals 1223 urkundlich belegt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;burg&amp;quot;&amp;gt;[https://www.burgenwelt.org/schweiz/hettlingen/object.php Burg Hettlingen], Burgenwelt, abgerufen am 25. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Herren von Hettlingen standen im Dienst der [[Grafen von Kyburg]] und gehörten damit zum regionalen niederen Adel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihr Stammsitz war eine Wasserburg westlich des Dorfkerns.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Burg Hettlingen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ehemalige [[Burg Hettlingen]] lag auf einem flachen Hügel am Dorfbach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anlage bestand aus einer von einem Wassergraben umgebenen Befestigung. Das Burgareal umfasste ungefähr 30 × 30 Meter und wurde von einer rund 1,2 Meter starken polygonalen Ringmauer geschützt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;burg&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zentrum stand ein Wohnturm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wasser des Dorfbachs wurde in den Burggraben geleitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Burg verlor nach dem Mittelalter zunehmend ihre Bedeutung und wurde 1752 abgebrochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1995 wurde das Gelände mit geophysikalischen Methoden untersucht. Mithilfe von Bodenradar konnten unterirdische Strukturen wie Burggraben, Umfassungsmauer und Wohnturm lokalisiert werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;burg&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute sind oberirdisch nur noch wenige Spuren der Anlage erkennbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Herrschaft Winterthur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1434 erwarb die Stadt Winterthur Hettlingen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Dorf blieb bis zum Ende der Alten Eidgenossenschaft 1798 unter Winterthurer Herrschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Beziehungen zu Winterthur waren sowohl politisch als auch wirtschaftlich eng.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bevölkerung lebte überwiegend von Landwirtschaft, Viehzucht, Weinbau und lokalem Handwerk.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Reformation ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Beginn des 16. Jahrhunderts wurde die heutige Kirche von Hettlingen errichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Neubau wurde 1522 beziehungsweise 1523 noch nach katholischem Ritus geweiht.&amp;lt;ref name=&amp;quot;kirche&amp;quot;&amp;gt;[https://portal.diragic.com/hettlingen/wo/reformierte-kirche-hettlingen Reformierte Kirche Hettlingen], Gemeinde- und Kirchenportal Hettlingen, abgerufen am 25. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nur wenige Jahre später führte Zürich unter dem Einfluss von [[Huldrych Zwingli]] die Reformation ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hettlingen wurde damit reformiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kirche hat ihren Grundriss aus dem frühen 16. Jahrhundert weitgehend bewahrt und bildet bis heute einen der markantesten Punkte des Dorfes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2023 wurde das 500-jährige Bestehen des heutigen Kirchengebäudes gefeiert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;kirchenjubilaeum&amp;quot;&amp;gt;[https://www.hettlingen.ch/_docn/4753183/HZ-08-2023_Web.pdf Hettlinger Zytig Nr. 8/2023 – 500 Jahre Kirche Hettlingen], Gemeinde Hettlingen, abgerufen am 25. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Helvetik und moderne Gemeinde ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1798 brach die alte Herrschaftsordnung zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Helvetischen Republik verlor die Stadt Winterthur ihre Herrschaftsrechte über Hettlingen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zuge der politischen Neuordnung entstand die moderne politische Gemeinde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit der Mediationszeit gehört Hettlingen zum Kanton Zürich und zum Bezirk Winterthur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 19. Jahrhundert ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis weit ins 19. Jahrhundert war Hettlingen ein landwirtschaftlich geprägtes Dorf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die meisten Einwohnerinnen und Einwohner arbeiteten in:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Landwirtschaft;&lt;br /&gt;
* Viehzucht;&lt;br /&gt;
* Weinbau;&lt;br /&gt;
* Handwerk;&lt;br /&gt;
* lokalen Gewerbebetrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Industrialisierung verlief wesentlich langsamer als im nahe gelegenen Winterthur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine grundlegende Veränderung brachte jedoch der Eisenbahnbau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rheinfallbahn ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1857 wurde Hettlingen durch die [[Rheinfallbahn]] an das Eisenbahnnetz angeschlossen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Strecke verband Winterthur mit Schaffhausen und führte über Hettlingen, Henggart und Andelfingen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit verbesserten sich die Verkehrsverbindungen nach Winterthur und Schaffhausen erheblich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bahn erleichterte den Pendelverkehr und förderte langfristig die Entwicklung Hettlingens von einem Bauerndorf zu einer Wohngemeinde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Entwicklung im 20. Jahrhundert ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts war Hettlingen vergleichsweise klein und stark landwirtschaftlich geprägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Zweiten Weltkrieg veränderte sich die Gemeinde zunehmend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das wirtschaftliche Wachstum des Grossraums Winterthur, der zunehmende Wohlstand und die bessere Mobilität führten zu einer stärkeren Nachfrage nach Wohnraum ausserhalb der Stadt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neue Wohnquartiere entstanden am Rand des historischen Dorfkerns.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders seit den 1970er- und 1980er-Jahren nahm die Einwohnerzahl deutlich zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1986 lebten 1&#039;570 Personen in Hettlingen. Zehn Jahre später waren es bereits 1&#039;990, und 2006 hatte die Gemeinde 2&#039;897 Einwohnerinnen und Einwohner.&amp;lt;ref name=&amp;quot;statistik2017&amp;quot;&amp;gt;[https://www.hettlingen.ch/_docn/1303207/HZ-Ausgabe_Nr._01_-_2017.pdf Hettlinger Zytig Nr. 1/2017 – Einwohnerstatistik], Gemeinde Hettlingen, abgerufen am 25. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit hat sich die Bevölkerung innerhalb weniger Jahrzehnte mehr als verdoppelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bevölkerung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hettlingen gehört zu den kleineren Gemeinden des Bezirks Winterthur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ende 2024 wurden in den kommunalen Finanzkennzahlen 3&#039;228 Einwohnerinnen und Einwohner ausgewiesen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;budget2026&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für 2025 und 2026 rechnet die Gemeinde mit ungefähr 3&#039;290 Personen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;budget2026&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die langfristige Entwicklung zeigt ein starkes Wachstum:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Jahr&lt;br /&gt;
! Einwohner&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1986&lt;br /&gt;
| 1&#039;570&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1996&lt;br /&gt;
| 1&#039;990&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 2006&lt;br /&gt;
| 2&#039;897&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 2011&lt;br /&gt;
| 3&#039;000&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 2016&lt;br /&gt;
| 3&#039;159&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 2018&lt;br /&gt;
| 3&#039;146&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 2024&lt;br /&gt;
| 3&#039;228&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zahlen bis 2018 stammen aus den Einwohnerstatistiken der Gemeinde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;statistik2017&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;statistik2019&amp;quot;&amp;gt;[https://www.hettlingen.ch/_docn/2006192/HZ-Ausgabe_Nr._01_-_2019.pdf Hettlinger Zytig Nr. 1/2019 – Einwohnerstatistik], Gemeinde Hettlingen, abgerufen am 25. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bevölkerungsentwicklung ist stark durch Zuzug geprägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein grosser Teil der Erwerbstätigen pendelt nach Winterthur oder in andere Zentren des Kantons Zürich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siedlungsentwicklung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der historische Dorfkern liegt rund um die Kirche und entlang älterer Strassenzüge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entstanden darum herum grössere Wohngebiete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hettlingen besitzt heute vor allem den Charakter einer Wohngemeinde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gemeindeplanung verfolgt das Ziel, das weitere Wachstum vorwiegend innerhalb der bestehenden Siedlungsgrenzen zu ermöglichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei spielen folgende Themen eine wichtige Rolle:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* innere Verdichtung;&lt;br /&gt;
* Erhalt des Ortsbildes;&lt;br /&gt;
* Schutz von Freiräumen;&lt;br /&gt;
* nachhaltige Mobilität;&lt;br /&gt;
* ausreichende Schulkapazitäten;&lt;br /&gt;
* Schutz landwirtschaftlicher Nutzflächen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen der kommunalen Nutzungsplanung werden erhebliche theoretische Reserven für zusätzliche Wohnungen innerhalb bereits bebauter Gebiete ausgewiesen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;nutzungsplanung&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ortsbild ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hettlingen besitzt einen gut erkennbaren historischen Dorfkern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Charakteristisch sind:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* reformierte Kirche;&lt;br /&gt;
* ehemalige Bauernhäuser;&lt;br /&gt;
* traditionelle Riegelbauten;&lt;br /&gt;
* Scheunen;&lt;br /&gt;
* historische Wohnhäuser;&lt;br /&gt;
* enge ältere Strassenzüge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rund um diesen Kern entstanden moderne Wohnquartiere.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Nebeneinander von traditioneller Dorfstruktur und moderner Agglomerationsgemeinde ist typisch für viele Gemeinden im Umfeld von Winterthur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Reformierte Kirche Hettlingen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Reformierte Kirche Hettlingen]] steht auf einem markanten Kirchhügel im historischen Dorfzentrum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Archäologische Spuren weisen darauf hin, dass der Standort bereits im frühen Mittelalter kirchlich genutzt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor dem heutigen Bau befand sich dort eine kleinere Kapelle, die zur Pfarrei Neftenbach gehörte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;kirche&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das heutige Kirchengebäude entstand zu Beginn des 16. Jahrhunderts und wurde 1522/23 geweiht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kurz darauf wurde es im Zuge der Zürcher Reformation evangelisch-reformiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kirche prägt mit ihrer erhöhten Lage das Ortsbild.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zelglitrotte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &#039;&#039;&#039;Zelglitrotte&#039;&#039;&#039; gehört zum Immobilienbestand der politischen Gemeinde Hettlingen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das historische Gebäude wird heute für private und öffentliche Veranstaltungen genutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kann unter anderem von:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Vereinen;&lt;br /&gt;
* Privatpersonen;&lt;br /&gt;
* Firmen;&lt;br /&gt;
* Gemeindeorganisationen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
gemietet werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;zelglitrotte&amp;quot;&amp;gt;[https://www.hettlingen.ch/_docn/3535604/HZ-01-2022_Web.pdf Hettlinger Zytig Nr. 1/2022], Gemeinde Hettlingen, abgerufen am 25. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solche erhaltenen Trotten erinnern an die historische Bedeutung des Wein- und Obstbaus in der Region.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Landwirtschaft ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Landwirtschaft hat gegenüber früher stark an wirtschaftlicher Bedeutung verloren, prägt die Umgebung jedoch weiterhin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ackerflächen, Wiesen und landwirtschaftliche Betriebe umgeben das Siedlungsgebiet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den traditionellen Nutzungen gehören:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Getreideanbau;&lt;br /&gt;
* Viehhaltung;&lt;br /&gt;
* Milchwirtschaft;&lt;br /&gt;
* Obstbau;&lt;br /&gt;
* Ackerbau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Landwirtschaft trägt wesentlich zum offenen Landschaftscharakter zwischen Hettlingen und den Nachbargemeinden bei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirtschaft ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hettlingen besitzt keine grossen Industriegebiete wie Winterthur oder einige andere Gemeinden der Agglomeration.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das lokale Wirtschaftsleben besteht hauptsächlich aus:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* kleinen und mittleren Gewerbebetrieben;&lt;br /&gt;
* Handwerk;&lt;br /&gt;
* Bau- und Immobilienunternehmen;&lt;br /&gt;
* Dienstleistungen;&lt;br /&gt;
* Landwirtschaft;&lt;br /&gt;
* Detailhandel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viele Einwohnerinnen und Einwohner arbeiten ausserhalb der Gemeinde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Winterthur ist aufgrund seiner Nähe der wichtigste Arbeitsplatz- und Dienstleistungsstandort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Zürich und Gemeinden entlang der Bahnlinien sind wichtige Pendlerziele.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verkehr ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Eisenbahn ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Bahnhof Hettlingen]] liegt an der Bahnstrecke Winterthur–Schaffhausen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er wurde im Zusammenhang mit der Eröffnung der Rheinfallbahn im Jahr 1857 geschaffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute ist der Bahnhof Bestandteil des Netzes der [[S-Bahn Zürich]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;zvvnetz&amp;quot;&amp;gt;[https://www.sbb.ch/content/dam/internet/sbb/downloads/multi/reiseinformationen/bahnverkehrsinformation/pdf-fahrplaene/2025/liniennetzplaene/LPL_ZVV.pdf.sbbdownload.pdf Liniennetzplan ZVV], SBB/ZVV, abgerufen am 25. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über Winterthur bestehen Anschlüsse in zahlreiche Teile des Kantons Zürich und der Schweiz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In nördlicher Richtung bestehen Bahnverbindungen über Henggart und Andelfingen nach Schaffhausen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bahnhof besitzt zudem eine P+Rail-Anlage.&amp;lt;ref name=&amp;quot;sbb&amp;quot;&amp;gt;[https://www.sbb.ch/de/reiseinformationen/bahnhoefe/bahnhof-finden/bahnhof.6045.hettlingen.html Bahnhof Hettlingen], SBB, abgerufen am 25. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Busverkehr ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ergänzend zur Bahn wird Hettlingen durch regionale Buslinien erschlossen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese verbinden die Gemeinde mit Nachbarorten und weiteren öffentlichen Verkehrsknoten im Raum Winterthur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kombination aus Bahn und Bus macht den öffentlichen Verkehr insbesondere für Pendler attraktiv.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Strassenverkehr ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hettlingen liegt an regionalen Strassenverbindungen zwischen Winterthur, Seuzach, Henggart und dem Zürcher Weinland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Nähe zu Winterthur ermöglicht einen raschen Zugang zum übergeordneten Strassennetz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gleichzeitig führen keine grossen Autobahnen direkt durch das Dorf, wodurch der historische Ortskern vergleichsweise wenig vom überregionalen Durchgangsverkehr geprägt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Veloverkehr und Wandern ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die flache bis leicht hügelige Umgebung eignet sich gut zum Velofahren und Wandern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Feld- und Waldwege verbinden Hettlingen mit:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Henggart;&lt;br /&gt;
* Dägerlen;&lt;br /&gt;
* Seuzach;&lt;br /&gt;
* Neftenbach;&lt;br /&gt;
* Winterthur;&lt;br /&gt;
* weiteren Orten im Zürcher Weinland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ländliche Umgebung bildet ein Naherholungsgebiet für die lokale Bevölkerung und Bewohnerinnen und Bewohner der Stadt Winterthur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bildung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hettlingen besitzt eigene Einrichtungen für Kindergarten und Volksschule.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die starke Bevölkerungsentwicklung erforderte wiederholt Erweiterungen der Schulinfrastruktur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Schule ist ein wichtiger Bestandteil des Dorflebens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für weiterführende Schulen und Berufsbildung nutzen Jugendliche insbesondere Einrichtungen in Winterthur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Nähe zu Winterthur ermöglicht zudem einen guten Zugang zu:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Berufsfachschulen;&lt;br /&gt;
* Kantonsschulen;&lt;br /&gt;
* [[Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften]];&lt;br /&gt;
* weiteren Bildungsinstitutionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politik ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hettlingen ist eine politische Gemeinde nach Zürcher Gemeinderecht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Stimmberechtigten entscheiden an der Gemeindeversammlung über wichtige kommunale Geschäfte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Exekutive bildet der Gemeinderat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den Aufgaben der Gemeinde gehören unter anderem:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Finanzen;&lt;br /&gt;
* Bau und Planung;&lt;br /&gt;
* Einwohnerdienste;&lt;br /&gt;
* Schule;&lt;br /&gt;
* Infrastruktur;&lt;br /&gt;
* Sicherheit;&lt;br /&gt;
* Umwelt;&lt;br /&gt;
* Sozialwesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gemeindeverwaltung befindet sich im Dorfzentrum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gemeindefinanzen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hettlingen weist im kantonalen Vergleich eine relativ solide finanzielle Situation auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der kommunale Steuerfuss beträgt gemäss Budget 2026 80 Prozent der einfachen Staatssteuer.&amp;lt;ref name=&amp;quot;budget2026&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für 2024 weist die Gemeinde ein Nettovermögen von rund 3&#039;066 Franken pro Einwohnerin beziehungsweise Einwohner aus.&amp;lt;ref name=&amp;quot;budget2026&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Steuerkraft liegt deutlich über mehreren ländlichen Gemeinden des Kantons.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Entwicklung der Finanzen wird jedoch unter anderem durch Investitionen in Schulen, Infrastruktur und den Unterhalt kommunaler Gebäude beeinflusst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kirchen und Religion ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Historisch war Hettlingen seit der Reformation evangelisch-reformiert geprägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die reformierte Kirche bildet bis heute einen wichtigen Mittelpunkt des Dorfes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch Zuzug hat sich die religiöse Zusammensetzung der Bevölkerung in den vergangenen Jahrzehnten diversifiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Katholische Einwohnerinnen und Einwohner gehören zu den entsprechenden regionalen Kirchgemeinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daneben leben konfessionslose Personen sowie Angehörige weiterer Religionsgemeinschaften in Hettlingen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vereine ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Vereinsleben besitzt in Hettlingen eine wichtige gesellschaftliche Funktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es bestehen Vereine und Organisationen aus den Bereichen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Sport;&lt;br /&gt;
* Musik;&lt;br /&gt;
* Kultur;&lt;br /&gt;
* Natur;&lt;br /&gt;
* Schützenwesen;&lt;br /&gt;
* Jugend;&lt;br /&gt;
* Senioren;&lt;br /&gt;
* Feuerwehr;&lt;br /&gt;
* Dorfleben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vereine organisieren regelmässig Veranstaltungen und tragen zur lokalen Identität bei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zelglitrotte und weitere kommunale Räume stehen für verschiedene Anlässe zur Verfügung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Feuerwehr ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Brandschutz wird regional organisiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie in vielen kleineren Zürcher Gemeinden arbeitet Hettlingen bei verschiedenen Aufgaben mit Nachbargemeinden und regionalen Organisationen zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben der Feuerwehr bestehen weitere gemeindeübergreifende Kooperationen beispielsweise in Bereichen wie:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Sicherheit;&lt;br /&gt;
* Zivilschutz;&lt;br /&gt;
* Abfallentsorgung;&lt;br /&gt;
* soziale Dienste;&lt;br /&gt;
* regionaler Verkehr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Natur und Erholung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Landschaft rund um Hettlingen ist ein wichtiges Naherholungsgebiet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wälder, Feldwege und offene Kulturlandschaften ermöglichen Spaziergänge, Wanderungen und Velotouren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zur dicht bebauten Stadt Winterthur sind grössere Teile des Gemeindegebiets weiterhin durch Landwirtschaft und Grünräume geprägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Lage gehört zu den wesentlichen Faktoren für die Attraktivität Hettlingens als Wohnort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wappen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gemeindewappen von Hettlingen ist geteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Blasonierung lautet:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Geteilt, oben in Gold ein halber blauer Adler an der Teilung, unten geschacht von Silber und Rot.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wappen geht auf historische heraldische Traditionen der Herren von Hettlingen zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wird heute von der politischen Gemeinde als offizielles Gemeindewappen verwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedeutung innerhalb der Region ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hettlingen nimmt eine Zwischenstellung zwischen ländlichem Zürcher Weinland und der Agglomeration Winterthur ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Lage bestimmt die heutige Entwicklung der Gemeinde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einerseits bestehen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* ein historischer Dorfkern;&lt;br /&gt;
* Landwirtschaft;&lt;br /&gt;
* Grünflächen;&lt;br /&gt;
* eine ausgeprägte lokale Identität.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Andererseits bestehen enge funktionale Verbindungen zu Winterthur durch:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Arbeitsplätze;&lt;br /&gt;
* Schulen;&lt;br /&gt;
* Einkaufsmöglichkeiten;&lt;br /&gt;
* öffentliche Verkehrsmittel;&lt;br /&gt;
* Kultur- und Freizeitangebote.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hettlingen ist damit ein typisches Beispiel für eine ehemals landwirtschaftliche Zürcher Gemeinde, die sich im 20. Jahrhundert zu einer modernen Pendler- und Wohngemeinde entwickelt hat, ohne vollständig mit dem städtischen Siedlungsraum zusammenzuwachsen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sehenswürdigkeiten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den wichtigsten historischen und landschaftlichen Sehenswürdigkeiten gehören:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Reformierte Kirche Hettlingen]];&lt;br /&gt;
* Standort der ehemaligen Burg Hettlingen;&lt;br /&gt;
* historischer Dorfkern;&lt;br /&gt;
* Zelglitrotte;&lt;br /&gt;
* traditionelle Bauern- und Riegelhäuser;&lt;br /&gt;
* Kulturlandschaft rund um das Dorf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Bezirk Winterthur]]&lt;br /&gt;
* [[Winterthur]]&lt;br /&gt;
* [[Zürcher Weinland]]&lt;br /&gt;
* [[Bahnhof Hettlingen]]&lt;br /&gt;
* [[Rheinfallbahn]]&lt;br /&gt;
* [[Henggart]]&lt;br /&gt;
* [[Dägerlen]]&lt;br /&gt;
* [[Seuzach]]&lt;br /&gt;
* [[Neftenbach]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://www.hettlingen.ch/ Offizielle Website der Gemeinde Hettlingen]&lt;br /&gt;
* [https://zgz.statistik.zh.ch/ Zürcher Gemeinden in Zahlen]&lt;br /&gt;
* [https://www.zh.ch/ Kanton Zürich]&lt;br /&gt;
* [https://map.geo.admin.ch/ Kartenviewer des Bundes]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ort im Kanton Zürich]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gemeinde im Kanton Zürich]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bezirk Winterthur]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Zürcher Weinland]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Nick Frei</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://helvetia.wiki/de/index.php?title=Bonstetten_ZH&amp;diff=2964</id>
		<title>Bonstetten ZH</title>
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		<updated>2026-08-25T22:20:52Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Nick Frei: Die Seite wurde neu angelegt: «{{Infobox Gemeinde | NAME = Bonstetten | WAPPEN = | BILD = | BILDBESCHREIBUNG = | KANTON = Zürich | BEZIRK = Affoltern | BFS = 0003 | PLZ = 8906 | KOORDINATEN = 47.315827, 8.469171 | HÖHE = 543 | FLÄCHE = 7.43 | EINWOHNER = 5&amp;#039;712 | EINWOHNERSTAND = 31. Dezember 2024 | WEBSITE = bonstetten.ch }} &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Bonstetten&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist eine politische Gemeinde im Bezirk Affoltern des Kantons Zürich in der Schweiz. Sie liegt im Knonauer Amt sü…»&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Gemeinde&lt;br /&gt;
| NAME = Bonstetten&lt;br /&gt;
| WAPPEN =&lt;br /&gt;
| BILD =&lt;br /&gt;
| BILDBESCHREIBUNG =&lt;br /&gt;
| KANTON = Zürich&lt;br /&gt;
| BEZIRK = Affoltern&lt;br /&gt;
| BFS = 0003&lt;br /&gt;
| PLZ = 8906&lt;br /&gt;
| KOORDINATEN = 47.315827, 8.469171&lt;br /&gt;
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| FLÄCHE = 7.43&lt;br /&gt;
| EINWOHNER = 5&#039;712&lt;br /&gt;
| EINWOHNERSTAND = 31. Dezember 2024&lt;br /&gt;
| WEBSITE = bonstetten.ch&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Bonstetten&#039;&#039;&#039; ist eine politische Gemeinde im [[Bezirk Affoltern]] des [[Kanton Zürich|Kantons Zürich]] in der [[Schweiz]]. Sie liegt im [[Knonauer Amt]] südwestlich der Stadt [[Zürich]] zwischen dem [[Albis]] und dem [[Reusstal]]. Die Gemeinde besteht hauptsächlich aus den Siedlungsbereichen Bonstetten-Dorf und Schachen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;gemeindeportrait&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.bonstetten.ch/_doc/1816570 |titel=Kanton Zürich – Gemeinde Bonstetten |werk=Gemeinde Bonstetten |abruf=2026-08-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ende 2024 zählte Bonstetten 5&#039;712 Einwohnerinnen und Einwohner. Die Gemeindefläche beträgt rund 7,43 km².&amp;lt;ref name=&amp;quot;bezirkdaten&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://helvetia.wiki/de/Bezirk_Affoltern |titel=Bezirk Affoltern |werk=Helvetia Wiki |abruf=2026-08-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geographie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bonstetten liegt im Westen des Kantons Zürich im Bezirk Affoltern. Das Gemeindegebiet erstreckt sich in einer sanft hügeligen Landschaft zwischen dem Albis im Osten und dem Reusstal im Westen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Dorfzentrum liegt auf rund 543 m ü. M. Die Höhen innerhalb des Gemeindegebiets reichen ungefähr von 502 bis 714 m ü. M.&amp;lt;ref name=&amp;quot;gemeindedaten&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.web.statistik.zh.ch/gpv2/?tab=indikatoren&amp;amp;jahr=0&amp;amp;indikatoren=&amp;amp;bfs=3 |titel=Gemeindeporträt Bonstetten |werk=Statistisches Amt des Kantons Zürich |abruf=2026-08-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gemeinde umfasst eine Fläche von rund 7,43 km². Davon entfallen etwa 218 Hektaren auf Wald.&amp;lt;ref name=&amp;quot;zahlenfakten&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.bonstetten.ch/_doc/5138764 |titel=Grüezi und herzlich willkommen – Zahlen und Fakten |werk=Gemeinde Bonstetten |abruf=2026-08-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bonstetten grenzt an folgende Gemeinden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Wettswil am Albis]] im Norden&lt;br /&gt;
* [[Stallikon]] im Osten&lt;br /&gt;
* [[Hedingen]] im Süden&lt;br /&gt;
* [[Islisberg]] im Westen&lt;br /&gt;
* [[Birmensdorf ZH|Birmensdorf]] im Nordwesten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Grenze zu Islisberg ist gleichzeitig die Kantonsgrenze zwischen Zürich und dem [[Kanton Aargau]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siedlungsstruktur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gemeinde besteht im Wesentlichen aus zwei Siedlungsbereichen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Bonstetten-Dorf&#039;&#039;&#039; mit dem historischen Dorfkern, der reformierten Kirche und dem Gemeindehaus&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Schachen&#039;&#039;&#039; im nördlichen Teil der Gemeinde mit dem [[Bahnhof Bonstetten-Wettswil]] und neueren Wohn- und Gewerbegebieten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;gemeindeportrait&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwischen beiden Teilen entstanden im Verlauf des 20. und frühen 21. Jahrhunderts zahlreiche neue Wohnquartiere. Dadurch entwickelte sich Bonstetten von einem landwirtschaftlich geprägten Dorf zu einer überwiegend suburbanen Wohngemeinde der Agglomeration Zürich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ur- und Frühgeschichte ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ältesten Spuren menschlicher Anwesenheit auf dem Gebiet von Bonstetten reichen bis in die Bronzezeit zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Drei Grabhügel aus der Bronze- und Hallstattzeit gehören zu den frühesten bekannten archäologischen Zeugnissen. Im Gebiet Gibel wurden ausserdem Überreste eines römischen Wohngebäudes entdeckt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;gemeindegeschichte&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.bonstetten.ch/_doc/1816570 |titel=Geschichte von Bonstetten |werk=Gemeinde Bonstetten |abruf=2026-08-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine 1994 entdeckte und 1995 archäologisch untersuchte Fundstelle im Gebiet Buen enthielt Keramikscherben, einen Mühlstein und Knochen. Die Funde werden der frühen Spätbronzezeit um etwa 1000 v. Chr. zugeordnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mittelalter ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bonstetten wird im Jahr 1122 erstmals schriftlich als &#039;&#039;&#039;Boumstettin&#039;&#039;&#039; erwähnt. Die Nennung findet sich in einem Dokument des Bistums Konstanz.&amp;lt;ref name=&amp;quot;gemeindegeschichte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im gleichen Zusammenhang erscheint mit &#039;&#039;Henricus de Bonstadin&#039;&#039; ein Angehöriger der [[Bonstetten (Adelsgeschlecht)|Herren von Bonstetten]]. Eine kleine mittelalterliche Burganlage, die 1989 archäologisch untersucht wurde, könnte als Stammsitz dieses Adelsgeschlechts gedient haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Geschlecht von Bonstetten entwickelte sich später zu einer bedeutenden schweizerischen Adelsfamilie mit Besitz und politischen Ämtern in verschiedenen Regionen der Eidgenossenschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Mittelalter wechselten die Herrschaftsrechte über Bonstetten mehrfach. Nach den Habsburgern gelangte die hohe Gerichtsbarkeit 1415 an die Stadt [[Zürich]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;gemeindegeschichte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit wurde Bonstetten langfristig Teil des Zürcher Herrschaftsgebiets.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Reformation und frühe Neuzeit ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der [[Reformation in Zürich]] im 16. Jahrhundert wurde auch Bonstetten reformiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Dorf blieb während der frühen Neuzeit vorwiegend landwirtschaftlich geprägt. Die Bevölkerung lebte von Ackerbau, Viehwirtschaft, Waldnutzung und lokalem Handwerk.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1635 wurden 495 Einwohner gezählt, 1712 waren es 612.&amp;lt;ref name=&amp;quot;bevoelkerung&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.web.statistik.zh.ch/gpv2/?tab=indikatoren&amp;amp;jahr=0&amp;amp;indikatoren=&amp;amp;bfs=3 |titel=Gemeindeporträt Bonstetten |werk=Statistisches Amt des Kantons Zürich |abruf=2026-08-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Dorfbrand von 1783 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 1783 ereignete sich ein schwerer Dorfbrand. Dabei wurden 23 Wohnhäuser zerstört, was ungefähr einem Drittel des damaligen Dorfbestands entsprach.&amp;lt;ref name=&amp;quot;gemeindegeschichte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zürcher Regierung erliess für den Wiederaufbau strenge Bauvorschriften. Dadurch veränderte sich das Erscheinungsbild des Dorfkerns nachhaltig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mehrere historische Gebäude des heutigen Bonstetten stammen aus der Zeit des Wiederaufbaus nach diesem Brand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 19. Jahrhundert ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1827 wurde die Waldeggstrasse gebaut, die Bonstetten über den Albis besser mit der Stadt Zürich verband. Diese neue Verkehrsachse erleichterte den Personen- und Warenverkehr erheblich.&amp;lt;ref name=&amp;quot;gemeindegeschichte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einen weiteren wichtigen Entwicklungsschritt brachte 1864 die Eröffnung der Eisenbahn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwischen 1868 und 1871 wurde das grosse Moorgebiet zwischen Bonstetten und Wettswil entwässert. Das Projekt sollte zusätzliche landwirtschaftlich nutzbare Flächen schaffen, belastete die Gemeinde jedoch während Jahrzehnten finanziell.&amp;lt;ref name=&amp;quot;gemeindegeschichte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Einwohnerzahl ging im Verlauf des 19. Jahrhunderts zunächst zurück. 1850 lebten 887 Menschen in Bonstetten, 1900 waren es nur noch 691.&amp;lt;ref name=&amp;quot;bevoelkerung&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ursache war unter anderem die Abwanderung aus den ländlichen Gebieten in die wachsenden Industriezentren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zweiter Weltkrieg ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkriegs]] wurden weitere Meliorationsarbeiten durchgeführt. Zwischen 1941 und 1946 erfolgten eine umfassende Güterzusammenlegung und die Trockenlegung der letzten grösseren Riedflächen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;gemeindegeschichte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von 1943 bis 1945 bestand in Bonstetten ein Arbeitslager für jüdische Flüchtlinge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Verlauf dieser Jahre wurden weit über tausend Männer im Lager untergebracht. Sie wurden unter anderem für Meliorations- und Rodungsarbeiten eingesetzt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;fluechtlingslager&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.bonstetten.ch/ |titel=Zuflucht Schweiz im 2. Weltkrieg – Das Arbeitslager für Flüchtlinge Bonstetten 1943–1945 |werk=Gemeinde Bonstetten |abruf=2026-08-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Geschichte dieses Lagers gehört zu den bedeutenden lokalen Aspekten der schweizerischen Flüchtlingspolitik während des Zweiten Weltkriegs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Entwicklung zur Wohngemeinde ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Zweiten Weltkrieg begann Bonstetten stark zu wachsen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1950 lebten noch 888 Menschen in der Gemeinde. Bis zum Jahr 2000 stieg die Einwohnerzahl auf etwa 3&#039;850 und bis 2010 auf über 5&#039;100.&amp;lt;ref name=&amp;quot;bevoelkerung&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstum wurde insbesondere durch die Nähe zur Stadt Zürich und die verbesserten Verkehrsverbindungen begünstigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bonstetten wandelte sich dabei von einer bäuerlichen Gemeinde zu einer modernen Wohngemeinde. Zahlreiche Einwohnerinnen und Einwohner pendeln heute zur Arbeit nach Zürich oder in andere Gemeinden der Agglomeration.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz des starken Wachstums sind ausserhalb der Siedlungsgebiete grössere Landwirtschafts- und Waldflächen erhalten geblieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bevölkerung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bevölkerungsentwicklung zeigt den grundlegenden Wandel der Gemeinde:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* 1635: 495 Einwohner&lt;br /&gt;
* 1712: 612 Einwohner&lt;br /&gt;
* 1850: 887 Einwohner&lt;br /&gt;
* 1900: 691 Einwohner&lt;br /&gt;
* 1950: 888 Einwohner&lt;br /&gt;
* 2000: 3&#039;850 Einwohner&lt;br /&gt;
* 2010: 5&#039;164 Einwohner&lt;br /&gt;
* 2015: 5&#039;322 Einwohner&lt;br /&gt;
* 2020: 5&#039;610 Einwohner&lt;br /&gt;
* 2023: rund 5&#039;657 Einwohner&lt;br /&gt;
* 2024: 5&#039;712 Einwohner&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;bevoelkerung&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;zahlenfakten&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;bezirkdaten&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die besonders starke Zunahme seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts steht in engem Zusammenhang mit der Entwicklung der Region Zürich und dem Ausbau des öffentlichen Verkehrs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politik ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Exekutive der politischen Gemeinde ist der &#039;&#039;&#039;Gemeinderat&#039;&#039;&#039;. Er besteht aus sechs Mitgliedern, die von den Stimmberechtigten für eine Amtsdauer von vier Jahren gewählt werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;gemeindeportrait&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kommunalen Sachgeschäfte werden unter anderem an Gemeindeversammlungen entschieden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bonstetten verfügt wie die meisten kleineren Zürcher Gemeinden über kein eigenes Gemeindeparlament.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Nationalratswahlen 2023 erreichte die [[Schweizerische Volkspartei|SVP]] in Bonstetten mit 28,14 Prozent den höchsten Wähleranteil. Es folgten die [[Sozialdemokratische Partei der Schweiz|SP]] mit 17,75 Prozent, die [[Grünliberale Partei|GLP]] mit 15,75 Prozent und die [[FDP.Die Liberalen|FDP]] mit 13,99 Prozent.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.zh.ch/de/politik-staat/wahlen-abstimmungen/national-staenderatswahlen.html |titel=National- und Ständeratswahlen 2023 |werk=Kanton Zürich |abruf=2026-08-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirtschaft ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Landwirtschaft spielte in Bonstetten über Jahrhunderte eine zentrale Rolle. Noch heute wird ein erheblicher Teil des Gemeindegebiets landwirtschaftlich genutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Bevölkerungswachstum entstanden zusätzliche Gewerbe- und Dienstleistungsbetriebe. Die Gemeinde besitzt jedoch deutlich mehr erwerbstätige Einwohnerinnen und Einwohner als Arbeitsplätze vor Ort und ist deshalb stark vom Pendlerverkehr geprägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viele Berufstätige arbeiten in:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Zürich]]&lt;br /&gt;
* [[Birmensdorf ZH|Birmensdorf]]&lt;br /&gt;
* [[Affoltern am Albis]]&lt;br /&gt;
* dem [[Limmattal]]&lt;br /&gt;
* weiteren Gemeinden der Agglomeration Zürich&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gute S-Bahn- und Strassenanbindung macht Bonstetten besonders als Wohnort attraktiv.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verkehr ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Eisenbahn ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bonstetten ist seit 1864 an das Eisenbahnnetz angeschlossen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der heutige [[Bahnhof Bonstetten-Wettswil]] liegt im nördlichen Teil der Gemeinde unmittelbar nahe der Grenze zu [[Wettswil am Albis]]. Er dient beiden Gemeinden als Bahnstation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bahnhof liegt an der [[Bahnstrecke Zürich–Zug]] und wird von Linien der [[S-Bahn Zürich]] bedient.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über [[Bahnhof Zürich Altstetten|Zürich Altstetten]] bestehen direkte beziehungsweise schnelle Verbindungen zum [[Zürich Hauptbahnhof|Zürcher Hauptbahnhof]]. In südlicher Richtung führen die Verbindungen über [[Hedingen]] nach [[Affoltern am Albis]] und weiter in Richtung [[Zug]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ausbau des Zürcher S-Bahn-Netzes seit 1990 erhöhte die Attraktivität Bonstettens als Wohngemeinde zusätzlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Busverkehr ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mehrere Buslinien verbinden den Bahnhof Bonstetten-Wettswil mit dem Dorfzentrum und den umliegenden Gemeinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der öffentliche Verkehr ist in den [[Zürcher Verkehrsverbund]] (ZVV) integriert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Strassenverkehr ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die wichtigste historische Strassenverbindung nach Zürich führt über die 1827 eröffnete Waldeggstrasse und den Albis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute bestehen Strassenverbindungen insbesondere nach:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wettswil am Albis&lt;br /&gt;
* Birmensdorf&lt;br /&gt;
* Hedingen&lt;br /&gt;
* Stallikon&lt;br /&gt;
* Islisberg&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der nahe Autobahnanschluss bei Wettswil beziehungsweise Birmensdorf bietet Zugang zur [[Autobahn A4 (Schweiz)|Autobahn A4]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch ist das Zentrum von Zürich auch mit dem Auto vergleichsweise rasch erreichbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bildung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bonstetten verfügt über Kindergärten und Primarschulen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sekundarstufe wird gemeinsam mit benachbarten Gemeinden organisiert. Die &#039;&#039;&#039;Sekundarschule Bonstetten&#039;&#039;&#039; ist eine Kreisschulgemeinde von Bonstetten, Stallikon und Wettswil am Albis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die drei beteiligten Gemeinden zählten Mitte der 2020er-Jahre zusammen knapp 15&#039;000 Einwohnerinnen und Einwohner; rund 400 Jugendliche besuchten die Sekundarschule.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.sek-bonstetten.ch/public/upload/assets/2770/Beleuchtender-Bericht_GV_05.06.2025.pdf |titel=Beleuchtender Bericht zur Gemeindeversammlung 2025 |werk=Sekundarschule Bonstetten |datum=2025 |abruf=2026-08-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für weiterführende Schulen bestehen gute Verbindungen nach Zürich und in andere Orte des Kantons.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Reformierte Kirche ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Reformierte Kirche Bonstetten]] steht im historischen Dorfkern und ist eines der markantesten Bauwerke der Gemeinde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie ist die älteste der heute in Bonstetten bestehenden Kirchen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;gemeindeportrait&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der heutige Bau enthält verschiedene Bauteile aus mehreren Jahrhunderten und bildet zusammen mit den umliegenden historischen Gebäuden einen wichtigen Bestandteil des alten Ortsbilds.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Zürcher Reformation wurde die Kirche reformiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute gehört Bonstetten zur reformierten Kirchgemeinde Knonauer Amt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Katholische Kirche St. Mauritius ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Nähe des Bahnhofs befindet sich die römisch-katholische Kirche &#039;&#039;&#039;St. Mauritius&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie entstand im Zusammenhang mit dem starken Bevölkerungswachstum im 20. Jahrhundert und der zunehmenden Zahl katholischer Einwohnerinnen und Einwohner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben der reformierten und katholischen Kirche bestehen in Bonstetten auch weitere christliche Glaubensgemeinschaften.&amp;lt;ref name=&amp;quot;gemeindeportrait&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Turbinenmuseum ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine besondere technische Sehenswürdigkeit ist das &#039;&#039;&#039;Turbinenmuseum Bonstetten&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es besitzt eine vollständig erhaltene historische Wasserkraftanlage, die ursprünglich für einen Landwirtschaftsbetrieb genutzt wurde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;gemeindeportrait&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anlage gehört zu den seltenen erhaltenen Beispielen kleiner landwirtschaftlicher Wasserkraftnutzung im Kanton Zürich. Mit ihr verbunden ist eines der letzten historischen Wasserrechte dieser Art im Kanton.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Museum dokumentiert damit einen Teil der lokalen Technik- und Landwirtschaftsgeschichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ortsbild ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im historischen Dorfkern sind trotz des starken Bevölkerungswachstums mehrere ältere Bauern- und Wohnhäuser erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Ortsbild wurde wesentlich durch den Wiederaufbau nach dem grossen Brand von 1783 geprägt. Die damals von der Zürcher Regierung erlassenen Vorschriften beeinflussten Lage und Bauweise der neu errichteten Gebäude.&amp;lt;ref name=&amp;quot;gemeindegeschichte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausserhalb des alten Dorfkerns dominieren Wohnquartiere des 20. und 21. Jahrhunderts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Natur und Erholung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Umgebung Bonstettens ist durch Wälder, Felder, Wiesen und Obstgärten geprägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rund 218 Hektaren des Gemeindegebiets bestehen aus Wald.&amp;lt;ref name=&amp;quot;zahlenfakten&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wegenetz bietet zahlreiche Möglichkeiten zum Wandern und Velofahren. Über die umliegenden Höhen bestehen Verbindungen in Richtung:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Albis]]&lt;br /&gt;
* [[Uetliberg]]&lt;br /&gt;
* [[Reppischtal]]&lt;br /&gt;
* [[Reusstal]]&lt;br /&gt;
* [[Knonauer Amt]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von erhöhten Stellen westlich und südlich des Dorfs öffnen sich bei guten Sichtverhältnissen Ausblicke in Richtung Zentralschweizer Alpen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kultur und Vereinsleben ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bonstetten besitzt ein ausgeprägtes Vereinsleben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sport-, Musik-, Kultur- und Freizeitvereine organisieren regelmässig Veranstaltungen. Zu den traditionellen Anlässen gehört die Dorfchilbi.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere lokale Veranstaltungen sind Konzerte, Sportwettkämpfe, Wanderveranstaltungen und die Bundesfeier, die in Bonstetten traditionell bereits am 31. Juli durchgeführt wird.&amp;lt;ref name=&amp;quot;zahlenfakten&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bonstetten im Film ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bonstetten diente mehrfach als Drehort für Schweizer Filme.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Teile des Filmklassikers &#039;&#039;&#039;[[Es geschah am hellichten Tag]]&#039;&#039;&#039; aus dem Jahr 1958 wurden beim damaligen Restaurant Löwen in Bonstetten gedreht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch der Schweizer Spielfilm &#039;&#039;&#039;Polizist Wäckerli in Gefahr&#039;&#039;&#039; von 1967 nutzte Schauplätze im Dorf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit sind einzelne historische Ansichten Bonstettens in bekannten schweizerischen Filmproduktionen dokumentiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wappen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gemeindewappen zeigt in Schwarz mit goldenem Bord drei aneinanderstossende, geschliffene silberne Rauten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Blasonierung lautet:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;In Schwarz mit goldenem Bord drei aneinanderstossende, geschliffene silberne Rauten.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wappen steht in engem Zusammenhang mit dem historischen Adelsgeschlecht der [[Bonstetten (Adelsgeschlecht)|von Bonstetten]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Bezirk Affoltern]]&lt;br /&gt;
* [[Knonauer Amt]]&lt;br /&gt;
* [[Wettswil am Albis]]&lt;br /&gt;
* [[Hedingen]]&lt;br /&gt;
* [[Stallikon]]&lt;br /&gt;
* [[Birmensdorf ZH]]&lt;br /&gt;
* [[Bahnhof Bonstetten-Wettswil]]&lt;br /&gt;
* [[Bahnstrecke Zürich–Zug]]&lt;br /&gt;
* [[Bonstetten (Adelsgeschlecht)]]&lt;br /&gt;
* [[Liste der Gemeinden des Kantons Zürich]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://www.bonstetten.ch/ Offizielle Website der Gemeinde Bonstetten]&lt;br /&gt;
* [https://www.web.statistik.zh.ch/gpv2/?tab=indikatoren&amp;amp;jahr=0&amp;amp;indikatoren=&amp;amp;bfs=3 Gemeindeporträt Bonstetten] beim Statistischen Amt des Kantons Zürich&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Bonstetten ZH}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bonstetten ZH]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gemeinde im Kanton Zürich]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ort im Kanton Zürich]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bezirk Affoltern]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Knonauer Amt]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Nick Frei</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://helvetia.wiki/de/index.php?title=Bundesamt_f%C3%BCr_Verkehr&amp;diff=2963</id>
		<title>Bundesamt für Verkehr</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://helvetia.wiki/de/index.php?title=Bundesamt_f%C3%BCr_Verkehr&amp;diff=2963"/>
		<updated>2026-08-25T22:20:17Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Nick Frei: Die Seite wurde neu angelegt: «{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;float:right; width:315px; margin:0 0 1em 1em;&amp;quot; ! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; | Bundesamt für Verkehr BAV |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Abkürzung&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | BAV |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Französisch&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | Office fédéral des transports OFT |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Italienisch&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | Ufficio federale dei trasporti UFT |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Rätoromanisch&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | Uffizi federal da transport UFT |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Staat&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | Schweiz |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Stellung&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | Bundesamt |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Departement&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | Eidgenössisches Departement für Umwelt, V…»&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;float:right; width:315px; margin:0 0 1em 1em;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; | Bundesamt für Verkehr BAV&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Abkürzung&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| BAV&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Französisch&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Office fédéral des transports OFT&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Italienisch&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Ufficio federale dei trasporti UFT&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Rätoromanisch&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Uffizi federal da transport UFT&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Staat&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| [[Schweiz]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Stellung&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Bundesamt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Departement&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| [[Eidgenössisches Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation|UVEK]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Gründung&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| 1. April 1873&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Heutiger Name seit&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| 1979&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Sitz&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| [[Ittigen]], Kanton Bern&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Direktorin&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Christa Hostettler&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Mitarbeitende&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| rund 360&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Adresse&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Mühlestrasse 6, 3063 Ittigen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Website&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| [https://www.bav.admin.ch/ bav.admin.ch]&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Das &#039;&#039;&#039;Bundesamt für Verkehr&#039;&#039;&#039; (&#039;&#039;&#039;BAV&#039;&#039;&#039;; französisch &#039;&#039;Office fédéral des transports&#039;&#039;, OFT; italienisch &#039;&#039;Ufficio federale dei trasporti&#039;&#039;, UFT; rätoromanisch &#039;&#039;Uffizi federal da transport&#039;&#039;, UFT) ist die Fachbehörde des Bundes für den [[Öffentlicher Verkehr in der Schweiz|öffentlichen Verkehr]] und den Schienengüterverkehr in der Schweiz. Es gehört zum [[Eidgenössisches Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation|Eidgenössischen Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation]] (UVEK).&amp;lt;ref name=&amp;quot;bavprofil&amp;quot;&amp;gt;Bundesamt für Verkehr: [https://www.bav.admin.ch/de/das-bav Das BAV], abgerufen am 25. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Amt ist insbesondere für die Regulierung, Finanzierung und Sicherheitsaufsicht im Eisenbahn-, Tram-, Bus-, Seilbahn- und Schiffsverkehr zuständig. Es begleitet zudem den Ausbau der Bahninfrastruktur, führt Konzessions- und Plangenehmigungsverfahren durch und setzt verkehrspolitische Entscheide von Bundesrat und Parlament um.&amp;lt;ref name=&amp;quot;aufgaben&amp;quot;&amp;gt;Bundesamt für Verkehr: [https://www.bav.admin.ch/de/aufgaben-des-amtes Aufgaben des Amtes], abgerufen am 25. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Sitz des BAV befindet sich an der Mühlestrasse 6 in [[Ittigen]] bei Bern. Das Amt beschäftigt rund 360 Personen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;bavprofil&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit dem 1. August 2024 wird das Bundesamt für Verkehr von &#039;&#039;&#039;Christa Hostettler&#039;&#039;&#039; geleitet. Sie folgte auf Peter Füglistaler, der das Amt von 2010 bis 2024 geführt hatte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;direktion&amp;quot;&amp;gt;Bundesamt für Verkehr: [https://www.bav.admin.ch/de/organisation Organisation], abgerufen am 25. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Aufgaben ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Bundesamt für Verkehr soll sicherstellen, dass sich der öffentliche Verkehr und der Güterverkehr in der Schweiz sicher, leistungsfähig, nachhaltig und entsprechend den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bedürfnissen entwickeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das BAV fasst seine Tätigkeit in vier Hauptaufgaben zusammen:&amp;lt;ref name=&amp;quot;aufgaben&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Politik&#039;&#039;&#039;: Vorbereitung und Umsetzung verkehrspolitischer Entscheide von Bundesrat, Parlament und Stimmvolk;&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Sicherheit&#039;&#039;&#039;: Gewährleistung eines hohen und gleichzeitig finanzierbaren Sicherheitsstandards;&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Finanzierung&#039;&#039;&#039;: Steuerung der Bundesmittel für Verkehrsinfrastruktur und Verkehrsangebote;&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Infrastruktur&#039;&#039;&#039;: Sicherstellung einer rechtzeitigen und vorschriftskonformen Planung, Erstellung und Erneuerung der Verkehrsinfrastruktur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund der zentralen Lage der Schweiz in Europa arbeitet das BAV auch eng mit ausländischen Behörden, den Nachbarstaaten und der [[Europäische Union|Europäischen Union]] zusammen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;aufgaben&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zuständigkeitsbereiche ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Bundesamt für Verkehr befasst sich mit mehreren Verkehrsträgern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu gehören insbesondere:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Eisenbahnen;&lt;br /&gt;
* Trambahnen;&lt;br /&gt;
* Trolleybus- und Busverkehr;&lt;br /&gt;
* Seilbahnen;&lt;br /&gt;
* öffentliche Schifffahrt;&lt;br /&gt;
* Schienengüterverkehr;&lt;br /&gt;
* kombinierter Güterverkehr;&lt;br /&gt;
* Anschlussgleise;&lt;br /&gt;
* bestimmte Bereiche des Strassengüterverkehrs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht zuständig ist das BAV beispielsweise für den allgemeinen Strassenverkehr und die Nationalstrassen. Diese Aufgaben liegen vor allem beim [[Bundesamt für Strassen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Zivilluftfahrt ist das [[Bundesamt für Zivilluftfahrt]] zuständig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Eisenbahn ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Eisenbahn bildet einen der wichtigsten Tätigkeitsbereiche des BAV.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Amt beaufsichtigt die zahlreichen Eisenbahnunternehmen und Infrastrukturbetreiber der Schweiz. Dazu gehören sowohl die [[Schweizerische Bundesbahnen|SBB]] als auch zahlreiche Privatbahnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu seinen Aufgaben gehören unter anderem:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Prüfung von Infrastrukturprojekten;&lt;br /&gt;
* Plangenehmigungsverfahren;&lt;br /&gt;
* Erteilung beziehungsweise Vorbereitung von Bewilligungen und Konzessionen;&lt;br /&gt;
* Sicherheitsaufsicht;&lt;br /&gt;
* Zulassung von Fahrzeugen und technischen Systemen;&lt;br /&gt;
* Finanzierung von Betrieb und Substanzerhalt;&lt;br /&gt;
* Begleitung des Ausbaus des Eisenbahnnetzes;&lt;br /&gt;
* Umsetzung eisenbahnrechtlicher Vorschriften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das BAV erlässt zudem die schweizweit geltenden &#039;&#039;&#039;Fahrdienstvorschriften&#039;&#039;&#039; für Eisenbahnen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;fdv&amp;quot;&amp;gt;Bundesamt für Verkehr: [https://www.bav.admin.ch/de/fahrdienstvorschriften-fdv Fahrdienstvorschriften (FDV)], abgerufen am 25. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bahninfrastruktur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bund finanziert Betrieb, Unterhalt und Ausbau der schweizerischen Eisenbahninfrastruktur zu einem wesentlichen Teil über den [[Bahninfrastrukturfonds]] (BIF).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das BAV steuert die Verwendung dieser Mittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit den Infrastrukturbetreiberinnen schliesst der Bund mehrjährige Leistungsvereinbarungen ab. Darin werden unter anderem die Leistungen für:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Betrieb;&lt;br /&gt;
* Unterhalt;&lt;br /&gt;
* Erneuerung;&lt;br /&gt;
* Substanzerhalt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
der Bahninfrastruktur festgelegt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;bahnnetz&amp;quot;&amp;gt;Bundesamt für Verkehr: [https://www.bav.admin.ch/de/eisenbahnnetz Eisenbahnnetz], abgerufen am 25. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für grössere Ausbauten werden separate Finanzierungsbeschlüsse getroffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bahninfrastrukturfonds ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Bahninfrastrukturfonds}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Bahninfrastrukturfonds]] bildet seit 2016 die zentrale Finanzierungsgrundlage für die schweizerische Eisenbahninfrastruktur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus ihm werden insbesondere:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Betrieb des Bahnnetzes;&lt;br /&gt;
* Substanzerhalt;&lt;br /&gt;
* Erneuerungen;&lt;br /&gt;
* Erweiterungsprojekte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
finanziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Angaben des BAV fliessen derzeit jährlich rund 4,7 Milliarden Franken aus dem Fonds in Betrieb, Erhalt und Ausbau der Eisenbahninfrastruktur. Längerfristig wird mit jährlichen Ausgaben von rund sechs Milliarden Franken gerechnet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;finanzierung&amp;quot;&amp;gt;Bundesamt für Verkehr: [https://www.bav.admin.ch/de/finanzierung Finanzierung], abgerufen am 25. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ausbauprogramme ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das BAV ist an der Planung und Umsetzung der langfristigen Ausbauprogramme des Schweizer Eisenbahnnetzes beteiligt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu gehören beziehungsweise gehörten unter anderem:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Bahn 2000]];&lt;br /&gt;
* [[Neue Eisenbahn-Alpentransversale|NEAT]];&lt;br /&gt;
* HGV-Anschluss;&lt;br /&gt;
* Zukünftige Entwicklung der Bahninfrastruktur (ZEB);&lt;br /&gt;
* Ausbauschritt 2025;&lt;br /&gt;
* Ausbauschritt 2035.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Amt erstellt gemeinsam mit Bahnen, Kantonen und weiteren Beteiligten Grundlagen für zukünftige Angebots- und Infrastrukturkonzepte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Regionaler Personenverkehr ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiterer wichtiger Aufgabenbereich ist der &#039;&#039;&#039;regionale Personenverkehr&#039;&#039;&#039; (RPV).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser umfasst den öffentlichen Verkehr innerhalb von Regionen und zwischen benachbarten Regionen. Dazu gehören zahlreiche:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Regionalzüge;&lt;br /&gt;
* S-Bahn-Linien;&lt;br /&gt;
* Postautolinien;&lt;br /&gt;
* regionale Buslinien;&lt;br /&gt;
* einzelne Seilbahn- und Schiffsverbindungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bund bestellt und finanziert den regionalen Personenverkehr mit Erschliessungsfunktion gemeinsam mit den Kantonen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;rpv&amp;quot;&amp;gt;Bundesamt für Verkehr: [https://www.bav.admin.ch/de/regionaler-personenverkehr Regionaler Personenverkehr], abgerufen am 25. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Transportunternehmen reichen dafür periodisch Offerten ein. Bund und Kantone vereinbaren mit ihnen die zu erbringenden Leistungen und die dafür vorgesehenen Abgeltungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Finanzierung des öffentlichen Verkehrs ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bund, Kantone und Gemeinden tragen einen erheblichen Anteil an den Gesamtkosten des öffentlichen Verkehrs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bund gibt nach Angaben des BAV jährlich mehr als fünf Milliarden Franken für öffentlichen Verkehr und Schienengüterverkehr aus.&amp;lt;ref name=&amp;quot;finanzierung&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den wichtigsten Ausgabeposten gehören:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* rund 4,7 Milliarden Franken pro Jahr für Bahninfrastruktur;&lt;br /&gt;
* rund eine Milliarde Franken Bundesanteil für den regionalen Personenverkehr;&lt;br /&gt;
* etwa 100 bis 200 Millionen Franken für die Förderung des Schienengüterverkehrs;&lt;br /&gt;
* Beiträge für den Autoverlad;&lt;br /&gt;
* weitere projektbezogene Finanzierungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der nationale Fernverkehr wird dagegen grundsätzlich nicht durch den Bund abgegolten. Er muss gesamthaft eigenwirtschaftlich betrieben werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;finanzierung&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Subventionsaufsicht ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das BAV kontrolliert auch die Verwendung der Bundesmittel im subventionierten öffentlichen Verkehr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verantwortung für eine gesetzeskonforme Verwendung der Subventionen liegt grundsätzlich bei den Transportunternehmen. Das Bundesamt führt jedoch ein eigenes Controlling und risikoorientierte Prüfungen durch.&amp;lt;ref name=&amp;quot;subventionen&amp;quot;&amp;gt;Bundesamt für Verkehr: [https://www.bav.admin.ch/de/verantwortlichkeiten-fuer-korrekten-subventionseinsatz-und-controlling-des-bav Verantwortlichkeiten für korrekten Subventionseinsatz und Controlling des BAV], abgerufen am 25. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unternehmen mit hohen Bundesbeiträgen müssen zusätzliche Prüf- und Rechnungslegungsvorgaben erfüllen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Revision des BAV sowie eidgenössische und kantonale Finanzkontrollen können vertiefte Prüfungen durchführen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sicherheit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sicherheitsaufsicht gehört zu den zentralen Aufgaben des BAV.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die unmittelbare Verantwortung für die Sicherheit von Fahrzeugen, Anlagen und Betrieb liegt grundsätzlich bei den jeweiligen Transportunternehmen. Das BAV überprüft, ob diese ihre Verantwortung wahrnehmen und die gesetzlichen Vorschriften einhalten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;sicherheit&amp;quot;&amp;gt;Bundesamt für Verkehr: [https://www.bav.admin.ch/de/sicherheit Die Sicherheit gewährleisten], abgerufen am 25. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Aufsicht gehören unter anderem:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Audits;&lt;br /&gt;
* Betriebskontrollen;&lt;br /&gt;
* Stichproben an Fahrzeugen;&lt;br /&gt;
* Kontrollen von Infrastruktur;&lt;br /&gt;
* Prüfungen von Sicherheitsmanagementsystemen;&lt;br /&gt;
* Zulassungs- und Bewilligungsverfahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Werden Mängel festgestellt, kann das BAV deren Behebung innerhalb einer bestimmten Frist verlangen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;aufsichtsphasen&amp;quot;&amp;gt;Bundesamt für Verkehr: [https://www.bav.admin.ch/de/die-phasen-der-sicherheitsaufsicht Die Phasen der Sicherheitsaufsicht], abgerufen am 25. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sicherheitsberichte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Bundesamt veröffentlicht regelmässig Berichte über die Sicherheit des öffentlichen Verkehrs in der Schweiz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darin werden unter anderem:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Unfälle;&lt;br /&gt;
* Personenschäden;&lt;br /&gt;
* technische Ereignisse;&lt;br /&gt;
* sicherheitsrelevante Entwicklungen;&lt;br /&gt;
* Aufsichtstätigkeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ausgewertet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der öffentliche Verkehr in der Schweiz weist im internationalen Vergleich ein hohes Sicherheitsniveau auf.&amp;lt;ref name=&amp;quot;sicherheit&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gefahrgut ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das BAV beaufsichtigt auch den Transport gefährlicher Güter in Teilen des öffentlichen Verkehrs und Schienengüterverkehrs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kontrolliert risikoorientiert, ob Eisenbahnunternehmen, Betreiber von Anschlussgleisen und weitere Unternehmen die Vorschriften zum Gefahrguttransport einhalten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;gefahrgut&amp;quot;&amp;gt;Bundesamt für Verkehr: [https://www.bav.admin.ch/de/aufsicht-im-bereich-gefahrgut Aufsicht im Bereich Gefahrgut], abgerufen am 25. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ziel ist es, Risiken für:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Reisende;&lt;br /&gt;
* Personal;&lt;br /&gt;
* Bevölkerung;&lt;br /&gt;
* Umwelt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
möglichst gering zu halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Seilbahnen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Bundesamt für Verkehr ist für rund 650 eidgenössisch konzessionierte Seilbahnanlagen zuständig.&amp;lt;ref name=&amp;quot;seilbahn&amp;quot;&amp;gt;Bundesamt für Verkehr: [https://www.bav.admin.ch/de/betrieb-und-sicherheit Betrieb und Sicherheit Seilbahnen], abgerufen am 25. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu gehören beispielsweise:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Luftseilbahnen;&lt;br /&gt;
* Gondelbahnen;&lt;br /&gt;
* Standseilbahnen;&lt;br /&gt;
* grössere Sesselbahnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Amt führt jährlich rund 130 Betriebskontrollen bei eidgenössisch konzessionierten Seilbahnen durch.&amp;lt;ref name=&amp;quot;seilbahn&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für kleinere Anlagen oder bestimmte Skilifte können dagegen kantonale Behörden zuständig sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schifffahrt ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zuständigkeit des Bundes für die Schifffahrt reicht bis ins 19. Jahrhundert zurück. Bereits 1896 wurde die damalige Eisenbahnabteilung auch für Schifffahrtsfragen zuständig.&amp;lt;ref name=&amp;quot;geschichte&amp;quot;&amp;gt;Bundesamt für Verkehr: [https://www.bav.admin.ch/de/geschichte Die Geschichte des BAV], veröffentlicht am 10. Juni 2025, abgerufen am 25. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute beaufsichtigt das BAV Teile der öffentlichen Personenschifffahrt auf Schweizer Seen und Flüssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu seinen Aufgaben gehören unter anderem:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* technische Vorschriften;&lt;br /&gt;
* Sicherheitsaufsicht;&lt;br /&gt;
* Zulassungen;&lt;br /&gt;
* Konzessionen;&lt;br /&gt;
* teilweise Finanzierung regionaler Angebote.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Busverkehr ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch konzessionierte Busunternehmen unterstehen in verschiedenen Bereichen der Aufsicht des BAV.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Finanzierung regionaler Buslinien erfolgt häufig gemeinsam durch Bund und Kantone.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den bedeutenden Unternehmen im regionalen Busverkehr gehören unter anderem:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[PostAuto]];&lt;br /&gt;
* [[Zugerland Verkehrsbetriebe]];&lt;br /&gt;
* regionale Verkehrsbetriebe;&lt;br /&gt;
* verschiedene Bahnunternehmen mit eigenen Busnetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der innerstädtische Ortsverkehr wird in der Regel durch Kantone und Gemeinden finanziert; der Bund beteiligt sich daran grundsätzlich nicht.&amp;lt;ref name=&amp;quot;finanzierung&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schienengüterverkehr ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Bundesamt ist auch für die Verkehrspolitik und verschiedene Fördermassnahmen im Schienengüterverkehr zuständig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein zentrales Ziel der schweizerischen Verkehrspolitik ist die Verlagerung des alpenquerenden Güterverkehrs von der Strasse auf die Schiene.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das BAV unterstützt unter anderem:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* kombinierten Verkehr;&lt;br /&gt;
* Terminals;&lt;br /&gt;
* Anschlussgleise;&lt;br /&gt;
* bestimmte Betriebsangebote;&lt;br /&gt;
* Infrastrukturprojekte des Güterverkehrs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine besondere Bedeutung besitzen die Eisenbahn-Alpentransversalen durch den [[Gotthard-Basistunnel]], den [[Lötschberg-Basistunnel]] und den [[Ceneri-Basistunnel]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Konzessionen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für zahlreiche Tätigkeiten im öffentlichen Verkehr ist eine eidgenössische Konzession erforderlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das BAV führt verschiedene Konzessionsverfahren durch.&amp;lt;ref name=&amp;quot;konzessionen&amp;quot;&amp;gt;Bundesamt für Verkehr: [https://www.bav.admin.ch/de/konzessionen Konzessionen], abgerufen am 25. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu gehören insbesondere:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Personenbeförderungskonzessionen;&lt;br /&gt;
* Eisenbahninfrastrukturkonzessionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer eine Eisenbahninfrastruktur bauen und betreiben will, benötigt grundsätzlich eine entsprechende Konzession.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erstmalige Erteilung einer Eisenbahninfrastrukturkonzession liegt beim [[Bundesrat]], während das UVEK für bestimmte Erneuerungen und Übertragungen zuständig ist. Das Verfahren wird vom BAV durchgeführt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;konzessionen&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Plangenehmigungsverfahren ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viele Eisenbahn- und Seilbahnprojekte benötigen eine Plangenehmigung des Bundes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das BAV prüft dabei neben technischen Fragen auch verschiedene öffentliche Interessen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu gehören insbesondere:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Raumplanung;&lt;br /&gt;
* Umweltschutz;&lt;br /&gt;
* Gewässerschutz;&lt;br /&gt;
* Natur- und Heimatschutz;&lt;br /&gt;
* Lärmschutz;&lt;br /&gt;
* Sicherheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Plangenehmigungsverfahren bündelt dabei verschiedene Bewilligungen in einem bundesrechtlichen Verfahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fahrzeugzulassung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das BAV ist an der Zulassung neuer Eisenbahnfahrzeuge und technischer Systeme beteiligt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor dem kommerziellen Einsatz müssen neue Fahrzeuge nachweisen, dass sie die einschlägigen technischen und sicherheitsrechtlichen Anforderungen erfüllen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zunehmende europäische Harmonisierung des Eisenbahnwesens beeinflusst diese Verfahren stark.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das BAV arbeitet deshalb auch mit ausländischen Behörden und der [[Eisenbahnagentur der Europäischen Union]] zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Internationale Zusammenarbeit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Schweiz liegt an mehreren bedeutenden europäischen Verkehrsachsen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das BAV arbeitet deshalb eng mit den Nachbarstaaten und internationalen Organisationen zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von besonderer Bedeutung sind die Beziehungen zu:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Deutschland;&lt;br /&gt;
* Frankreich;&lt;br /&gt;
* Italien;&lt;br /&gt;
* Österreich;&lt;br /&gt;
* Liechtenstein;&lt;br /&gt;
* Europäischer Union.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den internationalen Themen gehören beispielsweise:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* grenzüberschreitender Bahnverkehr;&lt;br /&gt;
* technische Interoperabilität;&lt;br /&gt;
* Sicherheitsstandards;&lt;br /&gt;
* Zulassung von Fahrzeugen;&lt;br /&gt;
* Güterverkehrskorridore;&lt;br /&gt;
* internationale Eisenbahnverbindungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Systemaufgaben ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bund kann einzelne Transportunternehmen damit beauftragen, übergeordnete Aufgaben für das gesamte Bahn- oder öffentliche Verkehrssystem zu übernehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Aufgaben werden als &#039;&#039;&#039;Systemaufgaben&#039;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&#039;Systemführerschaften&#039;&#039;&#039; bezeichnet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;systemaufgaben&amp;quot;&amp;gt;Bundesamt für Verkehr: [https://www.bav.admin.ch/de/systemaufgaben Systemaufgaben], abgerufen am 25. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Jahre 2025 bis 2028 stehen für Systemaufgaben im Infrastrukturbereich rund 500 Millionen Franken zur Verfügung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das BAV hat acht entsprechende Systemaufgaben vergeben. Mehrere werden von den SBB wahrgenommen, weitere von der [[Rhätische Bahn|Rhätischen Bahn]] und RAILplus.&amp;lt;ref name=&amp;quot;systemaufgaben&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Organisation ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das BAV ist eines von sieben Bundesämtern des UVEK.&amp;lt;ref name=&amp;quot;organisation&amp;quot;&amp;gt;Bundesamt für Verkehr: [https://www.bav.admin.ch/de/organisation Organisation], abgerufen am 25. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Amt ist in fünf Hauptabteilungen gegliedert:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Politik&#039;&#039;&#039;;&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Infrastruktur&#039;&#039;&#039;;&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Finanzierung&#039;&#039;&#039;;&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Sicherheit&#039;&#039;&#039;;&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Betriebswirtschaft und Organisation&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daneben besteht eine Sektion Revision, die direkt der Direktorin unterstellt ist.&amp;lt;ref name=&amp;quot;organisation&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Direktion setzt sich aus der Direktorin, den Leitungen der fünf Abteilungen und dem Leiter der Sektion Kommunikation zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Direktion ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit dem 1. August 2024 ist &#039;&#039;&#039;Christa Hostettler&#039;&#039;&#039; Direktorin des Bundesamts für Verkehr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit dem 1. April 2025 ist &#039;&#039;&#039;Martin von Känel&#039;&#039;&#039; stellvertretender Direktor. Er leitet gleichzeitig die Abteilung Finanzierung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;stellvertretung&amp;quot;&amp;gt;Der Bundesrat: [https://www.bav.admin.ch/de/nsb?id=104498 Martin von Känel wird stellvertretender Direktor des Bundesamts für Verkehr], 14. März 2025, abgerufen am 25. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Eisenbahnbureau 1850–1852 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein früher Vorläufer des heutigen Bundesamts existierte bereits von 1850 bis 1852.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sogenannte &#039;&#039;&#039;Eisenbahnbureau&#039;&#039;&#039; war dem damaligen Post- und Baudepartement angegliedert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;geschichte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem ersten eidgenössischen Eisenbahngesetz von 1852 verblieb die Hauptkompetenz für den Eisenbahnbau allerdings zunächst bei den Kantonen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Eisenbahnen entstanden überwiegend als private Unternehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gründung 1873 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die rasche Entwicklung des Schweizer Eisenbahnnetzes machte zunehmend eine gesamtschweizerische Regulierung erforderlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von besonderer Bedeutung war der 1869 abgeschlossene Staatsvertrag zum Bau der [[Gotthardbahn]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem zweiten Eisenbahngesetz gingen wichtige Aufsichts- und Konzessionskompetenzen an den Bund über.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am &#039;&#039;&#039;1. April 1873&#039;&#039;&#039; wurde deshalb die &#039;&#039;&#039;Eisenbahnabteilung des Bundes&#039;&#039;&#039; gegründet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;geschichte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu ihren ursprünglichen Aufgaben gehörten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Aufsicht über den Bau der Eisenbahnen;&lt;br /&gt;
* Aufsicht über den Betrieb;&lt;br /&gt;
* Tarifaufsicht;&lt;br /&gt;
* Kontrolle des Rechnungswesens;&lt;br /&gt;
* Erteilung von Konzessionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zuvor waren diese Aufgaben weitgehend durch die Kantone wahrgenommen worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ausbau der Zuständigkeiten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Aufgaben der Eisenbahnabteilung wurden schrittweise erweitert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1896 kam die Zuständigkeit für die Schifffahrt hinzu.&amp;lt;ref name=&amp;quot;geschichte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1902 wurde die Abteilung auch für Seilbahnen und Busse zuständig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem starken Wachstum des Automobilverkehrs entstanden zunehmend Fragen, die nicht mehr nur die Eisenbahn betrafen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schweizerische Bundesbahnen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1898 stimmte die Schweizer Bevölkerung der Verstaatlichung der grossen Privatbahnen zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1902 nahmen die [[Schweizerische Bundesbahnen|Schweizerischen Bundesbahnen]] ihren Betrieb auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1919 gab die Eisenbahnabteilung einen Teil ihrer Aufsichtskompetenzen an die SBB ab. Die Staatsbahn verwaltete und beaufsichtigte sich in verschiedenen Bereichen fortan weitgehend selbst.&amp;lt;ref name=&amp;quot;geschichte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zuge der Bahnreform änderte sich dies erneut. Im Jahr 2000 übernahm das BAV wieder umfassendere Aufsichtsaufgaben gegenüber den SBB, nachdem diese als spezialgesetzliche Aktiengesellschaft aus der eigentlichen Bundesverwaltung ausgegliedert worden waren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;geschichte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Eidgenössisches Amt für Verkehr ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1935 wurde die Eisenbahnabteilung in &#039;&#039;&#039;Eidgenössisches Amt für Verkehr&#039;&#039;&#039; umbenannt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;geschichte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grund dafür war die Erweiterung des Tätigkeitsfelds über die Eisenbahn hinaus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neu gehörten auch allgemeine Fragen des Verhältnisses zwischen Bahn- und Strassenverkehr zu den Aufgaben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwischen 1935 und 1981 war das Amt ausserdem für die staatliche Tourismusförderung zuständig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1981 ging diese Aufgabe an das damalige Bundesamt für Industrie, Gewerbe und Arbeit über.&amp;lt;ref name=&amp;quot;geschichte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bundesamt für Verkehr ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit &#039;&#039;&#039;1979&#039;&#039;&#039; trägt die Behörde ihren heutigen Namen &#039;&#039;&#039;Bundesamt für Verkehr&#039;&#039;&#039;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;geschichte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 1998 wurde das zuständige Departement zum heutigen Eidgenössischen Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation umgestaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2000 erfolgte im Zusammenhang mit der Bahnreform eine grössere Reorganisation des BAV. Dabei übernahm das Amt auch 43 Stellen von den SBB und zog ins Bollwerk in Bern.&amp;lt;ref name=&amp;quot;geschichte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Umzug nach Ittigen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2006 zog das BAV in den neu geschaffenen UVEK-Campus in [[Ittigen]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;geschichte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der heutige Hauptsitz befindet sich an der Mühlestrasse 6.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Jahren 2006 bis 2008 wurde das Amt im Rahmen des Projekts &#039;&#039;&#039;Scambio&#039;&#039;&#039; erneut reorganisiert. Dabei wurden Aufgaben stärker voneinander getrennt und insbesondere die Sicherheitsaufsicht ausgebaut.&amp;lt;ref name=&amp;quot;geschichte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 150-Jahr-Jubiläum ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2023 feierte das Bundesamt für Verkehr sein 150-jähriges Bestehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus diesem Anlass veröffentlichte das Amt eine umfangreiche Dokumentation seiner Geschichte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;jubilaeum&amp;quot;&amp;gt;Bundesamt für Verkehr: [https://www.bav.admin.ch/dam/de/sd-web/E5VhXqTlbWjs/broschuere-150-jahre-bav.pdf 1873–2023 – 150 Jahre Bundesamt für Verkehr], 2023.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den 150 Jahren entwickelte sich die ursprüngliche Eisenbahnabteilung zu einer umfassenden Regulierungs-, Finanzierungs- und Sicherheitsbehörde für grosse Teile des öffentlichen Verkehrs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Entwicklung der Aufgaben ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Entwicklung des BAV spiegelt die Veränderungen des Schweizer Verkehrssystems wider.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 19. Jahrhundert stand vor allem die Regulierung der neuen Eisenbahnen im Vordergrund.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 20. Jahrhundert kamen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Schifffahrt;&lt;br /&gt;
* Busverkehr;&lt;br /&gt;
* Seilbahnen;&lt;br /&gt;
* allgemeine Verkehrsfragen;&lt;br /&gt;
* Tourismusförderung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
hinzu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Später gewannen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Sicherheitsaufsicht;&lt;br /&gt;
* Finanzierung;&lt;br /&gt;
* Infrastrukturplanung;&lt;br /&gt;
* europäische Zusammenarbeit;&lt;br /&gt;
* Schienengüterverkehr;&lt;br /&gt;
* Umweltthemen;&lt;br /&gt;
* Digitalisierung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
an Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verhältnis zu den Transportunternehmen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das BAV betreibt den öffentlichen Verkehr nicht selbst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die operativen Leistungen werden von eigenständigen Unternehmen erbracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu gehören beispielsweise:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Schweizerische Bundesbahnen|SBB]];&lt;br /&gt;
* [[BLS AG|BLS]];&lt;br /&gt;
* [[Rhätische Bahn]];&lt;br /&gt;
* [[Matterhorn-Gotthard-Bahn]];&lt;br /&gt;
* [[Rhaetische Bahn|RhB]];&lt;br /&gt;
* [[PostAuto]];&lt;br /&gt;
* zahlreiche kantonale und kommunale Verkehrsbetriebe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Bundesamt legt im Rahmen seiner gesetzlichen Kompetenzen Bedingungen fest, erteilt Bewilligungen, kontrolliert die Sicherheit und steuert Bundesmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verhältnis zur SBB ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die SBB befindet sich vollständig im Eigentum des Bundes, ist jedoch organisatorisch vom BAV getrennt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das BAV nimmt gegenüber der SBB verschiedene regulatorische und aufsichtsrechtliche Aufgaben wahr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Eigentümerrolle des Bundes gegenüber der SBB wird dagegen nicht vom BAV allein wahrgenommen, sondern ist Teil der übergeordneten Steuerung durch den Bund.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Trennung soll Interessenkonflikte zwischen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Eigentümerfunktion;&lt;br /&gt;
* Finanzierung;&lt;br /&gt;
* Regulierung;&lt;br /&gt;
* Sicherheitsaufsicht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
vermindern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verhältnis zu RailCom ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Kommission für den Eisenbahnverkehr]] (RailCom) ist eine vom BAV unabhängige Regulierungsbehörde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie überwacht insbesondere den diskriminierungsfreien Zugang zur Eisenbahninfrastruktur und weitere Fragen des Marktzugangs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
BAV und RailCom besitzen damit unterschiedliche Aufgaben, obwohl beide im schweizerischen Eisenbahnsektor tätig sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verhältnis zur SUST ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle]] (SUST) untersucht schwere Unfälle und gefährliche Ereignisse im öffentlichen Verkehr unabhängig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das BAV ist dagegen primär Aufsichts- und Bewilligungsbehörde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Trennung zwischen Unfalluntersuchung und Sicherheitsaufsicht soll eine unabhängige Untersuchung von Ereignissen gewährleisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Digitalisierung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung verändert zahlreiche Tätigkeitsbereiche des Bundesamts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu gehören:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* elektronische Bewilligungsverfahren;&lt;br /&gt;
* digitale Fahrgastinformation;&lt;br /&gt;
* automatisierter Bahnbetrieb;&lt;br /&gt;
* digitale Stellwerke;&lt;br /&gt;
* ETCS;&lt;br /&gt;
* automatisierte Güterprozesse;&lt;br /&gt;
* digitale Vertriebssysteme.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das BAV arbeitet dabei mit Transportunternehmen, Technologieanbietern und anderen Behörden zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Umwelt und Nachhaltigkeit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der öffentliche Verkehr besitzt innerhalb der schweizerischen Klima- und Energiepolitik eine zentrale Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das BAV fördert im Rahmen seiner Zuständigkeiten unter anderem:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* energieeffiziente Fahrzeuge;&lt;br /&gt;
* Elektrifizierung;&lt;br /&gt;
* Verlagerung von Verkehr auf die Schiene;&lt;br /&gt;
* nachhaltige Infrastruktur;&lt;br /&gt;
* energieeffiziente Bahntechnik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Infrastrukturprojekten werden zudem Umwelt-, Natur- und Landschaftsschutzbelange geprüft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Öffentlicher Verkehr und Raumplanung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verkehrsinfrastruktur und Siedlungsentwicklung sind eng miteinander verbunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das BAV arbeitet daher unter anderem mit:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Bundesamt für Raumentwicklung]];&lt;br /&gt;
* Kantonen;&lt;br /&gt;
* Gemeinden;&lt;br /&gt;
* Infrastrukturbetreibern&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neue Bahnangebote und Bahnhöfe können erhebliche Auswirkungen auf die räumliche Entwicklung von Agglomerationen und Regionen haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sitz ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Hauptsitz des Bundesamts für Verkehr befindet sich im UVEK-Campus in Ittigen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;Bundesamt für Verkehr BAV&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:Mühlestrasse 6&lt;br /&gt;
:3063 Ittigen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Standort befindet sich nordöstlich der Stadt Bern und ist mit dem öffentlichen Verkehr über die Bahnlinie des [[Regionalverkehr Bern–Solothurn]] erreichbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Chronologie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Jahr&lt;br /&gt;
! Ereignis&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1850–1852&lt;br /&gt;
| Eisenbahnbureau im Post- und Baudepartement als Vorläufer des heutigen BAV&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1852&lt;br /&gt;
| Erstes eidgenössisches Eisenbahngesetz; die Hauptkompetenzen bleiben bei den Kantonen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1869&lt;br /&gt;
| Staatsvertrag zur Gotthardbahn verstärkt den Bedarf nach einer Regulierung auf Bundesebene&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1. April 1873&lt;br /&gt;
| Gründung der Eisenbahnabteilung des Bundes&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1896&lt;br /&gt;
| Zuständigkeit wird auf die Schifffahrt erweitert&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1898&lt;br /&gt;
| Zustimmung zur Verstaatlichung der grossen Privatbahnen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1902&lt;br /&gt;
| Entstehung der SBB; Eisenbahnabteilung wird auch für Seilbahnen und Busse zuständig&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1915&lt;br /&gt;
| Umzug vom Bundeshaus West ins Bundeshaus Nord&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1919&lt;br /&gt;
| Abgabe verschiedener Aufsichtskompetenzen an die SBB&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1923&lt;br /&gt;
| Führung des Amtes durch einen einzigen Direktor&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1935&lt;br /&gt;
| Umbenennung in Eidgenössisches Amt für Verkehr&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1958&lt;br /&gt;
| Inkrafttreten des totalrevidierten Eisenbahngesetzes&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1979&lt;br /&gt;
| Umbenennung in Bundesamt für Verkehr&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1981&lt;br /&gt;
| Abgabe der Tourismusförderung an das BIGA&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1998&lt;br /&gt;
| Eingliederung in das neu benannte UVEK&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 2000&lt;br /&gt;
| Reorganisation nach der Bahnreform und Übernahme zusätzlicher Aufsichtsaufgaben gegenüber den SBB&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 2006&lt;br /&gt;
| Umzug in den UVEK-Campus in Ittigen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 2006–2008&lt;br /&gt;
| Reorganisation und Stärkung der Sicherheitsaufsicht&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 2023&lt;br /&gt;
| 150-Jahr-Jubiläum&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1. August 2024&lt;br /&gt;
| Christa Hostettler übernimmt die Direktion&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1. April 2025&lt;br /&gt;
| Martin von Känel wird stellvertretender Direktor&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Eidgenössisches Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation]]&lt;br /&gt;
* [[Öffentlicher Verkehr in der Schweiz]]&lt;br /&gt;
* [[Schweizerische Bundesbahnen]]&lt;br /&gt;
* [[Bundesamt für Strassen]]&lt;br /&gt;
* [[Bundesamt für Zivilluftfahrt]]&lt;br /&gt;
* [[Bahninfrastrukturfonds]]&lt;br /&gt;
* [[Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle]]&lt;br /&gt;
* [[Kommission für den Eisenbahnverkehr]]&lt;br /&gt;
* [[Neue Eisenbahn-Alpentransversale]]&lt;br /&gt;
* [[Bahn 2000]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Bundesamt für Verkehr: &#039;&#039;1873–2023 – 150 Jahre Bundesamt für Verkehr&#039;&#039;. Bern/Ittigen 2023.&lt;br /&gt;
* Bundesamt für Verkehr: &#039;&#039;150 Jahre BAV&#039;&#039;. Ittigen 2023.&lt;br /&gt;
* Bundesamt für Verkehr: jährliche Sicherheitsberichte zum öffentlichen Verkehr.&lt;br /&gt;
* Bundesamt für Verkehr: Faktenblätter zum öffentlichen Verkehr und zur Aufsichtsfunktion des BAV.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://www.bav.admin.ch/ Offizielle Website des Bundesamts für Verkehr]&lt;br /&gt;
* [https://www.bav.admin.ch/de/das-bav Das BAV]&lt;br /&gt;
* [https://www.bav.admin.ch/de/aufgaben-des-amtes Aufgaben des Bundesamts für Verkehr]&lt;br /&gt;
* [https://www.bav.admin.ch/de/organisation Organisation des BAV]&lt;br /&gt;
* [https://www.bav.admin.ch/de/geschichte Geschichte des BAV]&lt;br /&gt;
* [https://www.uvek.admin.ch/ Eidgenössisches Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bundesamt (Schweiz)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Verkehrsbehörde]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Öffentlicher Verkehr in der Schweiz]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schienenverkehr in der Schweiz]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Eidgenössisches Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Organisation (Ittigen)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gegründet 1873]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Nick Frei</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://helvetia.wiki/de/index.php?title=B%C3%BClach-Regensberg-Bahn&amp;diff=2962</id>
		<title>Bülach-Regensberg-Bahn</title>
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		<updated>2026-08-25T22:19:51Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Nick Frei: Die Seite wurde neu angelegt: «{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;float:right; width:315px; margin:0 0 1em 1em;&amp;quot; ! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; | Bülach-Regensberg-Bahn |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Abkürzung&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | BR |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Unternehmensform&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | Eisenbahngesellschaft |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Gründung&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | 1863 |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Betriebsaufnahme&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | 1. Mai 1865 |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Auflösung&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | 1. Januar 1877 |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Sitz&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | Kanton Zürich |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Spurweite&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | 1435 mm |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Betriebsart&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | Dampfbahn |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Strecken&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | Oerlikon–Oberglatt–Bülach; Oberg…»&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;float:right; width:315px; margin:0 0 1em 1em;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; | Bülach-Regensberg-Bahn&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Abkürzung&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| BR&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Unternehmensform&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Eisenbahngesellschaft&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Gründung&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| 1863&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Betriebsaufnahme&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| 1. Mai 1865&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Auflösung&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| 1. Januar 1877&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Sitz&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Kanton Zürich&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Spurweite&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| 1435 mm&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Betriebsart&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Dampfbahn&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Strecken&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Oerlikon–Oberglatt–Bülach; Oberglatt–Dielsdorf&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Streckenlänge&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| 20,30 km&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Betriebsführung&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Schweizerische Nordostbahn&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Nachfolger&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Schweizerische Nordostbahn&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Die &#039;&#039;&#039;Bülach-Regensberg-Bahn&#039;&#039;&#039; (&#039;&#039;&#039;BR&#039;&#039;&#039;) war eine schweizerische Eisenbahngesellschaft im [[Kanton Zürich]]. Sie eröffnete am 1. Mai 1865 eine Y-förmige normalspurige Bahnverbindung von [[Oerlikon]] über [[Oberglatt ZH|Oberglatt]] nach [[Bülach]] sowie eine Zweigstrecke von Oberglatt nach [[Dielsdorf ZH|Dielsdorf]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;brgeschichte&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%BClach-Regensberg-Bahn |titel=Bülach-Regensberg-Bahn |werk=Wikipedia |abruf=2026-08-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bahn erschloss grosse Teile des [[Zürcher Unterland]]s und des damaligen [[Bezirk Regensberg|Bezirks Regensberg]] erstmals mit der Eisenbahn. Der Betrieb wurde von Beginn an durch die [[Schweizerische Nordostbahn]] (NOB) geführt. Am 1. Januar 1877 übernahm die NOB die Bülach-Regensberg-Bahn vollständig.&amp;lt;ref name=&amp;quot;nob&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://de.wikipedia.org/wiki/Schweizerische_Nordostbahn |titel=Schweizerische Nordostbahn |werk=Wikipedia |abruf=2026-08-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die von der BR errichteten Strecken sind bis heute in Betrieb. Der Ast nach Bülach bildet einen Teil der wichtigen [[Bahnstrecke Zürich–Bülach–Schaffhausen]], während die Strecke Oberglatt–Dielsdorf später nach [[Niederweningen]] verlängert wurde und heute als [[Wehntalbahn]] bekannt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorgeschichte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich Zürich rasch zu einem wichtigen Eisenbahnknoten. Die 1847 eröffnete [[Bahnstrecke Zürich–Baden]] war die erste vollständig auf Schweizer Gebiet gelegene Eisenbahnstrecke. In den 1850er-Jahren folgten weitere Verbindungen in Richtung Winterthur und Bodensee.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Norden des Kantons Zürich blieb zunächst jedoch nur unzureichend an das neue Verkehrsnetz angeschlossen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Schweizerische Nordostbahn]] eröffnete 1855 die Strecke von Zürich über Oerlikon und Wallisellen nach Winterthur. Der Bahnhof Oerlikon erhielt 1856 mit der direkten Verbindung über Wipkingen zum Zürcher Hauptbahnhof zusätzliche Bedeutung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;oerlikon&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://de.wikipedia.org/wiki/Bahnhof_Z%C3%BCrich_Oerlikon |titel=Bahnhof Zürich Oerlikon |werk=Wikipedia |abruf=2026-08-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weiter nördlich gelegenen Bezirke Bülach und Regensberg blieb die Eisenbahn jedoch zunächst ausser Reichweite.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Eisenbahnkomitees ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr &#039;&#039;&#039;1860&#039;&#039;&#039; bildeten sich sowohl im Bezirk Bülach als auch im Bezirk Regensberg Komitees, die einen Eisenbahnanschluss ihrer Regionen forderten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;brgeschichte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beide Komitees strebten eine Verbindung zum Bahnhof Oerlikon an. Von dort bestand bereits eine direkte Eisenbahnverbindung nach Zürich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Vertreter der Gemeinden nahmen Verhandlungen mit dem Kanton Zürich und der Nordostbahn auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Projekt sah eine gemeinsame Stammstrecke von Oerlikon nach Oberglatt vor. Dort sollte sich die Strecke verzweigen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* ein Ast sollte über Niederglatt nach Bülach führen;&lt;br /&gt;
* der zweite Ast sollte nach Dielsdorf führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch entstand die charakteristische Y-förmige Streckenanlage der Bülach-Regensberg-Bahn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Diskussion über eine Pferdebahn ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der frühen Planungsphase wurde erwogen, die beiden Streckenäste mit unterschiedlichen Betriebssystemen auszustatten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die längere Strecke von Oberglatt nach Bülach war von Anfang an eine Dampfeisenbahn vorgesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kürzere Verbindung Oberglatt–Dielsdorf sollte dagegen zunächst möglicherweise als &#039;&#039;&#039;Pferdebahn&#039;&#039;&#039; betrieben werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;brgeschichte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Lösung hätte geringere Bau- und Betriebskosten ermöglicht. Man erkannte jedoch, dass der Zeitverlust durch den Pferdebetrieb den Nutzen der neuen Verkehrsverbindung erheblich vermindert hätte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schliesslich wurde entschieden, auch den Ast nach Dielsdorf als Dampfbahn auszuführen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Konzession ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am &#039;&#039;&#039;1. Juli 1863&#039;&#039;&#039; erteilte der Zürcher Grosse Rat die Konzession für den Bau der Bahn.&amp;lt;ref name=&amp;quot;brgeschichte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konzession umfasste die Strecke:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Oerlikon–Glattbrugg–Rümlang–Oberglatt;&lt;br /&gt;
* Oberglatt–Niederglatt–Bülach;&lt;br /&gt;
* Oberglatt–Dielsdorf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gleichzeitig genehmigte der Kanton den Bauvertrag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Finanzierung war für die damalige Zeit bemerkenswert breit abgestützt. Die Baukosten wurden zu jeweils ungefähr einem Drittel getragen durch:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* den [[Kanton Zürich]];&lt;br /&gt;
* die beteiligten Gemeinden;&lt;br /&gt;
* die Schweizerische Nordostbahn.&amp;lt;ref name=&amp;quot;brgeschichte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die NOB stellte rund 600&#039;000 Franken in Form eines Darlehens zur Verfügung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;nob&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch diese Beteiligung war die Bülach-Regensberg-Bahn bereits von ihrer Gründung an eng mit der wesentlich grösseren Nordostbahn verbunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bau ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die eigentlichen Bauarbeiten begannen im Frühjahr &#039;&#039;&#039;1864&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Projekt wurde in fünf Baulose aufgeteilt. Die topografischen Verhältnisse waren vergleichsweise günstig. Die Strecke verlief überwiegend durch das flache Glatt- und Zürcher Unterland, sodass nur wenige grössere Kunstbauten notwendig waren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;brgeschichte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An den Vorbereitungsarbeiten war unter anderem der aus [[Schöfflisdorf]] stammende Bauingenieur &#039;&#039;&#039;Andreas Rudolf Harlacher&#039;&#039;&#039; beteiligt. Harlacher wurde später als Wasserbauingenieur, Hydrologe und Professor bekannt und war zeitweise Rektor der Deutschen Universität Prag.&amp;lt;ref name=&amp;quot;brgeschichte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bau verlief nicht völlig problemlos. Mehrere beteiligte Bauunternehmen gerieten in finanzielle Schwierigkeiten, und Auseinandersetzungen über die Arbeiten führten zeitweise zu Unterbrechungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da die Konzession eine Fertigstellung bis Mai 1865 verlangte, griff die Nordostbahn ein. Sie liess Teile des Unterbaus im Akkord weiterbauen und sorgte so dafür, dass die Strecke rechtzeitig fertiggestellt werden konnte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;brgeschichte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Infrastruktur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gesamte Strecke wurde zunächst &#039;&#039;&#039;eingleisig&#039;&#039;&#039; und in der schweizerischen Normalspur von 1435 Millimetern gebaut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grössere Tunnel oder Brücken waren nicht notwendig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Bülach und Dielsdorf entstanden kleine Lokomotivremisen. Der Bahnhof Bülach erhielt zusätzlich eine Drehscheibe mit Entleerungsgrube.&amp;lt;ref name=&amp;quot;brgeschichte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Betriebsanlagen waren damit auf die Funktion beider Orte als Endbahnhöfe ausgerichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oberglatt erhielt aufgrund der Streckenverzweigung eine besondere Bedeutung als Betriebspunkt. Hier mussten die Züge in Richtung Bülach und Dielsdorf getrennt beziehungsweise entsprechend geführt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Eröffnung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die feierliche Eröffnung fand am &#039;&#039;&#039;30. April 1865&#039;&#039;&#039; statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Festzug fuhr zunächst von Oerlikon direkt nach Bülach. Anschliessend kehrte er nach Oberglatt zurück und fuhr nach einem Richtungswechsel weiter nach Dielsdorf.&amp;lt;ref name=&amp;quot;brgeschichte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am folgenden Tag, dem &#039;&#039;&#039;1. Mai 1865&#039;&#039;&#039;, nahm die Bülach-Regensberg-Bahn den regulären Betrieb auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit erhielten unter anderem folgende Orte erstmals einen Eisenbahnanschluss:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Glattbrugg;&lt;br /&gt;
* Rümlang;&lt;br /&gt;
* Oberglatt;&lt;br /&gt;
* Niederglatt;&lt;br /&gt;
* Bülach;&lt;br /&gt;
* Dielsdorf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bahn gehörte zu den frühen regionalen Nebenbahnen der Schweiz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Strecken ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bülach-Regensberg-Bahn bestand aus einer gemeinsamen Stammstrecke und zwei Ästen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Strecke&lt;br /&gt;
! Länge ungefähr&lt;br /&gt;
! Eröffnung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Oerlikon–Oberglatt&lt;br /&gt;
| 8 km&lt;br /&gt;
| 1. Mai 1865&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Oberglatt–Bülach&lt;br /&gt;
| 8 km&lt;br /&gt;
| 1. Mai 1865&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Oberglatt–Dielsdorf&lt;br /&gt;
| 4 km&lt;br /&gt;
| 1. Mai 1865&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gesamtlänge des ursprünglichen BR-Netzes betrug rund &#039;&#039;&#039;20,30 Kilometer&#039;&#039;&#039;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;nob&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Oerlikon–Oberglatt ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausgangspunkt war der [[Bahnhof Zürich Oerlikon|Bahnhof Oerlikon]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von dort führte die Strecke zunächst nordwärts nach [[Glattbrugg]]. Anschliessend verlief sie über [[Rümlang]] nach Oberglatt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oerlikon war bereits mit Zürich und Winterthur verbunden. Die Züge der Bülach-Regensberg-Bahn konnten deshalb über die Infrastruktur der Nordostbahn bis nach Zürich weitergeführt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Abschnitt Oerlikon–Oberglatt entwickelte sich später zu einer der wichtigsten Bahnstrecken des Zürcher Unterlands.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Oberglatt–Bülach ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Oberglatt zweigte die Strecke in Richtung Bülach ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie führte über [[Niederglatt ZH|Niederglatt]] durch das weitgehend flache Glatttal und weiter nach Bülach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der ursprüngliche Bahnhof Bülach befand sich nicht an der Stelle des heutigen Bahnhofs, sondern westlich des späteren Bahnhofareals im Bereich des heutigen Schulhauses Lindenhof.&amp;lt;ref name=&amp;quot;buelach&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://de.wikipedia.org/wiki/Bahnhof_B%C3%BClach |titel=Bahnhof Bülach |werk=Wikipedia |abruf=2026-08-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bülach war zunächst Endstation der Linie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Erster Bahnhof Bülach ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der erste Bahnhof von Bülach entstand 1865 speziell für die Bülach-Regensberg-Bahn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als die Nordostbahn später die Strecke [[Winterthur–Koblenz]] baute, erwies sich die Lage des vorhandenen Bahnhofs als ungeeignet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deshalb entstand nördlich der Altstadt ein neuer Bahnhof. Dieser ging am &#039;&#039;&#039;1. August 1876&#039;&#039;&#039; zusammen mit der Bahnlinie Winterthur–Bülach–Koblenz in Betrieb.&amp;lt;ref name=&amp;quot;buelach&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der bisherige Bahnhof wurde ausser Betrieb genommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ursprüngliche Aufnahmegebäude blieb jedoch erhalten. Es wurde abgetragen und nach [[Otelfingen]] versetzt, wo es als Bahnhofgebäude weiterverwendet wurde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;buelach&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Oberglatt–Dielsdorf ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zweite Streckenast führte von Oberglatt westwärts nach Dielsdorf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Linie verlief über das Gebiet von Niederglatt beziehungsweise Oberhasli in Richtung des damaligen Bezirkshauptgebiets von Regensberg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dielsdorf war von 1865 bis 1891 Endbahnhof.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dielsdorf&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://de.wikipedia.org/wiki/Bahnhof_Dielsdorf |titel=Bahnhof Dielsdorf |werk=Wikipedia |abruf=2026-08-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Eisenbahnanschluss verstärkte die Bedeutung des in der Talebene gelegenen Ortes erheblich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1871 wurde der Hauptort des damaligen Bezirks Regensberg von [[Regensberg ZH|Regensberg]] nach Dielsdorf verlegt. Gleichzeitig erhielt der Bezirk den heutigen Namen [[Bezirk Dielsdorf]]. Der seit 1865 bestehende Bahnanschluss trug zur zunehmenden zentralörtlichen Bedeutung Dielsdorfs bei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Betrieb ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl die Bülach-Regensberg-Bahn eine eigene Gesellschaft war, führte die Nordostbahn den Betrieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Eröffnung verkehrten täglich &#039;&#039;&#039;drei Zugpaare&#039;&#039;&#039; von Bülach und Dielsdorf nach Zürich und zurück.&amp;lt;ref name=&amp;quot;brgeschichte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusätzlich bestanden Verbindungen zwischen Bülach und Dielsdorf über Oberglatt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An Sonntagen wurden zusätzliche Züge angeboten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* von Bülach über Oberglatt nach Dielsdorf;&lt;br /&gt;
* von Dielsdorf über Oberglatt nach Zürich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Fahrpläne waren für damalige Verhältnisse auf den Personenverkehr nach Zürich ausgerichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wagenklassen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den ersten Betriebsjahren bestanden im Wesentlichen die zweite und dritte Wagenklasse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rund &#039;&#039;&#039;86 Prozent&#039;&#039;&#039; der Fahrgäste benutzten die dritte Klasse, während etwa 14 Prozent in der zweiten Klasse reisten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;brgeschichte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies zeigt die ausgeprägte Funktion der Bahn als Verkehrsmittel für die breite Bevölkerung der erschlossenen ländlichen Gemeinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rollmaterial ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da die Nordostbahn den Betrieb führte, setzte die Bülach-Regensberg-Bahn kein völlig eigenständiges Betriebssystem ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Anfangsjahren wurden unter anderem Personenwagen verwendet, die ursprünglich für die [[Schweizerische Nordbahn]] beziehungsweise die sogenannte [[Spanisch-Brötli-Bahn]] beschafft worden waren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;buelach&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Züge wurden von Dampflokomotiven geführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die engen betrieblichen Beziehungen zur Nordostbahn erleichterten die gemeinsame Nutzung von Fahrzeugen und Werkstätten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirtschaftliche Bedeutung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die neue Bahn hatte für das Zürcher Unterland erhebliche wirtschaftliche Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor ihrer Eröffnung mussten landwirtschaftliche Produkte und gewerbliche Güter überwiegend mit Fuhrwerken transportiert werden. Die Eisenbahn senkte die Transportkosten und verkürzte die Reisezeiten nach Zürich erheblich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Davon profitierten insbesondere:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Landwirtschaft;&lt;br /&gt;
* Gewerbe;&lt;br /&gt;
* Handel;&lt;br /&gt;
* Märkte;&lt;br /&gt;
* spätere Industrieansiedlungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Bevölkerung konnte Arbeitsplätze und Märkte in Zürich leichter erreichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bahn leitete damit eine stärkere wirtschaftliche und gesellschaftliche Verflechtung des Zürcher Unterlands mit der Stadt Zürich ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Entwicklung von Bülach ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für Bülach war der Eisenbahnanschluss ein wichtiger Schritt auf dem Weg vom regionalen Landstädtchen zum Verkehrs- und Wirtschaftsstandort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits elf Jahre nach Eröffnung der BR kam 1876 die Bahnverbindung von Winterthur über Bülach nach Eglisau und Koblenz hinzu.&amp;lt;ref name=&amp;quot;isos&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://api.isos.bak.admin.ch/ob/5332/doc/ISOS_5332.pdf |titel=Bülach – Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz |hrsg=Bundesamt für Kultur |format=PDF |abruf=2026-08-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch entwickelte sich Bülach zu einem Eisenbahnknoten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1897 wurde die Verbindung von Bülach über Eglisau nach Schaffhausen vervollständigt. Damit wurde die frühere BR-Strecke Bestandteil einer durchgehenden Hauptverbindung Zürich–Schaffhausen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Entwicklung von Dielsdorf ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Dielsdorf profitierte stark von der Bahn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ort hatte sich bereits vor 1865 um eine bessere Verkehrserschliessung bemüht. Der neue Bahnhof stärkte seine Funktion als Handels-, Verwaltungs- und Dienstleistungszentrum des westlichen Zürcher Unterlands.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1871 wurde Dielsdorf zum Bezirkshauptort erhoben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bahnstrecke blieb zunächst in Dielsdorf enden. Erst unter der Nordostbahn wurde sie weiter ins [[Wehntal]] verlängert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Übernahme durch die Nordostbahn ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die enge Verbindung zur Nordostbahn bestand während der gesamten Existenz der Bülach-Regensberg-Bahn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die NOB hatte sich finanziell am Bau beteiligt und führte von Anfang an den Betrieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am &#039;&#039;&#039;1. Januar 1877&#039;&#039;&#039; wurde die Bülach-Regensberg-Bahn schliesslich vollständig von der Schweizerischen Nordostbahn übernommen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;brgeschichte&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;nob&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit endete die Existenz der BR als eigenständige Gesellschaft nach weniger als zwölf Betriebsjahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Strecken blieben jedoch wichtige Bestandteile des NOB-Netzes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Übergang an die SBB ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden die grossen privaten Schweizer Eisenbahngesellschaften verstaatlicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Schweizerische Nordostbahn ging am &#039;&#039;&#039;1. Januar 1902&#039;&#039;&#039; in den [[Schweizerische Bundesbahnen|Schweizerischen Bundesbahnen]] (SBB) auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit kamen auch die ehemaligen Strecken der Bülach-Regensberg-Bahn in den Besitz der SBB.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie wurden in den folgenden Jahrzehnten modernisiert, elektrifiziert und teilweise auf Doppelspur ausgebaut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verlängerung nach Niederweningen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der ehemalige BR-Ast Oberglatt–Dielsdorf wurde unter der Nordostbahn weitergeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am &#039;&#039;&#039;12. August 1891&#039;&#039;&#039; eröffnete die NOB die Verlängerung von Dielsdorf über das Wehntal nach [[Niederweningen]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;dielsdorf&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dielsdorf verlor damit seine Funktion als Endbahnhof und wurde zum Durchgangsbahnhof.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Strecke Oberglatt–Dielsdorf–Niederweningen wird heute als &#039;&#039;&#039;Wehntalbahn&#039;&#039;&#039; bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie erschliesst unter anderem:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Dielsdorf;&lt;br /&gt;
* Steinmaur;&lt;br /&gt;
* Schöfflisdorf;&lt;br /&gt;
* Oberweningen;&lt;br /&gt;
* Niederweningen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Entwicklung der Strecke nach Bülach ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ast Oerlikon–Oberglatt–Bülach entwickelte sich wesentlich stärker als die ursprüngliche Nebenbahn vermuten liess.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Bau der Strecke von Winterthur über Bülach nach Koblenz 1876 wurde Bülach zum Knotenpunkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1897 eröffnete die Nordostbahn die Verbindung von Bülach nach Eglisau beziehungsweise die Weiterführung in Richtung Schaffhausen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit entstand eine durchgehende Verbindung Zürich–Oerlikon–Bülach–Eglisau–Schaffhausen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der ehemalige BR-Abschnitt zwischen Oerlikon und Bülach wurde dadurch Teil einer Hauptbahn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Elektrifizierung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zuge der Elektrifizierung des Schweizer Bahnnetzes wurde auch die ehemalige BR-Strecke nach Bülach elektrifiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am &#039;&#039;&#039;15. Dezember 1928&#039;&#039;&#039; nahm die SBB auf der Strecke Zürich–Bülach–Schaffhausen den elektrischen Betrieb mit 15 kV 16⅔ Hz Wechselstrom auf.&amp;lt;ref name=&amp;quot;brgeschichte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Dampflokomotiven verschwanden damit aus dem regulären Betrieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Später wurde auch die Wehntalbahn elektrifiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Doppelspurausbau ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die wachsende Bevölkerung des Zürcher Unterlands und der zunehmende Pendlerverkehr machten einen Ausbau der Strecke Oerlikon–Bülach notwendig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Doppelspurausbau erfolgte in mehreren Etappen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Abschnitt&lt;br /&gt;
! Inbetriebnahme Doppelspur&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Oerlikon–Glattbrugg&lt;br /&gt;
| 30. September 1979&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Niederglatt–Bülach&lt;br /&gt;
| 1. Juni 1980&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Oberglatt–Niederglatt&lt;br /&gt;
| 25. September 1983&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Glattbrugg–Rümlang&lt;br /&gt;
| 28. August 1984&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Rümlang–Oberglatt&lt;br /&gt;
| 3. April 1985&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit April 1985 ist die ehemalige BR-Hauptstrecke zwischen Oerlikon und Bülach durchgehend doppelspurig.&amp;lt;ref name=&amp;quot;brgeschichte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Oberhauserriet ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bereich zwischen Oerlikon und Glattbrugg entwickelte sich im Laufe der Zeit zu einer besonders komplexen Eisenbahnlandschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Strecke durch das sogenannte &#039;&#039;&#039;Oberhauserriet&#039;&#039;&#039; war die 1865 eröffnete Bülach-Regensberg-Bahn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1877 kam die Strecke der [[Schweizerische Nationalbahn|Schweizerischen Nationalbahn]] zwischen Seebach und Kloten hinzu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Später wurden die verschiedenen Linien miteinander verbunden und mehrfach umgebaut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Bau der [[Flughafenlinie Zürich|Flughafenlinie]] und weiteren Erweiterungen des Zürcher Eisenbahnnetzes entstand in diesem Gebiet ein dichtes Netz aus Haupt-, Verbindungs- und Zufahrtsgleisen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== S-Bahn Zürich ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit der Eröffnung der [[S-Bahn Zürich]] im Jahr 1990 bilden die ehemaligen BR-Strecken wichtige Teile des Zürcher S-Bahn-Netzes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Strecke Zürich–Oerlikon–Bülach wird von mehreren S-Bahn-Linien benutzt und gehört zu den am stärksten frequentierten Bahnverbindungen des Zürcher Unterlands.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Wehntalbahn von Oberglatt über Dielsdorf nach Niederweningen ist vollständig in das S-Bahn-Netz integriert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit erfüllen die Strecken mehr als 160 Jahre nach ihrer Eröffnung weiterhin ihre ursprüngliche Aufgabe, die Gemeinden des Zürcher Unterlands mit Zürich zu verbinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Heutige Strecken ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ehemalige Bülach-Regensberg-Bahn lässt sich heute im Wesentlichen zwei Bahnstrecken zuordnen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Historische BR-Strecke&lt;br /&gt;
! Heutige Bedeutung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Oerlikon–Oberglatt–Bülach&lt;br /&gt;
| Teil der Bahnstrecke Zürich–Bülach–Schaffhausen und der S-Bahn Zürich&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Oberglatt–Dielsdorf&lt;br /&gt;
| Teil der Wehntalbahn Oberglatt–Niederweningen und der S-Bahn Zürich&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Abschnitt nach Bülach ist heute vollständig doppelspurig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wehntalast ist dagegen überwiegend eingleisig und verfügt über Kreuzungsmöglichkeiten an verschiedenen Stationen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Historische Bedeutung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bülach-Regensberg-Bahn war zwar nur während kurzer Zeit eine selbständige Eisenbahngesellschaft, hatte aber eine langfristige Bedeutung für die Entwicklung des Kantons Zürich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie erschloss grosse Teile des Zürcher Unterlands zu einem Zeitpunkt, als die Eisenbahn noch auf wenige Hauptachsen konzentriert war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihre Y-förmige Linienführung bestimmte die Entwicklung des Bahnnetzes in der Region nachhaltig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders bedeutsam waren:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* der erste Bahnanschluss von Bülach;&lt;br /&gt;
* der erste Bahnanschluss von Dielsdorf;&lt;br /&gt;
* die Entstehung Oberglatts als Eisenbahnverzweigung;&lt;br /&gt;
* die spätere Entwicklung Bülachs zum Bahnknoten;&lt;br /&gt;
* die Grundlage für die spätere Wehntalbahn;&lt;br /&gt;
* die Integration des Zürcher Unterlands in den Wirtschaftsraum Zürich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ursprünglichen Strecken bilden heute einen wichtigen Bestandteil des regionalen öffentlichen Verkehrs im Kanton Zürich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Bahnstrecke Zürich–Bülach–Schaffhausen]]&lt;br /&gt;
* [[Wehntalbahn]]&lt;br /&gt;
* [[Schweizerische Nordostbahn]]&lt;br /&gt;
* [[Bahnhof Bülach]]&lt;br /&gt;
* [[Bahnhof Dielsdorf]]&lt;br /&gt;
* [[Bahnhof Oberglatt]]&lt;br /&gt;
* [[Bahnhof Zürich Oerlikon]]&lt;br /&gt;
* [[Bülach]]&lt;br /&gt;
* [[Dielsdorf ZH|Dielsdorf]]&lt;br /&gt;
* [[Zürcher Unterland]]&lt;br /&gt;
* [[S-Bahn Zürich]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://www.sbb.ch/ Schweizerische Bundesbahnen]&lt;br /&gt;
* [https://www.sbbhistoric.ch/ SBB Historic]&lt;br /&gt;
* [https://www.zvv.ch/ Zürcher Verkehrsverbund]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Bülach-Regensberg-Bahn}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ehemalige Bahngesellschaft (Schweiz)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bahngesellschaft (Schweiz)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schienenverkehr im Kanton Zürich]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Verkehrsgeschichte (Kanton Zürich)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schweizerische Nordostbahn]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bülach]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Dielsdorf ZH]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Oberglatt ZH]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Unternehmensgründung 1863]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Aufgelöst 1877]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Nick Frei</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://helvetia.wiki/de/index.php?title=Steinhausen_ZG&amp;diff=2961</id>
		<title>Steinhausen ZG</title>
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		<updated>2026-08-25T22:03:53Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Nick Frei: Die Seite wurde neu angelegt: «{{Infobox Gemeinde | NAME = Steinhausen | KANTON = Zug | BEZIRK = | BFS = 1708 | PLZ = 6312 | KOORDINATEN = {{Coordinate|NS=47.19722|EW=8.48611}} | HÖHE = 424 | FLÄCHE = 5.04 | EINWOHNER = 10&amp;#039;399 | STAND = 31. Dezember 2024 | WEBSITE = steinhausen.ch }} &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Steinhausen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist eine Einwohnergemeinde im Kanton Zug. Sie liegt westlich der Stadt Zug und gehört zur dicht besiedelten Talregion des Kantons. Mit einer Fläche von 5,04 km² ist Steinhausen…»&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Gemeinde&lt;br /&gt;
| NAME = Steinhausen&lt;br /&gt;
| KANTON = Zug&lt;br /&gt;
| BEZIRK =&lt;br /&gt;
| BFS = 1708&lt;br /&gt;
| PLZ = 6312&lt;br /&gt;
| KOORDINATEN = {{Coordinate|NS=47.19722|EW=8.48611}}&lt;br /&gt;
| HÖHE = 424&lt;br /&gt;
| FLÄCHE = 5.04&lt;br /&gt;
| EINWOHNER = 10&#039;399&lt;br /&gt;
| STAND = 31. Dezember 2024&lt;br /&gt;
| WEBSITE = steinhausen.ch&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Steinhausen&#039;&#039;&#039; ist eine Einwohnergemeinde im [[Kanton Zug]]. Sie liegt westlich der Stadt [[Zug]] und gehört zur dicht besiedelten Talregion des Kantons. Mit einer Fläche von 5,04 km² ist Steinhausen die flächenmässig kleinste Gemeinde des Kantons Zug.&amp;lt;ref name=&amp;quot;gemeinden&amp;quot;&amp;gt;Kanton Zug: [https://www.zg.ch/behoerden/gemeinden/ Gemeinden], abgerufen am 25. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ende 2024 lebten 10&#039;399 Personen dauerhaft in Steinhausen. Die Gemeinde hat sich seit der Mitte des 20. Jahrhunderts von einem landwirtschaftlich geprägten Dorf zu einer dicht bebauten Wohn- und Arbeitsplatzgemeinde innerhalb der Agglomeration Zug entwickelt. 2023 bestanden in Steinhausen rund 9&#039;000 Arbeitsplätze.&amp;lt;ref name=&amp;quot;zahlen2025&amp;quot;&amp;gt;Kanton Zug, Fachstelle für Statistik: [https://www.zg.ch/behoerden/gesundheitsdirektion/statistikfachstelle/themen/zug-in-zahlen/downloads/zug_in_zahlen_2025.pdf Zug in Zahlen 2025], abgerufen am 25. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gemeinde ist durch die [[Bahnstrecke Zürich–Zug]], die [[S-Bahn Zürich]], die [[Stadtbahn Zug]] und mehrere Buslinien gut an Zug und den Grossraum Zürich angebunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geographie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Steinhausen liegt im westlichen Teil des Kantons Zug zwischen der Stadt Zug und der Grenze zum [[Kanton Zürich]]. Das Gemeindegebiet umfasst 504 Hektaren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;gemeinden&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Siedlung liegt auf leicht nach Süden abfallendem Gelände nördlich des [[Zugersee]]s. Das Gemeindezentrum befindet sich auf rund 424 m ü. M.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Steinhausen gehört zusammen mit:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Zug]];&lt;br /&gt;
* [[Baar ZG|Baar]];&lt;br /&gt;
* [[Cham ZG|Cham]];&lt;br /&gt;
* [[Hünenberg ZG|Hünenberg]];&lt;br /&gt;
* [[Risch ZG|Risch]];&lt;br /&gt;
* [[Walchwil]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
zur Talregion des Kantons Zug.&amp;lt;ref name=&amp;quot;gemeinden&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Landschaft ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl Steinhausen heute stark bebaut ist, befinden sich ausserhalb des Siedlungsgebiets noch Landwirtschaftsflächen, kleinere Waldgebiete und Naherholungsräume.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die historische Kulturlandschaft von Steinhausen bildet einen Übergang zwischen dem Zuger Becken und dem westlich anschliessenden [[Knonauer Amt]] im Kanton Zürich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gemeindegebiet ist relativ flach. Dies begünstigte sowohl die landwirtschaftliche Nutzung als auch die spätere Entwicklung grösserer Wohn- und Gewerbegebiete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ortsteile und Weiler ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem eigentlichen Dorf Steinhausen gehören verschiedene kleinere Siedlungsbereiche und ehemalige Weiler zum Gemeindegebiet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu gehören unter anderem:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Bann;&lt;br /&gt;
* Erli;&lt;br /&gt;
* Hinterhöf;&lt;br /&gt;
* Vorderhöf;&lt;br /&gt;
* Schlossberg;&lt;br /&gt;
* Sennweid.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch das starke Wachstum seit den 1960er-Jahren sind viele früher voneinander getrennte Siedlungsbereiche inzwischen weitgehend zusammengewachsen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ortsanalyse&amp;quot;&amp;gt;Gemeinde Steinhausen: [https://www.zg.ch/behoerden/gemeinden/steinhausen/verwaltung/bau-und-umwelt/orts-und-raumplanung/ortsplanungsrevision/oeffentliche-vernehmlassung-raeumliche-strategie-2040/dokumente/orts-und-quartieranalyse.pdf/download Grundlagenbericht zur Orts- und Quartieranalyse], 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nachbargemeinden ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Steinhausen grenzt an:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Baar ZG|Baar]];&lt;br /&gt;
* [[Zug]];&lt;br /&gt;
* [[Cham ZG|Cham]];&lt;br /&gt;
* [[Knonau]] im Kanton Zürich;&lt;br /&gt;
* [[Kappel am Albis]] im Kanton Zürich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch ihre Lage unmittelbar an der Kantonsgrenze ist die Gemeinde eng mit dem Knonauer Amt und dem Wirtschaftsraum Zürich verbunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Frühgeschichte ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Archäologische Funde zeigen, dass das heutige Gemeindegebiet bereits in vorgeschichtlicher Zeit genutzt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insbesondere in den Gebieten &#039;&#039;&#039;Sennweid&#039;&#039;&#039; und &#039;&#039;&#039;Sumpf&#039;&#039;&#039; wurden Spuren gefunden, die auf Siedlungsplätze aus der Steinzeit hinweisen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;geschichte&amp;quot;&amp;gt;Gemeinde Steinhausen: historische Angaben zur Gemeinde; zusammengefasst in Verena Rothenbühler: &#039;&#039;Vom Bauerndorf zur Agglomeration. Steinhausen oder die Zersiedlung der Peripherie&#039;&#039;, Zug 2002.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die günstige Lage auf leicht erhöhtem Gelände in der Nähe des Zugersees bot bereits früh gute Voraussetzungen für Landwirtschaft und Besiedlung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mittelalter ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name Steinhausen erscheint im Mittelalter in verschiedenen Formen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für das Jahr 1173 ist die Form &#039;&#039;&#039;Steinhusin&#039;&#039;&#039; überliefert, 1260 erscheint &#039;&#039;&#039;Stainhusen&#039;&#039;&#039;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;name&amp;quot;&amp;gt;Albert Iten: &#039;&#039;Zuger Namenstudien&#039;&#039;. Zug; sowie Albert Iten: &#039;&#039;Die Gemeinde Steinhausen&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ortsname wird gewöhnlich als Hinweis auf mehrere aus Stein errichtete Gebäude gedeutet. Solche Gebäude waren im frühen Mittelalter gegenüber den verbreiteten Holzbauten ungewöhnlich und könnten zu einem herrschaftlichen oder grundherrschaftlichen Verwaltungszentrum gehört haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein eindeutiger archäologischer Nachweis für eine entsprechende Anlage konnte bislang jedoch nicht erbracht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Unter der Stadt Zug ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Steinhausen stand während der Alten Eidgenossenschaft unter der politischen Herrschaft der Stadt Zug.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 1798 war der Ort eine Vogtei der Stadt Zug. Die lokalen Angelegenheiten waren damit in das Herrschaftssystem des alten Stadt-und-Amt-Zug eingebunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bevölkerung lebte überwiegend von:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Landwirtschaft;&lt;br /&gt;
* Viehzucht;&lt;br /&gt;
* Obstbau;&lt;br /&gt;
* kleineren Handwerksbetrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Obstbau spielte eine besonders wichtige Rolle. Noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts standen auf dem Gemeindegebiet mehrere Tausend Apfelbäume.&amp;lt;ref name=&amp;quot;geschichte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Helvetische Republik ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Zusammenbruch der Alten Eidgenossenschaft und der Errichtung der [[Helvetische Republik|Helvetischen Republik]] 1798 endete die alte Vogteiherrschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Steinhausen wurde zu einer selbständigen politischen Gemeinde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der [[Mediationsakte]] von 1803 gehörte sie weiterhin zum wiederhergestellten Kanton Zug.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Entwicklung der modernen Gemeinde ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1874 wurde das Gemeindewesen im Kanton Zug neu organisiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die bisherigen Einheitsgemeinden wurden in:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Einwohnergemeinden;&lt;br /&gt;
* Bürgergemeinden;&lt;br /&gt;
* katholische Kirchgemeinden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
aufgeteilt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;gemeinden150&amp;quot;&amp;gt;Gemeinde Steinhausen: [https://veranstaltungen.steinhausen.ch/event/fest-der-gemeinden-150-jahre-zuger-gemeinden-2024-08-24 Fest der Gemeinden – 150 Jahre Zuger Gemeinden], 24. August 2024.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit entstanden auch in Steinhausen die bis heute bestehenden unterschiedlichen Gemeindeorganisationen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vom Bauerndorf zur Agglomerationsgemeinde ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis weit ins 20. Jahrhundert war Steinhausen ein kleines Bauerndorf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um 1800 lebten ungefähr 500 Menschen in der Gemeinde. Zwischen 1840 und 1940 verdoppelte sich die Bevölkerung ungefähr auf 800 Personen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ortsanalyse&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts bestand Steinhausen aus nur rund 80 Wohnhäusern, aber ungefähr 40 Scheunen und mehreren Tausend Obstbäumen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;geschichte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Zweiten Weltkrieg begann sich die Gemeinde grundlegend zu verändern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wachstum ab den 1950er-Jahren ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab Ende der 1950er-Jahre setzte ein starkes Bevölkerungs- und Siedlungswachstum ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders während der 1960er-Jahre entstanden neue Gewerbebetriebe im Bereich des Bahnhofs. Gleichzeitig breiteten sich Wohnquartiere nach Norden und Süden aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis in die 1960er-Jahre wuchs die Bevölkerung auf ungefähr 3&#039;400 Personen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ortsanalyse&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den 1970er-Jahren folgte eine weitere intensive Entwicklungsphase. Der Bau der Autobahn und die zunehmende Bedeutung des Wirtschaftsraums Zug beschleunigten die Bautätigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwischen den 1980er- und 2000er-Jahren entstanden zahlreiche neue Wohnüberbauungen und öffentliche Einrichtungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute bezeichnet sich Steinhausen in seiner Ortsplanung als ein &#039;&#039;&#039;urbanes Dorf&#039;&#039;&#039; mit rund 10&#039;000 Einwohnerinnen und Einwohnern und etwa 9&#039;000 Arbeitsplätzen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ortsanalyse&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bevölkerung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ende 2024 betrug die ständige Wohnbevölkerung &#039;&#039;&#039;10&#039;399 Personen&#039;&#039;&#039;. Gegenüber 2023 entsprach dies einem Wachstum von 0,6 Prozent.&amp;lt;ref name=&amp;quot;zahlen2025&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Anteil ausländischer Staatsangehöriger lag 2024 bei 27,3 Prozent.&amp;lt;ref name=&amp;quot;zahlen2025&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit gehört Steinhausen zu den mittelgrossen Gemeinden des Kantons Zug.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bevölkerungsentwicklung wurde vor allem durch das starke Wachstum seit den 1960er-Jahren geprägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Jahr&lt;br /&gt;
! Einwohner&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| um 1800&lt;br /&gt;
| ca. 500&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| um 1940&lt;br /&gt;
| ca. 800&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1960er-Jahre&lt;br /&gt;
| ca. 3&#039;400&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 2016&lt;br /&gt;
| 9&#039;735&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 2024&lt;br /&gt;
| 10&#039;399&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;ortsanalyse&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;portrait2017&amp;quot;&amp;gt;Kanton Zug, Fachstelle für Statistik: [https://www.zg.ch/behoerden/gesundheitsdirektion/statistikfachstelle/gemeindeportraets/gemeindeportraets-1/Portraet_Steinhausen_2015.pdf/@@download/file/Portrait_Steinhausen_2017.pdf Gemeindeportrait Steinhausen], Stand 2017.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;zahlen2025&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siedlungsentwicklung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das heutige Siedlungsbild entstand überwiegend in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der ursprüngliche Dorfkern blieb rund um die Kirche und das heutige Gemeindezentrum erkennbar. Gleichzeitig entstanden rundherum zahlreiche Wohnquartiere unterschiedlicher Bauperioden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit der grossen Ausdehnung der Siedlungsfläche im 20. Jahrhundert konzentriert sich die Entwicklung zunehmend auf die Verdichtung bestehender Quartiere.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gemeinde verfolgt mit der &#039;&#039;&#039;Räumlichen Strategie 2040&#039;&#039;&#039; das Ziel, Steinhausen innerhalb des bestehenden Siedlungsgebiets weiterzuentwickeln.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ortsanalyse&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei spielen unter anderem folgende Themen eine Rolle:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Verdichtung;&lt;br /&gt;
* Erhaltung des Dorfcharakters;&lt;br /&gt;
* Aufwertung öffentlicher Räume;&lt;br /&gt;
* Verbesserung der Fuss- und Veloverbindungen;&lt;br /&gt;
* Entwicklung der Bahnhofsumgebung;&lt;br /&gt;
* Schutz von Landschafts- und Naherholungsgebieten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirtschaft ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Steinhausen besitzt gemessen an seiner Einwohnerzahl eine ungewöhnlich hohe Arbeitsplatzdichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2023 bestanden in der Gemeinde &#039;&#039;&#039;9&#039;016 Arbeitsplätze&#039;&#039;&#039; in insgesamt &#039;&#039;&#039;1&#039;241 Betrieben&#039;&#039;&#039;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;zahlen2025&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit gibt es beinahe so viele Arbeitsplätze wie Einwohnerinnen und Einwohner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die lokale Wirtschaft wird vor allem von:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Dienstleistungen;&lt;br /&gt;
* Handel;&lt;br /&gt;
* Industrie;&lt;br /&gt;
* Gewerbe;&lt;br /&gt;
* Bauwirtschaft;&lt;br /&gt;
* Logistik&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
geprägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gute Verkehrslage zwischen Zug und Zürich sowie die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen des Kantons Zug machten die Gemeinde seit den 1960er-Jahren zu einem attraktiven Unternehmensstandort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gewerbe- und Arbeitsgebiete ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein bedeutender Teil der Arbeitsplätze konzentriert sich im Umfeld des Bahnhofs und in den westlichen beziehungsweise südlichen Gewerbegebieten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Entwicklung von Gewerbeflächen in Bahnhofsnähe spielte eine wesentliche Rolle beim Wandel vom Bauerndorf zur Agglomerationsgemeinde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gemeinde plant zudem eine langfristige Neugestaltung des Areals &#039;&#039;&#039;Beim Bahnhof&#039;&#039;&#039;. Vorgesehen sind eine Mischung aus:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wohnungen;&lt;br /&gt;
* Gewerbeflächen;&lt;br /&gt;
* Arbeitsnutzungen;&lt;br /&gt;
* öffentlichen Einrichtungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Entwicklungsgebiet umfasst rund 9&#039;000 m².&amp;lt;ref name=&amp;quot;bahnhofprojekt&amp;quot;&amp;gt;Gemeinde Steinhausen: [https://veranstaltungen.steinhausen.ch/storage/2c3e2c26128ca910978ba513aa78ef5d9a333a9085ea6e6f80d96de8546ffa97 Überbauung «Beim Bahnhof»], Projektinformation.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verkehr ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Steinhausen verfügt aufgrund seiner Lage zwischen Zürich und Zug über eine sehr gute Verkehrsanbindung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Eisenbahn ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bahnhof Steinhausen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Bahnhof Steinhausen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Bahnhof Steinhausen]] liegt an der [[Bahnstrecke Zürich–Zug]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bahnlinie selbst wurde bereits 1864 eröffnet, Steinhausen erhielt jedoch erst &#039;&#039;&#039;1904&#039;&#039;&#039; eine eigene Bahnstation.&amp;lt;ref name=&amp;quot;bahn&amp;quot;&amp;gt;Werner Stutz: &#039;&#039;Bahnhöfe der Schweiz von den Anfängen bis zum Ersten Weltkrieg&#039;&#039;. Orell Füssli, Zürich 1983.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Eisenbahnverbindung wurde im 20. Jahrhundert zunehmend wichtiger für die Entwicklung der Gemeinde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute wird der Bahnhof von der [[S-Bahn Zürich]] bedient.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über [[Affoltern am Albis]] bestehen direkte Verbindungen in Richtung Zürich, während Züge in der Gegenrichtung nach Zug verkehren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Steinhausen Rigiblick ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Haltestelle &#039;&#039;&#039;Steinhausen Rigiblick&#039;&#039;&#039; wurde im Dezember 2012 eröffnet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;rigiblick&amp;quot;&amp;gt;Schweizerische Bundesbahnen und Kanton Zug: Unterlagen zur Inbetriebnahme der Haltestelle Steinhausen Rigiblick, 2012.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie liegt östlich des traditionellen Bahnhofs und verbessert die Erschliessung der östlichen Wohn- und Arbeitsplatzgebiete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Haltestelle wird ebenfalls von Zügen der S-Bahn Zürich bedient.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Stadtbahn Zug ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Stadtbahn Zug}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Steinhausen ist über das regionale Eisenbahn- und Busnetz eng mit der [[Stadtbahn Zug]] verbunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der nahe Bahnhof Zug bildet den zentralen Knoten der Stadtbahnlinien S1 und S2.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über Zug bestehen schnelle Verbindungen unter anderem nach:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Baar;&lt;br /&gt;
* Cham;&lt;br /&gt;
* Rotkreuz;&lt;br /&gt;
* Luzern;&lt;br /&gt;
* Walchwil;&lt;br /&gt;
* Arth-Goldau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Steinhausen selbst liegt an der Bahnverbindung zwischen Zug und dem Knonauer Amt und ist dadurch zugleich stark auf den Grossraum Zürich ausgerichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Busverkehr ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mehrere Linien der [[Zugerland Verkehrsbetriebe]] erschliessen Steinhausen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie verbinden die Gemeinde unter anderem mit:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Zug]];&lt;br /&gt;
* [[Baar ZG|Baar]];&lt;br /&gt;
* [[Cham ZG|Cham]];&lt;br /&gt;
* umliegenden Wohn- und Arbeitsplatzgebieten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bushaltestellen im Dorfzentrum und beim Bahnhof ermöglichen den Umstieg auf die Bahn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Strassenverkehr ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Steinhausen liegt in unmittelbarer Nähe der [[Autobahn A4 (Schweiz)|Autobahn A4]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über die umliegenden Anschlüsse bestehen schnelle Strassenverbindungen nach:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zug;&lt;br /&gt;
* Zürich;&lt;br /&gt;
* Luzern;&lt;br /&gt;
* Cham;&lt;br /&gt;
* Rotkreuz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bau der Autobahn in den 1970er-Jahren war ein wichtiger Faktor für die wirtschaftliche und räumliche Entwicklung der Gemeinde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ortsanalyse&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gleichzeitig führte der wachsende motorisierte Verkehr zu einer zunehmenden Belastung des Dorfes. Mit Umfahrungs- und Verkehrsberuhigungsmassnahmen wurde der Durchgangsverkehr später teilweise aus dem Zentrum verlagert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fuss- und Veloverkehr ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund des kompakten Gemeindegebiets besitzen Fuss- und Veloverkehr eine vergleichsweise grosse Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gemeinde arbeitet im Rahmen ihrer Ortsplanung an einer besseren Vernetzung der Quartiere mit:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* dem Dorfzentrum;&lt;br /&gt;
* dem Bahnhof;&lt;br /&gt;
* Schulen;&lt;br /&gt;
* Gewerbegebieten;&lt;br /&gt;
* Naherholungsräumen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die flache Topografie sind viele Wege innerhalb der Gemeinde gut mit dem Velo zurückzulegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politik und Verwaltung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Steinhausen ist eine Einwohnergemeinde nach dem Recht des Kantons Zug.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gemeinderat bildet die kommunale Exekutive und besteht aus fünf Mitgliedern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 2026 ist &#039;&#039;&#039;Markus Amhof&#039;&#039;&#039; Gemeindepräsident.&amp;lt;ref name=&amp;quot;politik&amp;quot;&amp;gt;Gemeinde Steinhausen: Gemeinderat, Stand 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gemeindeverwaltung befindet sich an:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Bahnhofstrasse 3&lt;br /&gt;
:6312 Steinhausen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die politischen Rechte werden insbesondere an Gemeindeversammlungen sowie bei kommunalen Abstimmungen und Wahlen ausgeübt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bürgergemeinde ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben der Einwohnergemeinde besteht die &#039;&#039;&#039;Bürgergemeinde Steinhausen&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie ist eine eigenständige öffentlich-rechtliche Körperschaft und umfasst die in Steinhausen heimatberechtigten Bürgerinnen und Bürger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die heutige Trennung zwischen Einwohner- und Bürgergemeinde geht auf die Zuger Gemeindeordnung von 1874 zurück.&amp;lt;ref name=&amp;quot;gemeinden150&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wappen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gemeindewappen zeigt in Weiss auf einem Dreiberg einen aufrechten schwarzen Steinbock.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die offizielle Blasonierung lautet:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;In Weiss auf Dreiberg ein aufrechter schwarzer Steinbock.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Steinbock wurde bereits früher als Wappenfigur verwendet und im Rahmen der Bereinigung der Zuger Gemeindewappen im 20. Jahrhundert in dieser Form festgelegt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;wappen&amp;quot;&amp;gt;Kanton Zug und Gemeinde Steinhausen: Wappenbeschreibung der Gemeinde Steinhausen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Name ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Herkunft des Namens &#039;&#039;&#039;Steinhausen&#039;&#039;&#039; ist nicht eindeutig geklärt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die mittelalterlichen Formen &#039;&#039;Steinhusin&#039;&#039; und &#039;&#039;Stainhusen&#039;&#039; deuten auf mehrere steinerne Häuser hin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Historiker vermuteten deshalb einen Zusammenhang mit einem möglichen herrschaftlichen Verwaltungsbau auf dem sogenannten Schlosshügel.&amp;lt;ref name=&amp;quot;name&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Steinbauten waren zur Zeit der Entstehung des Ortsnamens wesentlich seltener als Holzbauten und konnten daher namensgebend sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Archäologische Belege für eine grössere mittelalterliche Burg- oder Verwaltungsanlage auf dem Schlosshügel fehlen allerdings bislang.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Religion ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Steinhausen war historisch römisch-katholisch geprägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die katholische Kirchgemeinde ist bis heute eine eigenständige öffentlich-rechtliche Körperschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch Zuwanderung und gesellschaftlichen Wandel wurde die religiöse Zusammensetzung der Bevölkerung während des 20. und 21. Jahrhunderts deutlich vielfältiger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben der katholischen Bevölkerung leben heute unter anderem reformierte, andere christliche, muslimische und konfessionslose Einwohnerinnen und Einwohner in der Gemeinde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kirchen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kirche St. Matthias ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die katholische &#039;&#039;&#039;Kirche St. Matthias&#039;&#039;&#039; gehört zu den wichtigsten historischen Bauwerken des Dorfkerns.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Kirche in Steinhausen ist bereits im Mittelalter nachgewiesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der heutige kirchliche Gebäudebestand wurde im Lauf der Jahrhunderte mehrfach verändert und erweitert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kirche und die angrenzenden öffentlichen Gebäude bilden einen zentralen Bestandteil des historischen Dorfzentrums.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Don-Bosco-Kirche ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem starken Bevölkerungswachstum nach dem Zweiten Weltkrieg stiegen auch die Anforderungen an die kirchliche Infrastruktur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die moderne &#039;&#039;&#039;Don-Bosco-Kirche&#039;&#039;&#039; entstand als Teil der neueren kirchlichen Anlagen in Steinhausen und ergänzt die historische Kirche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bildung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Steinhausen besitzt mehrere Kindergärten und Schulhäuser der gemeindlichen Volksschule.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den Schulstandorten gehören insbesondere die Anlagen im Gebiet Feldheim.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Schuljahr 2024/25 besuchten 609 Kinder die Primarschule der Gemeinde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;zahlen2025&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für weiterführende Schulen bestehen gute Verbindungen nach Zug und in andere Gemeinden des Kantons.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Nähe zu Zug ermöglicht auch den Zugang zu zahlreichen kantonalen und privaten Bildungsinstitutionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zentrum Chilematt ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &#039;&#039;&#039;Zentrum Chilematt&#039;&#039;&#039; gehört zu den wichtigsten öffentlichen und kulturellen Anlagen der Gemeinde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es befindet sich im Zentrum von Steinhausen und dient unter anderem:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Vereinen;&lt;br /&gt;
* Veranstaltungen;&lt;br /&gt;
* kulturellen Anlässen;&lt;br /&gt;
* Versammlungen;&lt;br /&gt;
* gesellschaftlichen Aktivitäten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemeinsam mit Dorfplatz, Gemeindesaal, Bibliothek und kirchlichen Einrichtungen bildet die Chilematt einen wichtigen gesellschaftlichen Mittelpunkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gemeindesaal ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gemeindesaal Steinhausen befindet sich an der Bahnhofstrasse nahe dem Dorfzentrum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er wird für:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Konzerte;&lt;br /&gt;
* Theater;&lt;br /&gt;
* Gemeindeanlässe;&lt;br /&gt;
* Vorträge;&lt;br /&gt;
* Ausstellungen;&lt;br /&gt;
* Vereinsveranstaltungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
genutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gebäude gehört zur modernen öffentlichen Infrastruktur, die im Zuge des Wachstums Steinhausens entstand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bibliothek ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gemeindebibliothek befindet sich im Zentrum von Steinhausen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie bietet neben Büchern und anderen Medien regelmässig Veranstaltungen für Kinder, Erwachsene und ältere Menschen an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bibliothek ist Teil des kulturellen und gesellschaftlichen Angebots der Gemeinde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sport und Freizeit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Steinhausen verfügt über verschiedene Sportanlagen und ein aktives Vereinsleben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den angebotenen Sportarten gehören unter anderem:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Fussball;&lt;br /&gt;
* Turnen;&lt;br /&gt;
* Tennis;&lt;br /&gt;
* Schiessen;&lt;br /&gt;
* Unihockey;&lt;br /&gt;
* Volleyball;&lt;br /&gt;
* Velosport.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zahlreiche Vereine tragen zum gesellschaftlichen Leben der Gemeinde bei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Steinhauser Weiher ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;&#039;Steinhauser Weiher&#039;&#039;&#039; gehört zu den bekannten Naherholungsgebieten der Gemeinde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er wurde im Zuge der starken Gemeindeentwicklung in den 1970er-Jahren angelegt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ortsanalyse&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Weiher und seine Umgebung bilden heute einen grünen Erholungsraum innerhalb des dicht besiedelten Gemeindegebiets.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er wird insbesondere für Spaziergänge und Naturbeobachtung genutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Friedhof Erli ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;&#039;Friedhof Erli&#039;&#039;&#039; entstand ebenfalls während der starken Entwicklungsphase der 1970er-Jahre.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ortsanalyse&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gelände liegt ausserhalb des dichtesten Dorfkerns und ist von Grünflächen umgeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Landwirtschaft ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl Steinhausen heute stark urbanisiert ist, besitzt die Landwirtschaft weiterhin eine sichtbare Bedeutung für die Landschaft ausserhalb des Siedlungsgebiets.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Historisch waren:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Viehwirtschaft;&lt;br /&gt;
* Milchwirtschaft;&lt;br /&gt;
* Ackerbau;&lt;br /&gt;
* Obstbau&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die wichtigsten Erwerbszweige.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders charakteristisch war der Obstbau. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts sollen rund 4&#039;000 Apfelbäume auf dem Gemeindegebiet gestanden haben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;geschichte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Bevölkerungs- und Siedlungswachstum ging ein erheblicher Teil der ehemaligen Landwirtschaftsflächen verloren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Raumplanung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund der kleinen Gemeindefläche und des starken Wachstums ist die Raumplanung für Steinhausen von besonderer Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das bestehende Siedlungsgebiet soll künftig vor allem durch innere Verdichtung weiterentwickelt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der kantonale Richtplan geht langfristig von einer weiteren Zunahme der Bevölkerung und Arbeitsplätze aus. Für Steinhausen wurde für 2040 eine Planungsgrösse von rund 11&#039;200 Einwohnerinnen und Einwohnern festgelegt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;richtplan&amp;quot;&amp;gt;Kanton Zug: Kantonaler Richtplan, Kapitel Bevölkerungsentwicklung.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den räumlichen Herausforderungen gehören:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* begrenzte Baulandreserven;&lt;br /&gt;
* Erhaltung von Grün- und Freiräumen;&lt;br /&gt;
* zunehmender Verkehr;&lt;br /&gt;
* Schutz des historischen Dorfkerns;&lt;br /&gt;
* qualitativ hochwertige Verdichtung;&lt;br /&gt;
* gute Anbindung neuer Wohn- und Arbeitsgebiete an den öffentlichen Verkehr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Areal Beim Bahnhof ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gebiet südlich des Bahnhofs gehört zu den bedeutenden zukünftigen Entwicklungsflächen der Gemeinde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Einwohnergemeinde und private Grundeigentümer planen dort eine gemischte Überbauung mit Wohn- und Arbeitsnutzungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2023 genehmigte die Gemeindeversammlung einen Kredit für einen Studienauftrag. 2024 wurde aus sieben eingereichten Projekten ein Siegerprojekt ausgewählt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;bahnhofprojekt2&amp;quot;&amp;gt;Gemeinde Steinhausen: [https://veranstaltungen.steinhausen.ch/storage/b7666ef09b8988336d861830711924860b48f5f4f8e005b7dc3f9ad03efaa072 Sieger-Team für Überbauung «Beim Bahnhof» gewählt], 3. Juli 2024.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Projekt sieht unter anderem auch preisgünstige Wohnungen und einen neuen Ökihof vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kultur und Brauchtum ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Steinhausen verfügt über ein vielfältiges Vereins- und Kulturleben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den regelmässigen Veranstaltungen gehören:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Dorffeste;&lt;br /&gt;
* Konzerte;&lt;br /&gt;
* Vereinsanlässe;&lt;br /&gt;
* kirchliche Feste;&lt;br /&gt;
* Ausstellungen;&lt;br /&gt;
* kulturelle Veranstaltungen im Zentrum Chilematt und Gemeindesaal.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine wichtige Rolle spielen Musik-, Sport-, Freizeit- und Brauchtumsvereine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Entwicklung des Ortsbilds ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das heutige Steinhausen weist eine Mischung verschiedener Siedlungstypen auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zentrum befinden sich ältere Gebäude des historischen Bauerndorfs, während ein grosser Teil des Gemeindegebiets durch Wohn- und Gewerbebauten aus der Zeit nach 1960 geprägt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstum verlief besonders stark ab Ende der 1960er-Jahre. Eine umfangreiche fotografische Dokumentation aus den 1970er- und 1980er-Jahren im Gemeindearchiv zeigt zahlreiche damals noch unbebaute Wiesen und die fortschreitende Urbanisierung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;fotos&amp;quot;&amp;gt;Gemeinde Steinhausen: [https://veranstaltungen.steinhausen.ch/event/100-mal-steinhausen-fotos-aus-den-70er-und-80er-jahren-2025-12-05 100 Mal Steinhausen – Fotos aus den 70er- und 80er-Jahren], 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute sind viele ehemals getrennte Quartiere miteinander verbunden. Grössere Freiflächen innerhalb des Siedlungsgebiets bestehen insbesondere noch beim Schlossberg sowie im Bereich Vorderhöf und Hinterhöf.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ortsanalyse&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Chronologie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Jahr&lt;br /&gt;
! Ereignis&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Steinzeit&lt;br /&gt;
| Früheste bekannte Siedlungsspuren im Gebiet von Sennweid und Sumpf&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1173&lt;br /&gt;
| Überlieferung des Ortsnamens «Steinhusin»&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1260&lt;br /&gt;
| Überlieferung der Form «Stainhusen»&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| bis 1798&lt;br /&gt;
| Steinhausen ist eine Vogtei der Stadt Zug&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1798&lt;br /&gt;
| Entstehung einer selbständigen Gemeinde während der Helvetischen Republik&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1874&lt;br /&gt;
| Bildung von Einwohner-, Bürger- und katholischer Kirchgemeinde&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1904&lt;br /&gt;
| Eröffnung der Bahnstation Steinhausen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1945&lt;br /&gt;
| Anschluss an eine Autobuslinie&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Ende der 1950er-Jahre&lt;br /&gt;
| Beginn des starken Bevölkerungs- und Siedlungswachstums&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1960er-Jahre&lt;br /&gt;
| Ansiedlung zusätzlicher Gewerbebetriebe und Ausbau neuer Wohnquartiere&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1970er-Jahre&lt;br /&gt;
| Weitere starke Wachstumsphase und Bau der Autobahn&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1970er-Jahre&lt;br /&gt;
| Anlage des Steinhauser Weihers und des Friedhofs Erli&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1985–2005&lt;br /&gt;
| Ausbau der städtischen und kommunalen Infrastruktur&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Dezember 2012&lt;br /&gt;
| Eröffnung der Bahnhaltestelle Steinhausen Rigiblick&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 2024&lt;br /&gt;
| Ständige Wohnbevölkerung erreicht 10&#039;399 Personen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 2024&lt;br /&gt;
| Auswahl des Siegerprojekts für die Arealentwicklung Beim Bahnhof&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Kanton Zug]]&lt;br /&gt;
* [[Zug]]&lt;br /&gt;
* [[Baar ZG]]&lt;br /&gt;
* [[Cham ZG]]&lt;br /&gt;
* [[Knonauer Amt]]&lt;br /&gt;
* [[Bahnhof Steinhausen]]&lt;br /&gt;
* [[Steinhausen Rigiblick]]&lt;br /&gt;
* [[Bahnstrecke Zürich–Zug]]&lt;br /&gt;
* [[S-Bahn Zürich]]&lt;br /&gt;
* [[Stadtbahn Zug]]&lt;br /&gt;
* [[Zugerland Verkehrsbetriebe]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Albert Iten: &#039;&#039;Die Gemeinde Steinhausen&#039;&#039;. Steinhausen.&lt;br /&gt;
* Albert Iten: &#039;&#039;Zuger Namenstudien&#039;&#039;. Zug.&lt;br /&gt;
* Verena Rothenbühler: &#039;&#039;Vom Bauerndorf zur Agglomeration. Steinhausen oder die Zersiedlung der Peripherie&#039;&#039;. In: &#039;&#039;Zug erkunden: Bildessays und historische Beiträge zu 16 Zuger Schauplätzen&#039;&#039;. Zug 2002, S. 112–135.&lt;br /&gt;
* Armin Hofstetter-Jans: &#039;&#039;Steinhausen – Geschichte einer Gemeinde&#039;&#039;. Steinhausen 1988.&lt;br /&gt;
* Gemeinde Steinhausen: &#039;&#039;Grundlagenbericht zur Orts- und Quartieranalyse&#039;&#039;. Steinhausen 2026.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://www.steinhausen.ch/ Offizielle Website der Gemeinde Steinhausen]&lt;br /&gt;
* [https://www.zg.ch/ Kanton Zug]&lt;br /&gt;
* [https://www.zvb.ch/ Zugerland Verkehrsbetriebe]&lt;br /&gt;
* [https://www.sbb.ch/ Schweizerische Bundesbahnen]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Steinhausen ZG}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ort im Kanton Zug]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gemeinde im Kanton Zug]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Steinhausen ZG]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Nick Frei</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://helvetia.wiki/de/index.php?title=Rheinfelden_AG&amp;diff=2960</id>
		<title>Rheinfelden AG</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://helvetia.wiki/de/index.php?title=Rheinfelden_AG&amp;diff=2960"/>
		<updated>2026-08-25T22:03:12Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Nick Frei: Die Seite wurde neu angelegt: «{{Infobox Gemeinde | NAME = Rheinfelden | WAPPEN = | BILD = | BILDBESCHREIBUNG = | KANTON = Aargau | BEZIRK = Rheinfelden | BFS = 4258 | PLZ = 4310 | KOORDINATEN = 47.55427, 7.79394 | HÖHE = 274 | FLÄCHE = 16.02 | EINWOHNER = 14&amp;#039;169 | EINWOHNERSTAND = 30. Juni 2026 | WEBSITE = rheinfelden.ch }} &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Rheinfelden&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist eine Stadt und politische Gemeinde im Kanton Aargau in der Schweiz sowie Hauptort des Bezirks Rheinfelden. Sie…»&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Gemeinde&lt;br /&gt;
| NAME = Rheinfelden&lt;br /&gt;
| WAPPEN =&lt;br /&gt;
| BILD =&lt;br /&gt;
| BILDBESCHREIBUNG =&lt;br /&gt;
| KANTON = Aargau&lt;br /&gt;
| BEZIRK = Rheinfelden&lt;br /&gt;
| BFS = 4258&lt;br /&gt;
| PLZ = 4310&lt;br /&gt;
| KOORDINATEN = 47.55427, 7.79394&lt;br /&gt;
| HÖHE = 274&lt;br /&gt;
| FLÄCHE = 16.02&lt;br /&gt;
| EINWOHNER = 14&#039;169&lt;br /&gt;
| EINWOHNERSTAND = 30. Juni 2026&lt;br /&gt;
| WEBSITE = rheinfelden.ch&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Rheinfelden&#039;&#039;&#039; ist eine Stadt und politische Gemeinde im [[Kanton Aargau]] in der [[Schweiz]] sowie Hauptort des [[Bezirk Rheinfelden|Bezirks Rheinfelden]]. Sie liegt am [[Hochrhein]] unmittelbar an der Grenze zu [[Deutschland]], rund 15 Kilometer östlich von [[Basel]]. Auf dem gegenüberliegenden Rheinufer befindet sich die deutsche Stadt [[Rheinfelden (Baden)]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rheinfelden ist die älteste Stadt des Kantons Aargau und gilt als älteste [[Zähringer]]stadt der Schweiz.&amp;lt;ref name=&amp;quot;portrait&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.rheinfelden.ch/de/stadt/portrait/ |titel=Portrait |werk=Stadt Rheinfelden |abruf=2026-08-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die weitgehend erhaltene mittelalterliche Altstadt liegt direkt am Rhein und ist heute grösstenteils autofrei. Die Stadt ist zugleich ein regionales Wirtschafts-, Gesundheits- und Tourismuszentrum des [[Fricktal]]s.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 30. Juni 2026 zählte Rheinfelden 14&#039;169 Einwohnerinnen und Einwohner.&amp;lt;ref name=&amp;quot;portrait&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geographie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rheinfelden liegt am linken, südlichen Ufer des Hochrheins am östlichen Rand der Agglomeration Basel. Der Rhein bildet die Staatsgrenze zwischen der Schweiz und Deutschland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das historische Stadtzentrum befindet sich unmittelbar am Fluss. Vor der Altstadt liegt die kleine Rheininsel &#039;&#039;&#039;Inseli&#039;&#039;&#039;, die den Fluss in zwei Arme teilt. Beim Inseli und der historischen Rheinbrücke befindet sich mit dem sogenannten &#039;&#039;&#039;St.-Anna-Loch&#039;&#039;&#039; eine auffällige tiefe Stelle mit starken Wasserströmungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Östlich der Altstadt mündet der [[Magdenerbach]] in den Rhein. Das Siedlungsgebiet erstreckt sich vom Rhein nach Süden auf eine breite Terrasse und reicht bis an die bewaldeten Ausläufer des [[Tafeljura]]s.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gemeindegebiet umfasst rund 16,02 km². Etwa die Hälfte der Fläche ist bewaldet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;portrait&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der tiefste Bereich des Gemeindegebiets liegt am Rheinufer auf etwa 270 m ü. M., während die höchsten Punkte der bewaldeten Hügel im Süden über 400 m ü. M. erreichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachbargemeinden auf Schweizer Seite sind:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Kaiseraugst]] im Westen&lt;br /&gt;
* [[Olsberg AG|Olsberg]] im Südwesten&lt;br /&gt;
* [[Magden]] im Süden&lt;br /&gt;
* [[Möhlin]] im Osten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nördlich grenzt Rheinfelden über den Rhein an Rheinfelden (Baden). Im Nordosten liegt die deutsche Gemeinde [[Schwörstadt]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Stadtgliederung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Zentrum Rheinfeldens bildet die historische Altstadt am Rhein. Um sie herum entstanden seit dem 19. Jahrhundert neue Wohn-, Gewerbe- und Industriegebiete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den grösseren Siedlungsbereichen gehören neben dem Zentrum insbesondere:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Augarten&lt;br /&gt;
* Engerfeld&lt;br /&gt;
* Kapuzinerberg&lt;br /&gt;
* Gebiete entlang der Zürcherstrasse&lt;br /&gt;
* Gebiete entlang der Baslerstrasse&lt;br /&gt;
* Industrie- und Gewerbezonen im Osten und Westen der Stadt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wohnsiedlung &#039;&#039;&#039;Augarten&#039;&#039;&#039; entstand ab den 1970er-Jahren westlich des historischen Stadtgebiets und entwickelte sich zu einem der grössten neueren Wohnquartiere Rheinfeldens.&amp;lt;ref name=&amp;quot;hls&amp;quot;&amp;gt;{{HLS|001803|Rheinfelden (Gemeinde)}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Römische Zeit ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gebiet des heutigen Rheinfelden war bereits in römischer Zeit besiedelt. Die nahe gelegene Römerstadt [[Augusta Raurica]] war eines der wichtigsten römischen Zentren am Oberrhein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dem heutigen Gemeindegebiet wurden zahlreiche römische Spuren entdeckt. Im Gebiet Görbelhof bestand im 3. Jahrhundert ein römischer Gutshof. Im Pferrichgraben, im Heimenholz und auf der Rheininsel Stein befanden sich im 4. Jahrhundert Wachttürme des spätrömischen Rheinlimes.&amp;lt;ref name=&amp;quot;hls&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Bau der [[Autobahn A3 (Schweiz)|Autobahn A3]] wurde ausserdem eine römische Wasserleitung entdeckt, die Augusta Raurica mit Frischwasser versorgte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 2001 kamen im Gebiet Augarten Überreste einer befestigten Anlage mit Getreidespeicher aus dem 4. Jahrhundert zum Vorschein. Sie gehört zu den bedeutenden spätantiken Befunden der Region.&amp;lt;ref name=&amp;quot;hls&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Entstehung der Stadt ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rheinfelden entwickelte sich aus einer alemannischen Siedlung. Um das Jahr 1000 errichteten die [[Grafen von Rheinfelden]] auf der Rheininsel Stein eine Burg.&amp;lt;ref name=&amp;quot;hls&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der bekannteste Angehörige des Geschlechts war [[Rudolf von Rheinfelden]], der 1077 zum Gegenkönig gegen den deutschen König [[Heinrich IV. (HRR)|Heinrich IV.]] gewählt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Aussterben der Grafen von Rheinfelden gelangten Burg, Kirche und Siedlung an die Herzöge von Zähringen. Unter ihnen wurde Rheinfelden im 12. Jahrhundert planmässig ausgebaut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine genaue Urkunde über die Stadtgründung ist nicht erhalten. 1146 werden Burg und Kirche erwähnt, 1212 erstmals Bürger von Rheinfelden und eine Rheinbrücke. Die Erhebung zur Stadt muss somit zwischen diesen Daten erfolgt sein.&amp;lt;ref name=&amp;quot;hls&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das älteste erhaltene Stadtrecht stammt aus dem Jahr 1290.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Aussterben der Zähringer im Jahr 1218 wurde Rheinfelden zunächst reichsfrei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Habsburgische Herrschaft ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1330 wurde Rheinfelden an die [[Habsburg]]er verpfändet. 1449 wurde die Stadt endgültig in deren Herrschaft eingegliedert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;hls&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz der habsburgischen Landeshoheit bewahrte Rheinfelden bedeutende kommunale Rechte. Die Stadt verfügte unter anderem über eine eigene Verwaltung und Gerichtsbarkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rheinfelden gehörte später zu [[Vorderösterreich]] und blieb mehrere Jahrhunderte Teil des habsburgischen Herrschaftsgebiets am Oberrhein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Dreissigjähriger Krieg ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während des [[Dreissigjähriger Krieg|Dreissigjährigen Kriegs]] wurde Rheinfelden wegen seiner strategischen Lage am Rhein stark umkämpft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1634 belagerten schwedische Truppen die Stadt mehrere Monate lang und nahmen sie schliesslich ein. Auch in den folgenden Jahren kam es in der Umgebung zu schweren Kämpfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besondere Bedeutung hatten die beiden [[Schlacht bei Rheinfelden|Schlachten bei Rheinfelden]] im Jahr 1638.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Übergang grosser Teile des Elsass an Frankreich wurde Rheinfelden zu einer wichtigen habsburgischen Grenzfestung. Die Befestigungen wurden erheblich ausgebaut.&amp;lt;ref name=&amp;quot;hls&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der Rheininsel Stein entstand zwischen 1686 und 1690 ein österreichisches Kastell. Französische Truppen zerstörten die Anlage 1744. Sie wurde danach nicht mehr aufgebaut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Französische Zeit und Kanton Fricktal ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1797 fiel Rheinfelden zusammen mit dem übrigen Fricktal infolge des Friedens von Campo Formio an Frankreich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1802 wurde Rheinfelden Hauptort des kurzlebigen [[Kanton Fricktal|Kantons Fricktal]]. Dieser bestand nur während weniger Monate als eigenständiger Kanton innerhalb der Helvetischen Republik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Mediationsakte von 1803 wurde das Fricktal dem neu geschaffenen Kanton Aargau angeschlossen. Rheinfelden wurde Hauptort des gleichnamigen Bezirks und ist dies bis heute.&amp;lt;ref name=&amp;quot;geschichte&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.rheinfelden.ch/de/stadt/portrait/geschichte/ |titel=Geschichte |werk=Stadt Rheinfelden |abruf=2026-08-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Industrialisierung und Kurwesen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Salzgewinnung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einen entscheidenden wirtschaftlichen Wendepunkt brachte die Entdeckung von Steinsalzvorkommen in der Region.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab 1844 wurde in der Saline Rheinfelden Salz gewonnen. 1848 nahm die [[Saline Riburg]] östlich der Stadt den Betrieb auf.&amp;lt;ref name=&amp;quot;hls&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ursprüngliche Saline Rheinfelden wurde 1942 stillgelegt. Die Saline Riburg blieb dagegen in Betrieb und gehört heute zu den wichtigen Produktionsstandorten der Schweizer Salzgewinnung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Salzvorkommen beeinflussten die wirtschaftliche und touristische Entwicklung Rheinfeldens nachhaltig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Solebad und Kurort ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits ab 1846 wurde die gewonnene Sole für medizinische Bäder verwendet. Rheinfelden entwickelte sich daraufhin zu einem bekannten Kurort.&amp;lt;ref name=&amp;quot;hls&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert entstanden Kurhäuser, Hotels und medizinische Einrichtungen. Seine erste grosse Blütezeit als internationaler Solbadkurort erlebte Rheinfelden unmittelbar vor dem [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;geschichte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Erste Weltkrieg führte zu einem starken Rückgang des internationalen Kurbetriebs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Später wurde die Tradition als Gesundheits- und Rehabilitationsstandort wiederbelebt. Heute befinden sich in Rheinfelden mehrere Kliniken, Therapie- und Wellnessbetriebe. Die Sole wird weiterhin für Bade- und Gesundheitsangebote genutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den bekanntesten Einrichtungen gehört die Bade- und Saunalandschaft &#039;&#039;&#039;sole uno&#039;&#039;&#039; im Parkresort Rheinfelden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;geschichte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Brauereien ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rheinfelden besitzt eine lange Brautradition.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1799 wurde die Brauerei Salmen gegründet. Die spätere &#039;&#039;&#039;Salmenbräu&#039;&#039;&#039; gehörte während langer Zeit zu den bekannten Rheinfelder Unternehmen, stellte ihren Betrieb jedoch 2002 ein.&amp;lt;ref name=&amp;quot;hls&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1876 gründeten Theophil Roniger und Mathias Wüthrich die [[Feldschlösschen Getränke|Brauerei Feldschlösschen]]. Das Unternehmen entwickelte sich zur grössten Brauerei der Schweiz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die monumentalen historistischen Gebäude der Brauerei erinnern in ihrer Gestaltung an eine Schlossanlage und gehören zu den markantesten Industriegebäuden Rheinfeldens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Feldschlösschen ist bis heute einer der bekanntesten Unternehmensnamen, die mit Rheinfelden verbunden sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kraftwerk Rheinfelden ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wasserkraft des Rheins spielte eine wichtige Rolle bei der Industrialisierung der Region.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1873 wurde die erste Konzession für ein Wasserkraftwerk bei Rheinfelden erteilt. Das [[Kraftwerk Rheinfelden]] nahm 1898 den Betrieb auf.&amp;lt;ref name=&amp;quot;hls&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es war damals das grösste Flusskraftwerk Europas und gilt als eines der frühen grossen Laufwasserkraftwerke.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verfügbarkeit grosser Mengen elektrischer Energie führte insbesondere auf der deutschen Rheinseite zur Ansiedlung energieintensiver Industriebetriebe. Aus den dort entstandenen Industriesiedlungen entwickelte sich das heutige Rheinfelden (Baden).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das historische Kraftwerk wurde im 21. Jahrhundert durch eine moderne Anlage ersetzt. Das neue Kraftwerk liegt etwas weiter stromaufwärts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rheinfelden und Rheinfelden (Baden) ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die schweizerische Stadt Rheinfelden ist wesentlich älter als das gleichnamige deutsche Rheinfelden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anders als etwa bei [[Laufenburg AG|Laufenburg]] führte die Festlegung des Rheins als Staatsgrenze zu Beginn des 19. Jahrhunderts nicht zur Teilung eines bestehenden Stadtgebiets. Die historische Stadt Rheinfelden lag vollständig auf der südlichen Rheinseite.&amp;lt;ref name=&amp;quot;hls&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das deutsche Rheinfelden entstand erst im Zuge der Industrialisierung im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert und wurde 1922 eine eigenständige Stadt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute bestehen enge Beziehungen zwischen beiden Rheinfelden. Die Städte arbeiten unter anderem in den Bereichen Kultur, Verkehr, Tourismus und Veranstaltungen grenzüberschreitend zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die beiden Stadtzentren sind durch die [[Alte Rheinbrücke Rheinfelden|Alte Rheinbrücke]] miteinander verbunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bevölkerung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rheinfelden entwickelte sich im 20. und frühen 21. Jahrhundert stark.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Historische Einwohnerzahlen zeigen das langfristige Wachstum:&amp;lt;ref name=&amp;quot;hls&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* 1788: 1&#039;226 Einwohner&lt;br /&gt;
* 1850: 1&#039;910 Einwohner&lt;br /&gt;
* 1900: 3&#039;349 Einwohner&lt;br /&gt;
* 1950: 4&#039;550 Einwohner&lt;br /&gt;
* 1970: 6&#039;866 Einwohner&lt;br /&gt;
* 2000: 10&#039;673 Einwohner&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Juli 2015 überschritt Rheinfelden erstmals die Marke von 13&#039;000 Einwohnerinnen und Einwohnern. Am 1. Dezember 2025 lebten erstmals mehr als 14&#039;000 Menschen in der Stadt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;einwohner14000&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.rheinfelden.ch/de/aktuelles/meldungen/Aktuell-25-12/14000-Einwohnerinnen-und-Einwohner.php |titel=Rheinfelden zählt über 14&#039;000 Einwohnerinnen und Einwohner |werk=Stadt Rheinfelden |datum=2025-12-18 |abruf=2026-08-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 30. Juni 2026 betrug die Einwohnerzahl 14&#039;169.&amp;lt;ref name=&amp;quot;portrait&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Bevölkerungswachstum der vergangenen Jahrzehnte hängt unter anderem mit der Nähe zu Basel, der guten Verkehrsanbindung und der Entstehung neuer Wohnquartiere zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirtschaft ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rheinfelden ist eines der wirtschaftlichen Zentren des Fricktals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Traditionell bedeutende Wirtschaftszweige sind:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Salzgewinnung&lt;br /&gt;
* Getränke- und Lebensmittelindustrie&lt;br /&gt;
* Energieproduktion&lt;br /&gt;
* Gesundheitswesen&lt;br /&gt;
* Rehabilitation und Wellness&lt;br /&gt;
* Chemie&lt;br /&gt;
* Gewerbe und Dienstleistungen&lt;br /&gt;
* Tourismus&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Nähe zur Agglomeration Basel und zur deutschen Grenze verstärkt die Bedeutung der Stadt als Arbeits- und Wirtschaftsstandort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den bekanntesten Unternehmen beziehungsweise Einrichtungen gehören die Brauerei Feldschlösschen, die Schweizer Salinen sowie mehrere Kliniken und Gesundheitsbetriebe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verkehr ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Eisenbahn ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rheinfelden liegt an der [[Bözbergstrecke]] zwischen [[Basel]] und [[Brugg AG|Brugg]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Bahnhof Rheinfelden]] wurde 1875 mit der Eisenbahnverbindung Basel–Brugg eröffnet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;geschichte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute wird Rheinfelden von Zügen der [[S-Bahn Basel]] sowie von weiteren Regionalverbindungen bedient. Durch die Lage nahe Basel bestehen häufige Verbindungen zum [[Bahnhof Basel SBB]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im westlichen Stadtteil befindet sich zudem die Haltestelle [[Bahnhof Rheinfelden Augarten|Rheinfelden Augarten]], die 2008 eröffnet wurde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;hls&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der deutschen Seite besteht der Bahnhof Rheinfelden (Baden) an der Hochrheinbahn Basel–Waldshut–Schaffhausen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Strassenverkehr ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Südlich der Stadt verläuft die [[Autobahn A3 (Schweiz)|Autobahn A3]], die Rheinfelden mit Basel, dem Fricktal, Brugg und Zürich verbindet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mehrere Kantons- und Hauptstrassen verbinden Rheinfelden mit Kaiseraugst, Möhlin, Magden und weiteren Gemeinden der Region.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über Rheinbrücken bestehen Strassen- und Fussgängerverbindungen nach Deutschland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schifffahrt ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Rhein ist bei Rheinfelden ein prägendes Verkehrselement. Wegen der historischen Stromschnellen und der Kraftwerksanlagen war die durchgehende Grossschifffahrt oberhalb Basels jedoch nie in derselben Weise möglich wie auf dem schiffbaren Rhein unterhalb von Basel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Fluss wird heute vor allem für Freizeitaktivitäten und touristische Angebote genutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Altstadt ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die historische Altstadt von Rheinfelden gehört zu den am besten erhaltenen mittelalterlichen Stadtanlagen im Kanton Aargau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie liegt in einem Bogen unmittelbar am Rhein und besitzt ein Netz aus engen Gassen und Plätzen. Teile der mittelalterlichen Stadtbefestigung mit Türmen und Mauerabschnitten sind erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Altstadt ist weitgehend autofrei.&amp;lt;ref name=&amp;quot;portrait&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den bedeutenden historischen Gebäuden und Anlagen gehören:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Stadtkirche St. Martin (Rheinfelden)|Stadtkirche St. Martin]]&lt;br /&gt;
* Rathaus&lt;br /&gt;
* Obertorturm&lt;br /&gt;
* Kupfertorturm&lt;br /&gt;
* Messerturm&lt;br /&gt;
* Storchennestturm&lt;br /&gt;
* Johanniterkommende&lt;br /&gt;
* ehemaliges Kapuzinerkloster&lt;br /&gt;
* Alte Rheinbrücke&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Stadtkirche St. Martin ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Stadtkirche St. Martin (Rheinfelden)|Stadtkirche St. Martin]] geht auf eine Kirche des 11. Jahrhunderts zurück und zählt zu den bedeutendsten historischen Bauwerken der Stadt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1170 ist erstmals ein Pfarrer in Rheinfelden belegt. 1228 gründete der Basler Bischof Heinrich von Thun ein Chorherrenstift an der Kirche.&amp;lt;ref name=&amp;quot;hls&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwischen 1769 und 1772 wurde St. Martin umfassend im barocken Stil umgestaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1870 hob der Kanton Aargau das Chorherrenstift auf. Drei Jahre später schloss sich die Pfarrei der [[Christkatholische Kirche der Schweiz|christkatholischen Kirche]] an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1876 wurde in St. Martin der erste christkatholische Bischof der Schweiz geweiht.&amp;lt;ref name=&amp;quot;hls&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rathaus ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Rathaus befindet sich in der Marktgasse im Zentrum der Altstadt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gebäudekomplex entstand über mehrere Jahrhunderte und besitzt einen charakteristischen Innenhof. Zu den bemerkenswerten Elementen gehören historische Wandmalereien, darunter eine Darstellung der [[Schlacht bei Sempach]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;geschichte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Rathaus ist bis heute Sitz der Stadtverwaltung und politisches Zentrum der Gemeinde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Stadtbefestigung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rheinfelden war im Mittelalter und in der frühen Neuzeit vollständig befestigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von der früheren Stadtmauer sind mehrere Abschnitte und Türme erhalten. Die Türme waren Teil eines komplexen Verteidigungssystems, das wegen der strategischen Lage am Rhein unter habsburgischer Herrschaft mehrfach erweitert wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den erhaltenen beziehungsweise markanten Türmen gehören der Obertorturm, der Kupfertorturm, der Messerturm und der Storchennestturm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Obertorturm gehört zu den Wahrzeichen der Altstadt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fricktaler Museum ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[Fricktaler Museum]] befindet sich im historischen Haus zur Sonne an der Marktgasse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Museum dokumentiert die Geschichte Rheinfeldens und des Fricktals. Die Sammlung umfasst unter anderem archäologische Funde, Objekte des städtischen Handwerks, Zeugnisse der Salzgewinnung und Exponate zur Industriegeschichte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;geschichte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Natur und Freizeit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Rhein sowie die grossen Waldflächen südlich der Stadt bieten zahlreiche Möglichkeiten für Freizeit und Naherholung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den wichtigen Anlagen und Gebieten gehören:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Stadtpark Ost&lt;br /&gt;
* Stadtpark West&lt;br /&gt;
* Inseli&lt;br /&gt;
* Rheinufer&lt;br /&gt;
* Waldgebiete südlich der Stadt&lt;br /&gt;
* Freibad&lt;br /&gt;
* Wander- und Velowege&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rund die Hälfte des Gemeindegebiets besteht aus Wald. Das Waldgebiet ist mit Wanderwegen, Feuerstellen und weiteren Freizeiteinrichtungen erschlossen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;portrait&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Sommer wird der Rhein auch zum Schwimmen genutzt. Aufgrund der Strömungen und besonderer Gefahrenstellen ist dabei jedoch entsprechende Vorsicht erforderlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kultur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rheinfelden verfügt über ein vielfältiges Kultur- und Veranstaltungsangebot.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Regelmässig finden in der Altstadt Märkte, Konzerte, Fasnachtsveranstaltungen und Stadtfeste statt. Wochenmärkte werden traditionell am Mittwoch und Samstag durchgeführt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;portrait&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den bekannten Veranstaltungsorten gehört der Kurbrunnensaal.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kulturellen Angebote werden teilweise gemeinsam mit Rheinfelden (Baden) organisiert, wodurch ein grenzüberschreitender Kulturraum entstanden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedeutung als Zähringerstadt ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rheinfelden gehört zu den Städten, deren mittelalterliche Entwicklung wesentlich von den Herzögen von Zähringen geprägt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zähringer förderten im 12. Jahrhundert gezielt die Entwicklung von Städten an strategisch und wirtschaftlich wichtigen Orten. Rheinfelden zählt zu den frühesten dieser Stadtgründungen beziehungsweise Stadterweiterungen und gilt als älteste Zähringerstadt der Schweiz.&amp;lt;ref name=&amp;quot;portrait&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Schweizer Städte mit engem Bezug zu den Zähringern sind unter anderem [[Bern]], [[Freiburg im Üechtland]], [[Thun]] und [[Burgdorf BE|Burgdorf]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wappen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wappen Rheinfeldens zeigt einen roten, aufgerichteten Löwen auf goldenem Grund sowie drei sechsstrahlige Sterne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Löwe und die Sterne sind seit Jahrhunderten mit der städtischen Heraldik verbunden und erscheinen in unterschiedlichen historischen Darstellungen der Stadt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Bezirk Rheinfelden]]&lt;br /&gt;
* [[Fricktal]]&lt;br /&gt;
* [[Rheinfelden (Baden)]]&lt;br /&gt;
* [[Grafen von Rheinfelden]]&lt;br /&gt;
* [[Rudolf von Rheinfelden]]&lt;br /&gt;
* [[Feldschlösschen]]&lt;br /&gt;
* [[Kraftwerk Rheinfelden]]&lt;br /&gt;
* [[Bahnhof Rheinfelden]]&lt;br /&gt;
* [[Bahnhof Rheinfelden Augarten]]&lt;br /&gt;
* [[Stadtkirche St. Martin (Rheinfelden)]]&lt;br /&gt;
* [[Fricktaler Museum]]&lt;br /&gt;
* [[Augusta Raurica]]&lt;br /&gt;
* [[Hochrhein]]&lt;br /&gt;
* [[Kanton Fricktal]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://www.rheinfelden.ch/ Offizielle Website der Stadt Rheinfelden]&lt;br /&gt;
* [https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/001803/ Rheinfelden] im [[Historisches Lexikon der Schweiz|Historischen Lexikon der Schweiz]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Rheinfelden}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rheinfelden AG]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gemeinde im Kanton Aargau]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ort im Kanton Aargau]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ort am Rhein]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bezirk Rheinfelden]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Fricktal]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Zähringerstadt]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schweizer Gemeinde an der Grenze zu Deutschland]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Nick Frei</name></author>
	</entry>
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		<title>Fricktal</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Nick Frei: Die Seite wurde neu angelegt: «{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;float:right; width:315px; margin:0 0 1em 1em;&amp;quot; ! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; | Fricktal |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Kanton&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | Aargau |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Region&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | Nordwestschweiz |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Bezirke&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | Rheinfelden, Laufenburg |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Wichtigste Orte&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | Rheinfelden, Frick, Laufenburg, Möhlin |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Gewässer&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | Rhein, Sissle, Möhlinbach |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Landschaft&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | Tafeljura, Hochrheintal |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Nachbarregionen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | Baselbiet, Zurzibiet, Brugg, Südschwarzwald |} Das &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Fr…»&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;float:right; width:315px; margin:0 0 1em 1em;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; | Fricktal&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Kanton&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Aargau&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Region&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Nordwestschweiz&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Bezirke&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Rheinfelden, Laufenburg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Wichtigste Orte&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Rheinfelden, Frick, Laufenburg, Möhlin&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Gewässer&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Rhein, Sissle, Möhlinbach&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Landschaft&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Tafeljura, Hochrheintal&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Nachbarregionen&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Baselbiet, Zurzibiet, Brugg, Südschwarzwald&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Das &#039;&#039;&#039;Fricktal&#039;&#039;&#039; ist eine Region im Norden des [[Kanton Aargau|Kantons Aargau]] an der Grenze zu Deutschland. Es umfasst im heutigen Sprachgebrauch im Wesentlichen die beiden [[Bezirk Rheinfelden|Bezirke Rheinfelden]] und [[Bezirk Laufenburg|Laufenburg]] und erstreckt sich vom Raum [[Kaiseraugst]] und [[Rheinfelden AG|Rheinfelden]] im Westen bis in die Gegend von [[Schwaderloch]] und [[Leibstadt]] im Osten. Im Süden reicht die Region über die Täler des [[Tafeljura]]s bis zum [[Bözberg]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Fricktal unterscheidet sich historisch deutlich von grossen Teilen des übrigen Aargaus. Während der Berner Aargau, die Grafschaft Baden und die Freien Ämter bereits seit dem 15. beziehungsweise frühen 16. Jahrhundert zur Eidgenossenschaft gehörten, blieb das Fricktal bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts unter habsburgisch-österreichischer Herrschaft. Erst 1802 kam es zur Helvetischen Republik und wurde 1803 Bestandteil des neu geschaffenen Kantons Aargau.&amp;lt;ref name=&amp;quot;staatsarchiv&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.ag.ch/de/themen/kultur-sport/kultur/bibliothek-archiv/staatsarchiv/bestaende-sammlungen/helvetisches-archiv |titel=Helvetisches Archiv |hrsg=Staatsarchiv Aargau |abruf=2026-08-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute gehört das Fricktal wirtschaftlich und verkehrlich sowohl zum Kanton Aargau als auch zum grenzüberschreitenden Wirtschaftsraum [[Basel]]–Hochrhein. Vor allem der westliche Teil um Rheinfelden, Kaiseraugst und Möhlin ist eng mit der Agglomeration Basel verbunden. Gleichzeitig haben sich entlang des Rheins und im Raum Frick bedeutende Industrie-, Pharma-, Energie- und Dienstleistungsstandorte entwickelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geographie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Fricktal liegt zwischen dem Rhein im Norden und den Höhenzügen des Jura im Süden. Im Westen grenzt es an den [[Kanton Basel-Landschaft]], im Osten an das [[Zurzibiet]] und den Raum Brugg. Nördlich des Rheins liegen die deutschen Landkreise Lörrach und Waldshut im Bundesland Baden-Württemberg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Landschaft gliedert sich in mehrere unterschiedliche Teilräume.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entlang des Rheins befinden sich vergleichsweise breite Tal- und Terrassenlandschaften. Dort liegen unter anderem Kaiseraugst, Rheinfelden, Möhlin, Wallbach, Stein, Sisseln, Laufenburg und Schwaderloch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Südlich des Rheins erhebt sich der Tafeljura. Zahlreiche Seitentäler schneiden tief in die Hochflächen ein. Zu den wichtigsten gehören das Tal der [[Sissle]], das Möhlintal sowie die Täler um Wegenstetten, Wittnau, Wölflinswil, Herznach und Zeihen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das obere Fricktal wird wesentlich durch den Raum um [[Frick AG|Frick]] geprägt. Im Südosten bildet der Bözberg einen Übergang in Richtung Brugg und Aaretal.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Region zeichnet sich durch einen Wechsel von bewaldeten Jurahöhen, landwirtschaftlich genutzten Hochflächen, Tälern, Obstgärten und dicht bebauten Industrie- und Siedlungsgebieten am Rhein aus.&amp;lt;ref name=&amp;quot;fricktalregio&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.fricktal.ch/ |titel=Fricktal |hrsg=Fricktal Regio Planungsverband |abruf=2026-08-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Name ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name &#039;&#039;&#039;Fricktal&#039;&#039;&#039; bezeichnete ursprünglich nicht die gesamte heutige Region.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der vorderösterreichischen Zeit wurde als Fricktal vor allem das Gebiet um [[Frick AG|Frick]] zwischen Hornussen und Eiken bezeichnet. Andere Teile der heutigen Region gehörten beispielsweise zum Rheintal, zum Möhlinbachgebiet oder zur Herrschaft Laufenburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst während der politischen Neuordnung um 1800 wurde der Name Fricktal auf das gesamte südlich des Rheins gelegene ehemals vorderösterreichische Gebiet ausgedehnt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der ältere Begriff &#039;&#039;&#039;Frickgau&#039;&#039;&#039; bezeichnete dagegen im Mittelalter einen grösseren Gau und ist nicht unmittelbar mit dem modernen Regionsnamen gleichzusetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Teilregionen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Traditionell wird zwischen dem &#039;&#039;&#039;unteren Fricktal&#039;&#039;&#039; und dem &#039;&#039;&#039;oberen Fricktal&#039;&#039;&#039; unterschieden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das untere Fricktal umfasst vor allem den westlichen Teil mit Rheinfelden, Kaiseraugst, Möhlin und den angrenzenden Gemeinden. Dieser Raum ist heute stark auf Basel ausgerichtet und weitgehend Bestandteil der Agglomeration Basel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das obere Fricktal umfasst den Raum Frick, Laufenburg sowie die ländlicher geprägten Juratäler und Hochflächen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine scharfe geografische Grenze zwischen den beiden Teilregionen besteht nicht. Die Begriffe werden sowohl im Alltag als auch von regionalen Organisationen und Institutionen verwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gemeinden ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;&#039;Fricktal Regio Planungsverband&#039;&#039;&#039; umfasst 32 Mitgliedsgemeinden und ist damit der grösste Regionalplanungsverband des Kantons Aargau.&amp;lt;ref name=&amp;quot;regionalplanung&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.fricktal.ch/regionalplanung/ |titel=Regionalplanung |hrsg=Fricktal Regio Planungsverband |abruf=2026-08-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den Mitgliedsgemeinden gehören:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Gemeinde&lt;br /&gt;
! Bezirk&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Böztal]]&lt;br /&gt;
| Laufenburg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Eiken]]&lt;br /&gt;
| Laufenburg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Frick AG|Frick]]&lt;br /&gt;
| Laufenburg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Gansingen]]&lt;br /&gt;
| Laufenburg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Gipf-Oberfrick]]&lt;br /&gt;
| Laufenburg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Hellikon]]&lt;br /&gt;
| Rheinfelden&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Herznach-Ueken]]&lt;br /&gt;
| Laufenburg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Kaiseraugst]]&lt;br /&gt;
| Rheinfelden&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Kaisten]]&lt;br /&gt;
| Laufenburg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Laufenburg AG|Laufenburg]]&lt;br /&gt;
| Laufenburg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Leibstadt]]&lt;br /&gt;
| Laufenburg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Magden AG|Magden]]&lt;br /&gt;
| Rheinfelden&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Mettauertal]]&lt;br /&gt;
| Laufenburg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Möhlin]]&lt;br /&gt;
| Rheinfelden&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Mumpf]]&lt;br /&gt;
| Rheinfelden&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Münchwilen AG|Münchwilen]]&lt;br /&gt;
| Laufenburg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Oberhof AG|Oberhof]]&lt;br /&gt;
| Laufenburg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Obermumpf]]&lt;br /&gt;
| Rheinfelden&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Oeschgen]]&lt;br /&gt;
| Laufenburg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Olsberg AG|Olsberg]]&lt;br /&gt;
| Rheinfelden&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Rheinfelden AG|Rheinfelden]]&lt;br /&gt;
| Rheinfelden&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Schupfart]]&lt;br /&gt;
| Rheinfelden&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Schwaderloch]]&lt;br /&gt;
| Laufenburg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Sisseln]]&lt;br /&gt;
| Laufenburg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Stein AG|Stein]]&lt;br /&gt;
| Rheinfelden&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Wallbach AG|Wallbach]]&lt;br /&gt;
| Rheinfelden&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Wegenstetten]]&lt;br /&gt;
| Rheinfelden&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Wittnau AG|Wittnau]]&lt;br /&gt;
| Laufenburg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Wölflinswil]]&lt;br /&gt;
| Laufenburg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Zeihen]]&lt;br /&gt;
| Laufenburg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Zeiningen]]&lt;br /&gt;
| Rheinfelden&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Zuzgen]]&lt;br /&gt;
| Rheinfelden&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die heutige Zusammensetzung ist auch das Ergebnis zahlreicher Gemeindefusionen. So entstanden unter anderem [[Mettauertal]] 2010, Böztal 2022 sowie Herznach-Ueken 2023.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Antike ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gebiet des heutigen Fricktals war bereits in vorgeschichtlicher Zeit besiedelt. Zahlreiche archäologische Fundstellen belegen eine Nutzung während der Stein-, Bronze- und Eisenzeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besondere Bedeutung gewann die Region während der römischen Epoche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am westlichen Rand des heutigen Fricktals entstand mit [[Augusta Raurica]] eine der wichtigsten römischen Städte nördlich der Alpen. Das Stadtgebiet erstreckte sich in den Raum des heutigen Kaiseraugst und Augst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Aufgabe grosser Teile der Zivilstadt im 3. Jahrhundert entstand am Rhein das befestigte &#039;&#039;&#039;Castrum Rauracense&#039;&#039;&#039;. Die spätantike Festung lag im Bereich des heutigen Kaiseraugst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch durch das übrige Fricktal führten römische Verkehrswege. Eine wichtige Verbindung verlief über den Bözberg zwischen Augusta Raurica und dem schweizerischen Mittelland. Römische Gutshöfe und Einzelfunde sind aus zahlreichen Fricktaler Gemeinden bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Frühmittelalter ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Ende der römischen Herrschaft wurde das Gebiet im Frühmittelalter zunehmend alemannisch besiedelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Fricktal gehörte zunächst zu unterschiedlichen Herrschafts- und Einflussbereichen. Bedeutende Grundbesitzer waren unter anderem das [[Stift Säckingen]], verschiedene Klöster und Adelsgeschlechter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Stift Säckingen besass besonders im östlichen und mittleren Fricktal umfangreiche Güter und Rechte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Mittelalter entwickelte sich der &#039;&#039;&#039;Frickgau&#039;&#039;&#039; als territoriale Bezeichnung. Nach dem Aussterben der Grafen von Lenzburg gingen wichtige Rechte im 12. Jahrhundert an die Habsburger über.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Habsburger ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Habsburger bauten ihre Stellung im Fricktal während des Hoch- und Spätmittelalters schrittweise aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts hatten sie einen grossen Teil der landesherrlichen und vogteilichen Rechte in der Region erworben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;bannplaene&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.ag.ch/media/kanton-aargau/dfr/dokumente/geoportal/themenkarten/hist-hintergrund-fricktaler-karten.pdf |titel=Historische Bannpläne des Fricktals – Geschichtlicher Hintergrund |hrsg=Kanton Aargau |datum=2008-07-18 |format=PDF |abruf=2026-08-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während Bern 1415 grosse Teile des westlichen Aargaus eroberte und die Eidgenossen andere habsburgische Gebiete unter ihre Kontrolle brachten, blieb das Fricktal bei Österreich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch entstand über mehrere Jahrhunderte eine politische Grenze zwischen dem Fricktal und den eidgenössischen Gebieten südlich davon.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vorderösterreich ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Fricktal wurde Bestandteil der habsburgischen &#039;&#039;&#039;Vorlande&#039;&#039;&#039;, die später als [[Vorderösterreich]] bezeichnet wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verwaltungsmässig gehörte die Region zum Breisgau. Die habsburgischen Besitzungen südlich des Rheins waren hauptsächlich in die Herrschaften Rheinfelden und Laufenburg gegliedert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;bannplaene&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Herrschaft Rheinfelden umfasste unter anderem die Landschaften Möhlinbach, Rheintal und Fricktal. Daneben bestand die Herrschaft Laufenburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der für Vorderösterreich zuständige Landvogt residierte zunächst in Ensisheim im Elsass. Nach dem Verlust des Elsass an Frankreich im 17. Jahrhundert befand sich der Verwaltungssitz in Freiburg im Breisgau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rheinfelden und Laufenburg waren wichtige habsburgische Städte und militärische Stützpunkte am Hochrhein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Dreissigjähriger Krieg ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Dreissigjähriger Krieg|Dreissigjährige Krieg]] von 1618 bis 1648 traf das Fricktal schwer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zur weitgehend vom Krieg verschonten Eidgenossenschaft gehörte die Region zum habsburgischen Herrschaftsgebiet und wurde mehrfach zum Schauplatz militärischer Operationen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1633 und 1634 drangen schwedische Truppen in die Region vor. Rheinfelden wurde belagert und besetzt. Auch zahlreiche Dörfer wurden durch Truppendurchzüge, Plünderungen, Einquartierungen und Seuchen belastet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1638 fand bei Rheinfelden eine weitere bedeutende Schlacht zwischen kaiserlichen und protestantisch-französischen Truppen statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kriegsjahre führten in Teilen des Fricktals zu erheblichen Bevölkerungsverlusten und wirtschaftlichen Schäden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kriege des 17. und 18. Jahrhunderts ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch nach dem Dreissigjährigen Krieg blieb die Lage des Fricktals zwischen Frankreich, Vorderösterreich und der Eidgenossenschaft militärisch exponiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während verschiedener europäischer Kriege wurde die Region erneut von Truppen durchquert und besetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rheinfelden wurde als österreichische Festungsstadt ausgebaut. Die Lage unmittelbar gegenüber französischen beziehungsweise später badischen Gebieten machte die Stadt zu einem strategisch wichtigen Grenzort.&amp;lt;ref name=&amp;quot;hlsrheinfelden&amp;quot;&amp;gt;{{HLS|1803|Rheinfelden (Gemeinde)|Autor=Dominik Sauerländer}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die eidgenössischen Gebiete südlich des Juras blieben politisch vom Fricktal getrennt, unterhielten aber intensive wirtschaftliche und persönliche Beziehungen mit der Region.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ende der österreichischen Herrschaft ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Französische Revolution und die anschliessenden Koalitionskriege führten zum Ende der habsburgischen Herrschaft im Fricktal.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im &#039;&#039;&#039;Frieden von Campo Formio&#039;&#039;&#039; von 1797 trat Österreich das Fricktal an Frankreich ab. Die tatsächliche Übergabe verzögerte sich jedoch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1799 besetzten französische Truppen die Region. Damit endete faktisch die jahrhundertelange österreichische Herrschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;&#039;Frieden von Lunéville&#039;&#039;&#039; vom 9. Februar 1801 bestätigte die territoriale Neuordnung. Frankreich behielt sich vor, das Fricktal der Helvetischen Republik zu überlassen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;staatsarchivvorder&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.ag.ch/staatsarchiv/suche/detail.aspx?ID=1480 |titel=Vorderösterreichische Zentralverwaltung, 1514–1806 |hrsg=Staatsarchiv Aargau |abruf=2026-08-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kanton Fricktal ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für kurze Zeit bildete die Region einen eigenen [[Kanton Fricktal]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Dezember 1801 wurde im Pfarrhaus von [[Eiken]] eine Kantonsverfassung ausgearbeitet. Eine zentrale Rolle spielten dabei die Brüder Karl und Sebastian Fahrländer.&amp;lt;ref name=&amp;quot;kantonfricktal&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.kanton-fricktal.ch/geschichte-des-kantons-fricktal |titel=Die Geschichte des Kantons Fricktal |hrsg=Kanton Fricktal 1802–1803 |abruf=2026-08-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am &#039;&#039;&#039;20. Februar 1802&#039;&#039;&#039; wurde der Kanton Fricktal ausgerufen. Er bestand aus den drei Distrikten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Rheinfelden;&lt;br /&gt;
* Frick;&lt;br /&gt;
* Laufenburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst war [[Laufenburg AG|Laufenburg]] als Hauptort vorgesehen. Später wurde [[Rheinfelden AG|Rheinfelden]] zum politischen Zentrum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kanton stand zunächst unter französischem Einfluss beziehungsweise Protektorat und wurde anschliessend in die [[Helvetische Republik]] integriert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;staatsarchiv&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die politische Lage blieb jedoch instabil. Sebastian Fahrländer stiess mit seiner Amtsführung auf Widerstand. Im September 1802 wurde er nach einer Versammlung von Gemeindevertretern in Frick abgesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der eigenständige Kanton bestand nur rund ein Jahr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Eingliederung in den Kanton Aargau ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der von [[Napoleon Bonaparte]] verfügten [[Mediationsakte]] wurde die staatliche Ordnung der Schweiz 1803 grundlegend verändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kanton Fricktal wurde mit dem damaligen Kanton Aargau und dem [[Kanton Baden]] zum neuen Kanton Aargau vereinigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit &#039;&#039;&#039;1803&#039;&#039;&#039; gehört das Fricktal damit dauerhaft zum Kanton Aargau.&amp;lt;ref name=&amp;quot;staatsarchiv&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dem Gebiet entstanden die Bezirke Rheinfelden und Laufenburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese späte Eingliederung erklärt verschiedene historische und kulturelle Besonderheiten der Region. Das Fricktal hatte im Gegensatz zum überwiegenden Teil des übrigen heutigen Kantons Aargau keine jahrhundertelange eidgenössische Vergangenheit vor 1803.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Religion ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die lange Zugehörigkeit zu Vorderösterreich hatte auch Auswirkungen auf die konfessionelle Entwicklung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während in den benachbarten bernischen Gebieten im 16. Jahrhundert die Reformation eingeführt wurde, blieb das österreichische Fricktal überwiegend römisch-katholisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die katholische Prägung blieb auch nach der Eingliederung in den konfessionell gemischten Kanton Aargau deutlich sichtbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Stift Säckingen, verschiedene Klöster und kirchliche Institutionen besassen bis zum Ende des Ancien Régime umfangreiche Rechte und Güter in der Region.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute ist die Bevölkerung konfessionell wesentlich vielfältiger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirtschaftsgeschichte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis weit ins 19. Jahrhundert war das Fricktal hauptsächlich landwirtschaftlich geprägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den traditionellen Wirtschaftszweigen gehörten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ackerbau;&lt;br /&gt;
* Viehwirtschaft;&lt;br /&gt;
* Weinbau;&lt;br /&gt;
* Obstbau;&lt;br /&gt;
* Forstwirtschaft;&lt;br /&gt;
* Handwerk.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Obstbau besitzt bis heute eine besondere Bedeutung. Bekannt ist das Fricktal insbesondere für seine Kirschbäume. Die Kirschblüte prägt im Frühling weite Teile der Landschaft und wird auch touristisch vermarktet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;wohnregion&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.fricktal.ch/wohnregion/ |titel=Wohnregion Fricktal |hrsg=Fricktal Regio Planungsverband |abruf=2026-08-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An verschiedenen sonnigen Hängen wird Wein angebaut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Industrialisierung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Ausbau des Eisenbahnnetzes im 19. Jahrhundert verbesserten sich die Voraussetzungen für die Industrialisierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine wichtige Rolle spielten die 1856 eröffnete Eisenbahnlinie Basel–Rheinfelden und deren spätere Verlängerung entlang des Hochrheins sowie die 1875 eröffnete [[Bözbergbahn]] durch das obere Fricktal.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entlang des Rheins entstanden zahlreiche Industrieunternehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders Rheinfelden entwickelte sich zu einem bedeutenden Industriestandort. 1876 wurde dort die [[Brauerei Feldschlösschen]] gegründet, deren historistische Fabrikanlage bis heute zu den markantesten Industriebauten der Schweiz gehört.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Industriegebiete entstanden in Kaiseraugst, Möhlin, Stein, Sisseln, Laufenburg und anderen Gemeinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Pharma- und Chemieindustrie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 20. und 21. Jahrhundert entwickelte sich insbesondere das untere Fricktal zu einem wichtigen Standort der Pharma-, Chemie- und Life-Sciences-Industrie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Nähe zum Basler Chemie- und Pharmacluster sowie die gute Verkehrserschliessung begünstigten diese Entwicklung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bedeutende Arbeitsplatzgebiete befinden sich unter anderem in:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Kaiseraugst;&lt;br /&gt;
* Rheinfelden;&lt;br /&gt;
* Stein;&lt;br /&gt;
* Sisseln;&lt;br /&gt;
* Münchwilen;&lt;br /&gt;
* Eiken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Kaiseraugst befindet sich ein grosser Produktions- und Entwicklungsstandort des Pharmaunternehmens [[Roche]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch im Gebiet &#039;&#039;&#039;Sisslerfeld&#039;&#039;&#039; zwischen Stein, Sisseln, Eiken und Münchwilen befinden sich grosse Industrie- und Entwicklungsflächen. Das Gebiet gehört zu den wichtigsten wirtschaftlichen Entwicklungsschwerpunkten des Kantons Aargau.&amp;lt;ref name=&amp;quot;aktivitaeten&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.fricktal.ch/regionalplanung/aktivitaeten/ |titel=Aktivitäten |hrsg=Fricktal Regio Planungsverband |abruf=2026-08-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Energie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Rhein spielt für die Energieversorgung eine bedeutende Rolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Region befinden sich beziehungsweise wirken mehrere grosse Wasserkraftanlagen am Hochrhein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &#039;&#039;&#039;Kraftwerk Laufenburg&#039;&#039;&#039; nahm 1914 den Betrieb auf und gehört zu den frühen grossen Laufwasserkraftwerken am Rhein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Rheinfelden wurde bereits 1898 ein grosses Wasserkraftwerk eröffnet. Dieses historische Kraftwerk wurde im Zuge eines Neubaus ersetzt; das heutige Kraftwerk Rheinfelden ging im 21. Jahrhundert vollständig in Betrieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im östlichen Fricktal befindet sich ausserdem das [[Kernkraftwerk Leibstadt]], das seit 1984 Strom produziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit gehört das Fricktal zu den bedeutenden Energieproduktionsregionen der Schweiz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Landwirtschaft ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz der starken Industrialisierung besitzt die Landwirtschaft insbesondere im oberen Fricktal und in den Juragemeinden weiterhin eine grosse landschaftliche Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Typisch sind Ackerbau, Viehhaltung, Obstbau und Weinbau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders charakteristisch sind Hochstammobstgärten. Kirsch-, Apfel-, Birnen- und Zwetschgenbäume prägen vielerorts die Kulturlandschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Fricktaler Kirschen werden sowohl als Tafelobst als auch für Konfitüren, Säfte und Spirituosen verwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An sonnenexponierten Jurahängen bestehen verschiedene Rebberge. Weinbaugebiete befinden sich unter anderem bei Frick, Hornussen, Zeiningen, Magden und weiteren Gemeinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verkehr ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Fricktal besitzt aufgrund seiner Lage zwischen Basel, Zürich und Deutschland eine wichtige Verkehrsfunktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Eisenbahn ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwei Hauptachsen erschliessen die Region.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Hochrheinlinie führt von Basel über Kaiseraugst, Rheinfelden, Möhlin, Stein und Laufenburg weiter in Richtung Koblenz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bözbergstrecke verbindet Basel über Rheinfelden, Stein und [[Frick AG|Frick]] mit Brugg und Zürich beziehungsweise dem Schweizer Mittelland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine zentrale Bedeutung besitzt der 2016 eröffnete neue [[Bözbergtunnel]]. Er ist Teil des Nord-Süd-Güterverkehrskorridors durch die Schweiz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Personenzüge verbinden das Fricktal regelmässig mit Basel, Brugg, Baden und Zürich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wichtige Bahnhöfe sind:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Bahnhof Rheinfelden]];&lt;br /&gt;
* [[Bahnhof Möhlin]];&lt;br /&gt;
* [[Bahnhof Stein-Säckingen]];&lt;br /&gt;
* [[Bahnhof Frick]];&lt;br /&gt;
* [[Bahnhof Laufenburg AG|Bahnhof Laufenburg]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Strassenverkehr ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die wichtigste Strassenachse ist die [[Autobahn A3 (Schweiz)|Autobahn A3]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie führt von Basel über Rheinfelden und Frick durch den Bözberg in Richtung Brugg, Baden und Zürich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Autobahn wurde abschnittsweise ausgebaut und entlastete zahlreiche Ortsdurchfahrten vom überregionalen Verkehr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Hauptstrassen verlaufen entlang des Rheins und durch die Juratäler.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Grenzübergänge ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Lage unmittelbar an Deutschland prägt das Fricktal seit Jahrhunderten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mehrere Strassen- und Fussgängerbrücken über den Rhein verbinden die Region mit Baden-Württemberg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bedeutende Grenzübergänge bestehen unter anderem bei:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rheinfelden AG|Rheinfelden]];&lt;br /&gt;
* [[Stein AG|Stein]] und Bad Säckingen;&lt;br /&gt;
* [[Laufenburg AG|Laufenburg]];&lt;br /&gt;
* [[Koblenz AG|Koblenz]] ausserhalb des engeren Fricktals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders in Rheinfelden und Laufenburg bestehen auf beiden Seiten des Rheins gleichnamige beziehungsweise historisch zusammengehörende Städte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Landesgrenze hat deshalb im Alltag einen stark grenzüberschreitenden Charakter. Einkauf, Arbeit, Freizeit und persönliche Beziehungen verbinden die Bevölkerung beiderseits des Rheins.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Agglomeration Basel ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das westliche Fricktal ist funktional eng mit Basel verbunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zahlreiche Einwohner pendeln zur Arbeit in die Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Perimeter der Agglomeration Basel gehören heute zahlreiche Fricktaler Gemeinden, darunter Kaiseraugst, Rheinfelden, Möhlin, Magden, Zeiningen, Wallbach, Stein, Frick und Laufenburg.&amp;lt;ref name=&amp;quot;aktivitaeten&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Entwicklung von Siedlung und Verkehr wird deshalb teilweise grenzüberschreitend und kantonsübergreifend geplant.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Regionalplanung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die regionale Zusammenarbeit wird wesentlich durch den &#039;&#039;&#039;Fricktal Regio Planungsverband&#039;&#039;&#039; koordiniert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der heutige Verband entstand am &#039;&#039;&#039;27. März 2003&#039;&#039;&#039; durch den Zusammenschluss der früheren Planungsverbände des oberen und des unteren Fricktals.&amp;lt;ref name=&amp;quot;regionalplanung&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu seinen Aufgaben gehören unter anderem:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* regionale Raumplanung;&lt;br /&gt;
* Koordination der Siedlungsentwicklung;&lt;br /&gt;
* Verkehrsplanung;&lt;br /&gt;
* Standortförderung;&lt;br /&gt;
* Natur- und Landschaftsschutz;&lt;br /&gt;
* Zusammenarbeit in Bildungs- und Gesundheitsfragen;&lt;br /&gt;
* Vertretung regionaler Interessen gegenüber Kanton, Bund und Nachbarregionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit 32 Mitgliedsgemeinden ist Fricktal Regio der grösste Regionalplanungsverband des Kantons Aargau.&amp;lt;ref name=&amp;quot;regionalplanung&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Natur und Landschaft ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Fricktal besitzt eine grosse landschaftliche und biologische Vielfalt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Jurahöhen sind überwiegend bewaldet. Dazwischen liegen offene Hochflächen, Magerwiesen, Rebberge und Obstgärten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die trockenen und sonnenexponierten Kalkhänge bieten Lebensraum für zahlreiche wärmeliebende Pflanzen- und Tierarten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein grosser Teil des südlichen und östlichen Fricktals gehört zum [[Jurapark Aargau]] oder grenzt unmittelbar an dessen Gebiet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Region ist besonders für ihre Hochstammobstgärten und die Kirschblüte im Frühling bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gewässer ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die natürliche Nordgrenze des Fricktals bildet der [[Rhein]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wichtige Nebenflüsse und Bäche sind unter anderem:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Sissle]];&lt;br /&gt;
* Möhlinbach;&lt;br /&gt;
* Magdenerbach;&lt;br /&gt;
* Etzgerbach;&lt;br /&gt;
* verschiedene kleinere Jurabäche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sissle entspringt im Tafeljura und fliesst durch das obere Fricktal über Frick und Eiken nach Sisseln, wo sie in den Rhein mündet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Rhein wurde im 19. und 20. Jahrhundert stark für Verkehr, Industrie und Energiegewinnung genutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Jurapark Aargau ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Teile des Fricktals gehören zum [[Jurapark Aargau]], einem regionalen Naturpark von nationaler Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Naturpark umfasst charakteristische Landschaften des Aargauer Juras mit Wäldern, Hochstammobstgärten, Trockenwiesen, Rebbergen und traditionellen Siedlungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mehrere Fricktaler Gemeinden beteiligen sich am Park.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Jurapark fördert unter anderem nachhaltigen Tourismus, regionale Produkte, Biodiversität und die Pflege der Kulturlandschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Tourismus und Freizeit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Fricktal ist sowohl für Naherholung als auch für Kultur- und Naturtourismus von Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bekannte Ziele sind:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* die Altstadt von [[Rheinfelden AG|Rheinfelden]];&lt;br /&gt;
* die Altstadt von [[Laufenburg AG|Laufenburg]];&lt;br /&gt;
* das Römergebiet von [[Augusta Raurica]] bei Kaiseraugst;&lt;br /&gt;
* der [[Jurapark Aargau]];&lt;br /&gt;
* der [[Fricktaler Höhenweg]];&lt;br /&gt;
* die Wein- und Obstbaugebiete;&lt;br /&gt;
* die Rheinuferwege;&lt;br /&gt;
* die Thermalbäder von Rheinfelden;&lt;br /&gt;
* verschiedene Burgruinen und Schlösser.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rad- und Wanderwege verbinden die Jurahöhen mit den Rheingemeinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fricktaler Höhenweg ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;&#039;Fricktaler Höhenweg&#039;&#039;&#039; gehört zu den bekannten Wanderwegen der Region.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er führt über die Höhen des Tafeljuras und verbindet verschiedene Ortschaften und Aussichtspunkte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Route bietet Ausblicke über das Fricktal, den Schwarzwald, das Baselbiet und bei guter Sicht bis zu den Alpen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wanderweg erschliesst zugleich zahlreiche typische Landschaftselemente der Region wie Wälder, Obstgärten und Jurahochflächen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Städte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Fricktal liegen zwei historische Städte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rheinfelden ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Rheinfelden AG|Rheinfelden]] ist die grösste Stadt der Region und Hauptort des Bezirks Rheinfelden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die mittelalterliche Altstadt liegt unmittelbar am Rhein. Rheinfelden war während Jahrhunderten eine bedeutende habsburgische Festungs- und Verwaltungsstadt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute besitzt die Stadt besondere Bedeutung als regionales Zentrum für Dienstleistungen, Gesundheit, Industrie und Tourismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Laufenburg ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Laufenburg AG|Laufenburg]] ist Hauptort des Bezirks Laufenburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die historische Stadt entstand auf beiden Seiten des Rheins. Mit der politischen Neuordnung zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde der Rhein zur Staatsgrenze, wodurch die Stadt in das schweizerische Laufenburg und das heutige deutsche [[Laufenburg (Baden)]] geteilt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beide Stadtteile sind heute durch Brücken miteinander verbunden und pflegen eine enge grenzüberschreitende Zusammenarbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Frick ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Frick AG|Frick]] ist das wichtigste Zentrum des oberen Fricktals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gemeinde liegt im Sissletal an der Kreuzung wichtiger Verkehrswege über den Bözberg und entlang des Juras.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Frick besitzt regionale Bedeutung für Handel, Schulen, Gesundheitsversorgung, Verwaltung und Verkehr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Überregional bekannt wurde Frick auch durch bedeutende Dinosaurierfunde. In einer Tongrube wurden zahlreiche Fossilien des Plateosaurus entdeckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kultur und regionale Identität ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die lange österreichische Vergangenheit ist bis heute ein wichtiges Element der regionalen Identität.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das historische Bewusstsein unterscheidet das Fricktal teilweise von anderen Aargauer Regionen. Besonders die Erinnerung an Vorderösterreich und den kurzlebigen Kanton Fricktal wird durch Museen, historische Vereinigungen, Publikationen und Veranstaltungen gepflegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 2002 wurde das 200-jährige Jubiläum des Kantons Fricktal mit verschiedenen Veranstaltungen begangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &#039;&#039;&#039;Fricktalisch-Badische Vereinigung für Heimatkunde&#039;&#039;&#039; beschäftigt sich mit der Geschichte und Kultur auf beiden Seiten des Hochrheins.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Dialekt ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Fricktal werden alemannische Dialekte gesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Mundarten gehören zum Hochalemannischen beziehungsweise zu Übergangsgebieten innerhalb der nordwestschweizerischen Dialektlandschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die geografische Lage bestehen sprachliche Einflüsse sowohl aus dem übrigen Aargau als auch aus dem Baselbiet und dem alemannischen Sprachraum nördlich des Rheins.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innerhalb des Fricktals bestehen wiederum lokale Unterschiede zwischen den Rheingemeinden und den Dörfern des Tafeljuras.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Regionale Medien ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Region verfügt über mehrere lokale und regionale Medien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den traditionsreichen Zeitungen gehört die &#039;&#039;&#039;Neue Fricktaler Zeitung&#039;&#039;&#039;. Daneben berichten verschiedene Onlineportale und regionale Publikationen über das gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Leben im Fricktal.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bezeichnung Fricktal wird von zahlreichen Vereinen, Unternehmen und Institutionen als regionales Identifikationsmerkmal verwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedeutung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Fricktal besitzt innerhalb des Kantons Aargau eine besondere Stellung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Historisch war es der letzte grosse Teil des heutigen Kantonsgebiets, der zur Schweiz kam. Seine jahrhundertelange Zugehörigkeit zu Vorderösterreich hinterliess politische, kulturelle und konfessionelle Spuren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wirtschaftlich entwickelte sich die Region von einem überwiegend landwirtschaftlich geprägten Grenzgebiet zu einem bedeutenden Industrie-, Pharma- und Energiestandort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Lage zwischen Basel und Zürich sowie unmittelbar an der deutschen Grenze macht das Fricktal heute zu einer stark vernetzten Wirtschafts- und Wohnregion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gleichzeitig haben insbesondere die Juratäler, Wälder, Obstgärten und Rebberge einen weitgehend ländlichen Charakter bewahrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Kanton Fricktal]]&lt;br /&gt;
* [[Bezirk Rheinfelden]]&lt;br /&gt;
* [[Bezirk Laufenburg]]&lt;br /&gt;
* [[Frick AG|Frick]]&lt;br /&gt;
* [[Rheinfelden AG|Rheinfelden]]&lt;br /&gt;
* [[Laufenburg AG|Laufenburg]]&lt;br /&gt;
* [[Vorderösterreich]]&lt;br /&gt;
* [[Tafeljura]]&lt;br /&gt;
* [[Jurapark Aargau]]&lt;br /&gt;
* [[Bözberg]]&lt;br /&gt;
* [[Rhein]]&lt;br /&gt;
* [[Sissle]]&lt;br /&gt;
* [[Kanton Aargau]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://www.fricktal.ch/ Fricktal Regio]&lt;br /&gt;
* [https://www.kanton-fricktal.ch/ Kanton Fricktal 1802–1803]&lt;br /&gt;
* [https://www.ag.ch/ Kanton Aargau]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Fricktal}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Region im Kanton Aargau]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Fricktal]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bezirk Rheinfelden]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bezirk Laufenburg]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vorderösterreich]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tafeljura]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Region der Schweiz]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Nick Frei</name></author>
	</entry>
	<entry>
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		<title>Bad Zurzach</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Nick Frei: Die Seite wurde neu angelegt: «{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;float:right; width:315px; margin:0 0 1em 1.5em;&amp;quot; ! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:center; font-size:120%;&amp;quot; | Bad Zurzach |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Kanton&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | Aargau |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Bezirk&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | Zurzach |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Gemeinde&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | Zurzach |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Postleitzahl&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | 5330 |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Höhe&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | ca. 340 m ü. M. |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Frühere BFS-Nr.&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | 4323 |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Status&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | Ortschaft, bis 2021 politische Gemeinde |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Gemeindefusion&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | 1. Januar 2022 |- | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Website&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; | [h…»&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;float:right; width:315px; margin:0 0 1em 1.5em;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:center; font-size:120%;&amp;quot; | Bad Zurzach&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Kanton&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Aargau&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Bezirk&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Zurzach&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Gemeinde&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Zurzach&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Postleitzahl&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| 5330&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Höhe&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| ca. 340 m ü. M.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Frühere BFS-Nr.&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| 4323&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Status&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Ortschaft, bis 2021 politische Gemeinde&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Gemeindefusion&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| 1. Januar 2022&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Website&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| [https://www.zurzach.ch zurzach.ch]&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Bad Zurzach&#039;&#039;&#039; ist eine Ortschaft der politischen Gemeinde [[Zurzach]] im [[Bezirk Zurzach]] des [[Kanton Aargau|Kantons Aargau]]. Sie liegt am linken Ufer des [[Rhein]]s unmittelbar an der Grenze zu Deutschland und bildet das historische, administrative und touristische Zentrum der heutigen Gemeinde Zurzach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ort war bis Ende 2021 eine selbstständige politische Gemeinde. Am 1. Januar 2022 schlossen sich Bad Zurzach, [[Baldingen AG|Baldingen]], [[Böbikon]], [[Kaiserstuhl AG|Kaiserstuhl]], [[Rekingen AG|Rekingen]], [[Rietheim AG|Rietheim]], [[Rümikon]] und [[Wislikofen]] zur neuen Gemeinde Zurzach zusammen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;fusion&amp;quot;&amp;gt;[https://www.agvchapp.bfs.admin.ch/de/mutations/3959 Gemeindefusion Zurzach, Mutation Nr. 3959], Bundesamt für Statistik, in Kraft seit 1. Januar 2022, abgerufen am 25. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bad Zurzach ist vor allem als Thermal- und Gesundheitsort bekannt. Die heute als [[Therme Zurzach]] betriebene Anlage nutzt eine Glaubersalzquelle, deren fast 40 °C warmes Thermalwasser aus einer Tiefe von rund 430 Metern gefördert wird.&amp;lt;ref name=&amp;quot;therme&amp;quot;&amp;gt;[https://www.thermezurzach.ch/therme/bad Das Bad der Therme Zurzach], Therme Zurzach, abgerufen am 25. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daneben besitzt Bad Zurzach eine aussergewöhnlich lange Geschichte. Bereits in römischer Zeit bestand hier unter dem Namen &#039;&#039;&#039;Tenedo&#039;&#039;&#039; eine bedeutende Siedlung am Rheinübergang. Im Mittelalter entwickelte sich Zurzach zu einem europaweit bekannten Wallfahrts- und Messeort rund um das Grab der heiligen [[Verena von Zurzach|Verena]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geografie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bad Zurzach liegt im Nordosten des Kantons Aargau am Hochrhein. Auf der gegenüberliegenden deutschen Rheinseite befindet sich [[Rheinheim (Küssaberg)|Rheinheim]], ein Ortsteil der Gemeinde [[Küssaberg]] im Landkreis Waldshut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Rhein bildet hier gleichzeitig:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* die Staatsgrenze zwischen der Schweiz und Deutschland;&lt;br /&gt;
* die Kantonsgrenze des Aargaus;&lt;br /&gt;
* einen prägenden Bestandteil der Landschaft des Zurzibiets.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Siedlungsgebiet liegt überwiegend auf einer flachen Rheinterrasse. Südlich und südwestlich steigt das Gelände zu bewaldeten Höhen und landwirtschaftlich genutzten Flächen an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bad Zurzach gehört zur Region [[Zurzibiet]], die den nordöstlichen Teil des Kantons Aargau umfasst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Name ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ort war während Jahrhunderten unter dem Namen &#039;&#039;&#039;Zurzach&#039;&#039;&#039; bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name geht auf die römische beziehungsweise spätantike Siedlungstradition zurück und ist in mittelalterlichen Quellen in unterschiedlichen Formen überliefert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Wirkung vom 1. Dezember 2006 änderte die damalige politische Gemeinde ihren amtlichen Namen von &#039;&#039;&#039;Zurzach&#039;&#039;&#039; in &#039;&#039;&#039;Bad Zurzach&#039;&#039;&#039;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;namensaenderung&amp;quot;&amp;gt;[https://www.agvchapp.bfs.admin.ch/de/mutations/results?BfsNr=4323 Mutationsmeldungen zur ehemaligen Gemeinde Bad Zurzach], Bundesamt für Statistik, abgerufen am 25. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ergänzung «Bad» unterstrich die Bedeutung des Ortes als Thermal-, Gesundheits- und Kurort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Gemeindefusion zum 1. Januar 2022 erhielt die neue politische Gemeinde wieder den Namen &#039;&#039;&#039;Zurzach&#039;&#039;&#039;. Bad Zurzach blieb als Name der Ortschaft bestehen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;fusion&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vorgeschichte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gebiet von Bad Zurzach war bereits lange vor der römischen Zeit besiedelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Archäologische Funde belegen menschliche Aktivitäten vom Neolithikum bis in spätere vorgeschichtliche Epochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mehrere archäologische Fundstellen im heutigen Ortsgebiet gehören zu den Kulturgütern von nationaler Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders bedeutend ist das Gebiet «Uf Rainen / Himmelrych», in dem sowohl vorgeschichtliche Siedlungsspuren als auch Überreste des römischen Vicus Tenedo nachgewiesen wurden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;kgs&amp;quot;&amp;gt;[https://www.babs.admin.ch/dam/de/sd-web/hrHoDJWlKeae/KGS-Liste%20AG%202026.pdf Schweizerisches Inventar der Kulturgüter von nationaler und regionaler Bedeutung – Kanton Aargau], Stand 1. Januar 2026, abgerufen am 25. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tenedo in römischer Zeit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der Römerzeit lag beim heutigen Bad Zurzach die Siedlung &#039;&#039;&#039;Tenedo&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihre Lage am Rhein und an wichtigen Verkehrsverbindungen verlieh ihr strategische Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ort befand sich an einer wichtigen Route zwischen dem Schweizer Mittelland, Vindonissa und den Gebieten nördlich des Rheins.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Umgebung bestanden Strassen, Siedlungsanlagen und militärisch relevante Einrichtungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Rhein bildete insbesondere in der Spätantike einen wichtigen Abschnitt der römischen Reichsgrenze.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Archäologische Befunde zeigen, dass im Gebiet von Bad Zurzach Anlagen zur spätrömischen Rheinbefestigung bestanden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;kgs&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der römische Name Tenedo blieb in historischen und archäologischen Zusammenhängen mit Zurzach verbunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Spätantike und Verena ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Geschichte Zurzachs ist eng mit der heiligen [[Verena von Zurzach|Verena]] verbunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der christlichen Überlieferung lebte Verena im 4. Jahrhundert zeitweise in Zurzach und starb dort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über ihrem Grab entstand eine religiöse Kultstätte, die sich im Mittelalter zu einem bedeutenden Wallfahrtsziel entwickelte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verehrung der heiligen Verena verbreitete sich über die Region hinaus. Sie gilt als eine der wichtigen frühchristlichen Heiligen der Schweiz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die heutige [[St. Verena (Bad Zurzach)|Stiftskirche St. Verena]] steht in dieser jahrhundertealten Tradition.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Früh- und Hochmittelalter ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Ende der römischen Herrschaft blieb der Ort aufgrund des Rheinübergangs und der Verehrung der heiligen Verena von Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rund um die Grabkirche entstand eine geistliche Gemeinschaft, aus der sich das Stift Zurzach entwickelte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Stift verfügte über Besitz und Rechte in der Umgebung und war über Jahrhunderte ein wichtiger wirtschaftlicher und religiöser Faktor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wallfahrt führte Pilgerinnen und Pilger aus verschiedenen Teilen Europas nach Zurzach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gleichzeitig entwickelte sich der Ort zunehmend zu einem Handelszentrum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zurzacher Messen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders berühmt wurde Zurzach durch seine grossen Jahrmärkte beziehungsweise Messen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit dem Mittelalter fanden regelmässig Handelsmessen statt, die eng mit den kirchlichen Festtagen der heiligen Verena verbunden waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &#039;&#039;&#039;Zurzacher Messen&#039;&#039;&#039; gehörten zeitweise zu den bedeutendsten Handelsveranstaltungen im Gebiet der heutigen Schweiz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kaufleute reisten unter anderem aus:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Süddeutschland;&lt;br /&gt;
* der Eidgenossenschaft;&lt;br /&gt;
* dem Elsass;&lt;br /&gt;
* Italien;&lt;br /&gt;
* Frankreich;&lt;br /&gt;
* den Niederlanden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
nach Zurzach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gehandelt wurden unter anderem:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Textilien;&lt;br /&gt;
* Leder;&lt;br /&gt;
* Vieh;&lt;br /&gt;
* Salz;&lt;br /&gt;
* Wein;&lt;br /&gt;
* Metallwaren;&lt;br /&gt;
* Gewürze;&lt;br /&gt;
* Haushaltswaren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Messewirtschaft prägte die bauliche Entwicklung des Ortes. Zahlreiche grosse Gasthäuser, Lagergebäude und Handelshäuser entstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zurzach besass dadurch trotz seiner vergleichsweise geringen ständigen Einwohnerzahl zeitweise eine weit überregionale wirtschaftliche Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Politische Zugehörigkeit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Mittelalter wechselten die Herrschaftsrechte über Zurzach mehrfach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Region stand zeitweise unter dem Einfluss der Habsburger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Eroberung des Aargaus durch die Eidgenossen 1415 gehörte Zurzach zur [[Grafschaft Baden]], einer Gemeinen Herrschaft der Alten Eidgenossenschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die eidgenössischen Orte verwalteten das Gebiet gemeinsam durch Landvögte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese politische Ordnung bestand bis zum Ende des Ancien Régime 1798.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Helvetik und Kanton Aargau ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Einmarsch französischer Truppen 1798 und der Gründung der [[Helvetische Republik|Helvetischen Republik]] endete die alte Herrschaftsordnung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zurzach wurde zunächst Teil des Kantons Baden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Mediationsakte von 1803 entstand der heutige Kanton Aargau. Zurzach wurde diesem neuen Kanton zugeteilt und zum Hauptort des Bezirks Zurzach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Funktion besitzt der Ort bis heute.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Industrialisierung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 19. Jahrhundert verlor die traditionelle Messewirtschaft zunehmend an Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neue Verkehrswege, Eisenbahnen und moderne Handelsstrukturen führten dazu, dass grosse periodische Warenmessen ihre frühere Funktion verloren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gleichzeitig begann sich in Zurzach Industrie anzusiedeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von besonderer Bedeutung war die Textilindustrie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1872 gründete der Unternehmer Jakob Zuberbühler in Zurzach die Firma Zuberbühler &amp;amp; Cie., die in der Stickerei- und Wäscheproduktion tätig war. Das Unternehmen beschäftigte um 1900 rund 1000 Personen und gehörte zu den wichtigsten Arbeitgebern der Region.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Später wurde das Fabrikareal unter anderem von [[Triumph International]] genutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1933 errichtete Triumph in der ehemaligen Stickereifabrik Zuberbühler seine erste Auslandsniederlassung. Seit 1977 befand sich die Konzernholding von Triumph International in Bad Zurzach; die lokale Produktion wurde in den 1990er-Jahren aufgegeben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;triumph&amp;quot;&amp;gt;[https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/041844/ Triumph International], Historisches Lexikon der Schweiz, abgerufen am 25. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Entdeckung des Thermalwassers ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die heutige Bedeutung Bad Zurzachs als Kur- und Gesundheitsort begann im 20. Jahrhundert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1914 wurde bei Bohrungen nach Salz zufällig Thermalwasser entdeckt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;thermegeschichte&amp;quot;&amp;gt;[https://www.thermezurzach.ch/ueber-uns Über uns – Geschichte], Therme Zurzach, abgerufen am 25. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da die damaligen Arbeiten auf die Salzgewinnung ausgerichtet waren, wurde die Thermalquelle zunächst wieder verschlossen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst Jahrzehnte später wurde das Potenzial des warmen Mineralwassers wieder aufgegriffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine entscheidende Rolle spielte der Arzt Dr. Martin Erb, der sich in den 1950er-Jahren für eine erneute Erschliessung der Quelle einsetzte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;thermegeschichte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 5. September 1955 wurde in rund 430 Metern Tiefe erfolgreich Thermalwasser erschlossen. Das Wasser trat mit einer Temperatur von etwa 39,9 °C und einer Schüttung von rund 500 Litern pro Minute an die Oberfläche.&amp;lt;ref name=&amp;quot;thermalchronik&amp;quot;&amp;gt;[https://www.thermezurzach.ch/hubfs/therme%20zurzach/Unternehmen/GB/TBZ%20GB%202012.pdf Jahresbericht 2012], Thermalbad Zurzach AG, abgerufen am 25. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nur wenige Wochen später konnten erste Gäste in einer einfachen Badeanlage mit 14 Wannen baden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;thermalchronik&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Therme Zurzach ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den provisorischen Badeanlagen entwickelte sich schrittweise eines der bekanntesten Thermalbäder der Schweiz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1963 wurde ein markanter Bohrturm errichtet, der eine gleichmässige Verteilung des Thermalwassers ermöglichte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;thermalchronik&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 5. Juli 1966 wurde die Thermalbad Zurzach AG gegründet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1967 begannen die Bauarbeiten für ein neues Thermalbad, das 1970 eröffnet wurde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;thermalchronik&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anlage wurde in den folgenden Jahrzehnten mehrfach erweitert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute wird sie unter der Bezeichnung &#039;&#039;&#039;Therme Zurzach&#039;&#039;&#039; betrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Thermalwasser stammt aus der Glaubersalzquelle und wird aus einer Tiefe von rund 430 Metern gefördert. Es besitzt eine Temperatur von fast 40 °C.&amp;lt;ref name=&amp;quot;therme&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Anlage gehören unter anderem:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Innen- und Aussenbecken;&lt;br /&gt;
* Thermalwasserbecken;&lt;br /&gt;
* Soleangebote;&lt;br /&gt;
* Saunaanlagen;&lt;br /&gt;
* Ruhebereiche;&lt;br /&gt;
* Fitnessangebote;&lt;br /&gt;
* Spa- und Wellnessbereiche;&lt;br /&gt;
* Gastronomie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Therme ist ganzjährig geöffnet und bildet einen der wichtigsten touristischen Anziehungspunkte des Zurzibiets.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gesundheitsstandort ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Parallel zum Thermalbad entwickelte sich Bad Zurzach zu einem bedeutenden Gesundheits- und Rehabilitationsstandort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Nutzung des Thermalwassers wurde mit medizinischen und therapeutischen Angeboten verbunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute befinden sich im Ort verschiedene Einrichtungen in den Bereichen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Rehabilitation;&lt;br /&gt;
* Physiotherapie;&lt;br /&gt;
* Prävention;&lt;br /&gt;
* Wellness;&lt;br /&gt;
* medizinische Trainingstherapie;&lt;br /&gt;
* Gesundheitsförderung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit ist der Gesundheitssektor neben Tourismus und Dienstleistungen ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff «Bad Zurzach» wurde über Jahrzehnte stark mit Rehabilitation, Thermalwasser und Gesundheitsangeboten verbunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gemeindefusion 2022 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 21. Jahrhundert wurde eine umfassende Gemeindefusion im östlichen Zurzibiet vorbereitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 1. Januar 2022 wurden die bisherigen politischen Gemeinden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Bad Zurzach;&lt;br /&gt;
* Baldingen;&lt;br /&gt;
* Böbikon;&lt;br /&gt;
* Kaiserstuhl;&lt;br /&gt;
* Rekingen;&lt;br /&gt;
* Rietheim;&lt;br /&gt;
* Rümikon;&lt;br /&gt;
* Wislikofen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
aufgehoben und zur neuen politischen Gemeinde &#039;&#039;&#039;Zurzach&#039;&#039;&#039; zusammengeschlossen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;fusion&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bad Zurzach verlor dadurch seinen Status als politische Gemeinde, blieb aber als Ortschaft und wichtigste Zentrumsfunktion der neuen Gemeinde bestehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die neue Gemeinde erhielt die BFS-Nummer 4324.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bad Zurzach ist weiterhin:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Hauptort des Bezirks Zurzach;&lt;br /&gt;
* Sitz der Gemeindeverwaltung;&lt;br /&gt;
* bedeutendster Dienstleistungsstandort der Gemeinde;&lt;br /&gt;
* wichtigster Gesundheits- und Tourismusstandort;&lt;br /&gt;
* zentraler Verkehrsknoten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ortsbild ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bad Zurzach besitzt ein historisch gewachsenes Ortszentrum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Ortsbild wurde stark durch die frühere Funktion als Messe- und Wallfahrtsort geprägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Charakteristisch sind:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* breite historische Strassenräume;&lt;br /&gt;
* ehemalige Gasthäuser;&lt;br /&gt;
* Bürgerhäuser;&lt;br /&gt;
* kirchliche Gebäude;&lt;br /&gt;
* Handelshäuser;&lt;br /&gt;
* Plätze und Gassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zahlreiche Gebäude erinnern an die Zeit, als während der Zurzacher Messen grosse Mengen von Händlern, Pilgern und Gästen aufgenommen werden mussten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das historische Zentrum bildet einen deutlichen Kontrast zu den modernen Gesundheits- und Thermalbauten im westlichen und südlichen Teil der Ortschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Stiftskirche St. Verena ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[St. Verena (Bad Zurzach)|Stiftskirche St. Verena]] gehört zu den wichtigsten Sakralbauten des Ortes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie steht über beziehungsweise in unmittelbarer Nähe der traditionellen Grabstätte der heiligen Verena.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kirchenstandort reicht bis in die frühchristliche beziehungsweise frühmittelalterliche Zeit zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das heutige Gebäude entstand durch mehrere Bauphasen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kirche war über Jahrhunderte Mittelpunkt der Wallfahrt nach Zurzach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Krypta befindet sich das verehrte Grab der heiligen Verena.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kirche und die zugehörigen ehemaligen Stiftsgebäude gehören zu den bedeutendsten historischen Sehenswürdigkeiten Bad Zurzachs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Obere Kirche ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben der Stiftskirche besitzt Bad Zurzach mit der Oberen Kirche einen weiteren historischen Sakralbau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kirche liegt erhöht über dem Ortszentrum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie steht in engem Zusammenhang mit der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Kirchengeschichte Zurzachs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammen mit Stiftskirche, Verenamünster und den erhaltenen historischen Gebäuden prägt sie das religiöse Kulturerbe des Ortes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schloss Zurzach ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Schloss Zurzach gehört zu den markanten historischen Gebäuden der Ortschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es erinnert an die politische und wirtschaftliche Bedeutung Zurzachs in der frühen Neuzeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Bauwerk und seine Umgebung bilden einen Bestandteil des historisch wertvollen Ortsbildes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Historische Gasthäuser ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund der grossen Messen entstanden in Zurzach zahlreiche Gasthäuser und Herbergen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie mussten während der Messezeiten grosse Zahlen von Kaufleuten und Reisenden aufnehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mehrere dieser historischen Gasthäuser haben sich zumindest baulich erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den bekannten historischen Gebäuden gehört das Haus «zum Löwen» an der Pfauengasse, das im Schweizerischen Inventar der Kulturgüter von nationaler und regionaler Bedeutung aufgeführt wird.&amp;lt;ref name=&amp;quot;kgs&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Häuser dokumentieren die frühere wirtschaftliche Bedeutung des Fleckens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rheinbrücke ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bad Zurzach ist über eine Strassenbrücke mit dem deutschen Rheinheim verbunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Brücke stellt eine direkte grenzüberschreitende Verbindung zwischen dem Kanton Aargau und Baden-Württemberg her.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits vor dem Bau moderner Brücken war der Rheinübergang für Zurzach von grosser Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jakob Zuberbühler gehörte im 19. Jahrhundert zu den Förderern einer Rheinbrücke zwischen Zurzach und Rheinheim.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute besitzt die Verbindung sowohl für den lokalen Grenzverkehr als auch für Pendler und Einkaufstourismus Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verkehr ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Eisenbahn ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bad Zurzach besitzt einen Bahnhof an der Bahnstrecke entlang des Hochrheins.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Bahnhof Bad Zurzach]] wird durch Regionalzüge der [[S-Bahn Aargau]] beziehungsweise des regionalen Bahnverkehrs bedient.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Direkte oder umsteigefreie Verbindungen bestehen unter anderem in Richtung:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Baden;&lt;br /&gt;
* Koblenz;&lt;br /&gt;
* Waldshut;&lt;br /&gt;
* Bülach beziehungsweise Winterthur je nach Verbindung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bahnhof liegt nahe dem Ortszentrum und den Thermal- und Gesundheitseinrichtungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Eisenbahn besitzt für Pendler und Tourismus grosse Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Busverkehr ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mehrere Postauto- und Regionalbuslinien verbinden Bad Zurzach mit umliegenden Gemeinden des Zurzibiets.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verbindungen bestehen unter anderem in Richtung:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Döttingen;&lt;br /&gt;
* Endingen;&lt;br /&gt;
* Kaiserstuhl;&lt;br /&gt;
* Rekingen;&lt;br /&gt;
* Baldingen;&lt;br /&gt;
* Wislikofen;&lt;br /&gt;
* umliegende Gemeinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bad Zurzach bildet damit einen regionalen Umsteigepunkt des öffentlichen Verkehrs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Strassenverkehr ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bad Zurzach liegt an wichtigen regionalen Strassenverbindungen entlang des Rheins und in Richtung Baden, Döttingen und des Zürcher Unterlands.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über die Rheinbrücke besteht eine direkte Verbindung nach Deutschland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Lage unmittelbar an der Landesgrenze führt zu einem erheblichen grenzüberschreitenden Alltagsverkehr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirtschaft ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wirtschaftsstruktur Bad Zurzachs hat sich im Verlauf der vergangenen zwei Jahrhunderte grundlegend verändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Historisch waren Handel und die Zurzacher Messen besonders wichtig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 19. und frühen 20. Jahrhundert gewann die Industrie an Bedeutung, insbesondere die Textilindustrie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute dominieren Dienstleistungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den bedeutenden Wirtschaftszweigen gehören:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gesundheitswesen;&lt;br /&gt;
* Rehabilitation;&lt;br /&gt;
* Tourismus;&lt;br /&gt;
* Wellness;&lt;br /&gt;
* Hotellerie;&lt;br /&gt;
* Gastronomie;&lt;br /&gt;
* Detailhandel;&lt;br /&gt;
* öffentliche Verwaltung;&lt;br /&gt;
* Gewerbe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Therme Zurzach besitzt dabei eine besondere wirtschaftliche und touristische Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Triumph International ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bad Zurzach ist eng mit der Geschichte des Textilunternehmens [[Triumph International]] verbunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1933 eröffnete das ursprünglich deutsche Unternehmen in der ehemaligen Stickereifabrik Zuberbühler seine erste Niederlassung ausserhalb Deutschlands.&amp;lt;ref name=&amp;quot;triumph&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Expansion von Bad Zurzach aus trug zur Entwicklung des Unternehmens zu einem internationalen Textilkonzern bei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 1977 befand sich die Konzernholding in Bad Zurzach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die industrielle Produktion vor Ort wurde in den 1990er-Jahren aufgegeben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;triumph&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Geschichte von Triumph erinnert an die frühere Bedeutung der Textilindustrie im Zurzibiet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Tourismus ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tourismus konzentriert sich vor allem auf:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Thermalbad und Wellness;&lt;br /&gt;
* Gesundheit;&lt;br /&gt;
* historische Altstadt;&lt;br /&gt;
* Stiftskirche St. Verena;&lt;br /&gt;
* Rheinlandschaft;&lt;br /&gt;
* Velotourismus;&lt;br /&gt;
* Wandern;&lt;br /&gt;
* grenzüberschreitende Ausflüge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bad Zurzach ist weniger durch klassischen Massentourismus als durch Tagesgäste, Gesundheitsaufenthalte und Kurzferien geprägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Nähe zu Deutschland erweitert das touristische Einzugsgebiet erheblich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rheinlandschaft und Freizeit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Rhein ist ein wichtiger Naherholungsraum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entlang des Flusses bestehen Fuss- und Velowege, die Bad Zurzach mit weiteren Orten des Hochrheins verbinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die flache Flusslandschaft eignet sich besonders für längere Velotouren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über die Rheinbrücke lassen sich schweizerische und deutsche Routen miteinander kombinieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Naherholungsgebiete befinden sich in den bewaldeten Höhen südlich des Orts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Regibad ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben der Therme besitzt Zurzach mit dem Regibad ein kommunales Freibad.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Regibad wurde 1969 eröffnet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;regibad&amp;quot;&amp;gt;[https://www.zurzach.ch/_doc/5409082 Budget 2025 und Gemeindeversammlung], Gemeinde Zurzach, Angaben zum Regibad, abgerufen am 25. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es dient vor allem der lokalen und regionalen Bevölkerung und ergänzt das touristisch und gesundheitlich ausgerichtete Angebot der Therme.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund seines Alters wurde in den 2020er-Jahren eine umfassende Sanierung geplant.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bildung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bad Zurzach erfüllt für die umliegende Region wichtige Bildungsfunktionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben Kindergärten und Volksschulen bestehen verschiedene regionale Bildungsangebote.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund seiner Funktion als Bezirkshauptort und regionales Zentrum besuchen auch Schülerinnen und Schüler aus umliegenden Ortschaften Einrichtungen in Zurzach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Region befinden sich zudem Ausbildungsangebote in den Bereichen Gesundheit und Therapie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Religion ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die religiöse Geschichte des Ortes wird vor allem durch die Verehrung der heiligen Verena geprägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zurzach war während des Mittelalters ein bedeutender Wallfahrtsort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die katholische Tradition blieb auch nach der Reformation bestehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute bestehen katholische und reformierte Kirchgemeinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Stiftskirche St. Verena besitzt jedoch aufgrund ihrer Geschichte eine Bedeutung, die weit über die lokale Kirchengemeinde hinausgeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verena von Zurzach ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Verena von Zurzach]] ist die bekannteste historische beziehungsweise legendäre Persönlichkeit des Ortes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Überlieferung stammte sie aus Ägypten und gelangte im Umfeld der Thebäischen Legion in das Gebiet der heutigen Schweiz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Später soll sie in der Region Solothurn und schliesslich in Zurzach gelebt haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie wurde besonders für Krankenpflege, Armenfürsorge und christliche Wohltätigkeit verehrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Darstellungen trägt Verena häufig einen Krug und einen Kamm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihr Grab in Zurzach entwickelte sich zu einer wichtigen Pilgerstätte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Verenakult war ein wesentlicher Grund dafür, dass sich Zurzach im Mittelalter zu einem überregional bekannten Ort entwickeln konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zurzacher Messe in der Gegenwart ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die historische Messewirtschaft verschwand mit der Entwicklung moderner Handelsformen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erinnerung daran bleibt jedoch Teil der lokalen Identität.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Historische Gebäude, Strassennamen und Veranstaltungen erinnern an die Zeit der grossen Zurzacher Messen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Messegeschichte ist auch für die Ortsentwicklung von Bedeutung, da zahlreiche ungewöhnlich grosse Gasthäuser und Bürgerhäuser auf die zeitweise enorme Zahl von Gästen zurückzuführen sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ortsname und Identität nach der Fusion ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gemeindefusion von 2022 führte zu einer besonderen Namenssituation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die neue politische Gemeinde trägt den Namen &#039;&#039;&#039;Zurzach&#039;&#039;&#039;, während der historische Hauptort weiterhin &#039;&#039;&#039;Bad Zurzach&#039;&#039;&#039; heisst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch bezeichnet «Zurzach» heute sowohl:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* die politische Gemeinde mit acht Ortschaften;&lt;br /&gt;
* die historische Region beziehungsweise den Bezirk;&lt;br /&gt;
* in älteren Quellen den heutigen Ort Bad Zurzach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei historischen Angaben muss deshalb zwischen der ehemaligen Gemeinde Zurzach beziehungsweise Bad Zurzach und der seit 2022 bestehenden Gemeinde Zurzach unterschieden werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedeutung als regionales Zentrum ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bad Zurzach übernimmt innerhalb des Zurzibiets zahlreiche Zentrumsfunktionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier befinden sich unter anderem:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Teile der Gemeindeverwaltung;&lt;br /&gt;
* Bezirksbehörden;&lt;br /&gt;
* Gesundheitsangebote;&lt;br /&gt;
* Einkaufsmöglichkeiten;&lt;br /&gt;
* Schulen;&lt;br /&gt;
* Bahnhof und Busverbindungen;&lt;br /&gt;
* touristische Einrichtungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ort ist zugleich Hauptort des Bezirks Zurzach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die neue politische Gemeinde Zurzach wird vom Kanton Aargau dem Raumtyp «Ländliches Zentrum» zugeordnet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;raumbeobachtung&amp;quot;&amp;gt;[https://www.ag.ch/media/kanton-aargau/bvu/raumentwicklung/grundlagen-und-kantonalplanung/raumbeobachtung/raumbeobachtung-2022.pdf Raumbeobachtung 2022], Kanton Aargau, abgerufen am 25. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bad Zurzach bildet innerhalb dieses Gemeindegebiets den mit Abstand wichtigsten urbanen und wirtschaftlichen Schwerpunkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sehenswürdigkeiten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten Bad Zurzachs gehören:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[St. Verena (Bad Zurzach)|Stiftskirche St. Verena]];&lt;br /&gt;
* historische Kirchen und ehemalige Stiftsgebäude;&lt;br /&gt;
* historischer Ortskern;&lt;br /&gt;
* ehemalige Messe- und Gasthäuser;&lt;br /&gt;
* Therme Zurzach;&lt;br /&gt;
* Rhein und Rheinbrücke;&lt;br /&gt;
* archäologische Fundstellen des römischen Tenedo;&lt;br /&gt;
* historische Gebäude der früheren Textilindustrie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Archäologie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bad Zurzach gehört zu den bedeutenden archäologischen Fundorten im Nordosten des Kantons Aargau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die jahrtausendelange Nutzung des Rheinübergangs führte zu Funden aus verschiedenen Epochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders wichtig sind:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* vorgeschichtliche Siedlungsspuren;&lt;br /&gt;
* römischer Vicus Tenedo;&lt;br /&gt;
* spätrömische Befestigungsanlagen;&lt;br /&gt;
* frühchristliche und mittelalterliche Befunde rund um St. Verena.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gebiet «Uf Rainen / Himmelrych» mit der neolithischen bis neuzeitlichen Siedlung und dem römischen Vicus Tenedo wird im Kulturgüterschutzinventar als Objekt von nationaler Bedeutung geführt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;kgs&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Teile der spätrömischen Rheinbefestigung im Oberfeld besitzen nationale Bedeutung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;kgs&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Grenzlage ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die direkte Lage an Deutschland prägt Bad Zurzach bis heute.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viele Einwohnerinnen und Einwohner der Region überqueren die Grenze regelmässig zum Arbeiten, Einkaufen oder für Freizeitaktivitäten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Umgekehrt besuchen zahlreiche Gäste aus dem süddeutschen Raum die Therme und weitere Angebote in Bad Zurzach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die grenzüberschreitenden Verbindungen sind damit ein wichtiger Teil des wirtschaftlichen und sozialen Alltags.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bad Zurzach liegt nur wenige Kilometer von [[Waldshut-Tiengen]] entfernt und gehört zum eng verflochtenen schweizerisch-deutschen Lebensraum am Hochrhein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Zurzach]]&lt;br /&gt;
* [[Bezirk Zurzach]]&lt;br /&gt;
* [[Zurzibiet]]&lt;br /&gt;
* [[Rhein]]&lt;br /&gt;
* [[Verena von Zurzach]]&lt;br /&gt;
* [[St. Verena (Bad Zurzach)]]&lt;br /&gt;
* [[Therme Zurzach]]&lt;br /&gt;
* [[Bahnhof Bad Zurzach]]&lt;br /&gt;
* [[Triumph International]]&lt;br /&gt;
* [[Kaiserstuhl AG]]&lt;br /&gt;
* [[Rekingen AG]]&lt;br /&gt;
* [[Rietheim AG]]&lt;br /&gt;
* [[Rümikon]]&lt;br /&gt;
* [[Baldingen AG]]&lt;br /&gt;
* [[Böbikon]]&lt;br /&gt;
* [[Wislikofen]]&lt;br /&gt;
* [[Koblenz AG]]&lt;br /&gt;
* [[Waldshut-Tiengen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://www.zurzach.ch/ Offizielle Website der Gemeinde Zurzach]&lt;br /&gt;
* [https://www.thermezurzach.ch/ Therme Zurzach]&lt;br /&gt;
* [https://www.ag.ch/ Kanton Aargau]&lt;br /&gt;
* [https://map.geo.admin.ch/ Kartenviewer des Bundes]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Bad Zurzach}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ort im Kanton Aargau]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ehemalige politische Gemeinde in der Schweiz]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Zurzach]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bezirk Zurzach]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ort am Rhein]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kurort im Kanton Aargau]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Thermalbad in der Schweiz]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gemeindeauflösung 2021]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Nick Frei</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://helvetia.wiki/de/index.php?title=St._Galler_Rheintal&amp;diff=2957</id>
		<title>St. Galler Rheintal</title>
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		<updated>2026-08-25T21:58:24Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Nick Frei: Die Seite wurde neu angelegt: «&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;St. Galler Rheintal&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet den zum Kanton St. Gallen gehörenden Abschnitt des Alpenrheintals im Osten der Schweiz. Die Region erstreckt sich entlang der Grenze zu Vorarlberg in Österreich und reicht im historischen und geografischen Verständnis ungefähr von Rüthi im Süden bis Thal und zum Bodensee im Norden. Wichtigstes regionales Zentrum ist Altstätten, während sich im n…»&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;St. Galler Rheintal&#039;&#039;&#039; bezeichnet den zum [[Kanton St. Gallen]] gehörenden Abschnitt des [[Alpenrhein]]tals im Osten der [[Schweiz]]. Die Region erstreckt sich entlang der Grenze zu [[Vorarlberg]] in [[Österreich]] und reicht im historischen und geografischen Verständnis ungefähr von [[Rüthi SG|Rüthi]] im Süden bis [[Thal SG|Thal]] und zum [[Bodensee]] im Norden. Wichtigstes regionales Zentrum ist [[Altstätten SG|Altstätten]], während sich im nördlichen Rheintal mit [[Heerbrugg]], [[Widnau]], [[Au SG|Au]], [[Balgach]] und [[Diepoldsau]] ein zusammenhängender, stark industrialisierter Siedlungs- und Wirtschaftsraum entwickelt hat.&amp;lt;ref name=&amp;quot;rechtsquellen&amp;quot;&amp;gt;Sammlung Schweizerischer Rechtsquellen: &#039;&#039;Die Rechtsquellen des Rheintals&#039;&#039;, Einleitung, St. Gallen III/3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das St. Galler Rheintal bildet gemeinsam mit dem gegenüberliegenden Vorarlberger Rheintal einen eng verflochtenen grenzüberschreitenden Lebens- und Wirtschaftsraum. Der Alpenrhein ist zwar Staatsgrenze, zahlreiche Strassenverbindungen, Arbeitswege und wirtschaftliche Beziehungen verbinden jedoch beide Talseiten. Die Region ist besonders durch Präzisionsindustrie, Maschinenbau, Optik, Metallverarbeitung und weitere Hightech-Branchen geprägt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;wirtschaft&amp;quot;&amp;gt;Verein St. Galler Rheintal: [https://rheintal.com/quick-infos/ Quick-Infos zur Region], abgerufen am 25. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Begriff und Abgrenzung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bezeichnung St. Galler Rheintal wird nicht in jedem Zusammenhang gleich verwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im historisch-geografischen Sinn umfasst das Rheintal auf St. Galler Gebiet die heutigen Gemeinden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rüthi SG|Rüthi]];&lt;br /&gt;
* [[Oberriet SG|Oberriet]];&lt;br /&gt;
* [[Eichberg SG|Eichberg]];&lt;br /&gt;
* [[Altstätten SG|Altstätten]];&lt;br /&gt;
* [[Marbach SG|Marbach]];&lt;br /&gt;
* [[Rebstein]];&lt;br /&gt;
* [[Balgach]];&lt;br /&gt;
* [[Diepoldsau]];&lt;br /&gt;
* [[Widnau]];&lt;br /&gt;
* [[Berneck SG|Berneck]];&lt;br /&gt;
* [[Au SG|Au]];&lt;br /&gt;
* [[St. Margrethen]];&lt;br /&gt;
* [[Rheineck]];&lt;br /&gt;
* [[Thal SG|Thal]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;rechtsquellen&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Abgrenzung entspricht im Wesentlichen dem Gebiet des ehemaligen Distrikts Rheintal, der nach der Gründung des Kantons St. Gallen im Jahr 1803 bestand.&amp;lt;ref name=&amp;quot;rechtsquellen&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die heutige politische Verwaltungsgliederung ist enger. Der &#039;&#039;&#039;Wahlkreis Rheintal&#039;&#039;&#039; umfasst 13 Gemeinden von Rüthi bis Rheineck. Thal gehört dagegen zum [[Wahlkreis Rorschach]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;wahlkreis&amp;quot;&amp;gt;Kanton St. Gallen: Gemeinden und Wahlkreise des Kantons St. Gallen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daneben existiert der &#039;&#039;&#039;Verein St. Galler Rheintal&#039;&#039;&#039;, dem zwölf Gemeinden von St. Margrethen bis Rüthi angehören. Rheineck und Thal gehören diesem regionalen Standortmarketingverband nicht an.&amp;lt;ref name=&amp;quot;verein&amp;quot;&amp;gt;Verein St. Galler Rheintal: [https://rheintal.com/ueber-uns/ Über uns], abgerufen am 25. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geographie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das St. Galler Rheintal bildet den westlichen Teil des unteren Alpenrheintals. Im Osten wird die Landschaft vom Alpenrhein und der Staatsgrenze zu Österreich begrenzt, im Westen steigen die Hänge zu den Voralpen und zum [[Appenzellerland]] an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Talboden ist überwiegend flach. Er entstand durch Ablagerungen des Rheins und seiner Zuflüsse und war bis zu den grossen Flusskorrektionen und Meliorationen teilweise von Sümpfen, Auen und häufig überschwemmten Flächen geprägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Norden öffnet sich das Tal zum Bodensee. Bei St. Margrethen verlässt der heutige Alpenrhein seinen früheren Lauf und fliesst durch den Fussacher Durchstich in Richtung Bodensee. Der ehemalige Rheinlauf bildet heute den [[Alter Rhein (Alpenrhein)|Alten Rhein]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im südlichen Teil verengt sich das Tal zwischen den Gebirgsausläufern. Eine markante Engstelle bildet der [[Hirschensprung SG|Hirschensprung]] zwischen Oberriet und Rüthi.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Landschaft ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Landschaftsbild besteht aus drei deutlich unterschiedlichen Bereichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Talboden liegen grosse Siedlungs-, Industrie- und Landwirtschaftsflächen. Dieser Bereich ist durch Entwässerungskanäle, Strassen, Bahnlinien und die Hochwasserschutzanlagen des Rheins stark vom Menschen geprägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am westlichen Talrand liegen die historischen Dörfer häufig leicht erhöht und damit ausserhalb der früher besonders hochwassergefährdeten Flächen. Oberhalb der Siedlungen folgen Wälder, Wiesen und teilweise Rebberge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders im Raum Berneck, Balgach, Rebstein, Marbach und Altstätten besitzt der [[Weinbau im Kanton St. Gallen|Weinbau]] eine lange Tradition.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Alpenrhein ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Alpenrhein]] ist das prägende Gewässer der Region und bildet über weite Strecken die Staatsgrenze zwischen der Schweiz und Österreich beziehungsweise Liechtenstein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor seiner Regulierung änderte der Fluss immer wieder seinen Lauf. Kiesablagerungen erhöhten das Flussbett, während Hochwasser Dämme und natürliche Ufer durchbrachen. Grosse Teile der Rheinebene waren deshalb regelmässig von Überschwemmungen betroffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rheinkorrektion veränderte die Landschaft grundlegend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Staatsvertrag zwischen der Schweiz und Österreich-Ungarn von 1892 wurde eine internationale Regulierung des Rheins vereinbart. Zu den wichtigsten Massnahmen gehörten zwei Durchstiche, mit denen der Flusslauf verkürzt und der Hochwasserabfluss verbessert wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;&#039;Fussacher Durchstich&#039;&#039;&#039; wurde 1900 eröffnet. Dadurch erhielt der Rhein zwischen St. Margrethen und dem Bodensee einen wesentlich direkteren Lauf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;&#039;Diepoldsauer Durchstich&#039;&#039;&#039; wurde 1923 in Betrieb genommen. Der frühere Rheinbogen um Diepoldsau wurde dadurch vom Hauptstrom abgeschnitten und ist heute Teil des Alten Rheins.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Alter Rhein ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Alter Rhein (Alpenrhein)|Alte Rhein]] besteht aus ehemaligen Abschnitten des Alpenrheins, die durch die Flusskorrektion vom heutigen Hauptlauf getrennt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders markant ist die grosse Schleife bei Diepoldsau. Die Gemeinde liegt dadurch auf der östlichen Seite des heutigen Alpenrheins, obwohl sie politisch zur Schweiz gehört.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiterer Abschnitt des Alten Rheins verläuft zwischen St. Margrethen, Rheineck und dem Bodensee.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ehemaligen Flussarme besitzen heute grosse Bedeutung für:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Naturschutz;&lt;br /&gt;
* Wasservögel;&lt;br /&gt;
* Fischerei;&lt;br /&gt;
* Naherholung;&lt;br /&gt;
* Baden;&lt;br /&gt;
* Fuss- und Veloverkehr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Teile des Alten Rheins bilden weiterhin die Staatsgrenze zwischen der Schweiz und Österreich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Binnenkanal ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem Rhein ist der &#039;&#039;&#039;Rheintaler Binnenkanal&#039;&#039;&#039; ein wichtiges Gewässer der Region.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er nimmt Wasser aus zahlreichen Seitenbächen und Entwässerungsgräben auf und dient der Entwässerung der Rheinebene. Seine Entstehung steht in engem Zusammenhang mit der Melioration und dem Hochwasserschutz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute besitzt der Binnenkanal neben seiner wasserwirtschaftlichen Funktion auch ökologische Bedeutung. Verschiedene Abschnitte wurden renaturiert oder naturnäher gestaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Frühgeschichte und Römerzeit ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Rheintal war bereits in vorgeschichtlicher Zeit besiedelt. Archäologische Funde aus verschiedenen Gemeinden reichen bis in die Jungsteinzeit und Bronzezeit zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der Römerzeit verliefen wichtige Verkehrsverbindungen durch das Alpenrheintal. Die Region lag zwischen den römischen Zentren rund um den Bodensee, [[Chur]] und das Gebiet des heutigen Vorarlbergs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch nach dem Ende des Römischen Reichs blieb das Rheintal ein wichtiger Nord-Süd-Verkehrsraum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mittelalter ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Mittelalter war das Gebiet politisch stark zersplittert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besitz und Herrschaftsrechte lagen unter anderem bei:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* der [[Fürstabtei St. Gallen]];&lt;br /&gt;
* dem [[Kloster Pfäfers]];&lt;br /&gt;
* den Grafen von Werdenberg;&lt;br /&gt;
* den Habsburgern;&lt;br /&gt;
* verschiedenen lokalen Adelsgeschlechtern;&lt;br /&gt;
* dem [[Appenzell (Kanton)|Land Appenzell]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Orte wie Altstätten und Rheineck besassen aufgrund ihrer Markt- und Verkehrsfunktion eine besondere Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Verlauf des 15. Jahrhunderts brachten die Appenzeller grosse Teile des Rheintals unter ihre Kontrolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Landvogtei Rheintal ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem [[Rorschacher Klosterbruch]] und dem anschliessenden St. Gallerkrieg mussten die Appenzeller 1490 ihre Herrschaft über das Rheintal aufgeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gebiet wurde zur &#039;&#039;&#039;Gemeinen Herrschaft Rheintal&#039;&#039;&#039; der eidgenössischen Orte. Die Verwaltung erfolgte durch Landvögte, die von den beteiligten Orten abwechselnd gestellt wurden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;landvogtei&amp;quot;&amp;gt;Staatsarchiv St. Gallen: &#039;&#039;Rheintal, alte Landvogtei&#039;&#039;, Unterlagen zur Zeit von 1490 bis 1798.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sitz des Landvogts war [[Rheineck]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;rheineck&amp;quot;&amp;gt;Kanton St. Gallen, ISOS: &#039;&#039;Rheineck – Siedlungsentwicklung und Geschichte&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Landvogtei bestand bis zum Zusammenbruch der Alten Eidgenossenschaft im Jahr 1798.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Helvetik und Kanton St. Gallen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1798 wurde die alte Landvogtei aufgehoben. Während der [[Helvetische Republik|Helvetischen Republik]] gehörten die Gemeinden des Rheintals zum [[Kanton Säntis]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Mediationsakte von 1803 entstand der heutige Kanton St. Gallen. Das Rheintal wurde als Distrikt in den neuen Kanton eingegliedert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;rechtsquellen&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1831 wurde der Distrikt in zwei Bezirke geteilt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Bezirk Oberrheintal;&lt;br /&gt;
* Bezirk Unterrheintal.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Verwaltungsstruktur bestand bis Ende 2002.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der St. Galler Verfassungs- und Verwaltungsreform wurden die Bezirke Anfang 2003 durch Wahlkreise ersetzt. Die meisten Rheintaler Gemeinden bilden seither den Wahlkreis Rheintal, während Thal dem Wahlkreis Rorschach zugeteilt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rheinüberschwemmungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über Jahrhunderte gehörten Überschwemmungen zu den grössten Gefahren für die Bevölkerung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Rhein transportiert aus seinem grossen alpinen Einzugsgebiet enorme Mengen an Geschiebe. Vor der Regulierung entstanden dadurch Kiesbänke, Seitenarme und wechselnde Flussläufe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dammbrüche konnten grosse Teile der Ebene unter Wasser setzen. Neben Häusern und Verkehrswegen wurden immer wieder landwirtschaftliche Flächen zerstört.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Hochwassergefahr war einer der wichtigsten Gründe für die schweizerisch-österreichische Zusammenarbeit bei der internationalen Rheinregulierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch im 21. Jahrhundert ist der Hochwasserschutz eine zentrale Aufgabe. Mit dem Projekt &#039;&#039;&#039;Rhesi&#039;&#039;&#039; – Rhein, Erholung und Sicherheit – arbeiten die Schweiz und Österreich an einer langfristigen Verbesserung des Hochwasserschutzes am Alpenrhein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Melioration ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Entwicklung des modernen Rheintals ist eng mit der Entwässerung und Melioration der Ebene verbunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Regulierung des Rheins konnten zuvor vernässte oder regelmässig überschwemmte Gebiete systematischer entwässert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kanäle und Drainagen ermöglichten die landwirtschaftliche Nutzung grosser Flächen. Gleichzeitig entstanden neue Verkehrswege, Industriegebiete und Siedlungen im Talboden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Melioration veränderte die ursprüngliche Auen- und Moorlandschaft tiefgreifend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bevölkerung und Siedlungsentwicklung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das St. Galler Rheintal gehört zu den dynamisch wachsenden Regionen des Kantons St. Gallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders dicht besiedelt ist der nördliche und mittlere Talboden zwischen St. Margrethen, Au, Heerbrugg, Widnau, Balgach und Diepoldsau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die historischen Dorfkerne sind teilweise noch deutlich erkennbar, doch die Siedlungsgebiete verschiedener Gemeinden sind inzwischen weitgehend zusammengewachsen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein ausgeprägtes regionales Zentrum bildet &#039;&#039;&#039;Heerbrugg&#039;&#039;&#039;. Der Ort gehört politisch zur Gemeinde Au, bildet jedoch zusammen mit angrenzenden Gebieten von Balgach, Berneck und Widnau einen bedeutenden Arbeitsplatz-, Einkaufs- und Verkehrsschwerpunkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Altstätten erfüllt für das mittlere und südliche Rheintal wichtige Funktionen als Stadt-, Verwaltungs-, Schul- und Dienstleistungszentrum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirtschaft ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das St. Galler Rheintal gehört zu den stark industrialisierten Regionen der Schweiz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wirtschaft weist einen vergleichsweise hohen Anteil an exportorientierten Industrieunternehmen auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bedeutende Branchen sind:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Präzisionstechnik;&lt;br /&gt;
* Optik;&lt;br /&gt;
* Messtechnik;&lt;br /&gt;
* Metallverarbeitung;&lt;br /&gt;
* Maschinenbau;&lt;br /&gt;
* Kunststofftechnik;&lt;br /&gt;
* Bauzulieferindustrie;&lt;br /&gt;
* Elektronik;&lt;br /&gt;
* Medizintechnik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Region sind mehr als 5000 Unternehmen tätig.&amp;lt;ref name=&amp;quot;wirtschaft&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den grossen und international bekannten Unternehmen gehören unter anderem die SFS-Gruppe in Heerbrugg, [[Leica Geosystems]] in Heerbrugg, Jansen in Oberriet, SwissOptic in Heerbrugg, NeoVac in Oberriet und Bauwerk Group in St. Margrethen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;wirtschaft&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Präzisionsindustrie in Heerbrugg ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine besondere Rolle in der Wirtschaftsgeschichte spielt Heerbrugg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1921 wurde dort die &#039;&#039;&#039;Heinrich Wild, Werkstätte für Feinmechanik und Optik&#039;&#039;&#039; gegründet. Daraus entwickelten sich Unternehmen und Technologiebereiche, die Heerbrugg international als Standort für Vermessungstechnik, Optik und Präzisionsinstrumente bekannt machten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute ist Heerbrugg unter anderem ein bedeutender Standort von Leica Geosystems und weiteren Hightech-Unternehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der industrielle Cluster prägt die Wirtschaftsstruktur des gesamten Rheintals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Textilindustrie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 19. und frühen 20. Jahrhundert spielte die [[St. Galler Stickerei]] auch im Rheintal eine grosse Rolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viele Einwohner arbeiteten in der Heimstickerei oder in Stickereibetrieben. Besonders Gemeinden wie Rebstein, Widnau, Marbach und Altstätten wurden vom Stickereiboom geprägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Ersten Weltkrieg geriet die Branche in eine schwere Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Folge entwickelte sich eine stärker diversifizierte Industriestruktur. Zahlreiche Unternehmen aus Metallverarbeitung, Maschinenbau und Präzisionstechnik entstanden oder expandierten im 20. Jahrhundert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Landwirtschaft ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz der starken Industrialisierung ist Landwirtschaft im Rheintal weiterhin sichtbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im flachen Talboden dominieren:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ackerbau;&lt;br /&gt;
* Viehwirtschaft;&lt;br /&gt;
* Futterbau;&lt;br /&gt;
* Gemüsebau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An den sonnigen Hängen des westlichen Talrands wird Wein angebaut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Melioration ermöglichte eine intensive Nutzung der früher teilweise sumpfigen Rheinebene.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weinbau ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Weinbau besitzt im Rheintal eine jahrhundertealte Tradition.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rebflächen liegen insbesondere an den südöstlich und östlich exponierten Hängen bei:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Berneck;&lt;br /&gt;
* Balgach;&lt;br /&gt;
* Rebstein;&lt;br /&gt;
* Marbach;&lt;br /&gt;
* Altstätten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Berneck zählt zu den wichtigsten Weinbaugemeinden des Kantons St. Gallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das milde, vom Föhn beeinflusste Klima begünstigt den Rebbau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Föhn ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Rheintal ist für den häufig auftretenden [[Föhn]] bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der warme und trockene Fallwind kann im Tal hohe Geschwindigkeiten erreichen und innerhalb kurzer Zeit starke Temperaturanstiege verursachen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Föhn beeinflusst Klima und Landwirtschaft und kann insbesondere während Stürmen Schäden verursachen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gleichzeitig trägt das vergleichsweise milde Klima zum Weinbau und zu einer langen Vegetationsperiode bei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verkehr ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das St. Galler Rheintal bildet eine wichtige Nord-Süd-Verkehrsachse zwischen Bodensee, Graubünden, Liechtenstein und den Alpenpässen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Eisenbahn ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die wichtigste Eisenbahnverbindung führt von [[Rorschach]] über St. Margrethen, Heerbrugg, Altstätten und Buchs weiter in Richtung [[Sargans]] und [[Chur]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wichtige Bahnhöfe und Haltestellen im engeren Rheintal sind:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Bahnhof St. Margrethen]];&lt;br /&gt;
* [[Bahnhof Au SG]];&lt;br /&gt;
* [[Bahnhof Heerbrugg]];&lt;br /&gt;
* [[Bahnhof Altstätten SG]];&lt;br /&gt;
* [[Bahnhof Oberriet SG]];&lt;br /&gt;
* [[Bahnhof Rüthi SG]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bahnhof St. Margrethen ist zugleich ein Grenzbahnhof mit Bahnverbindungen nach Vorarlberg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heerbrugg ist einer der wichtigsten regionalen Umsteigepunkte zwischen Bahn und Bus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Altstätten führt zudem die meterspurige [[Altstätten–Gais-Bahn]] über den Stoss nach [[Gais AR|Gais]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Strassenverkehr ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die wichtigste Strassenachse ist die [[Autobahn A13 (Schweiz)|Autobahn A13]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie verläuft von St. Margrethen durch das Rheintal in Richtung Buchs, Sargans und Chur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mehrere Grenzübergänge verbinden das St. Galler Rheintal mit Vorarlberg. Wichtige Verbindungen bestehen unter anderem bei:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* St. Margrethen–Höchst;&lt;br /&gt;
* Au–Lustenau;&lt;br /&gt;
* Diepoldsau–Hohenems;&lt;br /&gt;
* Kriessern–Mäder;&lt;br /&gt;
* Oberriet–Meiningen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die engen wirtschaftlichen Beziehungen führen zu erheblichem grenzüberschreitendem Pendler- und Güterverkehr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Grenzüberschreitender Raum ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das St. Galler und das Vorarlberger Rheintal bilden geografisch einen gemeinsamen Talraum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Staatsgrenze verläuft zwar entlang des Rheins, doch Siedlungen und Wirtschaftsstandorte auf beiden Seiten sind eng miteinander verbunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viele Personen wohnen in einem Land und arbeiten im anderen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur gemeinsamen Raum- und Verkehrsplanung wurde der &#039;&#039;&#039;Verein Agglomeration Rheintal&#039;&#039;&#039; gegründet. Ihm gehören Gemeinden aus dem Kanton St. Gallen und aus Vorarlberg sowie die beiden Gebietskörperschaften an.&amp;lt;ref name=&amp;quot;agglomeration&amp;quot;&amp;gt;Verein Agglomeration Rheintal: Informationen zur grenzüberschreitenden Agglomeration Rheintal.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zusammenarbeit betrifft insbesondere:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Verkehr;&lt;br /&gt;
* Siedlungsentwicklung;&lt;br /&gt;
* Veloverkehr;&lt;br /&gt;
* Landschaft;&lt;br /&gt;
* Hochwasserschutz;&lt;br /&gt;
* wirtschaftliche Entwicklung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Natur und Schutzgebiete ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz dichter Besiedlung und intensiver Landwirtschaft besitzt das Rheintal bedeutende Naturräume.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders wertvoll sind:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Alter Rhein;&lt;br /&gt;
* verbliebene Auen;&lt;br /&gt;
* Riedflächen;&lt;br /&gt;
* Binnenkanäle;&lt;br /&gt;
* Hangwälder;&lt;br /&gt;
* Trockenstandorte;&lt;br /&gt;
* Rebberge;&lt;br /&gt;
* Gebiete am Bodensee.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ehemaligen Rheinläufe bilden wichtige Lebensräume für Fische, Amphibien und Wasservögel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Renaturierungsprojekte versuchen, Teile der durch Flusskorrektion und Melioration verloren gegangenen Gewässerdynamik wiederherzustellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Naturschutzgebiet Alter Rhein ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Alte Rhein bei Diepoldsau und im Raum St. Margrethen–Rheineck gehört zu den wichtigsten Gewässerlandschaften der Region.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ruhigen Flussabschnitte, Ufervegetation und angrenzenden Feuchtgebiete bieten Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gleichzeitig ist das Gebiet ein stark genutzter Naherholungsraum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kultur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Rheintal besitzt eine ausgeprägte regionale Identität.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kulturelle Einflüsse stammen sowohl aus dem Kanton St. Gallen als auch aus dem angrenzenden Appenzellerland und Vorarlberg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Traditionelle Vereine, Fasnachtsbräuche, Musikgesellschaften und lokale Feste spielen in vielen Gemeinden eine wichtige Rolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den bedeutenden historischen Ortsbildern gehören unter anderem die Altstadt von Altstätten, das Städtchen Rheineck sowie die historischen Dorfkerne von Berneck, Marbach und weiteren Gemeinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sprache ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die traditionelle Umgangssprache ist ein alemannischer Dialekt, der zu den [[Schweizerdeutsch|schweizerdeutschen]] Mundarten gehört.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rheintaler Dialekte zeigen aufgrund der geografischen Lage auch Gemeinsamkeiten mit den Dialekten Vorarlbergs und des Appenzellerlands.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Standardsprache in Verwaltung, Schule und schriftlicher Kommunikation ist Deutsch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Religion ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Reformation führte im Rheintal zu einer konfessionell gemischten Struktur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In verschiedenen Gemeinden kehrte nach einer zeitweisen Einführung der Reformation ein Teil der Bevölkerung zum katholischen Glauben zurück. Dadurch entstanden teilweise paritätisch genutzte Kirchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Katholische und reformierte Kirchgemeinden bestehen bis heute nebeneinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die konfessionelle Geschichte ist besonders in Orten wie Marbach, Rheineck und Rüthi sichtbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Altstätten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Altstätten SG|Altstätten]] ist die grösste historische Stadt des Rheintals und ein wichtiges regionales Zentrum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Stadt liegt am westlichen Rand der Rheinebene und besitzt eine weitgehend erhaltene historische Altstadt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Altstätten ist Standort von Schulen, Verwaltung, Detailhandel und zahlreichen Dienstleistungsbetrieben. Der Bahnhof liegt etwas ausserhalb des historischen Stadtzentrums in der Rheinebene.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Heerbrugg ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Heerbrugg]] ist eines der wichtigsten Wirtschafts- und Verkehrszentren des Rheintals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ort gehört zur politischen Gemeinde Au, liegt jedoch unmittelbar an den Gemeindegrenzen zu Balgach, Berneck und Widnau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seine Entwicklung ist eng mit der Eisenbahn und der Präzisionsindustrie verbunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bahnhof Heerbrugg dient als regionaler Verkehrsknoten und erschliesst ein grosses Arbeitsplatzgebiet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Widnau und Diepoldsau ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Widnau und Diepoldsau gehören zu den stark gewachsenen Gemeinden im flachen Talboden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Widnau entwickelte sich zu einem bedeutenden Industrie-, Gewerbe- und Wohnstandort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diepoldsau besitzt aufgrund der Rheinregulierung eine geografische Besonderheit: Die Gemeinde liegt grösstenteils östlich des heutigen Alpenrheins und damit auf derselben Flussseite wie Österreich. Sie ist jedoch über mehrere Brücken mit dem übrigen Schweizer Rheintal verbunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rheineck ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Rheineck]] liegt am nördlichen Ende des historischen Rheintals nahe dem Bodensee.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Städtchen war von 1490 bis 1798 Hauptort der eidgenössischen Landvogtei Rheintal.&amp;lt;ref name=&amp;quot;rheineck&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seine Lage an der Verbindung zwischen Rheinverkehr, Bodenseeschifffahrt und Landwegen verlieh Rheineck über Jahrhunderte wirtschaftliche Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das historische Zentrum besitzt ein Ortsbild von nationaler Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Freizeit und Tourismus ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das St. Galler Rheintal ist weniger vom klassischen Ferientourismus geprägt als viele alpine Regionen, bietet jedoch zahlreiche Möglichkeiten für Naherholung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu gehören:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Velowege entlang des Rheins;&lt;br /&gt;
* Wanderungen an den Hängen des Rheintals;&lt;br /&gt;
* Alter Rhein;&lt;br /&gt;
* Rebberge;&lt;br /&gt;
* historische Ortskerne;&lt;br /&gt;
* Aussichtspunkte oberhalb des Tals;&lt;br /&gt;
* Wanderwege Richtung Appenzellerland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der flache Talboden eignet sich besonders für den Veloverkehr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von den höher gelegenen Gebieten am westlichen Talrand reicht der Blick über die Rheinebene nach Vorarlberg und teilweise bis zu den Bergen Liechtensteins und Graubündens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Regionale Zusammenarbeit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwölf Gemeinden arbeiten im &#039;&#039;&#039;Verein St. Galler Rheintal&#039;&#039;&#039; zusammen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;verein&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Organisation beschäftigt sich unter anderem mit:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Standortförderung;&lt;br /&gt;
* regionaler Entwicklung;&lt;br /&gt;
* Energie;&lt;br /&gt;
* Siedlung und Landschaft;&lt;br /&gt;
* Mobilität;&lt;br /&gt;
* Fachkräftegewinnung;&lt;br /&gt;
* regionaler Identität.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daneben bestehen zahlreiche weitere Zweckverbände und Organisationen für Verkehr, Abfallentsorgung, Bildung, Kultur und Infrastruktur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedeutung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das St. Galler Rheintal gehört zu den wirtschaftlich bedeutenden Industrieregionen der Ostschweiz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seine Entwicklung wurde wesentlich durch drei Faktoren geprägt: die Lage an einer bedeutenden europäischen Nord-Süd-Verbindung, die Regulierung und Entwässerung der Rheinebene sowie die Industrialisierung seit dem 19. Jahrhundert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute treffen hier eine stark exportorientierte Industrie, rasch wachsende Siedlungen, intensive Landwirtschaft und bedeutende Natur- und Erholungsräume auf engem Raum zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die grenzüberschreitenden Beziehungen zu Vorarlberg machen das Rheintal zugleich zu einem der ausgeprägtesten funktionalen Räume an der Schweizer Landesgrenze.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Alpenrhein]]&lt;br /&gt;
* [[Alter Rhein (Alpenrhein)]]&lt;br /&gt;
* [[Rheintal]]&lt;br /&gt;
* [[Wahlkreis Rheintal]]&lt;br /&gt;
* [[Altstätten SG]]&lt;br /&gt;
* [[Heerbrugg]]&lt;br /&gt;
* [[St. Margrethen]]&lt;br /&gt;
* [[Diepoldsau]]&lt;br /&gt;
* [[Widnau]]&lt;br /&gt;
* [[Rheineck]]&lt;br /&gt;
* [[Oberriet SG]]&lt;br /&gt;
* [[Rüthi SG]]&lt;br /&gt;
* [[Internationale Rheinregulierung]]&lt;br /&gt;
* [[Kanton St. Gallen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://rheintal.com/ Portal des Vereins St. Galler Rheintal]&lt;br /&gt;
* [https://www.sg.ch/ Website des Kantons St. Gallen]&lt;br /&gt;
* [https://www.rheinregulierung.org/ Internationale Rheinregulierung]&lt;br /&gt;
* [https://www.rhesi.org/ Hochwasserschutzprojekt Rhesi]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Commonscat|St. Galler Rheintal}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Region im Kanton St. Gallen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geographie (Kanton St. Gallen)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Alpenrhein]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rheintal]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Region in der Schweiz]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schweizerisch-österreichische Beziehungen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Nick Frei</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://helvetia.wiki/de/index.php?title=Bezirk_Weinfelden&amp;diff=2956</id>
		<title>Bezirk Weinfelden</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://helvetia.wiki/de/index.php?title=Bezirk_Weinfelden&amp;diff=2956"/>
		<updated>2026-08-25T21:53:17Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Nick Frei: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der &#039;&#039;&#039;Bezirk Weinfelden&#039;&#039;&#039; ist einer der fünf Bezirke des [[Kanton Thurgau|Kantons Thurgau]] in der [[Schweiz]]. Hauptort und politisches Zentrum ist die Stadt [[Weinfelden]]. Der Bezirk liegt im mittleren und östlichen Teil des Kantons und umfasst seit der thurgauischen Bezirksreform von 2011 insgesamt &#039;&#039;&#039;18 politische Gemeinden&#039;&#039;&#039;. Mit einer Fläche von rund 227 km² ist er der flächenmässig grösste der fünf heutigen Thurgauer Bezirke.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable float-right&amp;quot; style=&amp;quot;float:right; width:320px; margin:0 0 1em 1em;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; | Bezirk Weinfelden&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Kanton&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| [[Kanton Thurgau|Thurgau]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Hauptort&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| [[Weinfelden]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;BFS-Nr.&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| 2015&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Fläche&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| ca. 227,2 km²&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Politische Gemeinden&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| 18&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Region&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| [[Ostschweiz]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Staat&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| [[Schweiz]]&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geographie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bezirk Weinfelden erstreckt sich über einen grossen Teil des zentralen Thurgaus. Sein Gebiet reicht vom Raum um [[Märstetten]] und [[Wigoltingen]] im Westen über das Zentrum um Weinfelden und [[Bürglen TG|Bürglen]] bis nach [[Bischofszell]] und [[Hauptwil-Gottshaus]] im Osten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Norden grenzt der Bezirk vor allem an den [[Bezirk Kreuzlingen]], im Westen an den [[Bezirk Frauenfeld]], im Südwesten an den [[Bezirk Münchwilen]] und im Nordosten an den [[Bezirk Arbon]]. Im Süden und Südosten bildet der [[Kanton St. Gallen]] auf längeren Abschnitten die Kantonsgrenze.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Landschaft wird wesentlich durch das Tal der [[Thur (Rhein)|Thur]] bestimmt. Der Fluss durchquert den Bezirk von Osten nach Westen und bildet eine der wichtigsten natürlichen Landschaftsachsen des mittleren Thurgaus. Bei Bischofszell mündet die [[Sitter]] in die Thur. Neben den Talebenen gehören ausgedehnte Hügellandschaften, Landwirtschaftsflächen, Wälder und kleinere Bachtäler zum Landschaftsbild.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Region ist durch eine Mischung aus grösseren Ortschaften, Industrie- und Gewerbestandorten sowie zahlreichen ländlich geprägten Dörfern und Weilern gekennzeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gemeinden ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit dem 1. Januar 2011 umfasst der Bezirk Weinfelden 18 politische Gemeinden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;gemeinden&amp;quot;&amp;gt;[https://statistik.tg.ch/verzeichnisse/bezirke-und-gemeinden.html/6777 Amt für Daten und Statistik des Kantons Thurgau: Bezirke und Gemeinden], abgerufen am 15. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable sortable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Gemeinde&lt;br /&gt;
! Bemerkung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Affeltrangen]]&lt;br /&gt;
| im südwestlichen Teil des Bezirks&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Amlikon-Bissegg]]&lt;br /&gt;
| an der Thur und im südlich anschliessenden Hügelland&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Berg TG|Berg]]&lt;br /&gt;
| nördlich von Weinfelden&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Birwinken]]&lt;br /&gt;
| ländliche Gemeinde im Norden des Bezirks&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bischofszell]]&lt;br /&gt;
| historische Kleinstadt an Thur und Sitter&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bürglen TG|Bürglen]]&lt;br /&gt;
| Industrie- und Wohnort an der Thur&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bussnang]]&lt;br /&gt;
| ausgedehnte ländliche Gemeinde südlich der Thur&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Erlen]]&lt;br /&gt;
| Gemeinde östlich von Sulgen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Hauptwil-Gottshaus]]&lt;br /&gt;
| im Osten des Bezirks&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Hohentannen]]&lt;br /&gt;
| ländliche Gemeinde bei Bischofszell&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Kradolf-Schönenberg]]&lt;br /&gt;
| an der Thur&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Märstetten]]&lt;br /&gt;
| westlich von Weinfelden&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Schönholzerswilen]]&lt;br /&gt;
| im südlichen Hügelland&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Sulgen]]&lt;br /&gt;
| wichtiger Verkehrs- und Gewerbestandort&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Weinfelden]]&lt;br /&gt;
| Hauptort des Bezirks&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Wigoltingen]]&lt;br /&gt;
| im Westen des Bezirks&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Wuppenau]]&lt;br /&gt;
| im Süden an der Grenze zum Kanton St. Gallen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Zihlschlacht-Sitterdorf]]&lt;br /&gt;
| im östlichen Teil des Bezirks&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Entstehung der Thurgauer Bezirke ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bezirksorganisation des Kantons Thurgau geht auf die Entstehung des modernen Kantons zu Beginn des 19. Jahrhunderts zurück. Nach der [[Mediationsakte]] von 1803 wurde der Thurgau als eigenständiger Kanton der Schweizerischen Eidgenossenschaft organisiert. Das Kantonsgebiet wurde zur Wahrnehmung staatlicher, gerichtlicher und politischer Aufgaben in Bezirke gegliedert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Grenzen und Zuständigkeiten dieser Bezirke wurden im Laufe der Zeit mehrfach verändert. Insbesondere Gemeindefusionen im 20. Jahrhundert und die grundlegende Bezirksreform zu Beginn des 21. Jahrhunderts beeinflussten die heutige Struktur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bezirk Weinfelden bis 2010 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis zum 31. Dezember 2010 war der Kanton Thurgau in acht Bezirke unterteilt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Bezirk Arbon]]&lt;br /&gt;
* [[Bezirk Bischofszell]]&lt;br /&gt;
* [[Bezirk Diessenhofen]]&lt;br /&gt;
* [[Bezirk Frauenfeld]]&lt;br /&gt;
* [[Bezirk Kreuzlingen]]&lt;br /&gt;
* [[Bezirk Münchwilen]]&lt;br /&gt;
* [[Bezirk Steckborn]]&lt;br /&gt;
* Bezirk Weinfelden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der damalige Bezirk Weinfelden war wesentlich kleiner als der heutige Bezirk. Unmittelbar vor der Reform umfasste er acht politische Gemeinden: [[Amlikon-Bissegg]], [[Berg TG|Berg]], [[Birwinken]], [[Bürglen TG|Bürglen]], [[Bussnang]], [[Märstetten]], [[Weinfelden]] und [[Wigoltingen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ende 2010 umfasste der alte Bezirk eine Fläche von rund 124 km².&amp;lt;ref&amp;gt;[https://statistik.tg.ch/public/upload/assets/41048/2010%20Thurgau%20in%20Zahlen.pdf Amt für Daten und Statistik: Thurgau in Zahlen 2010], abgerufen am 15. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bezirksreform von 2011 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am &#039;&#039;&#039;1. Januar 2011&#039;&#039;&#039; trat eine umfassende Neuordnung der Thurgauer Bezirke in Kraft. Die Zahl der Bezirke wurde von acht auf fünf reduziert. Die Bezirke Bischofszell, Diessenhofen und Steckborn wurden aufgehoben und ihre Gemeinden den verbleibenden Bezirken zugeteilt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;reform&amp;quot;&amp;gt;[https://www.tg.ch/news.html/485/news/3902/newsarchive/1 Kanton Thurgau: Mit neuer Organisation in die Zukunft], 27. Dezember 2010, abgerufen am 15. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bezirk Weinfelden wurde durch diese Reform erheblich vergrössert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dem aufgehobenen &#039;&#039;&#039;Bezirk Bischofszell&#039;&#039;&#039; kamen sieben Gemeinden hinzu:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Bischofszell]]&lt;br /&gt;
* [[Erlen]]&lt;br /&gt;
* [[Hauptwil-Gottshaus]]&lt;br /&gt;
* [[Hohentannen]]&lt;br /&gt;
* [[Kradolf-Schönenberg]]&lt;br /&gt;
* [[Sulgen]]&lt;br /&gt;
* [[Zihlschlacht-Sitterdorf]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vom &#039;&#039;&#039;Bezirk Münchwilen&#039;&#039;&#039; wurden drei Gemeinden dem Bezirk Weinfelden zugeteilt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Affeltrangen]]&lt;br /&gt;
* [[Schönholzerswilen]]&lt;br /&gt;
* [[Wuppenau]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammen mit den acht bereits zum früheren Bezirk Weinfelden gehörenden Gemeinden entstand damit der heutige Bezirk mit 18 Gemeinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit der Reform besteht der Kanton Thurgau aus den fünf Bezirken [[Bezirk Arbon|Arbon]], [[Bezirk Frauenfeld|Frauenfeld]], [[Bezirk Kreuzlingen|Kreuzlingen]], [[Bezirk Münchwilen|Münchwilen]] und Weinfelden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;gemeinden&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weinfelden als Bezirkshauptort ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Weinfelden]] bildet das politische, administrative und verkehrliche Zentrum des Bezirks. Die Stadt nimmt zugleich für den gesamten Kanton Thurgau wichtige Funktionen wahr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weinfelden ist unter anderem Sitz verschiedener kantonaler Einrichtungen. Auch der [[Grosser Rat des Kantons Thurgau|Grosse Rat des Kantons Thurgau]] hält seine ordentlichen Sitzungen traditionell im Rathaus von Weinfelden ab, obwohl [[Frauenfeld]] die Hauptstadt des Kantons ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den Bezirk befinden sich in Weinfelden insbesondere gerichtliche und weitere kantonale Behörden. Dazu gehört das &#039;&#039;&#039;Bezirksgericht Weinfelden&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zentrale Lage und die guten Bahnverbindungen haben wesentlich dazu beigetragen, dass Weinfelden zu einem der wichtigsten regionalen Zentren im Kanton wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politische Bedeutung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die fünf Thurgauer Bezirke sind nicht nur geographische und administrative Einheiten, sondern bilden zugleich die &#039;&#039;&#039;Wahlkreise für die Wahl des Grossen Rates&#039;&#039;&#039;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;parlament&amp;quot;&amp;gt;[https://parlament.tg.ch/de/parlament/organisation/ Grosser Rat des Kantons Thurgau: Organisation], abgerufen am 15. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sitze im 130 Mitglieder umfassenden Grossen Rat werden auf die fünf Bezirke entsprechend ihrer Bevölkerungszahl verteilt. Innerhalb des Bezirks werden die Mitglieder nach dem kantonalen Wahlsystem gewählt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit besitzt der Bezirk Weinfelden neben seiner Bedeutung für Justiz und Verwaltung auch eine unmittelbare Funktion innerhalb des politischen Systems des Kantons.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Einteilung des Kantons in fünf Bezirke ist in der [[Verfassung des Kantons Thurgau]] verankert. Diese bestimmt, dass das Kantonsgebiet in fünf Bezirke gegliedert ist und das Gesetz deren Umfang sowie die Aufgaben der Behörden festlegt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.rechtsbuch.tg.ch/app/de/texts_of_law/101 Verfassung des Kantons Thurgau], Rechtsbuch des Kantons Thurgau, abgerufen am 15. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Justiz und Behörden ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bezirk bildet einen wichtigen räumlichen Bezugspunkt der thurgauischen Justizorganisation. In Weinfelden befindet sich das &#039;&#039;&#039;Bezirksgericht Weinfelden&#039;&#039;&#039;, das für das Bezirksgebiet zuständig ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daneben besteht ein &#039;&#039;&#039;Friedensrichteramt Bezirk Weinfelden&#039;&#039;&#039;. Seine Zuständigkeit erstreckt sich auf sämtliche 18 politischen Gemeinden des Bezirks.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Organisation des Kindes- und Erwachsenenschutzes orientiert sich an der Bezirkseinteilung. Der Kanton Thurgau verfügt in jedem seiner fünf Bezirke über eine [[Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde]] (KESB). Für die Gemeinden des Bezirks ist die &#039;&#039;&#039;KESB Weinfelden&#039;&#039;&#039; zuständig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Landschaft und Siedlungsstruktur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bezirk weist keine einheitliche Siedlungsstruktur auf. Während Weinfelden, Bischofszell, Sulgen und Bürglen grössere regionale Zentren beziehungsweise Arbeitsplatzstandorte darstellen, sind weite Teile des Bezirks ländlich geprägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders im Raum Bussnang, Schönholzerswilen, Wuppenau, Hohentannen und Birwinken befinden sich zahlreiche kleine Dörfer, Weiler und Einzelhöfe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Thurtal bildet die wichtigste Siedlungs- und Verkehrsachse. Entlang des Flusses und der Eisenbahnstrecken konzentrieren sich mehrere grössere Ortschaften. Die höher gelegenen Gebiete südlich und nördlich der Thur weisen dagegen einen deutlich ländlicheren Charakter auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Landwirtschaftliche Nutzflächen nehmen einen bedeutenden Teil des Bezirksgebiets ein. Typisch sind Ackerbau, Milchwirtschaft, Viehzucht und Obstbau. In klimatisch geeigneten Lagen wird auch Weinbau betrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirtschaft ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wirtschaftsstruktur des Bezirks ist vielseitig. Neben der traditionell bedeutenden Landwirtschaft bestehen zahlreiche Industrie-, Gewerbe- und Dienstleistungsbetriebe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weinfelden ist das wichtigste Dienstleistungs- und Gewerbezentrum. Die Stadt verfügt über zahlreiche Unternehmen, Einkaufsangebote, Bildungseinrichtungen und kantonale Institutionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Sulgen, Bürglen und Bischofszell besitzen bedeutende Industrie- und Gewerbezonen. Bischofszell ist insbesondere durch die Lebensmittelindustrie bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine besondere industrielle Bedeutung besitzt [[Bussnang]]. Dort befindet sich ein wichtiger Produktionsstandort des Schweizer Schienenfahrzeugherstellers [[Stadler Rail]]. Das Werk hat sich zu einem der bekanntesten Industriebetriebe des Thurgaus entwickelt und verbindet die ansonsten stark ländlich geprägte Gemeinde mit der internationalen Eisenbahnindustrie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Nebeneinander von Landwirtschaft, Industrie und Dienstleistungen ist charakteristisch für die Wirtschaftsstruktur des Bezirks.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verkehr ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Eisenbahn ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weinfelden bildet einen der wichtigsten Eisenbahnknoten der [[Ostschweiz]]. Der [[Bahnhof Weinfelden]] liegt an der Bahnstrecke zwischen [[Winterthur]] und [[Romanshorn]] und besitzt weitere Verbindungen in Richtung [[Kreuzlingen]], Konstanz und [[Wil SG|Wil]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch bestehen direkte oder regelmässige Bahnverbindungen unter anderem nach:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Zürich]]&lt;br /&gt;
* [[Frauenfeld]]&lt;br /&gt;
* [[Winterthur]]&lt;br /&gt;
* [[Romanshorn]]&lt;br /&gt;
* [[Kreuzlingen]]&lt;br /&gt;
* Konstanz&lt;br /&gt;
* [[Wil SG|Wil]]&lt;br /&gt;
* [[St. Gallen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben Weinfelden verfügen unter anderem Märstetten, Bürglen, Sulgen und Erlen über Bahnhöfe oder Haltestellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der östliche Teil des Bezirks wird zusätzlich durch die Bahnstrecke [[Bahnstrecke Sulgen–Gossau|Sulgen–Gossau]] erschlossen. Sie verbindet unter anderem [[Bischofszell]] mit Sulgen und dem St. Galler Raum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der öffentliche Verkehr ist in den [[Tarifverbund Ostwind]] integriert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Strassenverkehr ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die wichtigsten Strassenverbindungen folgen teilweise ebenfalls dem Thurtal und verbinden den Bezirk mit Frauenfeld, Kreuzlingen, Romanshorn, Amriswil, Wil und St. Gallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Autobahn A7 (Schweiz)|Autobahn A7]] verläuft westlich und nördlich des Bezirksraums und ermöglicht insbesondere über den Raum Frauenfeld und Kreuzlingen schnelle Verbindungen in Richtung Winterthur und zur deutschen Grenze.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein dichtes Netz von Kantons- und Gemeindestrassen verbindet die zahlreichen kleineren Ortschaften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bildung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weinfelden ist innerhalb des Bezirks der bedeutendste Bildungsstandort. Neben der Volksschule befinden sich hier mehrere kantonal oder regional bedeutende Schulen und Berufsbildungsinstitutionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu gehören Einrichtungen der Berufsbildung sowie weiterführende Schulen. Aufgrund der zentralen Verkehrslage besuchen auch Schülerinnen, Schüler und Lernende aus umliegenden Gemeinden Bildungsangebote in Weinfelden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Schulstandorte bestehen unter anderem in Bischofszell, Bürglen und Sulgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kultur und Sehenswürdigkeiten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bezirk umfasst eine Vielzahl historischer Ortsbilder, Kirchen, Schlösser und traditioneller Thurgauer Dörfer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders bedeutend ist die Altstadt von [[Bischofszell]]. Die auf einer Terrasse oberhalb von Thur und Sitter gelegene Stadt besitzt ein gut erhaltenes historisches Zentrum mit Bürgerhäusern, Kirchen und dem markanten Rathaus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Weinfelden gehören das Rathaus, historische Bürgerhäuser und mehrere kirchliche Bauten zum Ortsbild. Die Stadt ist zudem durch ihre Rolle als politischer Treffpunkt des Kantons geprägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch in zahlreichen kleineren Gemeinden sind historische Bauernhäuser, ehemalige Herrschaftssitze und Kirchen erhalten. Das Kulturlandschaftsbild des Bezirks wird wesentlich durch traditionelle Siedlungsformen und die landwirtschaftliche Nutzung geprägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Natur und Erholung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Thur bildet einen wichtigen Natur- und Erholungsraum. Entlang des Flusses befinden sich Uferwege, Auenlandschaften und verschiedene Naherholungsgebiete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die hügeligen Landschaften südlich von Weinfelden und im Raum Wuppenau, Schönholzerswilen und Bussnang bieten ein weitläufiges Netz von Wander- und Velowegen. Bei guter Sicht reichen die Ausblicke teilweise bis zum [[Alpstein]] und zu den [[Alpen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Landschaft rund um Bischofszell mit dem Zusammenfluss von Thur und Sitter besitzt einen hohen landschaftlichen Wert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedeutung innerhalb des Kantons Thurgau ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch seine zentrale Lage nimmt der Bezirk Weinfelden eine wichtige verbindende Funktion zwischen den verschiedenen Teilen des Kantons ein. Verkehrswege aus dem westlichen Thurgau, vom [[Bodensee]], aus dem Raum Kreuzlingen und aus dem südlich angrenzenden Kanton St. Gallen treffen im Bezirksgebiet zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Weinfelden besitzt der Bezirk zudem ein Zentrum von kantonaler Bedeutung. Die Stadt ist zwar nicht Kantonshauptstadt, spielt aber als Tagungsort des Grossen Rates, Bildungsstandort, Verkehrsknoten und Wirtschaftsplatz eine herausragende Rolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der heutige Bezirk verbindet Gebiete, die vor der Reform von 2011 drei unterschiedlichen Bezirken angehörten. Dadurch umfasst er sowohl den traditionellen Raum um Weinfelden als auch grosse Teile des früheren Bezirks Bischofszell und mehrere Gemeinden des südlichen Mittelthurgaus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Kanton Thurgau]]&lt;br /&gt;
* [[Weinfelden]]&lt;br /&gt;
* [[Bezirk Arbon]]&lt;br /&gt;
* [[Bezirk Frauenfeld]]&lt;br /&gt;
* [[Bezirk Kreuzlingen]]&lt;br /&gt;
* [[Bezirk Münchwilen]]&lt;br /&gt;
* [[Bezirk Bischofszell]]&lt;br /&gt;
* [[Thur (Rhein)]]&lt;br /&gt;
* [[Liste der Gemeinden im Kanton Thurgau]]&lt;br /&gt;
* [[Politik im Kanton Thurgau]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://www.tg.ch/ Offizielle Website des Kantons Thurgau]&lt;br /&gt;
* [https://statistik.tg.ch/ Amt für Daten und Statistik des Kantons Thurgau]&lt;br /&gt;
* [https://parlament.tg.ch/ Grosser Rat des Kantons Thurgau]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bezirk im Kanton Thurgau]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bezirk in der Schweiz]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Region im Kanton Thurgau]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Nick Frei</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://helvetia.wiki/de/index.php?title=Bezirk_Kreuzlingen&amp;diff=2955</id>
		<title>Bezirk Kreuzlingen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://helvetia.wiki/de/index.php?title=Bezirk_Kreuzlingen&amp;diff=2955"/>
		<updated>2026-08-25T21:52:58Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Nick Frei: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{| class=&amp;quot;wikitable float-right&amp;quot; style=&amp;quot;float:right; width:315px; margin:0 0 1em 1em;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; | Bezirk Kreuzlingen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Kanton&lt;br /&gt;
| [[Kanton Thurgau|Thurgau]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Hauptort&lt;br /&gt;
| [[Kreuzlingen]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! BFS-Nr.&lt;br /&gt;
| 2013&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Anzahl Gemeinden&lt;br /&gt;
| 14&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Gründung&lt;br /&gt;
| 1798&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Name bis 1874&lt;br /&gt;
| Bezirk Gottlieben&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Nachbarstaat&lt;br /&gt;
| [[Deutschland]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Gewässer&lt;br /&gt;
| [[Bodensee]], [[Untersee (Bodensee)|Untersee]], [[Seerhein]]&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;&#039;Bezirk Kreuzlingen&#039;&#039;&#039; ist einer der fünf Bezirke des [[Kanton Thurgau|Kantons Thurgau]]. Hauptort und grösste Gemeinde ist die Stadt [[Kreuzlingen]] am [[Bodensee]], unmittelbar an der Grenze zur deutschen Stadt Konstanz. Der Bezirk umfasst den nordwestlichen Teil des thurgauischen Bodenseeufers, Gebiete am [[Untersee (Bodensee)|Untersee]] sowie Teile des [[Seerücken]]s und des Hinterlandes südlich des Sees.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit der thurgauischen Bezirksreform von 2011 besteht der Bezirk aus 14 politischen Gemeinden. Dazu gehören sowohl dicht besiedelte und wirtschaftlich stark mit dem Raum Konstanz verflochtene Gemeinden wie Kreuzlingen, [[Tägerwilen]] und [[Bottighofen]] als auch ländlich geprägte Gemeinden auf dem Seerücken und im Hinterland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Lage an der schweizerisch-deutschen Grenze, am Bodensee und an wichtigen Verkehrsachsen macht den Bezirk zu einer der international am stärksten verflochtenen Regionen des Kantons Thurgau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geografie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bezirk Kreuzlingen liegt im Norden des Kantons Thurgau. Seine Landschaft erstreckt sich vom Untersee und Seerhein im Westen über den Raum Kreuzlingen bis entlang des südlichen Bodenseeufers in Richtung [[Altnau]] und [[Güttingen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Norden bildet der Bodensee beziehungsweise der Seerhein auf weiten Strecken die natürliche Grenze. Auf der gegenüberliegenden Seite liegt das deutsche Bundesland [[Baden-Württemberg]]. Im Raum Kreuzlingen verläuft die Staatsgrenze dagegen über Land und mitten durch einen zusammenhängenden grenzüberschreitenden Siedlungsraum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Osten grenzt der Bezirk an den [[Bezirk Arbon]], im Süden an den [[Bezirk Weinfelden]] und im Westen an den [[Bezirk Frauenfeld]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Landschaftlich lassen sich mehrere Teilräume unterscheiden. Entlang des Bodensees befindet sich ein vergleichsweise dicht besiedelter Streifen mit Kreuzlingen, Bottighofen, [[Münsterlingen]], Altnau und Güttingen. Westlich von Kreuzlingen liegen Tägerwilen, [[Gottlieben]], [[Ermatingen]] und [[Salenstein]] am Seerhein beziehungsweise Untersee.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Südlich des Seeufers steigt das Gelände zum Seerücken an. Hier liegen unter anderem [[Kemmental]], [[Lengwil]], [[Langrickenbach]], [[Wäldi]] und [[Raperswilen]]. Landwirtschaftsflächen, Obstkulturen, Wälder und kleinere Dörfer prägen diesen Teil des Bezirks.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gemeinden ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Bezirk Kreuzlingen gehören 14 politische Gemeinden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;gemeinden&amp;quot;&amp;gt;[https://statistik.tg.ch/verzeichnisse/bezirke-und-gemeinden.html/6777 Amt für Daten und Statistik des Kantons Thurgau: Bezirke und Gemeinden], abgerufen am 15. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Gemeinde&lt;br /&gt;
! Charakteristische Lage&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Altnau]]&lt;br /&gt;
| Bodensee&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bottighofen]]&lt;br /&gt;
| Bodensee, östlich von Kreuzlingen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Ermatingen]]&lt;br /&gt;
| Untersee&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Gottlieben]]&lt;br /&gt;
| Seerhein&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Güttingen]]&lt;br /&gt;
| Bodensee&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Kemmental]]&lt;br /&gt;
| Seerücken und Hinterland&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Kreuzlingen]]&lt;br /&gt;
| Bodensee und Grenze zu Konstanz&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Langrickenbach]]&lt;br /&gt;
| südliches Hinterland&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Lengwil]]&lt;br /&gt;
| südöstlich von Kreuzlingen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Münsterlingen]]&lt;br /&gt;
| Bodensee&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Raperswilen]]&lt;br /&gt;
| westlicher Seerücken&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Salenstein]]&lt;br /&gt;
| Untersee&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Tägerwilen]]&lt;br /&gt;
| westlich von Kreuzlingen, Grenze zu Konstanz&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Wäldi]]&lt;br /&gt;
| Seerücken&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kreuzlingen bildet das städtische Zentrum des Bezirks. Die übrigen Gemeinden unterscheiden sich teilweise stark in Grösse, Bevölkerungsdichte und wirtschaftlicher Struktur. Während Bottighofen und Tägerwilen stark vom Agglomerationsraum Kreuzlingen–Konstanz geprägt sind, besitzen Raperswilen, Wäldi, Kemmental und Langrickenbach einen deutlich ländlicheren Charakter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte des Bezirks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Entstehung des Bezirks hängt mit der politischen Neuordnung des Thurgaus am Ende des 18. Jahrhunderts zusammen. Bis 1798 war der Thurgau eine [[Gemeine Herrschaft]] der Alten Eidgenossenschaft. Mit dem Zusammenbruch der alten politischen Ordnung wurde das Gebiet zunächst Teil der [[Helvetische Republik|Helvetischen Republik]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1803 entstand im Rahmen der [[Mediationsakte]] der moderne Kanton Thurgau als gleichberechtigter Kanton der Eidgenossenschaft. Die Bezirke entwickelten sich zu wichtigen territorialen Einheiten für Verwaltung, Justiz und politische Organisation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der heutige Bezirk Kreuzlingen trug ursprünglich den Namen &#039;&#039;&#039;Bezirk Gottlieben&#039;&#039;&#039;. Hauptort war das kleine Städtchen Gottlieben am Seerhein. Erst 1874 wurde Kreuzlingen anstelle von Gottlieben zum Bezirkshauptort bestimmt; entsprechend erhielt auch der Bezirk den Namen Kreuzlingen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;hls-kreuzlingen&amp;quot;&amp;gt;[https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/001932/ Historisches Lexikon der Schweiz: Kreuzlingen], abgerufen am 15. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bedeutungsgewinn Kreuzlingens stand in engem Zusammenhang mit dem starken Wachstum des Ortes im 19. Jahrhundert. Aus mehreren Siedlungskernen entwickelte sich eine zunehmend städtisch geprägte Gemeinde unmittelbar vor den Toren von Konstanz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Veränderungen der Gemeindestruktur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gemeindestruktur des Bezirks veränderte sich insbesondere im 20. Jahrhundert grundlegend. Der Kanton Thurgau kannte lange eine komplizierte Gliederung in Munizipal- und Ortsgemeinden. In den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts wurden zahlreiche dieser Körperschaften zu heutigen politischen Gemeinden zusammengeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den wichtigen Veränderungen gehörte 1927 die Vereinigung von Kreuzlingen mit [[Kurzrickenbach]]. Ein Jahr später wurde auch [[Emmishofen]] mit Kreuzlingen vereinigt. Damit erhielt die Stadt einen grossen Teil ihrer heutigen territorialen Gestalt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1975 wurden Ermatingen und [[Triboltingen]] zur heutigen politischen Gemeinde Ermatingen vereinigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1994 entstand Münsterlingen aus den früheren Ortsgemeinden [[Landschlacht]] und [[Scherzingen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1995 wurde die heutige Gemeinde Wäldi aus mehreren früheren Gemeinden gebildet. Besonders umfangreich war die Gemeindereorganisation im Kemmental: 1996 wurden Alterswilen, Altishausen, Dotnacht, Ellighausen, Hugelshofen, Lippoldswilen, Neuwilen und Siegershausen zur politischen Gemeinde Kemmental zusammengeschlossen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1998 entstanden in ihrer heutigen Form auch Lengwil und Langrickenbach durch Zusammenschlüsse mehrerer früher selbständiger Ortsgemeinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Reformen vereinfachten die kommunale Struktur und beseitigten weitgehend das frühere Nebeneinander von Orts- und Munizipalgemeinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bezirksreform von 2011 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine grundlegende Veränderung erfolgte am &#039;&#039;&#039;1. Januar 2011&#039;&#039;&#039;. Der Kanton Thurgau reduzierte die Zahl seiner Bezirke von acht auf fünf. Seither bestehen die Bezirke [[Bezirk Arbon|Arbon]], [[Bezirk Frauenfeld|Frauenfeld]], Kreuzlingen, [[Bezirk Münchwilen|Münchwilen]] und [[Bezirk Weinfelden|Weinfelden]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;hls-thurgau&amp;quot;&amp;gt;[https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/007393/ Historisches Lexikon der Schweiz: Thurgau], abgerufen am 15. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der bisherige [[Bezirk Steckborn]] wurde im Rahmen dieser Reform aufgehoben. Die Gemeinden Raperswilen und Salenstein wurden dem Bezirk Kreuzlingen zugeteilt. Die übrigen Gemeinden des früheren Bezirks Steckborn kamen überwiegend zum Bezirk Frauenfeld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit erhielt der Bezirk Kreuzlingen seine heutige Ausdehnung und seinen gegenwärtigen Bestand von 14 politischen Gemeinden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;gesetz&amp;quot;&amp;gt;[https://www.rechtsbuch.tg.ch/app/de/texts_of_law/131.1 Kanton Thurgau: Gesetz über die Gemeinden], abgerufen am 15. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kreuzlingen als Hauptort ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Kreuzlingen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kreuzlingen]] ist der Hauptort und das wirtschaftliche sowie bevölkerungsmässige Zentrum des Bezirks. Die Stadt liegt unmittelbar an der Staatsgrenze und bildet zusammen mit Konstanz einen weitgehend zusammenhängenden Siedlungsraum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Entwicklung Kreuzlingens unterscheidet sich von jener vieler historischer Schweizer Städte. Die Stadt besitzt keinen mittelalterlichen Stadtkern im klassischen Sinn. Ihr Wachstum ist eng mit dem ehemaligen [[Kloster Kreuzlingen]], den Dörfern Egelshofen, Emmishofen und Kurzrickenbach sowie mit der unmittelbaren Nachbarschaft zu Konstanz verbunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name Kreuzlingen geht auf das Augustiner-Chorherrenstift Kreuzlingen zurück, das 1125 gegründet wurde. Im 19. und 20. Jahrhundert entwickelte sich der Ort zu einem bedeutenden regionalen Zentrum für Handel, Bildung, Industrie und Dienstleistungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ende 2025 war Kreuzlingen nach Frauenfeld die zweitbevölkerungsreichste politische Gemeinde des Kantons Thurgau.&amp;lt;ref name=&amp;quot;bevoelkerung&amp;quot;&amp;gt;[https://statistik.tg.ch/themen-und-daten/bevoelkerung-und-haushalte/bevoelkerungsstand-und-struktur/bevoelkerungsstand.html/6332 Amt für Daten und Statistik des Kantons Thurgau: Bevölkerungsstand], abgerufen am 15. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Grenzregion Kreuzlingen–Konstanz ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Besonderheit des Bezirks ist seine aussergewöhnlich enge Beziehung zur deutschen Stadt Konstanz. Die Staatsgrenze verläuft zwischen Kreuzlingen und Konstanz teilweise durch dicht bebautes Stadtgebiet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Strassen, Bahnlinien, Busverbindungen und Fuss- und Velowege verbinden die beiden Städte. Viele Menschen überqueren die Grenze regelmässig zum Arbeiten, Einkaufen, Studieren oder für Freizeitaktivitäten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die wirtschaftliche und gesellschaftliche Verflechtung betrifft nicht nur Kreuzlingen selbst. Auch Tägerwilen, Bottighofen und weitere Gemeinden gehören zum funktionalen grenzüberschreitenden Raum rund um Konstanz und Kreuzlingen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bezirk besitzt deshalb einen vergleichsweise hohen Anteil an Grenzgängerinnen und Grenzgängern. Ende 2025 war im Bezirk Kreuzlingen ungefähr jede zehnte beschäftigte Person eine Grenzgängerin oder ein Grenzgänger aus dem Ausland.&amp;lt;ref name=&amp;quot;grenzgaenger&amp;quot;&amp;gt;[https://statistik.tg.ch/themen-und-daten/wirtschaft-und-arbeit/arbeit-und-erwerb/grenzgaenger.html/6698 Amt für Daten und Statistik des Kantons Thurgau: Grenzgänger], abgerufen am 15. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Tägermoos ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine staatsrechtliche Besonderheit befindet sich westlich von Kreuzlingen auf dem Gebiet der Gemeinde Tägerwilen. Das &#039;&#039;&#039;[[Tägermoos]]&#039;&#039;&#039; liegt auf Schweizer Staatsgebiet, ist historisch jedoch eng mit der Stadt Konstanz verbunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grosse Teile des Gebietes befinden sich seit Jahrhunderten im Eigentum der Stadt Konstanz. Ein Staatsvertrag von 1831 zwischen dem Kanton Thurgau und dem damaligen Grossherzogtum Baden regelte besondere Rechte und Zuständigkeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute gehört das Tägermoos staatsrechtlich zur Schweiz und liegt im Gemeindegebiet von Tägerwilen, während die Stadt Konstanz weiterhin bestimmte historische Eigentums- und Nutzungsrechte besitzt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;taegermoos&amp;quot;&amp;gt;[https://www.taegerwilen.ch/portraet/geschichte.html/17 Gemeinde Tägerwilen: Geschichte der Gemeinde – Der Sonderfall Tägermoos], abgerufen am 15. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gebiet wird vorwiegend landwirtschaftlich genutzt und ist besonders für den Gemüsebau bekannt. Gleichzeitig bildet es einen weitgehend offenen Landschaftsraum zwischen Konstanz und Tägerwilen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Untersee und Seerhein ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der westliche Teil des Bezirks wird stark durch den [[Untersee (Bodensee)|Untersee]] und den [[Seerhein]] geprägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gottlieben liegt direkt am Seerhein zwischen Obersee und Untersee. Das kleine historische Städtchen besitzt ein geschlossenes Ortsbild mit Fachwerkhäusern und war bis ins 19. Jahrhundert Hauptort des damaligen Bezirks.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiter westlich liegen Ermatingen und Salenstein am Untersee. Die Gegend zeichnet sich durch ein vergleichsweise mildes Klima aus. Obst- und Weinbau haben hier eine lange Tradition.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den bekanntesten Kulturstätten gehört das [[Schloss Arenenberg]] bei Salenstein. Das Schloss wurde im 19. Jahrhundert Wohnsitz von [[Hortense de Beauharnais]], der ehemaligen Königin von Holland und Mutter des späteren französischen Kaisers [[Napoleon III.]] Heute befindet sich dort das Napoleonmuseum Thurgau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bodenseeufer ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Östlich von Kreuzlingen erstreckt sich das Siedlungs- und Landwirtschaftsgebiet entlang des Bodensees über Bottighofen und Münsterlingen bis nach Altnau und Güttingen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bottighofen ist aufgrund seiner Lage unmittelbar bei Kreuzlingen stark suburban geprägt. Münsterlingen ist insbesondere als Standort des [[Kantonsspital Münsterlingen|Kantonsspitals Münsterlingen]] bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Altnau und Güttingen gehören zu den klassischen Obstbaugebieten des Thurgaus. Das milde Klima am Bodensee begünstigt insbesondere den Anbau von Äpfeln und anderen Obstsorten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bodensee besitzt zugleich grosse Bedeutung für Freizeit, Tourismus und Naherholung. Häfen, Badeplätze, Wander- und Velowege prägen zahlreiche Uferabschnitte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Seerücken und Hinterland ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abseits des Bodenseeufers verändert sich das Landschaftsbild deutlich. Der [[Seerücken]] bildet einen langgezogenen Höhenzug zwischen Bodensee und [[Thurtal]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemeinden wie Kemmental, Wäldi, Raperswilen, Lengwil und Langrickenbach besitzen zahlreiche kleinere Dörfer, Weiler und Einzelhöfe. Landwirtschaft, Milchwirtschaft, Ackerbau, Obstbau und Forstwirtschaft spielen hier weiterhin eine sichtbare Rolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erhöhte Lage bietet an vielen Stellen Ausblicke auf den Bodensee, das deutsche Ufer und bei klarer Sicht auf die Alpen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Teil dieser Gemeinden hat sich in den vergangenen Jahrzehnten gleichzeitig zu attraktiven Wohnstandorten für Personen entwickelt, die in Kreuzlingen, Konstanz, Weinfelden oder anderen Zentren arbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirtschaft ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wirtschaftsstruktur des Bezirks ist vielfältig. Kreuzlingen bildet das wichtigste Zentrum für Industrie, Gewerbe, Handel und Dienstleistungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die unmittelbare Grenzlage führt zu intensiven Wirtschaftsbeziehungen mit Deutschland. Gleichzeitig sind im Bezirk zahlreiche kleine und mittlere Unternehmen tätig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Seegemeinden haben Tourismus, Gastronomie und Freizeitwirtschaft Bedeutung. Landwirtschaft bleibt insbesondere im ländlichen Hinterland und im Obstbaugürtel entlang des Bodensees wichtig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Raum Kreuzlingen–Tägerwilen verfügt zudem über grössere Gewerbe- und Dienstleistungszonen. Die Nähe zur Universität und zur Hochschule für Technik, Wirtschaft und Gestaltung in Konstanz verstärkt die grenzüberschreitenden wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Beziehungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Landwirtschaft und Obstbau ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bezirk liegt in einer der bedeutendsten Obstbauregionen der Schweiz. Besonders entlang des Bodensees prägen Obstplantagen das Landschaftsbild.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ausgeglichene Seeklima vermindert starke Temperaturschwankungen und begünstigt den Anbau von Äpfeln, Birnen, Kirschen und weiteren Kulturen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Teilen des Unterseegebietes besitzt auch der Weinbau eine lange Tradition. Rebflächen befinden sich unter anderem im Raum Ermatingen und Salenstein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dem Seerücken und in den südlichen Gemeinden dominieren neben Obstkulturen Grünlandwirtschaft, Ackerbau und Viehhaltung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verkehr ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bezirk Kreuzlingen verfügt über ein dichtes Verkehrsnetz. Seine wichtigste Verkehrsdrehscheibe ist Kreuzlingen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bahnstrecke entlang des Bodensees verbindet Kreuzlingen mit Romanshorn und weiteren Orten der Ostschweiz. In westlicher Richtung bestehen Bahnverbindungen entlang des Untersees über Ermatingen und Steckborn nach Schaffhausen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Bahnlinien führen von Kreuzlingen über [[Weinfelden]] in Richtung [[Frauenfeld]], Zürich und St. Gallen. Eine besondere Rolle spielen die grenzüberschreitenden Bahnverbindungen nach Konstanz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mehrere Regionalbuslinien verbinden die kleineren Gemeinden und Dörfer mit Kreuzlingen und den umliegenden Zentren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der motorisierte Verkehr wird unter anderem über die [[Autobahn A7 (Schweiz)|A7]] geführt. Sie verbindet Kreuzlingen mit Frauenfeld und dem schweizerischen Autobahnnetz. An der Grenze besteht eine direkte Verbindung zum deutschen Strassennetz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den Freizeitverkehr besitzt auch das gut ausgebaute Netz von Velo- und Wanderwegen entlang von Bodensee und Untersee grosse Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schifffahrt ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bodensee und der Untersee bilden seit Jahrhunderten wichtige Verkehrswege.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute steht bei der Schifffahrt vor allem der touristische Personenverkehr im Vordergrund. Schiffsverbindungen erschliessen verschiedene Orte am schweizerischen und deutschen Seeufer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Häfen und Anlegestellen befinden sich unter anderem in Kreuzlingen, Bottighofen, Altnau, Güttingen, Gottlieben und Ermatingen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders im Sommer sind Bodenseeschifffahrt und Freizeitboote ein wichtiger Bestandteil des touristischen Angebots der Region.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Justiz und Verwaltung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kreuzlingen ist Sitz des &#039;&#039;&#039;Bezirksgerichts Kreuzlingen&#039;&#039;&#039;. Die fünf thurgauischen Bezirksgerichte befinden sich in Arbon, Frauenfeld, Kreuzlingen, Münchwilen und Weinfelden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;justiz&amp;quot;&amp;gt;[https://www.rechtsbuch.tg.ch/app/de/texts_of_law/271.1 Kanton Thurgau: Gesetz über die Zivil- und Strafrechtspflege], abgerufen am 15. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daneben bestehen auf Bezirksebene beziehungsweise für das Bezirksgebiet weitere Einrichtungen der Rechtspflege und Verwaltung, darunter das Friedensrichteramt und das Betreibungsamt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bezirke dienen im Kanton Thurgau ausserdem als räumliche Gliederung bei kantonalen Wahlen und für statistische Auswertungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bildung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kreuzlingen ist das wichtigste Bildungszentrum des Bezirks. Neben den kommunalen Schulen befinden sich dort mehrere kantonal oder überregional bedeutende Bildungseinrichtungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Pädagogische Hochschule Thurgau]] hat ihren Sitz in Kreuzlingen und arbeitet eng mit der [[Universität Konstanz]] zusammen. Diese grenzüberschreitende Kooperation ist eine Besonderheit des Bildungsstandorts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die [[Kantonsschule Kreuzlingen]] gehört zu den wichtigen Mittelschulen des Kantons Thurgau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Nähe zu den Hochschulen im deutschen Konstanz erweitert das Bildungsangebot für die gesamte Region erheblich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gesundheitswesen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine zentrale Rolle für das Gesundheitswesen des Bezirks und des gesamten östlichen Thurgaus spielt das [[Kantonsspital Münsterlingen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Standort Münsterlingen besitzt eine lange medizinische Tradition. Neben dem Akutspital befinden sich im Gebiet weitere kantonale Gesundheitseinrichtungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Nähe der Spitäler und medizinischen Angebote in Kreuzlingen, Münsterlingen und Konstanz trägt dazu bei, dass der Bezirk über eine vergleichsweise dichte Gesundheitsversorgung verfügt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kultur und Sehenswürdigkeiten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bezirk besitzt eine grosse Vielfalt historischer und kultureller Sehenswürdigkeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Kreuzlingen gehören die ehemalige Klosteranlage Kreuzlingen, die [[Basilika St. Ulrich und Afra (Kreuzlingen)|Basilika St. Ulrich und Afra]] und der [[Seeburgpark]] zu den bekannten Orten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gottlieben ist wegen seines historischen Ortsbildes am Seerhein bekannt. In Tägerwilen befinden sich [[Schloss Castell (Tägerwilen)|Schloss Castell]] und die Ruine der älteren Burg Castell.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Salenstein liegt Schloss Arenenberg mit dem Napoleonmuseum. Das Museum erinnert an Hortense de Beauharnais und Napoleon III. und gehört zu den international bekanntesten historischen Sehenswürdigkeiten des Thurgaus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch zahlreiche Kirchen, Fachwerkhäuser, traditionelle Bauernhöfe und kleinere Schlösser prägen die Kulturlandschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Tourismus und Freizeit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bodensee ist das wichtigste touristische Element des Bezirks. Baden, Segeln, Schifffahrt, Wandern und Velofahren gehören zu den verbreiteten Freizeitaktivitäten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Bodensee-Radweg]] führt durch mehrere Gemeinden des Bezirks und verbindet die Region mit zahlreichen Orten in der Schweiz, Deutschland und Österreich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Seeburgpark in Kreuzlingen bildet gemeinsam mit dem angrenzenden Ufergebiet einen der grössten öffentlich zugänglichen Naherholungsräume am schweizerischen Bodenseeufer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Unterseegebiet verbinden sich historische Dörfer, Weinbau, Schlösser und Seeuferlandschaften. Der Seerücken bietet dagegen ruhige Wandergebiete, Wälder und Aussichtspunkte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedeutung innerhalb des Kantons Thurgau ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bezirk Kreuzlingen nimmt innerhalb des Kantons eine besondere Stellung ein. Er verbindet ländliche thurgauische Kulturlandschaften mit einem stark urbanisierten und international verflochtenen Grenzraum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kreuzlingen bildet zusammen mit Konstanz einen grenzüberschreitenden Lebens- und Wirtschaftsraum, dessen Bedeutung weit über die Kantonsgrenze hinausreicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gleichzeitig gehören traditionelle Obstbaugebiete, historische Orte am Untersee und die Dörfer des Seerückens zum Bezirk. Dadurch vereinigt er auf relativ engem Raum sehr unterschiedliche Siedlungs- und Landschaftstypen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Lage am Bodensee, die Nähe zu Deutschland und die guten Verkehrsverbindungen machen den Bezirk zu einem wichtigen Bindeglied zwischen dem Kanton Thurgau, der übrigen Ostschweiz und dem süddeutschen Bodenseeraum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Kanton Thurgau]]&lt;br /&gt;
* [[Kreuzlingen]]&lt;br /&gt;
* [[Liste der Gemeinden im Kanton Thurgau]]&lt;br /&gt;
* [[Bezirk Arbon]]&lt;br /&gt;
* [[Bezirk Frauenfeld]]&lt;br /&gt;
* [[Bezirk Münchwilen]]&lt;br /&gt;
* [[Bezirk Weinfelden]]&lt;br /&gt;
* [[Bezirk Steckborn]]&lt;br /&gt;
* [[Bodensee]]&lt;br /&gt;
* [[Untersee (Bodensee)]]&lt;br /&gt;
* [[Seerücken]]&lt;br /&gt;
* [[Tägermoos]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [https://www.tg.ch/ Offizielle Website des Kantons Thurgau]&lt;br /&gt;
* [https://statistik.tg.ch/ Amt für Daten und Statistik des Kantons Thurgau]&lt;br /&gt;
* [https://www.kreuzlingen.ch/ Offizielle Website der Stadt Kreuzlingen]&lt;br /&gt;
* [https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/007393/ Thurgau im Historischen Lexikon der Schweiz]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Kreuzlingen (district)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bezirk im Kanton Thurgau]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geographie (Kanton Thurgau)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bodenseeregion]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schweizer Bezirk]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Nick Frei</name></author>
	</entry>
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		<id>https://helvetia.wiki/de/index.php?title=Kreuzlingen&amp;diff=2954</id>
		<title>Kreuzlingen</title>
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		<updated>2026-08-25T21:52:47Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Nick Frei: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{| class=&amp;quot;wikitable float-right&amp;quot; style=&amp;quot;float:right; width:320px; margin:0 0 1em 1em;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Kreuzlingen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Kanton&lt;br /&gt;
| Thurgau&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Bezirk&lt;br /&gt;
| Kreuzlingen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! BFS-Nummer&lt;br /&gt;
| 4671&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Postleitzahl&lt;br /&gt;
| 8280&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Koordinaten&lt;br /&gt;
| 47° 39′ N, 9° 11′ O&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Höhe&lt;br /&gt;
| 397 m ü. M.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Fläche&lt;br /&gt;
| 11,51 km²&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Einwohner&lt;br /&gt;
| 23&#039;359&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Einwohnerstand&lt;br /&gt;
| 31. Dezember 2025&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Bevölkerungsdichte&lt;br /&gt;
| rund 2&#039;030 Einwohner je km²&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Stadtpräsident&lt;br /&gt;
| Thomas Niederberger (FDP)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Website&lt;br /&gt;
| [https://www.kreuzlingen.ch/ www.kreuzlingen.ch]&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Kreuzlingen&#039;&#039;&#039; ist eine politische Gemeinde, Stadt und der Hauptort des gleichnamigen [[Bezirk Kreuzlingen|Bezirks]] im [[Kanton Thurgau]] in der [[Schweiz]]. Sie liegt am südlichen Ufer des [[Bodensee]]s unmittelbar an der Grenze zu [[Deutschland]]. Das Siedlungsgebiet ist ohne erkennbare landschaftliche Trennung mit der deutschen Nachbarstadt Konstanz zusammengewachsen. Beide Städte bilden einen eng verflochtenen grenzüberschreitenden Lebens-, Wirtschafts- und Bildungsraum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit 23&#039;359 Einwohnern Ende 2025 ist Kreuzlingen nach [[Frauenfeld]] die zweitbevölkerungsreichste Stadt des Kantons Thurgau und die grösste Schweizer Stadt am Bodensee.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Zahlen&amp;quot;&amp;gt;[https://www.kreuzlingen.ch/stadt-und-politik/stadtportrait/kreuzlingen-zahlen-und-fakten Stadt Kreuzlingen: Kreuzlingen in Zahlen], abgerufen am 6. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;BevoelkerungTG&amp;quot;&amp;gt;[https://statistik.tg.ch/themen-und-daten/bevoelkerung-und-haushalte/bevoelkerungsstand-und-struktur/bevoelkerungsstand.html Amt für Daten und Statistik des Kantons Thurgau: Bevölkerungsstand], abgerufen am 6. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die heutige Stadt entstand 1927 und 1928 durch den Zusammenschluss der früheren Gemeinden Kreuzlingen-Egelshofen, Kurzrickenbach und Emmishofen. Ihren Namen erhielt sie vom 1125 gegründeten Augustiner-Chorherrenstift &#039;&#039;Crucelin&#039;&#039;. Kreuzlingen ist durch seine Grenzlage, seine Bildungseinrichtungen, den internationalen Wirtschaftsstandort, den Seeburgpark und die enge Verbindung mit Konstanz geprägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geographie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kreuzlingen liegt im Nordosten der Schweiz am Konstanzer Trichter, dem westlichen Ende des Bodensee-Obersees vor dem Übergang in den [[Seerhein]]. Die Stadt erstreckt sich vom Seeufer auf rund 397 Metern über Meer bis zu den Ausläufern des [[Seerücken]]s. Der Bahnhof Kreuzlingen liegt auf etwa 403 Metern über Meer.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Zahlen&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gemeinde grenzt im Norden an den Bodensee und die deutsche Stadt Konstanz. Schweizer Nachbargemeinden sind [[Tägerwilen]], [[Kemmental]], [[Lengwil]] und [[Bottighofen]]. Im Westen verläuft die Landesgrenze teilweise mitten durch das zusammenhängende Stadtgebiet von Kreuzlingen und Konstanz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gemeindegebiet umfasst 11,51 Quadratkilometer. Es ist stark überbaut, besitzt jedoch am Seeufer, entlang der Bäche und an den Hängen des Seerückens ausgedehnte Grün- und Erholungsräume. Wohnquartiere, Bildungsstätten, Industrie- und Gewerbegebiete gehen weitgehend ineinander über.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch das Stadtgebiet fliessen mehrere kleinere Bäche. Dazu gehören Chogenbach, Chrebsbach, Töbelibach, Schoderbach und Saubach. Ihre Täler und Geländeeinschnitte prägten die Lage und Entwicklung der früheren Dörfer Kurzrickenbach, Egelshofen und Emmishofen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.kreuzlingen.ch/datei-download/2228/jahresbericht-2021-stadt Jahresbericht 2021 der Stadt Kreuzlingen], abgerufen am 6. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Stadtgliederung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kreuzlingen wird üblicherweise in vier grössere Quartiere gegliedert:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Bodan&lt;br /&gt;
* Egelshofen&lt;br /&gt;
* Emmishofen&lt;br /&gt;
* Kurzrickenbach&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Grenzen der Quartiere entsprechen nur teilweise den früheren Gemeindegrenzen. Innerhalb der Quartiere bestehen weitere Gebietsbezeichnungen wie Bernrain, Bellevue, Besmer, Gaissberg, Hafen, Klein Venedig und Seeburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Egelshofen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Egelshofen bildet einen grossen Teil des heutigen Stadtzentrums. Der Ort wurde 1125 als &#039;&#039;Eigolteshoven&#039;&#039; erwähnt. Das alte Dorf entwickelte sich am Fuss des Seerückens entlang eines Bachtobels. Nach der Gründung des Kantons Thurgau bildete Egelshofen zusammen mit dem Klosterbezirk die Gemeinde Kreuzlingen-Egelshofen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 19. Jahrhundert entstand zwischen dem ehemaligen Kloster, Egelshofen und der Grenze zu Konstanz eine durchgehende Hauptstrasse. Entlang dieser Achse entwickelten sich Handel, Dienstleistungen, Gastgewerbe und öffentliche Einrichtungen. Der Bereich um Hauptstrasse, Löwenstrasse und Bärenplatz bildet heute das wirtschaftliche und administrative Zentrum der Stadt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Egelshofen gehören unter anderem das Museum Rosenegg, das Stadthaus, Teile des Bildungszentrums sowie ältere Wohn- und Gewerbegebiete. Im Ortsbild sind einzelne historische Bauernhäuser, Gasthäuser und ehemalige Gewerbebauten erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Emmishofen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Emmishofen liegt im westlichen und südwestlichen Teil der Stadt. Der Ort wurde 1159 als &#039;&#039;Eminshoven&#039;&#039; erstmals urkundlich erwähnt. Bis zum Zusammenschluss mit Kreuzlingen im Jahr 1928 bildete Emmishofen eine eigenständige Gemeinde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das historische Zentrum liegt bei der katholischen Kirche St. Stefan und der alten Strassenverbindung in Richtung Tägerwilen. Zu Emmishofen gehören ausserdem Bernrain, das Bellevue-Areal und die Wohngebiete am Seerücken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bernrain war über Jahrhunderte ein regional bedeutender Wallfahrtsort. Die Wallfahrtskirche Heiligkreuz steht oberhalb der Stadt nahe dem Jakobsweg. Von den höher gelegenen Gebieten eröffnet sich ein weiter Blick über Kreuzlingen, Konstanz und den Bodensee.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kurzrickenbach ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kurzrickenbach umfasst den östlichen Teil der Stadt. Der Ort wurde möglicherweise bereits 830 als &#039;&#039;Rihinbah&#039;&#039; erwähnt und ist damit der älteste urkundlich belegte Siedlungskern des heutigen Kreuzlingen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kurzrickenbach&amp;quot;&amp;gt;[https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/003181/ Historisches Lexikon der Schweiz: Kurzrickenbach], abgerufen am 6. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Dorf lag ursprünglich an der Strasse in Richtung Romanshorn und Münsterlingen. Landwirtschaft, Weinbau und kleinere Handwerksbetriebe bestimmten über lange Zeit das Ortsbild. Mit dem Bau der Eisenbahn und dem Wachstum Kreuzlingens wurde der Zwischenraum zum Stadtzentrum weitgehend überbaut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kurzrickenbach vereinigte sich 1927 mit Kreuzlingen-Egelshofen. Trotz der städtischen Entwicklung sind im ehemaligen Dorfzentrum ältere Gebäude und Strassenstrukturen erhalten geblieben. Der geöffnete und renaturierte Chogenbach bildet heute einen wichtigen Grünraum im Quartier.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bodan ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Quartier Bodan liegt zwischen dem Stadtzentrum, dem Hafen, der Grenze zu Konstanz und dem Seeburgpark. Es entstand im Wesentlichen mit dem städtischen Wachstum des 19. und 20. Jahrhunderts und war keine eigenständige historische Gemeinde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bodan ist durch Wohnhäuser, Geschäftsbauten, öffentliche Einrichtungen und Verkehrsanlagen geprägt. In unmittelbarer Nähe befinden sich der Bahnhof Kreuzlingen, die Pädagogische Hochschule Thurgau, die Kantonsschule, die Bodensee-Arena und die Seeuferanlagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Frühzeit und Mittelalter ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Archäologische Funde belegen, dass das Gebiet am Kreuzlinger Bodenseeufer bereits in der Jungsteinzeit besiedelt war. In Kurzrickenbach wurden Spuren von Ufersiedlungen entdeckt. Die günstige Lage am See, an Wasserläufen und an Verkehrswegen zwischen dem Bodenseeraum und dem Thurgauer Hinterland begünstigte eine frühe Besiedlung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die historischen Wurzeln der Stadt liegen in den drei Dörfern Kurzrickenbach, Egelshofen und Emmishofen. Kurzrickenbach wurde möglicherweise 830 als &#039;&#039;Rihinbah&#039;&#039;, Egelshofen 1125 als &#039;&#039;Eigolteshoven&#039;&#039; und Emmishofen 1159 als &#039;&#039;Eminshoven&#039;&#039; erwähnt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Geschichte&amp;quot;&amp;gt;[https://www.kreuzlingen.ch/stadt-und-politik/stadtportrait/kreuzlingen-herzlich-willkommen/kreuzlingen-bewegte-geschichte Stadt Kreuzlingen: Kreuzlingen – eine bewegte Geschichte], abgerufen am 6. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Dörfer gehörten während des Mittelalters zu unterschiedlichen Herrschaften und Gerichtsbezirken. Bedeutenden Einfluss besassen der Bischof von Konstanz, geistliche Institutionen der Bischofsstadt und verschiedene Adelsfamilien. Die unmittelbare Nähe zu Konstanz bestimmte die kirchlichen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Beziehungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Augustinerstift Kreuzlingen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Konstanzer Bischof Ulrich I. gründete 1125 vor den Toren von Konstanz ein Augustiner-Chorherrenstift. Sein Name wurde in mittelalterlichen Quellen als &#039;&#039;Crucelin&#039;&#039;, &#039;&#039;Crucelingen&#039;&#039; und in ähnlichen Formen wiedergegeben. Er wird mit einem Kreuzsplitter in Verbindung gebracht, den das Stift als Reliquie besass.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Stift&amp;quot;&amp;gt;[https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/011409/ Historisches Lexikon der Schweiz: Kreuzlingen (Stift)], abgerufen am 6. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das erste Kloster lag nahe der Konstanzer Stadtmauer im Bereich des späteren Bellevue-Areals. Während des Dreissigjährigen Krieges belagerten schwedische Truppen 1633 Konstanz. Nach ihrem Abzug liessen die Konstanzer das unmittelbar vor den Befestigungen gelegene Kloster zerstören, damit es bei einem weiteren Angriff nicht als militärischer Stützpunkt genutzt werden konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Stift wurde ab 1650 weiter südlich an seinem heutigen Standort neu errichtet. Die Klosteranlage mit der heutigen Basilika St. Ulrich und Afra entwickelte sich zum bedeutendsten geistlichen und baulichen Zentrum des Gebiets. Vom Stiftsnamen ging später die Bezeichnung Kreuzlingen auf die umliegende Gemeinde und schliesslich auf die gesamte Stadt über.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Portrait&amp;quot;&amp;gt;[https://www.kreuzlingen.ch/stadt-und-politik/stadtportrait/kreuzlingen-herzlich-willkommen Stadt Kreuzlingen: Kreuzlingen im Detail], abgerufen am 6. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Thurgau und Grenzlage ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Eroberung des Thurgaus durch die Eidgenossen im Jahr 1460 wurde das Gebiet Teil der gemeinen Herrschaft Thurgau. Die Stadt Konstanz blieb hingegen ausserhalb der Eidgenossenschaft und kam im 16. Jahrhundert zum habsburgischen Vorderösterreich. Damit gewann die Grenze zwischen Konstanz und den Dörfern des heutigen Kreuzlingen zunehmend politische und wirtschaftliche Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1798 endete die eidgenössische Untertanenherrschaft. Seit 1803 gehört Kreuzlingen zum neu geschaffenen Kanton Thurgau. Der Wiener Kongress bestätigte 1815 die internationale Grenze zwischen der Schweiz und dem Grossherzogtum Baden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1818 entstand in Kreuzlingen das erste Wach- und Zollhaus. Aus dem kleinen klösterlichen Marktflecken entwickelte sich ein Zoll- und Handelsplatz. Bauern aus dem Thurgau lieferten Lebensmittel nach Konstanz, während die Bevölkerung der Schweizer Dörfer Waren und Dienstleistungen in der deutschen Nachbarstadt bezog.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Geschichte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Grenze wirkte zugleich trennend und verbindend. Politische Krisen, Kriege und unterschiedliche Zoll- und Währungssysteme unterbrachen den Austausch wiederholt. Im Alltag blieben die wirtschaftlichen und familiären Beziehungen zwischen beiden Seiten jedoch eng.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Säkularisation und Bildungsstandort ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kanton Thurgau hob das Augustinerstift 1848 auf. Die Klostergebäude wurden anschliessend für Bildungszwecke genutzt. In ihnen befindet sich heute die Pädagogische Maturitätsschule Kreuzlingen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Portrait&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits 1833 war in Kreuzlingen ein Lehrerseminar gegründet worden. Die Ausbildung von Lehrpersonen entwickelte sich in der Folge zu einem prägenden Bestandteil der Stadt. Aus dieser Tradition entstanden später weitere kantonale Schulen und die Pädagogische Hochschule Thurgau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bellevue und Psychiatrie ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Psychiater Ludwig Binswanger gründete 1857 auf dem Bellevue-Areal eine private Heilanstalt für Nerven- und Geisteskranke. Die Klinik wurde von mehreren Generationen der Familie Binswanger geführt und erlangte internationale Bekanntheit.&amp;lt;ref name=&amp;quot;BellevueHLS&amp;quot;&amp;gt;[https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/025060/ Historisches Lexikon der Schweiz: Binswanger], abgerufen am 6. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter Ludwig Binswanger, einem Enkel des Gründers, entwickelte sich das Bellevue im frühen 20. Jahrhundert zu einem wichtigen Zentrum moderner Psychiatrie und Psychotherapie. Binswanger verband phänomenologische und psychoanalytische Ansätze und begründete die psychiatrische Daseinsanalyse. Er stand in engem Austausch mit [[Sigmund Freud]], der das Bellevue 1912 besuchte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den bekannten Patientinnen und Patienten gehörten die Frauenrechtlerin Bertha Pappenheim und der Tänzer Vaslav Nijinsky. Die Klinik bestand bis 1980. Das Areal wurde danach überwiegend zu Wohnzwecken umgestaltet. Das Kunstwerk «Die Couch» erinnert heute an die psychiatriegeschichtliche Bedeutung des Ortes.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Bellevue&amp;quot;&amp;gt;[https://www.kreuzlingen.ch/erlebnis/stadt-erkunden/bellevue-areal Stadt Kreuzlingen: Bellevue-Areal], abgerufen am 6. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Eisenbahn und Industrialisierung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Eisenbahn veränderte Kreuzlingen grundlegend. 1871 wurde die Strecke von Romanshorn über Kreuzlingen nach Konstanz eröffnet. 1875 folgte die Verbindung von Konstanz über Kreuzlingen und Etzwilen in Richtung Schaffhausen. Seit 1911 besteht ausserdem die Bahnverbindung über Weinfelden nach Wil.&amp;lt;ref name=&amp;quot;HLS&amp;quot;&amp;gt;[https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/001932/ Historisches Lexikon der Schweiz: Kreuzlingen], abgerufen am 6. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Eisenbahn entstanden neue Bahnhöfe, Gewerbebetriebe und Wohnquartiere. Die früher getrennten Dörfer wuchsen allmählich zusammen. Entlang der Hauptstrasse entwickelte sich ein städtisch geprägtes Geschäftszentrum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Industrialisierung setzte gegen Ende des 19. Jahrhunderts ein. Zu den frühen Branchen gehörten Stickerei, Möbelherstellung, Schuhproduktion, Seifenherstellung, Strickwaren, Druckereien und Lebensmittelverarbeitung. Die Schuhfabrik Kreuzlingen beschäftigte um 1900 mehr als 240 Personen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;HLS&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Grenzlage erleichterte den Zugang zu Arbeitskräften und Absatzmärkten. Gleichzeitig waren die Unternehmen von Zollbestimmungen, Wechselkursen und der politischen Entwicklung in Deutschland und der Schweiz abhängig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Entstehung der heutigen Stadt ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die räumlich zusammengewachsenen Gemeinden begannen im frühen 20. Jahrhundert, ihre Infrastruktur enger zu koordinieren. 1927 vereinigten sich Kreuzlingen-Egelshofen und Kurzrickenbach zur Einheitsgemeinde Kreuzlingen. 1928 schloss sich Emmishofen an.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Portrait&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1946 wurde erstmals ein Gemeindeparlament mit 30 Mitgliedern gewählt. Mit der Aufnahme der 10&#039;000. Einwohnerin erhielt Kreuzlingen 1947 offiziell den Status einer Stadt. Seit 1971 umfasst das Stadtparlament 40 Mitglieder.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Portrait&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs Kreuzlingen stark. Neue Wohnquartiere, Schulen, Sportanlagen, Industriebauten und Einkaufsgebiete entstanden. Gleichzeitig verringerte sich die Zahl der Landwirtschaftsbetriebe. Die früheren Dorfkerne blieben als Quartierzentren erhalten, wurden jedoch vollständig in das städtische Siedlungsgebiet eingebunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Grenze im 20. und 21. Jahrhundert ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während des Zweiten Weltkriegs war die Grenze zu Konstanz streng bewacht und durch Zäune und militärische Anlagen gesichert. Auch nach Kriegsende bestanden zunächst starke Einschränkungen für den Grenzverkehr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der europäischen Integration, dem Ausbau grenzüberschreitender Verkehrsverbindungen und dem Schengen-Beitritt der Schweiz verlor die Grenze im Alltag zunehmend ihre trennende Wirkung. Kreuzlingen und Konstanz entwickelten gemeinsame Projekte in den Bereichen Verkehr, Kultur, Bildung, Stadtentwicklung und Tourismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gebiet Klein Venedig wurde der frühere Grenzzaun 2006 entfernt. An seiner Stelle entstand 2007 die Kunstgrenze mit 22 rund acht Meter hohen Tarot-Skulpturen des Konstanzer Künstlers Johannes Dörflinger.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.kreuzlingen.ch/datei-download/1565 Stadt Kreuzlingen: Die Kunstgrenze am See], abgerufen am 6. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der COVID-19-Pandemie wurde die ansonsten offene Grenze im Frühjahr 2020 vorübergehend geschlossen. Bei Klein Venedig errichteten deutsche und schweizerische Behörden zwei parallele Zäune. Familien, Paare und Freunde trafen sich an den Absperrungen, wodurch die enge gesellschaftliche Verbindung beider Städte international sichtbar wurde. Die Zäune wurden im Mai 2020 wieder entfernt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.kreuzlingen.ch/erlebnis/stadt-erkunden/ausstellung-zollplatz/an-die-grenze-kommen Stadt Kreuzlingen: An die Grenze kommen], abgerufen am 6. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bevölkerung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ende 2025 lebten 23&#039;359 Menschen in Kreuzlingen. Bei einer Gemeindefläche von 11,51 Quadratkilometern entsprach dies einer Bevölkerungsdichte von rund 2&#039;030 Einwohnern pro Quadratkilometer.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Zahlen&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kreuzlingen besitzt einen der höchsten Anteile ausländischer Staatsangehöriger unter den Schweizer Städten. Ende 2025 lebten rund 13&#039;280 ausländische Staatsangehörige in der Stadt. Die grösste einzelne Gruppe bildeten deutsche Staatsangehörige mit etwa 7&#039;640 Personen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://statistik.tg.ch/themen-und-daten/bevoelkerung-und-haushalte/bevoelkerungsstand-und-struktur/auslaendische-bevoelkerung.html Amt für Daten und Statistik des Kantons Thurgau: Ausländische Bevölkerung], abgerufen am 6. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der hohe internationale Bevölkerungsanteil hängt besonders mit der unmittelbaren Nachbarschaft zu Konstanz, dem grenzüberschreitenden Arbeitsmarkt, den Bildungseinrichtungen und den international ausgerichteten Unternehmen zusammen. Neben Deutsch werden im Alltag zahlreiche weitere Sprachen gesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein erheblicher Teil des Bevölkerungswachstums seit dem späten 20. Jahrhundert ist auf Zuwanderung zurückzuführen. Neue Wohngebiete entstanden insbesondere in den Quartieren Emmishofen, Egelshofen und Kurzrickenbach sowie auf früheren Gewerbe- und Landwirtschaftsflächen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politik und Verwaltung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Legislative der Stadt ist der &#039;&#039;&#039;Gemeinderat&#039;&#039;&#039;. Er umfasst 40 Mitglieder und wird alle vier Jahre im Proporzverfahren gewählt. Der Gemeinderat berät unter anderem das Budget, die Jahresrechnung, kommunale Reglemente, Baukredite und politische Vorstösse.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Politik&amp;quot;&amp;gt;[https://www.kreuzlingen.ch/stadt-und-politik/politik Stadt Kreuzlingen: Politik], abgerufen am 6. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Exekutive bildet der fünfköpfige &#039;&#039;&#039;Stadtrat&#039;&#039;&#039;. Seine Mitglieder werden vom Volk gewählt und leiten die städtischen Departemente. Der Stadtpräsident führt das Departement Präsidium und vertritt Kreuzlingen nach aussen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stadtpräsident ist seit dem 1. März 2018 Thomas Niederberger von der FDP. Die Amtsperiode des gegenwärtigen Stadtrats dauert von 2023 bis 2027.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.kreuzlingen.ch/stadt-und-politik/politik/stadtrat Stadt Kreuzlingen: Stadtrat], abgerufen am 6. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie in anderen Schweizer Gemeinden entscheiden die Stimmberechtigten direkt über bestimmte Sachgeschäfte, Kredite und kommunale Initiativen. Wichtige politische Vorlagen werden in Volksabstimmungen behandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Stadtverwaltung befindet sich an der Hauptstrasse. Zu ihren Aufgaben gehören unter anderem Einwohnerdienste, Finanzen, Bau und Planung, Sozialwesen, Kultur, Sport, Sicherheit, Energieversorgung, Stadtmarketing und Wirtschaftsförderung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirtschaft ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kreuzlingen ist ein bedeutender Wirtschaftsstandort im östlichen Bodenseeraum. Die lokale Wirtschaft ist breit diversifiziert und umfasst Industrie, Gewerbe, Handel, Bildung, Gesundheitswesen und unternehmensbezogene Dienstleistungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 2025 waren in der städtischen Statistik 727 Arbeitsstätten erfasst. Rund 68,8 Prozent entfielen auf den Dienstleistungssektor, 31,0 Prozent auf Industrie, Gewerbe und Bau sowie 0,2 Prozent auf Land- und Forstwirtschaft.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Zahlen&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den bekannten Unternehmen mit Sitz oder bedeutenden Betrieben in Kreuzlingen gehören General Dynamics European Land Systems-Mowag, Amcor Flexibles Kreuzlingen, Strellson, Chocolat Bernrain, Ifolor, Rausch und Tour de Suisse Rad.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Wirtschaft&amp;quot;&amp;gt;[https://www.kreuzlingen.ch/stadt-und-politik/stadtportrait/kreuzlingen-herzlich-willkommen Stadt Kreuzlingen: Internationaler Wirtschaftsstandort], abgerufen am 6. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Fahrzeugbau besitzt eine besondere Bedeutung. Die aus der früheren Mowag hervorgegangene General Dynamics European Land Systems-Mowag entwickelt und produziert gepanzerte Radfahrzeuge. Weitere wichtige Branchen sind Verpackungstechnik, Bekleidung, Lebensmittel, Kosmetik, Fotodienstleistungen, Maschinenbau und Detailhandel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Dienstleistungssektor profitiert von den Schulen, der Pädagogischen Hochschule, der Verwaltung und der Nähe zu Konstanz. Zahlreiche Einwohner arbeiten grenzüberschreitend in Deutschland, während umgekehrt Beschäftigte aus Deutschland in Kreuzlingen und den umliegenden Thurgauer Gemeinden tätig sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Entwicklung des Detailhandels wird stark von den Wechselkursen, Preisunterschieden und Zollbestimmungen beeinflusst. Kreuzlingen und Konstanz bilden zwar einen gemeinsamen Einkaufs- und Dienstleistungsraum, stehen in einzelnen Bereichen jedoch auch miteinander im Wettbewerb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bildung und Forschung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kreuzlingen besitzt das umfassendste Angebot an Bildungsinstitutionen im Kanton Thurgau und bezeichnet sich deshalb als Bildungsstadt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Bildung&amp;quot;&amp;gt;[https://www.kreuzlingen.ch/lebenslagen/schulen-und-bildung Stadt Kreuzlingen: Schulen und Bildung], abgerufen am 6. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Primar- und Sekundarschulgemeinde Kreuzlingen führt Kindergärten, Primarschulen und Sekundarschulzentren. Hinzu kommen private Schulen und Einrichtungen für schulergänzende Betreuung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den weiterführenden Schulen gehören:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* die Kantonsschule Kreuzlingen&lt;br /&gt;
* die Pädagogische Maturitätsschule Kreuzlingen&lt;br /&gt;
* das Bildungszentrum für Bau und Mode&lt;br /&gt;
* private Bildungs- und Sportschulen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Pädagogische Maturitätsschule befindet sich in den Gebäuden des ehemaligen Augustinerstifts. Sie bereitet unter anderem auf die Ausbildung an einer Pädagogischen Hochschule vor und führt zugleich musisch-pädagogisch ausgerichtete Maturitätslehrgänge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Pädagogische Hochschule Thurgau]] bildet Lehrpersonen für verschiedene Schulstufen aus und betreibt Weiterbildung und pädagogische Forschung. Sie arbeitet eng mit der Universität Konstanz und weiteren Hochschulen im Bodenseeraum zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere wissenschaftliche Einrichtungen sind das Thurgauer Wirtschaftsinstitut und das Biotechnologie Institut Thurgau. Die Universität Konstanz und die Hochschule Konstanz liegen auf deutscher Seite in kurzer Entfernung. Studierende und Forschende nutzen deshalb häufig Einrichtungen in beiden Städten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die grenzüberschreitende Hochschulzusammenarbeit ist ein wesentliches Merkmal des Bildungsstandorts. Gemeinsame Projekte, Lehrveranstaltungen und Forschungsprogramme verbinden Einrichtungen des Kantons Thurgau mit den Hochschulen in Konstanz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verkehr ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Eisenbahn ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kreuzlingen ist ein wichtiger regionaler Eisenbahnknoten. Im Stadtgebiet befinden sich die Bahnhöfe:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Bahnhof Kreuzlingen]]&lt;br /&gt;
* [[Bahnhof Kreuzlingen Hafen]]&lt;br /&gt;
* [[Bahnhof Kreuzlingen Bernrain]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bahnhof Kreuzlingen ist der zentrale Bahnknoten der Stadt. Von dort bestehen direkte Verbindungen nach Konstanz, Weinfelden, Wil, Romanshorn, Schaffhausen und über weitere Knoten in die übrige Schweiz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bahnhof Kreuzlingen Hafen liegt an der Seelinie zwischen Schaffhausen, Stein am Rhein, Konstanz und Romanshorn. Er erschliesst den Hafen, den Seeburgpark, die Pädagogische Hochschule und die Bodensee-Arena.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kreuzlingen Bernrain liegt an der Strecke in Richtung Weinfelden und Wil. Die Regionalzüge werden überwiegend von [[Thurbo]] betrieben. In Konstanz bestehen Anschlüsse an den deutschen Regional- und Fernverkehr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bahnlinien sind in den [[Tarifverbund Ostwind]] eingebunden. Durch die Lage an der Staatsgrenze können einzelne Fahrausweise und Abonnemente auch grenzüberschreitende Verbindungen einschliessen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Busverkehr ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Stadtbus Kreuzlingen erschliesst die Wohnquartiere, das Zentrum, die Bahnhöfe, den Hafen und die Bildungsstätten. Das Netz umfasst fünf innerstädtische Linien und eine gemeindeübergreifende Linie nach Tägerwilen. Die Linien verkehren werktags im Viertel- oder Halbstundentakt und sonntags grundsätzlich im Halbstundentakt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Stadtbus&amp;quot;&amp;gt;[https://www.kreuzlingen.ch/lebenslagen/mobilitaet/oeffentlicher-verkehr Stadt Kreuzlingen: Stadtbus Kreuzlingen und regio-öv], abgerufen am 6. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit Dezember 2023 kostet eine einzelne Busfahrt innerhalb der Kreuzlinger Tarifzone 256 einen Franken. Die Stadt vergünstigt ausserdem bestimmte Ostwind-Abonnemente für Einwohner von Kreuzlingen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Stadtbus&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Buslinien der Stadtwerke Konstanz verbinden die beiden Städte über die Landesgrenze. Regionalbusse führen in umliegende Gemeinden und ergänzen das Bahnangebot.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Strassenverkehr ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kreuzlingen liegt am nördlichen Ende der Autobahn [[A7 (Schweiz)|A7]]. Diese verbindet die Stadt über Weinfelden und Frauenfeld mit Winterthur und dem schweizerischen Autobahnnetz. An der Grenze setzt sich die Verbindung über das Konstanzer Strassennetz in Richtung deutsche Bundesstrasse 33 und Autobahn 81 fort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wichtige innerstädtische Achsen sind Hauptstrasse, Romanshornerstrasse, Seetalstrasse, Bernrainstrasse und die Verbindungen zu den Grenzübergängen. Der dichte grenzüberschreitende Berufs-, Einkaufs- und Freizeitverkehr führt insbesondere zu den Hauptverkehrszeiten zu hoher Belastung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Städte Kreuzlingen und Konstanz koordinieren ihre Verkehrsplanung im Rahmen grenzüberschreitender Programme. Zu den Zielen gehören bessere Bahn- und Busverbindungen, sichere Velorouten, attraktive Fusswege und eine Verringerung des motorisierten Durchgangsverkehrs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schifffahrt und Veloverkehr ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vom Kreuzlinger Kursschifffahrtshafen verkehren während der Sommersaison Schiffe zu verschiedenen Orten am Bodensee. Der Hafen dient zugleich als Ausgangspunkt für Ausflugs-, Segel- und Motorboote.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bodensee-Radweg führt durch Kreuzlingen und verbindet die Stadt mit Konstanz, Romanshorn und den übrigen Uferorten. Mehrere nationale und regionale Velorouten durchqueren das Stadtgebiet. Wegen der kurzen Entfernungen besitzen das Velo und der Fussverkehr im grenzüberschreitenden Alltag eine grosse Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kultur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das kulturelle Leben wird von Museen, Veranstaltungsorten, Vereinen, Schulen und grenzüberschreitenden Projekten geprägt. Zahlreiche Angebote werden gemeinsam mit Institutionen in Konstanz und anderen Gemeinden der Bodenseeregion durchgeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Museum Rosenegg ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Museum Rosenegg befindet sich in einem um 1785 errichteten Palais in Egelshofen. Es ging aus dem 1938 gegründeten Heimatmuseum hervor und wird seit 1998 von einer Stiftung getragen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://museumrosenegg.ch/ueber-uns Museum Rosenegg: Über uns], abgerufen am 6. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seine Ausstellungen behandeln die Geschichte Kreuzlingens, das Leben an der schweizerisch-deutschen Grenze, regionale Persönlichkeiten sowie historische Masse und Gewichte. Die Dauerausstellung «Hüben und Drüben» widmet sich der Grenzgeschichte von Kreuzlingen und Konstanz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der historische Stucksaal wird für Konzerte, Vorträge und kulturelle Veranstaltungen genutzt. Das Museum beteiligt sich ausserdem an stadtgeschichtlichen Forschungs- und Vermittlungsprojekten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Seemuseum ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Seemuseum befindet sich in der ehemaligen Kornschütte des Klosters Kreuzlingen im Seeburgpark. Es behandelt die Kultur- und Naturgeschichte des Bodensees.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den Themen gehören Schifffahrt, Fischerei, Tourismus, Seenforschung, Gewässerschutz und das Leben der Menschen am See. Sonderausstellungen vertiefen historische, technische und ökologische Aspekte des Bodenseeraums.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.kreuzlingen.ch/datei-download/5697/botschaft-erhoehung-museumsbeitrag-ab-2027 Stadt Kreuzlingen: Museen in Kreuzlingen], abgerufen am 6. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bodensee Planetarium und Sternwarte ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Bodensee Planetarium und die Sternwarte vermitteln astronomisches Wissen durch Vorführungen, Beobachtungen, Kurse und öffentliche Veranstaltungen. Das Planetarium besitzt eine Kuppelprojektion, während die Sternwarte bei geeigneter Witterung Beobachtungen des Nachthimmels ermöglicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Einrichtung richtet sich an Schulen, Familien, Fachinteressierte und touristische Besucher aus der gesamten Bodenseeregion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Weitere Kulturorte ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Kulturangebote bestehen unter anderem im Kult-X, im Theater an der Grenze, in Kirchen, Schulhäusern und öffentlichen Räumen. Musik-, Theater-, Film- und Kunstvereine tragen wesentlich zum kulturellen Leben bei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Regelmässige Veranstaltungen sind Quartierfeste, Märkte, Konzerte, Sportanlässe und das Seenachtfest. Die Stadt unterstützt Kulturprojekte auf beiden Seiten der Landesgrenze.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sehenswürdigkeiten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kloster Kreuzlingen und Basilika St. Ulrich und Afra ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ehemalige Klosteranlage ist das bedeutendste historische Bauensemble der Stadt. Sie wurde ab 1650 als Ersatz für das 1633 zerstörte erste Augustinerstift errichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Basilika St. Ulrich und Afra besitzt eine reich ausgestattete barocke Innenausstattung. Besonders bekannt ist die Ölbergkapelle mit einer figurenreichen Darstellung des Leidens Christi. Nach einem Brand im Jahr 1963 wurden Kirche und Klosteranlage umfassend restauriert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ehemaligen Klostergebäude werden heute vorwiegend von der Pädagogischen Maturitätsschule genutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schloss Seeburg ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Schloss Seeburg liegt unmittelbar am Bodensee inmitten des gleichnamigen Parks. Der heutige historistische Bau entstand im 19. Jahrhundert an der Stelle älterer Gebäude.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Schloss wird gastronomisch und für Veranstaltungen genutzt. Mit seinen Türmen, seiner Lage am See und dem umgebenden Park gehört es zu den bekanntesten Wahrzeichen Kreuzlingens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kunstgrenze ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kunstgrenze markiert bei Klein Venedig die Landesgrenze zwischen Kreuzlingen und Konstanz. Sie besteht aus 22 roten Stahlskulpturen des Künstlers Johannes Dörflinger, die Motive des Tarot darstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Skulpturen ersetzten den früheren Grenzzaun und stehen symbolisch für die offene Verbindung der beiden Städte. Fussgänger und Velofahrer können die Grenze zwischen den Kunstwerken ohne bauliche Hindernisse überqueren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wallfahrtskirche Bernrain ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wallfahrtskirche Heiligkreuz Bernrain liegt oberhalb von Emmishofen am historischen Pilgerweg nach Konstanz. Der Legende nach geht die Wallfahrt auf eine im Mittelalter erfolgte Verletzung eines Kreuzes zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kirche wurde in mehreren Bauphasen erweitert und war besonders in der frühen Neuzeit ein bedeutender regionaler Wallfahrtsort. Von Bernrain führen Wander- und Spazierwege auf den Seerücken und in Richtung Tägerwilen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bellevue-Areal ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ehemalige Klinikgelände erinnert an die internationale Bedeutung Kreuzlingens für die Geschichte der Psychiatrie. Von den früheren Klinikbauten und Parkanlagen sind Teile erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kunstwerk «Die Couch» von Markus Brenner nimmt Bezug auf die Verbindung zwischen Ludwig Binswanger und Sigmund Freud. Bei Dunkelheit wird ein Teppichmuster auf die begehbare Betoncouch projiziert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Bellevue&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Natur und Erholung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Seeburgpark ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Seeburgpark bildet das wichtigste Naherholungsgebiet der Stadt. Er erstreckt sich auf einer Länge von rund 2,5 Kilometern vom Hafen entlang des Bodenseeufers rund um das Schloss Seeburg. Die Stadt erwarb das Gelände 1958.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Seeburgpark&amp;quot;&amp;gt;[https://www.kreuzlingen.ch/erlebnis/natur-erkunden/seeburgpark Stadt Kreuzlingen: Seeburgpark], abgerufen am 6. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Park gehören:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* alte Baumgruppen und naturnahe Uferbereiche&lt;br /&gt;
* Feuchtbiotope und Wiesen&lt;br /&gt;
* ein Tierpark mit alten Haustierrassen&lt;br /&gt;
* ein Heilkräuter- und Gewürzpflanzengarten&lt;br /&gt;
* ein Duft- und Winterblütengarten&lt;br /&gt;
* Spiel- und Sportanlagen&lt;br /&gt;
* Minigolf und Discgolf&lt;br /&gt;
* das Seemuseum&lt;br /&gt;
* das Schloss Seeburg&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anlage ist frei zugänglich und wird sowohl von der lokalen Bevölkerung als auch von Besuchern aus Konstanz und der weiteren Bodenseeregion genutzt. Seit 2016 gehört der Seeburgpark zum Netzwerk der Internationalen Bodenseegärten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Seeburgpark&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Uferwege verbinden den Park mit dem Kreuzlinger Hafen, Klein Venedig, der Kunstgrenze und der Konstanzer Seepromenade. In östlicher Richtung führt der Weg weiter nach Bottighofen und Romanshorn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Stadtökologie ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kreuzlingen fördert die Renaturierung eingedolter Bäche und die Aufwertung öffentlicher Grünräume. Abschnitte des Chogenbachs und des Schoderbachs wurden geöffnet und naturnah gestaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Biotope, alte Bäume und extensiv gepflegte Flächen bieten Lebensräume für Vögel, Amphibien, Insekten und Kleinsäuger. Gleichzeitig besteht durch die dichte Bebauung ein erheblicher Nutzungsdruck auf die verbliebenen Freiräume.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sport ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kreuzlingen verfügt über ein breites Angebot an Sportanlagen und Vereinen. Die Lage am Bodensee begünstigt Segeln, Rudern, Paddeln, Schwimmen und weitere Wassersportarten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &#039;&#039;&#039;Bodensee-Arena&#039;&#039;&#039; ist eine regional bedeutende Eis-, Sport- und Veranstaltungshalle. Sie wurde 1978 als gemeinsame Eissporthalle Kreuzlingen-Konstanz eröffnet und später mehrfach erweitert. Die Anlage wird für Eishockey, Eislauf, Training, Ausstellungen, Konzerte und weitere Grossveranstaltungen genutzt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.kreuzlingen.ch/datei-download/5344/sanierung-bodensee-arena Stadt Kreuzlingen: Sanierung Bodensee-Arena], abgerufen am 6. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den bekannten Sportvereinen gehören:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* der FC Kreuzlingen&lt;br /&gt;
* der EHC Kreuzlingen-Konstanz&lt;br /&gt;
* der Handballclub Kreuzlingen&lt;br /&gt;
* Ruder-, Segel- und Paddelvereine&lt;br /&gt;
* zahlreiche Turn-, Leichtathletik- und Kampfsportvereine&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fussballplätze befinden sich in den Sportanlagen Klein Venedig und Döbeli. Weitere wichtige Anlagen sind das Bad Egelsee, das Schwimmbad Hörnli, Turnhallen, Tennisplätze und öffentliche Bewegungsräume.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der SBW Talent-Campus Bodensee verbindet schulische Ausbildung mit der Förderung junger Leistungssportler.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beziehungen zu Konstanz ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verbindung mit Konstanz gehört zu den bestimmenden Merkmalen Kreuzlingens. Die Siedlungsgebiete beider Städte gehen unmittelbar ineinander über. Die Grenze verläuft durch Strassen, Wohngebiete, Parkanlagen und Verkehrsinfrastruktur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viele Menschen wohnen in einer Stadt und arbeiten, studieren oder kaufen in der anderen ein. Schulen, Hochschulen, Kulturinstitutionen, Verkehrsunternehmen und Verwaltungen führen gemeinsame Projekte durch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zusammenarbeit umfasst unter anderem:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* grenzüberschreitenden Bahn- und Busverkehr&lt;br /&gt;
* Fuss- und Velowege&lt;br /&gt;
* Raum- und Verkehrsplanung&lt;br /&gt;
* Kultur- und Sportveranstaltungen&lt;br /&gt;
* Hochschul- und Forschungskooperationen&lt;br /&gt;
* Umwelt- und Gewässerschutz&lt;br /&gt;
* Tourismus und Standortmarketing&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz der engen Verflechtung wirken sich unterschiedliche Rechtsordnungen, Währungen, Steuersysteme und Preisniveaus auf das Alltagsleben aus. Veränderungen des Wechselkurses zwischen Schweizer Franken und Euro beeinflussen insbesondere den Detailhandel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wappen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kreuzlinger Stadtwappen ist rot und weiss geteilt. Es zeigt ein weisses Kreuz und einen roten Bischofsstab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kreuz verweist auf den Namen des Augustinerstifts &#039;&#039;Crucelin&#039;&#039; und die dort aufbewahrte Kreuzreliquie. Der Bischofsstab erinnert an die Gründung des Klosters durch den Konstanzer Bischof und an die jahrhundertelange kirchliche Verbindung zur Bischofsstadt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Portrait&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Persönlichkeiten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Kreuzlingen verbunden sind unter anderem:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Ludwig Binswanger&#039;&#039;&#039; (1820–1880), Psychiater und Gründer der Heilanstalt Bellevue&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Robert Binswanger&#039;&#039;&#039; (1850–1910), Psychiater und Leiter des Bellevue&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Otto Binswanger&#039;&#039;&#039; (1852–1929), Psychiater und Neurologe&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Ludwig Binswanger&#039;&#039;&#039; (1881–1966), Psychiater, Begründer der Daseinsanalyse und langjähriger Leiter des Bellevue&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Peter Binswanger&#039;&#039;&#039; (1916–1997), Jurist und Fachmann für Sozialversicherungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Städtepartnerschaften ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kreuzlingen unterhält partnerschaftliche Beziehungen zu:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Cisternino]] in Apulien, Italien&lt;br /&gt;
* [[Wolfach]] im Schwarzwald, Deutschland&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Partnerschaft mit Cisternino entstand aus den Beziehungen zu italienischen Arbeitskräften, die in den 1960er- und 1970er-Jahren aus Apulien nach Kreuzlingen kamen. Die Verbindung mit Wolfach beruht auf kulturellen und gesellschaftlichen Kontakten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 2004 unterstützt der Verein Städtepartnerschaften Kreuzlingen den Austausch in den Bereichen Kultur, Gesellschaft, Sport und Wirtschaft.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.kreuzlingen.ch/stadt-und-politik/stadtportrait/partnerstaedte Stadt Kreuzlingen: Partnerstädte], abgerufen am 6. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Bezirk Kreuzlingen]]&lt;br /&gt;
* [[Bahnhof Kreuzlingen]]&lt;br /&gt;
* [[Bahnhof Kreuzlingen Hafen]]&lt;br /&gt;
* [[Bahnhof Kreuzlingen Bernrain]]&lt;br /&gt;
* [[Kloster Kreuzlingen]]&lt;br /&gt;
* [[Pädagogische Hochschule Thurgau]]&lt;br /&gt;
* Konstanz&lt;br /&gt;
* [[Bodensee]]&lt;br /&gt;
* [[Seeburgpark]]&lt;br /&gt;
* [[Liste der Gemeinden des Kantons Thurgau]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://www.kreuzlingen.ch/ Offizielle Website der Stadt Kreuzlingen]&lt;br /&gt;
* [https://statistik.tg.ch/ Amt für Daten und Statistik des Kantons Thurgau]&lt;br /&gt;
* [https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/001932/ Kreuzlingen im Historischen Lexikon der Schweiz]&lt;br /&gt;
* [https://www.museumrosenegg.ch/ Museum Rosenegg]&lt;br /&gt;
* [https://www.seemuseum.ch/ Seemuseum Kreuzlingen]&lt;br /&gt;
* [https://www.bodensee-planetarium.ch/ Bodensee Planetarium und Sternwarte]&lt;br /&gt;
* [https://map.geo.admin.ch/ Kreuzlingen im Kartenviewer des Bundes]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Kreuzlingen|Kreuzlingen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kreuzlingen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ort im Kanton Thurgau]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gemeinde im Kanton Thurgau]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schweizer Gemeinde]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Stadt (Schweiz)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ort am Bodensee]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ort an der Grenze zwischen Deutschland und der Schweiz]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hauptort eines Bezirks (Schweiz)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Nick Frei</name></author>
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		<title>Appenzellerkriege</title>
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		<updated>2026-08-25T21:52:15Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Nick Frei: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{| class=&amp;quot;wikitable float-right&amp;quot; style=&amp;quot;float:right; width:320px; margin:0 0 1em 1em;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; | Appenzellerkriege&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Zeitraum&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| 1401–1429&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Schauplätze&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| [[Appenzellerland]], [[Fürstenland]], [[St. Galler Rheintal]], [[Toggenburg]], [[Vorarlberg]], Bodenseeraum&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Ursache&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Herrschafts-, Abgaben- und Rechtskonflikte zwischen dem Land Appenzell und der [[Fürstabtei St. Gallen]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Beteiligte&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Land Appenzell, Stadt [[St. Gallen]], [[Schwyz]], Fürstabtei St. Gallen, [[Habsburg]], [[Bund ob dem See]], [[St. Jörgenschild|Ritterbund Sankt Jörgenschild]], [[Grafschaft Toggenburg]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Wichtige Ereignisse&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| [[Schlacht bei Vögelinsegg]] 1403, [[Schlacht am Stoss]] 1405, [[Schlacht bei Bregenz]] 1408, Gefecht bei der Letzi 1428&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Friedensschluss&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Frieden von Konstanz vom 26. Juli 1429&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Folgen&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| politische Eigenständigkeit Appenzells, Fortbestand gewisser Abgabenpflichten gegenüber der Fürstabtei, stärkere Annäherung an die [[Alte Eidgenossenschaft]]&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Die &#039;&#039;&#039;Appenzellerkriege&#039;&#039;&#039; waren eine Reihe politischer, rechtlicher und militärischer Konflikte, die von 1401 bis 1429 das [[Appenzellerland]], die Stadt und Fürstabtei [[St. Gallen]] sowie weite Teile der Bodenseeregion erfassten. Ausgangspunkt war der Widerstand appenzellischer Gemeinden gegen Herrschafts- und Abgabenansprüche des [[Fürstabt von St. Gallen|Fürstabts von St. Gallen]]. Im Verlauf der Auseinandersetzungen griffen unter anderem die Stadt St. Gallen, der eidgenössische Ort [[Schwyz]], das Haus [[Habsburg]], der süddeutsche Adel, die [[Grafschaft Toggenburg]] und zahlreiche Gemeinden im heutigen [[Vorarlberg]] ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Appenzeller errangen bei Vögelinsegg im Jahr 1403 und am Stoss im Jahr 1405 bedeutende militärische Siege. Danach dehnten sie ihren Einfluss vorübergehend über den [[Alpenrhein]] und bis in die Bodenseeregion aus. Die Niederlage vor Bregenz im Jahr 1408 beendete diese expansive Phase. Der Grundkonflikt mit der Fürstabtei St. Gallen dauerte jedoch bis zum Frieden von Konstanz im Jahr 1429 an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl Appenzell gewisse Abgabenpflichten gegenüber dem Kloster anerkennen musste, behauptete es sich als eigenständiges politisches Gemeinwesen. Die Appenzellerkriege waren deshalb ein entscheidender Abschnitt auf dem Weg Appenzells zur Aufnahme als vollberechtigter Ort der Alten Eidgenossenschaft im Jahr 1513.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bezeichnung und zeitliche Abgrenzung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter dem Begriff Appenzellerkriege werden mehrere miteinander verbundene Konfliktphasen zusammengefasst. Die erste Phase begann 1401 mit dem Bündnis appenzellischer Gemeinden mit der Stadt St. Gallen. Sie erreichte mit den Schlachten bei Vögelinsegg und am Stoss sowie der Bildung des Bundes ob dem See ihren Höhepunkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Niederlage bei Bregenz im Januar 1408 verloren die Appenzeller ihre ausserhalb des eigenen Landes gewonnenen Herrschaftspositionen weitgehend wieder. Der Streit um Abgaben, Gerichtsbarkeit und politische Selbstständigkeit blieb jedoch ungelöst. Die zweite Konfliktphase führte 1428 zum Gefecht bei der Letzi zwischen Herisau und Gossau und endete am 26. Juli 1429 mit dem Frieden von Konstanz.&amp;lt;ref name=&amp;quot;hls&amp;quot;&amp;gt;Peter Witschi: [https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/008874/ Appenzeller Kriege (1401–1429)], in: &#039;&#039;Historisches Lexikon der Schweiz&#039;&#039;, 14. August 2001, abgerufen am 5. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In älteren Darstellungen wurden die Ereignisse häufig als einheitlicher Befreiungskrieg eines Bauernvolkes gegen die feudale Unterdrückung beschrieben. Die neuere Forschung betrachtet sie differenzierter als regionale Herrschafts- und Verfassungskrise, in der Gemeinden, Städte, Adlige, geistliche Institutionen und eidgenössische Orte jeweils eigene politische und wirtschaftliche Interessen verfolgten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vorarlberg&amp;quot;&amp;gt;[https://presse.vorarlberg.at/land/dist/vlk-20006.html Appenzellerkriege – eine Krisenzeit der Bodenseeregion?], Landeskommunikation Vorarlberg, 3. November 2006, abgerufen am 5. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorgeschichte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Herrschaft der Fürstabtei St. Gallen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Land Appenzell stand seit dem Mittelalter in enger grund- und herrschaftsrechtlicher Beziehung zur [[Fürstabtei St. Gallen]]. Der Name Appenzell geht auf die lateinische Bezeichnung &#039;&#039;abbatis cella&#039;&#039;, «Zelle» oder «Wirtschaftshof des Abtes», zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Abtei verfügte über umfangreichen Grundbesitz, Abgabenrechte und gerichtliche Befugnisse. Ihre Besitzungen im Appenzellerland waren in Ämter gegliedert. An deren Spitze standen Ammänner, die im Namen des Abtes Verwaltungs- und Gerichtsaufgaben wahrnahmen. Gleichzeitig entwickelten sich in den örtlichen Gemeinschaften eigene politische Strukturen. Versammlungen der Landleute und die später regelmässig abgehaltene [[Landsgemeinde]] stärkten das Bewusstsein einer gemeinsamen appenzellischen Identität.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit dem 14. Jahrhundert bemühte sich die Fürstabtei um den Ausbau einer geschlossenen Territorialherrschaft. Nachdem sie 1345 auch die Reichsvogtei über Appenzell erworben hatte, vereinigte sie in zunehmendem Mass grundherrschaftliche, gerichtliche und politische Rechte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Streit um Abgaben und Rechte ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Äbte Georg von Wildenstein und [[Kuno von Stoffeln]] versuchten, verschiedene ältere, teilweise nicht mehr regelmässig erhobene Abgaben und Dienste wieder durchzusetzen. Der Widerstand richtete sich nicht nur gegen die Höhe der Belastungen, sondern auch gegen Einschränkungen bei der Vererbung und Veräusserung von Gütern, bei Eheschliessungen, beim Wegzug sowie bei der Nutzung von Wäldern, Gewässern und Jagdgebieten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnliche Spannungen bestanden in der Stadt St. Gallen. Diese war wirtschaftlich aufgestiegen und strebte nach grösserer Unabhängigkeit vom Fürstabt. Der gemeinsame Gegner führte vorübergehend zu einer Zusammenarbeit zwischen den städtischen Bürgern und den ländlichen Gemeinden Appenzells.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beginn des Aufstands ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 17. Januar 1401 schlossen die Stadt St. Gallen und die fünf appenzellischen Gemeinden Appenzell, Gais, Hundwil, Teufen und Urnäsch ein Bündnis. Weitere Gemeinden aus dem Herrschaftsgebiet der Fürstabtei unterstützten die Bewegung oder schlossen sich ihr später an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Konflikt eskalierte, als die Verbündeten die nahe dem Hauptort Appenzell gelegene [[Burg Clanx]] belagerten und zerstörten. Die Burg war ein wichtiger äbtischer Herrschaftssitz und wurde zum Symbol für die als bedrückend empfundene Verwaltung des Klosters.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die vom Abt angerufenen schwäbischen Städte erklärten das Bündnis 1402 für rechtswidrig. Die Stadt St. Gallen fügte sich dem Schiedsspruch und löste ihr Bündnis mit den Appenzellern vorerst auf. Appenzell verweigerte dagegen die Unterwerfung und suchte Unterstützung bei den eidgenössischen Orten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bündnis mit Schwyz ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfang 1403 nahm Schwyz die Appenzeller in sein Landrecht auf. Schwyz stellte erfahrene Hauptleute zur Verfügung und beeinflusste die politische und militärische Organisation des Landes. Für Schwyz eröffnete das Engagement die Möglichkeit, seinen Einfluss in der Ostschweiz auszuweiten und Verbindungen zu Gebieten östlich des Zürichsees aufzubauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verbindung mit Schwyz war für Appenzell von grosser Bedeutung. Sie brachte militärisches Wissen, politische Rückendeckung und eine erste feste Beziehung zur Alten Eidgenossenschaft. Appenzell war zu diesem Zeitpunkt jedoch noch kein eidgenössischer Ort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schlacht bei Vögelinsegg ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Schlacht bei Vögelinsegg}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 15. Mai 1403 trafen die Appenzeller und ihre schwyzerischen Verbündeten bei Vögelinsegg zwischen [[Speicher AR|Speicher]] und der Stadt St. Gallen auf ein Heer des Fürstabts. Dieses wurde durch Truppen aus der Stadt Konstanz und anderen Gebieten der Bodenseeregion unterstützt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die angreifenden Truppen mussten über einen steilen und engen Zugang gegen eine vorbereitete appenzellische Stellung vorrücken. Die Appenzeller und Schwyzer gingen zum Gegenangriff über und schlugen das äbtische Heer in die Flucht. Zahlreiche Angehörige des gegnerischen Aufgebots kamen ums Leben, darunter viele Bürger aus Konstanz.&amp;lt;ref name=&amp;quot;voegelinsegg&amp;quot;&amp;gt;Peter Witschi: [https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/008875/ Vögelinsegg, Schlacht bei], in: &#039;&#039;Historisches Lexikon der Schweiz&#039;&#039;, abgerufen am 5. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Sieg stärkte die Stellung Appenzells und erschütterte die Autorität des Fürstabts. Zugleich zeigte sich, dass die Auseinandersetzung nicht mehr allein mit rechtlichen oder wirtschaftlichen Mitteln beigelegt werden konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Eingreifen Habsburgs ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Niederlage bei Vögelinsegg suchte Abt Kuno von Stoffeln Unterstützung beim Haus Habsburg. Die österreichischen Herzöge besassen umfangreiche Herrschaftsrechte in der Ostschweiz, im Rheintal und im heutigen Vorarlberg. Eine Ausbreitung der appenzellischen Bewegung gefährdete deshalb auch ihre Interessen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Herzog [[Friedrich IV. (Tirol)|Friedrich IV. von Österreich]] und seine Verwandten bereiteten einen Angriff aus mehreren Richtungen vor. Ein Heer sollte gegen die Stadt St. Gallen vorgehen, während eine zweite Streitmacht vom Rheintal über den Stoss in das Appenzellerland eindringen sollte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Stadt St. Gallen näherte sich inzwischen erneut den Appenzellern an. Damit entstand eine breite, wenn auch politisch nicht immer stabile Verbindung gegen die Fürstabtei und die österreichische Herrschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schlacht am Stoss ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Schlacht am Stoss}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 17. Juni 1405 zog ein österreichisches Heer vom Rheintal über [[Altstätten]] gegen den Passübergang am [[Stoss AR|Stoss]] bei [[Gais AR|Gais]]. Ihm standen nach den überlieferten Angaben ungefähr 400 Appenzeller gegenüber. Die genaue Stärke der beteiligten Heere und die Zahl der Gefallenen lassen sich nicht sicher bestimmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Appenzeller liessen einen Teil der gegnerischen Truppen eine vorbereitete Sperranlage passieren und griffen sie im schwierigen, durch Regen aufgeweichten Gelände von oben an. Das österreichische Heer konnte seine zahlenmässige Überlegenheit nicht entfalten und wurde zurückgedrängt. Beim Rückzug durch den engen Durchgang erlitt es schwere Verluste.&amp;lt;ref name=&amp;quot;stoss&amp;quot;&amp;gt;Peter Witschi: [https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/008876/ Stoss, Schlacht am], in: &#039;&#039;Historisches Lexikon der Schweiz&#039;&#039;, 22. Oktober 2013, abgerufen am 5. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am selben Tag kam es nördlich der Stadt St. Gallen zum Gefecht bei Rotmonten. Auch dort wurden österreichische Truppen zurückgeschlagen. Die beiden Erfolge beseitigten die unmittelbare militärische Bedrohung Appenzells und ermöglichten den Übergang zur Offensive.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Schlacht am Stoss wurde später zum wichtigsten Erinnerungsort der appenzellischen Geschichte. Mit ihr ist die Sage von [[Uli Rotach]] verbunden, der sich allein gegen zahlreiche Gegner verteidigt und in einem brennenden Haus den Tod gefunden haben soll. Seine historische Existenz und der überlieferte Kampf sind nicht eindeutig belegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bund ob dem See ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Bund ob dem See}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Sieg am Stoss dehnten die Appenzeller und ihre Verbündeten ihren Einfluss in das St. Galler Rheintal und über den Alpenrhein aus. Im September 1405 schloss sich [[Feldkirch]] dem Bündnis an. Auch Bludenz, Rankweil, der Walgau, das Montafon und weitere Gemeinden und Herrschaftsgebiete traten ihm zeitweise bei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus diesen Bündnissen entstand der Bund ob dem See. Seine Bezeichnung bezog sich auf die aus eidgenössischer Sicht jenseits des Bodensees und Rheins gelegenen Gebiete. Der Bund war keine einheitlich organisierte staatliche Verbindung. Seine Mitglieder verband vor allem der Widerstand gegen bestehende Herrschaftsträger und der Wunsch nach grösserer kommunaler Selbstständigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Appenzell und die Stadt St. Gallen nahmen innerhalb des Bundes eine führende Stellung ein. In den Jahren 1405 bis 1407 wurden zahlreiche Burgen erobert, zerstört oder zur Übergabe gezwungen. Die appenzellischen Unternehmungen reichten in das Rheintal, nach Vorarlberg, in das Toggenburg und in Gebiete südlich des Bodensees.&amp;lt;ref name=&amp;quot;bundobdemsee&amp;quot;&amp;gt;Peter Witschi: [https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/017159/ Bund ob dem See], in: &#039;&#039;Historisches Lexikon der Schweiz&#039;&#039;, abgerufen am 5. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die rasche Ausbreitung löste bei Habsburg, den Bischöfen von Konstanz und Augsburg, den Bodenseestädten und dem süddeutschen Adel grosse Besorgnis aus. Gleichzeitig traten innerhalb des Bundes Interessengegensätze auf. Die städtischen und ländlichen Mitglieder verfolgten unterschiedliche Ziele, und die Appenzeller konnten ihre Herrschaft in den neu gewonnenen Gebieten nicht dauerhaft festigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belagerung und Niederlage bei Bregenz ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Schlacht bei Bregenz}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im September 1407 begannen Truppen des Bundes ob dem See mit der Belagerung von [[Bregenz]]. Die Stadt und die befestigten Anlagen am Gebhardsberg hielten dem Angriff jedoch stand. Die Belagerer verfügten nicht über ausreichend wirksame Geschütze, um die Stadtmauern zu durchbrechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegen den Bund ob dem See bildete sich eine breite Koalition. Eine zentrale Rolle spielte der schwäbische [[St. Jörgenschild|Ritterbund Sankt Jörgenschild]], dem sich weitere adlige und städtische Kräfte anschlossen. Am 13. Januar 1408 erreichte ein Entsatzheer unter Herzog Ulrich von Teck die belagerte Stadt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Truppen des Bundes ob dem See wurden überrascht und geschlagen. Die militärischen Verluste waren im Vergleich zu anderen mittelalterlichen Schlachten vermutlich begrenzt, doch die politische Wirkung war erheblich. Der Ruf der appenzellischen Unbesiegbarkeit war zerstört, und die Verbündeten zogen sich aus den eroberten Gebieten zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
König Ruprecht erklärte den Bund ob dem See am 4. April 1408 durch einen Schiedsspruch für aufgelöst. Die Vorarlberger Gebiete kehrten unter ihre früheren Herrschaften zurück. Damit endete die Phase der appenzellischen Expansion, nicht jedoch der grundlegende Konflikt mit der Fürstabtei St. Gallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Annäherung an die Eidgenossenschaft ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Zusammenbruch des Bundes ob dem See suchte Appenzell seine politische Stellung durch engere Beziehungen zur Alten Eidgenossenschaft abzusichern. Am 24. November 1411 schloss das Land einen unbefristeten Burg- und Landrechtsvertrag mit sieben der acht eidgenössischen Orte. [[Bern]] beteiligte sich nicht an diesem Vertrag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Appenzell wurde dadurch zu einem [[Zugewandter Ort|zugewandten Ort]], jedoch nicht zu einem gleichberechtigten Mitglied der Eidgenossenschaft. Die eidgenössischen Orte gewährten Schutz, schränkten aber zugleich die aussenpolitische Handlungsfreiheit Appenzells ein. Insbesondere durfte das Land nicht ohne Zustimmung der Verbündeten eigene Kriege beginnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Bündnis von 1411 bewahrte Appenzell vor einer vollständigen Wiederherstellung der fürstäbtischen Herrschaft. Gleichzeitig übernahmen die eidgenössischen Orte zunehmend die Rolle von Schiedsrichtern im weiterhin ungelösten Streit zwischen Appenzell und der Abtei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Streit um Abgaben und Gerichtsbarkeit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Appenzeller verweigerten weiterhin zahlreiche Abgaben an den Fürstabt. Ein eidgenössischer Schiedsspruch von 1421 bestätigte grundsätzlich bestimmte grund- und leibherrliche Rechte des Klosters, reduzierte jedoch die finanziellen Forderungen. Appenzell sollte unter anderem eine jährliche Abgabe von 100 Pfund Silber, einen Ehrschatz und eine verringerte Reichssteuer entrichten. Die niedere Gerichtsbarkeit wurde dagegen den Appenzellern zugesprochen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;hls&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Appenzell akzeptierte den Schiedsspruch nicht vollständig und leistete die verlangten Abgaben nicht. Darauf folgten rechtliche und kirchliche Sanktionen. Über das Land wurden die [[Reichsacht]], der kirchliche Bann und 1426 das [[Interdikt]] verhängt. Das Interdikt untersagte oder beschränkte die Durchführung kirchlicher Handlungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 22. November 1427 forderte der Reichstag zu Frankfurt den Schwäbischen Städtebund und den süddeutschen Adel auf, gegen Appenzell vorzugehen. Die früheren Verbündeten innerhalb der Eidgenossenschaft unterstützten die appenzellische Haltung diesmal nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gefecht bei der Letzi ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Winter 1428 führte Graf [[Friedrich VII. (Toggenburg)|Friedrich VII. von Toggenburg]] mit Unterstützung des Ritterbundes Sankt Jörgenschild einen Feldzug gegen Appenzell. Am 2. Dezember 1428 kam es zu mehreren Gefechten im Grenzgebiet zwischen [[Herisau]] und [[Gossau SG|Gossau]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die entscheidende Auseinandersetzung fand bei der Letzi von Hueb statt. Eine Letzi war eine befestigte Geländesperre, die Wege und Talzugänge sichern sollte. Die toggenburgischen Truppen überwanden die Verteidigungsstellung und fügten den Appenzellern eine Niederlage zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gefecht zeigte die politische Isolation Appenzells. Selbst Schwyz, das die Appenzeller seit 1403 unterstützt hatte, stellte sich nicht mehr uneingeschränkt hinter sie. Nach der Niederlage war Appenzell gezwungen, die eidgenössischen Schiedssprüche anzuerkennen und Verhandlungen über einen endgültigen Frieden aufzunehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Frieden von Konstanz ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 26. Juli 1429 wurde in Konstanz der Frieden zwischen Appenzell und der Fürstabtei St. Gallen geschlossen. Appenzell erkannte bestimmte Abgabenpflichten gegenüber dem Kloster an und musste eine Entschädigung von 1000 Pfund Pfennigen bezahlen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gegenzug blieb das Land als eigenständiges politisches und gerichtliches Gemeinwesen bestehen. Es durfte sein Bündnis mit den eidgenössischen Orten behalten und fiel nicht wieder unter die vollständige politische Herrschaft des Fürstabts. Die Abtei bewahrte finanzielle und grundherrschaftliche Ansprüche, konnte Appenzell aber nicht in ihre entstehende Territorialherrschaft eingliedern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Frieden war deshalb ein Kompromiss. Die Appenzeller hatten ihr ursprüngliches Ziel einer vollständigen Befreiung von sämtlichen Verpflichtungen nicht erreicht. Politisch hatten sie sich jedoch dauerhaft von der unmittelbaren Herrschaft der Fürstabtei gelöst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Chronologie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Datum&lt;br /&gt;
! Ereignis&lt;br /&gt;
! Bedeutung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 17. Januar 1401&lt;br /&gt;
| Bündnis der Stadt St. Gallen mit appenzellischen Gemeinden&lt;br /&gt;
| Beginn des offenen Widerstands gegen Fürstabt Kuno von Stoffeln&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1402&lt;br /&gt;
| Zerstörung der Burg Clanx&lt;br /&gt;
| Ausschaltung eines wichtigen äbtischen Herrschaftssitzes&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Anfang 1403&lt;br /&gt;
| Aufnahme Appenzells in das Landrecht von Schwyz&lt;br /&gt;
| Beginn der engen Verbindung mit der Alten Eidgenossenschaft&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 15. Mai 1403&lt;br /&gt;
| Schlacht bei Vögelinsegg&lt;br /&gt;
| Sieg Appenzells und Schwyz’ über das äbtische Heer&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 17. Juni 1405&lt;br /&gt;
| Schlacht am Stoss&lt;br /&gt;
| Niederlage des österreichischen Heeres&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1405&lt;br /&gt;
| Gründung des Bundes ob dem See&lt;br /&gt;
| Ausdehnung des appenzellischen Einflusses über den Rhein&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| September 1407&lt;br /&gt;
| Beginn der Belagerung von Bregenz&lt;br /&gt;
| Höhepunkt der appenzellischen Expansion&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 13. Januar 1408&lt;br /&gt;
| Niederlage bei Bregenz&lt;br /&gt;
| Zusammenbruch des Bundes ob dem See&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 4. April 1408&lt;br /&gt;
| Königlicher Schiedsspruch&lt;br /&gt;
| Formelle Auflösung des Bundes ob dem See&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 24. November 1411&lt;br /&gt;
| Burg- und Landrecht mit sieben eidgenössischen Orten&lt;br /&gt;
| Appenzell wird zugewandter Ort der Eidgenossenschaft&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1421&lt;br /&gt;
| Eidgenössischer Schiedsspruch&lt;br /&gt;
| Regelung von Abgaben und Gerichtsbarkeit&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1426&lt;br /&gt;
| Bann und Interdikt gegen Appenzell&lt;br /&gt;
| Verschärfung des rechtlichen und kirchlichen Drucks&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 2. Dezember 1428&lt;br /&gt;
| Gefecht bei der Letzi bei Hueb&lt;br /&gt;
| Niederlage Appenzells gegen Toggenburg und den Ritterbund&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 26. Juli 1429&lt;br /&gt;
| Frieden von Konstanz&lt;br /&gt;
| Ende der Appenzellerkriege&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Folgen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Politische Eigenständigkeit ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das wichtigste Ergebnis der Appenzellerkriege war die Entstehung eines eigenständigen Landes Appenzell. Die Fürstabtei behielt einzelne grundherrschaftliche und finanzielle Rechte, verlor aber die Möglichkeit, Appenzell unmittelbar als Teil ihres Territoriums zu regieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während und nach den Kriegen wurden die appenzellischen Gemeinden enger in einer gemeinsamen politischen Ordnung verbunden. Landsgemeinde, Landrat, Ammann und eigenes Gerichtswesen entwickelten sich zu dauerhaften Institutionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verhältnis zur Eidgenossenschaft ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bündnisse mit Schwyz von 1403 und mit sieben eidgenössischen Orten von 1411 leiteten die Integration Appenzells in die Alte Eidgenossenschaft ein. Zunächst besass das Land als zugewandter Ort nur eingeschränkte Rechte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Appenzell beteiligte sich später an weiteren eidgenössischen Kriegszügen, darunter am [[Alter Zürichkrieg|Alten Zürichkrieg]], am [[Schwabenkrieg]] und an den [[Italienische Kriege|Mailänderkriegen]]. Am 17. Dezember 1513 wurde Appenzell als dreizehnter und letzter vollberechtigter Ort vor der Reformation in die Eidgenossenschaft aufgenommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Veränderungen in der Ostschweiz ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Appenzellerkriege schwächten die Stellung der Fürstabtei St. Gallen und Habsburgs in Teilen der Ostschweiz. Zugleich beschleunigten sie die politische Neuordnung des Rheintals, des Toggenburgs und der Gebiete südlich des Bodensees.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Stadt St. Gallen erlangte ebenfalls eine grössere Selbstständigkeit gegenüber dem Kloster. Stadt und Fürstabtei blieben jedoch zwei getrennte Herrschaftsgebilde, deren Beziehungen auch in den folgenden Jahrhunderten von politischen und wirtschaftlichen Spannungen geprägt waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kurzfristige Expansion Appenzells nach Vorarlberg hinterliess dagegen keine dauerhaften territorialen Ergebnisse. Nach der Niederlage bei Bregenz kehrten die meisten Mitglieder des Bundes ob dem See unter ihre früheren weltlichen oder geistlichen Herrschaften zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Historische Bewertung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ältere schweizerische Geschichtsschreibung stellte die Appenzellerkriege häufig als Freiheitskampf einfacher Bergbauern gegen einen unterdrückerischen Fürstabt und den habsburgischen Adel dar. Die Siege bei Vögelinsegg und am Stoss wurden dabei mit den eidgenössischen Gründungserzählungen und den Schlachten am Morgarten und bei Sempach verbunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Bild prägte Denkmäler, Schulbücher, Festspiele und historische Gemälde. Es betonte Mut, Wehrhaftigkeit und Freiheitswillen der Appenzeller, liess die unterschiedlichen Interessen der beteiligten Städte, Gemeinden und Adligen jedoch weitgehend ausser Acht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die neuere Forschung versteht die Appenzellerkriege als komplexe Krise der spätmittelalterlichen Herrschaftsordnung im Bodenseeraum. Neben sozialen und wirtschaftlichen Spannungen spielten kommunale Selbstverwaltung, lokale Gerichtsbarkeit, Bündnispolitik, Handelsinteressen und der Konkurrenzkampf regionaler Mächte eine wichtige Rolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die appenzellische Expansion nach 1405 wird nicht ausschliesslich als Befreiungsbewegung bewertet. In den eroberten Gebieten traten die Appenzeller teilweise selbst als neue Herrschaftsträger auf, erhoben Abgaben und setzten ihre politischen Interessen mit militärischer Gewalt durch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Erinnerungskultur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Schlacht am Stoss besitzt bis heute eine besondere Bedeutung für die historische Identität Appenzells. Eine Wallfahrt von Appenzell zur Schlachtkapelle am Stoss erinnert jährlich an den Sieg von 1405 und an die Gefallenen. Während der Prozession wird der sogenannte Fahrtbrief verlesen, der die Ereignisse in einer traditionellen Form schildert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;wallfahrt&amp;quot;&amp;gt;[https://www.appenzell.ch/de/kultur-und-braeuche/braeuche-und-traditionen/stosswallfahrt.html Stosswallfahrt], Appenzellerland Tourismus, abgerufen am 5. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An den Schlachtorten bei Vögelinsegg und am Stoss befinden sich Denkmäler und Erinnerungsstätten. Historische Darstellungen zeigen häufig bewaffnete Appenzeller, die sich in schwierigem Gelände gegen zahlenmässig überlegene Heere behaupten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Überlieferungen über Uli Rotach und über die Beteiligung appenzellischer Frauen an der Schlacht am Stoss gehören zum regionalen Sagenschatz. Sie sind für die Erinnerungskultur von grosser Bedeutung, können jedoch nicht ohne Weiteres als gesicherte historische Tatsachen betrachtet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Geschichte Appenzells]]&lt;br /&gt;
* [[Fürstabtei St. Gallen]]&lt;br /&gt;
* [[Schlacht bei Vögelinsegg]]&lt;br /&gt;
* [[Schlacht am Stoss]]&lt;br /&gt;
* [[Schlacht bei Bregenz]]&lt;br /&gt;
* [[Bund ob dem See]]&lt;br /&gt;
* [[St. Jörgenschild]]&lt;br /&gt;
* [[Alte Eidgenossenschaft]]&lt;br /&gt;
* [[Kanton Appenzell Ausserrhoden]]&lt;br /&gt;
* [[Kanton Appenzell Innerrhoden]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Walter Ehrenzeller: &#039;&#039;St. Gallische Geschichte im Spätmittelalter und in der Reformationszeit.&#039;&#039; Band 1, St. Gallen 1931.&lt;br /&gt;
* Peter Niederhäuser, Alois Niederstätter (Hrsg.): &#039;&#039;Die Appenzellerkriege – eine Krisenzeit am Bodensee?&#039;&#039; Universitätsverlag Konstanz, Konstanz 2006, ISBN 978-3-89669-610-6.&lt;br /&gt;
* Traugott Schiess (Hrsg.): &#039;&#039;Reimchronik des Appenzellerkrieges (1400–1404).&#039;&#039; In: &#039;&#039;Mitteilungen zur vaterländischen Geschichte.&#039;&#039; Band 35, St. Gallen 1919.&lt;br /&gt;
* Rainald Fischer, Walter Schläpfer, Franz Stark: &#039;&#039;Appenzeller Geschichte.&#039;&#039; Appenzell und Herisau 1964–1993.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/008874/ Appenzeller Kriege im Historischen Lexikon der Schweiz]&lt;br /&gt;
* [https://www.ai.ch/land-und-leute/geschichte/1401-bis-1429-die-appenzeller-fuehre-krieg Die Appenzeller führen Krieg – Kanton Appenzell Innerrhoden]&lt;br /&gt;
* [https://www.appenzell.ch/de/kultur-und-braeuche/braeuche-und-traditionen/stosswallfahrt.html Informationen zur Stosswallfahrt]&lt;br /&gt;
* [https://presse.vorarlberg.at/land/dist/vlk-20006.html Appenzellerkriege und Bodenseeregion – Land Vorarlberg]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Appenzellerkriege| ]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Krieg in der Schweizer Geschichte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte des Kantons Appenzell Ausserrhoden]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte des Kantons Appenzell Innerrhoden]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte des Kantons St. Gallen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte Vorarlbergs]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Konflikt (15. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Fürstabtei St. Gallen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Alte Eidgenossenschaft]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Nick Frei</name></author>
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		<id>https://helvetia.wiki/de/index.php?title=Liste_der_Bahnh%C3%B6fe_im_Kanton_Thurgau&amp;diff=2952</id>
		<title>Liste der Bahnhöfe im Kanton Thurgau</title>
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		<updated>2026-08-25T21:51:57Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Nick Frei: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{| class=&amp;quot;wikitable float-right&amp;quot; style=&amp;quot;float:right; width:320px; margin:0 0 1em 1em;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:center; font-size:120%;&amp;quot; | Bahnhöfe im Kanton Thurgau&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Gebiet&lt;br /&gt;
| [[Kanton Thurgau]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Erfasste Personenverkehrsstellen&lt;br /&gt;
| 76&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Spurweiten&lt;br /&gt;
| 1&#039;435 mm und 1&#039;000 mm&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Wichtigste Knoten&lt;br /&gt;
| [[Bahnhof Frauenfeld|Frauenfeld]], [[Bahnhof Weinfelden|Weinfelden]], [[Bahnhof Romanshorn|Romanshorn]], [[Bahnhof Kreuzlingen|Kreuzlingen]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Bahnunternehmen&lt;br /&gt;
| [[Schweizerische Bundesbahnen|SBB]], [[Thurbo]], [[Appenzeller Bahnen]], [[Schweizerische Südostbahn|SOB]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Tarifverbund&lt;br /&gt;
| [[Tarifverbund Ostwind|OSTWIND]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Stand&lt;br /&gt;
| Fahrplanjahr 2026&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Die &#039;&#039;&#039;Liste der Bahnhöfe im Kanton Thurgau&#039;&#039;&#039; enthält die im Fahrplanjahr 2026 regelmässig durch den Personenverkehr bedienten Bahnhöfe und Eisenbahnhaltestellen, deren Standort sich auf dem Gebiet des [[Kanton Thurgau|Kantons Thurgau]] befindet. Sie umfasst sowohl die normalspurigen Stationen des schweizerischen Eisenbahnnetzes als auch die meterspurigen Haltestellen der [[Frauenfeld-Wil-Bahn]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dieser Abgrenzung verfügt der Kanton über 76 Personenverkehrsstellen. Der Ausdruck «Bahnhof» wird im Titel als Sammelbezeichnung verwendet. Ein Teil der aufgeführten Anlagen ist betrieblich lediglich eine Haltestelle ohne Weichen, Kreuzungs- oder Abstellgleise.&amp;lt;ref name=&amp;quot;netz2026&amp;quot;&amp;gt;[https://www.ostwind.ch/assets/resources/Dateien/Download/zonenplaene/2026/sbb-bahn-ostschweiz-2026.pdf Liniennetzplan «Zürcher S-Bahn, S-Bahn St. Gallen, S-Bahn Schaffhausen und S-Bahn Bodensee»], SBB und Tarifverbund OSTWIND, gültig ab 14. Dezember 2025, abgerufen am 4. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Abgrenzung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgenommen sind alle räumlich im Kanton Thurgau gelegenen Eisenbahnstationen, an denen gemäss dem veröffentlichten Fahrplan 2026 regelmässig Personenzüge halten. Massgebend sind die offiziellen Stationsbezeichnungen des [[Bundesamt für Verkehr|Bundesamts für Verkehr]] und die aktuellen Liniennetz- und Fahrplanunterlagen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;bavverzeichnis&amp;quot;&amp;gt;[https://www.bav.admin.ch/de/oeffentliche-verzeichnisse Öffentlich zugängliche Verzeichnisse: Stationsnamen und Haltestellen], Bundesamt für Verkehr, abgerufen am 4. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht berücksichtigt werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* reine Betriebsstellen ohne fahrplanmässigen Personenhalt;&lt;br /&gt;
* Anschluss-, Industrie- und Gütergleisanlagen;&lt;br /&gt;
* aufgehobene Bahnhöfe und frühere Haltestellen;&lt;br /&gt;
* ausschliesslich durch Museums- oder Sonderzüge bediente Anlagen;&lt;br /&gt;
* Bus-, Schiff- und Seilbahnhaltestellen;&lt;br /&gt;
* Stationen ausserhalb der Kantonsgrenze, auch wenn sie von einer durch den Thurgau führenden Linie bedient werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Geodatenmodell des Bundes unterscheidet zwischen Haltestellen des veröffentlichten Personenfahrplans und sogenannten reinen Betriebspunkten. Letztere besitzen eine betriebliche oder infrastrukturelle Funktion, müssen aber nicht für Reisende zugänglich sein.&amp;lt;ref name=&amp;quot;bavgeo&amp;quot;&amp;gt;[https://www.bav.admin.ch/de/haltestellen-des-oeffentlichen-verkehrs-geoiv-id-982 Haltestellen des öffentlichen Verkehrs, GeoIV-ID 98.2], Bundesamt für Verkehr, abgerufen am 4. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bahnhof Frauenfeld wird nur einmal gezählt, obwohl er sowohl normalspurige Gleise als auch den Ausgangspunkt der meterspurigen Frauenfeld-Wil-Bahn umfasst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bahnnetz im Kanton ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das normalspurige Bahnnetz bildet den grössten Teil des Schienenverkehrs im Thurgau. Seine zentrale Achse ist die Strecke von Winterthur über Frauenfeld und Weinfelden nach Romanshorn. Weitere bedeutende Verbindungen führen von Winterthur nach Wil, von Wil nach Weinfelden, von Weinfelden nach Kreuzlingen und Konstanz sowie entlang des Bodensees und Untersees.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die sogenannte [[Seelinie (Bahnstrecke)|Seelinie]] verbindet Schaffhausen über Diessenhofen, Stein am Rhein, Steckborn und Kreuzlingen mit Romanshorn. Östlich von Romanshorn setzt sich die Bahnverbindung über Arbon und Horn nach Rorschach fort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Strecken erschliessen das Murgtal zwischen Wil und Weinfelden, den Raum Bischofszell zwischen Sulgen und Gossau sowie die Gemeinden an der Verbindung von Romanshorn nach St. Gallen. Etzwilen ist mit der Strecke über das Zürcher Weinland auch an Winterthur angebunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die meterspurige Frauenfeld-Wil-Bahn führt von Frauenfeld über Matzingen, Wängi und Münchwilen nach Wil. Sie wird als Linie S15 geführt und gehört seit der Fusion von 2021 zu den [[Appenzeller Bahnen]]. Die Bahn besitzt eine Spurweite von 1&#039;000 Millimetern.&amp;lt;ref name=&amp;quot;abgeschichte&amp;quot;&amp;gt;[https://appenzellerbahnen.ch/de/unternehmen/auftrag/geschichte/geschichte.html Geschichte der einzelnen Linien], Appenzeller Bahnen, abgerufen am 4. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;abfahrplan&amp;quot;&amp;gt;[https://appenzellerbahnen.ch/de/reiseinformationen/fahrplan.html Fahrplan der Appenzeller Bahnen], abgerufen am 4. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Regionalverkehr auf den normalspurigen Strecken wird zu einem grossen Teil von [[Thurbo]] erbracht. Hinzu kommen Züge der SBB und weitere regionale und überregionale Angebote. Die Bahnlinien sind in die Netze der [[S-Bahn St. Gallen]], der [[S-Bahn Zürich]], der [[S-Bahn Schaffhausen]] und der grenzüberschreitenden S-Bahn Bodensee eingebunden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;thurbo&amp;quot;&amp;gt;[https://www.thurbo.ch/ueber-thurbo/geschichte/ Unsere Geschichte], Thurbo, abgerufen am 4. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Liste ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Tabelle ist alphabetisch nach dem offiziellen Stationsnamen geordnet. In der Spalte «Bahnstrecke oder Korridor» werden gebräuchliche Streckenbezeichnungen verwendet. Bei Knotenbahnhöfen können mehrere Strecken aufgeführt sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable sortable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Bahnhof oder Haltestelle&lt;br /&gt;
! Politische Gemeinde&lt;br /&gt;
! Bahnstrecke oder Korridor&lt;br /&gt;
! Spurweite&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bahnhof Aadorf|Aadorf]]&lt;br /&gt;
| [[Aadorf]]&lt;br /&gt;
| [[Bahnstrecke St. Gallen–Winterthur|Winterthur–Wil]]&lt;br /&gt;
| 1&#039;435 mm&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bahnhof Altnau|Altnau]]&lt;br /&gt;
| [[Altnau]]&lt;br /&gt;
| [[Seelinie (Bahnstrecke)|Seelinie]]&lt;br /&gt;
| 1&#039;435 mm&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bahnhof Amriswil|Amriswil]]&lt;br /&gt;
| [[Amriswil]]&lt;br /&gt;
| [[Thurtallinie|Winterthur–Romanshorn]]&lt;br /&gt;
| 1&#039;435 mm&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bahnhof Arbon|Arbon]]&lt;br /&gt;
| [[Arbon]]&lt;br /&gt;
| [[Bahnstrecke Rorschach–Romanshorn|Romanshorn–Rorschach]]&lt;br /&gt;
| 1&#039;435 mm&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bahnhof Arbon Seemoosriet|Arbon Seemoosriet]]&lt;br /&gt;
| [[Arbon]]&lt;br /&gt;
| [[Bahnstrecke Rorschach–Romanshorn|Romanshorn–Rorschach]]&lt;br /&gt;
| 1&#039;435 mm&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bahnhof Berg TG|Berg]]&lt;br /&gt;
| [[Berg TG]]&lt;br /&gt;
| [[Bahnstrecke Weinfelden–Konstanz|Weinfelden–Konstanz]]&lt;br /&gt;
| 1&#039;435 mm&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bahnhof Berlingen|Berlingen]]&lt;br /&gt;
| [[Berlingen]]&lt;br /&gt;
| [[Seelinie (Bahnstrecke)|Seelinie]]&lt;br /&gt;
| 1&#039;435 mm&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bahnhof Bettwiesen|Bettwiesen]]&lt;br /&gt;
| [[Bettwiesen]]&lt;br /&gt;
| [[Bahnstrecke Wil–Weinfelden|Wil–Weinfelden]]&lt;br /&gt;
| 1&#039;435 mm&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bahnhof Bischofszell Nord|Bischofszell Nord]]&lt;br /&gt;
| [[Bischofszell]]&lt;br /&gt;
| [[Bischofszellerbahn|Sulgen–Gossau]]&lt;br /&gt;
| 1&#039;435 mm&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bahnhof Bischofszell Stadt|Bischofszell Stadt]]&lt;br /&gt;
| [[Bischofszell]]&lt;br /&gt;
| [[Bischofszellerbahn|Sulgen–Gossau]]&lt;br /&gt;
| 1&#039;435 mm&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bahnhof Bottighofen|Bottighofen]]&lt;br /&gt;
| [[Bottighofen]]&lt;br /&gt;
| [[Seelinie (Bahnstrecke)|Seelinie]]&lt;br /&gt;
| 1&#039;435 mm&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bahnhof Bürglen TG|Bürglen]]&lt;br /&gt;
| [[Bürglen TG]]&lt;br /&gt;
| [[Thurtallinie|Winterthur–Romanshorn]]&lt;br /&gt;
| 1&#039;435 mm&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bahnhof Bussnang|Bussnang]]&lt;br /&gt;
| [[Bussnang]]&lt;br /&gt;
| [[Bahnstrecke Wil–Weinfelden|Wil–Weinfelden]]&lt;br /&gt;
| 1&#039;435 mm&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bahnhof Diessenhofen|Diessenhofen]]&lt;br /&gt;
| [[Diessenhofen]]&lt;br /&gt;
| [[Seelinie (Bahnstrecke)|Seelinie]]&lt;br /&gt;
| 1&#039;435 mm&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bahnhof Egnach|Egnach]]&lt;br /&gt;
| [[Egnach]]&lt;br /&gt;
| [[Bahnstrecke Rorschach–Romanshorn|Romanshorn–Rorschach]]&lt;br /&gt;
| 1&#039;435 mm&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bahnhof Erlen|Erlen]]&lt;br /&gt;
| [[Erlen]]&lt;br /&gt;
| [[Thurtallinie|Winterthur–Romanshorn]]&lt;br /&gt;
| 1&#039;435 mm&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bahnhof Ermatingen|Ermatingen]]&lt;br /&gt;
| [[Ermatingen]]&lt;br /&gt;
| [[Seelinie (Bahnstrecke)|Seelinie]]&lt;br /&gt;
| 1&#039;435 mm&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bahnhof Eschenz|Eschenz]]&lt;br /&gt;
| [[Eschenz]]&lt;br /&gt;
| [[Seelinie (Bahnstrecke)|Seelinie]]&lt;br /&gt;
| 1&#039;435 mm&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bahnhof Eschlikon|Eschlikon TG]]&lt;br /&gt;
| [[Eschlikon]]&lt;br /&gt;
| [[Bahnstrecke St. Gallen–Winterthur|Winterthur–Wil]]&lt;br /&gt;
| 1&#039;435 mm&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bahnhof Etzwilen|Etzwilen]]&lt;br /&gt;
| [[Wagenhausen]]&lt;br /&gt;
| [[Seelinie (Bahnstrecke)|Seelinie]]&amp;lt;br /&amp;gt;[[Bahnstrecke Winterthur–Etzwilen|Winterthur–Etzwilen]]&lt;br /&gt;
| 1&#039;435 mm&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bahnhof Felben-Wellhausen|Felben-Wellhausen]]&lt;br /&gt;
| [[Felben-Wellhausen]]&lt;br /&gt;
| [[Thurtallinie|Winterthur–Romanshorn]]&lt;br /&gt;
| 1&#039;435 mm&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bahnhof Frauenfeld|Frauenfeld]]&lt;br /&gt;
| [[Frauenfeld]]&lt;br /&gt;
| [[Thurtallinie|Winterthur–Romanshorn]]&amp;lt;br /&amp;gt;[[Frauenfeld-Wil-Bahn]]&lt;br /&gt;
| 1&#039;435 mm&amp;lt;br /&amp;gt;1&#039;000 mm&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bahnhof Frauenfeld Marktplatz|Frauenfeld Marktplatz]]&lt;br /&gt;
| [[Frauenfeld]]&lt;br /&gt;
| [[Frauenfeld-Wil-Bahn]]&lt;br /&gt;
| 1&#039;000 mm&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bahnhof Guntershausen|Guntershausen]]&lt;br /&gt;
| [[Aadorf]]&lt;br /&gt;
| [[Bahnstrecke St. Gallen–Winterthur|Winterthur–Wil]]&lt;br /&gt;
| 1&#039;435 mm&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bahnhof Güttingen|Güttingen]]&lt;br /&gt;
| [[Güttingen]]&lt;br /&gt;
| [[Seelinie (Bahnstrecke)|Seelinie]]&lt;br /&gt;
| 1&#039;435 mm&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bahnhof Häggenschwil-Winden|Häggenschwil-Winden]]&lt;br /&gt;
| [[Egnach]]&lt;br /&gt;
| [[Bahnstrecke Romanshorn–St. Gallen|Romanshorn–St. Gallen]]&lt;br /&gt;
| 1&#039;435 mm&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bahnhof Hauptwil|Hauptwil]]&lt;br /&gt;
| [[Hauptwil-Gottshaus]]&lt;br /&gt;
| [[Bischofszellerbahn|Sulgen–Gossau]]&lt;br /&gt;
| 1&#039;435 mm&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bahnhof Horn|Horn]]&lt;br /&gt;
| [[Horn TG|Horn]]&lt;br /&gt;
| [[Bahnstrecke Rorschach–Romanshorn|Romanshorn–Rorschach]]&lt;br /&gt;
| 1&#039;435 mm&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bahnhof Hüttlingen-Mettendorf|Hüttlingen-Mettendorf]]&lt;br /&gt;
| [[Hüttlingen TG|Hüttlingen]]&lt;br /&gt;
| [[Thurtallinie|Winterthur–Romanshorn]]&lt;br /&gt;
| 1&#039;435 mm&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bahnhof Islikon|Islikon]]&lt;br /&gt;
| [[Gachnang]]&lt;br /&gt;
| [[Thurtallinie|Winterthur–Romanshorn]]&lt;br /&gt;
| 1&#039;435 mm&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bahnhof Jakobstal|Jakobstal]]&lt;br /&gt;
| [[Wängi]]&lt;br /&gt;
| [[Frauenfeld-Wil-Bahn]]&lt;br /&gt;
| 1&#039;000 mm&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bahnhof Kehlhof|Kehlhof]]&lt;br /&gt;
| [[Berg TG]]&lt;br /&gt;
| [[Bahnstrecke Weinfelden–Konstanz|Weinfelden–Konstanz]]&lt;br /&gt;
| 1&#039;435 mm&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bahnhof Kesswil|Kesswil]]&lt;br /&gt;
| [[Kesswil]]&lt;br /&gt;
| [[Seelinie (Bahnstrecke)|Seelinie]]&lt;br /&gt;
| 1&#039;435 mm&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bahnhof Kradolf|Kradolf]]&lt;br /&gt;
| [[Kradolf-Schönenberg]]&lt;br /&gt;
| [[Bischofszellerbahn|Sulgen–Gossau]]&lt;br /&gt;
| 1&#039;435 mm&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bahnhof Kreuzlingen|Kreuzlingen]]&lt;br /&gt;
| [[Kreuzlingen]]&lt;br /&gt;
| [[Seelinie (Bahnstrecke)|Seelinie]]&amp;lt;br /&amp;gt;[[Bahnstrecke Weinfelden–Konstanz|Weinfelden–Konstanz]]&lt;br /&gt;
| 1&#039;435 mm&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bahnhof Kreuzlingen Bernrain|Kreuzlingen Bernrain]]&lt;br /&gt;
| [[Kreuzlingen]]&lt;br /&gt;
| [[Bahnstrecke Weinfelden–Konstanz|Weinfelden–Konstanz]]&lt;br /&gt;
| 1&#039;435 mm&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bahnhof Kreuzlingen Hafen|Kreuzlingen Hafen]]&lt;br /&gt;
| [[Kreuzlingen]]&lt;br /&gt;
| [[Seelinie (Bahnstrecke)|Seelinie]]&lt;br /&gt;
| 1&#039;435 mm&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bahnhof Kreuzlingen Kurzrickenbach Seepark|Kreuzlingen Kurzrickenbach Seepark]]&lt;br /&gt;
| [[Kreuzlingen]]&lt;br /&gt;
| [[Seelinie (Bahnstrecke)|Seelinie]]&lt;br /&gt;
| 1&#039;435 mm&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bahnhof Landschlacht|Landschlacht]]&lt;br /&gt;
| [[Münsterlingen]]&lt;br /&gt;
| [[Seelinie (Bahnstrecke)|Seelinie]]&lt;br /&gt;
| 1&#039;435 mm&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bahnhof Lengwil|Lengwil]]&lt;br /&gt;
| [[Lengwil]]&lt;br /&gt;
| [[Bahnstrecke Weinfelden–Konstanz|Weinfelden–Konstanz]]&lt;br /&gt;
| 1&#039;435 mm&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bahnhof Lüdem|Lüdem]]&lt;br /&gt;
| [[Frauenfeld]]&lt;br /&gt;
| [[Frauenfeld-Wil-Bahn]]&lt;br /&gt;
| 1&#039;000 mm&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bahnhof Mammern|Mammern]]&lt;br /&gt;
| [[Mammern]]&lt;br /&gt;
| [[Seelinie (Bahnstrecke)|Seelinie]]&lt;br /&gt;
| 1&#039;435 mm&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bahnhof Mannenbach-Salenstein|Mannenbach-Salenstein]]&lt;br /&gt;
| [[Salenstein]]&lt;br /&gt;
| [[Seelinie (Bahnstrecke)|Seelinie]]&lt;br /&gt;
| 1&#039;435 mm&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bahnhof Märstetten|Märstetten]]&lt;br /&gt;
| [[Märstetten]]&lt;br /&gt;
| [[Thurtallinie|Winterthur–Romanshorn]]&lt;br /&gt;
| 1&#039;435 mm&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bahnhof Märwil|Märwil]]&lt;br /&gt;
| [[Affeltrangen]]&lt;br /&gt;
| [[Bahnstrecke Wil–Weinfelden|Wil–Weinfelden]]&lt;br /&gt;
| 1&#039;435 mm&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bahnhof Matzingen|Matzingen]]&lt;br /&gt;
| [[Matzingen]]&lt;br /&gt;
| [[Frauenfeld-Wil-Bahn]]&lt;br /&gt;
| 1&#039;000 mm&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bahnhof Müllheim-Wigoltingen|Müllheim-Wigoltingen]]&lt;br /&gt;
| [[Wigoltingen]]&lt;br /&gt;
| [[Thurtallinie|Winterthur–Romanshorn]]&lt;br /&gt;
| 1&#039;435 mm&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bahnhof Münchwilen Pflegeheim|Münchwilen Pflegeheim]]&lt;br /&gt;
| [[Münchwilen TG]]&lt;br /&gt;
| [[Frauenfeld-Wil-Bahn]]&lt;br /&gt;
| 1&#039;000 mm&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bahnhof Münchwilen TG|Münchwilen TG]]&lt;br /&gt;
| [[Münchwilen TG]]&lt;br /&gt;
| [[Frauenfeld-Wil-Bahn]]&lt;br /&gt;
| 1&#039;000 mm&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bahnhof Münsterlingen-Scherzingen|Münsterlingen-Scherzingen]]&lt;br /&gt;
| [[Münsterlingen]]&lt;br /&gt;
| [[Seelinie (Bahnstrecke)|Seelinie]]&lt;br /&gt;
| 1&#039;435 mm&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bahnhof Münsterlingen Spital|Münsterlingen Spital]]&lt;br /&gt;
| [[Münsterlingen]]&lt;br /&gt;
| [[Seelinie (Bahnstrecke)|Seelinie]]&lt;br /&gt;
| 1&#039;435 mm&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bahnhof Neukirch-Egnach|Neukirch-Egnach]]&lt;br /&gt;
| [[Egnach]]&lt;br /&gt;
| [[Bahnstrecke Romanshorn–St. Gallen|Romanshorn–St. Gallen]]&lt;br /&gt;
| 1&#039;435 mm&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bahnhof Oberaach|Oberaach]]&lt;br /&gt;
| [[Amriswil]]&lt;br /&gt;
| [[Thurtallinie|Winterthur–Romanshorn]]&lt;br /&gt;
| 1&#039;435 mm&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bahnhof Oppikon|Oppikon]]&lt;br /&gt;
| [[Bussnang]]&lt;br /&gt;
| [[Bahnstrecke Wil–Weinfelden|Wil–Weinfelden]]&lt;br /&gt;
| 1&#039;435 mm&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bahnhof Roggwil-Berg|Roggwil-Berg]]&lt;br /&gt;
| [[Roggwil TG]]&lt;br /&gt;
| [[Bahnstrecke Romanshorn–St. Gallen|Romanshorn–St. Gallen]]&lt;br /&gt;
| 1&#039;435 mm&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bahnhof Romanshorn|Romanshorn]]&lt;br /&gt;
| [[Romanshorn]]&lt;br /&gt;
| [[Thurtallinie|Winterthur–Romanshorn]]&amp;lt;br /&amp;gt;[[Seelinie (Bahnstrecke)|Seelinie]]&amp;lt;br /&amp;gt;[[Bahnstrecke Romanshorn–St. Gallen|Romanshorn–St. Gallen]]&amp;lt;br /&amp;gt;[[Bahnstrecke Rorschach–Romanshorn|Romanshorn–Rorschach]]&lt;br /&gt;
| 1&#039;435 mm&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bahnhof Rosental|Rosental]]&lt;br /&gt;
| [[Wängi]]&lt;br /&gt;
| [[Frauenfeld-Wil-Bahn]]&lt;br /&gt;
| 1&#039;000 mm&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bahnhof Schlatt TG|Schlatt TG]]&lt;br /&gt;
| [[Schlatt TG]]&lt;br /&gt;
| [[Seelinie (Bahnstrecke)|Seelinie]]&lt;br /&gt;
| 1&#039;435 mm&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bahnhof Schlattingen|Schlattingen]]&lt;br /&gt;
| [[Basadingen-Schlattingen]]&lt;br /&gt;
| [[Seelinie (Bahnstrecke)|Seelinie]]&amp;lt;br /&amp;gt;[[Bahnstrecke Winterthur–Etzwilen|Winterthur–Etzwilen]]&lt;br /&gt;
| 1&#039;435 mm&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bahnhof Siegershausen|Siegershausen]]&lt;br /&gt;
| [[Kemmental]]&lt;br /&gt;
| [[Bahnstrecke Weinfelden–Konstanz|Weinfelden–Konstanz]]&lt;br /&gt;
| 1&#039;435 mm&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bahnhof Sirnach|Sirnach]]&lt;br /&gt;
| [[Sirnach]]&lt;br /&gt;
| [[Bahnstrecke St. Gallen–Winterthur|Winterthur–Wil]]&lt;br /&gt;
| 1&#039;435 mm&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bahnhof Sitterdorf|Sitterdorf]]&lt;br /&gt;
| [[Zihlschlacht-Sitterdorf]]&lt;br /&gt;
| [[Bischofszellerbahn|Sulgen–Gossau]]&lt;br /&gt;
| 1&#039;435 mm&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bahnhof St. Katharinental|St. Katharinental]]&lt;br /&gt;
| [[Diessenhofen]]&lt;br /&gt;
| [[Seelinie (Bahnstrecke)|Seelinie]]&lt;br /&gt;
| 1&#039;435 mm&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bahnhof Steckborn|Steckborn]]&lt;br /&gt;
| [[Steckborn]]&lt;br /&gt;
| [[Seelinie (Bahnstrecke)|Seelinie]]&lt;br /&gt;
| 1&#039;435 mm&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bahnhof Steinebrunn|Steinebrunn]]&lt;br /&gt;
| [[Egnach]]&lt;br /&gt;
| [[Bahnstrecke Romanshorn–St. Gallen|Romanshorn–St. Gallen]]&lt;br /&gt;
| 1&#039;435 mm&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bahnhof Sulgen|Sulgen]]&lt;br /&gt;
| [[Sulgen]]&lt;br /&gt;
| [[Thurtallinie|Winterthur–Romanshorn]]&amp;lt;br /&amp;gt;[[Bischofszellerbahn|Sulgen–Gossau]]&lt;br /&gt;
| 1&#039;435 mm&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bahnhof Tägerwilen Dorf|Tägerwilen Dorf]]&lt;br /&gt;
| [[Tägerwilen]]&lt;br /&gt;
| [[Bahnstrecke Weinfelden–Konstanz|Weinfelden–Konstanz]]&lt;br /&gt;
| 1&#039;435 mm&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bahnhof Tägerwilen-Gottlieben|Tägerwilen-Gottlieben]]&lt;br /&gt;
| [[Tägerwilen]]&lt;br /&gt;
| [[Seelinie (Bahnstrecke)|Seelinie]]&lt;br /&gt;
| 1&#039;435 mm&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bahnhof Tägerschen|Tägerschen]]&lt;br /&gt;
| [[Tobel-Tägerschen]]&lt;br /&gt;
| [[Bahnstrecke Wil–Weinfelden|Wil–Weinfelden]]&lt;br /&gt;
| 1&#039;435 mm&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bahnhof Tobel-Affeltrangen|Tobel-Affeltrangen]]&lt;br /&gt;
| [[Tobel-Tägerschen]]&lt;br /&gt;
| [[Bahnstrecke Wil–Weinfelden|Wil–Weinfelden]]&lt;br /&gt;
| 1&#039;435 mm&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bahnhof Triboltingen|Triboltingen]]&lt;br /&gt;
| [[Ermatingen]]&lt;br /&gt;
| [[Seelinie (Bahnstrecke)|Seelinie]]&lt;br /&gt;
| 1&#039;435 mm&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bahnhof Uttwil|Uttwil]]&lt;br /&gt;
| [[Uttwil]]&lt;br /&gt;
| [[Seelinie (Bahnstrecke)|Seelinie]]&lt;br /&gt;
| 1&#039;435 mm&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bahnhof Wängi|Wängi]]&lt;br /&gt;
| [[Wängi]]&lt;br /&gt;
| [[Frauenfeld-Wil-Bahn]]&lt;br /&gt;
| 1&#039;000 mm&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bahnhof Weberei Matzingen|Weberei Matzingen]]&lt;br /&gt;
| [[Matzingen]]&lt;br /&gt;
| [[Frauenfeld-Wil-Bahn]]&lt;br /&gt;
| 1&#039;000 mm&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bahnhof Weinfelden|Weinfelden]]&lt;br /&gt;
| [[Weinfelden]]&lt;br /&gt;
| [[Thurtallinie|Winterthur–Romanshorn]]&amp;lt;br /&amp;gt;[[Bahnstrecke Wil–Weinfelden|Wil–Weinfelden]]&amp;lt;br /&amp;gt;[[Bahnstrecke Weinfelden–Konstanz|Weinfelden–Konstanz]]&lt;br /&gt;
| 1&#039;435 mm&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bahnhof Wiesengrund|Wiesengrund]]&lt;br /&gt;
| [[Wängi]]&lt;br /&gt;
| [[Frauenfeld-Wil-Bahn]]&lt;br /&gt;
| 1&#039;000 mm&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wichtige Bahnknoten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Frauenfeld ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Bahnhof Frauenfeld]] ist der wichtigste Bahnhof der Kantonshauptstadt. Er liegt an der Hauptstrecke zwischen Winterthur und Romanshorn und wird neben Regionalzügen auch von überregionalen Verbindungen bedient. Unmittelbar neben den normalspurigen Gleisen befindet sich der Ausgangspunkt der meterspurigen Frauenfeld-Wil-Bahn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die nahe gelegene Station Frauenfeld Marktplatz dient ausschliesslich der Frauenfeld-Wil-Bahn. Zwischen dem Hauptbahnhof und dem Marktplatz verläuft die Strecke durch das Stadtgebiet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Weinfelden ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Bahnhof Weinfelden]] ist der bedeutendste Eisenbahnknoten im Zentrum des Kantons. Hier treffen die Verbindungen aus Winterthur und Frauenfeld, Romanshorn, Wil sowie Kreuzlingen und Konstanz zusammen. Zahlreiche Reisende steigen in Weinfelden zwischen Regional- und Fernverkehrszügen um.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Lage des Bahnhofs macht Weinfelden zu einer Drehscheibe für Verbindungen zwischen dem Bodensee, dem Raum Zürich, dem Hinterthurgau und der deutschen Stadt Konstanz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Romanshorn ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Bahnhof Romanshorn]] ist ein Knoten am Bodensee. Hier enden beziehungsweise treffen die Strecken aus Winterthur und Weinfelden, Kreuzlingen, Rorschach und St. Gallen zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bahnhof liegt unmittelbar beim Hafen. Dadurch bestehen kurze Wege zwischen Bahn und [[Bodensee-Schifffahrt]]. Historisch war Romanshorn auch wegen des Eisenbahntrajektverkehrs über den Bodensee von Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kreuzlingen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Bahnhof Kreuzlingen]] verbindet die Seelinie mit der Strecke Weinfelden–Konstanz. Gemeinsam mit den Stationen Kreuzlingen Hafen, Kreuzlingen Kurzrickenbach Seepark und Kreuzlingen Bernrain erschliesst er das Stadtgebiet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wegen der unmittelbaren Nähe zu Konstanz besitzt Kreuzlingen eine besondere Bedeutung für den grenzüberschreitenden Verkehr zwischen der Schweiz und Deutschland. Die Linien führen über die Landesgrenze zum Bahnhof Konstanz und teilweise weiter in den deutschen Bodenseeraum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sulgen und Etzwilen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Bahnhof Sulgen]] ist Abzweigstation der Bischofszellerbahn von der Thurtallinie. Reisende können hier zwischen den Zügen der Hauptstrecke und den Regionalzügen in Richtung Bischofszell und Gossau umsteigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Bahnhof Etzwilen]] verbindet die Seelinie mit der Strecke durch das Zürcher Weinland nach Winterthur. Von Etzwilen zweigt ausserdem die nicht mehr im regulären Personenverkehr befahrene Strecke in Richtung Singen ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verteilung nach Bahnstrecken ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Bahnstrecke oder Korridor&lt;br /&gt;
! Verlauf im Kanton&lt;br /&gt;
! Bedeutung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Thurtallinie]]&lt;br /&gt;
| Islikon–Frauenfeld–Weinfelden–Amriswil–Romanshorn&lt;br /&gt;
| Wichtigste Ost-West-Achse des Kantons&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bahnstrecke St. Gallen–Winterthur]]&lt;br /&gt;
| Aadorf–Guntershausen–Eschlikon–Sirnach&lt;br /&gt;
| Verbindung des Hinterthurgaus mit Winterthur und Wil&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bahnstrecke Wil–Weinfelden]]&lt;br /&gt;
| Bettwiesen–Tägerschen–Märwil–Bussnang–Weinfelden&lt;br /&gt;
| Erschliessung des Lauchetals und des westlichen Mittelthurgaus&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bahnstrecke Weinfelden–Konstanz]]&lt;br /&gt;
| Weinfelden–Berg–Siegershausen–Kreuzlingen–Konstanz&lt;br /&gt;
| Verbindung des Kantonszentrums mit Kreuzlingen und Deutschland&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Seelinie (Bahnstrecke)|Seelinie]]&lt;br /&gt;
| Schlatt–Diessenhofen–Steckborn–Kreuzlingen–Romanshorn&lt;br /&gt;
| Erschliessung des Untersees und des westlichen Bodenseeufers&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bischofszellerbahn]]&lt;br /&gt;
| Sulgen–Kradolf–Bischofszell–Hauptwil&lt;br /&gt;
| Verbindung des Raums Bischofszell mit Sulgen und Gossau&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bahnstrecke Romanshorn–St. Gallen]]&lt;br /&gt;
| Romanshorn–Neukirch-Egnach–Steinebrunn–Roggwil-Berg&lt;br /&gt;
| Direkte Verbindung zwischen Romanshorn und St. Gallen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bahnstrecke Rorschach–Romanshorn]]&lt;br /&gt;
| Romanshorn–Egnach–Arbon–Horn&lt;br /&gt;
| Erschliessung des südlichen Bodenseeufers&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bahnstrecke Winterthur–Etzwilen]]&lt;br /&gt;
| Etzwilen–Schlattingen in Richtung Stammheim und Winterthur&lt;br /&gt;
| Verbindung des nordwestlichen Kantonsgebiets mit dem Zürcher Weinland&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Frauenfeld-Wil-Bahn]]&lt;br /&gt;
| Frauenfeld–Matzingen–Wängi–Münchwilen&lt;br /&gt;
| Meterspurige Regionalbahn zwischen der Kantonshauptstadt und Wil&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Betrieb und Tarif ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der überwiegende Teil des Kantons liegt im Gebiet des [[Tarifverbund Ostwind|Tarifverbunds OSTWIND]]. Dessen Zonentarif umfasst neben den Bahnlinien auch die regionalen und städtischen Busangebote sowie weitere öffentliche Verkehrsmittel. Die Bahnhöfe in den Grenzgebieten sind teilweise in verbundübergreifende Angebote mit den Nachbarregionen einbezogen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ostwindzonen&amp;quot;&amp;gt;[https://www.ostwind.ch/assets/resources/Dateien/Download/zonenplaene/2026/liniennetz-a4-hoch-2026.pdf Linien und Tarifzonen im OSTWIND-Gebiet], Tarifverbund OSTWIND, gültig ab 14. Dezember 2025, abgerufen am 4. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viele kleinere Stationen werden ausschliesslich durch Regionalzüge bedient. Fernverkehrszüge halten vor allem in Frauenfeld, Weinfelden, Romanshorn und Kreuzlingen. Das genaue Angebot ist abhängig von Linie, Tageszeit und Fahrplanperiode.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die meisten Stationen verfügen über Billettautomaten, Fahrgastinformationen und Veloabstellplätze. Grössere Bahnhöfe bieten zusätzliche Einrichtungen wie bediente Verkaufsstellen, Geschäfte, Busbahnhöfe, P+Rail-Anlagen oder Carsharing-Standorte. Zahlreiche Anlagen wurden oder werden im Rahmen der Umsetzung des [[Behindertengleichstellungsgesetz (Schweiz)|Behindertengleichstellungsgesetzes]] mit höheren Perrons, stufenfreien Zugängen und neuen Personenunterführungen ausgestattet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Entwicklung des Bahnnetzes ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Eisenbahnnetz des Thurgaus entstand seit der Mitte des 19. Jahrhunderts in mehreren Ausbauphasen. Die frühen Hauptlinien verbanden Winterthur mit Frauenfeld, Weinfelden, Romanshorn und Wil. Später kamen unter anderem die Seelinie, die Mittelthurgaubahn, die Bischofszellerbahn und die Verbindung nach Konstanz hinzu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 1. September 1887 wurde die Frauenfeld-Wil-Bahn eröffnet. Sie ergänzte die normalspurigen Hauptstrecken durch eine regionale Schmalspurbahn im Murgtal. Die Strecke wurde später elektrifiziert und mehrfach modernisiert. 2021 fusionierte die Frauenfeld-Wil-Bahn mit den Appenzeller Bahnen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;abgeschichte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 20. Jahrhundert wurden die normalspurigen Hauptstrecken elektrifiziert und teilweise auf Doppelspur ausgebaut. Mit der Einführung der verschiedenen S-Bahn-Systeme erhielten die meisten Stationen einen regelmässigen Taktverkehr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den Regionalverkehr in der Ostschweiz wurde zu Beginn des 21. Jahrhunderts das Unternehmen Thurbo aufgebaut. Der Name verbindet die Begriffe Thurgau und Bodensee. Thurbo betreibt heute einen grossen Teil der Regionalzüge im Kanton und in den angrenzenden Regionen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;thurbo&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Änderungen der Liste ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zahl und Bezeichnung der Bahnhöfe kann sich durch neue Haltestellen, Stilllegungen, Umbenennungen oder Änderungen des fahrplanmässigen Angebots verändern. Das Bundesamt für Verkehr führt die offiziellen Verzeichnisse der Stationsnamen und Haltestellen. Die vorliegende Liste gibt den Stand des Fahrplanjahres 2026 wieder.&amp;lt;ref name=&amp;quot;bavverzeichnis&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Schienenverkehr im Kanton Thurgau]]&lt;br /&gt;
* [[Liste der Bahnhöfe in der Schweiz]]&lt;br /&gt;
* [[S-Bahn St. Gallen]]&lt;br /&gt;
* [[S-Bahn Zürich]]&lt;br /&gt;
* [[S-Bahn Schaffhausen]]&lt;br /&gt;
* [[Thurbo]]&lt;br /&gt;
* [[Frauenfeld-Wil-Bahn]]&lt;br /&gt;
* [[Tarifverbund Ostwind]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://www.ostwind.ch/assets/resources/Dateien/Download/zonenplaene/2026/sbb-bahn-ostschweiz-2026.pdf Bahnliniennetz der Ostschweiz 2026]&lt;br /&gt;
* [https://www.bav.admin.ch/de/oeffentliche-verzeichnisse Offizielle Stations- und Haltestellenverzeichnisse des Bundesamts für Verkehr]&lt;br /&gt;
* [https://www.thurbo.ch/reisen/sbb-fahrplan/ Fahrplan- und Linieninformationen von Thurbo]&lt;br /&gt;
* [https://appenzellerbahnen.ch/de/reiseinformationen/fahrplan.html Fahrplan der Appenzeller Bahnen]&lt;br /&gt;
* [https://www.ostwind.ch/ Offizielle Website des Tarifverbunds OSTWIND]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Railway stations in the canton of Thurgau|Bahnhöfe im Kanton Thurgau}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Liste (Bahnhöfe)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bahnhof im Kanton Thurgau|!]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schienenverkehr (Kanton Thurgau)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Verkehr (Kanton Thurgau)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Nick Frei</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://helvetia.wiki/de/index.php?title=Tarifverbund_Ostwind&amp;diff=2951</id>
		<title>Tarifverbund Ostwind</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://helvetia.wiki/de/index.php?title=Tarifverbund_Ostwind&amp;diff=2951"/>
		<updated>2026-08-25T21:51:11Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Nick Frei: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{| class=&amp;quot;wikitable float-right&amp;quot; style=&amp;quot;float:right; width:320px; margin:0 0 1em 1em;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:center; font-size:115%;&amp;quot; | Tarifverbund OSTWIND&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Kurzbezeichnung&lt;br /&gt;
| OSTWIND&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Art&lt;br /&gt;
| Integraler Tarifverbund&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Gründung&lt;br /&gt;
| 2002 als Abonnementsverbund&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Integraler Tarifverbund&lt;br /&gt;
| seit 1. Juni 2009&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Rechtsform&lt;br /&gt;
| Genossenschaft&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Sitz&lt;br /&gt;
| [[St. Gallen]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Verbundgebiet&lt;br /&gt;
| [[Kanton St. Gallen|St. Gallen]], [[Kanton Thurgau|Thurgau]], [[Kanton Appenzell Ausserrhoden|Appenzell Ausserrhoden]], [[Kanton Appenzell Innerrhoden|Appenzell Innerrhoden]], [[Kanton Glarus|Glarus]], [[Kanton Schaffhausen|Schaffhausen]], [[March (Bezirk)|March]] und [[Liechtenstein]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Transportunternehmen&lt;br /&gt;
| 29&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Streckennetz&lt;br /&gt;
| rund 4000 km&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Tarifsystem&lt;br /&gt;
| Zonentarif&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Bevölkerung im Verbundgebiet&lt;br /&gt;
| rund 1,14 Millionen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Geschäftsstelle&lt;br /&gt;
| St. Leonhardstrasse 20, St. Gallen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Website&lt;br /&gt;
| [https://www.ostwind.ch/ ostwind.ch]&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;&#039;Tarifverbund OSTWIND&#039;&#039;&#039;, häufig kurz &#039;&#039;&#039;OSTWIND&#039;&#039;&#039; genannt, ist ein integraler Tarifverbund des öffentlichen Verkehrs in der Ostschweiz und im [[Fürstentum Liechtenstein]]. Sein Gebiet umfasst die Kantone [[Kanton St. Gallen|St. Gallen]], [[Kanton Thurgau|Thurgau]], [[Kanton Appenzell Ausserrhoden|Appenzell Ausserrhoden]], [[Kanton Appenzell Innerrhoden|Appenzell Innerrhoden]], [[Kanton Glarus|Glarus]] und [[Kanton Schaffhausen]], den [[March (Bezirk)|Bezirk March]] im [[Kanton Schwyz]] sowie Liechtenstein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter dem Dach des Verbunds sind 29 Bahn-, Bus-, Schifffahrts- und Seilbahnunternehmen zusammengeschlossen. Ihr gemeinsames Streckennetz umfasst rund 4000 Kilometer. Der OSTWIND gehört damit flächenmässig zu den grössten Tarifverbünden der Schweiz.&amp;lt;ref name=&amp;quot;OstwindUeberUns&amp;quot;&amp;gt;[https://www.ostwind.ch/about/unternehmen/ueber-uns/ Über uns], Tarifverbund OSTWIND, abgerufen am 4. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Fahrpreis richtet sich grundsätzlich nach der Anzahl der durchfahrenen Tarifzonen. Innerhalb der gelösten Zonen und der zeitlichen Gültigkeit dürfen die einbezogenen öffentlichen Verkehrsmittel beliebig oft benutzt werden. Reisende benötigen deshalb für eine Fahrt mit mehreren Bahn- und Busunternehmen nur einen Fahrausweis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tarifverbund organisiert selbst keinen Verkehrsbetrieb. Seine Aufgaben liegen insbesondere in der Festlegung und Weiterentwicklung des Verbundtarifs, der Herausgabe gemeinsamer Fahrausweise, der Einnahmenverteilung, dem Vertrieb, dem Marketing sowie der Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Transportunternehmen und den öffentlichen Bestellern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verbundgebiet ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Verbundgebiet erstreckt sich vom [[Bodensee]] und dem [[Rhein]] im Norden bis zu den Glarner Alpen im Süden. Im Westen reicht es bis in den Kanton Schaffhausen und den Bezirk March, im Osten bis zur österreichischen und liechtensteinischen Grenze.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Gebiet gehören zahlreiche regionale Zentren, darunter:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[St. Gallen]];&lt;br /&gt;
* [[Winterthur]] auf einzelnen einbezogenen Verbindungen und in den Übergangstarifen;&lt;br /&gt;
* [[Schaffhausen]];&lt;br /&gt;
* [[Frauenfeld]];&lt;br /&gt;
* [[Weinfelden]];&lt;br /&gt;
* [[Kreuzlingen]];&lt;br /&gt;
* [[Romanshorn]];&lt;br /&gt;
* [[Rapperswil-Jona]];&lt;br /&gt;
* [[Wil SG|Wil]];&lt;br /&gt;
* [[Buchs SG|Buchs]];&lt;br /&gt;
* [[Altstätten SG|Altstätten]];&lt;br /&gt;
* [[Herisau]];&lt;br /&gt;
* [[Appenzell (Ort)|Appenzell]];&lt;br /&gt;
* [[Glarus]];&lt;br /&gt;
* [[Vaduz]] und [[Schaan]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kanton Schwyz ist nicht vollständig Teil des Verbunds. Einbezogen sind die zum Bezirk March gehörenden Gebiete mit den Tarifzonen 997, 998 und 999. Dazu zählen unter anderem die Räume [[Lachen SZ|Lachen]], [[Siebnen]], [[Wangen SZ|Wangen]], [[Tuggen]] und [[Reichenburg]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;OstwindUeberUns&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Liechtenstein ist tariflich weitgehend in das OSTWIND-System eingebunden. Auf verschiedenen grenzüberschreitenden Verbindungen gelten besondere Bestimmungen, insbesondere bei Fahrten zwischen der Schweiz und Liechtenstein sowie auf dem österreichischen Bahnabschnitt zwischen Buchs SG und Nendeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zonensystem ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Grundprinzip ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das OSTWIND-Gebiet ist in nummerierte Tarifzonen eingeteilt. Beim Kauf eines Fahrausweises werden sämtliche Zonen gelöst, die zwischen Ausgangs- und Zielort durchfahren werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Preis hängt nicht davon ab, welches Transportunternehmen oder welche konkrete Linie benutzt wird. Massgebend sind grundsätzlich:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* die Anzahl der benötigten Zonen;&lt;br /&gt;
* die Wagenklasse;&lt;br /&gt;
* die Alters- oder Ermässigungskategorie;&lt;br /&gt;
* die Art des Fahrausweises;&lt;br /&gt;
* die zeitliche Gültigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innerhalb der gelösten Zonen dürfen Reisende während der Gültigkeitsdauer grundsätzlich beliebig oft in verschiedene Richtungen fahren und zwischen Bahn und Bus umsteigen. Auch Unterbrechungen der Reise sind möglich, sofern die zeitliche Gültigkeit nicht abgelaufen ist.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Tarif2024&amp;quot;&amp;gt;[https://www.ostwind.ch/assets/resources/Dateien/Tarifbestimmungen/t651.13-stand-01.06.2024.pdf Tarif T651.13: Genossenschaft Tarifverbund OSTWIND], Ausgabe vom 1. Juni 2024.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Haltestellen auf einer Zonengrenze werden den angrenzenden Zonen zugeordnet. Welche Zone für eine bestimmte Fahrt benötigt wird, hängt deshalb von der Fahrtrichtung und dem gewählten Linienweg ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zeitliche Gültigkeit ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einzelbillette sind abhängig von der Anzahl der gelösten Zonen während einer festgelegten Zeit gültig. Bei kurzen Fahrten beträgt die Gültigkeitsdauer in der Regel eine Stunde. Billette für grössere Gebiete gelten zwei oder drei Stunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tageskarten berechtigen am Gültigkeitstag und bis 05.00 Uhr des Folgetages zu beliebig vielen Fahrten innerhalb der gelösten Zonen. Ab einer festgelegten Zahl gelöster Zonen wird automatisch eine Tageskarte für das gesamte Verbundgebiet ausgegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Stadtzone St. Gallen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Stadt St. Gallen und angrenzende Gebiete bilden die Tarifzone 210. Innerhalb dieser Zone besteht zusätzlich ein Kurzstreckentarif. Das Kurzstreckenbillett gilt für eine umsteigefreie Fahrt über höchstens fünf Bushaltestellen, auf dem Abschnitt der [[Appenzeller Bahnen]] zwischen St. Gallen Bahnhof und Spisertor sowie auf der [[Mühleggbahn]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Faltplan2026&amp;quot;&amp;gt;[https://www.ostwind.ch/assets/resources/Dateien/Download/zonenplaene/2026/otv-faltplan-2026.pdf OSTWIND-Tarifinformationen und Zonenplan 2026], gültig ab 14. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fahrausweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Sortiment des Tarifverbunds umfasst Fahrausweise für gelegentliche Fahrten, den Freizeitverkehr, Pendlerinnen und Pendler sowie Gruppen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Fahrausweis&lt;br /&gt;
! Verwendung&lt;br /&gt;
! Wesentliche Merkmale&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Einzelbillett&lt;br /&gt;
| Einfache oder gelegentliche Fahrt&lt;br /&gt;
| Freie Fahrt innerhalb der gelösten Zonen während der zeitlichen Gültigkeit&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Mehrfahrtenkarte&lt;br /&gt;
| Mehrere einzelne Fahrten&lt;br /&gt;
| Sechs entwertbare Einzelbillette; gegenüber Einzelkäufen ermässigt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Tageskarte&lt;br /&gt;
| Hin- und Rückfahrt oder mehrere Fahrten&lt;br /&gt;
| Gültig in den gelösten Zonen bis 05.00 Uhr des Folgetages&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Multi-Tageskarte&lt;br /&gt;
| Mehrere frei wählbare Reisetage&lt;br /&gt;
| Sechs entwertbare Tageskarten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 9-Uhr-Tageskarte&lt;br /&gt;
| Freizeitfahrten ausserhalb der morgendlichen Hauptverkehrszeit&lt;br /&gt;
| Montag bis Freitag ab 09.00 Uhr, an Wochenenden und allgemeinen Feiertagen ganztägig&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Monatsabo&lt;br /&gt;
| Regelmässige Fahrten&lt;br /&gt;
| Auf dem [[SwissPass]] hinterlegt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Jahresabo&lt;br /&gt;
| Häufige Fahrten über längere Zeit&lt;br /&gt;
| Zwölf Monate zum Preis von neun entsprechenden Monatsabos&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Gruppenbillett&lt;br /&gt;
| Gruppen ab zehn Personen&lt;br /&gt;
| Ermässigter Gruppentarif und teilweise notwendige Anmeldung&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für Kinder, Jugendliche, Inhaberinnen und Inhaber eines [[Halbtax]]-Abonnements sowie Hunde gelten reduzierte Tarife. Kleine Hunde und Katzen können in geeigneten Behältern unentgeltlich mitgenommen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Monats- und Jahresabonnemente werden grundsätzlich auf dem SwissPass gespeichert. Neben persönlichen Abonnementen für einzelne Zonen ist ein Abonnement für das gesamte OSTWIND-Gebiet erhältlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schiffe, Bergbahnen und Velos ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht sämtliche Schiffs- und Bergbahnverbindungen gehören uneingeschränkt zum normalen OSTWIND-Sortiment. Für bestimmte Angebote bestehen besondere Geltungsbereiche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der &#039;&#039;&#039;OSTWIND Tageskarte Plus&#039;&#039;&#039; können neben den regulären Bahn- und Buslinien zusätzliche Schiffs-, Seilbahn- und Bergbahnstrecken benutzt werden. Dazu gehören je nach gültigem Tarif unter anderem Angebote auf dem Bodensee, dem Walensee, dem Untersee und dem Rhein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den Veloselbstverlad ist grundsätzlich ein zusätzlicher Fahrausweis erforderlich. Auf kürzeren Fahrten kann ein ermässigtes OSTWIND-Billett verwendet werden. Für längere Reisen ist häufig eine nationale Velotageskarte günstiger. Die Beförderungsmöglichkeiten hängen vom Fahrzeugtyp und vom verfügbaren Platz ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nachtnetz ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Nächten von Freitag auf Samstag und von Samstag auf Sonntag sowie vor bestimmten Feiertagen verkehren im OSTWIND-Gebiet zusätzliche Nachtzüge und Nachtbusse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für das Nachtnetz ist kein besonderer Nachtzuschlag erforderlich. Gewöhnliche Billette und Abonnemente sind gültig, sofern sie die benötigten Zonen und den Reisezeitraum abdecken.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Faltplan2026&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Nachtnetz verbindet insbesondere die Städte St. Gallen, Winterthur, Schaffhausen, Frauenfeld und Rapperswil mit den umliegenden Gemeinden. Daneben bestehen grenzüberschreitende Nachtverbindungen nach Konstanz und Liechtenstein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Grenzüberschreitende Angebote ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die geografische Lage der Ostschweiz führt zu zahlreichen Fahrten über die Landesgrenzen und in benachbarte schweizerische Tarifverbünde. Der OSTWIND arbeitet deshalb mit mehreren Verbünden und Verkehrsunternehmen zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Z-Pass ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Z-Pass]] ist der gemeinsame Tarif für Fahrten zwischen dem Gebiet des [[Zürcher Verkehrsverbund]]s und den angrenzenden Verbünden OSTWIND, A-Welle, Schwyz und Zug.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für Fahrten zwischen dem OSTWIND- und dem ZVV-Gebiet werden ausgewählte Zonen beider Verbünde kombiniert. Innerhalb der gelösten Zonen können die öffentlichen Verkehrsmittel beider Systeme benutzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Z-Pass ist insbesondere für Pendlerinnen und Pendler aus den Kantonen Thurgau, St. Gallen und Schaffhausen in den Raum Zürich und Winterthur von Bedeutung. Angeboten werden Einzelbillette, Tageskarten, Mehrfahrtenkarten sowie Monats- und Jahresabonnemente.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ZPass&amp;quot;&amp;gt;[https://www.ostwind.ch/billette-abos/abos/verbundueberschreitende-abos/z-pass.html Z-Pass], Tarifverbund OSTWIND, abgerufen am 4. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Deutschland ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für Fahrten in den deutschen Landkreis Konstanz besteht eine Zusammenarbeit mit dem [[Verkehrsverbund Hegau-Bodensee]] (VHB). Kombinierte Fahrausweise ermöglichen Reisen zwischen dem OSTWIND-Gebiet und Orten wie Konstanz, [[Singen (Hohentwiel)|Singen]], [[Radolfzell am Bodensee|Radolfzell]] und [[Engen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf einzelnen Strecken im Kanton Schaffhausen erbringen deutsche Unternehmen Verkehrsleistungen innerhalb des schweizerischen Tarifgebiets. Dazu gehören Verbindungen der [[Deutsche Bahn|Deutschen Bahn]] und regionaler Busgesellschaften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Österreich und Liechtenstein ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für Fahrten nach Vorarlberg bestehen Kombiangebote mit dem [[Verkehrsverbund Vorarlberg]]. Sie ermöglichen durchgehende Tariflösungen unter anderem nach Feldkirch, Dornbirn und Bregenz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Liechtenstein ist in das OSTWIND-Verbundgebiet eingebunden. Die Busse von [[Verkehrsbetrieb LIECHTENSTEINmobil|LIEmobil]] verbinden Orte wie Vaduz, Schaan, Balzers und Triesen mit den Bahnhöfen Buchs SG, Sargans und Feldkirch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bodensee-Ticket ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[Bodensee-Ticket]] ist ein grenzüberschreitender Freizeitfahrausweis für die Bodenseeregion. Es gilt auf ausgewählten Bahn-, Bus- und Fährverbindungen in der Schweiz, Deutschland und Österreich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Angebot ist als Tageskarte oder als Drei-Tages-Pass erhältlich. Inhaberinnen und Inhaber eines OSTWIND-Jahresabonnements für alle Zonen erhalten das Bodensee-Ticket zu einem ermässigten Preis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Transportunternehmen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Tarifverbund sind 29 Transportunternehmen beteiligt. Sie betreiben Eisenbahnen, Buslinien, Stadtverkehrssysteme, Schiffe, Standseilbahnen und Luftseilbahnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den wichtigsten beteiligten Unternehmen gehören:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Bereich&lt;br /&gt;
! Unternehmen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Eisenbahn&lt;br /&gt;
| [[Schweizerische Bundesbahnen]], [[Thurbo]], [[Schweizerische Südostbahn]], [[Appenzeller Bahnen]], Deutsche Bahn und SBB Deutschland&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Regional- und Stadtbus&lt;br /&gt;
| [[PostAuto]], [[Bus Ostschweiz]], [[Verkehrsbetriebe St. Gallen]], Verkehrsbetriebe Schaffhausen, Stadtbus Frauenfeld, Stadtbus Kreuzlingen, Regiobus Gossau und Verkehrsbetriebe Zürcher Oberland&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Liechtenstein&lt;br /&gt;
| Verkehrsbetrieb LIECHTENSTEINmobil&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Schifffahrt&lt;br /&gt;
| Schweizerische Bodensee-Schifffahrtsgesellschaft, Schweizerische Schifffahrtsgesellschaft Untersee und Rhein sowie Schiffsbetrieb Walensee&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Berg- und Seilbahnen&lt;br /&gt;
| Braunwald-Standseilbahn, Mühleggbahn und Luftseilbahn Unterterzen–Flumserberg&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige Unternehmen sind nur mit bestimmten Linien oder für einzelne Fahrausweisarten in den Verbund einbezogen. Die genauen Geltungsbereiche sind im Tarif T651.13 und im jeweils aktuellen Zonenplan festgelegt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Tarif2024&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Organisation ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tarifverbund war zunächst als einfache Gesellschaft organisiert. Am 8. Dezember 2011 wurde die &#039;&#039;&#039;Genossenschaft Tarifverbund OSTWIND&#039;&#039;&#039; gegründet; sie nahm ihre Tätigkeit Anfang 2012 auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mitglieder der Genossenschaft sind die beteiligten Transportunternehmen. Die öffentliche Seite wird durch die Besteller des Regionalverkehrs vertreten. Dazu gehören die beteiligten Kantone, Städte und der Bund.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den wichtigsten Organen und Fachgremien gehören:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* die Generalversammlung;&lt;br /&gt;
* die Verwaltung der Genossenschaft;&lt;br /&gt;
* der Tarifverbundrat;&lt;br /&gt;
* die Geschäftsstelle;&lt;br /&gt;
* Fachkommissionen für Tarife, Marketing, Technik und Sicherheit;&lt;br /&gt;
* Gremien zur Kontrolle und Verteilung der Einnahmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Geschäftsstelle befindet sich an der St. Leonhardstrasse 20 in St. Gallen. Sie führt die laufenden Geschäfte, koordiniert Projekte und betreut den gemeinsamen Tarif, den Vertrieb und die Abrechnung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Impressum&amp;quot;&amp;gt;[https://www.ostwind.ch/about/rechtliches/impressum.html Impressum], Tarifverbund OSTWIND, abgerufen am 4. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Planung und Finanzierung des Verkehrsangebots bleibt grundsätzlich Aufgabe der Kantone, des Bundes und der jeweiligen Transportunternehmen. Der OSTWIND legt deshalb nicht selbstständig fest, welche Bahn- oder Buslinien verkehren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Abonnementsverbund ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der OSTWIND nahm 2002 als Abonnementsverbund seine Tätigkeit auf. Gründungsgebiete waren die Kantone St. Gallen, Thurgau, Appenzell Ausserrhoden und Appenzell Innerrhoden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Geschichte2025&amp;quot;&amp;gt;[https://gb2025.ostwind.ch/zahlen.html Zahlen und Geschichte], Geschäftsbericht 2025 des Tarifverbunds OSTWIND.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Beginn galten die gemeinsamen Zonen hauptsächlich für Monats- und Jahresabonnemente. Für einzelne Fahrten mussten weiterhin streckenbezogene Billette der jeweiligen Transportunternehmen gekauft werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das gemeinsame Abonnement vereinfachte insbesondere den Pendlerverkehr. Reisende konnten mit demselben Fahrausweis Bahn- und Buslinien verschiedener Unternehmen benutzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Integraler Tarifverbund ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 1. Juni 2009 wurde der OSTWIND zu einem integralen Tarifverbund ausgebaut. Seit diesem Zeitpunkt werden auch Einzelbillette und Tageskarten nach dem gemeinsamen Zonensystem ausgegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die bisherigen streckenabhängigen Fahrausweise wurden für Reisen innerhalb des Verbundgebiets weitgehend durch Zonenbillette ersetzt. Der Verbund verwendete dafür den Grundsatz «Raum und Zeit – ein Billett für alles».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Umstellung führte zu einem deutlichen Anstieg der über den Tarifverbund abgerechneten Einnahmen. Der Jahresumsatz erhöhte sich von rund 53 Millionen Franken im Jahr 2008 auf über 87 Millionen Franken im Jahr 2009.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Geschichte2025&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Genossenschaft und Z-Pass ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 8. Dezember 2011 wurde die Genossenschaft Tarifverbund OSTWIND gegründet. Sie ersetzte die bisherige einfache Gesellschaft und schuf eine dauerhafte rechtliche Grundlage für die Zusammenarbeit der Transportunternehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 9. Dezember 2012 wurde der integrale Z-Pass eingeführt. Gleichzeitig trat ein Kooperationsvertrag mit dem Verkehrsverbund Hegau-Bodensee in Kraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erweiterung nach Glarus und in die March ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 15. Dezember 2013 wurde das Verbundgebiet um den Kanton Glarus erweitert. Gleichzeitig wurden Kooperationsvereinbarungen mit dem Fürstentum Liechtenstein und dem Verkehrsverbund Vorarlberg abgeschlossen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 14. Dezember 2014 folgte die Erweiterung um den Bezirk March im Kanton Schwyz. Die Kooperation mit dem Verkehrsverbund Hegau-Bodensee wurde weiterentwickelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Eingliederung Schaffhausens ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2017 besass der Kanton Schaffhausen mit &#039;&#039;&#039;Flextax&#039;&#039;&#039; einen eigenen Tarifverbund. Dieser wurde zum Fahrplanwechsel vom 10. Dezember 2017 in den OSTWIND integriert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Verbundgebiet vergrösserte sich dadurch um zwölf Zonen. Für Fahrten zwischen Schaffhausen und den übrigen Teilen der Ostschweiz entstanden einheitliche Tarifregeln. Die Integration war überwiegend organisatorischer Natur, da bereits zuvor verschiedene verkehrliche Verbindungen zwischen den Gebieten bestanden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;IntegrationSH&amp;quot;&amp;gt;[https://gb2017.ostwind.ch/ Geschäftsbericht 2017], Tarifverbund OSTWIND.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verbundstrategie ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 15. Dezember 2020 genehmigten die Bestellerkantone und die Genossenschaft eine gemeinsame Verbundstrategie. Sie definierte Ziele zur Kundenorientierung, Digitalisierung, regionalen Zusammenarbeit und grenzüberschreitenden Vernetzung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den strategischen Aufgaben gehören die Vereinfachung des Zugangs zum öffentlichen Verkehr, die Entwicklung digitaler Verkaufskanäle und eine bessere Abstimmung zwischen den politischen Bestellern und den Transportunternehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verkauf und Digitalisierung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
OSTWIND-Fahrausweise sind erhältlich:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* an Billettautomaten;&lt;br /&gt;
* in bedienten Reisezentren und Verkaufsstellen;&lt;br /&gt;
* im OSTWIND-Webshop;&lt;br /&gt;
* über die SBB-Website und die SBB-Mobile-App;&lt;br /&gt;
* über die App &#039;&#039;&#039;öV Plus&#039;&#039;&#039;;&lt;br /&gt;
* über weitere an die nationale Verkaufsplattform NOVA angeschlossene Anbieter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die App öV Plus bietet neben der Fahrplanauskunft den Kauf digitaler Einzelbillette, Tageskarten und Mehrfahrtenkarten. Abonnemente werden grundsätzlich auf dem SwissPass hinterlegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei elektronischen Billetten muss der Kauf vollständig abgeschlossen sein, bevor das Verkehrsmittel abfährt. Nachträglich gelöste E-Tickets werden bei einer Kontrolle nicht als gültiger Fahrausweis anerkannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kennzahlen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Geschäftsjahr 2025 wurden im OSTWIND- und Z-Pass-System rund 261,5 Millionen Franken Umsatz erzielt. Im Einzelreiseverkehr wurden mehr als 19 Millionen Billette verkauft.&amp;lt;ref name=&amp;quot;GB2025&amp;quot;&amp;gt;[https://gb2025.ostwind.ch/ Geschäftsbericht 2025], Tarifverbund OSTWIND.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Kennzahl&lt;br /&gt;
! Wert 2025&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Beteiligte Kantone&lt;br /&gt;
| 7&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Transportunternehmen&lt;br /&gt;
| 29&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Bevölkerung im Verbundgebiet&lt;br /&gt;
| rund 1&#039;137&#039;000&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Verkaufte Billette im Einzelreiseverkehr&lt;br /&gt;
| 19&#039;188&#039;322&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Verkaufte Abonnemente&lt;br /&gt;
| 387&#039;098&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Personenkilometer&lt;br /&gt;
| 2&#039;019&#039;796&#039;038&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Gesamtumsatz einschliesslich Z-Pass und Halbtaxanteilen&lt;br /&gt;
| rund 261,5 Millionen Franken&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die im Jahr 2025 erbrachte Verkehrsleistung entsprach durchschnittlich rund 1776 Personenkilometern je Einwohnerin und Einwohner des Verbundgebiets.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedeutung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tarifverbund vereinfacht die Nutzung des öffentlichen Verkehrs in einer Region mit zahlreichen kleineren und mittleren Transportunternehmen. Vor seiner Einführung mussten Reisende bei Umstiegen teilweise mehrere Fahrausweise nach unterschiedlichen Tarifen lösen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das einheitliche Zonensystem ermöglicht durchgehende Fahrten mit Regionalzügen, Stadtbussen, Postautos und weiteren Verkehrsmitteln. Davon profitieren insbesondere Pendlerinnen und Pendler, Schülerinnen und Schüler sowie Reisende in ländlichen Gebieten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine besondere Bedeutung besitzt der OSTWIND wegen seiner grenzüberschreitenden Lage. Das Verbundgebiet grenzt an Deutschland und Österreich, umfasst Liechtenstein und besitzt Übergänge zu mehreren schweizerischen Tarifverbünden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch den Z-Pass ist der OSTWIND zusätzlich mit dem Wirtschaftsraum Zürich verbunden. Die Kooperationen mit den Verkehrsverbünden Hegau-Bodensee und Vorarlberg sowie das Bodensee-Ticket erleichtern internationale Reisen im Bodenseeraum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Tarifverbund in der Schweiz]]&lt;br /&gt;
* [[Zürcher Verkehrsverbund]]&lt;br /&gt;
* [[Z-Pass]]&lt;br /&gt;
* [[Tarifverbund A-Welle]]&lt;br /&gt;
* [[Tarifverbund Schwyz]]&lt;br /&gt;
* [[S-Bahn St. Gallen]]&lt;br /&gt;
* [[S-Bahn Zürich]]&lt;br /&gt;
* [[Thurbo]]&lt;br /&gt;
* [[PostAuto]]&lt;br /&gt;
* [[Öffentlicher Verkehr in der Schweiz]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://www.ostwind.ch/ Offizielle Website des Tarifverbunds OSTWIND]&lt;br /&gt;
* [https://www.ostwind.ch/about/services/zonenplaene/ Zonen- und Liniennetzpläne]&lt;br /&gt;
* [https://www.ostwind.ch/billette-abos/ Billette und Abonnemente]&lt;br /&gt;
* [https://gb2025.ostwind.ch/ Geschäftsbericht 2025]&lt;br /&gt;
* [https://www.ostwind.ch/assets/resources/Dateien/Download/zonenplaene/2026/otv-faltplan-2026.pdf Tarifinformationen und Zonenplan 2026]&lt;br /&gt;
* [https://www.ostwind.ch/assets/resources/Dateien/Tarifbestimmungen/t651.13-stand-01.06.2024.pdf Tarifbestimmungen T651.13]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tarifverbund in der Schweiz]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Öffentlicher Verkehr im Kanton St. Gallen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Öffentlicher Verkehr im Kanton Thurgau]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Öffentlicher Verkehr im Kanton Appenzell Ausserrhoden]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Öffentlicher Verkehr im Kanton Appenzell Innerrhoden]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Öffentlicher Verkehr im Kanton Glarus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Öffentlicher Verkehr im Kanton Schaffhausen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Öffentlicher Verkehr im Kanton Schwyz]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Verkehr (Liechtenstein)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Unternehmen (St. Gallen)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Genossenschaft (Schweiz)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gegründet 2002]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Nick Frei</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://helvetia.wiki/de/index.php?title=Bahnhof_Weinfelden&amp;diff=2950</id>
		<title>Bahnhof Weinfelden</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://helvetia.wiki/de/index.php?title=Bahnhof_Weinfelden&amp;diff=2950"/>
		<updated>2026-08-25T21:50:57Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Nick Frei: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{| class=&amp;quot;wikitable float-right&amp;quot; style=&amp;quot;float:right; width:320px; margin:0 0 1em 1em;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:center; font-size:115%;&amp;quot; | Bahnhof Weinfelden&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:center;&amp;quot; | [[Datei:Bahnhof Weinfelden - Novembermorgen 2021.jpg|300px|Bahnhof Weinfelden an einem Novembermorgen]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Bildtext&lt;br /&gt;
| Bahnhof Weinfelden mit einem Regionalzug von Thurbo&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Lage&lt;br /&gt;
| [[Weinfelden]], [[Kanton Thurgau]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Bauform&lt;br /&gt;
| Kreuzungs- und Anschlussbahnhof&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Bahnsteiggleise&lt;br /&gt;
| 4&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Weitere Gleise&lt;br /&gt;
| 1 Durchgangsgleis sowie Abstell- und Dienstgleise&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Abkürzung&lt;br /&gt;
| WF&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! IBNR&lt;br /&gt;
| 8506105&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Eröffnung&lt;br /&gt;
| 16. Mai 1855&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Höhe&lt;br /&gt;
| 429 m ü. M.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Architekten&lt;br /&gt;
| August von Beckh, [[Jakob Friedrich Wanner]], Max Vogt und weitere&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Eigentümerin&lt;br /&gt;
| [[Schweizerische Bundesbahnen|SBB]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Betreiberinnen&lt;br /&gt;
| [[Schweizerische Bundesbahnen|SBB]] und [[Thurbo]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Strecken&lt;br /&gt;
| [[Bahnstrecke Winterthur–Romanshorn]]&amp;lt;br /&amp;gt;[[Bahnstrecke Wil–Kreuzlingen]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Verkehr&lt;br /&gt;
| Fernverkehr, [[S-Bahn Zürich]], [[S-Bahn St. Gallen]] und Regionalverkehr&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Koordinaten&lt;br /&gt;
| 47° 33′ 58,2″ N, 9° 6′ 21,8″ O&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;&#039;Bahnhof Weinfelden&#039;&#039;&#039; ist der wichtigste Eisenbahnknoten der Stadt [[Weinfelden]] und einer der bedeutendsten Bahnhöfe im [[Kanton Thurgau]]. Er liegt an der Kreuzung der Ost-West-Verbindung von [[Winterthur]] nach [[Romanshorn]] mit der Strecke von [[Wil SG|Wil]] über Weinfelden nach [[Kreuzlingen]] und Konstanz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bahnhof wird von Fernverkehrszügen der [[Schweizerische Bundesbahnen|Schweizerischen Bundesbahnen]] sowie von Regionalzügen der SBB und der Regionalbahn [[Thurbo]] bedient. Er ist Endpunkt mehrerer Linien der [[S-Bahn Zürich]] und der [[S-Bahn St. Gallen]]. Hinzu kommen zahlreiche PostAuto-Verbindungen in die umliegenden Gemeinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch seine zentrale Lage innerhalb des Kantons ermöglicht der Bahnhof direkte Verbindungen nach Zürich, Bern, Luzern, Winterthur, Frauenfeld, Konstanz, St. Gallen, Romanshorn, Wil und in zahlreiche weitere Orte der Ostschweiz. Das Bahnhofsareal bildet zugleich eine wichtige Verbindung zwischen den nördlich und südlich der Gleise gelegenen Stadtquartieren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;StadtAnalyse&amp;quot;&amp;gt;[https://www.weinfelden.ch/public/upload/assets/5157/21_12_17%20Bericht%20Kriminalpr%C3%A4ventive%20Beurteilung%20Bahnhof.pdf Situationsanalyse Bahnhof Weinfelden], Stadt Weinfelden, 17. Dezember 2021, abgerufen am 4. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lage ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bahnhof befindet sich am südwestlichen Rand des historischen Weinfelder Zentrums. Die Gleisanlagen verlaufen annähernd in Nordwest-Südost-Richtung. Auf der Nordseite liegen das Aufnahmegebäude, der Bahnhofplatz, die Bahnhofstrasse und das Stadtzentrum. Die Südseite erschliesst die Gewerbe- und Wohngebiete zwischen den Gleisen und der Thurfeldstrasse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Rathaus, der Marktplatz, die [[Thurgauer Kantonalbank]], das Berufsbildungszentrum und weitere öffentliche Einrichtungen befinden sich in Gehdistanz. Die zentrale Lage trägt dazu bei, dass der Bahnhof nicht nur dem überregionalen Verkehr, sondern auch der innerstädtischen Erschliessung dient.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwei Personenunterführungen verbinden die Perrons mit den nördlichen und südlichen Stadtteilen. Sie gehören zu den wichtigsten Fusswegverbindungen durch das Bahnhofsgebiet und sind während des gesamten Tages öffentlich zugänglich.&amp;lt;ref name=&amp;quot;StadtAnalyse&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bahnhof liegt auf 429 Metern über Meer. Diese Höhenangabe wird von der Stadt Weinfelden zugleich als Referenzhöhe für das Stadtgebiet verwendet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;StadtZahlen&amp;quot;&amp;gt;[https://www.weinfelden.ch/stadt/portraet/zahlen-und-fakten.html Zahlen und Fakten], Stadt Weinfelden, abgerufen am 4. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Planung und Eröffnung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Planungen für eine Eisenbahnverbindung durch das Thurtal begannen in der ersten Hälfte der 1850er-Jahre. Die geplante Strecke sollte Zürich und Winterthur mit dem Bodenseehafen Romanshorn verbinden. Weinfelden wurde 1853 als eine der Stationen der neuen Bahnlinie bestimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bauherrin war die [[Schweizerische Nordostbahn]] (NOB), die unter der Leitung von [[Alfred Escher]] ein umfangreiches Eisenbahnnetz in der Nordostschweiz aufbaute. Die neue Strecke war sowohl für den Personenverkehr als auch für den Transport von Gütern zum Bodensee und zum dortigen Schiffsverkehr von grosser Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 16. Mai 1855 eröffnete die Nordostbahn den Abschnitt von Winterthur über Frauenfeld und Weinfelden nach Romanshorn. Weinfelden erhielt damit erstmals einen direkten Bahnanschluss nach Winterthur und zum Bodensee.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Waegli&amp;quot;&amp;gt;Hans G. Wägli: &#039;&#039;Schienennetz Schweiz und Bahnprofil Schweiz CH+.&#039;&#039; AS Verlag, Zürich 2010, ISBN 978-3-909111-74-9.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die weiterführende Strecke von Winterthur nach Zürich wurde in mehreren Etappen eröffnet. Ende 1855 erreichten die Züge Oerlikon, im Juni 1856 folgte die Verbindung bis zum Zürcher Hauptbahnhof. Dadurch entstand eine durchgehende Eisenbahnverbindung von Weinfelden nach Zürich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erstes Aufnahmegebäude ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das erste Aufnahmegebäude wurde nach Plänen des Nordostbahn-Ingenieurs August von Beckh errichtet. Es war den zunächst begrenzten betrieblichen Anforderungen angepasst, erwies sich jedoch wegen der rasch steigenden Fahrgast- und Gütermengen bald als zu klein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Jahren 1863 und 1864 entstand ein grösseres spätklassizistisches Stationsgebäude nach Plänen von [[Jakob Friedrich Wanner]]. Wanner leitete das Hochbaubüro der Nordostbahn und entwarf zahlreiche Stationsgebäude, darunter auch Teile des Zürcher Hauptbahnhofs und des Bahnhofs Winterthur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Weinfelder Gebäude wurde symmetrisch gegliedert und enthielt Wartesäle, Billettschalter, Gepäckräume, Diensträume und Wohnungen für Bahnpersonal. Durch spätere Anbauten und Umbauten veränderte sich sein Erscheinungsbild, die wesentliche historische Bausubstanz blieb jedoch erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bischofszellerbahn ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 1. Februar 1876 wurde die Bahnstrecke von Sulgen nach Bischofszell Stadt eröffnet. Am 5. Juli desselben Jahres folgte die Verlängerung über Hauptwil nach Gossau SG.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl die sogenannte [[Bischofszellerbahn]] erst im [[Bahnhof Sulgen]] von der Hauptstrecke abzweigt, beginnen und enden viele ihrer Züge in Weinfelden. Der Bahnhof wurde dadurch zu einem wichtigen Umsteigepunkt für Fahrten in Richtung Bischofszell und St. Gallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verbindung erleichterte insbesondere den Transport von Industrieprodukten und landwirtschaftlichen Erzeugnissen aus dem mittleren Thurgau. Später entwickelte sie sich zu einer bedeutenden regionalen Pendlerlinie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Übergang an die SBB ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Nordostbahn wurde im Zuge der Verstaatlichung der grossen schweizerischen Privatbahnen vom Bund übernommen. Der Bahnhof Weinfelden ging 1902 an die neu gegründeten Schweizerischen Bundesbahnen über.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die SBB bauten die Strecke Winterthur–Romanshorn in den folgenden Jahrzehnten schrittweise auf Doppelspur aus und modernisierten die Bahnhöfe, Signalanlagen und Fahrleitungen. Der Bahnhof Weinfelden erhielt zusätzliche Gleise und Perrons.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die elektrische Traktion ersetzte während der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts den Dampfbetrieb. Die Bahnstrecken werden seither mit dem schweizerischen Bahnstromsystem von 15 Kilovolt und 16,7 Hertz Wechselstrom betrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mittelthurgaubahn ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine entscheidende Erweiterung der Bahnanlagen begann mit dem Bau der [[Mittelthurgaubahn]] (MThB). Die neue Gesellschaft plante eine Verbindung von Wil über Weinfelden und Kreuzlingen nach Konstanz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bauarbeiten begannen 1909. Am 18. Dezember 1911 wurde die durchgehende Strecke Wil–Weinfelden–Kreuzlingen für den Verkehr eröffnet. In Weinfelden kreuzte sie die bestehende Hauptlinie Winterthur–Romanshorn, wodurch sich der Bahnhof zu einem echten Eisenbahnknoten entwickelte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die MThB errichtete eigene Betriebs-, Abstell- und Unterhaltsanlagen. Der Personenverkehr wurde eng mit den übrigen Bahnverbindungen abgestimmt. Neben den Personenzügen spielte auch der Güterverkehr eine bedeutende Rolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Mittelthurgaubahn erhielt Weinfelden direkte Verbindungen nach Wil, ins Hinterthurgau, nach Kreuzlingen und über die Landesgrenze nach Konstanz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Seehas ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1994 führte die Mittelthurgaubahn unter der Bezeichnung &#039;&#039;&#039;Seehas&#039;&#039;&#039; eine grenzüberschreitende Regionalverbindung ein. Die Züge verkehrten von Weinfelden über Kreuzlingen und Konstanz durch den deutschen Hegau bis Engen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Angebot gehörte zu den frühen grenzüberschreitenden S-Bahn-Verbindungen im Bodenseeraum. Es ermöglichte umsteigefreie Reisen zwischen dem mittleren Thurgau und mehreren Städten in Süddeutschland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Mittelthurgaubahn geriet zu Beginn des 21. Jahrhunderts in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Nach der Liquidation des Unternehmens im Jahr 2002 übernahmen die SBB und ihre Tochtergesellschaft Thurbo die meisten Verkehrsleistungen. Die frühere durchgehende Seehas-Verbindung wurde in mehrere Linien aufgeteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Umbau 2002 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zusammenhang mit dem schweizerischen Angebotskonzept [[Bahn 2000]] wurde der Bahnhof Weinfelden im Jahr 2002 umfassend erneuert. Das historische Aufnahmegebäude wurde saniert und für neue Nutzungen angepasst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Perrons und Perrondächer wurden neu gebaut beziehungsweise grundlegend modernisiert. Neue Fahrgastinformationen, Wartebereiche, Zugänge und technische Anlagen verbesserten den Komfort und die betriebliche Leistungsfähigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Aufnahmegebäude entstanden ein SBB-Reisezentrum, Verkaufsflächen und gastronomische Angebote. Der Umbau stärkte die Rolle des Bahnhofs als zentraler Umsteigeknoten des Kantons Thurgau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anlage ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bahnhof verfügt über vier für den Personenverkehr bestimmte Bahnsteiggleise. Hinzu kommt ein bahnsteigloses Durchgangsgleis, das hauptsächlich von durchfahrenden Zügen und für betriebliche Fahrten verwendet werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gleissystem ermöglicht Fahrten in vier Hauptrichtungen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* nach Frauenfeld, Winterthur und Zürich;&lt;br /&gt;
* nach Amriswil und Romanshorn;&lt;br /&gt;
* nach Bürglen, Sulgen, St. Gallen und Wil;&lt;br /&gt;
* nach Berg, Kreuzlingen und Konstanz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Perrons werden über zwei Unterführungen erschlossen. Treppen und Liftanlagen verbinden sie mit dem Aufnahmegebäude, dem Bahnhofplatz und dem südlichen Bahnhofsbereich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gleisanlagen werden nicht starr einzelnen Linien zugeteilt. Die jeweilige Belegung richtet sich nach dem Fahrplan, den Anschlüssen und der aktuellen Betriebssituation. Elektronische Anzeigen informieren über Abfahrtszeiten, Zugformationen und kurzfristige Gleisänderungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben den Personengleisen bestehen Abstell-, Rangier- und Dienstgleise. Östlich beziehungsweise südöstlich des Personenbahnhofs befinden sich Betriebsanlagen von Thurbo und den SBB.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Aufnahmegebäude ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das historische Aufnahmegebäude steht auf der Nordseite der Gleise. Sein Kern geht auf den von Jakob Friedrich Wanner entworfenen Bau der Jahre 1863 und 1864 zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gebäude wurde mehrfach verändert. Zu den Ergänzungen gehört ein Anfang der 1970er-Jahre nach Plänen des SBB-Architekten Max Vogt errichteter Dienst- und Sanitärtrakt. Im Rahmen des Umbaus von 2002 wurde der gesamte Komplex erneut saniert und betrieblich neu organisiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute enthält das Gebäude unter anderem Verkaufs- und Dienstleistungsräume. Die historischen Fassaden bilden zusammen mit den modernen Perrondächern und Unterführungen ein Ensemble aus verschiedenen Epochen der schweizerischen Eisenbahnarchitektur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fernverkehr ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weinfelden wird im Fahrplanjahr 2026 von InterCity- und InterRegio-Zügen bedient. Die Fernverkehrslinien verbinden den Bahnhof direkt mit Zürich, Bern, dem Berner Oberland, dem Wallis, Luzern, Konstanz und Romanshorn.&amp;lt;ref name=&amp;quot;SBBFernverkehr&amp;quot;&amp;gt;[https://network.sbb.ch/de/bahnhof/WF Direktverbindungen im Fernverkehr ab Weinfelden], Schweizerische Bundesbahnen, abgerufen am 4. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Linie&lt;br /&gt;
! Grundstrecke&lt;br /&gt;
! Funktion&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;IC 8&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Romanshorn–Weinfelden–Frauenfeld–Winterthur–Zürich Flughafen–Zürich HB–Bern–Spiez–Brig&lt;br /&gt;
| Direkte Verbindung nach Zürich, Bern und ins Wallis&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;IC 81&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Romanshorn–Weinfelden–Frauenfeld–Winterthur–Zürich Flughafen–Zürich HB–Bern–Thun–Interlaken Ost&lt;br /&gt;
| Direkte Verbindung nach Zürich, Bern und ins Berner Oberland&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;IR 75&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Konstanz–Kreuzlingen–Weinfelden–Frauenfeld–Winterthur–Zürich HB–Luzern&lt;br /&gt;
| Grenzüberschreitende Verbindung zwischen Bodensee, Zürich und Zentralschweiz&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Linien IC 8 und IC 81 verkehren auf dem Abschnitt Romanshorn–Weinfelden–Zürich abwechselnd und bilden zusammen einen regelmässigen Stundentakt. In Richtung Westen fahren sie ab Zürich weiter nach Brig beziehungsweise Interlaken Ost.&amp;lt;ref name=&amp;quot;IC8&amp;quot;&amp;gt;[https://network.sbb.ch/de/linie/IC8 Linie IC 8], Schweizerische Bundesbahnen, abgerufen am 4. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;IC81&amp;quot;&amp;gt;[https://network.sbb.ch/de/linie/IC81 Linie IC 81], Schweizerische Bundesbahnen, abgerufen am 4. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der IR 75 verbindet Weinfelden stündlich mit Konstanz, Winterthur und Zürich. Je nach Verbindung wird der Zug bis Luzern durchgebunden oder in Zürich Hauptbahnhof ist ein Umstieg erforderlich.&amp;lt;ref name=&amp;quot;IR75&amp;quot;&amp;gt;[https://network.sbb.ch/de/linie/IR75 Linie IR 75], Schweizerische Bundesbahnen, abgerufen am 4. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== S-Bahn- und Regionalverkehr ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bahnhof wird von Linien der S-Bahn Zürich und der S-Bahn St. Gallen bedient. Mehrere Linien beginnen oder enden in Weinfelden, andere führen durch den Bahnhof hindurch.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Netz2026&amp;quot;&amp;gt;[https://www.thurbo.ch/fileadmin/user_upload/1_Reisen/Reiseinfos/Thurbo-Liniennetzplan_Ostschweiz.pdf Liniennetzplan Ostschweiz], Thurbo und Schweizerische Bundesbahnen, gültig ab 14. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Linie&lt;br /&gt;
! Linienweg&lt;br /&gt;
! System&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{S-Bahn Zürich Linien|S24}}&lt;br /&gt;
| Zug–Zürich HB–Zürich Wipkingen–Zürich Flughafen–Winterthur–Frauenfeld–Weinfelden&lt;br /&gt;
| S-Bahn Zürich&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| {{S-Bahn Zürich Linien|S30}}&lt;br /&gt;
| Winterthur–Frauenfeld–Weinfelden&lt;br /&gt;
| S-Bahn Zürich&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;S5&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Weinfelden–Bischofszell–Gossau SG–St. Gallen–St. Margrethen&lt;br /&gt;
| S-Bahn St. Gallen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;S7&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Weinfelden–Amriswil–Romanshorn–Rorschach–St. Margrethen&lt;br /&gt;
| S-Bahn St. Gallen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;S10&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Wil SG–Weinfelden–Amriswil–Romanshorn&lt;br /&gt;
| S-Bahn St. Gallen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;S14&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Weinfelden–Berg–Siegershausen–Kreuzlingen–Konstanz&lt;br /&gt;
| S-Bahn St. Gallen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;S44&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Weinfelden–Kreuzlingen–Konstanz&lt;br /&gt;
| S-Bahn St. Gallen&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die S24 stellt eine umsteigefreie Verbindung über Frauenfeld und Winterthur nach Zürich, an den Flughafen und weiter nach Zug her. Sie fährt grundsätzlich stündlich nach Weinfelden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die S30 ergänzt das Angebot zwischen Winterthur, Frauenfeld und Weinfelden. Sie bedient zusätzliche Zwischenstationen und ist vor allem für den regionalen Pendlerverkehr von Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die S5 verbindet Weinfelden über die Bischofszellerbahn mit Gossau, St. Gallen und dem St. Galler Rheintal. Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2025 besteht auf der Linie auch samstags während des Tages ein durchgehender Halbstundentakt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Fahrplan2026&amp;quot;&amp;gt;[https://www.thurbo.ch/erkunden/ausblick/fahrplanwechsel/ Neuer Fahrplan 2026], Thurbo, abgerufen am 4. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die S7 führt über Romanshorn und Rorschach nach St. Margrethen. Einzelne Verbindungen werden mit weiteren Regionalzügen in Richtung Bregenz und Lindau verknüpft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die S10 durchquert den Bahnhof und verbindet Wil mit Romanshorn. Sie übernimmt die Feinerschliessung der Orte entlang der ehemaligen Mittelthurgaubahn und der Bodenseebahn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die S14 bedient die meisten Zwischenstationen zwischen Weinfelden und Konstanz. Die S44 ergänzt sie als beschleunigte Verbindung mit weniger Zwischenhalten. Dadurch bestehen regelmässige grenzüberschreitende Anschlüsse in die deutsche Stadt Konstanz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nachtverkehr ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Wochenendnächten bestehen zusätzliche Bahn- und Busverbindungen. Die Nacht-S-Bahn SN14 verbindet Weinfelden mit Kreuzlingen und Konstanz. Weitere Nachtzüge verkehren in Richtung Frauenfeld, Winterthur, Romanshorn, Wil und St. Gallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die genauen Linienwege und Abfahrtszeiten unterscheiden sich vom Tagesnetz. Für Fahrten innerhalb des Tarifverbunds OSTWIND gilt das reguläre Verbundbillett; ein besonderer Nachtzuschlag wird nicht erhoben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Nachtnetz&amp;quot;&amp;gt;[https://www.ostwind.ch/assets/resources/Dateien/Download/zonenplaene/2026/nachtnetz-ostwind-a4-2026.pdf OSTWIND-Nachtnetzplan], gültig ab 14. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Busverkehr ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dem Bahnhofplatz befindet sich ein regionaler Busbahnhof. Mehrere PostAuto- und Regionalbuslinien verbinden Weinfelden mit Orten, die keinen direkten Bahnanschluss besitzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Busse erschliessen unter anderem Gemeinden und Ortsteile im Raum Bürglen, Berg, Märstetten, Wigoltingen, Amlikon-Bissegg und am Ottenberg. Einige Linien übernehmen zugleich die Feinerschliessung innerhalb der Stadt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Fahrpläne sind weitgehend auf die Ankunfts- und Abfahrtszeiten der Fernverkehrs- und Regionalzüge abgestimmt. Der Bahnhof dient deshalb als zentraler Umsteigepunkt für einen grossen Teil des mittleren Thurgaus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Bauarbeiten auf den Bahnstrecken werden einzelne Haltekanten ausserdem für Bahnersatzbusse genutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Dienstleistungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im und um das Aufnahmegebäude befinden sich verschiedene Dienstleistungen und Verkaufseinrichtungen. Dazu gehören:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* ein SBB-Reisezentrum;&lt;br /&gt;
* Billettautomaten;&lt;br /&gt;
* Geschäfte und gastronomische Angebote;&lt;br /&gt;
* öffentliche Toiletten;&lt;br /&gt;
* Schliessfächer;&lt;br /&gt;
* gedeckte Wartebereiche;&lt;br /&gt;
* Veloabstellplätze;&lt;br /&gt;
* Park-and-Rail-Anlagen;&lt;br /&gt;
* Taxistandplätze und Kurzzeitparkplätze.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bahnhof ist täglich von früh bis spät zugänglich. Die Billette können am bedienten Schalter, an Automaten, über die Website der SBB und mit mobilen Anwendungen erworben werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;SBBBahnhof&amp;quot;&amp;gt;[https://www.sbb.ch/de/reiseinformationen/bahnhoefe/bahnhof-finden/bahnhof.6105.weinfelden.html Bahnhof Weinfelden], Schweizerische Bundesbahnen, abgerufen am 4. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bahnhof liegt im Gebiet des [[Tarifverbund Ostwind|Tarifverbunds OSTWIND]]. Verbundbillette gelten innerhalb der gelösten Zonen sowohl in den Zügen als auch in den regionalen Bussen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Serviceanlage Weinfelden ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Bahnhof befindet sich eine Unterhalts- und Serviceanlage von Thurbo und den SBB. Die frühere Werkhalle war für die neuen, längeren Regionalzüge des Typs FLIRT Evo nicht ausreichend dimensioniert und wurde deshalb zwischen 2023 und 2025 umfassend erneuert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die neue Halle wurde im Sommer 2025 in Betrieb genommen und Ende Oktober beziehungsweise Anfang November 2025 offiziell eröffnet. Thurbo investierte rund 18,4 Millionen Franken in das Projekt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Serviceanlage&amp;quot;&amp;gt;[https://www.thurbo.ch/erkunden/serviceanlage-weinfelden/ Neue Serviceanlage in Weinfelden], Thurbo, abgerufen am 4. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Halle ist 99 Meter lang und besitzt fünf Gleise mit einer Nutzlänge von jeweils 80 Metern. Damit können sowohl die rund 60 Meter langen dreiteiligen als auch die etwa 75 Meter langen vierteiligen FLIRT-Evo-Züge unterhalten werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gebäude wurde als energetisch optimierter Holzbau ausgeführt. Eine grossflächige Photovoltaikanlage erzeugt jährlich knapp 400&#039;000 Kilowattstunden Strom. Die eigentlichen Instandhaltungsarbeiten werden durch Fachkräfte der SBB im Auftrag von Thurbo ausgeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Weinfelden werden ausserdem neue Fahrzeuge von SBB, Thurbo und RegionAlps vor ihrem regulären Einsatz getestet und für die Betriebsaufnahme vorbereitet. Die Anlage ist damit nicht nur für den regionalen Bahnverkehr, sondern auch für das schweizweite Beschaffungsprogramm der FLIRT-Evo-Züge von Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedeutung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bahnhof Weinfelden ist das zentrale Bindeglied zwischen den Eisenbahnverbindungen im Thurtal, am Bodensee, im Hinterthurgau und in Richtung St. Gallen. Seine Lage ungefähr in der Mitte des Kantons macht ihn zu einem natürlichen Umsteigepunkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den Fernverkehr ermöglicht er direkte Fahrten nach Zürich, Bern, ins Wallis, ins Berner Oberland, nach Luzern und Konstanz. Im Regionalverkehr verbindet er nahezu alle grösseren Zentren des Kantons Thurgau miteinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bahnhof beeinflusste die Entwicklung Weinfeldens wesentlich. Rund um die Bahn entstanden Gewerbe-, Industrie- und Wohngebiete. Die gute Erreichbarkeit trug dazu bei, dass sich Weinfelden zu einem kantonalen Verwaltungs-, Bildungs-, Einkaufs- und Dienstleistungszentrum entwickelte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bahnanlagen bilden gleichzeitig eine räumliche Trennlinie innerhalb der Stadt. Die beiden Unterführungen sind deshalb nicht nur Zugänge zu den Perrons, sondern wichtige innerstädtische Verbindungen zwischen dem Zentrum und den südlichen Quartieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Ausbau des regionalen Bahnangebots und der neuen Thurbo-Serviceanlage bleibt der Bahnhof ein wichtiger Standort für den öffentlichen Verkehr und die Eisenbahnwirtschaft in der Ostschweiz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Bahnstrecke Winterthur–Romanshorn]]&lt;br /&gt;
* [[Bahnstrecke Wil–Kreuzlingen]]&lt;br /&gt;
* [[Mittelthurgaubahn]]&lt;br /&gt;
* [[Thurbo]]&lt;br /&gt;
* [[S-Bahn Zürich]]&lt;br /&gt;
* [[S-Bahn St. Gallen]]&lt;br /&gt;
* [[Liste der Bahnhöfe im Kanton Thurgau]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Hans G. Wägli: &#039;&#039;Schienennetz Schweiz und Bahnprofil Schweiz CH+.&#039;&#039; AS Verlag, Zürich 2010, ISBN 978-3-909111-74-9.&lt;br /&gt;
* Werner Stutz: &#039;&#039;Bahnhöfe der Schweiz. Von den Anfängen bis zum Ersten Weltkrieg.&#039;&#039; Orell Füssli, Zürich 1983, ISBN 3-280-01405-0.&lt;br /&gt;
* Peter Schulijk: &#039;&#039;Die Mittel-Thurgau-Bahn.&#039;&#039; Minirex, Luzern 2003, ISBN 3-907014-17-0.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://www.sbb.ch/de/reiseinformationen/bahnhoefe/bahnhof-finden/bahnhof.6105.weinfelden.html Bahnhof Weinfelden auf der Website der SBB]&lt;br /&gt;
* [https://www.thurbo.ch/reisen/sbb-fahrplan/ Fahrplan und Liniennetz von Thurbo]&lt;br /&gt;
* [https://www.thurbo.ch/erkunden/serviceanlage-weinfelden/ Serviceanlage Weinfelden]&lt;br /&gt;
* [https://network.sbb.ch/de/bahnhof/WF Fernverkehrsverbindungen ab Weinfelden]&lt;br /&gt;
* [https://www.ostwind.ch/ Tarifverbund OSTWIND]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Weinfelden railway station|Bahnhof Weinfelden}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bahnhof im Kanton Thurgau|Weinfelden]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Weinfelden]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schweizerische Bundesbahnen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Thurbo]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:S-Bahn Zürich]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:S-Bahn St. Gallen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Erbaut in den 1850er Jahren]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Spurweite 1435 mm]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Nick Frei</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://helvetia.wiki/de/index.php?title=Thurbo&amp;diff=2949</id>
		<title>Thurbo</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://helvetia.wiki/de/index.php?title=Thurbo&amp;diff=2949"/>
		<updated>2026-08-25T21:50:36Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Nick Frei: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{| class=&amp;quot;wikitable float-right&amp;quot; style=&amp;quot;float:right; width:320px; margin:0 0 1em 1em;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ &#039;&#039;&#039;Thurbo AG&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Logo&lt;br /&gt;
| [[Datei:Logo THURBO AG.svg|250px|Logo der Thurbo AG]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Unternehmensform&lt;br /&gt;
| [[Aktiengesellschaft (Schweiz)|Aktiengesellschaft]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Gründung&lt;br /&gt;
| 20. September 2001&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Betriebsaufnahme&lt;br /&gt;
| 15. Dezember 2002&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Sitz&lt;br /&gt;
| [[Kreuzlingen]], [[Kanton Thurgau]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Branche&lt;br /&gt;
| [[Eisenbahnverkehrsunternehmen]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Tätigkeitsgebiet&lt;br /&gt;
| [[Ostschweiz]] und grenznahes Ausland&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Verwaltungsratspräsident&lt;br /&gt;
| Nicolas Germanier&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Unternehmensleiterin&lt;br /&gt;
| Claudia Bossert&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Mitarbeitende&lt;br /&gt;
| rund 530 (2025)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Aktionäre&lt;br /&gt;
| [[Schweizerische Bundesbahnen|SBB]] 90 %&amp;lt;br /&amp;gt;[[Kanton Thurgau]] 10 %&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Aktienkapital&lt;br /&gt;
| 75 Millionen Franken&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Fahrgäste&lt;br /&gt;
| 34,9 Millionen (2025)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Streckennetz&lt;br /&gt;
| 658 km&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Stationen&lt;br /&gt;
| 180&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Fahrzeuge&lt;br /&gt;
| GTW und [[Stadler Flirt|Flirt Evo]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Website&lt;br /&gt;
| [https://www.thurbo.ch/ thurbo.ch]&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Die &#039;&#039;&#039;Thurbo AG&#039;&#039;&#039; ist ein schweizerisches [[Eisenbahnverkehrsunternehmen]] mit Sitz in [[Kreuzlingen]] im [[Kanton Thurgau]]. Das Unternehmen betreibt einen grossen Teil des regionalen Eisenbahnverkehrs in der [[Ostschweiz]] sowie einzelne grenzüberschreitende Verbindungen nach [[Deutschland]] und [[Österreich]]. Thurbo ist eine selbständige Tochtergesellschaft der [[Schweizerische Bundesbahnen|Schweizerischen Bundesbahnen]] (SBB), an der auch der Kanton Thurgau beteiligt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Unternehmen bedient ein rund 658 Kilometer langes Streckennetz mit etwa 180 Bahnhöfen und Haltepunkten. Das Verkehrsgebiet umfasst die [[S-Bahn St. Gallen]], die [[S-Bahn Schaffhausen]], Teile der [[S-Bahn Zürich]] im Raum [[Winterthur]] sowie Verbindungen rund um den [[Bodensee]]. Thurbo zählt damit zu den grössten Betreiberinnen des regionalen Schienenpersonenverkehrs in der Schweiz.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Portraet&amp;quot;&amp;gt;[https://www.thurbo.ch/ueber-thurbo/portraet/ Porträt der Regionalbahn Thurbo], Thurbo AG, abgerufen am 4. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 2025 beförderte Thurbo 34,9 Millionen Fahrgäste. Diese legten zusammen rund 501,2 Millionen Personenkilometer zurück. Die Pünktlichkeit betrug im selben Jahr 96,6 Prozent.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Jahresergebnis2025&amp;quot;&amp;gt;[https://www.thurbo.ch/erkunden/news/artikel/jahresergebnis25/ Medienmitteilung zum Jahresergebnis 2025], Thurbo AG, 1. Juni 2026, abgerufen am 4. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Name und Erscheinungsbild ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name &#039;&#039;&#039;Thurbo&#039;&#039;&#039; entstand im Jahr 2001 im Rahmen eines öffentlichen Wettbewerbs. Er setzt sich aus den Bestandteilen &#039;&#039;&#039;Thur&#039;&#039;&#039;gau und &#039;&#039;&#039;Bo&#039;&#039;&#039;densee zusammen. Gleichzeitig erinnert der Name an das Wort «Turbo» und soll damit Bewegung, Schnelligkeit und eine moderne Regionalbahn vermitteln.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Geschichte&amp;quot;&amp;gt;[https://www.thurbo.ch/ueber-thurbo/geschichte/ Die Höhepunkte unserer Geschichte], Thurbo AG, abgerufen am 4. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Erscheinungsbild von Thurbo ist durch eine weisse Grundfarbe und farbige Gestaltungselemente geprägt. Besonders bekannt wurden die bunten Kopfstützen und die grossen Panoramafenster der Gelenktriebwagen. Die Züge tragen neben dem Thurbo-Schriftzug auch einen Hinweis auf die Zugehörigkeit zur SBB.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Thurbo verwendet für ihr Verkehrsgebiet auch die Bezeichnung &#039;&#039;&#039;Thurbo-Land&#039;&#039;&#039;. Sie umfasst grosse Teile der Ostschweiz zwischen Winterthur, Schaffhausen, dem Bodensee, St. Gallen, dem Alpenrheintal und Graubünden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gründung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Thurbo wurde am 20. September 2001 von den Schweizerischen Bundesbahnen und der [[Mittelthurgaubahn]] gegründet. Ziel war der Aufbau eines eigenständigen Unternehmens für den Regionalverkehr in der Ostschweiz. Bereits am 19. Dezember 2001 bestellte das neue Unternehmen bei [[Stadler Rail]] in [[Bussnang]] eine erste Serie von 80 Gelenktriebwagen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Geschichte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Juni 2002 begann Thurbo mit der eigenen Ausbildung von Lokführerinnen und Lokführern. Der fahrplanmässige Betrieb wurde in der Nacht auf den 15. Dezember 2002 aufgenommen. Der erste Thurbo-Zug war der sogenannte «Thurgau Nightliner», der zugleich zu den ersten regelmässigen Nachtzügen der Ostschweiz gehörte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Geschichte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Thurbo übernahm einen wesentlichen Teil des früher von der Mittelthurgaubahn betriebenen Regionalverkehrs. Dazu gehörten die Verbindungen von [[Wil SG]] über [[Weinfelden]] nach Kreuzlingen sowie weitere Linien im Kanton Thurgau und in angrenzenden Regionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ausbau des Angebots ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Jahren nach der Betriebsaufnahme wurde das Angebot schrittweise erweitert. Zwischen 2003 und 2008 führte Thurbo auf zahlreichen Strecken den Halbstundentakt ein. Die neuen Gelenktriebwagen ermöglichten gegenüber älteren lokomotivbespannten Zügen einen wirtschaftlicheren Betrieb und kürzere Wendezeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 10. Dezember 2006 übernahm Thurbo den Betrieb auf der [[Tösstalbahn]] zwischen Winterthur und [[Rüti ZH]]. Die Strecke wird als Linie [[S26 (S-Bahn Zürich)|S26]] in das Netz der S-Bahn Zürich einbezogen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Geschichte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der umfassenden Neugestaltung der [[S-Bahn St. Gallen]] im Dezember 2013 erhielt Thurbo zusätzliche Aufgaben. Das Unternehmen übernahm unter anderem den Betrieb weiterer Linien und verstärkte seine Stellung als wichtigste Regionalbahn der Ostschweiz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Dezember 2018 ging der Betrieb der Linie S33 zwischen Winterthur und Schaffhausen an die SBB über. Gleichzeitig wurde das Angebot auf anderen Strecken im Kanton Thurgau ausgebaut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Trennung von Betrieb und Infrastruktur ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Thurbo war zunächst nicht nur Eisenbahnverkehrsunternehmen, sondern besass auch die Bahnstrecke Kreuzlingen–Weinfelden–Wil. Die Infrastruktur wurde jedoch im Auftrag des Unternehmens von der SBB bewirtschaftet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rückwirkend auf den 1. Januar 2019 wurde diese Strecke vollständig in die Infrastruktur der SBB integriert. Seitdem ist Thurbo ein reines Eisenbahnverkehrsunternehmen ohne eigenes Schienennetz.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Geschichte&amp;quot; /&amp;gt; Die von Thurbo befahrenen Gleise, Bahnhöfe, Sicherungsanlagen und Fahrleitungen gehören hauptsächlich der SBB und teilweise der [[Schweizerische Südostbahn|Schweizerischen Südostbahn]] (SOB).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Trennung ermöglicht es Thurbo, sich auf den Fahrbetrieb, die Einsatzplanung, die Kundenbetreuung und die Entwicklung des regionalen Verkehrsangebots zu konzentrieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Grenzüberschreitender Verkehr ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grenzüberschreitende Verbindungen gehören seit der Gründung zu den besonderen Merkmalen des Unternehmens. Thurbo-Züge verkehren unter anderem nach Konstanz und [[Waldshut]] in Deutschland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Dezember 2021 wurde die Linie S7 von Romanshorn über [[St. Margrethen]] und [[Bregenz]] nach [[Lindau-Reutin]] verlängert. Seit dem Fahrplanwechsel vom Dezember 2024 verkehren einzelne Züge weiter bis [[Lindau-Insel]]. Die Verbindung wird in Zusammenarbeit mit den [[Österreichische Bundesbahnen|Österreichischen Bundesbahnen]] betrieben.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.thurbo.ch/freizeit/ausflugstipps/der-drei-laender-linie/ Die Drei-Länder-Linie], Thurbo AG, abgerufen am 4. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit verbindet die Linie S7 die Schweiz, Österreich und Deutschland. Sie dient sowohl dem Pendlerverkehr als auch dem Tourismus rund um den Bodensee.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Unternehmen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Eigentumsverhältnisse ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Thurbo ist eine privatrechtlich organisierte Aktiengesellschaft. Das Aktienkapital beträgt 75 Millionen Franken und ist in 750&#039;000 vollständig liberierte Namenaktien mit einem Nennwert von jeweils 100 Franken eingeteilt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Organisation2025&amp;quot;&amp;gt;[https://report.thurbo.ch/2025/organisation.html Organisation und Corporate Governance], Geschäftsbericht 2025 der Thurbo AG, abgerufen am 4. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die SBB hält 90 Prozent der Aktien. Die restlichen 10 Prozent gehören dem Kanton Thurgau.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.thurbo.ch/ueber-thurbo/sponsoring/ Dienstleistungssponsoring und Eigentumsverhältnisse], Thurbo AG, abgerufen am 4. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Verwaltungsrat besteht deshalb überwiegend aus Vertretern der SBB; ein Sitz ist für die Vertretung des Kantons Thurgau vorgesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit dem 1. März 2026 ist Nicolas Germanier Präsident des Verwaltungsrats. Unternehmensleiterin ist seit Anfang 2019 Claudia Bossert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Organisation&amp;quot;&amp;gt;[https://www.thurbo.ch/ueber-thurbo/organisation/ Organisation der Thurbo AG], abgerufen am 4. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Personal und Organisation ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Thurbo beschäftigte 2025 rund 530 Mitarbeitende. Dazu gehören Lokführer, Kundenbegleiter, Disponenten sowie Fachleute für Betrieb, Technik, Finanzen, Personal, Sicherheit und Angebotsentwicklung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Organisation2025&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Geschäftsstelle befindet sich in Kreuzlingen. Dort arbeiten rund 50 Personen in den sechs Unternehmensbereichen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Markt&lt;br /&gt;
* Betrieb&lt;br /&gt;
* Technik&lt;br /&gt;
* Finanzen&lt;br /&gt;
* Human Resources Management&lt;br /&gt;
* Sicherheit, Prozesse und Qualität&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mehr als 400 Lokführerinnen und Lokführer sind auf acht regionale Standorte verteilt. Diese befinden sich in Kreuzlingen, [[Romanshorn]], [[Rorschach]], [[Schaffhausen]], [[St. Gallen]], Weinfelden, Wil und Winterthur.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Portraet&amp;quot; /&amp;gt; Durch diese dezentrale Organisation können Personal und Fahrzeuge in der Nähe der jeweiligen Einsatzstrecken stationiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Disposition in Kreuzlingen koordiniert den täglichen Einsatz der Züge und des Lokpersonals. Im Jahr 2025 wurden durchschnittlich 1120 Züge pro Tag disponiert. Bei technischen Störungen, Verspätungen oder Personalausfällen greift die Disposition in den laufenden Betrieb ein.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Jahresergebnis2025&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zusammenarbeit mit der SBB ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl Thurbo als eigenständiges Unternehmen auftritt, arbeitet die Regionalbahn in zahlreichen Bereichen eng mit der SBB zusammen. Die SBB stellt einen grossen Teil der Infrastruktur bereit und übernimmt im Auftrag von Thurbo wesentliche Aufgaben beim Unterhalt der Fahrzeuge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Steuerung des Zugverkehrs erfolgt hauptsächlich durch die SBB-Betriebszentrale Ost am [[Flughafen Zürich]]. Auf Strecken der Südostbahn ist deren Betriebszentrale in [[Herisau]] zuständig. Der Billettverkauf ist in die gemeinsamen Vertriebssysteme des schweizerischen öffentlichen Verkehrs integriert. Thurbo betreibt deshalb keine eigenen Bahnhofschalter.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Portraet&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verkehrsgebiet ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Verkehrsgebiet von Thurbo erstreckt sich über sieben Schweizer Kantone und Teile des grenznahen Auslands. Das Unternehmen ist vor allem in folgenden Regionen tätig:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Kanton Thurgau]]&lt;br /&gt;
* [[Kanton St. Gallen]]&lt;br /&gt;
* [[Kanton Schaffhausen]]&lt;br /&gt;
* nordöstlicher [[Kanton Zürich]]&lt;br /&gt;
* Raum [[Appenzell Ausserrhoden]]&lt;br /&gt;
* [[Alpenrheintal]]&lt;br /&gt;
* nördlicher [[Kanton Graubünden]]&lt;br /&gt;
* Bodenseeregion in Deutschland und Österreich&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Thurbo betreibt Linien der S-Bahn St. Gallen, der S-Bahn Schaffhausen und der S-Bahn Zürich. Hinzu kommen grenzüberschreitende Regionalverbindungen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.thurbo.ch/ueber-thurbo/streckennetz-ostschweiz/ Streckennetz Ostschweiz], Thurbo AG, abgerufen am 4. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wichtige Knotenpunkte im Thurbo-Netz sind:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Bahnhof Winterthur|Winterthur]]&lt;br /&gt;
* [[Bahnhof Schaffhausen|Schaffhausen]]&lt;br /&gt;
* [[Bahnhof Kreuzlingen|Kreuzlingen]]&lt;br /&gt;
* [[Bahnhof Weinfelden|Weinfelden]]&lt;br /&gt;
* [[Bahnhof Romanshorn|Romanshorn]]&lt;br /&gt;
* [[Bahnhof Wil SG|Wil]]&lt;br /&gt;
* [[Bahnhof St. Gallen|St. Gallen]]&lt;br /&gt;
* [[Bahnhof Rorschach|Rorschach]]&lt;br /&gt;
* [[Bahnhof Sargans|Sargans]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den bekannten von Thurbo betriebenen Linien gehören die Seelinie zwischen Schaffhausen, Kreuzlingen, Romanshorn und St. Gallen, die Tösstallinie zwischen Winterthur und Rüti, die Verbindung Wil–Weinfelden–Romanshorn sowie verschiedene Linien im Raum St. Gallen, im Rheintal und rund um den Bodensee.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf mehreren Strecken werden die Züge im Halbstundentakt geführt. In schwächer besiedelten Gebieten besteht meist ein Stundentakt. Am Wochenende und vor allgemeinen Feiertagen betreibt Thurbo zudem einen grossen Teil des Ostschweizer Nachtnetzes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fahrzeuge ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gelenktriebwagen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Erscheinungsbild von Thurbo wurde während mehr als zwei Jahrzehnten durch Niederflur-Gelenktriebwagen des Herstellers Stadler Rail geprägt. Zwischen 2003 und 2013 lieferte Stadler insgesamt 95 Fahrzeuge an das Unternehmen. Im Jahr 2018 kamen 13 zuvor bei der SBB eingesetzte Gelenktriebwagen hinzu.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Fahrzeuge&amp;quot;&amp;gt;[https://www.thurbo.ch/ueber-thurbo/fahrzeuge/ Fahrzeuge der Thurbo AG], abgerufen am 4. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die bisherige Flotte umfasste insgesamt 110 Fahrzeuge unterschiedlicher Bauarten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Gelenktriebwagen der Thurbo AG&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Anzahl&lt;br /&gt;
! Bauart&lt;br /&gt;
! Baureihe&lt;br /&gt;
! Länge&lt;br /&gt;
! Höchstgeschwindigkeit&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 41&lt;br /&gt;
| GTW 2/6 «AK»&lt;br /&gt;
| RABe 526 701–708 und 719–751&lt;br /&gt;
| 39,4 m&lt;br /&gt;
| 140 km/h&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 13&lt;br /&gt;
| GTW 2/8 «Arc jurassien»&lt;br /&gt;
| RABe 526 260–265 und 280–286&lt;br /&gt;
| 53,5 m&lt;br /&gt;
| 140 km/h&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 2&lt;br /&gt;
| GTW 2/8 «Seetaler»&lt;br /&gt;
| RABe 520 000 und 016&lt;br /&gt;
| 53,5 m&lt;br /&gt;
| 115 km/h&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 54&lt;br /&gt;
| GTW 2/8 «AKL»&lt;br /&gt;
| RABe 526 752–805&lt;br /&gt;
| 54,5 m&lt;br /&gt;
| 140 km/h&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Fahrzeuge besitzen Niederflureinstiege, Klimaanlagen und grosse Fenster. Sie können je nach Fahrgastaufkommen einzeln oder in Mehrfachtraktion eingesetzt werden. Ein charakteristisches Merkmal des GTW ist das zwischen den Fahrgastteilen angeordnete Antriebsmodul.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Flirt Evo ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Mai 2022 bestellten SBB, Thurbo und [[RegionAlps]] gemeinsam eine neue Generation einstöckiger Regionalzüge bei Stadler Rail. Von den bestellten Fahrzeugen sind 107 für Thurbo vorgesehen. Zusätzlich besteht eine Option auf 40 weitere Züge.&amp;lt;ref name=&amp;quot;FlirtEvo&amp;quot;&amp;gt;[https://www.thurbo.ch/erkunden/neue-thurbo-fahrzeuge/ Neue Thurbo-Fahrzeuge des Typs Flirt Evo], Thurbo AG, abgerufen am 4. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Thurbo bestellt zwei unterschiedliche Ausführungen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Flirt Evo der Thurbo AG&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Anzahl&lt;br /&gt;
! Ausführung&lt;br /&gt;
! Wagen&lt;br /&gt;
! Länge&lt;br /&gt;
! Sitzplätze&lt;br /&gt;
! Höchstgeschwindigkeit&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 88&lt;br /&gt;
| Flirt Evo kurz&lt;br /&gt;
| dreiteilig&lt;br /&gt;
| 57,8 m&lt;br /&gt;
| 134&lt;br /&gt;
| 160 km/h&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 19&lt;br /&gt;
| Flirt Evo lang&lt;br /&gt;
| vierteilig&lt;br /&gt;
| 73,5 m&lt;br /&gt;
| 146&lt;br /&gt;
| 160 km/h&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die neuen Fahrzeuge sind über ihre gesamte Länge stufenfrei begehbar. Sie verfügen über rollstuhlgängige Toiletten, Rollstuhlplätze in beiden Wagenklassen, Steckdosen, einen verbesserten Mobilfunkempfang und grössere Mehrzweckbereiche für Fahrräder, Kinderwagen und Gepäck. Eine stärkere Motorisierung soll insbesondere auf Strecken mit kurzen Halteabständen zur Verbesserung der Pünktlichkeit beitragen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Fahrzeuge&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der erste Flirt Evo wurde im November 2025 in Weinfelden auf den Namen «Thurgau» getauft. Am 5. Januar 2026 wurde ein Fahrzeug erstmals mit Fahrgästen auf der Linie S9 zwischen Wil und [[Wattwil]] eingesetzt. Der reguläre Betrieb begann am 6. Juli 2026 auf der Linie S26 zwischen Winterthur und Rüti ZH.&amp;lt;ref name=&amp;quot;FlirtEvo&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfangs standen auf der S26 zwei neue Fahrzeuge zur Verfügung. Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2026 sollen dort acht vierteilige Flirt Evo eingesetzt werden. Die schrittweise Ablösung der gesamten GTW-Flotte ist bis Mitte der 2030er-Jahre vorgesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Unterhalt ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der schwere Unterhalt und die Revision der Thurbo-Fahrzeuge werden von der SBB durchgeführt. Eine zentrale Rolle spielt dabei das Regionale Instandhaltungscenter Ostschweiz in [[Oberwinterthur]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für kleinere Unterhaltsarbeiten und die Vorbereitung der Flirt-Evo-Züge dient die Serviceanlage in Weinfelden. Die bestehende Anlage wurde ab 2023 umfassend erweitert und am 1. November 2025 neu eröffnet. Thurbo investierte rund 18,4 Millionen Franken in den Umbau.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Jahresergebnis2025&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die neue Halle ist lang genug für die vierteiligen Flirt-Evo-Züge. In der Anlage werden Fahrzeuge kontrolliert, gereinigt und für den Einsatz vorbereitet. Auch die Inbetriebsetzung neuer Züge erfolgt teilweise in Weinfelden. Eine Photovoltaikanlage an der Fassade und auf dem Dach erzeugt jährlich knapp 400&#039;000 Kilowattstunden Strom.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fahrgastbetrieb ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Thurbo konzentriert sich auf den regionalen Personenverkehr. Die Züge halten im Vergleich zum Fernverkehr in kurzen Abständen und erschliessen zahlreiche kleinere Gemeinden. Die durchschnittliche Reise eines Fahrgastes mit Thurbo dauert rund zehn Minuten und umfasst eine Strecke von gut 13 Kilometern.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Portraet&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Fahrausweise werden nach den Tarifen des schweizerischen öffentlichen Verkehrs verkauft. Innerhalb des Hauptverkehrsgebiets gelten insbesondere die Angebote des [[Tarifverbund Ostwind|Tarifverbunds OSTWIND]] und des [[Zürcher Verkehrsverbund]]s. Auf grenzüberschreitenden Strecken kommen zusätzliche internationale Tarife und regionale Angebote wie das Bodensee-Ticket zur Anwendung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kundenbegleiter führen Stichkontrollen durch und erheben Fahrgastzahlen. Im Jahr 2025 wurden durchschnittlich 3834 Fahrausweis- und Frequenzerhebungen pro Tag vorgenommen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Jahresergebnis2025&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kennzahlen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Kennzahlen der Thurbo AG für 2025&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Kennzahl&lt;br /&gt;
! Wert&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Fahrgäste&lt;br /&gt;
| 34,9 Millionen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Personenkilometer&lt;br /&gt;
| 501,2 Millionen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Streckennetz&lt;br /&gt;
| 658 Kilometer&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Bediente Bahnhöfe und Haltepunkte&lt;br /&gt;
| 180&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Disponierte Züge&lt;br /&gt;
| durchschnittlich 1120 pro Tag&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Mitarbeitende&lt;br /&gt;
| rund 530&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Pünktlichkeit&lt;br /&gt;
| 96,6 Prozent&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Unternehmensergebnis&lt;br /&gt;
| 1,2 Millionen Franken&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Unternehmensergebnis von 1,2 Millionen Franken entsprach 2025 rund 0,6 Prozent des Umsatzes. Im subventionierten regionalen Personenverkehr strebt Thurbo grundsätzlich ein Ergebnis nahe der sogenannten schwarzen Null an. Ein erheblicher Teil des Verkehrsangebots wird von Bund und Kantonen bestellt und durch Abgeltungen mitfinanziert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Jahresergebnis2025&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedeutung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Thurbo übernimmt eine zentrale Rolle bei der Erschliessung der Ostschweiz. Viele von ihr bediente Orte verfügen über keinen Fernverkehrshalt und sind für ihre Verbindung zu regionalen Zentren auf die S-Bahn angewiesen. Die Züge stellen Anschlüsse an den Fernverkehr in Winterthur, Schaffhausen, St. Gallen, Sargans und weiteren Knotenbahnhöfen her.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besondere Bedeutung besitzt das Unternehmen im Kanton Thurgau. Rund ein Drittel der von Thurbo bedienten Bahnhöfe und Haltepunkte liegt in diesem Kanton.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Jahresergebnis2025&amp;quot; /&amp;gt; Die Beteiligung des Kantons am Unternehmen soll eine direkte Mitwirkung an der strategischen Entwicklung des Regionalverkehrs ermöglichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Verbindungen nach Konstanz, Waldshut, Bregenz und Lindau trägt Thurbo zudem zur grenzüberschreitenden Mobilität in der internationalen Bodenseeregion bei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Mittelthurgaubahn]]&lt;br /&gt;
* [[Schweizerische Bundesbahnen]]&lt;br /&gt;
* [[Stadler Rail]]&lt;br /&gt;
* [[S-Bahn St. Gallen]]&lt;br /&gt;
* [[S-Bahn Schaffhausen]]&lt;br /&gt;
* [[S-Bahn Zürich]]&lt;br /&gt;
* [[Öffentlicher Verkehr im Kanton Thurgau]]&lt;br /&gt;
* [[Liste der Schweizer Eisenbahngesellschaften]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Hans G. Wägli: &#039;&#039;Schienennetz Schweiz und Bahnprofil Schweiz CH+&#039;&#039;. AS Verlag, Zürich 2010, ISBN 978-3-909111-74-9.&lt;br /&gt;
* Hans F. Wägli: &#039;&#039;Bahnprofil Schweiz 2005&#039;&#039;. Diplory Verlag, Grafenried 2004.&lt;br /&gt;
* Peter Willen: &#039;&#039;Lokomotiven und Triebwagen der Schweizer Bahnen&#039;&#039;. Band 1, Orell Füssli, Zürich.&lt;br /&gt;
* Theo Stolz: &#039;&#039;Triebfahrzeuge der Schweiz&#039;&#039;. Minirex, Luzern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://www.thurbo.ch/ Offizielle Website der Thurbo AG]&lt;br /&gt;
* [https://www.thurbo.ch/ueber-thurbo/portraet/ Unternehmensporträt]&lt;br /&gt;
* [https://www.thurbo.ch/ueber-thurbo/geschichte/ Geschichte von Thurbo]&lt;br /&gt;
* [https://www.thurbo.ch/ueber-thurbo/streckennetz-ostschweiz/ Streckennetz der Ostschweiz]&lt;br /&gt;
* [https://www.thurbo.ch/ueber-thurbo/fahrzeuge/ Fahrzeugübersicht]&lt;br /&gt;
* [https://report.thurbo.ch/ Geschäftsberichte der Thurbo AG]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Eisenbahnverkehrsunternehmen (Schweiz)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bahngesellschaft (Schweiz)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Unternehmen (Kreuzlingen)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Verkehr (Kanton Thurgau)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Verkehr (Kanton St. Gallen)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Verkehr (Kanton Schaffhausen)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Verkehr (Kanton Zürich)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schweizerische Bundesbahnen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Unternehmensgründung 2001]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Nick Frei</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://helvetia.wiki/de/index.php?title=Guillaume_Henri_Dufour&amp;diff=2948</id>
		<title>Guillaume Henri Dufour</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://helvetia.wiki/de/index.php?title=Guillaume_Henri_Dufour&amp;diff=2948"/>
		<updated>2026-08-25T21:50:22Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Nick Frei: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{| class=&amp;quot;wikitable float-right&amp;quot; style=&amp;quot;float:right; width:315px; margin:0 0 1em 1em;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; | Guillaume Henri Dufour&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:center;&amp;quot; | [[Datei:Guillaume Henri Dufour.jpg|280px|Guillaume Henri Dufour]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Vollständiger Name&lt;br /&gt;
| Guillaume Henri Dufour&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Französische Schreibweise&lt;br /&gt;
| Guillaume-Henri Dufour&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Geboren&lt;br /&gt;
| 15. September 1787&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Geburtsort&lt;br /&gt;
| Konstanz&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Gestorben&lt;br /&gt;
| 14. Juli 1875&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Sterbeort&lt;br /&gt;
| Les Eaux-Vives, heute [[Genf]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Bürgerort&lt;br /&gt;
| Genf&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Staatsangehörigkeit&lt;br /&gt;
| [[Schweiz|schweizerisch]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Berufe&lt;br /&gt;
| Offizier, Ingenieur, Kartograf, Politiker&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Militärischer Rang&lt;br /&gt;
| General&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Ehepartnerin&lt;br /&gt;
| Suzanne Bonneton&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Konfession&lt;br /&gt;
| reformiert&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Bekannt für&lt;br /&gt;
| [[Sonderbundskrieg]], [[Dufourkarte]], Mitgründung des [[Internationales Komitee vom Roten Kreuz|Internationalen Komitees vom Roten Kreuz]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Unterschrift&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;text-align:center;&amp;quot; | [[Datei:Signature general dufour.png|180px|Unterschrift von Guillaume Henri Dufour]]&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Guillaume Henri Dufour&#039;&#039;&#039;, häufig auch &#039;&#039;&#039;Guillaume-Henri Dufour&#039;&#039;&#039; geschrieben (* 15. September 1787 in Konstanz; † 14. Juli 1875 in Les Eaux-Vives, heute [[Genf]]), war ein Schweizer Offizier, General, Ingenieur, Kartograf, Hochschullehrer und Politiker. Er gehört zu den prägenden Persönlichkeiten der modernen Schweiz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dufour führte 1847 die eidgenössischen Truppen im [[Sonderbundskrieg]]. Durch eine kurze, militärisch entschlossene und zugleich auf die Begrenzung von Gewalt ausgerichtete Kriegführung trug er wesentlich dazu bei, dass der innerschweizerische Konflikt ohne lang anhaltenden Bürgerkrieg beendet werden konnte. Der Sieg der eidgenössischen Truppen schuf eine wichtige Voraussetzung für die Gründung des schweizerischen Bundesstaates von 1848.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Oberstquartiermeister leitete Dufour die Vermessungsarbeiten für die erste amtliche Karte, die das gesamte Gebiet der Schweiz erfasste. Die zwischen 1845 und 1865 veröffentlichte [[Dufourkarte]] wurde nach ihm benannt. Dufour gründete zudem das Eidgenössische Topographische Bureau, aus dem später das [[Bundesamt für Landestopografie swisstopo]] hervorging.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1863 gehörte er gemeinsam mit [[Henry Dunant]], [[Gustave Moynier]], [[Louis Appia]] und [[Théodore Maunoir]] zu den fünf Gründern des heutigen [[Internationales Komitee vom Roten Kreuz|Internationalen Komitees vom Roten Kreuz]]. Dufour war dessen erster Präsident.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Herkunft und Familie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Guillaume Henri Dufour wurde in Konstanz geboren, wo seine Genfer Eltern im Exil lebten. Sein Vater Bénédict Dufour war Uhrmacher und hatte sich an den politischen Auseinandersetzungen in der Republik Genf beteiligt. Seine Mutter war Pernette Dufour, geborene Valentin.&amp;lt;ref name=&amp;quot;hls_dufour&amp;quot;&amp;gt;[https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/003862/ Guillaume-Henri Dufour], Historisches Lexikon der Schweiz, abgerufen am 3. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Familie war nach den Genfer Unruhen von 1782 aus ihrer Heimat geflohen. Als Guillaume Henri zwei Jahre alt war, kehrten seine Eltern nach Genf zurück. Dort besuchte er die Schule und erhielt Unterricht in den Geisteswissenschaften, in Mathematik, Physik und Zeichnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu seinen Lehrern gehörte der Naturwissenschaftler [[Marc-Auguste Pictet]], der sein Interesse an Mathematik und Technik förderte. Dufour beschäftigte sich zeitweise auch mit Medizin, entschied sich jedoch schliesslich für eine technische und militärische Ausbildung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 15. September 1817 heiratete er Suzanne Bonneton, eine Tochter des Kupferstechers Théodore Bonneton. Das Ehepaar hatte vier Töchter. Eine von ihnen, Anne Octavie L’Hardy-Dufour, schuf ein bekanntes Porträt ihres Vaters.&amp;lt;ref name=&amp;quot;familie_dufour&amp;quot;&amp;gt;[https://www.bge-geneve.ch/iconographie/personne/susanne-dufour-nee-bonneton Susanne Dufour née Bonneton], Bibliothèque de Genève, abgerufen am 3. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ausbildung in Frankreich ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1807 trat Dufour in die [[École polytechnique]] in Paris ein. Die Hochschule verband mathematisch-naturwissenschaftliche Studien mit der Ausbildung für technische und militärische Berufe. Dufour gehörte zu den erfolgreichsten Studenten seines Jahrgangs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Abschluss wechselte er an die Artillerie- und Genieschule in Metz. Dort wurde er zum militärischen Ingenieur ausgebildet. Zu seinen Studiengebieten gehörten Festungsbau, Vermessung, Mechanik, Baustatik, Artilleriewesen und militärische Topografie.&amp;lt;ref name=&amp;quot;armee_dufour&amp;quot;&amp;gt;[https://www.vtg.admin.ch/en/guillaume-henri-dufour-1787--1875 Guillaume Henri Dufour 1787–1875], Schweizer Armee, abgerufen am 3. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die technisch-wissenschaftliche Ausbildung in Frankreich prägte seine spätere Tätigkeit. Dufour betrachtete den Ingenieurberuf nicht nur als handwerkliche Praxis, sondern als eine auf Mathematik, Beobachtung und systematischer Forschung beruhende Wissenschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Dienst in der französischen Armee ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1811 trat Dufour als Offizier des Geniekorps in die französische Armee ein. Er wurde nach [[Korfu]] entsandt, das damals von französischen Truppen besetzt war. Dort arbeitete er an Festungsanlagen und Verteidigungswerken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während eines britischen Angriffs auf ein Schiff wurde Dufour 1813 verwundet. Für seinen Einsatz erhielt er das Ritterkreuz der französischen [[Ehrenlegion]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Übergabe Korfus an die Briten kehrte er nach Frankreich zurück. Während der Herrschaft der Hundert Tage im Jahr 1815 war er an der Verteidigung von Lyon beteiligt. Nach dem endgültigen Sturz Napoleons verlor seine militärische Laufbahn in Frankreich jedoch ihre Grundlage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1817 verliess Dufour die französische Armee und kehrte nach Genf zurück. Die Stadt war inzwischen als Kanton der Schweizerischen Eidgenossenschaft beigetreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ingenieur in Genf ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dufour wurde 1817 in den Dienst des Kantons Genf aufgenommen und arbeitete bis 1850 als Kantonsingenieur. Er war für Strassen, Brücken, Hafenanlagen, Befestigungen und städtebauliche Projekte verantwortlich.&amp;lt;ref name=&amp;quot;armee_dufour&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wandelte sich Genf von einer befestigten Stadt zu einem modernen Wirtschafts- und Verkehrszentrum. Dufour wirkte an der Umgestaltung der Uferbereiche, am Ausbau der Verkehrswege und an der Verbesserung der städtischen Infrastruktur mit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu seinen bekanntesten technischen Arbeiten gehörte eine 1823 errichtete Hängebrücke bei der Promenade Saint-Antoine. Sie war eine der frühesten europäischen Hängebrücken, deren Tragkonstruktion aus Drahtseilen bestand. Dufour arbeitete dabei mit Marc-Auguste Pictet und dem französischen Brückenbauer Marc Seguin zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er beteiligte sich ausserdem an der Planung von Brücken über die Rhone, an der Gestaltung der Genfer Quaianlagen und an der Umwandlung militärischer Befestigungsbereiche in öffentlich nutzbare Stadträume. Seine Projekte verbanden technische Zweckmässigkeit mit städtebaulichen und ästhetischen Überlegungen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;unige_wissenschaftler&amp;quot;&amp;gt;[https://www.unige.ch/campus/numeros/119/tetechercheuse/ Le général qui aimait les sciences], Universität Genf, abgerufen am 3. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dufour lehrte zeitweise Mathematik an der Genfer Akademie. Er veröffentlichte zudem Arbeiten über Festungsbau, Brückenbau, Artillerie, Mechanik und militärische Taktik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Aufbau der eidgenössischen Armee ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach seiner Rückkehr trat Dufour auch in den eidgenössischen Militärdienst ein. 1817 erhielt er den Rang eines Hauptmanns. Bereits 1820 wurde er zum Oberstleutnant und 1827 zum Oberst befördert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;armee_dufour&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1819 gehörte er zu den Mitbegründern der Eidgenössischen Militärschule in [[Thun]]. Dort bildete er Offiziere der Artillerie und der Genietruppen aus. Von 1831 bis 1834 leitete er die Schule.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu seinen Schülern gehörte Louis-Napoléon Bonaparte, der spätere französische Kaiser [[Napoleon III.]]. Zwischen beiden entwickelte sich eine langjährige persönliche Beziehung. Diese Verbindung spielte später während diplomatischer Spannungen zwischen der Schweiz und Frankreich eine gewisse Rolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dufour setzte sich für eine einheitlichere Organisation der kantonalen Truppen ein. Die damalige Eidgenossenschaft besass noch keine vollständig zentralisierte Armee. Die einzelnen Kantone stellten eigene Kontingente, die sich in Ausbildung, Ausrüstung und militärischer Tradition unterschieden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1840 schlug Dufour eine gemeinsame eidgenössische Truppenfahne mit einem weissen Kreuz auf rotem Grund vor. Sie sollte die kantonalen Kontingente sichtbar zu einer gemeinsamen Armee verbinden. Das Schweizerkreuz wurde 1841 für die eidgenössischen Truppen eingeführt und entwickelte sich zu einem zentralen Symbol des Bundesstaates.&amp;lt;ref name=&amp;quot;bundesarchiv_kreuz&amp;quot;&amp;gt;[https://www.bar.admin.ch/en/white-on-red-the-swiss-cross White on Red: the Swiss Cross], Schweizerisches Bundesarchiv, abgerufen am 3. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Oberstquartiermeister und Generalstabschef ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1832 wurde Dufour zum Oberstquartiermeister der Eidgenossenschaft ernannt. Dieses Amt entsprach weitgehend der späteren Funktion eines Generalstabschefs. Er war für militärische Planung, Ausbildung, Mobilmachung und Landesvermessung verantwortlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dufour entwickelte Grundsätze für eine einheitlichere Führung der eidgenössischen Truppen. Er legte Wert auf gut ausgebildete Offiziere, genaue Karten, zuverlässige Nachrichtenverbindungen und die koordinierte Bewegung verschiedener Truppengattungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seine Schriften zur Taktik beeinflussten mehrere Generationen schweizerischer Offiziere. Er vertrat eine defensive Militärdoktrin, die auf den Schutz des Landes, die Nutzung des Geländes und die rasche Mobilisierung der Milizarmee ausgerichtet war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sonderbundskrieg ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Politischer Hintergrund ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den 1840er-Jahren verschärften sich die Gegensätze zwischen liberalen und konservativen Kantonen. Die katholisch-konservativen Kantone Luzern, Uri, Schwyz, Unterwalden, Zug, Freiburg und Wallis schlossen 1845 den sogenannten [[Sonderbund]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die liberale Mehrheit der Tagsatzung erklärte den Sonderbund 1847 für unvereinbar mit dem Bundesvertrag und beschloss dessen Auflösung. Am 21. Oktober 1847 ernannte die Tagsatzung Dufour zum Oberbefehlshaber der eidgenössischen Truppen und verlieh ihm den Rang eines Generals.&amp;lt;ref name=&amp;quot;armee_dufour&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Rang eines Generals ist in der Schweiz kein dauerhafter militärischer Dienstgrad. Ein General wird von den Bundesbehörden gewählt, wenn eine grössere Mobilmachung oder ein Krieg die einheitliche Führung der Armee erfordert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Humanitäre Befehle ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dufour betrachtete den bevorstehenden Konflikt als einen Krieg zwischen Angehörigen desselben Landes. Er wollte verhindern, dass aus der militärischen Auseinandersetzung ein lang anhaltender Religions- oder Rachekrieg entstand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seinen Befehlen verlangte er von den Soldaten, Zivilpersonen, Verwundete, Gefangene und Wehrlose zu schonen. Kirchen, Klöster und privates Eigentum sollten respektiert werden. Plünderungen und unnötige Zerstörungen waren ausdrücklich verboten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An seine Divisionskommandanten schrieb er sinngemäss, dass die Armee aus dem Kampf nicht nur siegreich, sondern auch ohne moralischen Makel hervorgehen müsse. Diese Haltung entsprach Grundsätzen, die Dufour später bei der Gründung des Roten Kreuzes vertrat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verlauf ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die eidgenössische Armee ging rasch und koordiniert gegen die voneinander getrennten Sonderbundskantone vor. Dufour vermied nach Möglichkeit verlustreiche Frontalangriffe und versuchte, Gegner durch Umfassung, Verhandlungen und die Demonstration militärischer Überlegenheit zur Aufgabe zu bewegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Freiburg kapitulierte im November 1847, bevor es zu einer grösseren Schlacht kam. Kurz darauf gab auch Zug den Widerstand auf. Die entscheidenden Kämpfe fanden im Gebiet von Luzern statt, insbesondere bei Gisikon und Meierskappel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Rückzug der Sonderbundstruppen wurde Luzern von der eidgenössischen Armee besetzt. Die übrigen Kantone des Sonderbunds kapitulierten ebenfalls. Der Krieg dauerte weniger als einen Monat.&amp;lt;ref name=&amp;quot;eda_bundesstaat&amp;quot;&amp;gt;[https://www.aboutswitzerland.eda.admin.ch/dam/en/sd-web/gWCAcEYyHwKu/weg-bundesstaat_EN.pdf On the way to becoming a federal state 1815–1848], Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten, abgerufen am 3. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Vergleich zu vielen anderen Bürgerkriegen des 19. Jahrhunderts blieb die Zahl der Opfer begrenzt. Dazu trugen die kurze Dauer des Konflikts, Dufours strategische Planung und seine Befehle zur Schonung des Gegners bei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bedeutung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Sieg setzte sich Dufour gegen Demütigungen und harte Vergeltungsmassnahmen gegenüber den besiegten Kantonen ein. Die ehemaligen Sonderbundskantone sollten möglichst rasch wieder in die Eidgenossenschaft integriert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sein Verhalten brachte ihm den Ruf eines «Friedensgenerals» und «Versöhners» ein. Der Ausgang des Kriegs ermöglichte die Ausarbeitung der [[Bundesverfassung von 1848]], mit der die Schweiz von einem Staatenbund zu einem Bundesstaat wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dufours Rolle wird dennoch nicht ausschliesslich als persönliche Friedensleistung verstanden. Er war der Oberbefehlshaber einer militärischen Intervention gegen Kantone, die sich einem Mehrheitsbeschluss der Tagsatzung widersetzten. Seine historische Bedeutung liegt vor allem darin, dass er den militärischen Auftrag mit politischer Mässigung und der Begrenzung des Leids verband.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weitere Ernennungen zum General ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dufour wurde insgesamt viermal zum General und Oberbefehlshaber eidgenössischer Truppen ernannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Jahr&lt;br /&gt;
! Anlass&lt;br /&gt;
! Aufgabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1847&lt;br /&gt;
| [[Sonderbundskrieg]]&lt;br /&gt;
| Auflösung des Sonderbunds und Führung der eidgenössischen Armee&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1849&lt;br /&gt;
| Badische Revolution&lt;br /&gt;
| Schutz der Schweizer Grenze vor möglichen Übergriffen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1856&lt;br /&gt;
| [[Neuenburgerhandel]]&lt;br /&gt;
| Vorbereitung der Landesverteidigung gegenüber Preussen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1859&lt;br /&gt;
| Zweiter Italienischer Unabhängigkeitskrieg&lt;br /&gt;
| Sicherung der Schweizer Grenzen während des Kriegs in Norditalien&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der Badischen Revolution von 1849 sollte Dufour verhindern, dass Kämpfe zwischen deutschen Revolutionären und den Truppen des Grossherzogtums Baden auf Schweizer Gebiet übergriffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Neuenburgerhandel von 1856 und 1857 drohte ein Krieg mit Preussen. Der preussische König beanspruchte weiterhin Herrschaftsrechte über Neuenburg, obwohl der Kanton seit 1848 eine Republik war. Die Krise wurde diplomatisch gelöst, bevor es zu Kampfhandlungen kam.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1859 mobilisierte die Schweiz erneut Truppen, als Frankreich und das Königreich Sardinien-Piemont gegen Österreich kämpften. Dufour hatte den Auftrag, die schweizerische Neutralität und die Grenze zu sichern.&amp;lt;ref name=&amp;quot;armee_dufour&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Dufourkarte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vermessung der Schweiz ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Dufours Aufgaben als Oberstquartiermeister gehörte die Schaffung einer zuverlässigen topografischen Karte der gesamten Schweiz. Die vorhandenen kantonalen Karten unterschieden sich stark in Massstab, Genauigkeit und Darstellung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Genaue Karten waren sowohl für die militärische Landesverteidigung als auch für Strassenbau, Wissenschaft, Verwaltung und wirtschaftliche Entwicklung wichtig. Dufour koordinierte deshalb die kantonalen Vermessungen und liess ein schweizweites Netz trigonometrischer Messpunkte aufbauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Astronom und Geodät [[Johannes Eschmann]] verband zwischen 1834 und 1837 vorhandene kantonale Netze zur ersten landesweiten Haupttriangulation. Diese bildete das geodätische Grundgerüst der späteren Karte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;swisstopo_dufourkarte&amp;quot;&amp;gt;[https://www.swisstopo.admin.ch/de/dufourkarte Dufourkarte], Bundesamt für Landestopografie swisstopo, abgerufen am 3. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Eidgenössisches Topographisches Bureau ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1838 gründete Dufour in Genf das Eidgenössische Topographische Bureau. Die Institution sammelte und prüfte die von kantonalen und eidgenössischen Topografen erstellten Aufnahmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Bureau gilt als Vorläufer des heutigen Bundesamts für Landestopografie swisstopo. Dufour leitete es bis 1865. Nach seinem Rücktritt wurde der Sitz von Genf nach Bern verlegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Feldaufnahmen erfolgten im Mittelland, im Jura und im Südtessin gewöhnlich im Massstab 1:25&#039;000. In den Alpen wurde meist im Massstab 1:50&#039;000 gearbeitet. Für die Veröffentlichung wurden die Daten auf 1:100&#039;000 verkleinert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;swisstopo_dufourkarte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gestaltung und Veröffentlichung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die offizielle Bezeichnung des Kartenwerks lautete «Topographische Karte der Schweiz». Es bestand aus 25 Blättern und wurde zwischen 1845 und 1865 veröffentlicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gelände wurde mit Schraffen dargestellt. Durch eine einheitlich angenommene Beleuchtung aus nordwestlicher Richtung erhielten Berge und Täler eine plastische Wirkung. Dörfer, Städte, Strassen, Gewässer und Landesgrenzen wurden mit grosser Sorgfalt wiedergegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kupferstichkarten fanden international Anerkennung. Auf der Weltausstellung von Paris 1855 wurde das Werk mit einer Ehrenmedaille ausgezeichnet. Die Dufourkarte vermittelte erstmals ein weitgehend einheitliches geografisches Bild des gesamten Landes und stärkte damit auch die Wahrnehmung der Schweiz als zusammengehöriger Bundesstaat.&amp;lt;ref name=&amp;quot;swisstopo_kupferplatten&amp;quot;&amp;gt;[https://www.swisstopo.admin.ch/de/lang-lebe-die-kupferplatte Lang lebe die Kupferplatte], Bundesamt für Landestopografie swisstopo, abgerufen am 3. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politische Tätigkeit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dufour war nicht nur Militär und Ingenieur, sondern auch politisch tätig. Bereits 1819 wurde er in den Genfer Repräsentierenden Rat gewählt. Politisch vertrat er einen gemässigten Liberalismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Genfer Revolution von 1841 gehörte er dem Verfassungsrat an. Ab 1842 sass er sowohl im Genfer Grossen Rat als auch im Gemeinderat der Stadt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Gründung des Bundesstaates wurde Dufour in den [[Nationalrat]] gewählt. Von 1848 bis 1851 vertrat er den bernischen Wahlkreis Seeland. Von 1854 bis 1857 war er Nationalrat für den Kanton Genf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von 1862 bis 1866 vertrat er Genf im [[Ständerat]]. Dufour nahm häufig eine vermittelnde Position zwischen politischen Lagern ein. Seine öffentliche Autorität beruhte weniger auf parteipolitischer Führung als auf seinem Ansehen als Ingenieur, General und Vertreter des nationalen Zusammenhalts.&amp;lt;ref name=&amp;quot;armee_dufour&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gründung des Roten Kreuzes ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Komitee der Fünf ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Schlacht von Solferino im Jahr 1859 veröffentlichte Henry Dunant das Buch &#039;&#039;Eine Erinnerung an Solferino&#039;&#039;. Darin schlug er freiwillige Hilfsgesellschaften zur Versorgung verwundeter Soldaten sowie internationale Regeln zum Schutz des Sanitätspersonals vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Genfer Gemeinnützige Gesellschaft setzte 1863 eine fünfköpfige Kommission zur Prüfung dieser Vorschläge ein. Ihr gehörten Dufour, Dunant, Gustave Moynier, Louis Appia und Théodore Maunoir an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 17. Februar 1863 konstituierte sich die Gruppe als Internationales Komitee der Hilfsgesellschaften für die Verwundetenpflege. Daraus entwickelte sich das heutige Internationale Komitee vom Roten Kreuz.&amp;lt;ref name=&amp;quot;icrc_gruendung&amp;quot;&amp;gt;[https://www.icrc.org/en/document/icrc-150-years-humanitarian-action The ICRC: 150 years of humanitarian action], Internationales Komitee vom Roten Kreuz, abgerufen am 3. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dufour wurde aufgrund seines internationalen Ansehens und seiner militärischen Erfahrung zum ersten Präsidenten gewählt. Er übte das Amt von 1863 bis 1864 aus. Danach übernahm Gustave Moynier die Leitung, während Dufour Ehrenpräsident blieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Genfer Konvention ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dufours Beteiligung verlieh der jungen Organisation Glaubwürdigkeit bei Regierungen und militärischen Führungen. Er unterstützte Dunants humanitäre Ideen, half jedoch zugleich dabei, sie in praktisch umsetzbare Vorschläge für Armeen und Staaten zu übertragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Oktober 1863 fand in Genf eine internationale Konferenz statt, an der Vertreter mehrerer Staaten und privater Hilfsgesellschaften teilnahmen. Sie verabschiedete grundlegende Empfehlungen zur Bildung nationaler Hilfsgesellschaften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 22. August 1864 unterzeichneten zwölf Staaten die erste [[Genfer Konvention]]. Sie verpflichtete die Vertragsparteien, verwundete Soldaten und militärisches Sanitätspersonal zu schützen. Dufour gehörte als Vertreter der Schweiz zu den Unterzeichnern.&amp;lt;ref name=&amp;quot;icrc_dufour&amp;quot;&amp;gt;[https://avarchives.icrc.org/Picture/4588 Guillaume-Henri Dufour 1787–1875], Audiovisuelle Archive des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz, abgerufen am 3. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Schutzzeichen wurde ein rotes Kreuz auf weissem Grund eingeführt. Das Emblem ist die farbliche Umkehrung des Schweizerkreuzes und sollte zugleich die Neutralität der medizinischen Hilfe ausdrücken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dufours militärische Befehle aus dem Sonderbundskrieg und seine spätere Mitarbeit am Roten Kreuz zeigen eine durchgehende Überzeugung: Auch in bewaffneten Konflikten sollten Gewalt begrenzt, Wehrlose geschützt und Verwundete unabhängig von ihrer Zugehörigkeit versorgt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Persönlichkeit und öffentliches Ansehen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dufour galt als diszipliniert, arbeitsam und zurückhaltend. Er verband technische Genauigkeit mit politischem Pragmatismus. Trotz seiner militärischen Erfolge lehnte er eine Verherrlichung des Kriegs ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seine Popularität beruhte auf der Verbindung unterschiedlicher Tätigkeitsfelder. Für die liberale Schweiz verkörperte er den erfolgreichen Aufbau des Bundesstaates. In konservativen Kreisen wurde seine zurückhaltende Behandlung der besiegten Sonderbundskantone anerkannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sein öffentliches Bild wurde bereits zu Lebzeiten stark idealisiert. Dufour erschien als überparteilicher Nationalheld, Friedensgeneral und humanitärer Staatsbürger. Neuere historische Forschung untersucht neben diesen Leistungen auch die politische Inszenierung seiner Person und die Entstehung dieses Heldenbilds.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Tod ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Suzanne Dufour starb 1867. Guillaume Henri Dufour zog sich im selben Jahr weitgehend aus dem öffentlichen Leben zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er starb am 14. Juli 1875 im Alter von 87 Jahren in seinem Haus in Les Eaux-Vives. Der Ort war damals eine eigenständige Gemeinde und gehört heute zur Stadt Genf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An der Trauerfeier nahmen Vertreter des Bundes, der Kantone, der Armee und zahlreicher ausländischer Institutionen teil. Dufour wurde auf dem Cimetière des Rois in Genf beigesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Auszeichnungen und Erinnerung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Dufourspitze ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der höchste Gipfel der Schweiz im Monte-Rosa-Massiv wurde ursprünglich als «Höchste Spitze» bezeichnet. Am 28. Januar 1863 beschloss der Bundesrat, ihn zu Ehren Dufours in [[Dufourspitze]] umzubenennen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;hls_dufourspitze&amp;quot;&amp;gt;[https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/008784/ Dufourspitze], Historisches Lexikon der Schweiz, abgerufen am 3. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Dufourspitze erreicht 4634 Meter über Meer und ist damit der höchste Punkt der Schweiz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Denkmäler und Ortsnamen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der Place de Neuve in Genf steht ein Reiterdenkmal Dufours. Die von Alfred Lanz geschaffene Statue wurde 1884 eingeweiht. Sie zeigt ihn in der Uniform eines eidgenössischen Generals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zahlreiche Strassen, Plätze und öffentliche Gebäude in der Schweiz tragen seinen Namen. Dazu gehören die Rue du Général-Dufour in Genf und die Dufourstrassen in mehreren Schweizer Städten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kaserne Dufour in Thun, militärische Einrichtungen und verschiedene Vereine erinnern ebenfalls an seine Tätigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Orden ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dufour wurde mehrfach mit der französischen Ehrenlegion ausgezeichnet. 1813 erhielt er den Rang eines Ritters, später wurde er zum Offizier und Kommandeur ernannt. 1863 verlieh ihm Napoleon III. den Rang eines Grossoffiziers.&amp;lt;ref name=&amp;quot;armee_dufour&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Dufourkarte und swisstopo ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Dufourkarte zählt zu den bedeutendsten Werken der Schweizer Kartografie. Originalaufnahmen, Druckplatten und verschiedene Ausgaben werden vom Bundesamt für Landestopografie, von Bibliotheken und von Archiven aufbewahrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das 1838 von Dufour gegründete Topographische Bureau gilt als institutioneller Ursprung von swisstopo. Dufour wird deshalb nicht nur als Namensgeber eines Kartenwerks, sondern auch als Gründer der eidgenössischen Landestopografie gewürdigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedeutung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Guillaume Henri Dufour wirkte in einer Epoche, in der sich die Schweiz politisch, technisch und gesellschaftlich grundlegend veränderte. Seine Tätigkeiten verbanden mehrere zentrale Entwicklungen des 19. Jahrhunderts:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* den Übergang vom Staatenbund zum Bundesstaat&lt;br /&gt;
* den Aufbau einer gemeinsamen eidgenössischen Armee&lt;br /&gt;
* die Vereinheitlichung nationaler Symbole&lt;br /&gt;
* die wissenschaftliche Vermessung des Landes&lt;br /&gt;
* die Modernisierung der Verkehrs- und Stadtinfrastruktur&lt;br /&gt;
* die Entstehung des organisierten internationalen Humanitarismus&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seine bleibende Bedeutung liegt weniger in einer einzelnen Leistung als in der Verbindung dieser Tätigkeitsbereiche. Dufour stellte technische Kenntnisse, militärische Autorität und politisches Ansehen in den Dienst staatlicher Integration und humanitärer Regeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Werke und Schriften ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dufour veröffentlichte zahlreiche Arbeiten über Ingenieurwesen, Festungsbau, Brücken, Artillerie und militärische Taktik. Zu seinen bekannten Schriften gehören:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De la fortification permanente&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Manuel de tactique pour l’instruction des officiers suisses de toutes armes&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Cours de tactique&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Berichte und Instruktionen zur eidgenössischen Landesvermessung&lt;br /&gt;
* Erinnerungen und Dokumente zum Sonderbundskrieg&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seine Schriften wurden teilweise ins Deutsche und in andere Sprachen übersetzt. Sie dienten sowohl der Ausbildung von Offizieren als auch dem wissenschaftlichen Austausch unter Ingenieuren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Sonderbundskrieg]]&lt;br /&gt;
* [[Dufourkarte]]&lt;br /&gt;
* [[Dufourspitze]]&lt;br /&gt;
* [[Internationales Komitee vom Roten Kreuz]]&lt;br /&gt;
* [[Henry Dunant]]&lt;br /&gt;
* [[Schweizer Armee]]&lt;br /&gt;
* [[Schweizerkreuz]]&lt;br /&gt;
* [[Bundesstaat von 1848]]&lt;br /&gt;
* [[Bundesamt für Landestopografie swisstopo]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Olivier Reverdin: &#039;&#039;Guillaume-Henri Dufour. Ingénieur, cartographe, général, homme d’État, humaniste&#039;&#039;. Slatkine, Genf 1991.&lt;br /&gt;
* Roger Durand (Hrsg.): &#039;&#039;Guillaume-Henri Dufour dans son temps, 1787–1875&#039;&#039;. Société d’histoire et d’archéologie de Genève, Genf 1991.&lt;br /&gt;
* Tom F. Peters: &#039;&#039;Transitions in Engineering. Guillaume Henri Dufour and the Early 19th Century Cable Suspension Bridges&#039;&#039;. Birkhäuser, Basel 1987.&lt;br /&gt;
* Georges Grosjean: &#039;&#039;Die Dufourkarte. Entstehung und Bedeutung&#039;&#039;. Bundesamt für Landestopographie, Wabern.&lt;br /&gt;
* Edouard Chapuisat: &#039;&#039;Le général Dufour, 1787–1875&#039;&#039;. Genf 1944.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/003862/ Guillaume-Henri Dufour im Historischen Lexikon der Schweiz]&lt;br /&gt;
* [https://www.swisstopo.admin.ch/de/dufourkarte Die Dufourkarte bei swisstopo]&lt;br /&gt;
* [https://www.vtg.admin.ch/en/guillaume-henri-dufour-1787--1875 Biografie bei der Schweizer Armee]&lt;br /&gt;
* [https://www.icrc.org/en/document/icrc-150-years-humanitarian-action Geschichte des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz]&lt;br /&gt;
* [https://www.bge-geneve.ch/iconographie/personne/guillaume-henri-dufour Bilddokumente der Bibliothèque de Genève]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Guillaume Henri Dufour}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:General (Schweiz)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Militärperson (Schweiz)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person im Sonderbundskrieg]]&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Mitglied der Ehrenlegion]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schweizer]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1787]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1875]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Nick Frei</name></author>
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		<title>Schwabenkrieg</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Nick Frei: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{| class=&amp;quot;wikitable float-right&amp;quot; style=&amp;quot;float:right; width:320px; margin:0 0 1em 1em; font-size:90%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:center; font-size:120%;&amp;quot; | Schwabenkrieg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Zeitraum&lt;br /&gt;
| Januar/Februar bis 22. September 1499&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Kriegsschauplätze&lt;br /&gt;
| [[Graubünden]], [[Vorarlberg]], [[Bodensee]]raum, [[Hegau]], [[Hochrhein]], [[Sundgau]] und nördlicher [[Jura]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Konfliktparteien&lt;br /&gt;
| [[Alte Eidgenossenschaft]] und verbündete [[Drei Bünde]] gegen das [[Haus Habsburg]], den [[Schwäbischer Bund|Schwäbischen Bund]] und Truppen des [[Heiliges Römisches Reich|Heiligen Römischen Reiches]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Oberster habsburgischer Herrscher&lt;br /&gt;
| König [[Maximilian I. (HRR)|Maximilian I.]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Ausgang&lt;br /&gt;
| Militärischer Sieg der Eidgenossen und ihrer Verbündeten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Friedensschluss&lt;br /&gt;
| [[Friede zu Basel]], 22. September 1499&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Folgen&lt;br /&gt;
| Festigung der weitgehenden politischen und gerichtlichen Eigenständigkeit der Eidgenossenschaft innerhalb des Heiligen Römischen Reiches&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;&#039;Schwabenkrieg&#039;&#039;&#039; war ein 1499 ausgetragener Krieg zwischen der [[Alte Eidgenossenschaft|Alten Eidgenossenschaft]] und den mit ihr verbündeten [[Drei Bünde|Drei Bünden]] einerseits sowie dem [[Haus Habsburg]], dem [[Schwäbischer Bund|Schwäbischen Bund]] und weiteren Kräften des [[Heiliges Römisches Reich|Heiligen Römischen Reiches]] andererseits. Die Kampfhandlungen erstreckten sich von Graubünden und dem Vorarlberg über den Bodenseeraum und den Hochrhein bis in den Sundgau und den nördlichen Jura. Ausserhalb der Schweiz wird der Konflikt häufig als &#039;&#039;&#039;Schweizerkrieg&#039;&#039;&#039;, im Tiroler und bündnerischen Zusammenhang auch als &#039;&#039;&#039;Engadiner Krieg&#039;&#039;&#039; bezeichnet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;HLS&amp;quot;&amp;gt;[https://hls-dhs-dss.ch/articles/008888 Historisches Lexikon der Schweiz: &#039;&#039;Schwabenkrieg&#039;&#039;], abgerufen am 26. Juli 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Krieg entstand aus mehreren miteinander verbundenen Konflikten. Dazu gehörten die langjährige Rivalität zwischen den Eidgenossen und den Habsburgern, Streitigkeiten im bündnerisch-tirolischen Grenzraum sowie die ablehnende Haltung der eidgenössischen Orte gegenüber den Reichsreformen unter König [[Maximilian I. (HRR)|Maximilian I.]]. Nach einer Reihe eidgenössischer Siege endete der Krieg am 22. September 1499 mit dem [[Friede zu Basel|Frieden zu Basel]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Friedensvertrag bedeutete keine formelle Loslösung der Eidgenossenschaft vom Heiligen Römischen Reich. Er bestätigte jedoch ihre faktisch weitgehende Unabhängigkeit von den neu geschaffenen Reichsinstitutionen. Der Schwabenkrieg gilt deshalb als wichtiger Schritt in der politischen Entwicklung der Eidgenossenschaft und in ihrer zunehmenden Abgrenzung vom Reich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bezeichnungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Benennung des Konflikts unterscheidet sich je nach historischer und regionaler Perspektive. In der schweizerischen Geschichtsschreibung setzte sich die Bezeichnung &#039;&#039;Schwabenkrieg&#039;&#039; durch. Sie bezieht sich auf den Schwäbischen Bund, der auf der Seite Maximilians I. einen grossen Teil der Truppen stellte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im süddeutschen Raum wurde der Krieg dagegen häufig als &#039;&#039;Schweizerkrieg&#039;&#039; bezeichnet. Diese Benennung stellte die Eidgenossen als Gegner in den Mittelpunkt. Im Gebiet des heutigen Graubündens, Tirols und Südtirols ist zudem die Bezeichnung &#039;&#039;Engadiner Krieg&#039;&#039; gebräuchlich, weil die ersten bedeutenden Auseinandersetzungen im Unterengadin, im Münstertal und im Vinschgau stattfanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bezeichnung &#039;&#039;Schwabenkrieg&#039;&#039; darf nicht als Krieg der Eidgenossen gegen die gesamte Bevölkerung Schwabens verstanden werden. Auf beiden Seiten bestanden unterschiedliche Interessen. Mehrere süddeutsche Städte beteiligten sich nur widerwillig am Krieg, während einzelne Orte und Herrschaften enge wirtschaftliche und politische Beziehungen zur Eidgenossenschaft unterhielten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorgeschichte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gegensatz zwischen Habsburg und der Eidgenossenschaft ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Beziehungen zwischen der Eidgenossenschaft und dem Haus Habsburg waren seit dem späten Mittelalter von territorialer und politischer Konkurrenz geprägt. Im Verlauf des 14. und 15. Jahrhunderts hatten die Habsburger einen erheblichen Teil ihrer früheren Besitzungen im Gebiet der heutigen Schweiz verloren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den eidgenössischen Siegen bei [[Schlacht am Morgarten|Morgarten]], [[Schlacht bei Sempach|Sempach]] und [[Schlacht bei Näfels|Näfels]] war die habsburgische Stellung im schweizerischen Mittelland geschwächt. 1415 eroberten eidgenössische Orte den [[Aargau]], 1460 folgten grosse Teile des [[Thurgau]]s. Habsburg behielt jedoch Besitzungen und Herrschaftsrechte im Fricktal, am Hochrhein, im Elsass, in Vorarlberg und in Tirol.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Eidgenossen erweiterten gleichzeitig ihren politischen Einfluss nördlich und östlich des Rheins. Städte wie [[Schaffhausen]], Rottweil und Mülhausen schlossen Bündnisse mit einzelnen eidgenössischen Orten oder mit der gesamten Eidgenossenschaft. Auch die Reichsstadt Konstanz war wirtschaftlich eng mit dem Thurgau und der Eidgenossenschaft verbunden, blieb politisch aber ausserhalb des eidgenössischen Bündnissystems.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konkurrenz zwischen Habsburg und der Eidgenossenschaft betraf somit nicht nur einzelne Gebiete, sondern die politische Ordnung im gesamten Raum zwischen Alpen, Bodensee, Oberrhein und Schwarzwald.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Reichsreform unter Maximilian I. ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dem [[Reichstag zu Worms (1495)|Reichstag zu Worms]] von 1495 beschlossen die Reichsstände eine Reihe von Reformen. Dazu gehörten der [[Ewiger Landfriede|Ewige Landfriede]], die Einrichtung des [[Reichskammergericht]]s und die Erhebung des sogenannten [[Gemeiner Pfennig|Gemeinen Pfennigs]] als Reichssteuer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die eidgenössischen Orte standen diesen Reformen ablehnend gegenüber. Sie entsandten kaum Vertreter zu den Reichstagen, verweigerten die neue Steuer und anerkannten die Zuständigkeit des Reichskammergerichts für ihre inneren Angelegenheiten nicht. Die Eidgenossen betrachteten ihre bestehenden Bündnisse, Gerichte und politischen Verfahren als ausreichend und wollten keine übergeordnete Reichsgerichtsbarkeit akzeptieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Maximilian I. versuchte seinerseits, die königliche und habsburgische Stellung im Südwesten des Reiches zu stärken. Der Konflikt war daher nicht einfach eine Auseinandersetzung zwischen der Schweiz und Deutschland, sondern ein Streit um Herrschaftsrechte, Gerichtsbarkeit, Bündnisse und territoriale Einflusszonen innerhalb des spätmittelalterlichen Reiches.&amp;lt;ref name=&amp;quot;HLB&amp;quot;&amp;gt;[https://www.historisches-lexikon-bayerns.de/Lexikon/Schwabenkrieg/Schweizerkrieg%2C_1499 Historisches Lexikon Bayerns: Alois Niederstätter, &#039;&#039;Schwabenkrieg/Schweizerkrieg, 1499&#039;&#039;], abgerufen am 26. Juli 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Schwäbische Bund ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Schwäbischer Bund|Schwäbische Bund]] war 1488 als Zusammenschluss süddeutscher Reichsstände gegründet worden. Ihm gehörten Reichsstädte, Fürsten, Grafen, Ritter und andere Herrschaftsträger an. Der Bund sollte den Landfrieden sichern und seine Mitglieder gegen äussere und innere Gegner schützen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für Maximilian I. war der Schwäbische Bund ein wichtiges politisches und militärisches Instrument. Viele Mitglieder des Bundes betrachteten die wachsende eidgenössische Macht am Hochrhein und am Bodensee mit Misstrauen. Gleichzeitig waren nicht alle Bundesmitglieder bereit, für habsburgische Interessen einen verlustreichen Krieg zu führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die eidgenössische Seite stellte den Schwäbischen Bund in ihrer Propaganda als unmittelbare Bedrohung dar. Umgekehrt verbreitete die gegnerische Seite ein Bild der Eidgenossen als aufständische bäuerliche Untertanen, die sich der Ordnung des Reiches entzogen hätten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Konflikte in den Drei Bünden ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gebiet des heutigen Graubündens bestanden der [[Gotteshausbund]], der [[Grauer Bund|Graue Bund]] und der [[Zehngerichtebund]]. Diese Drei Bünde waren keine Mitglieder der Eidgenossenschaft, standen mit ihr aber in engen politischen und militärischen Beziehungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders angespannt war die Lage im Unterengadin, im Münstertal und im Vinschgau. Dort überschnitten sich die Interessen der Drei Bünde, des Bischofs von Chur, lokaler Adelsfamilien und der habsburgischen Grafschaft Tirol. Umstritten waren unter anderem Gerichtsrechte, Verkehrswege, Abgaben und die Kontrolle strategisch wichtiger Täler und Pässe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Zehngerichtebund schloss sich 1497 und der Graue Bund 1498 durch Bündnisse enger an die Eidgenossenschaft an. Aus habsburgischer Sicht drohte dadurch eine weitere Ausdehnung des eidgenössischen Einflusses in Richtung Tirol und Vorarlberg.&amp;lt;ref name=&amp;quot;HLL&amp;quot;&amp;gt;[https://historisches-lexikon.li/Schwabenkrieg Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein: &#039;&#039;Schwabenkrieg&#039;&#039;], abgerufen am 26. Juli 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ausbruch des Krieges ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Beginn des Jahres 1499 verschärfte sich der Konflikt im bündnerisch-tirolischen Grenzgebiet. Habsburgisch-tirolische Truppen besetzten Teile des Münstertals und versuchten, ihre Stellung an den Übergängen zwischen Engadin und Vinschgau zu sichern. Bündner Truppen reagierten mit Gegenangriffen und Vorstössen in habsburgisches Gebiet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den zunächst regionalen Auseinandersetzungen entwickelte sich rasch ein grösserer Krieg. Die Eidgenossen unterstützten ihre bündnerischen Verbündeten, während Maximilian I. und der Schwäbische Bund Truppen mobilisierten. Im Februar 1499 griffen die Kämpfe auf das Rheintal und den Bodenseeraum über.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine formelle zentrale Kriegserklärung spielte für den Beginn der Feindseligkeiten nur eine untergeordnete Rolle. Der Krieg entwickelte sich aus Grenzüberfällen, Besetzungen, Vergeltungszügen und der schrittweisen Mobilisierung der verbündeten Mächte. Im April 1499 wurde der Konflikt von Maximilian zum Reichskrieg erklärt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kriegsführung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schwabenkrieg bestand nicht aus einem einzigen zusammenhängenden Feldzug. Er war durch zahlreiche Vorstösse, Plünderungszüge, Belagerungen und Schlachten an weit voneinander entfernten Kriegsschauplätzen geprägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die eidgenössischen und bündnerischen Truppen bestanden überwiegend aus Aufgeboten der einzelnen Orte und Talschaften. Ihre wichtigste taktische Formation war der dicht geschlossene [[Gewalthaufen]], in dem mit langen Spiessen, Hellebarden und anderen Stangenwaffen gekämpft wurde. Hinzu kamen Schützen mit Armbrüsten und Feuerwaffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die kaiserlichen und schwäbischen Heere verfügten über gut ausgebildete Fusskämpfer. Die [[Landsknecht]]e waren nach einem ähnlichen taktischen Muster organisiert wie die eidgenössischen Reisläufer. Der Schwabenkrieg gehörte damit zu den frühen grossen Konflikten, in denen eidgenössische Gewalthaufen und deutsche Landsknechte unmittelbar gegeneinander kämpften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beide Seiten verwüsteten gegnerische Dörfer, zerstörten Vorräte und trieben Vieh weg. Die Zivilbevölkerung litt unter Brandstiftungen, Plünderungen, Vertreibungen und der Zerstörung landwirtschaftlicher Grundlagen. Der Krieg wurde mit grosser Härte geführt; Gefangene und verwundete Gegner wurden in mehreren Fällen getötet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Nationalmuseum&amp;quot;&amp;gt;[https://blog.nationalmuseum.ch/2021/07/schwabenkrieg-kraftprobe-gegen-habsburg/ Schweizerisches Nationalmuseum: James Blake Wiener, &#039;&#039;Kraftprobe gegen Habsburg&#039;&#039;], 21. Juli 2021, abgerufen am 26. Juli 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verlauf ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gefecht bei Triesen und Schlacht bei Hard ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Februar 1499 rückten eidgenössische Truppen in das Alpenrheintal vor. Am 12. Februar kam es bei [[Triesen]] im Gebiet des heutigen [[Liechtenstein]] zu einem Gefecht, bei dem eidgenössische Kräfte habsburgische Truppen zurückdrängten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 22. Februar folgte die [[Schlacht bei Hard]] unweit des Bodensees. Eidgenössische Truppen überquerten den Rhein und griffen ein Heer des Schwäbischen Bundes an. Die schwäbischen Kräfte erlitten eine schwere Niederlage. Der Sieg stärkte die eidgenössische Stellung im Rheintal und verhinderte vorerst einen erfolgreichen gegnerischen Vorstoss in Richtung St. Gallen und Appenzell.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Schlacht wurden Orte im gegnerischen Gebiet geplündert und niedergebrannt. Wie in anderen Phasen des Krieges gingen militärische Operationen und wirtschaftliche Verwüstung eng ineinander über.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schlacht auf dem Bruderholz ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 22. März 1499 kam es südlich von [[Basel]] zur [[Schlacht auf dem Bruderholz]]. Ein zahlenmässig kleineres eidgenössisches Aufgebot überraschte habsburgische und schwäbische Truppen, die zuvor in der Umgebung geplündert hatten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die eidgenössischen Kämpfer nutzten das Gelände und griffen den Gegner unerwartet an. Die gegnerischen Truppen wurden in die Flucht geschlagen. Obwohl die Schlacht militärisch kleiner war als spätere Auseinandersetzungen, gewann sie in der eidgenössischen Erinnerung grosse Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Basel selbst blieb während des Krieges offiziell neutral. Die Kämpfe in unmittelbarer Nähe der Stadt verdeutlichten jedoch, wie schwierig diese Neutralität angesichts der geographischen Lage und der engen wirtschaftlichen Beziehungen zu beiden Seiten war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schlacht bei Schwaderloh ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Schlacht bei Schwaderloh]] fand am 11. April 1499 in der Nähe von Triboltingen und Tägerwilen im heutigen [[Kanton Thurgau]] statt. Zuvor hatten Truppen des Schwäbischen Bundes Dörfer südlich von Konstanz geplündert und teilweise niedergebrannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein eidgenössisches Aufgebot griff die sich zurückziehenden schwäbischen Truppen überraschend an. Trotz anfänglicher Schwierigkeiten gelang es den Eidgenossen, die gegnerische Ordnung zu durchbrechen. Die Truppen des Schwäbischen Bundes flohen in Richtung Konstanz und erlitten erhebliche Verluste. Die Eidgenossen erbeuteten Geschütze, Waffen und weiteres Kriegsmaterial.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Sieg sicherte den Thurgau und verhinderte eine Ausweitung der gegnerischen Kontrolle südlich des Bodensees. Zugleich verschärfte er die politische Trennung zwischen Konstanz und seinem eidgenössisch beherrschten Umland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schlacht bei Frastanz ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 20. April 1499 kam es bei [[Frastanz]] im heutigen [[Vorarlberg]] zu einer weiteren bedeutenden Schlacht. Habsburgische und schwäbische Truppen hatten befestigte Stellungen angelegt, um das Illtal und die Zugänge in Richtung Feldkirch zu kontrollieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Eidgenossen umgingen einen Teil der gegnerischen Befestigungen über schwieriges Gelände und griffen die Stellungen von einer unerwarteten Seite an. Nach schweren Kämpfen wurde das habsburgisch-schwäbische Heer geschlagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Sieg öffnete den Eidgenossen den Weg für Plünderungszüge in das Vorarlberger Gebiet. Eine dauerhafte Besetzung oder territoriale Eingliederung Vorarlbergs war jedoch nicht das Ziel der eidgenössischen Orte und wurde auch nicht erreicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schlacht an der Calven ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Schlacht an der Calven]] vom 22. Mai 1499 war die entscheidende Auseinandersetzung auf dem südöstlichen Kriegsschauplatz. Habsburgische Truppen hatten an der Calven, einem Engpass im oberen Vinschgau, starke Befestigungen errichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Heer der Drei Bünde griff die Sperre an. Nach verlustreichen Kämpfen gelang es den Bündnern, die habsburgischen Stellungen zu durchbrechen. In der bündnerischen Überlieferung wurde besonders der angebliche Opfertod des Hauptmanns [[Benedikt Fontana]] hervorgehoben. Die genaue historische Ausgestaltung dieser Episode ist teilweise von späterer Heldenverehrung geprägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Sieg stiessen bündnerische Truppen in den Vinschgau vor und verwüsteten mehrere Ortschaften. Habsburgische Vergeltungszüge richteten ihrerseits schwere Schäden im Engadin und in angrenzenden Tälern an. Die Schlacht festigte dennoch die Stellung der Drei Bünde und verhinderte eine habsburgische Unterwerfung des bündnerischen Raums.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Feldzüge im Hegau und am Hochrhein ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während des Frühjahrs und Sommers 1499 führten eidgenössische Truppen wiederholt Feldzüge in den [[Hegau]], den [[Klettgau]], den Schwarzwald und das Hochrheingebiet durch. Burgen, Dörfer und kleinere Städte wurden angegriffen, geplündert oder niedergebrannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den umkämpften Orten gehörten unter anderem Tiengen, Stühlingen und verschiedene Burgen des regionalen Adels. Die Feldzüge dienten dazu, gegnerische Aufmarschgebiete zu zerstören, Versorgungslinien zu unterbrechen und Druck auf Mitglieder des Schwäbischen Bundes auszuüben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine dauerhafte territoriale Eroberung fand kaum statt. Die eidgenössischen Aufgebote kehrten nach ihren Feldzügen meist in die eigenen Gebiete zurück. Dies entsprach der dezentralen Organisation der Eidgenossenschaft, deren Orte unterschiedliche politische Ziele verfolgten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schlacht bei Dornach ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die letzte grosse Schlacht des Krieges fand am 22. Juli 1499 bei [[Dornach SO|Dornach]] statt. Ein kaiserliches Heer unter Führung von Graf Heinrich von Fürstenberg belagerte die Burg Dorneck, die den Zugang zum Gebiet von Solothurn sicherte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eidgenössische Truppen aus Solothurn, Bern und anderen Orten griffen das kaiserliche Lager an. Der Kampf blieb zunächst unentschieden. Nach dem Eintreffen weiterer eidgenössischer Verbände brach die Ordnung des kaiserlichen Heeres zusammen. Graf Heinrich von Fürstenberg fiel in der Schlacht, und die gegnerischen Truppen wurden zur Flucht gezwungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Niederlage bei Dornach schwächte die Bereitschaft des Schwäbischen Bundes, den Krieg fortzusetzen. Maximilian I. war zudem durch die politische Entwicklung in Italien gebunden. Der französische König [[Ludwig XII.]] bereitete einen Feldzug gegen das Herzogtum Mailand vor, wodurch für Maximilian andere strategische Fragen an Bedeutung gewannen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Friedensverhandlungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Schlacht bei Dornach nahmen die Kriegsparteien Verhandlungen auf. Eine wichtige Vermittlerrolle spielte der mailändische Herzog [[Ludovico Sforza]], der an einem Ende des Krieges interessiert war. Er benötigte Zugang zu eidgenössischen Söldnern und wollte verhindern, dass der Konflikt nördlich der Alpen seine Stellung in Italien zusätzlich gefährdete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verhandlungen fanden in Basel statt. Obwohl die Eidgenossen militärisch erfolgreich gewesen waren, verfolgten ihre Orte keine einheitliche Politik. Einige wollten territoriale Gewinne oder Entschädigungen erreichen, während andere möglichst rasch Frieden schliessen wollten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Maximilian I. war nicht bereit, die Eidgenossenschaft ausdrücklich als vollständig unabhängigen Staat anzuerkennen. Der Friedensvertrag wurde deshalb als Ausgleich formuliert, der viele grundsätzliche staatsrechtliche Fragen offenliess.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Friede zu Basel ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Friede zu Basel]] wurde am 22. September 1499 geschlossen. Er beendete den Schwabenkrieg und stellte den Zustand vor Beginn der Kampfhandlungen weitgehend wieder her.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Eidgenossen erzielten keine bedeutenden territorialen Gewinne. Auch die Drei Bünde konnten nicht alle umstrittenen Herrschaftsrechte im Tiroler Grenzraum dauerhaft für sich entscheiden. Der Krieg endete somit nicht mit einer grossen Neuordnung der Grenzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Politisch war der Friedensschluss dennoch von grosser Tragweite. Die Eidgenossen mussten den Gemeinen Pfennig nicht entrichten und wurden faktisch nicht der Gerichtsbarkeit des Reichskammergerichts unterstellt. Die im Reichsabschied von 1495 vorgesehenen Reformen konnten gegenüber der Eidgenossenschaft nicht durchgesetzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Eidgenossenschaft blieb rechtlich weiterhin Teil des Heiligen Römischen Reiches. Der Friedensvertrag enthielt keine Erklärung ihrer staatlichen Unabhängigkeit. In der politischen Praxis verhielten sich die eidgenössischen Orte jedoch zunehmend wie eine eigenständige Macht. Die formelle Anerkennung ihrer Unabhängigkeit vom Reich erfolgte erst 1648 im [[Westfälischer Friede|Westfälischen Frieden]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;HLS&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Folgen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Stellung der Eidgenossenschaft ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der militärische Erfolg stärkte das Selbstbewusstsein der eidgenössischen Orte. Die Reichsinstitutionen konnten ihren Anspruch auf gerichtliche und steuerliche Zuständigkeit gegenüber der Eidgenossenschaft nicht durchsetzen. Die politische Distanz zwischen den eidgenössischen Orten und dem übrigen Reich vergrösserte sich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Krieg führte jedoch nicht zur Entstehung eines zentralisierten schweizerischen Staates. Die Eidgenossenschaft blieb ein lockeres Bündnissystem selbstständiger Orte. Die Tagsatzung konnte gemeinsame Entscheidungen treffen, verfügte aber weder über eine ständige Regierung noch über eine einheitliche Verwaltung oder ein dauerhaftes gemeinsames Heer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der schweizerischen Nationalgeschichtsschreibung wurde der Schwabenkrieg später teilweise als eigentlicher Unabhängigkeitskrieg dargestellt. Diese Interpretation vereinfacht die staatsrechtlichen Verhältnisse. 1499 wurde die Eidgenossenschaft nicht aus dem Reich entlassen; ihre bereits bestehende faktische Sonderstellung wurde vielmehr militärisch und politisch gefestigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Beitritt von Basel und Schaffhausen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Krieg beeinflusste auch die Stellung der Städte Basel und Schaffhausen. Beide lagen unmittelbar an wichtigen Kriegsschauplätzen und mussten ihre Beziehungen zu den Eidgenossen, zu Habsburg und zum Reich neu beurteilen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Basel und Schaffhausen traten 1501 der Eidgenossenschaft bei. Ihre Aufnahme war keine Bestimmung des Friedensvertrags, stand aber in engem Zusammenhang mit den Erfahrungen des Schwabenkriegs. Durch die beiden neuen Orte wurde die eidgenössische Stellung am Hochrhein gestärkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Beitritt [[Appenzell]]s im Jahr 1513 entwickelte sich die Eidgenossenschaft zum Bündnis der [[Dreizehn Alte Orte|Dreizehn Alten Orte]], das bis zum Ende der Alten Eidgenossenschaft 1798 bestehen blieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Folgen für die Drei Bünde ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Drei Bünde behaupteten ihre politische und militärische Selbstständigkeit gegenüber Habsburg-Tirol. Ihr Bündnis untereinander und ihre Beziehungen zur Eidgenossenschaft wurden durch den gemeinsamen Krieg gefestigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dennoch blieben Herrschaftsrechte im Unterengadin, im Münstertal und in benachbarten Gebieten weiterhin umstritten. Erst spätere Verträge regelten einzelne Konflikte genauer. Die Drei Bünde entwickelten sich in der Folge zu einem eigenständigen politischen Gebilde, aus dem später der [[Kanton Graubünden]] hervorging.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Folgen für Habsburg und den Schwäbischen Bund ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Maximilian I. konnte seine politischen und gerichtlichen Ziele gegenüber der Eidgenossenschaft nicht durchsetzen. Die habsburgische Stellung in Tirol, Vorarlberg, im Elsass und in den übrigen südwestlichen Besitzungen blieb jedoch grundsätzlich erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schwäbische Bund erlitt hohe militärische Verluste. Die Niederlagen offenbarten Probleme bei der Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Mitgliedern, bei der Finanzierung und bei der Führung der Aufgebote. Der Bund bestand nach 1499 dennoch weiter und blieb in Süddeutschland ein bedeutender politischer und militärischer Faktor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rivalität zwischen eidgenössischen Reisläufern und deutschen Landsknechten verschärfte sich. Beide Gruppen galten im frühen 16. Jahrhundert als besonders kampfstarke Söldner und trafen in den [[Italienische Kriege|Italienischen Kriegen]] erneut aufeinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Auswirkungen auf die Bevölkerung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Krieg hatte für die Zivilbevölkerung schwerwiegende Folgen. Zahlreiche Dörfer im Rheintal, im Hegau, im Thurgau, in Vorarlberg, im Elsass, im Vinschgau und in Graubünden wurden geplündert oder niedergebrannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vieh, Getreide und andere Vorräte wurden geraubt oder vernichtet. Viele Menschen mussten ihre Wohnorte vorübergehend verlassen. Neben den unmittelbar in den Kämpfen Getöteten starben Menschen an Verwundungen, Hunger, Kälte und Krankheiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zeitgenössischen Chroniken stellten häufig die Grausamkeit der jeweiligen Gegenseite heraus. Sie berichten jedoch auch über Gewalttaten der eigenen Truppen. Der Schwabenkrieg war damit nicht nur eine Folge grosser Schlachten, sondern ebenso ein Krieg der Grenzüberfälle, Verwüstungen und wirtschaftlichen Zerstörung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Militärische Bedeutung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schwabenkrieg bestätigte den hohen militärischen Ruf der eidgenössischen Infanterie. Die eidgenössischen Truppen konnten mehrfach grössere oder befestigte gegnerische Verbände schlagen. Beweglichkeit, rasche Konzentration der Aufgebote, Angriffsgeist und der Einsatz dichter Spiessformationen trugen zu ihren Erfolgen bei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Siege waren jedoch nicht allein das Ergebnis einer grundsätzlichen Überlegenheit der Eidgenossen. Auf habsburgisch-schwäbischer Seite erschwerten unterschiedliche Interessen, unklare Befehlsverhältnisse, verspätete Soldzahlungen und eine unzureichende Zusammenarbeit die Kriegführung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Landsknechte entwickelten sich gleichzeitig zu einer ernsthaften Konkurrenz für die eidgenössischen Söldner. Ihre ähnliche Bewaffnung und Taktik führte in späteren Kriegen zu besonders erbitterten Kämpfen. Die Vorstellung, der Schwabenkrieg habe eine dauerhafte militärische Überlegenheit der Eidgenossen bewiesen, wurde spätestens durch ihre Niederlage in der [[Schlacht bei Marignano]] von 1515 relativiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Propaganda und Feindbilder ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Krieg wurde von einer ausgeprägten Propaganda begleitet. Flugschriften, Lieder, Chroniken und mündliche Berichte verbreiteten vereinfachte und abwertende Bilder des Gegners.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf eidgenössischer Seite wurden die Schwaben häufig als feige, überheblich oder von Fürsten unterdrückt dargestellt. Auf der Gegenseite galten die Eidgenossen als ungehorsame Bauern, die sich gegen die rechtmässige Ordnung des Reiches erhoben hätten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bezeichnungen &#039;&#039;Kuhschweizer&#039;&#039; und &#039;&#039;Sauschwaben&#039;&#039; entwickelten sich zu gegenseitigen Schimpfwörtern. Solche Feindbilder verstärkten die Abgrenzung, obwohl die Bevölkerung auf beiden Seiten des Rheins sprachlich, wirtschaftlich und kulturell eng verbunden war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die eidgenössischen Siege wurden in den Chroniken als Beweis göttlicher Unterstützung und besonderer militärischer Tugend gedeutet. Diese Erzählungen beeinflussten langfristig das schweizerische Geschichtsbild.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Erinnerungskultur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schwabenkrieg wurde in zahlreichen eidgenössischen und süddeutschen Chroniken dargestellt. Besonders bekannt sind die Illustrationen der [[Luzerner Chronik des Diebold Schilling]], die Schlachten, Plünderungen, Truppenbewegungen und einzelne Gewalttaten zeigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In verschiedenen Regionen erinnern Denkmäler, Gedenktafeln, Schlachtkapellen und lokale Feiern an die Ereignisse von 1499. Eine besondere Stellung besitzt die Erinnerung an die Schlachten bei Schwaderloh, Frastanz, an der Calven und bei Dornach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Graubünden wurde Benedikt Fontana zu einer patriotischen Heldenfigur. Seine überlieferten letzten Worte und sein Tod in der Schlacht an der Calven wurden im 19. und frühen 20. Jahrhundert für die nationale und kantonale Erinnerungskultur ausgestaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch in der modernen Geschichtsschreibung bleibt der Schwabenkrieg von Bedeutung. Dabei stehen nicht mehr nur die militärischen Siege im Mittelpunkt, sondern ebenso die politische Struktur des Reiches, regionale Interessen, Kriegspropaganda, Söldnerwesen und die Folgen für die Zivilbevölkerung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Historische Einordnung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schwabenkrieg markierte einen Wendepunkt in den Beziehungen zwischen der Eidgenossenschaft, dem Haus Habsburg und dem Heiligen Römischen Reich. Er beendete die grossen militärischen Auseinandersetzungen zwischen der Alten Eidgenossenschaft und Habsburg im Gebiet nördlich der Alpen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Eidgenossenschaft konnte ihre Sonderstellung behaupten, ohne 1499 formell aus dem Reich auszutreten. Ihre Orte nahmen in der Folge kaum noch an Reichstagen teil und unterwarfen sich weder der Reichssteuer noch der ordentlichen Rechtsprechung des Reichskammergerichts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gleichzeitig leitete der Sieg eine Phase verstärkter eidgenössischer Beteiligung an den Italienischen Kriegen ein. Die militärische Expansion nach Süden erreichte im frühen 16. Jahrhundert ihren Höhepunkt, endete jedoch nach der Niederlage bei Marignano.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schwabenkrieg war somit sowohl Abschluss der mittelalterlichen Konflikte mit Habsburg als auch Ausgangspunkt einer neuen Phase der eidgenössischen Aussenpolitik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wichtige Schlachten und Gefechte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Datum&lt;br /&gt;
! Schlacht oder Gefecht&lt;br /&gt;
! Heutiger Ort&lt;br /&gt;
! Ergebnis&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 12. Februar 1499&lt;br /&gt;
| Gefecht bei Triesen&lt;br /&gt;
| [[Triesen]], [[Liechtenstein]]&lt;br /&gt;
| Erfolg eidgenössischer Truppen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 22. Februar 1499&lt;br /&gt;
| [[Schlacht bei Hard]]&lt;br /&gt;
| Hard, [[Vorarlberg]]&lt;br /&gt;
| Sieg der Eidgenossen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 22. März 1499&lt;br /&gt;
| [[Schlacht auf dem Bruderholz]]&lt;br /&gt;
| bei [[Basel]]&lt;br /&gt;
| Sieg der Eidgenossen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 11. April 1499&lt;br /&gt;
| [[Schlacht bei Schwaderloh]]&lt;br /&gt;
| bei Triboltingen und Tägerwilen, [[Kanton Thurgau]]&lt;br /&gt;
| Sieg der Eidgenossen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 20. April 1499&lt;br /&gt;
| [[Schlacht bei Frastanz]]&lt;br /&gt;
| [[Frastanz]], Vorarlberg&lt;br /&gt;
| Sieg der Eidgenossen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 22. Mai 1499&lt;br /&gt;
| [[Schlacht an der Calven]]&lt;br /&gt;
| Oberer Vinschgau&lt;br /&gt;
| Sieg der Drei Bünde&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 22. Juli 1499&lt;br /&gt;
| [[Schlacht bei Dornach]]&lt;br /&gt;
| [[Dornach SO|Dornach]], [[Kanton Solothurn]]&lt;br /&gt;
| Entscheidender Sieg der Eidgenossen&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Alte Eidgenossenschaft]]&lt;br /&gt;
* [[Drei Bünde]]&lt;br /&gt;
* [[Haus Habsburg]]&lt;br /&gt;
* [[Schwäbischer Bund]]&lt;br /&gt;
* [[Maximilian I. (HRR)]]&lt;br /&gt;
* [[Friede zu Basel]]&lt;br /&gt;
* [[Geschichte der Schweiz]]&lt;br /&gt;
* [[Italienische Kriege]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Hans Rudolf Fuhrer: &#039;&#039;Der Schwaben- oder Schweizerkrieg 1499&#039;&#039;. In: &#039;&#039;Pallasch. Zeitschrift für Militärgeschichte&#039;&#039;, Band 5, Heft 11, 2001.&lt;br /&gt;
* Ernst Hunkeler: &#039;&#039;Der Schwabenkrieg in unseren Landen&#039;&#039;. Verlag Peter Meili, Schaffhausen 1973.&lt;br /&gt;
* Peter Niederhäuser, Werner Fischer (Hrsg.): &#039;&#039;Vom «Freiheitskrieg» zum Geschichtsmythos. 500 Jahre Schweizer- oder Schwabenkrieg&#039;&#039;. Chronos, Zürich 2000.&lt;br /&gt;
* Albert Winkler: &#039;&#039;The Swabian War of 1499. The First Confrontation between Landsknechts and the Swiss&#039;&#039;. Helion, Warwick 2024.&lt;br /&gt;
* Alois Niederstätter: &#039;&#039;Der Schwabenkrieg 1499&#039;&#039;. Österreichischer Bundesverlag, Wien 1992.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://hls-dhs-dss.ch/articles/008888 Schwabenkrieg im Historischen Lexikon der Schweiz]&lt;br /&gt;
* [https://www.historisches-lexikon-bayerns.de/Lexikon/Schwabenkrieg/Schweizerkrieg%2C_1499 Schwabenkrieg/Schweizerkrieg im Historischen Lexikon Bayerns]&lt;br /&gt;
* [https://blog.nationalmuseum.ch/2021/07/schwabenkrieg-kraftprobe-gegen-habsburg/ «Kraftprobe gegen Habsburg» im Blog des Schweizerischen Nationalmuseums]&lt;br /&gt;
* [https://historisches-lexikon.li/Schwabenkrieg Schwabenkrieg im Historischen Lexikon des Fürstentums Liechtenstein]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Swabian War|Schwabenkrieg}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Krieg in der Schweizer Geschichte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Krieg (15. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Konflikt 1499]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte der Alten Eidgenossenschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte des Kantons Graubünden]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte des Kantons Thurgau]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte des Kantons Solothurn]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte des Kantons Basel-Landschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte Vorarlbergs]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte Liechtensteins]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte Tirols]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schwäbische Geschichte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Habsburg]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Heiliges Römisches Reich]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Nick Frei</name></author>
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		<title>Bahnhof Kreuzlingen</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Nick Frei: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{| class=&amp;quot;wikitable float-right&amp;quot; style=&amp;quot;float:right; width:315px; margin:0 0 1em 1em;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; | Bahnhof Kreuzlingen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Betriebsstellenart&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Kreuzungs- und Knotenbahnhof&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Gemeinde&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| [[Kreuzlingen]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Kanton&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| [[Kanton Thurgau|Thurgau]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Ortsteil&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| [[Emmishofen]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Betreiberin&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| [[Schweizerische Bundesbahnen]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Abkürzung&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| KR&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;IBNR&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| 8506131&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Höhe&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| 403 m ü. M.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Perrongleise&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| 3&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Eröffnung&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| 17. Juli 1875&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Frühere Namen&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Emmishofen, Emmishofen-Egelshofen, Emmishofen-Kreuzlingen, Kreuzlingen Bahnhof&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Tarifverbund&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| [[Tarifverbund Ostwind|OSTWIND]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Fernverkehr&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| IR75&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Regionalverkehr&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| RE1, S1, S14, S44&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;&#039;Bahnhof Kreuzlingen&#039;&#039;&#039; ist der wichtigste Bahnhof der Stadt [[Kreuzlingen]] im [[Kanton Thurgau]]. Er liegt im Stadtteil [[Emmishofen]] nahe dem Stadtzentrum und etwa einen Kilometer südwestlich des deutschen [[Bahnhof Konstanz|Bahnhofs Konstanz]]. Betrieben wird die Anlage von den [[Schweizerische Bundesbahnen|Schweizerischen Bundesbahnen]] (SBB). Der Regionalverkehr wird hauptsächlich von [[Thurbo]] geführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Bahnhof treffen die Bahnverbindungen aus Richtung [[Schaffhausen]], [[Weinfelden]], [[Romanshorn]] und Konstanz zusammen. Kreuzlingen besitzt damit sowohl für den innerkantonalen Verkehr als auch für den grenzüberschreitenden Bahnverkehr zwischen der Schweiz und Deutschland eine besondere Bedeutung. Neben Regional- und S-Bahn-Zügen hält hier die Fernverkehrslinie IR75 zwischen [[Luzern]], [[Zürich Hauptbahnhof|Zürich]], [[Winterthur]] und Konstanz.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ir75&amp;quot;&amp;gt;[https://network.sbb.ch/de/linie/IR75 Linie IR75]. Schweizerische Bundesbahnen, abgerufen am 5. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bahnhof ist nicht mit dem rund einen Kilometer östlich gelegenen [[Bahnhof Kreuzlingen Hafen]] zu verwechseln. Dieser befindet sich an der Bahnstrecke entlang des Bodenseeufers und trug ursprünglich den Namen &#039;&#039;Kreuzlingen&#039;&#039;, während der heutige Hauptbahnhof zunächst als &#039;&#039;Emmishofen&#039;&#039; bezeichnet wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lage und Funktion ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bahnhof liegt westlich des historischen Zentrums von Kreuzlingen zwischen der Nationalstrasse, der Bahnhofstrasse und der Bernrainstrasse. Nördlich der Bahnanlagen befinden sich der Bahnhofplatz und das Aufnahmegebäude. Die Innenstadt und die Grenze zu Konstanz sind zu Fuss oder mit dem Stadtbus erreichbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eisenbahnbetrieblich liegt Kreuzlingen an einem bedeutenden Verknüpfungspunkt im nördlichen Thurgau. Von Westen erreicht die [[Seelinie (Bahnstrecke)|Seelinie]] den Bahnhof aus Richtung Schaffhausen, [[Stein am Rhein]] und [[Tägerwilen]]. Südwestlich führt die ehemalige [[Mittelthurgaubahn]] über Kreuzlingen Bernrain, [[Berg TG]] und Weinfelden in Richtung [[Wil SG]]. Nach Norden verläuft die kurze grenzüberschreitende Strecke zum Bahnhof Konstanz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Östlich des Bahnhofs besteht die Verbindung zum Bahnhof Kreuzlingen Hafen und weiter über [[Romanshorn]] nach [[Rorschach]]. Zusammen mit den Strecken nach Konstanz und Tägerwilen bildet sie einen Teil des historischen Kreuzlinger Gleisdreiecks.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bahnhof ist ein wichtiger Umsteigepunkt zwischen Fernverkehr, Regionalverkehr und Stadtbus. Er erschliesst das Kreuzlinger Zentrum, die westlichen Stadtquartiere und einen Teil der grenzüberschreitenden Agglomeration Konstanz–Kreuzlingen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schweizerische Nationalbahn ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bahnhof wurde am 17. Juli 1875 von der [[Schweizerische Nationalbahn|Schweizerischen Nationalbahn]] (SNB) als Station &#039;&#039;&#039;Emmishofen&#039;&#039;&#039; eröffnet. Er entstand im Zusammenhang mit der Bahnstrecke von Winterthur über [[Etzwilen]] nach Konstanz sowie den Zweigstrecken nach [[Singen (Hohentwiel)]] und zum damaligen Bahnhof Kreuzlingen am Bodenseeufer.&amp;lt;ref name=&amp;quot;seeliniegeschichte&amp;quot;&amp;gt;[https://www.fluegelrad-tg.ch/Downloads/Bro-Seelinie-WEB-Version.pdf &#039;&#039;Die Seelinie und ihre Geschichte&#039;&#039;]. Verein Historische Mittel-Thurgau-Bahn und Flügelrad Thurgau, insbesondere S. 42, abgerufen am 5. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Nationalbahn wollte eine von den etablierten Schweizer Bahngesellschaften unabhängige Ost-West-Verbindung schaffen. Das ehrgeizige Unternehmen geriet jedoch schon wenige Jahre nach der Eröffnung in finanzielle Schwierigkeiten und wurde 1878 zahlungsunfähig. Die Strecken im Thurgau gelangten danach an die [[Schweizerische Nordostbahn]] und gingen mit deren Verstaatlichung 1902 an die neu gegründeten SBB über.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Eröffnung des Bahnhofs bestand bereits eine Verbindung zum heutigen Bahnhof Kreuzlingen Hafen. Der fahrplanmässige Personenverkehr auf dieser kurzen Strecke blieb zunächst gering. Bedeutender war die direkte Verbindung von Emmishofen in den Bahnhof Konstanz, wo Anschlüsse an das deutsche Eisenbahnnetz bestanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Entwicklung des Stationsgebäudes ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Stationsgebäude von 1875 war zunächst ein vergleichsweise einfacher Bau. Bereits 1891 wurde es aufgestockt, um eine Dienstwohnung einzurichten. Im Laufe des 20. Jahrhunderts wurde es mehrfach den veränderten betrieblichen und kommerziellen Bedürfnissen angepasst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anlässlich der Elektrifizierung fand 1946 eine Renovation statt. Weitere prägende Umbauten erfolgten in den 1950er-Jahren und um 2005. Trotz der Veränderungen sind wesentliche Teile des historischen Baukörpers erhalten geblieben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;staatsarchiv&amp;quot;&amp;gt;[https://query-staatsarchiv.tg.ch/detail.aspx?Id=1255700 Emmishofen, Bahnhofstrasse 12: Bahnhofsgebäude von Nordwesten]. Staatsarchiv Thurgau, Bildbeschreibung und baugeschichtliche Angaben, abgerufen am 5. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Anschluss der Mittelthurgaubahn ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Dezember 1911 nahm die Mittelthurgaubahn ihre Strecke von Wil über Weinfelden und Berg nach Emmishofen in Betrieb. Der Bahnhof wurde dafür erheblich erweitert und zu einem regionalen Eisenbahnknoten ausgebaut. Die Züge der privaten Bahngesellschaft wurden von Beginn an meist bis Konstanz geführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die neue Strecke erhielt Kreuzlingen direkte Verbindungen nach Weinfelden, Wil und in das mittlere Thurgau. Die Mittelthurgaubahn prägte den Personenverkehr in der Region während des gesamten 20. Jahrhunderts. Ihre Züge verbanden das Schweizer Hinterland mit der Grenzstadt Konstanz und wurden auch für den internationalen Nahverkehr genutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Namensänderungen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name des Bahnhofs wurde mehrmals an die Entwicklung der umliegenden Gemeinden und der Stadt Kreuzlingen angepasst:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* 1875: &#039;&#039;&#039;Emmishofen&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* 1890: &#039;&#039;&#039;Emmishofen-Egelshofen&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* 1908: &#039;&#039;&#039;Emmishofen-Kreuzlingen&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* 1929: &#039;&#039;&#039;Kreuzlingen Bahnhof&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* 1959: &#039;&#039;&#039;Kreuzlingen&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Umbenennung stand im Zusammenhang mit der Vereinigung der Gemeinden Kreuzlingen-Egelshofen, Kurzrickenbach und Emmishofen zur heutigen Stadt Kreuzlingen. Emmishofen wurde 1928 eingemeindet. Der bisherige Bahnhof Kreuzlingen am See erhielt zur Unterscheidung den Namen [[Bahnhof Kreuzlingen Hafen|Kreuzlingen Hafen]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;staatsarchiv&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Elektrifizierung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die verschiedenen Streckenäste rund um Kreuzlingen wurden nicht gleichzeitig elektrifiziert. Die Verbindung zwischen Kreuzlingen Hafen und Kreuzlingen wurde 1946 unter Fahrdraht gesetzt. Der Abschnitt der Seelinie von Stein am Rhein nach Kreuzlingen folgte 1947.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die grenzüberschreitende Strecke zwischen Kreuzlingen und Konstanz wurde erst 1962 elektrifiziert. Bis dahin setzte die Mittelthurgaubahn auf diesem Abschnitt Dampf- und später Dieselfahrzeuge ein. Seither können elektrische Züge ohne Traktionswechsel von der Schweiz in den Bahnhof Konstanz verkehren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mittelthurgaubahn und Thurbo ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1996 übernahm die Mittelthurgaubahn neben ihrer Stammstrecke auch den Betrieb und einen Teil der Infrastruktur der Seelinie. Damit befanden sich erstmals nahezu alle regionalen Strecken rund um Kreuzlingen unter einheitlicher Führung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Mittelthurgaubahn geriet zu Beginn des 21. Jahrhunderts in eine schwere finanzielle Krise und stellte 2002 ihren Betrieb ein. Als Auffanggesellschaft wurde Thurbo gegründet, ein Unternehmen der SBB mit Beteiligung des Kantons Thurgau. Der Bahnhof und die Eisenbahninfrastruktur gingen wieder an die SBB, während Thurbo einen grossen Teil des Regionalverkehrs übernahm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anlagen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bahnhof besitzt drei Perrongleise. Gleis 1 liegt an einem Hausperron beim Aufnahmegebäude. Die Gleise 2 und 3 werden von einem Mittelperron erschlossen. Die Perrons sind durch eine Personenunterführung miteinander sowie mit den Zugängen auf beiden Seiten der Bahnanlage verbunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gleisanlagen sind für Zugkreuzungen, Überholungen und das Wenden von Regionalzügen ausgelegt. Aufgrund der langen Gleise können in besonderen betrieblichen Situationen mehrere kürzere Zugseinheiten nacheinander am selben Perron halten. Neben den Perrongleisen bestehen Abstell- und Dienstgleise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Aufnahmegebäude befinden sich Einrichtungen für den Verkauf von Billetten, Abonnementen und Freizeitangeboten. Die SBB bieten ausserdem Gepäck- und Fundservices an. Zum Bahnhof gehören Wartebereiche, Billettautomaten, Veloabstellplätze, Parkplätze, eine Mobility-Station und verschiedene kleinere Dienstleistungsbetriebe.&amp;lt;ref name=&amp;quot;sbb&amp;quot;&amp;gt;[https://www.sbb.ch/de/reiseinformationen/bahnhoefe/bahnhof-finden/bahnhof.6131.kreuzlingen.html Bahnhof Kreuzlingen]. Schweizerische Bundesbahnen, abgerufen am 5. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bahnhof ist weitgehend hindernisfrei zugänglich. Rampen und Aufzüge verbinden die Unterführung mit den Perrons und den angrenzenden Strassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bahnverkehr ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fernverkehr ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kreuzlingen wird von der Linie IR75 bedient. Sie verbindet Konstanz über Kreuzlingen, Weinfelden, [[Frauenfeld]], Winterthur, den [[Flughafen Zürich]], Zürich Hauptbahnhof und [[Zug]] mit Luzern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verbindung stellt die wichtigste direkte Fernverkehrsachse von Kreuzlingen nach Zürich und in die Zentralschweiz dar. Je nach Fahrplanlage werden einzelne Zugläufe in Zürich gebrochen oder nur auf Teilstrecken geführt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ir75&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;IR75:&#039;&#039;&#039; Luzern–Zug–Zürich HB–Zürich Flughafen–Winterthur–Frauenfeld–Weinfelden–Kreuzlingen–Konstanz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Regionalverkehr ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Fahrplanjahr 2026 wird der Bahnhof von mehreren Linien der S-Bahn St. Gallen und von RegioExpress-Zügen bedient. Die Linien verbinden Kreuzlingen mit Schaffhausen, Romanshorn, St. Gallen, Weinfelden und Konstanz.&amp;lt;ref name=&amp;quot;netz2026&amp;quot;&amp;gt;[https://www.ostwind.ch/assets/resources/Dateien/Download/zonenplaene/2026/sbb-s-bahn-ostschweiz-2026.pdf Liniennetzplan S-Bahn St. Gallen, gültig ab 14. Dezember 2025]. SBB und Tarifverbund OSTWIND, abgerufen am 5. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;RE1:&#039;&#039;&#039; Konstanz–Kreuzlingen–Romanshorn–St. Gallen–Herisau&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;S1:&#039;&#039;&#039; Wil–St. Gallen–Romanshorn–Kreuzlingen–Stein am Rhein–Schaffhausen&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;S14:&#039;&#039;&#039; Weinfelden–Berg–Kreuzlingen–Konstanz&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;S44:&#039;&#039;&#039; Weinfelden–Kreuzlingen–Konstanz, beschleunigte Verbindung, zeitweise&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Überlagerung der Linien entstehen zwischen Kreuzlingen und Konstanz sowie auf den Abschnitten nach Weinfelden und Kreuzlingen Hafen dichte Zugfolgen. Im Bahnhof Konstanz bestehen Anschlüsse an den deutschen Regionalverkehr in Richtung [[Singen (Hohentwiel)]], [[Radolfzell am Bodensee|Radolfzell]], [[Friedrichshafen]] und in den [[Schwarzwald]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der Nächte vor Samstagen, Sonntagen und Feiertagen wird Kreuzlingen zusätzlich vom Ostschweizer Nachtnetz bedient.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Busverkehr ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dem nördlich der Gleise gelegenen Bahnhofplatz befindet sich ein zentraler Bushof. Mehrere Linien des Stadtbusses Kreuzlingen verbinden den Bahnhof mit dem Hafen, dem Stadtzentrum, den Wohnquartieren, Kreuzlingen Bernrain und benachbarten Gemeinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kreuzlinger Stadtbus umfasst fünf innerstädtische Linien sowie eine gemeindeübergreifende Verbindung nach [[Tägerwilen]]. Einige Linien verkehren grenzüberschreitend oder ermöglichen an anderen Haltestellen den Übergang zum Stadtbusnetz von Konstanz.&amp;lt;ref name=&amp;quot;stadtbus&amp;quot;&amp;gt;[https://www.kreuzlingen.ch/lebenslagen/mobilitaet/oeffentlicher-verkehr Öffentlicher Verkehr in Kreuzlingen]. Stadt Kreuzlingen, abgerufen am 5. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bahnhofplatz verfügt ausserdem über Taxistände, Kurzzeitparkplätze und Haltepunkte für Bahnersatzbusse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedeutung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bahnhof Kreuzlingen ist ein zentraler Bestandteil des öffentlichen Verkehrs im nördlichen Thurgau. Er verbindet die Seelinie mit der Strecke durch das mittlere Thurgau und stellt den wichtigsten Schweizer Zugang zum Bahnhof Konstanz dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für Berufspendlerinnen und Berufspendler ermöglicht er direkte Verbindungen nach Weinfelden, Frauenfeld, Winterthur, Zürich, Romanshorn, St. Gallen und Schaffhausen. Wegen der unmittelbaren Nähe zur Landesgrenze wird der Bahnhof auch von Reisenden aus Konstanz und dem südlichen Baden-Württemberg genutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die räumliche Nähe der Bahnhöfe Kreuzlingen, Kreuzlingen Hafen und Konstanz ist das Ergebnis der konkurrierenden Bahnbauten des 19. Jahrhunderts. Gemeinsam bilden die drei Stationen bis heute ein dichtes grenzüberschreitendes Eisenbahnnetz. Der Bahnhof Kreuzlingen übernimmt darin vor allem die Funktion eines Umsteigeknotens zwischen den Ost-West- und Nord-Süd-Verbindungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Bahnhof Kreuzlingen Hafen]]&lt;br /&gt;
* [[Bahnhof Kreuzlingen Bernrain]]&lt;br /&gt;
* [[Bahnhof Konstanz]]&lt;br /&gt;
* [[Mittelthurgaubahn]]&lt;br /&gt;
* [[Seelinie (Bahnstrecke)]]&lt;br /&gt;
* [[Thurbo]]&lt;br /&gt;
* [[S-Bahn St. Gallen]]&lt;br /&gt;
* [[Liste der Bahnhöfe im Kanton Thurgau]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Hans G. Wägli: &#039;&#039;Schienennetz Schweiz und Bahnprofil Schweiz CH+.&#039;&#039; AS Verlag, Zürich 2010.&lt;br /&gt;
* Michael Mente: &#039;&#039;Die Seelinie und ihre Geschichte.&#039;&#039; Herausgegeben vom Verein Historische Mittel-Thurgau-Bahn und Flügelrad Thurgau, 2025.&lt;br /&gt;
* Willi Loepfe: &#039;&#039;Die Schweizerische Nationalbahn 1875–1878.&#039;&#039; Thurgauer Beiträge zur Geschichte, Frauenfeld 1988.&lt;br /&gt;
* Hans E. Rüegg: &#039;&#039;Die Mittel-Thurgau-Bahn.&#039;&#039; Minirex, Luzern 1993.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://www.sbb.ch/de/reiseinformationen/bahnhoefe/bahnhof-finden/bahnhof.6131.kreuzlingen.html Bahnhof Kreuzlingen auf der Website der SBB]&lt;br /&gt;
* [https://www.thurbo.ch/ Offizielle Website von Thurbo]&lt;br /&gt;
* [https://www.kreuzlingen.ch/lebenslagen/mobilitaet/oeffentlicher-verkehr Öffentlicher Verkehr auf der Website der Stadt Kreuzlingen]&lt;br /&gt;
* [https://query-staatsarchiv.tg.ch/detail.aspx?Id=1255700 Historische Aufnahme und Angaben zum Bahnhofsgebäude im Staatsarchiv Thurgau]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Kreuzlingen railway station|Bahnhof Kreuzlingen}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bahnhof im Kanton Thurgau|Kreuzlingen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bauwerk in Kreuzlingen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Verkehr (Kreuzlingen)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schweizerische Bundesbahnen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Seelinie (Bahnstrecke)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Eröffnet 1875]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Nick Frei</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://helvetia.wiki/de/index.php?title=S30_(S-Bahn_Z%C3%BCrich)&amp;diff=2945</id>
		<title>S30 (S-Bahn Zürich)</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Nick Frei: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{| class=&amp;quot;wikitable float-right&amp;quot; style=&amp;quot;float:right; width:320px; margin:0 0 1em 1em;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ &#039;&#039;&#039;S30 der Zürcher S-Bahn&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! System&lt;br /&gt;
| [[S-Bahn Zürich]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Liniennummer&lt;br /&gt;
| S30&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Betreiber&lt;br /&gt;
| [[Thurbo]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Eigentümer der Infrastruktur&lt;br /&gt;
| [[Schweizerische Bundesbahnen]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Linienweg&lt;br /&gt;
| [[Bahnhof Winterthur|Winterthur]] – [[Bahnhof Frauenfeld|Frauenfeld]] – [[Bahnhof Weinfelden|Weinfelden]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Kantone&lt;br /&gt;
| [[Kanton Zürich|Zürich]], [[Kanton Thurgau|Thurgau]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Anzahl Stationen&lt;br /&gt;
| 11&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Grundtakt&lt;br /&gt;
| 60 Minuten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Fahrzeit&lt;br /&gt;
| rund 34 Minuten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Bahnstrecke&lt;br /&gt;
| [[Bahnstrecke Winterthur–Romanshorn|Thurtallinie]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Spurweite&lt;br /&gt;
| 1435 mm&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Stromsystem&lt;br /&gt;
| 15 kV, 16,7 Hz Wechselstrom&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Tarifverbünde&lt;br /&gt;
| [[Zürcher Verkehrsverbund]], [[Tarifverbund Ostwind|OSTWIND]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Rollmaterial&lt;br /&gt;
| überwiegend [[Stadler GTW|Gelenktriebwagen]] der Reihe RABe 526&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Die &#039;&#039;&#039;S30&#039;&#039;&#039; ist eine Linie der [[S-Bahn Zürich]]. Sie verbindet [[Winterthur]] über [[Oberwinterthur]], [[Wiesendangen]], [[Frauenfeld]] und mehrere Gemeinden im [[Thurtal]] mit [[Weinfelden]]. Die Linie wird von der Regionalbahn [[Thurbo]] betrieben und gehört zu den von Winterthur ausgehenden S-Bahn-Linien, die den nordöstlichen Teil des Zürcher S-Bahn-Netzes mit den Nachbarkantonen verbinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Fahrplanjahr 2026 verkehrt die S30 grundsätzlich einmal pro Stunde zwischen Winterthur und Weinfelden. Sie hält an sämtlichen Personenbahnhöfen entlang ihres Linienwegs. Die Fahrzeit zwischen den beiden Endpunkten beträgt rund 34 Minuten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Fahrplan2026&amp;quot;&amp;gt;[https://online.fahrplaninfo.zvv.ch/frame_linie3.php?lang=de&amp;amp;sel_gk=112&amp;amp;sel_linie=zs_%7C2030%7CS30 Linienfahrplan S30], Zürcher Verkehrsverbund, Jahresfahrplan 2026, abgerufen am 4. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammen mit dem Weinfelder Ast der [[S24 (S-Bahn Zürich)|S24]] bietet die S30 tagsüber in der Regel einen annähernden Halbstundentakt zwischen Winterthur, Frauenfeld und Weinfelden. Während die S30 in Winterthur endet, ermöglicht die S24 umsteigefreie Fahrten über den [[Flughafen Zürich]] und den [[Zürich Hauptbahnhof|Zürcher Hauptbahnhof]] bis nach [[Bahnhof Zug|Zug]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;S24-2026&amp;quot;&amp;gt;[https://online.fahrplaninfo.zvv.ch/frame_linie3.php?sel_gk=112&amp;amp;sel_linie=zs_%7C2024%7CS24 Linienfahrplan S24], Zürcher Verkehrsverbund, Jahresfahrplan 2026, abgerufen am 4. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Linienführung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die S30 benutzt auf ihrem gesamten Laufweg die historische [[Bahnstrecke Winterthur–Romanshorn]], die auch als Thurtallinie oder Bodenseebahn bezeichnet wird. Die Strecke bildet eine der wichtigsten Ost-West-Verbindungen der Ostschweiz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Winterthur und Oberwinterthur ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausgangspunkt der S30 ist der [[Bahnhof Winterthur]]. Er gehört zu den grössten Eisenbahnknoten der Schweiz und bietet Anschlüsse an den Fernverkehr sowie an zahlreiche weitere Linien der Zürcher S-Bahn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Züge verlassen Winterthur in nordöstlicher Richtung. Der erste Halt ist der [[Bahnhof Winterthur Oberwinterthur|Bahnhof Oberwinterthur]]. Der Streckenabschnitt zwischen Winterthur und Oberwinterthur wird von mehreren Regional- und S-Bahn-Linien gemeinsam benutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oberwinterthur ist ein bedeutender Wohn- und Arbeitsplatzstandort innerhalb der Stadt Winterthur. In der Umgebung des Bahnhofs befinden sich unter anderem Wohnquartiere, Gewerbegebiete und das [[Technorama|Swiss Science Center Technorama]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wiesendangen und Rickenbach-Attikon ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Oberwinterthur erreicht die S30 den [[Bahnhof Wiesendangen]]. Die Gemeinde liegt am östlichen Rand der Agglomeration Winterthur. Der Bahnhof dient sowohl dem örtlichen Pendlerverkehr als auch als Umsteigepunkt zu regionalen Buslinien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anschliessend folgt der [[Bahnhof Rickenbach-Attikon]]. Die Station liegt im Ortsteil Attikon der Gemeinde [[Rickenbach ZH]] und erschliesst zugleich angrenzende Gebiete der Gemeinde Wiesendangen. Sie ist der letzte Halt der S30 im Kanton Zürich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Islikon und Frauenfeld ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Übertritt in den Kanton Thurgau hält die S30 in [[Islikon]]. Die Ortschaft gehört zur politischen Gemeinde [[Gachnang]] und ist mit den benachbarten Siedlungen im Raum Frauenfeld weitgehend zusammengewachsen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der nächste Halt ist der [[Bahnhof Frauenfeld]]. Die Hauptstadt des Kantons Thurgau bildet den wichtigsten Zwischenknoten der Linie. Dort bestehen Anschlüsse an den Fernverkehr, an die [[Frauenfeld-Wil-Bahn]] sowie an regionale Bus- und PostAuto-Linien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Frauenfeld besitzt eine grosse Bedeutung für den Pendler-, Ausbildungs- und Verwaltungsverkehr. Die S30 verbindet die Stadt sowohl mit Winterthur als auch mit den Gemeinden im mittleren Thurtal.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mittleres Thurtal ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Östlich von Frauenfeld bedient die S30 fünf weitere Stationen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Bahnhof Felben-Wellhausen|Felben-Wellhausen]];&lt;br /&gt;
* [[Bahnhof Hüttlingen-Mettendorf|Hüttlingen-Mettendorf]];&lt;br /&gt;
* [[Bahnhof Müllheim-Wigoltingen|Müllheim-Wigoltingen]];&lt;br /&gt;
* [[Bahnhof Märstetten|Märstetten]];&lt;br /&gt;
* [[Bahnhof Weinfelden|Weinfelden]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Doppelnamen mehrerer Stationen weisen darauf hin, dass sie jeweils zwei Gemeinden oder Siedlungsgebiete erschliessen. Die Bahnstrecke verläuft in diesem Abschnitt weitgehend durch den Talraum der [[Thur (Rhein)|Thur]] und erschliesst eine Mischung aus Wohngebieten, Landwirtschaftsflächen und Gewerbestandorten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bahnhof Weinfelden ist der östliche Endpunkt der S30. Er bildet den grössten Eisenbahnknoten des Kantons Thurgau. Dort bestehen Verbindungen nach [[Kreuzlingen]], Konstanz, [[Romanshorn]], [[St. Gallen]], [[Wil SG]] und in das [[Bodensee]]gebiet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Stationen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Stationen der S30 im Fahrplanjahr 2026&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Nr.&lt;br /&gt;
! Bahnhof&lt;br /&gt;
! Gemeinde oder Stadt&lt;br /&gt;
! Kanton&lt;br /&gt;
! Bedeutung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1&lt;br /&gt;
| [[Bahnhof Winterthur|Winterthur]]&lt;br /&gt;
| [[Winterthur]]&lt;br /&gt;
| [[Kanton Zürich|Zürich]]&lt;br /&gt;
| westlicher Endpunkt, Fernverkehrs- und S-Bahn-Knoten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 2&lt;br /&gt;
| [[Bahnhof Winterthur Oberwinterthur|Oberwinterthur]]&lt;br /&gt;
| Winterthur&lt;br /&gt;
| Zürich&lt;br /&gt;
| Stadtteilbahnhof mit Busanschlüssen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 3&lt;br /&gt;
| [[Bahnhof Wiesendangen|Wiesendangen]]&lt;br /&gt;
| [[Wiesendangen]]&lt;br /&gt;
| Zürich&lt;br /&gt;
| regionaler Bahnhof östlich von Winterthur&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 4&lt;br /&gt;
| [[Bahnhof Rickenbach-Attikon|Rickenbach-Attikon]]&lt;br /&gt;
| [[Rickenbach ZH]]&lt;br /&gt;
| Zürich&lt;br /&gt;
| Erschliessung von Attikon und Rickenbach&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 5&lt;br /&gt;
| [[Bahnhof Islikon|Islikon]]&lt;br /&gt;
| [[Gachnang]]&lt;br /&gt;
| [[Kanton Thurgau|Thurgau]]&lt;br /&gt;
| Bahnhof der Ortschaft Islikon&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 6&lt;br /&gt;
| [[Bahnhof Frauenfeld|Frauenfeld]]&lt;br /&gt;
| [[Frauenfeld]]&lt;br /&gt;
| Thurgau&lt;br /&gt;
| Kantonshauptstadt, Fernverkehr und Frauenfeld-Wil-Bahn&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 7&lt;br /&gt;
| [[Bahnhof Felben-Wellhausen|Felben-Wellhausen]]&lt;br /&gt;
| [[Felben-Wellhausen]]&lt;br /&gt;
| Thurgau&lt;br /&gt;
| regionaler Personenbahnhof&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 8&lt;br /&gt;
| [[Bahnhof Hüttlingen-Mettendorf|Hüttlingen-Mettendorf]]&lt;br /&gt;
| [[Hüttlingen TG]]&lt;br /&gt;
| Thurgau&lt;br /&gt;
| gemeinsame Erschliessung mehrerer Siedlungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 9&lt;br /&gt;
| [[Bahnhof Müllheim-Wigoltingen|Müllheim-Wigoltingen]]&lt;br /&gt;
| [[Müllheim TG]] und [[Wigoltingen]]&lt;br /&gt;
| Thurgau&lt;br /&gt;
| regionaler Bahnhof im mittleren Thurtal&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 10&lt;br /&gt;
| [[Bahnhof Märstetten|Märstetten]]&lt;br /&gt;
| [[Märstetten]]&lt;br /&gt;
| Thurgau&lt;br /&gt;
| Anschluss an regionale Buslinien&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 11&lt;br /&gt;
| [[Bahnhof Weinfelden|Weinfelden]]&lt;br /&gt;
| [[Weinfelden]]&lt;br /&gt;
| Thurgau&lt;br /&gt;
| östlicher Endpunkt und bedeutender Eisenbahnknoten&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Betrieb ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Stundentakt ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die S30 verkehrt im regulären Tagesangebot grundsätzlich alle 60 Minuten. Im Fahrplanjahr 2026 fahren die Züge ab Winterthur während des grössten Teils des Tages ungefähr zur Minute 16 ab und erreichen Weinfelden nach rund 34 Minuten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Gegenrichtung verlassen die regulären Züge Weinfelden ungefähr zur Minute 12 und erreichen Winterthur rund 34 Minuten später.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Fahrplan2026&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den frühen Morgenstunden, am späten Abend und an Wochenenden bestehen zusätzliche Verbindungen mit teilweise abweichenden Abfahrtszeiten. Einzelne spätabendliche oder nächtliche Züge verkehren nur an bestimmten Wochentagen oder vor Feiertagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ergänzung durch die S24 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit dem Fahrplanwechsel vom Dezember 2018 wird die S30 durch die S24 ergänzt. Deren Weinfelder Ast bedient zwischen Weinfelden und Winterthur dieselben Zwischenstationen wie die S30.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die beiden Linien verkehren zeitlich versetzt und bilden dadurch einen annähernden Halbstundentakt. Die Abstände betragen wegen der Einbindung in die Knotenfahrpläne nicht auf allen Abschnitten exakt 30 Minuten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Fahrplan2019&amp;quot;&amp;gt;[https://www.tg.ch/public/upload/assets/45090/Fahrplan_2019%2C_Erl%3Futernder_Bericht.pdf Fahrplan 2019: Erläuternder Bericht], Kanton Thurgau, abgerufen am 4. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die unterschiedlichen Linienwege bieten zwei Arten von Verbindungen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die S30 bildet eine regionale Verbindung zwischen Winterthur und Weinfelden.&lt;br /&gt;
* Die S24 stellt direkte Fahrten von Weinfelden und Frauenfeld über Winterthur, den Flughafen Zürich und Zürich Hauptbahnhof nach Thalwil und Zug her.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Anschlüsse ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Winterthur ist die S30 auf Anschlüsse in Richtung Zürich, Schaffhausen, St. Gallen, das Tösstal und das Zürcher Weinland abgestimmt. Besonders bedeutend sind die Verbindungen zum Fernverkehr nach Zürich und Bern sowie zu den übrigen S-Bahn-Linien der Region.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Frauenfeld bestehen Anschlüsse an InterCity- und InterRegio-Züge sowie an die schmalspurige Frauenfeld-Wil-Bahn. Die Buslinien rund um den Bahnhof erschliessen unter anderem Stammheim, Diessenhofen, Matzingen, Aadorf und die umliegenden Gemeinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Weinfelden bestehen Anschlüsse in Richtung Konstanz, Kreuzlingen, Romanshorn, St. Gallen, Wil und Bischofszell. Der Bahnhof übernimmt damit eine wichtige Verteilerfunktion im öffentlichen Verkehr des Kantons Thurgau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nachtverkehr ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Nächten mit Wochenend- und Feiertagsverkehr wird das Tagesangebot durch zusätzliche Nachtzüge ergänzt. Im Ostschweizer Nachtnetz werden entsprechende Verbindungen auf dem Korridor Winterthur–Frauenfeld–Weinfelden als &#039;&#039;&#039;SN30&#039;&#039;&#039; bezeichnet.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.ostwind.ch/assets/resources/Dateien/Download/zonenplaene/2026/nachtnetz-ostwind-a4-2026.pdf OSTWIND-Nachtnetzplan 2026], Tarifverbund OSTWIND, abgerufen am 4. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einzelne Nachtverbindungen können abweichende Haltebestimmungen aufweisen. Bei einigen späten Zügen sind bestimmte Stationen nur zum Aussteigen vorgesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Entstehung der Thurtallinie ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die heutige Strecke der S30 gehört zu den ältesten Eisenbahnverbindungen der Schweiz. Bereits in den 1830er-Jahren entstanden Pläne für eine Bahn von Zürich über Winterthur und Frauenfeld zum Bodensee.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Schweizerische Nordostbahn]] eröffnete am 16. Mai 1855 den Abschnitt Winterthur–Frauenfeld–Weinfelden–Romanshorn. Die Verbindung wurde als Bodenseebahn bekannt. Sie schuf eine schnelle Verkehrsachse zwischen dem wirtschaftlich bedeutenden Raum Zürich-Winterthur, dem Kanton Thurgau und dem Bodenseehafen Romanshorn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Eisenbahn förderte die Entwicklung der durchfahrenen Orte erheblich. Frauenfeld und Weinfelden wuchsen zu regionalen Zentren, während sich auch kleinere Gemeinden entlang der Strecke als Wohn- und Gewerbestandorte entwickelten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bahn diente von Anfang an sowohl dem Personen- als auch dem Güterverkehr. Landwirtschaftliche Erzeugnisse, Textilien, Maschinen und Importgüter vom Bodensee konnten schneller transportiert werden als auf den bisherigen Strassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Übergang an die SBB ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Verstaatlichung der grossen schweizerischen Privatbahnen ging die Schweizerische Nordostbahn 1902 in den neu gegründeten Schweizerischen Bundesbahnen auf. Die SBB übernahmen die Strecke, die Bahnhöfe und den Zugbetrieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während des frühen 20. Jahrhunderts wurden die Anlagen erweitert und die Strecke abschnittsweise auf Doppelspur ausgebaut. Der wachsende Fern-, Regional- und Güterverkehr erforderte leistungsfähigere Bahnhöfe, längere Perrons und modernere Sicherungsanlagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Mai 1928 nahmen die SBB auf der Strecke Winterthur–Romanshorn–Rorschach den elektrischen Betrieb auf. Verwendet wurde das schweizerische Bahnstromsystem mit 15 Kilovolt Wechselstrom und einer Frequenz von damals 16⅔, heute 16,7 Hertz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Elektrifizierung ermöglichte schnellere und schwerere Züge. Gleichzeitig verschwanden Rauch und Russ der Dampflokomotiven aus den Bahnhöfen und Ortszentren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Entwicklung des Regionalverkehrs ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Regionalverkehr zwischen Winterthur, Frauenfeld, Weinfelden und Romanshorn wurde während des 20. Jahrhunderts zunehmend vertaktet. Die Züge hielten an den kleineren Stationen, während Schnell- und später InterCity-Züge nur die grösseren Bahnhöfe bedienten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Eröffnung der S-Bahn Zürich im Jahr 1990 erhielten auch die regionalen Linien rund um Winterthur systematische Liniennummern. Die Verbindung durch das Thurtal wurde in das erweiterte Zürcher S-Bahn-Netz einbezogen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bezeichnung S30 wurde für den regionalen Personenverkehr zwischen Winterthur und Weinfelden verwendet. Die Linie unterscheidet sich von den zentralen Zürcher Durchmesserlinien dadurch, dass sie den Zürcher Hauptbahnhof nicht bedient und ihren Schwerpunkt im Regionalverkehr zwischen den Kantonen Zürich und Thurgau hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Übernahme durch Thurbo ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die SBB und die damalige Mittelthurgaubahn gründeten am 20. September 2001 die Regionalbahn Thurbo. Der Name setzt sich aus den Begriffen Thurgau und Bodensee zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Thurbo nahm am 15. Dezember 2002 den Betrieb auf und übernahm schrittweise zahlreiche Regionalverkehrsleistungen in der Ostschweiz.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Thurbo-Geschichte&amp;quot;&amp;gt;[https://www.thurbo.ch/ueber-thurbo/geschichte/ Die Höhepunkte der Thurbo-Geschichte], Thurbo, abgerufen am 4. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die S30 wird seither von Thurbo betrieben. Die Bahninfrastruktur blieb im Eigentum der SBB. Thurbo ist für die Fahrzeuge, das Lokpersonal und die betriebliche Durchführung der Regionalzüge verantwortlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Jahren nach der Betriebsaufnahme baute Thurbo das Angebot laufend aus. Spätestens zu Beginn der 2010er-Jahre verkehrte die S30 täglich im Stundentakt zwischen Winterthur und Weinfelden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Thurbo2012&amp;quot;&amp;gt;[https://report.thurbo.ch/archiv/berichte/GB2012.pdf Geschäftsbericht 2012], Thurbo, Abschnitt zum Bahnangebot Winterthur–Weinfelden, abgerufen am 4. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Neuordnung 2013 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Einführung der neuen [[S-Bahn St. Gallen]] im Dezember 2013 wurde das regionale Bahnangebot in der Ostschweiz umfassend neu geordnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die regionalen Verbindungen östlich von Weinfelden wurden stärker auf die Knoten Romanshorn, Kreuzlingen und St. Gallen ausgerichtet. Die S30 blieb als westlicher Linienabschnitt zwischen Weinfelden und Winterthur Bestandteil der Zürcher S-Bahn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weinfelden gewann dadurch zusätzlich an Bedeutung als Umsteigebahnhof zwischen der Zürcher S-Bahn und den Linien der S-Bahn St. Gallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Angebotsausbau 2018 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zuge der vierten Teilergänzungen der Zürcher S-Bahn wurde das Bahnangebot zwischen Zürich, Winterthur und dem Kanton Thurgau erweitert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Fahrplanwechsel vom 9. Dezember 2018 ersetzte die nach Weinfelden verlängerte S24 die frühere direkte S8-Verbindung zwischen Weinfelden, Winterthur und Zürich. Die S30 blieb als eigenständige stündliche Regionalverbindung bestehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
S24 und S30 ergänzen sich seither zwischen Weinfelden und Winterthur zu einem annähernden Halbstundentakt. Dadurch erhielten alle Stationen der S30 eine zweite Verbindung pro Stunde.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://thurgaumobil.tg.ch/public/upload/assets/72821/tgm_2_18_vdef.pdf Fahrplan 2019 im Kanton Thurgau], Thurgaumobil, 2018, abgerufen am 4. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rollmaterial ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der S30 setzt Thurbo überwiegend elektrische Gelenktriebwagen des Typs [[Stadler GTW]] ein. Die Fahrzeuge werden bei den Schweizer Bahnen als RABe 526 bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die GTW bestehen je nach Ausführung aus zwei oder drei Fahrgastmodulen und einem kurzen Antriebsmodul. Sie zeichnen sich durch gute Beschleunigung aus und eignen sich deshalb besonders für Regionalstrecken mit kurzen Abständen zwischen den Haltestellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Ausstattung gehören:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Niederflurbereiche;&lt;br /&gt;
* Mehrzweckabteile für Velos und Kinderwagen;&lt;br /&gt;
* Fahrgastinformationsanzeigen;&lt;br /&gt;
* Klimatisierung;&lt;br /&gt;
* breite Einstiegsbereiche;&lt;br /&gt;
* Bereiche der ersten und zweiten Klasse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein vollständig stufenfreier Einstieg hängt nicht nur vom Fahrzeug, sondern auch von der Höhe und Ausführung des jeweiligen Perrons ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Flirt Evo ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Thurbo ersetzt seine GTW-Flotte schrittweise durch neue Triebzüge des Typs [[Stadler FLIRT|Flirt Evo]]. Insgesamt wurden 107 neue Fahrzeuge bestellt. Die ersten Flirt Evo nahmen im Juli 2026 den regulären Betrieb auf der Linie S26 zwischen Winterthur und Rüti ZH auf.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Flirt-Evo&amp;quot;&amp;gt;[https://www.thurbo.ch/erkunden/neue-thurbo-fahrzeuge/ 107 neue Thurbo-Fahrzeuge des Typs Flirt Evo], Thurbo, abgerufen am 4. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erneuerung der gesamten Flotte soll sich bis in die Mitte der 2030er-Jahre erstrecken. Für die vollständige Umstellung der S30 wurde zunächst kein eigener Termin veröffentlicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Wartung und Inbetriebsetzung der neuen Fahrzeuge modernisierten Thurbo und die SBB die Serviceanlage in Weinfelden. Die erweiterte Anlage wurde im November 2025 offiziell eröffnet.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://news.sbb.ch/de/019d7b77-73f2-7308-899c-9540ee3b03c6/moderne-wartung-mehr-zuege-sbb-und-thurbo-eroeffnen-serviceanlage-weinfelden Moderne Wartung, mehr Züge: SBB und Thurbo eröffnen Serviceanlage Weinfelden], SBB, 1. November 2025, abgerufen am 4. August 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Infrastruktur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die S30 fährt ausschliesslich auf Infrastruktur der SBB. Der Linienweg ist Teil der Hauptstrecke Winterthur–Frauenfeld–Weinfelden–Romanshorn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Strecke wird nicht nur von der S30 benutzt. Auf ihr verkehren zusätzlich:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* die S24 der Zürcher S-Bahn;&lt;br /&gt;
* Fernverkehrszüge zwischen Zürich, Winterthur, Frauenfeld, Weinfelden, Romanshorn und Konstanz;&lt;br /&gt;
* weitere Regionalzüge;&lt;br /&gt;
* Güter-, Dienst- und Bauzüge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Mischung aus Fern-, Regional- und Güterverkehr stellt hohe Anforderungen an die Fahrplangestaltung. Schnellere Fernverkehrszüge halten nur in Winterthur, Frauenfeld und Weinfelden, während die S30 sämtliche Zwischenstationen bedient.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die S30 besitzt keine eigenen, ausschliesslich für sie reservierten Gleise. Verspätungen im stark ausgelasteten Knoten Winterthur oder auf der Thurtallinie können sich deshalb auf die Pünktlichkeit der Regionalzüge auswirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Tarif ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der westliche Teil der Linie liegt im Gebiet des Zürcher Verkehrsverbunds. Die Stationen im Kanton Thurgau gehören zum Tarifverbund OSTWIND.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für Fahrten innerhalb des jeweiligen Verbundgebiets gelten die entsprechenden Zonentarife. Bei verbundübergreifenden Reisen können nationale Streckenbillette, Modul-Abonnemente oder Angebote des [[Z-Pass]] verwendet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein gültiger Verbundfahrausweis berechtigt innerhalb der gelösten Zonen auch zur Benutzung von Bussen und weiteren öffentlichen Verkehrsmitteln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[Generalabonnement]] wird auf der gesamten Strecke anerkannt. Das [[Halbtax-Abonnement]] berechtigt zum Kauf ermässigter nationaler Billette.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedeutung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die S30 bildet eine wichtige regionale Verbindung zwischen der Agglomeration Winterthur, der Kantonshauptstadt Frauenfeld und dem Verkehrsknoten Weinfelden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für Berufspendlerinnen und Berufspendler erschliesst sie zahlreiche Arbeitsstandorte in Winterthur und Frauenfeld. Durch die Anschlüsse in Winterthur sind auch Zürich, der Flughafen und andere Zentren der Zürcher Agglomeration erreichbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Linie besitzt ebenfalls grosse Bedeutung für den Ausbildungsverkehr. In Winterthur und Frauenfeld befinden sich Hochschulen, Berufsfachschulen und kantonale Bildungseinrichtungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die kleineren Gemeinden entlang der Strecke stellt die S30 eine direkte Verbindung zu den regionalen Zentren her. Ohne Umsteigen erreichbar sind unter anderem:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Winterthur;&lt;br /&gt;
* Frauenfeld;&lt;br /&gt;
* Weinfelden;&lt;br /&gt;
* die Zwischenbahnhöfe des Thurtals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Ergänzung mit der S24 bestehen für die meisten Stationen zwei Verbindungen pro Stunde. Dies stärkt die Attraktivität der Bahn gegenüber dem motorisierten Individualverkehr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Freizeitverkehr ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die S30 erschliesst verschiedene Freizeit- und Ausflugsziele in den Kantonen Zürich und Thurgau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Winterthur bestehen Verbindungen zur Altstadt, zum Technorama, zu Museen und zu den Wandergebieten rund um die Stadt. Frauenfeld bietet eine historische Altstadt, das [[Schloss Frauenfeld]] und Anschlüsse in Richtung Seerücken und Untersee.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entlang des Thurtals verlaufen zahlreiche Wander- und Velowege. Von Felben-Wellhausen, Hüttlingen-Mettendorf, Müllheim-Wigoltingen und Märstetten sind die Ufergebiete der Thur sowie ländliche Landschaften des Kantons Thurgau erreichbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weinfelden dient als Ausgangspunkt für Ausflüge in Richtung Ottenberg, Kreuzlingen, Konstanz und Bodensee.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zukunft ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die langfristige Entwicklung der S30 ist mit dem Ausbau des Bahnangebots zwischen Zürich, Winterthur und der Ostschweiz verbunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusätzliche Kapazitäten im Raum Winterthur sollen insbesondere durch das Projekt [[Brüttenertunnel|MehrSpur Zürich–Winterthur]] geschaffen werden. Ein leistungsfähigerer Knoten Winterthur würde auch die Zuverlässigkeit der von dort ausgehenden Regionalverbindungen verbessern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Kanton Thurgau werden die Angebote der S24 und S30 gemeinsam betrachtet. Langfristiges Ziel ist ein möglichst regelmässiger Halbstundentakt zwischen Winterthur und Weinfelden mit guten Anschlüssen an den Fernverkehr und die übrigen S-Bahn-Linien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konkrete Änderungen am Linienweg der S30 nach Umsetzung der nächsten grossen Infrastrukturausbauten waren 2026 noch nicht abschliessend festgelegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[S-Bahn Zürich]]&lt;br /&gt;
* [[S24 (S-Bahn Zürich)]]&lt;br /&gt;
* [[Thurbo]]&lt;br /&gt;
* [[Bahnstrecke Winterthur–Romanshorn]]&lt;br /&gt;
* [[Bahnhof Winterthur]]&lt;br /&gt;
* [[Bahnhof Frauenfeld]]&lt;br /&gt;
* [[Bahnhof Weinfelden]]&lt;br /&gt;
* [[Zürcher Verkehrsverbund]]&lt;br /&gt;
* [[Tarifverbund Ostwind]]&lt;br /&gt;
* [[Öffentlicher Verkehr im Kanton Thurgau]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Hans-Peter Bärtschi, Adrian Ramsauer, Jürg Hauswirth: &#039;&#039;Die Bodenseebahn 1855–2005. Romanshorn–Winterthur–Zürich&#039;&#039;. Minirex, Luzern 2005, ISBN 3-907014-18-9.&lt;br /&gt;
* Hans G. Wägli: &#039;&#039;Schienennetz Schweiz und Bahnprofil Schweiz CH+&#039;&#039;. AS Verlag, Zürich 2010, ISBN 978-3-909111-74-9.&lt;br /&gt;
* Schweers + Wall: &#039;&#039;Eisenbahnatlas Schweiz&#039;&#039;. Schweers + Wall, Köln 2012, ISBN 978-3-89494-130-7.&lt;br /&gt;
* Thurbo AG: &#039;&#039;Geschäftsberichte&#039;&#039;. Kreuzlingen.&lt;br /&gt;
* Kanton Thurgau: &#039;&#039;Konzept Öffentlicher Regionalverkehr&#039;&#039;. Frauenfeld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://online.fahrplaninfo.zvv.ch/frame_linie3.php?lang=de&amp;amp;sel_gk=112&amp;amp;sel_linie=zs_%7C2030%7CS30 Linienfahrplan S30 beim Zürcher Verkehrsverbund]&lt;br /&gt;
* [https://www.thurbo.ch/ Offizielle Website von Thurbo]&lt;br /&gt;
* [https://www.thurbo.ch/reisen/sbb-fahrplan/ Liniennetz und Fahrplaninformationen von Thurbo]&lt;br /&gt;
* [https://www.zvv.ch/ Zürcher Verkehrsverbund]&lt;br /&gt;
* [https://www.ostwind.ch/ Tarifverbund OSTWIND]&lt;br /&gt;
* [https://www.sbb.ch/ Schweizerische Bundesbahnen]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:S-Bahn-Linie in der Schweiz]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:S-Bahn Zürich]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schienenverkehr im Kanton Zürich]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schienenverkehr im Kanton Thurgau]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Verkehr (Winterthur)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Verkehr (Frauenfeld)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Weinfelden]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Thurbo]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schweizerische Bundesbahnen]]&lt;br /&gt;
{{Navigationsleiste S-Bahn Zürich Linien}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Nick Frei</name></author>
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		<title>Kloster Reichenau</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Nick Frei: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{| class=&amp;quot;wikitable float-right&amp;quot; style=&amp;quot;float:right; width:320px; margin:0 0 1em 1em;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; | Kloster Reichenau&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Bild&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| [[Datei:Reichenau-Mittelzell, Blumenwiese und Münster.jpg|280px|Münster St. Maria und Markus in Mittelzell]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Ordensgemeinschaft&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| [[Benediktiner]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Gründung&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| 724&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Gründer&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| [[Pirminius]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Aufhebung&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| 1757; endgültiges Ende des Konvents 1803&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Lage&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| [[Reichenau (Landkreis Konstanz)|Insel Reichenau]], [[Bodensee]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Heutiger Staat&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| [[Deutschland]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Bundesland&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| [[Baden-Württemberg]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Kirchliche Zugehörigkeit&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| [[Erzbistum Freiburg]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Hauptkirche&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Münster St. Maria und Markus&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Koordinaten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| {{Coordinate|NS=47.6977|EW=9.0611|type=landmark|region=DE-BW|name=Kloster Reichenau}}&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;UNESCO-Welterbe&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| seit 2000&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Website&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| [https://www.reichenau.de www.reichenau.de]&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &#039;&#039;&#039;Kloster Reichenau&#039;&#039;&#039; war eine bedeutende [[Benediktiner]]abtei auf der [[Reichenau (Landkreis Konstanz)|Insel Reichenau]] im [[Untersee (Bodensee)|Untersee]], einem Teil des [[Bodensee]]s. Es wurde 724 vom Wanderbischof [[Pirminius]] gegründet und entwickelte sich während des Früh- und Hochmittelalters zu einem der wichtigsten geistlichen, wissenschaftlichen und künstlerischen Zentren des [[Fränkisches Reich|Fränkischen Reiches]] und des [[Heiliges Römisches Reich|Heiligen Römischen Reiches]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Abtei war besonders für ihre Klosterschule, ihre Bibliothek, ihre Geschichtsschreibung und ihre reich ausgestatteten Handschriften bekannt. Im 9. bis 11. Jahrhundert entstanden im Umfeld des Klosters zahlreiche bedeutende Werke der Buchmalerei. Die Reichenauer Schreib- und Malschule zählt zu den herausragenden Erscheinungen der mittelalterlichen Kunstgeschichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ehemalige Kloster liegt heute in Deutschland, nur wenige Kilometer von der schweizerischen Grenze und der Stadt [[Kreuzlingen]] entfernt. Aufgrund ihrer historischen Verbindungen zu den Gebieten der heutigen Schweiz, insbesondere zum [[Kloster St. Gallen]], zum [[Bistum Konstanz]] und zum [[Kanton Thurgau]], besitzt die Abtei auch für die schweizerische Geschichte eine erhebliche Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit dem Jahr 2000 gehört die gesamte Klosterinsel Reichenau mit ihren drei erhaltenen mittelalterlichen Kirchen zum [[UNESCO-Welterbe]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;UNESCO&amp;quot;&amp;gt;UNESCO World Heritage Centre: [https://whc.unesco.org/en/list/974/ &#039;&#039;Monastic Island of Reichenau&#039;&#039;], abgerufen am 26. Juli 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lage ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kloster befand sich in Mittelzell, dem zentralen Siedlungsbereich der Insel Reichenau. Die Insel liegt im westlichen Teil des Bodensees zwischen Konstanz und der Halbinsel [[Höri]]. Sie ist durch einen im 19. Jahrhundert angelegten Damm mit dem Festland verbunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ehemalige Klosterareal liegt in der Nähe des heutigen Münsters St. Maria und Markus. Von den mittelalterlichen Klostergebäuden ist nur ein Teil erhalten. Mehrere Bauten wurden nach der Aufhebung der Abtei verändert, abgebrochen oder neuen Nutzungen zugeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Insel ist rund vier Kilometer lang und weniger als zwei Kilometer breit. Ihre Lage an wichtigen Wasser- und Landwegen begünstigte im Mittelalter den Austausch mit anderen Klöstern, Bischofssitzen und königlichen Herrschaftszentren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kloster stand in enger Beziehung zum nahe gelegenen Konstanz. Über den Bodensee bestanden Verbindungen zum Kloster St. Gallen, zu den Gebieten des heutigen Thurgaus und zu weiteren Teilen der heutigen Schweiz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Name ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor der Klostergründung wurde die Insel in lateinischen Quellen als &#039;&#039;Sindleozesauua&#039;&#039; oder kurz als &#039;&#039;Augia&#039;&#039; bezeichnet. Das althochdeutsche Wort &#039;&#039;Au&#039;&#039; bezeichnete eine Insel oder eine von Wasser umgebene Landschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spätere lateinische Bezeichnungen waren &#039;&#039;Augia dives&#039;&#039; und &#039;&#039;Augia felix&#039;&#039;, was sinngemäss «reiche Insel» beziehungsweise «glückliche Insel» bedeutet. Aus diesen Formen entwickelte sich der Name Reichenau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bezeichnung Kloster Reichenau wird sowohl für die ehemalige Benediktinerabtei als auch in einem weiteren Sinn für das gesamte kirchliche und kulturelle Zentrum auf der Insel verwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gründung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kloster wurde nach der Überlieferung im Jahr 724 durch den Wanderbischof Pirminius gegründet. Pirmin stammte möglicherweise aus dem westfränkischen oder westgotischen Raum und wirkte als Missionar und Klostergründer im alemannischen Gebiet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der später entstandenen Gründungsüberlieferung kam Pirmin mit vierzig Mönchen auf die damals weitgehend bewaldete Insel. Er soll das Land urbar gemacht und eine erste Kirche sowie einfache Klostergebäude errichtet haben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;GemeindeGeschichte&amp;quot;&amp;gt;Gemeinde Reichenau: [https://www.reichenau.de/de/Insel-Festland/Mein-Reichenau/Klostergeschichte &#039;&#039;Klostergeschichte&#039;&#039;], abgerufen am 26. Juli 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die bekannte Erzählung, Pirmin habe bei seiner Ankunft Schlangen, Frösche und anderes Getier von der Insel vertrieben, gehört zur mittelalterlichen Legendenbildung. Sie deutet symbolisch auf die Christianisierung und Kultivierung des Gebietes hin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als politischer Förderer der Gründung wird der fränkische Hausmeier [[Karl Martell]] genannt. Eine angeblich von ihm ausgestellte Gründungsurkunde gilt in der Forschung allerdings als spätere Fälschung. Die Gründung des Klosters im frühen 8. Jahrhundert wird durch andere historische Hinweise dennoch als gesichert betrachtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Pirmin musste die Reichenau bereits wenige Jahre nach der Gründung verlassen. Als mögliche Ursache gelten politische Konflikte zwischen alemannischen Adligen und der fränkischen Herrschaft. Die von ihm gegründete Gemeinschaft bestand jedoch weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Aufstieg unter den Karolingern ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Verlauf des 8. Jahrhunderts wurde die Reichenau eng in das Herrschaftssystem der [[Karolinger]] eingebunden. Das Kloster erhielt königlichen Schutz, Grundbesitz und verschiedene Privilegien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um 730 beziehungsweise 746 entwickelte sich die Abtei zu einem karolingischen Hauskloster. Zwischen 737 und 782 war die Leitung der Reichenau zeitweise in Personalunion mit dem [[Bistum Konstanz]] verbunden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;HLS&amp;quot;&amp;gt;Helmut Maurer: [https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/007103/ &#039;&#039;Reichenau (D)&#039;&#039;], in: Historisches Lexikon der Schweiz, abgerufen am 26. Juli 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter Abt Waldo, der das Kloster von 786 bis 806 leitete, begann eine erste kulturelle Blütezeit. Waldo stand im Dienst [[Karl der Grosse|Karls des Grossen]] und unterhielt enge Beziehungen zum königlichen Hof. Er förderte den Aufbau der Klosterschule und der Bibliothek.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Reichenau erhielt umfangreiche Besitzungen und Rechte im Bodenseeraum, im Schwarzwald, in Schwaben, im Elsass und in den Alpengebieten. Zum Besitz gehörten auch Kirchen und Güter in Gebieten der heutigen Schweiz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Königliche Privilegien gewährten dem Kloster unter anderem Immunität gegenüber weltlichen Amtsträgern, Zollvergünstigungen und das Recht zur Wahl des Abtes. Diese Rechte stärkten die wirtschaftliche und politische Selbständigkeit der Gemeinschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Klosterkirche in Mittelzell ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Hauptkirche des Klosters steht in Mittelzell und trägt heute den Namen &#039;&#039;&#039;Münster St. Maria und Markus&#039;&#039;&#039;. Sie entstand aus mehreren aufeinanderfolgenden Kirchenbauten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter Abt Haito wurde zu Beginn des 9. Jahrhunderts eine grosse karolingische Klosterkirche errichtet. Haito war zugleich Bischof von Basel und gehörte zum Umfeld Karls des Grossen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kirche wurde im Laufe der Jahrhunderte mehrfach erweitert. Im Westen entstand eine monumentale Anlage mit Querhaus und Türmen. Der heute sichtbare Westteil geht in wesentlichen Teilen auf das 11. Jahrhundert zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Osten wurde im Spätmittelalter ein gotischer Chor angefügt. Dadurch verbindet das Münster karolingische, ottonische, romanische und gotische Bauelemente.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 888 wurde Kaiser [[Karl III. (Ostfrankenreich)|Karl III.]], genannt Karl der Dicke, im Chor der Klosterkirche bestattet. Sein Grab unterstreicht die enge Beziehung der Abtei zum karolingischen Herrscherhaus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kirche beherbergt bedeutende Reliquien und Kunstgegenstände. Besonders verehrt wurden die angeblichen Reliquien des Evangelisten [[Markus (Evangelist)|Markus]], die im 9. Jahrhundert auf die Insel gelangt sein sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anlässlich des 1300-jährigen Gründungsjubiläums erhob Papst Franziskus das Münster 2024 zur [[Basilica minor]]. Die Kirche dient heute als katholische Pfarr- und Wallfahrtskirche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Niederzell ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An der Westspitze der Insel liegt die ehemalige Klosterkirche &#039;&#039;&#039;St. Peter und Paul&#039;&#039;&#039; in Niederzell. Sie wurde um 799 durch Egino, den ehemaligen Bischof von Verona, gegründet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Egino hatte sich auf die Reichenau zurückgezogen und erhielt von Abt Waldo die Erlaubnis zur Errichtung einer eigenen Zelle mit Kirche. Er wurde nach seinem Tod in Niederzell bestattet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste karolingische Kirche wurde im 11. Jahrhundert weitgehend durch einen romanischen Neubau ersetzt. Die Kirche besitzt eine dreischiffige Basilika, zwei östliche Türme und bedeutende Wandmalereien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
St. Peter und Paul bildete innerhalb des Klosterverbandes ein eigenes geistliches Zentrum. Die Kirche dokumentiert die Ausbreitung verschiedener klösterlicher Zellen über die Insel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Oberzell ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am östlichen Ende der Insel steht die Kirche &#039;&#039;&#039;St. Georg&#039;&#039;&#039; in Oberzell. Sie wurde gegen Ende des 9. Jahrhunderts unter Abt Hatto III. errichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hatto war gleichzeitig Abt der Reichenau und Erzbischof von Mainz. Er brachte nach der Überlieferung eine Reliquie des heiligen Georg aus Rom auf die Insel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kirche ist vor allem wegen ihrer monumentalen Wandmalereien aus dem 10. Jahrhundert bekannt. Der Bilderzyklus zeigt Wunder Christi und zählt zu den bedeutendsten erhaltenen Beispielen ottonischer Monumentalmalerei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den dargestellten Szenen gehören die Heilung eines Besessenen, die Auferweckung des Lazarus, die Heilung eines Wassersüchtigen und die Stillung des Seesturms. Die Bilder sind durch ornamentale Bänder und lateinische Inschriften gegliedert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die weitgehend erhaltene frühmittelalterliche Architektur und die Wandmalereien waren wesentliche Gründe für die Aufnahme der Klosterinsel in die UNESCO-Welterbeliste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Klosterschule ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Klosterschule der Reichenau gehörte im Frühmittelalter zu den wichtigsten Bildungsstätten nördlich der Alpen. Sie diente zunächst der Ausbildung des eigenen Klosternachwuchses, nahm aber auch Schüler aus adeligen und geistlichen Familien auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Unterricht umfasste Lesen, Schreiben, Grammatik, Rhetorik, Dialektik, Musik, Arithmetik, Geometrie und Astronomie. Diese Fächer entsprachen den sieben freien Künsten des mittelalterlichen Bildungssystems.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Schule war eng mit der Bibliothek und dem Skriptorium verbunden. Mönche kopierten antike und christliche Texte, verfassten Kommentare und stellten liturgische Bücher her.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den bedeutenden Gelehrten der Reichenau gehörten Walahfrid Strabo, Hermann der Lahme, Berno von Reichenau und Berthold von Reichenau. Ihre Werke behandelten Theologie, Geschichte, Musik, Astronomie, Naturkunde und Dichtung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Schule stand in Verbindung mit anderen Bildungszentren des Karolingerreiches. Gelehrte und Handschriften wurden zwischen Klöstern, Bischofssitzen und königlichen Höfen ausgetauscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bibliothek und Skriptorium ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Klosterbibliothek der Reichenau zählte während des frühen Mittelalters zu den bedeutendsten Büchersammlungen Europas. Ein erhaltenes Bücherverzeichnis aus dem 9. Jahrhundert dokumentiert einen umfangreichen Bestand theologischer, antiker und wissenschaftlicher Werke.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Skriptorium wurden Handschriften kopiert, korrigiert, verziert und gebunden. Die Arbeit war auf mehrere spezialisierte Schreiber, Maler und Handwerker verteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Mönche bewahrten nicht nur kirchliche Texte, sondern auch Werke antiker Autoren. Dadurch leistete das Kloster einen wichtigen Beitrag zur Überlieferung lateinischer Literatur und wissenschaftlicher Kenntnisse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viele Handschriften gelangten nach dem Niedergang und der Aufhebung des Klosters in andere Bibliotheken. Bedeutende Bestände befinden sich heute unter anderem in Karlsruhe, München, Zürich, St. Gallen, Einsiedeln, Wien und im Vatikan.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ursprüngliche mittelalterliche Bibliothek ist deshalb nicht mehr als geschlossene Sammlung erhalten. Ihre frühere Bedeutung kann jedoch anhand von Katalogen, Besitzvermerken und stilistischen Untersuchungen rekonstruiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Reichenauer Buchmalerei ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Reichenauer Buchmalerei erreichte im 10. und frühen 11. Jahrhundert ihren Höhepunkt. In dieser Zeit entstanden reich ausgestattete Evangeliare, Perikopenbücher und liturgische Handschriften für Kaiser, Könige, Bischöfe und bedeutende Kirchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Typisch sind grossflächige Figuren, leuchtende Farben, Goldgründe und streng aufgebaute Bildkompositionen. Die Darstellungen verbanden spätantike, byzantinische, karolingische und ottonische Traditionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den berühmtesten Werken, die der Reichenauer Malschule zugerechnet werden, gehören das Evangeliar Ottos III., das Perikopenbuch Heinrichs II., die Bamberger Apokalypse und der Egbert-Codex.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die genaue Entstehung einzelner Handschriften und ihre Zuordnung zu bestimmten Werkstätten ist Gegenstand wissenschaftlicher Diskussionen. Der Begriff «Reichenauer Malschule» bezeichnet daher einen grösseren künstlerischen Zusammenhang, der möglicherweise auch Werkstätten ausserhalb der Insel umfasste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zehn besonders bedeutende ottonische Handschriften aus dem Umfeld der Reichenau wurden 2003 in das UNESCO-Register [[Weltdokumentenerbe]] aufgenommen.&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche UNESCO-Kommission: [https://www.unesco.de/kultur-und-natur/weltdokumentenerbe/weltdokumentenerbe-deutschland/reichenauer-handschriften &#039;&#039;Die Reichenauer Handschriften&#039;&#039;], abgerufen am 26. Juli 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Walahfrid Strabo ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Walahfrid Strabo]] wurde um 808 oder 809 am Bodensee geboren und bereits als Kind dem Kloster Reichenau übergeben. Nach Studien bei Hrabanus Maurus im Kloster Fulda kehrte er auf die Insel zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von 838 bis zu seinem Tod 849 amtierte Walahfrid als Abt der Reichenau. Er war Dichter, Theologe und Lehrer und stand zeitweise am karolingischen Hof.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sein bekanntestes Werk ist das Lehrgedicht &#039;&#039;Liber de cultura hortorum&#039;&#039;, das gewöhnlich als &#039;&#039;Hortulus&#039;&#039; bezeichnet wird. Darin beschreibt er Pflanzen des Klostergartens und ihre Verwendung als Heil-, Gewürz- und Zierpflanzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;Hortulus&#039;&#039; gehört zu den wichtigsten Quellen für die Garten- und Pflanzenkunde des frühen Mittelalters. Ein nach diesem Werk gestalteter Kräutergarten auf der Insel erinnert heute an Walahfrid.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hermann der Lahme ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Hermann von Reichenau]], auch Hermann der Lahme oder Hermannus Contractus genannt, lebte von 1013 bis 1054. Er trat als Kind in das Kloster ein und verbrachte dort den grössten Teil seines Lebens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz einer schweren körperlichen Behinderung entwickelte sich Hermann zu einem bedeutenden Gelehrten. Er beschäftigte sich mit Geschichte, Mathematik, Astronomie, Musiktheorie und Zeitrechnung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seine Weltchronik behandelt die Geschichte von der Geburt Christi bis zu seiner eigenen Zeit. Sie wurde nach seinem Tod von seinem Schüler Berthold von Reichenau fortgesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hermann verfasste ausserdem Schriften über das Astrolabium, Rechenverfahren und musikalische Fragen. Mehrere bekannte liturgische Gesänge wurden ihm traditionell zugeschrieben, wobei die Urheberschaft teilweise umstritten ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== St. Galler Klosterplan ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der sogenannte [[St. Galler Klosterplan]] entstand wahrscheinlich im frühen 9. Jahrhundert im Umfeld des Klosters Reichenau. Er wurde für Abt Gozbert von St. Gallen angefertigt und befindet sich heute in der Stiftsbibliothek St. Gallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Plan zeigt den idealisierten Entwurf einer grossen benediktinischen Klosteranlage. Neben der Kirche und den Wohnräumen der Mönche enthält er Gästehäuser, Krankenstationen, Werkstätten, Speicher, Gärten, Stallungen und Schulgebäude.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es handelt sich um die älteste erhaltene Architekturzeichnung des europäischen Mittelalters. Der Plan wurde nicht vollständig in der dargestellten Form umgesetzt, gibt aber wertvolle Einblicke in die Organisation eines karolingischen Klosters.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Entstehung des Plans verdeutlicht die engen geistigen und personellen Beziehungen zwischen Reichenau und St. Gallen. Beide Abteien standen im Austausch, waren aber zugleich konkurrierende religiöse und kulturelle Zentren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verbrüderungsbuch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Reichenauer Verbrüderungsbuch wurde im 9. Jahrhundert angelegt. Es enthält die Namen von Zehntausenden lebenden und verstorbenen Personen, die in die Gebetsgemeinschaft des Klosters aufgenommen worden waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den eingetragenen Personen gehören Mönche, Geistliche, Herrscher, Adelige und Wohltäter aus zahlreichen Regionen Europas. Die Einträge dokumentieren ein weitreichendes Netzwerk klösterlicher und politischer Beziehungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gebetsverbrüderungen verbanden verschiedene Klöster miteinander. Die beteiligten Gemeinschaften verpflichteten sich, für verstorbene Mitglieder und Förderer zu beten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Verbrüderungsbuch ist eine bedeutende Quelle für die Personen-, Sozial- und Herrschaftsgeschichte des frühen Mittelalters. Es enthält auch Einträge aus Klöstern und Gebieten der heutigen Schweiz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Klosterbesitz ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die wirtschaftliche Grundlage der Abtei bestand aus Grundbesitz, Zehnten, Kirchenrechten, Fischereirechten und Abgaben. Die Besitzungen lagen weit verstreut und reichten vom Bodenseegebiet bis in den Schwarzwald, das Elsass und die Alpen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gebiet der heutigen Schweiz verfügte das Kloster über Güter und Rechte insbesondere im Thurgau, in der Nordostschweiz und entlang wichtiger Verkehrswege. Die Abtei besass Patronatsrechte über verschiedene Kirchen und unterhielt Beziehungen zu lokalen Adelsfamilien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verwaltung der weit entfernten Besitzungen erfolgte durch Höfe, Vögte und abhängige Geistliche. Ein Teil der Erträge wurde auf die Insel geliefert, ein anderer diente der Versorgung lokaler Einrichtungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schenkungen von Königen, Adeligen und freien Grundbesitzern vergrösserten den Besitz. Als Gegenleistung erwarteten die Stifter Gebete, liturgisches Gedenken und die Aufnahme in die klösterliche Gebetsgemeinschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Spätmittelalter gingen zahlreiche Besitzungen durch Verpfändung, Verkauf oder Entfremdung verloren. Die wirtschaftliche Schwächung trug zum Niedergang der Abtei bei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beziehungen zur heutigen Schweiz ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl die Insel Reichenau heute zu Deutschland gehört, war das Kloster eng mit der Geschichte der heutigen Schweiz verbunden. Der Bodensee bildete im Mittelalter keine staatliche Grenze im modernen Sinn, sondern einen gemeinsamen Verkehrs-, Wirtschafts- und Kulturraum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders wichtig war das Verhältnis zum Kloster St. Gallen. Beide Klöster gehörten zu den führenden Bildungszentren des karolingischen und ottonischen Zeitalters. Mönche, Bücher und wissenschaftliche Kenntnisse wurden ausgetauscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwischen den beiden Abteien bestand zugleich Konkurrenz um königliche Förderung, Grundbesitz und kirchlichen Einfluss. Ihre Bibliotheken und Skriptorien entwickelten teilweise eigene Traditionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Reichenau besass Kirchenrechte und Güter im heutigen Kanton Thurgau. Auch zu Konstanz und dessen schweizerischem Umland bestanden enge Beziehungen. Bis zur Auflösung des Bistums Konstanz im frühen 19. Jahrhundert gehörten grosse Teile der Deutschschweiz zu dessen kirchlichem Einflussgebiet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mehrere Reichenauer Handschriften gelangten in schweizerische Bibliotheken. Der St. Galler Klosterplan wird in der Stiftsbibliothek St. Gallen aufbewahrt und gehört zu den bedeutendsten Verbindungen zwischen beiden Klostertraditionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kloster beeinflusste die Christianisierung, Bildung und kirchliche Organisation im alemannischen Raum, zu dem grosse Teile der heutigen Deutschschweiz gehörten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beziehungen zum Bistum Konstanz ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Reichenau stand seit ihrer Frühzeit in enger Verbindung mit dem Bistum Konstanz. Mehrere Äbte waren zugleich Bischöfe von Konstanz oder bekleideten andere hohe kirchliche Ämter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Nähe konnte Schutz und politischen Einfluss bieten, führte aber auch zu Konflikten um Besitz und Selbständigkeit. Die Äbte versuchten, die Reichsunmittelbarkeit und die eigenen Rechte gegenüber dem Bischof zu bewahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Spätmittelalter nahm der Einfluss des Bistums zu. 1540 verzichtete der letzte selbständige Abt Markus von Knöringen auf die Leitung des Klosters und übertrug sie dem Bischof von Konstanz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Reichenau wurde danach als Priorat dem Hochstift Konstanz eingegliedert. Die klösterliche Gemeinschaft bestand in verkleinerter Form weiter, verlor aber ihre frühere politische und wirtschaftliche Selbständigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zweite Blütezeit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter den ottonischen und frühen salischen Herrschern erlebte das Kloster im 10. und frühen 11. Jahrhundert eine zweite kulturelle Blütezeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Könige und Kaiser förderten die Abtei durch Besuche, Schenkungen und Privilegien. Das Kloster fertigte kostbare Handschriften für den Hof und bedeutende kirchliche Auftraggeber an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den prägenden Äbten dieser Epoche gehörten Witigowo, Immo und Berno. Abt Witigowo regierte von 985 bis 997 und liess zahlreiche Bauten erneuern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Berno von Reichenau leitete die Abtei von 1008 bis 1048. Er war als Theologe, Musiker und Liturgiker bekannt und pflegte Beziehungen zu Kaiser Heinrich II. und Kaiser Heinrich III.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dieser Zeit entstanden oder erneuerten sich wesentliche Teile der erhaltenen Kirchen. Die Reichenauer Buchkunst erreichte ihren Höhepunkt, während Gelehrte wie Hermann der Lahme überregional wirkten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Niedergang ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit dem 12. und besonders seit dem 13. Jahrhundert nahm die Bedeutung der Abtei ab. Die Gründe lagen in politischen Veränderungen, wirtschaftlichen Schwierigkeiten und einem Wandel der kirchlichen Bildungslandschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neu gegründete Orden, städtische Schulen und Universitäten übernahmen zunehmend Aufgaben, die zuvor von den Benediktinerklöstern wahrgenommen worden waren. Gleichzeitig erschwerten die verstreuten Besitzungen eine wirksame Verwaltung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Konvent nahm zeitweise nur Angehörige des Adels auf. Diese Beschränkung verringerte die Zahl möglicher Mitglieder und erschwerte Reformen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts waren grosse Teile des Klosterbesitzes verpfändet. Abt Eberhard von Brandis veräusserte 1367 zahlreiche Güter und Rechte an Angehörige seiner Familie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Beginn des 15. Jahrhunderts bestand der Konvent zeitweise nur noch aus dem Abt und zwei Mönchen. Spätere Reformversuche führten zu einer gewissen Erholung, konnten den langfristigen Bedeutungsverlust jedoch nicht aufhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Eingliederung in das Hochstift Konstanz ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 1540 trat Abt Markus von Knöringen die Leitung der Abtei an den Bischof von Konstanz ab. Damit endete die Zeit der selbständigen Reichsabtei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Reichenau wurde in ein Priorat umgewandelt und dem Hochstift Konstanz unterstellt. Vorgesehen war eine Gemeinschaft von zwölf Mönchen, die von einem Prior geleitet wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Klostergebäude dienten zunehmend auch als Verwaltungssitz des bischöflichen Obervogteiamtes. Der Bischof von Konstanz verfügte nun über die Einnahmen und Rechte der früheren Abtei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz der institutionellen Schwächung blieben das religiöse Leben, die Verehrung der Heiligen und die grossen Inselfeste bestehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Aufhebung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kloster wurde 1757 durch den Konstanzer Fürstbischof endgültig aufgehoben. Ein Teil der verbliebenen Mönche wurde in andere geistliche Einrichtungen versetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein kleiner Konvent beziehungsweise einzelne Geistliche blieben zunächst auf der Insel. Mit der Säkularisation des Hochstifts Konstanz und den politischen Veränderungen zu Beginn des 19. Jahrhunderts endete das klösterliche Leben vollständig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1803 verliessen die letzten Mönche die Insel. Der ehemalige Klosterbesitz fiel im Zuge des [[Reichsdeputationshauptschluss]]es zunächst an das Kurfürstentum Baden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kirchen, Pfarrstellen und Teile der Gebäude blieben erhalten. Andere Klosterbauten wurden abgebrochen, verkauft oder für weltliche Aufgaben umgebaut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bibliothek und die Kunstsammlungen waren bereits zuvor teilweise zerstreut worden. Zahlreiche wertvolle Handschriften und Gegenstände gelangten in staatliche und kirchliche Sammlungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Klostergebäude ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von der mittelalterlichen Klausur des Klosters ist nur ein Teil erhalten. Die heutige Anlage rund um das Münster wurde durch Umbauten der Neuzeit und spätere weltliche Nutzungen geprägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ehemalige Konventsgebäude südlich der Kirche wurde im 17. und 18. Jahrhundert erneuert. Nach der Säkularisation diente es verschiedenen Verwaltungs- und Wohnzwecken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute befindet sich in Teilen des ehemaligen Klostergebäudes das Rathaus der Gemeinde Reichenau. Die Verbindung von kirchlichen, kommunalen und musealen Nutzungen prägt das historische Zentrum von Mittelzell.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Archäologische Untersuchungen konnten Grundmauern und Spuren älterer Klosterbauten nachweisen. Sie ermöglichen Rückschlüsse auf die Entwicklung der Anlage seit der karolingischen Zeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Klostergärten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gärten waren ein wichtiger Bestandteil der mittelalterlichen Klosterwirtschaft. Sie dienten der Versorgung mit Gemüse, Obst, Heilpflanzen, Gewürzen und Blumen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kräutergarten des Walahfrid Strabo wurde auf Grundlage seines Gedichts &#039;&#039;Hortulus&#039;&#039; rekonstruiert. Er enthält Pflanzen, die im 9. Jahrhundert beschrieben wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daneben bestehen auf der Insel weitere neu gestaltete Gärten, die an die historische Nutzung des Klosterareals erinnern. Die Anlagen vermitteln Kenntnisse über mittelalterliche Pflanzenkunde und Gartenkultur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der berühmte St. Galler Klosterplan, der wahrscheinlich auf der Reichenau entstand, zeigt einen idealisierten Kräutergarten, Gemüsegarten, Baumgarten und Friedhof. Er belegt die Bedeutung planmässig angelegter Nutzgärten für ein grosses Benediktinerkloster.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Reliquien und Kirchenschatz ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kloster verfügte im Mittelalter über eine umfangreiche Sammlung von Reliquien. Sie steigerten die religiöse Bedeutung der Abtei und zogen Pilger an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders wichtig waren die angeblichen Reliquien des Evangelisten Markus. Nach der Überlieferung gelangten sie im 9. Jahrhundert aus Italien auf die Reichenau. Der heilige Markus wurde neben Maria zum Hauptpatron des Münsters.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere verehrte Heilige waren Pirmin, Georg und die heilige Fortunata. Ihre Reliquien werden teilweise in kostbaren Schreinen und Behältern aufbewahrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Schatzkammer des Münsters enthält liturgische Geräte, Reliquiare, Textilien und weitere Kunstwerke. Einige Gegenstände stammen aus dem Mittelalter, andere aus späteren Jahrhunderten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An den grossen Inselfeiertagen werden ausgewählte Reliquienschreine in feierlichen Prozessionen durch die Ortschaft getragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inselfeiertage ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der Reichenau haben sich mehrere religiöse Feste erhalten, die auf die Tradition des ehemaligen Klosters zurückgehen. Sie verbinden Gottesdienste, Prozessionen und lokales Brauchtum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Markusfest wird am 25. April zu Ehren des Evangelisten Markus gefeiert. Das Heilig-Blut-Fest findet am Montag nach dem Dreifaltigkeitssonntag statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Fest Mariä Himmelfahrt am 15. August gehört ebenfalls zu den wichtigsten Inselfeiertagen. Dabei werden Reliquien und kirchliche Kunstgegenstände in Prozessionen mitgeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Feste verdeutlichen die fortdauernde religiöse Prägung der Insel. Sie gehören zum immateriellen Kulturerbe der örtlichen Bevölkerung und werden von kirchlichen Gemeinschaften, Vereinen und Einwohnern getragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== UNESCO-Welterbe ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Klosterinsel Reichenau wurde im Jahr 2000 in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen. Die Eintragung erfolgte aufgrund ihrer aussergewöhnlichen Bedeutung für die Religions-, Kultur- und Architekturgeschichte des europäischen Mittelalters.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Welterbe gehören die gesamte Insel und insbesondere die drei Kirchen St. Maria und Markus in Mittelzell, St. Peter und Paul in Niederzell sowie St. Georg in Oberzell.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die UNESCO würdigte die Reichenau als herausragendes Zeugnis der religiösen und kulturellen Rolle eines grossen Benediktinerklosters. Die Kirchen vermitteln ein Bild der frühmittelalterlichen Klosterarchitektur in Mitteleuropa.&amp;lt;ref name=&amp;quot;UNESCO&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders hervorgehoben werden die erhaltenen Elemente karolingischer, ottonischer und salischer Architektur sowie die Wandmalereien von St. Georg.&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche UNESCO-Kommission: [https://www.unesco.de/staette/klosterinsel-reichenau/ &#039;&#039;Klosterinsel Reichenau&#039;&#039;], abgerufen am 26. Juli 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Welterbe umfasst nicht nur einzelne Bauwerke, sondern auch die historisch gewachsene Kulturlandschaft. Kirchen, ehemalige Klosterbereiche, Wege, Gärten, Siedlungen und landwirtschaftliche Flächen bilden ein zusammenhängendes Ensemble.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weltdokumentenerbe ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 2003 nahm die UNESCO zehn bedeutende Handschriften aus der Reichenauer Malschule in das Register des Weltdokumentenerbes auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Werke entstanden im 10. und 11. Jahrhundert und befinden sich heute in verschiedenen europäischen Bibliotheken. Sie gelten als Hauptwerke der ottonischen Buchmalerei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Aufnahme würdigt die künstlerische Qualität, den Erhaltungszustand und die historische Bedeutung der Handschriften. Sie dokumentieren die enge Verbindung von Religion, Herrschaft und Kunst im mittelalterlichen Europa.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da die Bücher heute auf mehrere Sammlungen verteilt sind, ist das Weltdokumentenerbe nicht an einen einzelnen Aufbewahrungsort gebunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wiederbelebung des benediktinischen Lebens ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 2001 besteht auf der Insel erneut eine kleine benediktinische Gemeinschaft. Sie knüpft an die spirituelle Tradition der früheren Abtei an, stellt jedoch keine rechtliche Wiederherstellung des historischen Klosters dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Mönche gehören zur Erzabtei Beuron und leben in einer kleinen Niederlassung in Mittelzell. Sie beteiligen sich an Gottesdiensten, Seelsorge, geistlichen Angeboten und der Betreuung von Besuchenden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das erneuerte benediktinische Leben unterstreicht den religiösen Charakter der Insel neben ihrer Bedeutung als Wohnort, Landwirtschaftsgebiet und Reiseziel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die historischen Kirchen werden weiterhin durch katholische Gemeinden genutzt. Damit sind sie nicht nur Baudenkmäler, sondern Orte aktiven religiösen Lebens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Archäologie und Forschung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bau- und Siedlungsgeschichte der Reichenau wird seit dem 19. Jahrhundert wissenschaftlich untersucht. Archäologische Grabungen fanden an den Kirchen, im ehemaligen Klosterbereich und an weiteren Stellen der Insel statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Untersuchungen brachten Fundamente älterer Kirchen, Gräber, Gebäudereste und Alltagsgegenstände ans Licht. Sie helfen, schriftliche Quellen und spätere Überlieferungen zu überprüfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Forschung beschäftigt sich ausserdem mit Handschriften, Kunstwerken, Besitzverhältnissen, liturgischen Traditionen und den Beziehungen der Abtei zu anderen Zentren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Moderne Methoden wie Dendrochronologie, Materialanalysen, digitale Rekonstruktionen und geophysikalische Untersuchungen ermöglichen neue Erkenntnisse über die Baugeschichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum 1300-jährigen Jubiläum im Jahr 2024 fanden umfangreiche Ausstellungen und Forschungsprojekte statt. Sie präsentierten die Reichenau als europäisches Zentrum des frühen Mittelalters.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedeutung für die Kunstgeschichte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erhaltenen Kirchen dokumentieren mehrere Entwicklungsstufen der mittelalterlichen Architektur. Besonders wichtig sind die karolingischen und ottonischen Bauteile.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wandmalereien in St. Georg gehören zu den seltenen grossflächig erhaltenen frühmittelalterlichen Bilderzyklen nördlich der Alpen. Sie zeigen, wie biblische Geschichten in einem monumentalen kirchlichen Raum vermittelt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Reichenauer Handschriften beeinflussten die europäische Buchmalerei. Ihre Bildsprache verband kaiserliche Herrschaftsvorstellungen mit christlicher Heilsgeschichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Goldschmiedearbeiten, Reliquiare und liturgische Textilien zeugen von der handwerklichen und künstlerischen Qualität des Klosterumfelds.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kunstwerke der Reichenau waren nicht nur Schmuck. Sie dienten der Liturgie, der Verehrung von Heiligen und der Darstellung politischer und religiöser Ordnung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedeutung für die Geschichtsschreibung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mehrere Reichenauer Mönche verfassten Chroniken und historische Werke. Ihre Texte gehören zu den wichtigen Quellen für die Geschichte des Früh- und Hochmittelalters.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hermann der Lahme schrieb eine Weltchronik, die Ereignisse seiner Zeit in einen umfassenden heilsgeschichtlichen Zusammenhang stellte. Berthold von Reichenau setzte das Werk nach Hermanns Tod fort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 15. Jahrhundert verfasste Gallus Oehem eine Geschichte des Klosters. Seine Chronik enthält Nachrichten über Äbte, Besitzungen, Bauten und lokale Ereignisse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl einzelne Angaben der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Chronisten kritisch geprüft werden müssen, bilden ihre Werke eine wichtige Grundlage der historischen Forschung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Medizin und Naturkunde ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie andere grosse Benediktinerklöster verfügte die Reichenau über Einrichtungen zur Versorgung kranker Mönche und Gäste. Schriftliche Hinweise erwähnen ein Badehaus, Krankenräume und klösterliche Ärzte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bibliothek enthielt medizinische und naturkundliche Werke. Antikes Wissen wurde kopiert und mit praktischen Erfahrungen der Klostergemeinschaft verbunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heilpflanzen spielten eine wichtige Rolle. Walahfrid Strabos &#039;&#039;Hortulus&#039;&#039; beschreibt unter anderem Salbei, Fenchel, Minze, Liebstöckel und verschiedene Heilkräuter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kloster gehörte damit zu den frühen Zentren medizinischer und botanischer Wissensvermittlung im Bodenseeraum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirtschaft und Alltag ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Mönche lebten grundsätzlich nach der [[Benediktsregel]], die Gebet, Lesung und körperliche Arbeit miteinander verband. Der tatsächliche Alltag eines grossen Reichsklosters wurde jedoch stark von Verwaltung, Bildung und herrschaftlichen Aufgaben bestimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Kloster gehörten Werkstätten, Speicher, Gärten, Ställe, Gästehäuser und Einrichtungen zur Krankenpflege. Laienbrüder, Bedienstete, Pächter und abhängige Bauern trugen wesentlich zur Versorgung bei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fischerei war aufgrund der Insellage von besonderer Bedeutung. Landwirtschaftliche Güter auf und ausserhalb der Insel lieferten Getreide, Wein, Obst, Gemüse, Fleisch und andere Produkte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der klösterliche Grundbesitz war in Höfe und Verwaltungseinheiten gegliedert. Abgaben konnten in Geld, Naturalien oder Arbeitsleistungen erbracht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Reichenau als Erinnerungsort ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Aufhebung des Klosters blieb die Erinnerung an seine Vergangenheit in den Kirchen, Festen und lokalen Überlieferungen erhalten. Im 19. Jahrhundert wuchs das wissenschaftliche und touristische Interesse an der Insel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Historiker, Kunsthistoriker und Archäologen untersuchten die Kirchen und Handschriften. Restaurierungen sollten mittelalterliche Bauteile und Wandmalereien sichern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Aufnahme in die UNESCO-Welterbeliste verstärkte die internationale Wahrnehmung. Heute gehört die Klosterinsel zu den bedeutendsten Kulturzielen am Bodensee.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Museen in Mittelzell, Oberzell und Niederzell vermitteln die Geschichte des Klosters, der Kirchen und der Inselbevölkerung. Führungen verbinden architektonische, religiöse und kulturgeschichtliche Themen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gegenwärtige Nutzung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Münster St. Maria und Markus sowie die Kirchen St. Georg und St. Peter und Paul werden weiterhin für Gottesdienste genutzt. Sie sind zugleich geschützte Kulturdenkmäler und öffentlich zugängliche Sehenswürdigkeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ehemalige Klostergebäude in Mittelzell beherbergt unter anderem Einrichtungen der Gemeindeverwaltung. Weitere Räume werden kirchlich oder kulturell genutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Schatzkammer zeigt ausgewählte Stücke des Münsterschatzes. Mehrere Museen informieren über die Kloster-, Kunst- und Siedlungsgeschichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Insel ist heute ausserdem für Gemüsebau, Weinbau und Tourismus bekannt. Der Schutz des Welterbes muss daher mit den Bedürfnissen der Einwohner, der Landwirtschaft und des Verkehrs abgestimmt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Reichenau (Landkreis Konstanz)]]&lt;br /&gt;
* [[Bodensee]]&lt;br /&gt;
* [[Untersee (Bodensee)]]&lt;br /&gt;
* [[Kloster St. Gallen]]&lt;br /&gt;
* [[Bistum Konstanz]]&lt;br /&gt;
* [[Benediktiner]]&lt;br /&gt;
* [[Pirminius]]&lt;br /&gt;
* [[Walahfrid Strabo]]&lt;br /&gt;
* [[Hermann von Reichenau]]&lt;br /&gt;
* [[St. Galler Klosterplan]]&lt;br /&gt;
* [[Karolingische Renaissance]]&lt;br /&gt;
* [[Ottonische Kunst]]&lt;br /&gt;
* [[Weltdokumentenerbe]]&lt;br /&gt;
* [[Klosterinsel Reichenau]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Konrad Beyerle (Hrsg.): &#039;&#039;Die Kultur der Abtei Reichenau. Erinnerungsschrift zur zwölfhundertsten Wiederkehr des Gründungsjahres des Inselklosters 724–1924&#039;&#039;. Zwei Bände, München 1925.&lt;br /&gt;
* Alfons Zettler: &#039;&#039;Die frühen Klosterbauten der Reichenau. Ausgrabungen – Schriftquellen – St. Galler Klosterplan&#039;&#039;. Thorbecke, Sigmaringen 1988, ISBN 3-7995-4150-0.&lt;br /&gt;
* Walter Berschin, Alfons Zettler: &#039;&#039;Egino von Verona. Der Gründer von Reichenau-Niederzell&#039;&#039;. Thorbecke, Stuttgart 1999, ISBN 3-7995-6757-7.&lt;br /&gt;
* Wolfgang Erdmann: &#039;&#039;Die Reichenau im Bodensee. Geschichte und Kunst&#039;&#039;. Langewiesche, Königstein im Taunus 2004, ISBN 3-7845-1222-4.&lt;br /&gt;
* Badisches Landesmuseum Karlsruhe (Hrsg.): &#039;&#039;Welterbe des Mittelalters. 1300 Jahre Klosterinsel Reichenau&#039;&#039;. Schnell und Steiner, Regensburg 2024, ISBN 978-3-7954-3907-0.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://www.reichenau.de/de/Insel-Festland/Mein-Reichenau/Klostergeschichte Klostergeschichte auf der Website der Gemeinde Reichenau]&lt;br /&gt;
* [https://whc.unesco.org/en/list/974/ Klosterinsel Reichenau beim UNESCO World Heritage Centre]&lt;br /&gt;
* [https://www.unesco.de/staette/klosterinsel-reichenau/ Klosterinsel Reichenau bei der Deutschen UNESCO-Kommission]&lt;br /&gt;
* [https://www.reichenau-tourismus.de/de/erleben/unesco-welterbe Informationen zum UNESCO-Welterbe Klosterinsel Reichenau]&lt;br /&gt;
* [https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/007103/ Reichenau im Historischen Lexikon der Schweiz]&lt;br /&gt;
* [https://www.blb-karlsruhe.de/sammlungen/handschriften/bestand/reichenau Reichenauer Handschriften in der Badischen Landesbibliothek]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ehemaliges Benediktinerkloster]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kloster in Baden-Württemberg]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kloster am Bodensee]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Reichsabtei]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Karolingische Architektur]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ottonische Architektur]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gegründet 724]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Aufgelöst 1757]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte des Kantons Thurgau]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte des Bodenseeraums]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Nick Frei</name></author>
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		<title>Kloster Töss</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Nick Frei: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{| class=&amp;quot;wikitable float-right&amp;quot; style=&amp;quot;float:right; width:330px; margin:0 0 1em 1em;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:center; font-size:120%;&amp;quot; | Kloster Töss&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Ordensgemeinschaft&lt;br /&gt;
| [[Dominikanerinnen]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Patrozinium&lt;br /&gt;
| [[Maria (Mutter Jesu)|Heilige Maria]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Gründung&lt;br /&gt;
| 1233&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Stifter&lt;br /&gt;
| Grafen von [[Kyburg (Adelsgeschlecht)|Kyburg]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Aufnahme in den Orden&lt;br /&gt;
| 1267&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Aufhebung&lt;br /&gt;
| 1525&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Lage&lt;br /&gt;
| [[Töss (Winterthur)|Töss]], [[Winterthur]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Kanton&lt;br /&gt;
| [[Kanton Zürich]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Heutiger Zustand&lt;br /&gt;
| weitgehend abgebrochen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Heutige Nutzung des Areals&lt;br /&gt;
| Industrieareal der [[Rieter Holding|Rieter AG]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Koordinaten&lt;br /&gt;
| 47.4897° N, 8.7047° O&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &#039;&#039;&#039;Kloster Töss&#039;&#039;&#039; war ein mittelalterliches Frauenkloster im heutigen Winterthurer Stadtteil [[Töss (Winterthur)|Töss]] im [[Kanton Zürich]]. Das 1233 von den Grafen von [[Kyburg (Adelsgeschlecht)|Kyburg]] gegründete Kloster wurde von [[Dominikanerinnen]] bewohnt und entwickelte sich im 14. Jahrhundert zu einem bedeutenden Zentrum der Frauenmystik. Es gehörte zu den wichtigsten Frauenklöstern im deutschsprachigen Raum.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zh.ch/de/news-uebersicht/medienmitteilungen/2020/03/mittelalterliches-kloster-in-winterthur.html Kanton Zürich: &#039;&#039;Mittelalterliches Kloster in Winterthur: Bevölkerung kann archäologische Ausgrabung besichtigen&#039;&#039;, 4. März 2020, abgerufen am 26. Juli 2026.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den bekanntesten Bewohnerinnen gehörten die Mystikerin und Schriftstellerin [[Elsbeth Stagel]] sowie die ungarische Königstochter [[Elisabeth von Ungarn (Dominikanerin)|Elisabeth von Ungarn]]. Das im Kloster entstandene &#039;&#039;&#039;Tösser Schwesternbuch&#039;&#039;&#039; zählt zu den bedeutenden Werken der mittelalterlichen deutschsprachigen Frauenliteratur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zuge der [[Reformation in Zürich|Zürcher Reformation]] wurde das Kloster 1525 aufgehoben. Die Gebäude dienten anschliessend als Amtssitz und später als Industrieanlage. Im 19. und frühen 20. Jahrhundert wurde der grösste Teil der mittelalterlichen Anlage abgebrochen. Auf dem ehemaligen Klosterareal befindet sich heute ein Werkgelände des Maschinenbauunternehmens Rieter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lage ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kloster lag beim mittelalterlichen Dorf Töss südwestlich von [[Winterthur]]. Der Standort befand sich in der Nähe einer Brücke über den Fluss [[Töss (Fluss)|Töss]], an der eine bedeutende Verkehrsverbindung zwischen [[Zürich]] und Konstanz den Fluss überquerte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Lage an der Strasse und am Fluss war wirtschaftlich günstig. Zum ursprünglichen Klosterbesitz gehörte eine Mühle an der Töss. Der Fluss lieferte Wasserkraft und war für den Betrieb der Mühle sowie späterer Gewerbe- und Industrieanlagen von grosser Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits in römischer Zeit verlief in diesem Gebiet eine Verkehrsachse zwischen [[Vindonissa]] und [[Vitudurum]]. Archäologische Untersuchungen brachten römische Münzen und Keramik zum Vorschein. Sie zeigen, dass der Übergang über die Töss schon lange vor der Klostergründung genutzt wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zh.ch/de/news-uebersicht/medienmitteilungen/2020/03/mittelalterliches-kloster-in-winterthur.html Kanton Zürich: &#039;&#039;Mittelalterliches Kloster in Winterthur&#039;&#039;, 4. März 2020, abgerufen am 26. Juli 2026.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gründung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gründung des Klosters steht im Zusammenhang mit der Ausbreitung des Dominikanerordens im Gebiet der heutigen Schweiz. Im Jahr 1229 kamen Dominikaner aus Strassburg nach Zürich. Graf Hartmann IV. von Kyburg trat mit ihnen in Verbindung und unterstützte die Errichtung eines Frauenklosters in Töss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Stiftungsurkunde wurde am 19. Dezember 1233 von Heinrich von Tanne, dem damaligen [[Bistum Konstanz|Bischof von Konstanz]], ausgestellt. Als Stifter gelten die Grafen von Kyburg. Sie stellten den Baugrund und die beim Fluss gelegene Mühle zur Verfügung.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.winterthur-glossar.ch/kloster-toess Winterthur Glossar: &#039;&#039;Kloster Töss&#039;&#039;, abgerufen am 26. Juli 2026.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben religiösen Beweggründen dürften auch politische Interessen eine Rolle gespielt haben. Durch die Stiftung konnte das Herrschaftsgebiet der Kyburger an einem strategisch wichtigen Flussübergang gesichert werden. Zugleich bot das Kloster unverheirateten oder verwitweten Frauen aus adligen Familien einen gesellschaftlich anerkannten Lebensraum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Möglicherweise bestand bereits vor 1233 eine religiöse Frauengemeinschaft, die nach einer dauerhaften klösterlichen Ordnung suchte. Eindeutige Nachweise für eine organisierte Gemeinschaft vor der offiziellen Stiftung sind jedoch nicht erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gründungslegende ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Tösser Schwesternbuch überliefert eine Legende, nach der am späteren Standort des Klosters wiederholt geheimnisvolle Lichter erschienen seien. Ein dort ansässiger Müller habe sein Grundstück zunächst nicht verlassen wollen. Während dreier Nächte habe er eine Stimme gehört, die ihn fragte, weshalb er den Ort verweigere, an dem sie sich niederlassen wolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Müller habe daraufhin eingewilligt, den Platz für das Kloster freizugeben. Die Erzählung stellte die Gründung als göttlich gewolltes Ereignis dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Historisch gilt die Legende als spätere religiöse Deutung der Klostergründung. Sie entstand vermutlich, um die unterschiedlichen politischen, wirtschaftlichen und geistlichen Interessen nachträglich in eine einheitliche Heilsgeschichte einzuordnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ordenszugehörigkeit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kloster wurde der Gottesmutter Maria geweiht. Die Gemeinschaft lebte zunächst nach der [[Augustinusregel]], die von zahlreichen geistlichen Gemeinschaften des Mittelalters verwendet wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spätestens ab 1235 wurden die Frauen durch Dominikaner aus Zürich geistlich betreut. Die Prediger übernahmen insbesondere Gottesdienste, Beichte, Seelsorge und religiöse Unterweisung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 1267 wurde das Kloster offiziell in den Dominikanerorden aufgenommen. Es gehörte damit zu den frühen Dominikanerinnenklöstern im süddeutschen und schweizerischen Raum.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.winterthur-glossar.ch/kloster-toess Winterthur Glossar: &#039;&#039;Kloster Töss&#039;&#039;, abgerufen am 26. Juli 2026.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz der Betreuung durch männliche Ordensangehörige verfügte der Frauenkonvent über eine gewisse Selbstverwaltung. Die Nonnen wählten ihre Priorin selbst und organisierten das innere Klosterleben weitgehend eigenständig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Klosteranlage ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Klosteranlage bestand aus der Kirche, dem Kreuzgang, den Wohn- und Arbeitsräumen der Nonnen sowie zahlreichen Wirtschaftsgebäuden. Dazu gehörten unter anderem eine Mühle, Scheunen, Lagerräume, Werkstätten, Stallungen, Küchen und Gärten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Kirche und die frühesten Konventsgebäude wurden im Laufe der Zeit erweitert oder ersetzt. Um 1300 entstand eine neue und grössere Klosterkirche. Ihr Bau verdeutlicht den wirtschaftlichen und personellen Aufschwung des Konvents.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kirche war als lang gestreckter Bau gestaltet. Wie bei Frauenklöstern üblich, besass sie einen besonderen Bereich für die Nonnen. Dieser Nonnenchor erlaubte den Klosterfrauen die Teilnahme an Gottesdiensten, ohne dass die strenge Trennung von der Aussenwelt aufgehoben wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An die Kirche schloss der Kreuzgang an. Um ihn gruppierten sich die wichtigsten Räume des gemeinschaftlichen Lebens, darunter Kapitelsaal, Refektorium, Schlafräume und Arbeitsräume.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts wurde die Anlage nochmals umfangreich erneuert. Es entstanden ein neuer Kreuzgang, zusätzliche Wohnräume, eine Badestube und komfortablere Zellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirtschaftliche Grundlagen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Anfangszeit war die Gemeinschaft auf Almosen, Schenkungen und die Vermögen eintretender Frauen angewiesen. Viele Nonnen stammten aus Adelsfamilien oder später aus wohlhabenden städtischen Rats- und Bürgerfamilien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch Schenkungen, Käufe und Stiftungen entwickelte sich Töss zu einem bedeutenden Grundbesitzer. Das Kloster verfügte über Besitzungen und Einkünfte in rund 130 Ortschaften des Kantons Zürich sowie in Winterthur und Zürich.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/011878/ Historisches Lexikon der Schweiz: &#039;&#039;Töss (Kloster)&#039;&#039;, abgerufen am 26. Juli 2026.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besitzschwerpunkte lagen in der Umgebung des Klosters und in [[Neunforn]]. Weitere Güter befanden sich unter anderem in [[Dättlikon]], [[Rorbas]], [[Buch am Irchel]], [[Berg am Irchel]] und anderen Orten des Zürcher und Thurgauer Gebiets.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 1265 erhielt das Kloster das Patronatsrecht über die Kirche von Neunforn. 1291 wurde diese Kirche dem Kloster inkorporiert. Später kamen die Kirchen von Dättlikon und [[Veltheim (Winterthur)|Veltheim]] hinzu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kloster besass Mühlen, Höfe, Weinberge, Wälder, Äcker und Rechte an Abgaben. Auch das Niedergericht in Dättlikon gehörte zeitweise zum Herrschaftsbereich des Konvents.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verwaltung der Besitzungen erforderte Amtleute, Schreiber, Pächter und zahlreiche Arbeitskräfte. Dem Kloster waren zudem abhängige Bauern und Leibeigene zugeordnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Konvent und soziale Herkunft ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kloster Töss zog vor allem Frauen aus dem regionalen Adel sowie aus führenden städtischen Familien an. Der Eintritt setzte gewöhnlich eine Mitgift oder andere wirtschaftliche Leistungen voraus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Nonnen brachten Geld, Grundstücke, Einkünfte oder wertvolle Gegenstände in das Kloster ein. Diese Praxis stärkte die wirtschaftliche Stellung des Konvents, schränkte den Zugang jedoch für Frauen aus ärmeren Bevölkerungsschichten ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um die Mitte des 14. Jahrhunderts lebten zeitweise etwa hundert Frauen im Kloster. Neben den Chorfrauen gehörten Laienschwestern, Dienerinnen und weitere Beschäftigte zur klösterlichen Gemeinschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Klostergesellschaft spiegelte teilweise die sozialen Unterschiede der mittelalterlichen Welt wider. Frauen aus hochadligen Familien konnten über eigene Räume, persönliche Gegenstände und besondere finanzielle Mittel verfügen. Andere Schwestern übernahmen hauptsächlich körperliche Arbeiten in Haushalt, Landwirtschaft und Gewerbe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Alltag im Kloster ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tagesablauf war durch Gebetszeiten, Gottesdienste, geistliche Lesung und Arbeit gegliedert. Mehrmals täglich versammelten sich die Nonnen zum gemeinsamen Chorgebet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den Tätigkeiten gehörten Textilarbeiten, Pflege liturgischer Gewänder, Buchherstellung, Schreiben, Gartenarbeit und die Verwaltung der klösterlichen Güter. Laienschwestern und weltliche Bedienstete übernahmen einen grossen Teil der körperlich anstrengenden Arbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Leben sollte sich durch Gehorsam, Armut und Keuschheit auszeichnen. Die Klausur beschränkte Kontakte zur Aussenwelt. Besucherinnen und Besucher konnten nur in dafür vorgesehenen Bereichen empfangen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die tatsächliche Strenge der Lebensweise veränderte sich im Laufe der Jahrhunderte. Während das Kloster im 14. Jahrhundert für ausgeprägte asketische Praktiken bekannt war, wurden die Regeln im späten Mittelalter teilweise gelockert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab 1514 durften die Nonnen bequemere Kleidung tragen. In Notfällen konnten sie das Kloster verlassen. Solche Erleichterungen zeigen, dass sich die klösterliche Lebensform kurz vor der Reformation bereits deutlich gewandelt hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zentrum der Frauenmystik ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 14. Jahrhundert entwickelte sich das Kloster zu einem Zentrum der deutschsprachigen [[Mystik]]. Die Tösser Frauenmystik war von intensiver Betrachtung des Leidens Christi, innerem Gebet und dem Streben nach unmittelbarer Gotteserfahrung geprägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Nonnen verstanden körperlichen Verzicht als Mittel zur geistlichen Läuterung. Quellen berichten von Fasten, Schlafentzug, langem Gebet und Selbstkasteiungen. Solche Darstellungen müssen jedoch im Zusammenhang mit der religiösen Literatur des Mittelalters gelesen werden, die aussergewöhnliche Askese häufig idealisierte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ziel der mystischen Übungen war die Überwindung weltlicher Bindungen und eine möglichst unmittelbare Vereinigung der Seele mit Gott. Visionen, Auditionen und andere übernatürliche Erfahrungen galten als mögliche Zeichen besonderer göttlicher Nähe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kloster stand in Verbindung mit bedeutenden dominikanischen Theologen und Mystikern. Dazu gehörte insbesondere [[Heinrich Seuse]], der Elsbeth Stagel geistlich begleitete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Elsbeth Stagel ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Elsbeth Stagel]], auch Elisabeth Stagel oder Elsbeth Staglin genannt, wurde um 1300 in Zürich geboren. Sie entstammte einer angesehenen Zürcher Familie und trat als junge Frau in das Kloster Töss ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stagel wurde später Priorin des Konvents. Bekannt wurde sie vor allem durch ihre Verbindung zu Heinrich Seuse. Der Dominikaner bezeichnete sie als seine geistliche Tochter und unterwies sie in Fragen der Mystik und der religiösen Lebensführung.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/012309/ Historisches Lexikon der Schweiz: &#039;&#039;Stagel, Elsbeth&#039;&#039;, abgerufen am 26. Juli 2026.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie gilt als Verfasserin oder zumindest als wichtigste Bearbeiterin des Tösser Schwesternbuchs. Ihre genaue Beteiligung an den einzelnen Texten ist in der Forschung umstritten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Elsbeth Stagel starb um 1360 in Töss. Durch ihre literarische Tätigkeit gehört sie zu den bedeutenden Autorinnen der mittelalterlichen Deutschschweiz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Tösser Schwesternbuch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &#039;&#039;&#039;Tösser Schwesternbuch&#039;&#039;&#039; entstand im 14. Jahrhundert und enthält Lebensbeschreibungen von mehr als dreissig Frauen des Klosters. Es gehört zur Gattung der dominikanischen Schwesternbücher, die in mehreren süddeutschen und schweizerischen Frauenklöstern entstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Texte schildern Gebete, Visionen, Krankheiten, asketische Übungen und aussergewöhnliche religiöse Erlebnisse. Im Mittelpunkt stehen Frauen, deren Leben als Vorbild für andere Mitglieder der Gemeinschaft dargestellt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Schwesternbuch ist keine moderne Chronik und keine sachliche Beschreibung des Klosteralltags. Die Lebensgeschichten wurden für geistliche Belehrung und Erbauung gestaltet. Historische Personen und Ereignisse wurden dabei teilweise idealisiert und literarisch umgeformt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz dieses hagiografischen Charakters ist das Werk eine wichtige Quelle für die Religions-, Sozial-, Frauen- und Literaturgeschichte des Spätmittelalters. Es vermittelt Einblicke in die Selbstwahrnehmung einer weiblichen Klostergemeinschaft und in ihre Vorstellungen von Heiligkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem Schwesternbuch wurde eine ausführliche Lebensbeschreibung Elisabeths von Ungarn angefügt. Ob auch dieser Text von Elsbeth Stagel verfasst wurde, ist nicht abschliessend geklärt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Elisabeth von Ungarn ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die bekannteste adlige Bewohnerin des Klosters war [[Elisabeth von Ungarn (Dominikanerin)|Elisabeth von Ungarn]]. Sie wurde um 1292 als Tochter des ungarischen Königs [[Andreas III. (Ungarn)|Andreas III.]] geboren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Tod ihres Vaters verlor die Familie ihre politische Stellung in Ungarn. Elisabeth gelangte in den Einflussbereich ihrer Stiefmutter Agnes von Ungarn, einer Tochter des römisch-deutschen Königs [[Albrecht I. (HRR)|Albrecht I.]] aus dem Haus [[Habsburg]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 1309 trat Elisabeth in das Kloster Töss ein. Nach den überlieferten Darstellungen erfolgte dieser Eintritt zumindest anfänglich nicht vollständig aus eigenem Willen. Sie blieb bis zu ihrem Tod 1336 im Kloster.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.winterthur-glossar.ch/kloster-toess Winterthur Glossar: &#039;&#039;Kloster Töss&#039;&#039;, abgerufen am 26. Juli 2026.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der klösterlichen Überlieferung wurde Elisabeth als besonders fromme und demütige Nonne beschrieben. Ihr wurden Visionen und Wunder zugeschrieben. Nach ihrem Tod entwickelte sich eine lokale Verehrung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihr Grab wurde vom Nonnenfriedhof in die Klosterkirche verlegt. Der erhaltene Sarkophagdeckel gehört zu den wenigen bedeutenden Kunstwerken, die unmittelbar aus dem Kloster Töss überliefert sind. Er befindet sich im [[Schweizerisches Nationalmuseum|Schweizerischen Nationalmuseum]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ungarische Doppelkreuz, das mit Elisabeth verbunden wurde, fand Eingang in das Wappen der früheren Gemeinde und des heutigen Winterthurer Stadtteils Töss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beziehungen zum Adel ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kloster besass enge Beziehungen zu den Grafen von Kyburg und später zu den [[Habsburg]]ern. Nach dem Aussterben der älteren Kyburger im Jahr 1264 gelangten viele ihrer Herrschaftsrechte an Rudolf von Habsburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Adlige Familien nutzten das Kloster als Versorgungs- und Bildungsort für weibliche Angehörige. Ein Klostereintritt konnte religiöse Motive besitzen, aber auch Teil familiärer Erb-, Heirats- und Besitzstrategien sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schenkungen hochgestellter Personen verschafften dem Kloster Schutz und wirtschaftliche Vorteile. Im Gegenzug verpflichteten sich die Nonnen zu Gebeten und Jahrzeitfeiern für Verstorbene der Stifterfamilien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Übergang der Grafschaft Kyburg an die Stadt Zürich im 15. Jahrhundert geriet auch das Kloster stärker unter den politischen Einfluss Zürichs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beziehungen zu Winterthur und Zürich ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl das Kloster unmittelbar bei Winterthur lag, war sein Verhältnis zur Stadt nicht immer spannungsfrei. Kloster und Stadt besassen eigene Rechte, wirtschaftliche Interessen und Herrschaftsbereiche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kloster verfügte über Grundstücke und Einkünfte in Winterthur. Gleichzeitig waren Winterthurer Handwerker, Händler und Amtleute für die Versorgung und Verwaltung des Konvents tätig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch zur Stadt Zürich bestanden enge Beziehungen. Zahlreiche Nonnen stammten aus Zürcher Rats- und Bürgerfamilien. Besitzungen des Klosters in Zürich wurden durch einen eigenen Amtmann verwaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Übernahme der Grafschaft Kyburg durch Zürich wurde die politische Kontrolle der Zürcher Obrigkeit stärker. Diese Entwicklung erleichterte 1525 die Aufhebung des Konvents im Zuge der Reformation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kunst und Ausstattung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kloster verfügte über Altäre, Skulpturen, liturgische Geräte, Handschriften, Glasmalereien und Wandbilder. Nur wenige Gegenstände haben die Aufhebung und den späteren Abbruch der Gebäude überstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besondere Bedeutung besass der Kreuzgang mit seinem umfangreichen Wandmalereizyklus. Die Malereien entstanden ungefähr zwischen 1490 und 1510 und bedeckten die langen Rückwände der Kreuzgangflügel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In rund achtzig Bildfeldern wurden Szenen aus der Bibel und aus Heiligenlegenden dargestellt. Die Bilder dienten der religiösen Unterweisung und Meditation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Traditionell wurden die Wandmalereien vollständig dem Winterthurer Maler Hans Haggenberg zugeschrieben. Neuere Forschungen gehen jedoch davon aus, dass mindestens zwei Maler und mehrere Gehilfen beteiligt waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als mögliche Stifter des Bilderzyklus gelten die Winterthurer Familien Gisler und von Sal. Nach dem Abbruch des Kreuzgangs im Jahr 1851 blieben die Malereien nur durch ältere Beschreibungen und Nachzeichnungen bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Klosterbibliothek und Schriftkultur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kloster besass Bücher für Gottesdienst, Gebet, geistliche Lesung und Unterweisung. Dazu gehörten lateinische liturgische Handschriften ebenso wie deutschsprachige religiöse Texte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der hohe Bildungsstand einzelner Nonnen wird durch das Tösser Schwesternbuch und die Verbindung Elsbeth Stagels zu Heinrich Seuse belegt. Schreiben, Lesen und das Abschreiben religiöser Werke waren wichtige Bestandteile der klösterlichen Kultur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht alle Nonnen konnten gleichermassen lesen und schreiben. Lateinkenntnisse waren vermutlich vor allem bei den gebildeten Chorfrauen vorhanden, während deutschsprachige Texte einem grösseren Teil der Gemeinschaft zugänglich waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der überwiegende Teil der Bibliothek wurde nach der Reformation zerstreut oder ging verloren. Einzelne Handschriften und Texte sind heute in Bibliotheken und Archiven erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Spätmittelalterliche Veränderungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 15. Jahrhundert blieb das Kloster wirtschaftlich bedeutend, während die strenge mystische Lebensweise des 14. Jahrhunderts an Bedeutung verlor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Konvent nahm zunehmend Töchter wohlhabender Rats-, Bürger- und Patrizierfamilien auf. Damit veränderten sich soziale Zusammensetzung und Lebensstil der Gemeinschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die umfangreichen Bauarbeiten des späten 15. Jahrhunderts schufen komfortablere Wohnverhältnisse. Persönliche Zellen, eine Badestube und neue Aufenthaltsräume entsprachen nicht mehr vollständig dem älteren Ideal klösterlicher Armut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Entwicklung war nicht auf Töss beschränkt. Viele spätmittelalterliche Klöster mussten zwischen strenger Ordensregel, wirtschaftlicher Verwaltung und den Erwartungen wohlhabender Klosterangehöriger vermitteln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Reformation und Aufhebung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die von [[Huldrych Zwingli]] geprägte Reformation führte im Gebiet der Stadt Zürich zur Aufhebung der Klöster. Der Zürcher Rat übernahm deren Besitz und reorganisierte kirchliche und soziale Aufgaben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits vor der formellen Aufhebung verliessen einzelne Frauen das Kloster Töss unter dem Einfluss reformatorischer Ideen. Andere wollten an ihrem bisherigen Leben festhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 1525 wurde der Dominikanerinnenkonvent aufgehoben. Frauen, die das Kloster verliessen und heirateten, sollten ihre eingebrachten Vermögenswerte zurückerhalten. Ehemalige Nonnen, die in der Anlage blieben, erhielten Renten oder andere Versorgungsleistungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Aufhebung führte nicht zur sofortigen Räumung. Noch 1532 lebten ungefähr dreissig ehemalige Klosterfrauen in Töss. Die letzte frühere Nonne starb 1572.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.winterthur-glossar.ch/kloster-toess Winterthur Glossar: &#039;&#039;Kloster Töss&#039;&#039;, abgerufen am 26. Juli 2026.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Klosteramt Töss ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Reformation wurde der ehemalige Klosterbesitz in ein Zürcher Verwaltungsgebiet umgewandelt. Ein vom Zürcher Rat eingesetzter Amtmann verwaltete die Güter, Einkünfte und Rechte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anlage diente fortan als Sitz des &#039;&#039;&#039;Klosteramts Töss&#039;&#039;&#039;. Die frühere Klosterkirche wurde zur reformierten Kirche der Gemeinde Töss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wirtschaftsgebäude, Wohnräume und Verwaltungsbauten wurden weiter genutzt und teilweise umgebaut. Dadurch blieb ein grosser Teil des mittelalterlichen Gebäudekomplexes zunächst erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Amt bestand bis zum Ende der Alten Eidgenossenschaft. Mit der Errichtung der [[Helvetische Republik|Helvetischen Republik]] wurde das Klosteramt 1798 aufgehoben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verkauf und Industrialisierung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Aufhebung des Amts wurden die ehemaligen Klostergebäude nur noch teilweise genutzt. Die grosse Anlage verursachte Unterhaltskosten und verfiel zunehmend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 1833 kaufte Heinrich Rieter das Areal für das Unternehmen J. J. Rieter &amp;amp; Cie. Das Unternehmen stellte Maschinen für die Textilindustrie her und entwickelte sich zu einem der bedeutenden Industriebetriebe Winterthurs.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://ad.zh.ch/kloster-toess-archaeologie/ Archäologie und Denkmalpflege des Kantons Zürich: &#039;&#039;Auf der Suche nach dem verschwundenen Kloster&#039;&#039;, 2. März 2020, abgerufen am 26. Juli 2026.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die vorhandenen Gebäude wurden zunächst als Werkstätten, Lager- und Produktionsräume verwendet. Mit der Ausdehnung der Fabrik entstanden neue Industriebauten, während die mittelalterliche Anlage schrittweise verschwand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Übergang vom Kloster über den Zürcher Amtssitz zur Maschinenfabrik spiegelt den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wandel des Stadtteils Töss wider.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Abbruch der Anlage ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kreuzgang wurde 1851 abgebrochen. Damit gingen auch die spätmittelalterlichen Wandmalereien verloren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab 1853 diente die frühere Klosterkirche zeitweise als Fabrikhalle. Eine neue reformierte Kirche für Töss war bereits ausserhalb des ehemaligen Klosterkomplexes errichtet worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die alte Klosterkirche blieb noch bis ins frühe 20. Jahrhundert bestehen. Im Jahr 1916 wurde auch sie abgebrochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Teile der Anlage verschwanden durch Fabrikbauten, Strassen und Veränderungen des Geländes. Oberirdisch ist vom eigentlichen Konventsgebäude heute kaum noch etwas erkennbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als bedeutendstes erhaltenes Gebäude gilt die ehemalige Klostermühle an der Töss. Teile mittelalterlicher Mauern und Fundamente blieben zudem im Boden erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Archäologische Untersuchungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Klostergelände wurde lange Zeit nur punktuell archäologisch untersucht. Bauarbeiten auf dem Industrieareal boten Gelegenheit, erhaltene Strukturen zu dokumentieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 2020 führte die Kantonsarchäologie Zürich im Zusammenhang mit der Umgestaltung des Rieter-Areals eine grössere Rettungsgrabung durch. Dabei wurden Teile der Klostermauer, Fundamente eines Wirtschaftsgebäudes und Spuren älterer Holzbauten entdeckt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zh.ch/de/news-uebersicht/medienmitteilungen/2020/03/mittelalterliches-kloster-in-winterthur.html Kanton Zürich: &#039;&#039;Mittelalterliches Kloster in Winterthur&#039;&#039;, 4. März 2020, abgerufen am 26. Juli 2026.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die freigelegte Umfassungsmauer trennte den klösterlichen Bezirk von seiner Umgebung. Ihre Lage erlaubt Rückschlüsse auf die Grösse und Organisation der Anlage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein grosses Gebäude nahe dem früheren Eingang wurde als Scheune oder anderer repräsentativer Wirtschaftsbau gedeutet. Historische Abbildungen zeigen dort ein stattliches Gebäude mit Treppengiebel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den Funden gehörten Keramik, Tierknochen, Metallobjekte, Bauteile und zahlreiche grün glasierte Ofenkacheln. Einige Kacheln stammten vermutlich von einem Ofen, den die Nonnen kurz vor der Aufhebung des Klosters genutzt hatten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausserhalb der Klostermauer wurden Reste von Holzbauten entdeckt, die möglicherweise älter als das Kloster waren. Römische Funde bestätigten zudem die frühere Nutzung des Verkehrswegs und des Flussübergangs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Erhaltene Zeugnisse ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von der ehemaligen Klosteranlage ist oberirdisch nur wenig erhalten. Die Klostermühle gehört zu den letzten sichtbaren baulichen Zeugnissen der Klosterzeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Überreste befinden sich im Boden des Rieter-Areals. Archäologische Dokumentationen, historische Pläne, Ansichten und Fundstücke erlauben eine teilweise Rekonstruktion der Anlage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den bedeutendsten erhaltenen Objekten zählt der steinerne Sarkophagdeckel Elisabeths von Ungarn. Er zeigt die Verstorbene als liegende Figur in Ordenskleidung und befindet sich heute im Schweizerischen Nationalmuseum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Abschriften des Tösser Schwesternbuchs, historische Urkunden und Nachzeichnungen der Kreuzgangmalereien bewahren das kulturelle Erbe des Klosters.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wappen des Stadtteils Töss erinnert mit dem ungarischen Doppelkreuz an Elisabeth von Ungarn und die Geschichte des Frauenklosters.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Historische Darstellungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mehrere historische Ansichten zeigen den Gebäudekomplex nach der Reformation. Besonders bekannt ist ein Kupferstich von David Herrliberger aus dem 18. Jahrhundert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Darstellung zeigt das damalige Amt Töss mit Kirche, Kreuzgang, Wirtschaftsgebäuden, Umfassungsmauer und Gärten. Obwohl die Gebäude zu diesem Zeitpunkt bereits mehrfach verändert worden waren, vermittelt das Bild einen Eindruck von der Ausdehnung der ehemaligen Klosteranlage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fotografien aus dem 19. Jahrhundert dokumentieren die Nutzung der Klostergebäude durch die Firma Rieter. Sie zeigen mittelalterliche und frühneuzeitliche Bauten neben neuen Fabrikgebäuden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bildquellen sind für die archäologische und baugeschichtliche Forschung wichtig, da ein grosser Teil der dargestellten Gebäude später vollständig verschwand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedeutung für Töss ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kloster war über Jahrhunderte das religiöse, wirtschaftliche und politische Zentrum des Ortes Töss. Sein Grundbesitz, seine Mühle und seine Rechte prägten die Entwicklung der Siedlung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Reformation blieb die ehemalige Anlage als Amtssitz von Bedeutung. Im 19. Jahrhundert wurde das Areal zu einem Ausgangspunkt der Industrialisierung von Töss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Unternehmen Rieter zog zahlreiche Arbeitskräfte an. Rund um das Fabrikareal entstanden Arbeiterhäuser, Verkehrswege und neue Quartiere.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Geschichte des Stadtteils verbindet dadurch drei besonders prägende Epochen: das mittelalterliche Frauenkloster, die frühneuzeitliche Zürcher Amtsverwaltung und die moderne Industriegesellschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Forschungsbedeutung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kloster Töss ist für verschiedene historische Forschungsgebiete von Bedeutung. Das Tösser Schwesternbuch gehört zu den wichtigsten Quellen der Frauenmystik und der deutschsprachigen religiösen Literatur des 14. Jahrhunderts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Besitz- und Verwaltungsquellen ermöglichen Untersuchungen zur mittelalterlichen Wirtschaft, Grundherrschaft und Sozialstruktur. Sie geben Aufschluss über Beziehungen zwischen Kloster, Adel, Städten und ländlicher Bevölkerung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Baugeschichte verdeutlicht den Wandel klösterlicher Architektur vom Hochmittelalter bis zum Vorabend der Reformation. Die archäologischen Funde ergänzen schriftliche und bildliche Quellen durch materielle Zeugnisse des Alltags.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders wichtig ist das Kloster für die Frauengeschichte. Die Quellen zeigen Frauen nicht nur als passive Angehörige religiöser Institutionen, sondern auch als Verwalterinnen, Autorinnen, geistliche Beraterinnen und Trägerinnen einer eigenständigen klösterlichen Kultur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einordnung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kloster Töss gehörte gemeinsam mit Klöstern wie [[Kloster Oetenbach|Oetenbach]], [[Kloster St. Katharinental|St. Katharinental]] und [[Kloster Mariazell-Wurmsbach|Mariazell-Wurmsbach]] zur bedeutenden Landschaft mittelalterlicher Frauenklöster in der weiteren Region.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innerhalb des Dominikanerordens bildeten Frauenklöster wichtige Zentren geistlicher Literatur und mystischer Frömmigkeit. Gleichzeitig waren sie wirtschaftlich eng mit Adel, Städten und ländlichen Herrschaftsgebieten verbunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Töss zeichnete sich durch die Verbindung einer grossen und wohlhabenden Gemeinschaft mit einer aussergewöhnlich reichen literarischen Überlieferung aus. Dadurch reicht seine Bedeutung weit über die Lokalgeschichte Winterthurs hinaus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Töss (Winterthur)]]&lt;br /&gt;
* [[Geschichte der Stadt Winterthur]]&lt;br /&gt;
* [[Elsbeth Stagel]]&lt;br /&gt;
* [[Elisabeth von Ungarn (Dominikanerin)]]&lt;br /&gt;
* [[Heinrich Seuse]]&lt;br /&gt;
* [[Dominikanerinnen]]&lt;br /&gt;
* [[Frauenmystik]]&lt;br /&gt;
* [[Reformation im Kanton Zürich]]&lt;br /&gt;
* [[Kloster Oetenbach]]&lt;br /&gt;
* [[Kloster St. Katharinental]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Christian Folini: &#039;&#039;Katharinental und Töss. Zwei mystische Zentren in sozialgeschichtlicher Perspektive&#039;&#039;. Chronos, Zürich 2007, ISBN 978-3-0340-0841-9.&lt;br /&gt;
* Heinrich Sulzer, Johann Rudolf Rahn: &#039;&#039;Das Dominikanerinnenkloster Töss&#039;&#039;. Zürich 1903–1904.&lt;br /&gt;
* Silvia Volkart: &#039;&#039;Bilderwelt des Spätmittelalters. Die Wandmalereien im Kloster Töss&#039;&#039;. Chronos, Zürich 2011, ISBN 978-3-0340-1059-7.&lt;br /&gt;
* Peter Niederhäuser: «Es was ein wild Ding». Das Kloster Töss in der Reformationszeit. In: &#039;&#039;Winterthurer Jahrbuch 2019&#039;&#039;. Winterthur 2018.&lt;br /&gt;
* Emanuel Dejung, Richard Zürcher, Hans Hoffmann: &#039;&#039;Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich. Band VI: Die Stadt Winterthur&#039;&#039;. Birkhäuser, Basel 1952.&lt;br /&gt;
* Robert Heinrich Oehninger: &#039;&#039;Wir hatten eine selige Schwester. 33 Lebensberichte über Dominikanerinnen aus dem Kloster Töss bei Winterthur&#039;&#039;. Zürich 2003.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/011878/ Kloster Töss] im Historischen Lexikon der Schweiz&lt;br /&gt;
* [https://www.winterthur-glossar.ch/kloster-toess Kloster Töss] im Winterthur Glossar&lt;br /&gt;
* [https://ad.zh.ch/kloster-toess-archaeologie/ Auf der Suche nach dem verschwundenen Kloster] bei Archäologie und Denkmalpflege des Kantons Zürich&lt;br /&gt;
* [https://www.zh.ch/de/news-uebersicht/medienmitteilungen/2020/03/mittelalterliches-kloster-in-winterthur.html Archäologische Ausgrabung des Klosters Töss] beim Kanton Zürich&lt;br /&gt;
* [https://www.toess.ch/ausgrabungen-kloster-toess/ Ausgrabungen im Kloster Töss] auf der Website des Stadtteils Töss&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ehemaliges Dominikanerinnenkloster in der Schweiz]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ehemaliges Kloster im Kanton Zürich]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Klosterbau im Kanton Zürich]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sakralbau in Winterthur]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Abgegangenes Bauwerk in der Schweiz]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte (Winterthur)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christentum in Winterthur]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Frauenkloster]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gegründet 1233]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Aufgelöst 1525]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Zerstört im 19. Jahrhundert]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Zerstört im 20. Jahrhundert]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Nick Frei</name></author>
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